Beiträge von Jürgen Klingel

    Naja, Zuluft von oben ist besser als nichts...

    Wichtig ist der Verdünnungseffekt!


    Wenn ich Weitwurfdüsen, oder verstellbare Induktionsauslässe habe, die im Winter auch Warmluft senkrecht von der Decke nach unten blasen können, dann hat das immerhin den Effekt, dass das Aerosol mitgerissen und verdünnt, anstatt dem Vordermann in´s Genick geblasen wird.


    Die Luft muss sich bewegen, insofern ist "leichte Zugluft(Frischluft)" besser als, wenn man riecht, was der Hintermann zum Mittagstisch hatte...


    Da keimt dann wohl ein neuer Geschäftszweig für Sachverständigen-Büros auf, für die Beurteilung der Aerosol-Verteilung von Bestands-RLT-Anlagen im Hinblick auf eine Betriebserlaubnis bei Corona-Bedingungen. Wer weiß, was noch alles kommen wird?

    Übertragbarkeit ist schlecht möglich.


    YGWYPF, ist auch bei der Raumlufttechnik präsent.


    Die Gemeindehalle wird sich eher auf die Mindestanforderung an die RLT beschränken, während Konzerthäuser und kommerzielle Veranstaltungszentren durchaus ein berechtigtes Interesse haben, die Technik möglichst für den Besucher unauffällig und komfortabel zu haben.


    In der Branche gibt es aber auch von intelligenten, gut funktionierenden Konzepten bist zur übelsten Fehlplanung/Ausführung die komplette Bandbreite!


    Vielleicht wird in zukünftigen LVs die Anforderung für "spezielle Situationen" in punkto Aerosol-Verdünnung und räumlicher Verteilung, Luftwechselrate, Umluftanteil usw. drin stehen - es bleibt spannend, was kommen wird.

    Das Ergebnis der Studie war zu erwarten, ausreichend schnelle Verdünnung der Luft sorgt für weniger Risiko.


    Mein täglich Brot ist die Inbetriebnahme und Programmierung der Regelung von RLT-Anlagen in Gebäuden, Hallen, Veranstaltungsstätten usw.

    Die Beeinflussung der Luftwechselrate durch den CO2-Gehalt wird schon seit langer Zeit zur Effizienz-Steigerung der Gesamtanlagen benutzt. Eigentlich war man aus Gründen der Energieeinsparung daran interessiert, eine Raumluftqualität zu halten, die der Gesundheit zuträglich ist. Man wollte allerdings vermeiden, die Lüftungen auf zu hohem Außenluftanteil laufen zu lassen, da die Frischluft thermisch konditioniert werden muss (das kostet Geld) und auch die Ventilatoren brauchen bei kleiner Drehzahl weniger Energie.


    Also hießt die Devise:
    Außenluftanteil möglichst nur so hoch fahren, dass die hygienischen Anforderungen erfüllt sind (Atemluftmenge pro Kopf, Luftwechselrate nach Art der Raumnutzung). Ein CO2-Messwert bildet das recht gut ab. Wir haben auch schon sogenannte "VOC"-Sensoren eingesetzt, zum Beispiel in Kantinen, wo es "Gerüche" gibt oder im Konferenzraum: Wenn man während der Besprechung "einen fahren lässt"


    Jetzt ist aber Pandemie und alle wollen auf einmal:

    Volle Drehzahl für maximalen Luftwechsel bei vollem Außenluftanteil!


    Wohl dem, der eine moderne Lüftung mit Energierückgewinnungstechnik hat. Eine alte Anlage, die zwar heizen kann, aber mit hohem Umluftanteil gefahren wurde, weil keine Rückgewinnung vorhanden ist, schiebt die Luft geradewegs durch den Raum und muss 100% Außenluft aufheizen.

    So können an einem Abend für eine größere Stadthalle schnell 4stellige Heizölrechnungen zusammenkommen, wenn es draußen mal ordentlich Minusgrade hat...


    Zu Deinen Fragen:

    - Die meisten Anlagen erreichen ihre ausgelegte Luftmenge bei ca. 80% Leistung, man plant mit etwas Reserve, wenn die Filter usw. sich zusetzen, damit man noch etwas Lüfterleistung nachregeln kann.

    Um- und Außenluftbetrieb machen im Geräusch weniger aus, als die schiere Luftmenge die bei 100% Leistung an der Anlage, in Kanälen und Ausströmöffnungen Geräusche verursacht. Wer mal einen "rauschenden Monitor" auf der Bühne hatte, kann sich den störenden Effekt ungefähr vorstellen.

    - "Großwetterlage": Temperatur ist m.E. weniger das Problem als Feuchtigkeit, die Raumfeuchte sollte sich nach wie vor im "gesundheitlich zuträglichen Bereich" befinden, hierfür gibt es Diagramme, wo die Abhängigkeit der Behaglichkeit von Feuchte und Temperatur dargestellt wird.

    - Posititonierung: Im Idealfall hat man an allen Stellen im Raum Öffnungen für die Lufttechnik, in der Praxis wird aber oftmals zum Beispiel über Weitwurfdüsen von der Seite, oder von oben eingeblasen und z.B. hinter der Bühne abgesaugt. Es entsteht immer eine gewisse "Induktionswirkung", die durch Bildung von Luftwirbeln die Raumluft auch aus den Ecken mitreisst und aktiv mit Frischluft vermischt.


    Eine m.E. recht gute Lüftung bläst zum Beispiel unter den Sitzen der Ränge ein und saugt im Deckenbereich ab. So wird die Raumthermik (auch durch das anwesende Publikum) mit benutzt - die belastete Luft steigt nach oben und wird von unten durch Frischluft erstetzt.

    Nicht quengeln, konkret fragen!


    Du willst Absolution für Dein Ansinnen, die zu schwachen, genannten T-Amps als probate "vollgasfeste" Endstufe für einen amtlichen Sub zu verwenden?


    Die wird es hier nicht geben!


    Ein wirklich brückbarer Verstärker, dessen Netzteil und Ausgangsstufe genug Strom-Lieferfähigkeit besitzt, erkennt man an der (annähernden) Verdopplung der Ausgangsleistung von 4 Ohm ---> 8 Ohm Anschluss. Gleiche Spannung, bei halber Impedanz = doppelter Strom = doppelte Leistung.

    Kommt weniger raus, liefert die Endstufe auf Grund interner Beschaltung, zu schwachem Netzteil, Begrenzung etc. bei halber Impedanz und Vollaussteuerung eben weniger Spannung. Da diese Begrenzung aber erst dann einsetzt, wenn die Schaltung nicht mehr Strom liefern kann, klingt das Ganze bis zu diesem Punkt noch fein und dann - verhindert bestenfalls ein Limiter, dass die Signalform "eckig" wird (Gleichspannungsanteil = Speakerkiller)

    Dann kommt der Effekt zum Tragen, dass den Subs "etwas fehlt" weil der Amp keinen Dynamikspitzen-Strom mehr zu liefern imstande ist!


    Hast Du aber eine Endstufe mit, sagen wir 30% mehr RMS-Leistung, als die Subs vertragen, kann der Limiter im DCX den Amp im grünen Bereich halten und mit unverzerrtem Signal die Membranen kontrollieren.

    Also...ich konnte mit dem verdrehten Satz im Ursprungs-Beitrag schon nichts anfangen, weil er für sich gesehen keinen Sinn ergibt...jetzt erzählst Du uns eine Tatsache, die sich bei gefühlt 80% aller PA-Amps so findet ;)


    Was möchtest Du uns, 12 Jahre später, an bahnbrechenden Neuigkeiten vermitteln?

    Ganz einfach:

    Stelle Dir vor, der Lautsprecher wäre ein Scheinwerfer, der das Publikum beleuchtet. Die Abstralcharakteristika von Schall und Licht verhalten sich ähnlich.

    Du willst mit dem Hochtöner-"Abstrahlkegel" auf die Ohren des Publikums zielen, also musst du so hoch hinaus und so weit anwinkeln, dass auch bei den Menschen weiter hinten etwas ankommt und der Schall nicht durch die weiter vorne Stehenden blockiert wird.


    Das kannst du zur Veranschaulichung mit ein paar Leuten nachstellen und zum Beispiel mit einem LASER-Pointer die Positionen entsprechend anpeilen.

    "Gejumpert", oder es ist schlicht und ergreifend der symmetrische XLR-Anschluss (oder ein Anschlusskabel) kaputt und Pin 2, oder 3 hat keinen Kontakt mehr - das Ergebnis ist das selbe Dilemma: Es fehlen 6dB zum anderen Kanal!


    Du kannst ja mal ein Adapterkabel machen, das ein asymmetrisches Signal ein mal auf Pin 2 auf XLR speist, das andere Mal auf Pin 3. Beide Konfigurationen sollten Ausgangspegel hervorrufen (allerdings 180° phasenversetzt)... ;)


    Vorschlag:

    Als Azubi sitzt Du ja ggf. an der Quelle von Informationen...frage doch mal deinen Ausbilder nach Equipment, eventuell hat die Firma ja auch was Gebrauchtes (abgeschriebene Laborgerätschaften) zu gutem Kurs abzugeben?


    Zu den Lautsprechern:

    Als Lautsprechernutzer T.S.P. nachmessen zu wollen ist nicht wirklich sinnstiftend.

    Eentweder ist das Teil "abgeraucht/durch", Sicke gerissen, Membran in Fetzen, Zentrierung abgelöst, Litzen gebrochen...Das ist alles visuell oder mit dem Ohmmeter feststellbar.

    Wenn das Chassis beim Spielen komische Geräusche von sich gibt, ist auch etwas faul.


    Was nützlich ist:

    Es gibt solche "Multi-Steckeradapter-Prüfboxen" da lassen sich alle möglichen Kabeltypen auf Drahtbruch, Kurzschluss usw. prüfen auch mit verschiedenen Steckertypen. Inklusive Prüftongenerator und anderem Schnickschnack. Da sollen sogar schon die Thomann-Hausmarke Gerätchen für wenig Geld einen guten Job machen.

    Wichtiger als "Messgeräte" sind die Kenntnisse und Fähigkeiten, Messungen durchzuführen und die Ergebnisse zu interpretieren.


    Wichtige "immer dabei"-Instrumente bei der Fehlersuche sind Auge, Ohr und Nase...

    Meistens deutet Erhitzung auf Probleme hin: Wo es heiß wird, riecht es, verfärbt sich etwas, knistert es vielleicht auch.

    Deformierte (ausgebeulte Elko-Deckel) oder zerstörte Bauteile (unterbrochene Leiterbahnen, fehlende Gehäuseteile von Transistoren) sind eindeutig sichtbare Hinweise.


    Eine kräftige Taschenlampe und eine Uhrmacherlupe können helfen, gerissene und "kalte" Lötstellen auf Platinen zu finden ;)



    An Messgeräte für den Laien reicht m.E. ein 30 € Digital-Multimeter vom Elektronikversender:


    Spannung und Strom für AC/DC, Widerstand, Diodentest


    Damit lassen sich "Tendenzen" aufspüren, Werte nachprüfen oder zum einstellen messen.


    Ein einfaches Labornetzteil 0-30V, 0-2A, Mess-Strippen, Abgreifklemmen, Lötkolben, Entlötpumpe darf es für den Anfang schon sein :)


    Oszilloskope, Analysatoren, Funktionsgeneratoren usw. sind nett - aber hier gilt im Besonderen:


    "Wer viel misst, misst viel Mist!" 8o

    Im Endeffekt kommt weiter, wer einen Schaltplan "lesen" kann, das lernt man durch Aneignen von Kenntnissen über Aufbau und Funktion von Bauteilen und Komponenten. Wer daran nicht verzweifelt ist, kann dann irgendwann auch beurteilen, was die (heutzutage) bunten Bildchen auf den Oszis bedeuten.


    Etwas Literatur für Elektronik-Grundlagen kann jedenfalls nicht schaden. :thumbup:


    Es kommt echt drauf an, wie tief man in die Materie einsteige will, ob man sich Laborausrüstung gönnt, oder doch lieber reparieren lässt.

    Ich persönlich versuche für alle meine Gerätschaften an Service-Manuals und Stromlaufpläne zu kommen, um sie selbst reparieren zu können.

    Wobei ich zugeben muss: Da ich schon eine Weile aus dem industriellen Elektronik-Prüffeld raus bin und die Elektronik ein mittlerweile leider sehr vernachlässigtes Hobby ist (eigentlich möchte ich ja wieder mehr machen...) würde ich komplizierte High-Power Verstärker-Elektronik mit Schaltnetzteilen und Class-D wohl eher zum Fachmann geben. Zu schnell fliegt einem was mit hohen Kosten um die Ohren, wenn man in diesem Segment Sch... baut - das ist es dann nciht wert :huh:


    Viele Grüße

    Jürgen