Beiträge von Tobias Zw.

    naja so puzzelt man dann so rum und ist irgendwann spät 40er. Dann muss man schnell die Kurve kriegen oder muss halt Hartz4 Rentner werden.

    Eine der ganz, ganz wenigen intelligenten Entscheidungen in meinem Leben war, seit Beginn meiner hauptberuflichen Tätigkeit im Gewerbe - mit 19 (!) - fein säuberlich darauf zu achten, dass ich immer kranken- und rentenversichert war, und zwar sowohl gesetzlich wie auch zusätzlich. Führte dazu, dass ich immer einen eher langweiligen bis ärmlichen Lebensstil geführt habe, aber im Moment blicke ich noch halbwegs entspannt auf den Ruhestand...


    Meinen Erweckungsmoment hatte ich nämlich zu Zeiten, als ich noch als freier Hand als Oberstufenschüler an Wochenenden Veranstaltungen für einen großen, öffentlich rechtlichen Radiosender machte und mich nachts beim Abbau der Moderator fragte, wie viel ich hier verdienen würde und wie lange ich dafür arbeiten müsse. Ich antwortete ehrlich: 200,- Mark brutto für 20 Stunden Arbeit. Da drehte sich der Mann denn um und sagte zu seinem Fahrer: "Idealisten! Alles Idealisten!" - an diesem Tag endete meine romantisierende Sicht auf diesen Beruf.


    Das Problem ist, dass wir immer zu viele Menschen hatten und haben, die zwar mit viel Energie und romantischen Vorstellungen in das Gewerbe rutschen und da auch arbeiten, die aber glauben, sie würden mit ihrer Arbeit in irgendeiner Art und Weise etwas wichtiges bewirken oder wären relevant - und die deswegen auch zu selbstausbeuterischen Kursen an den Start gehen und so das Preisniveau auf Hilfsarbeiterlevel halten. So wird das nix mehr.


    Übrigens mit einer der Gründe, warum ich immer für eine Meisterpflicht für die Gewerbeanmeldung war: Um die engagierten Romantiker aus Gründen des Eigenschutzes auszubremsen!


    Ich sehe es heute mehr umgekehrt: Ich bin eine Kreuzung aus Unternehmensberater, Psychologe, Elektriker, Musiker, Feuerwehrmann und Security, nehme Preise, von denen ich leben kann - und habe halt das Glück, dass hin und wieder meine Jobs interessanter als in den jeweiligen Einzelgewerben sind. Oder, wie ich mir letztes Jahr bei der Arbeit - am Computer sitzend und Berichte schreibend - dachte: Andere stellen sich im Büro ein Radio auf den Schreibtisch. In meinem Büro spielen gerade Die Ärzte live. Das macht das schlechte Essen wett...


    Mit bürgerlich-humorlosen, aber gut durchkalkulierten Grüßen Tobias Zw.

    Tweet des Dynamo Dresden zur heutigen Abstiegsfeier


    Polizei ermittelt nach Fanparty


    Und falls Ihr Euch wundert, warum man keine Veranstaltungen zulassen darf, und warum die zweite Welle unausweichlich ist:


    a) Seht Euch diese Bilder an. Ich könnte brechen. Wie kann man nur so blöd sein?


    b) Und wie kann das Social Media-Team des Vereins noch dazu so blöd sein, das gutzuheißen?


    Ich glaube inzwischen, dass dieses Land in einer Art und Weise an der crena ani ist, die bisher nur wenige vollumfänglich erfasst haben. Die Veranstaltungsbranche ist derzeit definitiv die kleinste Nebenschauplatzbaustelle, um die man sich kümmern muss...


    Mit entsetzten und deprimiert Grüßen


    Tobias Zw.

    - wird seine persönliche Katastrophenvorsorge jetzt doch noch mal erweitern -

    Dann stellt sich wohl noch die Frage, ob man auf eine Betonwand projizieren darf, die einem nicht gehört...

    Die Frage stellt sich nicht, das ist ausgeurteilt ;)


    Kurzfassung: Ist unzulässige Beeinträchtigung des Eigentums, der Besitzer kann auf Unterlassung klagen (BGB § 1004), oder - wenn's eilt - im Rahmen der Selbsthilfe des Besitzers den Projektor mit dem Hammer ausschalten (BGB § 859). - So meine unmaßgebliche Meinung, ist natürlich keine Rechtsberatung nach RDG!


    Beste Grüße Tobias Zw.

    ah, das wusste ich gar nicht.
    Marburg mag ich sehr, da war ich mal 15 Monate lang zu besuch (Tannenbergkaserne)

    Siehste mal. Und in den ehemaligen Inst-Hallen Richtung Cyriaxweimar (Schießbahn / Mun-Bunker), gegenüber von den Hallen, in denen damals die Roland (?) gestanden haben müssten, ist jetzt Flashlight und vertreibt sich die Flaute mit Livestreams aus der Lagerhalle:


    The Rhythm Torpedoes im OP-Livestream

    Wenn Du alt genug bist, erinnerst Du Dich vielleicht noch an eine Kapelle namens Scrifis oder Madam I‘m Adam - daraus wurde Flashlight. Sind gute Menschen.


    VG Tobias Zw.

    den Frieder Gottwald schätze ich sehr, wir hatten einige schöne gigs miteinander. ein sehr angenehmer zeitgenosse!

    Klar. Ist ja auch Marburger. ;)


    Und auch Arwed, Josch und Gero sind - wie Frieder - Menschen, die ich seit 25 Jahren und länger kenne, die ich mag und die wissen, was sie tun. Interessant war weniger, was sie gesagt haben, sondern welche Stimmung über dieser Gesprächsrunde hing.


    Wenn die Talkrunde auf dem YouTube-Kanal der Oberhessischen Presse eingestellt wird, verlinke ich das hier mal.


    Mit besten Grüßen Tobias Zw.

    OP-Livestream Talk zur Lage


    Livestream gleich, am 22.06.2020 um 20:00 Uhr, mit


    Arwed Fischer, Geschäftsführer Flashlight Veranstaltungstechnik
    Gero Braach, Geschäftsführer Kulturladen kfz
    Josh Emmert, Geschäftsführer Konzertbüro Emmert
    Frieder Gottwald, Bassist, u. a. Laith al-Deen, Guildo Horn, Michael Sagmeister, Haddaway et al

    OP-Talk zur "Night of Light"

    Das Erwin-Piscator-Haus ist bei dem Event „Marburg b(u)y Night“ in rotes Licht getaucht. Am Montag beteiligt sich das EPH an der bundesweiten Aktion „Night of Light“ und wird von innen heraus rot leuchten, um auf die existenzielle Bedrohung der Veranstaltungsbranche durch Corona hinzuweisen. Foto: Thorsten Richter


    Marburg

    Arwed Fischer vom Marburger Unternehmen Flashlight, der Konzertveranstalter Josh Emmert, der Musiker Frieder Gottwald und KFZ-Geschäftsführer Gero Braach sprechen mit OP-Kulturredakteur Uwe Badouin im OP-Talk, der per Livestream übertragen wird, über die Lage der Veranstaltungsbranche.

    Bundesweit beteiligen sich Konzerthallen, Stadthallen, Klubs und Theater an der Aktion „Night of Light“. Die Nacht des Lichts soll ab 21 Uhr auf die existenzielle Bedrohung einer ganzen Branche durch die Corona-Pandemie hinweisen.

    Annahmen: es ist wirklich recht dunkel (nach Dämmerung, Umgebungshelligkeit max. 100lx), das projizierte Bild ist 16:9 und Ihr seid mit einem Mindestkontrast von 4:1 zufrieden.


    Das Bild hat bei 50m Breite eine Fläche von 50 x (50:16*9) = 1406 m^2.


    Der Mindestlichtstrom des Projektors muss dann 1406 m^2 * 100 Lux * 4 = 562400 ANSI-Lumen sein. Knifflig - das schreit also nach einer Lösung mit mehreren Projektoren.


    Dein Objektiv muss bei 350 m Projektionsentfernung und 50 m Bildbreite einen lens factor von 350:50 = 7 haben. Das ist auch nichts kleines, leichtes - und vor allem billiges.


    Variablen:

    Wenn es wirklich stockdunkel ist, ändert sich die benötigte Lichtleistung des Projektors extrem, und könnte bis auf ca. 30.000 ANSI-Lumen runtergehen. Entsprechende Projektoren mit 7er Linsen findest Du am Markt; wenn Du Dir beim Abstand unsicher bis, und die Bildgröße konstant bleiben soll, brauchst Du einen Zoombereich von 5 bis 7.


    Damit wären wir dann so in der Kampfgröße Barco XLM30HD oder Panasonic PT-RZ31K. Frag doch mal Deinen örtlichen Projektorhöker.


    Mit besten Grüßen Tobias Zw.

    Mahnmal.


    Really?


    Ein Mahnmal ist eine Spezialform des Denkmals, das durch seine öffentliche Präsenz mahnend an ein historisches Ereignis erinnern soll. Mahnmale sollen im Betrachter Betroffenheit erzeugen und das Erinnern über die Generationen hinweg tradieren.


    Ich verstehe, dass es derzeit vielen in der Veranstaltungsbranche nicht so pralle geht, wir schreien derzeit auch nicht vor Glück ob der Auftragslage. Persönlich finde ich aber diese Larmoyanz, derer sich hier viele - vor allem die vermeintlichen Branchenleader - befleißigen eher ermüdend.


    Ich denke, viele bedenken bei der einen oder anderen Aktion oder öffentlichen Äußerung nicht, wie das auf die Öffentlichkeit wirken könnte.


    Mit nachdenklichen Grüßen Tobias Zw.

    Ihr Leute, nach den Erlebnissen in den Bahnhöfen und Zügen der Republik während der letzten beiden Wochen muss ich einfach konstatieren, dass einfach unglaublich viele Menschen, die "Vorbildfunktion" haben sollten (DB-Zugpersonal, DB Security, Soldaten...) genau so dümmlich die grundlegendsten Hygienemaßnahmen ignorieren und zum Teil auch provokativ sabotieren wie im Rest der miseri contribuens plebs.


    Ist schon cool, wenn man in einem Regionalexpress sitzt, zwei Sitze weiter ein Fahrgast ohne Maske rumröchelt und auf den Boden rotzt und dann der Zugbegleiter mit Doppelkinnhalter - sprich: MNS in niedrigster Gangart - nur an ihm vorbeigeht und ihm zuzwinkert.


    So wird das nix mehr.


    Beste Grüße sendet Tobias Zw.

    guma Jaaaaa, prinzipiell beißt sich die Bahnfahrerei bei mir ja auch mit meinem intolerant-misanthropen Charakter, aber da bin ich auch noch zu ökologisch, um wegen der Dummheit anderer meinen (sowieso schon viel zu großen) CO2-Fußabdruck noch weiter auszubauen...


    Ich ärgere mich jetzt aber, dass ich ihr nicht alternativ zur Keimreduktion ein bisschen Sterillium Virugard auf jedes Auge gesprüht habe. Die besten Ideen kommen einem immer zu spät.


    Wie auch immer, ÖPNV ist jedenfalls noch deutlich verbesserungsbedürftig hinsichtlich Einhaltung der Schutzregeln - in der Düsseldorfer U-Bahn stand ein offensichtlich hoch fiebernder Mann in 50cm Abstand neben mir, dessen MNS nur noch ein Ohrgummi hatte und ansonsten von seinem Schweiß im Gesicht festgehalten wurde. Es ist wie im Zoo.


    Mit besten Grüßen aus der freiwilligen Isolation im Hotel Tobias Zw.

    - Hygienebeauftragter für Gemeinschaftseinrichtungen ;) -

    Sitze im ICE zum Job. Dame neben mir trägt keine MNB. Ich greife in den Rucksack, biete ihr einen chirurgischen Mundschutz an. Sagt sie: „Nein danke, ich habe die letzten vier Stunden schon sowas getragen.“


    Okay.


    Ich stehe dazu: Ein extinction level event würde dem Durchschnitts-IQ auf dem Planeten mal ganz gut tun.


    mit fassungslosen Grüßen Tobias Zw.

    Wir können nichts dafür, dass einzelne diese beiden Prinzipien nicht verstehen.


    Ich hatte mal einen Kollegen, der nach dem Prinzip „alles was ich nicht verstehe, ist falsch und darf daher von mir je nach Bedarf entweder bekämpft oder mindestens mißachtet werden“ vorging. Solche Kriege führt man letztendlich immer gegen sich selbst. :rolleyes:

    Seit heute Morgen gibt es die Corona-Warn-App des RKI zum Download. Ob sie zielführend sein wird, wird natürlich insbesondere davon abhängen, dass möglichst viele Personen sie nutzen und auch möglichst viele positiv getestete Personen dies in der App angeben. Ich finde sie bis jetzt gut und habe sie installiert.


    Aber wenn man mal zu Gumas o. a. Beispiel der selbstverschuldet unmündigen Querulanten Musterexemplare sehen will, empfehle ich einen Blick in die Kommentare unter der Tagesschau-Meldung (Link). Da wird einem Angst und bange, wenn man sieht, wie Menschen so komplett an Fakten vorbeileben können.


    Oder, um den großen Qui-Gon Jinn frei zu zitieren, der zu Jar Jar Binks sprach: "Dass du sprechen kannst, beweist noch nicht, dass du intelligent bist."


    Mit pessimistischen Grüßen Tobias Zw.

    Unglaublich, wieviel Dummheit und Ahnungslosigkeit über mögliche Infektionswege trotz Monaten der Information der Bevölkerung hier zu Tage tritt.

    Ich bin noch unschlüssig, ob dieser Thread bleibt als Spiegel der Gesellschaft und peinlicher Beleg dafür, dass das auch nicht vor diesem Forum halt macht, obwohl ich weitgehend bemüht bin, dem Rat eines klugen Mannes zu folgen:

    oder ob ich ihn nicht doch versenken sollte. :(

    An manchen Tagen bedauere ich Euch Moderatoren schon ein wenig, weil Ihr die Option, die mir die Ruhe wiedergegeben hat, nicht habt: Seit ich selektiv vier oder fünf Nutzer wegen nachgewiesener Dummheit und Lügen geblockt habe, geht‘s mir viel besser... ;)


    Andererseits: das beseitigt das Problem ja nicht, es ist nur für mich nicht mehr wahrnehmbar. Nach meiner ersten Veranstaltung in der Hauptstadt letzte Woche und einer (nicht repräsentativen) Beobachtung meiner Mitmenschen kann ich klar festhalten:

    • Die eindeutige Krisenkommunikation und die Verhaltensempfehlungen der Verantwortlichen sind klar verpufft - da halten sich derzeit gefühlt keine 10% dran.
    • Das stört aber auch niemand. Um mal „Fight Club“ zu zitieren: „Du bist der singende, tanzende Abschaum der Welt“.
    • Das dicke Ende kommt noch, und wir haben es selbst gemacht.

    Kassandra bekam von Apoll die Gabe der Weissagung und wurde dann von ihm dazu verflucht, dass niemand ihren Weissagungen Gehör schenken würde. Humanistische Bildung ist manchmal wenig tröstlich.


    Mit pessimistischen Grüßen Tobias Zw.