... Trotzdem ist es schon traurig, wenn eine Company ihr Licht aushaucht, das vielleicht jahrelang wie das olympische Feuer aufrecht zu erhalten versucht wurde.
Schönes Bild. Die Kunst ist es wahrscheinlich, rechtzeitig zu erkennen, wann man die Fackel besser weiterreichen sollte. Oder jemanden zu finden, der sie einem hinterherträgt.
Auch mit dem (Musikalien-) Händler hast Du Recht. Den hat’s noch schwerer getroffen; allerdings ist das Geschäftsmodel „etwas kaufen und teurer wieder verkaufen“ auch mittels Internet ziemlich einfach auszuhebeln.
Wir dagegen verkaufen eine Dienstleistung, und dazu bringen wir eben unter anderem auch unser Werkzeug mit. Da ist es immerhin einfacher möglich, durch persönliche Leistung zu überzeugen. Wenn der Kunde den Eindruck erhält, dass die stimmt (erstens: Preis okay, zweitens: kein Ärger), kommt er auch wieder.
In einem anderen Punkt liegst Du, glaube ich, falsch. Selbstbau war früher mal, aber aus anderen Gründen: Außer ein bisschen Echolette und Dynacord gab’s einfach nix. Und in den überladenen Ford – Transit – Bus, mit dem findige Musicshopbesitzer einmal monatlich aus England MM – Mischpulte, WEM Copicats und Celestionlautsprecher nach Deutschland karrten (zum fairen Aufpreis von, sagen wir mal, 300 Prozent), passten nicht auch noch große schwarze Kisten.
Heute hingegen dürfte es auch der enthusiastischste Bastler schwer haben, gegen CNC – gesteuerte Fräsautomaten auf Dauer zu bestehen. Das geht weder über den Preis, noch über Qualität.
Der „moderne Anspruch an die professionelle Technik“ wiederum relativiert sich anhand von Vorverkaufszahlen oft erstaunlich schnell.