Beiträge von ADMIN

    1.) Eichung: Als rechnergestütztes System hat das LEVELMAX-1 keine Bauartzulassung der PTB und wird somit nicht zur Eichung angenommen.


    Für die bestimmungsgemäße Verwendung (Publikumsschutz im Rahmen der freiwilligen Selbstüberwachung) ist das kein Problem. Für den Immissionsschutz schon.


    2.) "gerichtsverwertbare Messungen"... Im Bereich des Immissionsschutz heißt das "Messung durch zugelassene Messstelle nach § 26 ImSchG" (und damit Tagessätze, für die man etwa fünf LEVELMAX-1-Systeme kaufen kann...)


    Im Bereich Publikumsschutz (also DIN 15905-5) heißt das immer noch "normgerechte Messung", also Kalibrierung vor und nach der Messung, auch Messung des Spitzenpegels, normgerechte Protokollierung. Für den LEVELMAX-1 heißt das also "externer Kalibrator, Protokoll mit der Textverarbeitung, C-bewertet geht gar nicht".


    3.) "Im 2 km entfernten Dorf"... Soll da gemessen werden? Dann passt schon der Pegelbereich des LEVELMAX-1 nicht. (Auch mit einem dBmess 2009 hätte man da keine Freude...)


    Zudem: Normgerechte Messungen für den Immissionsschutz beinhalten auch den Impulszuschlag. Das können Systeme für DIN 15905-5 üblicherweise auch nicht.


    4.) Und nicht zuletzt: Die Durchführung brauchbarer Messungen erfordert nicht nur das geeignete Messgerät, sondern vor allem Know-How. Ich empfehle z.B.


    https://www.event-akademie.de/…hallpegelmessung-ta-laerm


    Andere Einrichtungen (deaplus.org u.a.) bieten Ähnliches an.




    Insgesamt: Für den vorgesehenen Zweck ist das LEVELMAX-1 ein recht brauchbares System zu einem sehr attraktiven Preis. Aber halt nur für den vorgesehenen Zweck.

    Gegen audiophile inkompetenz ist der beste Limiter machtlos.

    Gleichstrom kriegen die auch nicht weg.

    Das sehe ich anders.


    Man bekommt möglicherweise auch an einer Idiotenbremse vorbei eine Box geschossen, muss aber wissen, wie es geht (Gain am Mischpult hoch, Master-Regler so weit runter, dass die Idiotenbremse nicht greift). Aber da braucht man schon eine gewissen Kompetenz, um das hin zu bekommen. Der "gewöhnliche Idiot" fährt nicht diese Kombination.


    Zudem: Ein Gleichstromanteil kann nur im Endverstärker entstehen, wenn dieser nicht clippt, kann es auch keinen Gleichstromanteil geben.

    Die Hersteller stehen da vor einem gewissen Dilemma: Die Limiter-Einstellungen sollten den Lautsprecher schützen, auf der anderen Seite möchte man einen möglichst hohen Pegel ins Datenblatt schreiben (davon hängen dann ja auch wieder die Kaufentscheidungen der Anwender ab...).

    Demnach muss man sich an die Empfehlung auch nicht halten, oder wie ist der Umkehrschluss?

    Je nach dem, wer "man" ist.

    • Als technischer Dienstleister: Macht man einfach das, was der Auftraggeber beauftragt.
    • Als baurechtlicher Betreiber bzw. deren leitender Angestellter: Nimmt man das Thema lieber ernst.
    • Als Veranstalter: Kommt darauf an
      • Macht man genug Umsatz, um mit einer paar Klagen wirtschaftlich fertig zu werden?
      • Ist man ohnehin kurz davor, seine GmbH oder UG in die Insolvenz zu schicken
      • ...

    Und was sagt das Gesetz dazu?

    Es gibt da kein (spezielles) Gesetz. Es gibt eine technische Regel (aka "DIN-Norm"), die bemisst die Verkehrssicherungspflicht des Veranstalters,


    Ich nehme mal auch an, dass bei einem Festival mit 80.000 Pax ein paar mal Schmerzensgeld bereits in der Kalkulation mit drin ist und es unter dem Strich die wirtschaftlichere Lösung ist.


    Am Rande: "Augen flimmern" würde ich jetzt frequenzmäßig eher Bereichen zuordnen, in denen die A-Bewertungskurve schon schon mehr als 20 dB dämpft. Gerade dann, wenn man eine gleichmäßige Bass-Beschallung hin bekommt, kann man da schon relativ brachiale Pegel fahren, ohne mit einem der beiden Richtwerte in Kontakt zu kommen.

    nimmt das überhaupt jemand ernst?

    Ja, manche nehmen das ernst. Andere überhaupt nicht.


    Immissionsschutz wird ernster genommen - klagende Nachbarn scheint es mehr zu geben als klagende Besucher (auch wenn es inzwischen Geschädigte zu geben scheint, die gleich mehrere Veranstalter verklagen - zumindest von einem Fall im Raum Stuttgart ist mir berichtet worden).


    Besucherschutz hängt auch davon ab, ob Veranstalter oder Betreiber. Veranstalter ist oft eine unterkapitalisierte GmbH (oder gleich eine UG), die man im Zweifelsfall in die Insolvenz schicken kann. Betreiber ist nicht selten eine kommunale Einrichtung, mit einem Technischen Leiter, der im Zweifelsfall alles richtig gemacht haben möchte.


    Ok, bei so manchem Festival im Sommer ist der Veranstalter dann auch der baurechtliche Betreiber...

    3 Aggregate, die jeweils einzeln in der Lage waren den kompletten TV-Compound zu versorgen, alles mit dem Netzstrom syncronisiert. 2 Aggregate liefen immer gleichzeitig, der Netzstrom dazu. Sollte eine der Komponenten wäre das 3. Aggregat automatisch hochgestartet. Und die Anforderung des (ÖR) Host-Broadcaster war auch so ausgelegt, dass Reserven nicht mehr eingeplant werden mussten. Im Gegenteil nach der ersten Anforderung (jeweils 800 kVA) haben wir auf 400 kVA runtergehandelt (Veranstalter war für die Stromversorgung verantwortlich). Höchste abgenommene Leistung war dann ca. 250 kVA.

    Da kommen gerade Erinnerungen hoch.... Boxkampf Rocky gegen Tiger, irgendwann im letzten Jahrhundert, ich irgendwo bei der Pyro beschäftigt.


    Für die Laser-Show 2 Aggregate, jedes mit ausreichender Leistung um alles alleine zu versorgen, aus Gründen der Redundanz aber 2 und mit einer Synchronisierungsschaltung. Und wie es kommen musste: Als es ernst wurde, geriert die Synchroniserung aus dem Takt, die Aggis arbeiteten eher gegen- als miteinander, Spannung sinkt, Laser aus.


    Hätte man geahnt, woran es liegt, hätte man einfach ein Aggi abschalten können. Aber bis man den Fehler lokalisiert hatte, boxten die schon.

    Die DIN15905-5 fordert ja eine Kalibrierung vor und nach der Messung.

    Jein, die Formulierung ist "kalibrierte Messgerätekette", was in der Praxis meist auf "Kalibrierung vor und nach der Messung" hinausläuft.


    Bei Dauerinstallationen (z.B. in der Disco) muss dann aber nicht täglich kalibriert werden, sondern man kann der Zeitraum ein wenig ausdehnen und z.B. nur alls 2 Wochen kalibrieren.

    Auf der Prolight + Sound 2018 in Frankfurt wird es wieder einen Forenstammtisch geben, und zwar

    • Dienstag, 10. April 2018, 17:00 - 18:00 Uhr
    • Mittwoch, 11. April 2018, 17:00 - 18:00 Uhr


    Jeweils am Stand von AudioZenit, Halle 3.1 A20

    AudioZenit hat mir kurzfristig angeboten, dass wir die letzte Stunde des Messetages den Stand (Halle 3.1 Stand A20) für einen Forenstammtisch nutzen können.


    Ich würde jetzt vorab gerne abfragen, wer an welchem Tag denn zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit vorbei schauen würde. Mehrfachnennungen sind möglich.

    Zitat

    Für Schäden die nachweislich der Dienstleister zu vertreten hat, haftet der Dienstleister im Rahmen der von ihm abgeschlossenen Betriebshaftpflichtversicherung.

    Halte ich für eine extrem kulante Formulierung: Dort, wo durch die Betriebshaftpflicht keine Deckung besteht, ist der Dienstleister auch aus der Haftung raus.


    Und ob der Begriff "nachweislich" noch viel Raum für Beweiserleichterungen (vulgo "Beweislastumkehr") lässt, halte ich auch für fraglich.

    Klanglich würde ich mir da überhaupt keine Sorgen machen bei dem Einsatzzweck. Das ist ja nicht Theaterbeschallung, wo man das letzte Quentchen Rauscharmut braucht.


    Die Bedienung mit dem Tablet ist manchmal ein wenig eine Herausforderung. Insbesondere bei direkter Sonneneinstrahlung...

    PS: es gibt da vom Monacor einen Levelmaxx1, der mir hi und da schon mal begegnet ist. Kostet wenig, kann viel und ist eine feine Ampel und sehr aussagekräftig und hilfreich!

    Ich will das LEVELMAX-1 jetzt sicher nicht schlechtreden (schließlich liefere ich da die Software zu...).


    ABER: Das ist ein System für die freiwillige Selbstüberwachung und wird insbesondere für das Projekt DJ-Führerschein verwendet. Das misst zwar in Anlehnung an DIN 15905-5, macht aber keine normgerechten Messungen (kein LCpeak, kein Kalibrator dabei) und es kommt kein normgerechtes Messprotokoll heraus.


    Wenn es um Rechtssicherheit geht, wird es leider etwas anspruchsvoller und damit halt auch teurer. Insbesondere

    • Messung von LCpeak
    • Kalibrierung vor und nach der Messung (mit einem richtigen Luftschallkalibrator)
    • Geschulter Messtechniker (Seminar "Sachkundiger für Schallpegelmessungen" oder Schulung des Herstellers)


    Auf der anderen Seite ist dann das aber auch wieder etwas, was man dem Kunden in Rechnung stellen kann...