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Digitalpult-Verwaltung im Festivalbetrieb

  • guma
  • 13. Juni 2010 um 13:14
  • gert
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    • 5. September 2010 um 10:15
    • #121

    Also bei mir sieht das so aus!



    Ich hab mir einen Stick pro Pult gemacht. Oder eben Karte. Naja was halt das Dienstformat so ist. Dann hab ich von jedem dieser Pulte verschiedene Files fuer verschiedene Jobs. Die meisten hab ich sicher auf Yamaha und Soundcraft.
    Ich hab festgestellt das es Sinn macht sich erst mal einen blanken File vom Pult auf den Stick zu speichern damit man die richtige Filestruktur drauf hat. Sonst ist zb beim DIGIDESIGN auch gerne mal nix zu finden.
    Ausserdem hab ich noch nen Kartenleser damit ich zb Files von Karten lesen kann und ggf. emailen kann. Dazu mache ich regelmaessig Backup auf den Laptop und Server. Ich habe noch nie einen File geloescht oder verloren.

    Ob ich ein bestimmtes Pult lernen will oder nicht ist fuer mich keine Diskussion. Ich bin ja Dienstleister und werde das bedienen wofür man mich bezahlt. Das ich Vorlieben habe ist klar und bekannt.
    Was die analogen FOH Plätze betrifft habe ich meinen ersten Festivalsommer hinter mir wo es keine analogen mehr gab. Es waren nicht viele Festivals aber die die ich gemacht habe waren frei von analogem Material.
    Als Beispiel dass V Festival. Da hatten wir zwei VI6 am FOH und 2 PM5 D am Monitor. Fuer Gäste haben wir noch ein Optocore sowie ein BNC Multi und 64 Kanaele Analog mit reingelegt. Die Headliner haben in der Regel Pulte mitgebracht welche aber allesamt Digital waren. Da gab es von Pro 6 ueber M7CL und Digidesign eigentlich alles mal.

    Practice, Practice, Practice

  • rockline
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    • 5. September 2010 um 11:13
    • #122

    Hatte kürzlich eine namhafte Kapelle auf einem Festival, die brachten nicht nur ein File, sondern direkt das ganze Digitalpult eines beliebten Szeneherstellers mit. Und was soll ich nach anfänglich großer Erwartung sagen? Die Offenbarung war das keineswegs - Vorteil gegenüber den anderen Bands war soundmäßig gleich Null (trotz Cat5 Core). Einzig der gespeicherte InEar Mix bot Ansätze des Vorteils - das hätte aber auch ein bandeigenes 01V96 auf der Bühne geschafft. Die klangliche Dynamik der übrigen Bands auf dem Festival war deutlich besser (sofern die Combos talentiert waren und deren Mischer was konnten) - und das trotz eines ziemlich betagten Analogriesen.
    Was will ich damit sagen? Der Stick alleine bringt nur was für die persönliche Pultorganisation, Sound macht das noch lange nicht. Hier ist nach wie vor die Qualität vor den Mikros gefragt, und in großen Teilen auch das Dynamikverständnis des modernen Informatikers im Layerdschungel. Da nützt manchmal auch das bestgemeinte File nichts!

  • gert
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    • 5. September 2010 um 11:24
    • #123

    Das ist in der Tat richtig Stefan. Die Files auf meinen Sticks sind auch nicht alle fuer eine Band :D Bei meiner Rockband ist es so organisiert das in der Monitorecke 32 Kabel per Analogauflösung aufschlagen. Dann muss der örtliche nur 1-32 stecken und Der Monitorfile als auch der FOH file sind dann richtig gepatcht. Da wir unsere eigenen Bühnenkabel und Mikros haben muessen wir uns nicht um Festivalpatches kümmern. Daher sind meine Showfiles auch was EQ und Gain betrifft schon sehr dicht dran.

    Practice, Practice, Practice

  • rockline
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    • 5. September 2010 um 11:58
    • #124

    Genau so (Kanäle 1-32) hatte ich das ebenfalls jüngst auf einem Festival erlebt, wo der Monitormann der Band die Auflösung auf XLR abgab und seinen Job auf einer mitreisenden M7 Kleinversion abwickelte. Seinem Kollegen am analogen FoH reichte allerdings ein sehr straffer Linecheck, um bereits beim 1. Lied einen durchaus respektablen - wenn auch lauten - Sound zu machen.
    Im übrigen stelle ich nach wie vor einen ungeheuren Spaß der Soundleute fest, wenn selbigen nach monatelanger Arbeit an PM5, D1 oder VI6 wieder einmal funktionierendes Oldschoolmaterial vorfinden.
    Gert's Mappe mit den vielen Sticks zeigt indess wie umfangreich die Sammlung aufgrund der ständig steigenden Zahl an verschiedenen Pulten werden kann. Man darf gespannt sein wie unübersichtlich der Markt noch wird.

  • wora
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    • 5. September 2010 um 13:13
    • #125

    ich sage schon seit jahren, das analoge pulte auf festivals (ausser im monitor) die beste alternative sind.
    anscheinend gibt es auch einige festivals, wo das so gehandhabt wird.

    neulich hatte ich übrigens ein festival, wo man komplett mit iLive gearbeitet hat... und zwar, weil der hauptact eines haben wollte (dessen mischer zufällig ich war ;) ). es richtet sich also in der regel nach dem mainact, welches pult vor ort steht.
    auf ganz grossen festivals mit genügend budget kann das natürlich entspreched flexibler gehandhabt werden.
    wenn man auf festivals maximal kompatibel sein möchte, gibt es im moment aber nur eine logische konsequenz: analog.

    wenn man allerdings das maximum herausholen möchte, dann kann man das nur digital erreichen. die möglichkeiten in digitalpulten sind extrem umfangreich, da kann die analogtechnik mit kurzem soudcheck nicht mithalten.
    es ist aus meiner sicht so:

    - steht ein analogpult, bedeutet das = ich finde mich in sehr kurzer zeit zurecht, es geht schnell und ich bekomme ein gutes ergebnis
    - steht irgend ein digitalpult, bedeutet dies = ich brauche eine zeit, bis ich mich eingearbeitet habe. mehr als einen groben mix bekomme ich zunächst nicht hin und das pult entscheidet letztendlich, wie das endergebnis ausfällt.
    - will ich das bestmögliche ergebnis in extrem kurzer zeit = digitalpult mit entsprechendem file

    hier wurde übrigens immer wieder angesprochen, das es ein paar soundleute gibt, welche trotz eigenem pultfile - oder sogar eigenem pult - eine schlechtere performance ablieferten als die analogen pulte vor ort.
    dazu kann ich nur eines sagen: das darf man den digitalpulten nicht ernsthaft anlasten!
    für den umgang mit diesen ist immer noch der mensch verantwortlich, sowohl was die inputsignale angeht (musiker) als auch das zusammenmischen derer (techniker) ;)

    mit dem senden von pultfiles habe ich schlechte erfahrungen gemacht. das mach ich nicht mehr.
    statt dessen kann der beschaller vor ort von mir gerne eine patchliste bekommen, das file lade ich dann aber vor ort - von meinem eigenen stick.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • billbo
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    • 5. September 2010 um 13:30
    • #126

    Das mit den Parallelwelten ist zweifelsfrei richtig. Die treffen sich in Internetforen und bilden dort eine eigene Parallelwelt. Die darin diskutierten hehren Ansprüche und Ideale haben mit ‚auf’m Platz‘ dann oft nicht all zu viel zu tun.
    Das bestimmte Produkt war seiner Zeit zu weit voraus.
    Und nix gegen Concert Hall und White Room. Wenn ich da bereits dran rumschrauben kann, während mein Bandmischervorgänger noch sein Outro abspielt und Kopfhörer, I-Pod, persönliches Talkbackmikro und sonstige Habseligkeiten zusammensammelt, bin ich beim anschließenden Blitzlinecheck schon mal ganz weit vorne.

    gert: was ist denn auf dem kleinen goldenen unten links?
    Um nicht mißverstanden zu werden: mein eigenes mitgebrachtes ‚Headlinerpult‘ ist/ wäre heute selbstverständlich ebenfalls digital. Auf die eine oder andere damit verbundene Annehmlichkeit wollte ich heute nicht mehr verzichten; und wie ich das konfiguriere und dessen Bedienoberfläche gestalte (bzw. von Show zu Show so lange umgestalte, bis ich nichts mehr zu verbessern finde) ist ja ganz allein mein Bier.
    Sollte ich aber für die eine oder andere Show mal einen Vertreter buchen müssen (oder als Vertreter für jemand Anderes‘ ausgetüfteltes Setup gebucht werden) gehen die Probleme schon los.

    Komme gerade von ein paar Tagen Stadtfest, mit einem eindrucksvollen Bild vor Augen: Marktplatz, ‚Hauptbühne‘, der übliche Mini FOH seitlich zwischen Bierbuden, Flammkuchen und Pommes Rotweiß. Dort einträchtig versammelt diverse Digitalpulte diverser Hersteller diverser ‚Topacts‘. M7, SD8, I-Live, mancherlei sonderbares Lichtpult - und Controllergedöns. Was das Herz begehrt, welches Schweinderl hätten’s denn gerne? Selbstverständlich inclusive stattlicher Laptop – Leistungsschau.
    Das alles passte natürlich bei Weitem nicht mehr unter den vorgesehenen Zeltling, sondern quoll sozusagen an allen vier Seiten darunter hervor. Herrlicher Anblick; erinnerte irgendwie an Charlie Chaplins ‚Moderne Zeiten‘. Viel Diskussionbedarf, viele hoch konzentrierte Programmierer. Vor einigen Jahren tat’s an gleicher Stelle noch ein einsamer 800b; das klangliche Ergebnis war das gleiche.
    Auf meiner beschaulichen Nebenbühne gab’s dagegen einen 25 Jahre alten WR-S840. Und der Diskussionsbedarf mit dem Bandpersonal (sofern überhaupt vorhanden) der angereisten Coverkapellen hielt sich in erfreulichen Grenzen. „Wo sind denn hier die Mutegruppen?“ „Gibt keine.“ „Ach, echt?!“

    „Wie viele Dinge es doch gibt, die ich nicht brauche!“ (Sokrates, ca. 450 v. Chr.)

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • wora
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    • 5. September 2010 um 21:45
    • #127

    wenn man sich die argumente der letzten seiten mal so zusammensucht, dann kommt man zum ergebnis:
    - sowohl analog als auch digital haben ihre vorteile
    so what?

    hier geht es doch aber eigentlich um das thema "digitalpult-verwaltung"... :wink:

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • guma
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    • 5. September 2010 um 22:14
    • #128

    Eben... und dafür sind Sammlungen von Datenträgern der oben gezeigten Art äusserst hilfreich. :wink: Wenn ich so auf meinen Schreibtisch schaue, siehts darauf aus wie in Gerts Vesperbrotkästchen. :D

    @ billbo

    Warum sollte ich das von Dir beschriebene Zeitfenster für das Geschraube im Concert Hall verplempern anstatt in ein PCM81/91 u.s.w. eine PCMCIA Karte zu stecken und meinen Scheiß zu laden ?????

    Warum sollte ich mir an einem Digitalpult einen Wolf schrauben und dabei einem Analogpult nachtrauern anstatt dort genauso meinen Scheiß zu laden ???? Das bisschen Mühe, bis ich das ordentlich kann, ist mir das allemal wert.

    Tut mir leid. Kein Verständnis für Vororthysteriker mit panischer Angst vor Pultupdates oder mitgebrachten USBs und kein Verständnis für ewig gestrige, die sich weiter wehren, sich die Pulte draufzuschaffen.

    Den besagten Roland habe ich übrigens deshalb abgewählt, weil auf der zwischenzeiligen Gesprächsebene am Telefon klar wurde, dass mein zu erwartender "Vorortbetreuer" sicher keine wirkliche Hilfe für die Umsetzung meiner Wünsche an besagtem Pult geworden wäre. Keine gute Voraussetzung für ein Moped, von dem ich erst zwei Tage vorher wußte. ( wora hatte mit besagtem Verein auch schon ein wenig Erfahrungen sammeln können ). :wink:

  • gezz-abba
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    • 5. September 2010 um 22:17
    • #129
    Zitat von "billbo"

    Vor einigen Jahren tat’s an gleicher Stelle noch ein einsamer 800b; das klangliche Ergebnis war das gleiche.

    ... sehr schön, DANKE.
    Für alles was aus 2xgit, bass, Drums , einem dort geparkten sampler neben dem ventilator und einem bischen gejohle besteht ist das ding doch immer noch das beste. In den meisten fällen rechtfertigt in dieser liga die performance mancher acts ( EDIT: und techniker ) nicht annähernd den sinn digitaler reproduzierbarkeit.

    Aber zum thema: In diesem zusammenhang möchte ich einmal eine neulich wiedergefundene und vom ADMIN postulierte hypothese aus dem jahre 2002 zitieren . Es ging damals um das Innova:

    Zitat von "ADMIN"

    Jetzt stelle ich mal 'ne ketzerische Prognose: In fünf bis zehn Jahren sind die Pulte so weit, Standard-Aufgaben automatisch erledigen zu können.

    Beispiel: Der Drummer spielt los, das Pult analysiert die Kanäle, beschriftet schon mal, was Kick und was Snare ist, stellt den EQ schon mal so ein, dass das analysierte Spektrum dem voreingestellten Muster entspricht, setzt die Dynamics und deren Filter auf die entsprechenden Frequenzen. Nach zwei Minuten hat man 'ne Pulteinstellung, die schon mal nicht völlig verkehrt ist und beginnt dann, zu verfeinern.


    und nun?? Die zeit ist um....

    aus diesem fred: http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?f=25&t=2690&start=15

    gruss,
    arnt

  • guma
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    • 5. September 2010 um 22:32
    • #130

    Dass man auf einem 800B ordentlich mischen kann, steht ausser Frage. ( Mein zweites Pult 1982 war ein 800B :D ) aber:

    1. Ich möchte heute kein 800B mehr haben und ich möchte auch nicht mehr den Unsinn wieder zurechtschrauben, den mein Misch-Vorgänger darauf zusammengeschoben hat.

    2. Dies ist der Digitalpulteverwaltungsthread und nicht der Analogpulte-liebhabthread !

  • billbo
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    • 5. September 2010 um 23:37
    • #131
    Zitat

    Warum sollte ich das von Dir beschriebene Zeitfenster für das Geschraube im Concert Hall verplempern anstatt in ein PCM81/91 u.s.w. eine PCMCIA Karte zu stecken und meinen Scheiß zu laden ?????

    Weil der Technikhinsteller der Meinung war „ein 70er tut’s für die Kasper auch, der Headliner bringt eh sein eigenes Zeug an den Start“?

    Zitat

    Warum sollte ich mir an einem Digitalpult einen Wolf schrauben und dabei einem Analogpult nachtrauern anstatt dort genauso meinen Scheiß zu laden ???? Das bisschen Mühe, bis ich das ordentlich kann, ist mir das allemal wert.

    Weil der Softwarestand der Vorgruppenmühle nicht den Erwartungen Deines Speichermediums entspricht? Oder gleich ganz was anderes da steht als das, was Du dem Festvalguide noch am Abend vorher auf der Anreise im Nightliner entnommen hast? „Sorry guys, können wir auch nichts machen. Der Endorser hat ein anderes geliefert. Wollt Ihr trotzdem spielen?“

    Von panischer Angst ist nicht die Rede. Dafür von der Festivalrealität für die 3 Uhr Bands (den Ausdruck hab‘ ich seit ein paar Tagen im Festspeicher; danke Gert :D). Denn:

    Zitat

    Den besagten Roland habe ich übrigens deshalb abgewählt, ...

    wir scheinen sehr verschiedene Bands auf sehr verschiedenen Veranstaltungen zu mischen. Wenn abends Aerosmith oder Maiden spielen, und Du mit Deiner Band als eine von zehn irgendwann im Laufe des Tages davor, dann wählst Du gar nichts. Sofern Du nicht alles selbst mitbringst (und in Eigenregie auf – und wieder abbaust, versteht sich) hast Du 50 Minuten Zeit mit dem klar zu kommen, was da ist. Selbstredend inclusive Spielzeit der Band. Für Deine Files und Deine Sorgen interessiert sich kein Mensch; die einzig maßgebliche Größe ist die Uhrzeit, zu der Du mit Deinem Geraffel wieder von der Bühne verschwunden zu sein hast.
    Wenn Du Glück hast ist der FOH – Betreuer ein Netter, der Deine Sprache spricht (oder wenigstens ein wenig Englisch) und Dir wohlwollend unterstützend zur Seite steht. Wenn Du Pech hast gefällt ihm Deine Nase nicht, und er dreht sich rum und geht erst mal ins Catering. Kannst Du Dich ja beim Stagemanager oder beim Veranstalter beschweren; wenn Du zurück bist hat Deine Band noch 15 Minuten. Oder schon wieder abgebaut.

    Insgesamt also allerbeste Voraussetzungen, um die Möglichkeiten der Verwaltung eines nagelneuen, vollkommen unbekannten Top – Digitalpultes mal so richtig grundlegend auszuloten.

    DAS ist Festivalrealität. :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • wora
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    • 6. September 2010 um 00:15
    • #132
    Zitat von "gezz-abba"

    ... sehr schön, DANKE.
    Für alles was aus 2xgit, bass, Drums , einem dort geparkten sampler neben dem ventilator und einem bischen gejohle besteht ist das ding doch immer noch das beste. In den meisten fällen rechtfertigt in dieser liga die performance mancher acts ( EDIT: und techniker ) nicht annähernd den sinn digitaler reproduzierbarkeit.

    nochmal:
    man darf schlechte musiker sowie mangelnde kompetenz oder fehlende kreativität einiger techniker nicht generell auf die digitaltechnik produzieren.
    das ist unfair, denn diese herren werden auch aus einem analogen pult nicht mehr herauskitzeln...
    man müsste dann also genau so sagen, das man analogpulte nicht braucht, weil die klanglichen ergebnisse nicht gut sind.
    also lassen wir diese spezielle klientel doch bitte einfach mal aus dem spiel.
    dann stell ihnen halt einen 800er hin - und fertig ist das thema.

    (das gefühl der gerasterten potis am 800er hab ich übrigens heut noch in den fingern... ;) )


    Zitat von "gezz-abba"

    Aber zum thema: In diesem zusammenhang möchte ich einmal eine neulich wiedergefundene und vom ADMIN postulierte hypothese aus dem jahre 2002 zitieren . Es ging damals um das Innova:


    und nun?? Die zeit ist um....


    es gibt so manche prophezeihung, die nicht eingetroffen ist. vor 30 jahren dachte man auch, das es bald roboter geben wird, die unsere häuser fertigstellen... aber die sind zum glück auch noch nicht in sicht.
    zurück zu unserem job:
    mischen ist GESCHMACKSSACHE
    das kann kein computer nachvollziehen, zumindest auf absehbare zeit noch nicht.
    also habt keine angst: es wird weiterhin die kollegen geben, die 10min soundcheck für ne bassdrum brauchen... ;)


    zum thema:
    ich habe für mein lieblingspult mittlerweile für (fast) alle meine bands ein pultfile.
    zum teil hab ich auch files für andere pultsysteme.
    in den files ist ein kompletter pultzustand gespeichert, also auch die monitorverhältnisse. interessanterweise passt das bei vielen bühnen bis auf kleinere veränderungen ("ich brauch das keyboard heute bitte etwas lauter") eigentlich recht gut, das heisst die meisten pegelverhältnisse müssen überhaupt nicht verändert werden.
    dann sind da natürlich noch ein paar spezielle dinge wie z.b. ein passender de-esser für eine kritische stimme oder natürlich alle input-gains sowie das interne signalrouting (z.b. DCA´s, mutgruppen und subgruppen) abgespeichert.
    und natürlich auch die zur band passenden effekte (ich brauch ja nicht immer das volle arsenal ;) )

    meine idealvorstellung sieht so aus:
    ich komme zum gig, schiebe mein pultfile rein - und bin fertig mit meinen vorbereitungen.
    das ist eine sache von ein bis zwei minuten!
    danach kann ich mich sofort um pegelanpassungen an die vorhandere anlage und um klangliche dinge kümmern.
    wenn ich mein eigenes pult dabei habe, dann kann ich die monitore mittlerweile sogar per iPhone voreinstellen.
    DAS nenne ich übrigens "fortschritt", die fernbedienbarkeit zur arbeitserleichterung!

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • wora
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    • 6. September 2010 um 00:25
    • #133
    Zitat von "billbo"

    ...
    DAS ist Festivalrealität. :D
    ...


    sicher, deine beobachtungen sind mal wieder erste sahne.
    da die analogen pulte aber mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit auch auf festivals irgend wann mal ausgestorben sein werden (auuser vielleicht dort wo iron maiden spielt...), darf man sich doch auch mal um solche fragen wie die dem thread zugrunde liegenden kümmern... odda?

    ich meine, wir diskutieren hier über kommende möglichkeiten, nicht über gegenwärtige oder gar vergangene.
    was die gegenwart der von dir beschriebenen situationen betrifft, gebe ich dir aber 100%ig recht

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • billbo
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    • 6. September 2010 um 01:07
    • #134
    Zitat

    ... odda?

    Klaro. Seh ich ja im Prinzip genau so. Muss aber dabei konstatieren, dass das, anders als erwartet bzw. postuliert, in der Praxis bisher nicht im Entferntesten zufriedenstellend funktioniert. Außer mal zufällig.

    Eigentlich funktioniert es sogar noch schlechter als ICH das erwartet habe. :roll:

    Und deshalb gibt’s schon jetzt am FOH/ Monitor Digitalpultburgen, wie’s früher auf einer Bühnenseite Keyboardburgen gab. Selbst auf 'nem 08/15 - Pillepalle - Stadtfest.
    Ich nehme mir die Freiheit, diese Entwicklung zu belächeln. Drüber ärgern muss ich mich in der Praxis nämlich genug. :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

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  • rockline
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    • 6. September 2010 um 09:18
    • #135

    Und da sind wir wieder da, wovon ich schon vor 7 oder 8 Seiten geschrieben habe: ein Standardsetup auf einem x-beliebigen Digitalpult reicht für die meisten Klopfer, Bass, Gitarren, Keyboard und ein paar Sänger Bands vollkommen aus.
    Digitalen Monitormix bringen inzwischen etliche Bands selber mit, vorne einen ordentlichen (nur etwa 5% der Besucher interessieren sich für Details im Mix) Ton zu schrauben ist bei einer guten Band sogar mit einem 01V96 möglich.
    Wir haben schon alles mögliche gesehen und gehört - im Grunde ist es doch eigentlich immer das gleiche. Und ganz ehrlich: das musikalische Talent der meisten Digitalpultinformatiker lässt zunehmend zu wünschen übrig.

  • tufkaklto
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    • 6. September 2010 um 09:29
    • #136

    Aus allem, was ich da rauslese, geht es in Wahrheit nicht um die Pulte selbst, sondern wie der Tread so schön sagt, um die VERWALTUNG dessen.

    Das heißt, es hängt einfach viel am Pultbetreuer und auch an der Kommunikation vorher.

    Ich sag mal so, von besseren Acts würde ich erwarten, das diese Files für die gängigen Pulte haben.

    Wenn die damit kommen, dann wird der File reingeladen und gut.
    Im Idealfall gibt es vorher schon kurzen Mailkontakt und das File wird geschickt und ich kann nötigenfalls Outputs anpassen ( kommt am FOH gerne vor, weil man ja zB. oftmals über Matrix rausgeht und nicht nur stumpf L/R )
    Monitorwege kann ich auch anpassen, das die Festivalwege mit den Wegen des Acts übereinstimmen.

    Damit kann der Techniker kommen, man lädt ihm dann sein File rein, und gut ist es.

    Und wenn die Leute freundlich sind, dann helfe ich gerne und freu mich, wenn alle Spaß haben, wenn jedoch der Techniker kommt und mich gleich mal anfuckt, dann gibt es ein freundliches Grinsen, Dienst nach Vorschrift: ( Hier ist das Pult, >Du kennst Dich eh aus ) und der anschließende Weg ins Catering oder mal eine kurze Pause neben der Bühne.
    Lass ich dann auch so gerne freundlich gegen die Wand laufen.

    Also von daher denke ich, das die Probleme der Verwaltung mit etwas guten Willen alle eigentlich einfach lösbar werden , wenn man will und sich gegenseitig höflich behandelt.
    In Wahrheit dürfte es kein Problem darstellen.
    Das müßte aber auch dazu führen, das die Companies die versprochen Pulte hinstellen und auch Betreuer, die diese Pulte wirklich kennen.
    Alles Andere wäre fahrlässig.
    Das dies in der Praxis leider nicht immer so ist, wissen wir auch.

    Das sind aber dann keine Pultprobleme, sondern vom Menschen geschaffene Probleme.

    Und von daher kann man auch nicht darauf schließen, das es ein altes 800B auch tut, nur weil es Kollegen gibt, die nicht mit der Zeit gehen ( dann gehen eben diese mit der Zeit )

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    • 6. September 2010 um 09:31
    • #137

    EDIT: Klaus und ich waren jetzt wohl gleichzeitig. Ich nehme natürlich Bezug auf den Threadverlauf vor Klausens Beitrag :wink:

    ...allerdings können die Pulte dafür nix, sondern es ist wie meistens eine Form menschlichen Versagens. Ich setze mich ( meistens, nicht immer ) durch. Das ist oft mühsam und nicht jedermanns Sache. Man will ja nicht anecken oder ist schon resigniert. Ich kann bei der Vorabklärung bestimmter Umstände sehr penetrant sein. Ausserdem bin ich flexibel, da ich inzwischen etliche Pulte bedienen kann. Die kleinen und großen Katastrophen, die ich bisher erlebt habe, waren mehrheitlich der Gestalt, dass sich die Betreiber an ihren Pulten oder Netzwerken nicht wirklich gut auskannten. Das kommt leider in jeder Riege vor, auch im Umfeld von öffentlich rechtlichen Anstalten oder Ausbildungsstätten für Veranstaltungstechniker und sind dann nicht primär sondern erst sekundär ein Problem des zu knappen Zeitfensters.

    Das "Drei-Uhr-Band-Problem", das ich mit den jungen, mit denen ich unterwegs bin, auch kenne, ist eben auch ein Problem von Menschenführung. Deppen gibts ja bekanntlich überall, allerdings lerne ich auch da immer wieder was dazu, wann man bei wem das richtige Argument auspacken kann. :D:D
    Aber bitte: Ich sehe das eben nicht so: "Die Welt ist schlecht und ich bin ein Held, weil ich in ihr zurecht komme" sondern eher so: " die Welt ist manchmal ein bisschen schlecht, in diesem Augenblick muß ich noch ein bisschen schlechter sein" 8)

  • tufkaklto
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    • 6. September 2010 um 09:32
    • #138

    rockline:

    Es ist aber auch mal schön, wenn eine Band mit eigenem Digitalpult kommt, wo man sich Gedanken über Effekte usw gemacht hat.

    Und das kann auch für uns Techniker durchaus dann ein netter Abend werden.
    Es gibt nicht nur die Informatiker an den Pulten.
    Und das ist gut so.
    Ich erlebe das durchaus schon mal ( leider nicht oft genug )

    Und das Publikum merkt es schon auch.

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  • guma
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    • 6. September 2010 um 09:56
    • #139

    Hm, ich denke immer mehr, ich müßte mal bei rocklines zu Hause einen Gig mischen. 8) Digitalpultinformatiker bin ich sicherlich keiner ( bin definitiv nur interessierter Anwender und habe von Informatik keine Ahnung, dafür aber von Musich ), ich habe eher das Gefühl, dass es sich hier um eine Ansammlung von unguten Erlebnissen mit inkompetenten Bandmischern ( die gibts natürlich auch zu Hauf :D ) gepaart mit der selbstgefälligen Erkenntnis, auf "meinen" Veranstaltungen überhaupt auf Fremdmischer verzichten zu können, handelt, die mit Digitalpultverwaltung erst mal überhaupt nichts zu tun hat und genauer betrachtet sich schon zu Analogzeiten eingeschlichen hat.

  • wora
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    • 6. September 2010 um 10:03
    • #140
    Zitat von "billbo"

    ...
    Und deshalb gibt’s schon jetzt am FOH/ Monitor Digitalpultburgen, wie’s früher auf einer Bühnenseite Keyboardburgen gab. Selbst auf 'nem 08/15 - Pillepalle - Stadtfest.
    Ich nehme mir die Freiheit, diese Entwicklung zu belächeln. Drüber ärgern muss ich mich in der Praxis nämlich genug. :D

    auch da bin ich ganz deiner meinung!
    nur: es wird in absehbarer zeit wohl leider nicht anders gehen.
    denn wie ich schon 2002 geschrieben habe: so lange es da keinen einheitlichen standard gibt (also EINE show für alle pulte), werden wir uns mit solchen sachen abfinden müssen. erst durch eine vereinheitlichung der pulte werden wir kleinere FOHs bauen können, als zu analogzeiten ;)

    in einem punkt hat sich seit einführung der digitalpulte allerdings scho netwas geändert: es gibt heute schon deutlich mehr festivals, wo bereits morgens oder mittags ein soundcheck gemacht wird, der dann abends einfach recallt wird. das war 2002 noch nicht so verbreitet ;)
    andererseits gibt es mittlerweile auch oft die weinerliche musikerstimme: "warum sollen wir denn schon morgens um 10 da sein, wenn wir erst abends um 8 spielen sollen???"
    dazu gibt es dann nur eine logische antwort: "weil´s digital ist" :D

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

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