Beiträge von ADMIN

    Demnach muss man sich an die Empfehlung auch nicht halten, oder wie ist der Umkehrschluss?

    Je nach dem, wer "man" ist.

    • Als technischer Dienstleister: Macht man einfach das, was der Auftraggeber beauftragt.
    • Als baurechtlicher Betreiber bzw. deren leitender Angestellter: Nimmt man das Thema lieber ernst.
    • Als Veranstalter: Kommt darauf an
      • Macht man genug Umsatz, um mit einer paar Klagen wirtschaftlich fertig zu werden?
      • Ist man ohnehin kurz davor, seine GmbH oder UG in die Insolvenz zu schicken
      • ...

    Und was sagt das Gesetz dazu?

    Es gibt da kein (spezielles) Gesetz. Es gibt eine technische Regel (aka "DIN-Norm"), die bemisst die Verkehrssicherungspflicht des Veranstalters,


    Ich nehme mal auch an, dass bei einem Festival mit 80.000 Pax ein paar mal Schmerzensgeld bereits in der Kalkulation mit drin ist und es unter dem Strich die wirtschaftlichere Lösung ist.


    Am Rande: "Augen flimmern" würde ich jetzt frequenzmäßig eher Bereichen zuordnen, in denen die A-Bewertungskurve schon schon mehr als 20 dB dämpft. Gerade dann, wenn man eine gleichmäßige Bass-Beschallung hin bekommt, kann man da schon relativ brachiale Pegel fahren, ohne mit einem der beiden Richtwerte in Kontakt zu kommen.

    nimmt das überhaupt jemand ernst?

    Ja, manche nehmen das ernst. Andere überhaupt nicht.


    Immissionsschutz wird ernster genommen - klagende Nachbarn scheint es mehr zu geben als klagende Besucher (auch wenn es inzwischen Geschädigte zu geben scheint, die gleich mehrere Veranstalter verklagen - zumindest von einem Fall im Raum Stuttgart ist mir berichtet worden).


    Besucherschutz hängt auch davon ab, ob Veranstalter oder Betreiber. Veranstalter ist oft eine unterkapitalisierte GmbH (oder gleich eine UG), die man im Zweifelsfall in die Insolvenz schicken kann. Betreiber ist nicht selten eine kommunale Einrichtung, mit einem Technischen Leiter, der im Zweifelsfall alles richtig gemacht haben möchte.


    Ok, bei so manchem Festival im Sommer ist der Veranstalter dann auch der baurechtliche Betreiber...

    3 Aggregate, die jeweils einzeln in der Lage waren den kompletten TV-Compound zu versorgen, alles mit dem Netzstrom syncronisiert. 2 Aggregate liefen immer gleichzeitig, der Netzstrom dazu. Sollte eine der Komponenten wäre das 3. Aggregat automatisch hochgestartet. Und die Anforderung des (ÖR) Host-Broadcaster war auch so ausgelegt, dass Reserven nicht mehr eingeplant werden mussten. Im Gegenteil nach der ersten Anforderung (jeweils 800 kVA) haben wir auf 400 kVA runtergehandelt (Veranstalter war für die Stromversorgung verantwortlich). Höchste abgenommene Leistung war dann ca. 250 kVA.

    Da kommen gerade Erinnerungen hoch.... Boxkampf Rocky gegen Tiger, irgendwann im letzten Jahrhundert, ich irgendwo bei der Pyro beschäftigt.


    Für die Laser-Show 2 Aggregate, jedes mit ausreichender Leistung um alles alleine zu versorgen, aus Gründen der Redundanz aber 2 und mit einer Synchronisierungsschaltung. Und wie es kommen musste: Als es ernst wurde, geriert die Synchroniserung aus dem Takt, die Aggis arbeiteten eher gegen- als miteinander, Spannung sinkt, Laser aus.


    Hätte man geahnt, woran es liegt, hätte man einfach ein Aggi abschalten können. Aber bis man den Fehler lokalisiert hatte, boxten die schon.

    Die DIN15905-5 fordert ja eine Kalibrierung vor und nach der Messung.

    Jein, die Formulierung ist "kalibrierte Messgerätekette", was in der Praxis meist auf "Kalibrierung vor und nach der Messung" hinausläuft.


    Bei Dauerinstallationen (z.B. in der Disco) muss dann aber nicht täglich kalibriert werden, sondern man kann der Zeitraum ein wenig ausdehnen und z.B. nur alls 2 Wochen kalibrieren.

    Auf der Prolight + Sound 2018 in Frankfurt wird es wieder einen Forenstammtisch geben, und zwar

    • Dienstag, 10. April 2018, 17:00 - 18:00 Uhr
    • Mittwoch, 11. April 2018, 17:00 - 18:00 Uhr


    Jeweils am Stand von AudioZenit, Halle 3.1 A20

    AudioZenit hat mir kurzfristig angeboten, dass wir die letzte Stunde des Messetages den Stand (Halle 3.1 Stand A20) für einen Forenstammtisch nutzen können.


    Ich würde jetzt vorab gerne abfragen, wer an welchem Tag denn zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit vorbei schauen würde. Mehrfachnennungen sind möglich.

    Zitat

    Für Schäden die nachweislich der Dienstleister zu vertreten hat, haftet der Dienstleister im Rahmen der von ihm abgeschlossenen Betriebshaftpflichtversicherung.

    Halte ich für eine extrem kulante Formulierung: Dort, wo durch die Betriebshaftpflicht keine Deckung besteht, ist der Dienstleister auch aus der Haftung raus.


    Und ob der Begriff "nachweislich" noch viel Raum für Beweiserleichterungen (vulgo "Beweislastumkehr") lässt, halte ich auch für fraglich.

    Klanglich würde ich mir da überhaupt keine Sorgen machen bei dem Einsatzzweck. Das ist ja nicht Theaterbeschallung, wo man das letzte Quentchen Rauscharmut braucht.


    Die Bedienung mit dem Tablet ist manchmal ein wenig eine Herausforderung. Insbesondere bei direkter Sonneneinstrahlung...

    PS: es gibt da vom Monacor einen Levelmaxx1, der mir hi und da schon mal begegnet ist. Kostet wenig, kann viel und ist eine feine Ampel und sehr aussagekräftig und hilfreich!

    Ich will das LEVELMAX-1 jetzt sicher nicht schlechtreden (schließlich liefere ich da die Software zu...).


    ABER: Das ist ein System für die freiwillige Selbstüberwachung und wird insbesondere für das Projekt DJ-Führerschein verwendet. Das misst zwar in Anlehnung an DIN 15905-5, macht aber keine normgerechten Messungen (kein LCpeak, kein Kalibrator dabei) und es kommt kein normgerechtes Messprotokoll heraus.


    Wenn es um Rechtssicherheit geht, wird es leider etwas anspruchsvoller und damit halt auch teurer. Insbesondere

    • Messung von LCpeak
    • Kalibrierung vor und nach der Messung (mit einem richtigen Luftschallkalibrator)
    • Geschulter Messtechniker (Seminar "Sachkundiger für Schallpegelmessungen" oder Schulung des Herstellers)


    Auf der anderen Seite ist dann das aber auch wieder etwas, was man dem Kunden in Rechnung stellen kann...

    ich nehme an, das einzig wirklich Sinnige ist so etwas im Vorfeld per Vertragsklausel zu regeln, z.B. "bei Überschreiten des Durchschnittwertes um 10 Minuten wird die Geldstrafe xyz fällig" ... dazu natürlich eine ordentliche LEQ Messung und kein Conrad Messgerät irgendwo am FOH.


    Alles andere ist doch wieder nur Grauzone und im Fall des Falles weder rechtlich durchsetzbar noch dokumentiert.

    In einem Urteil vom OLG Koblenz (http://din15905.de/rechtslage.html#a1398) wurden Veranstalter und baurechtlicher Betreiber gesamtschuldnerisch verurteilt. Die angesprochene Klausel hilf da im sogenannten Innenverhältnis, der Betreiber kann sich also vom Veranstalter das Geld wieder holen.


    ABER: Sobald der Veranstalter (was ja oft eine ohnehin unterkapitalisierte GmbH ist) in die Insolvenz geht, ist der Betreiber der Einzige, bei dem der Geschädigte noch etwas holen kann. Ich als Betreiber würde da eine technische einer vertraglichen Lösung vorziehen...


    Am Rande: Warum das Messmikrofon nicht an den FOH gehört, aber ich vor ein paar Tagen auch mal aufgeschrieben: http://din15905.de/faq.html#a1428

    Ich haben eben die Seite din15905.de überarbeitet:

    • Alle Links wurden geprüft und aktualisiert, bei den Urteilen gibt es nun fast überall Links zu den Texten
    • Die Inhalte der Folien des Vortrag von der Tonmeistertagung 2008 ("Mischen bei 99 dB") wurden nun ergänzt
    • Das Design wurde überarbeitet und Smartphone-freundlicher gemacht.


    Rückmeldung (selbst über Rechtschreibfehler) gerne hier.

    Die Forensoftware selbst kennt keinen Weg, um PMs zu lesen.


    Natürlich sind das alles Datenbankeinträge, mit den entsprechenden SQL-Tools käme man da ran. Bislang hat sich die Notwendigkeit nicht gestellt. Kommen hier begründete Verdachtsfälle (z.B. dass User dieses Forum hier nutzen, um Kinderpornos zu tauschen oder so), so werde ich über die Frage der Notwendigkeit noch mal neu nachdenken.

    Im Zweifelsfall schaut man in die Norm und in den Kommentar dazu.


    Zitat

    Norm: Die elektroakustische Beschallungsanlage ist so zu begrenzen, dass am maßgeblichen Immissionsort ein C-bewerteter Spitzenschalldruckpegel von 135 dB nicht überschritten werden kann.



    Zitat

    Kommentar dazu: Im Gegensatz zu einer Überschreitung des Beurteilungspegels zeichnet sich eine Überschreitung des C-bewerteten Spitzenschalldruckpegels vorher nicht ab. Dem Bedienpersonal bleibt also keine Möglichkeit der Reaktion. Von daher sollte der C-bewertete Spitzenschalldruckpegel technisch begrenzt werden, beispielsweise mit einer entsprechend leistungsschwachen Beschallungsanlage oder durch einen Limiter. Dass der C-bewertete Spitzenschalldruckpegel unter 135 dB liegt, braucht beim Einsatz einer solchen technischen Begrenzung auch nicht mehr durch Messung nachgewiesen werden.

    Professionell produzierte Musik von CD ist üblicherweise stark komprimiert, der Spitzenpegel liegt nicht mehr als 10 dB (in Einzelfällen 15 dB) über dem Leq. Wird beispielsweise in einer Discothek nur solches vorproduzierte Material gespielt und dabei darauf geachtet, dass der Beurteilungspegel nicht über 95 dB beziehungsweise 99 dB liegt, dann ist auch der C-bewertete Spitzenschalldruckpegel weit unter dem Richtwert. Es braucht somit nicht eigens technisch begrenzt werden. Die Einhaltung des Richtwertes muss dann jedoch per Messung nachgewiesen werden.


    Hinweis: "nicht mehr als 10 dB (in Einzelfällen 15 dB) über dem Leq" würde ich heute nicht mehr formulieren. Aber auf jeden Fall keine 36 dB drüber.