Für mich ist vor allem bei längeren Sachen wichtig, Strukturen zu schaffen, die mich so weit wie möglich entlasten. Sodass ich zur Show selbst möglichst konzentriert sein kann. Und mir keine x Stunden Aufbau/Soundchecks/... in den Knochen stecken. Das entspannt die Situation aber auch bei kleineren Jobs extrem.
- Schon genannt: Pultfile mit Erfahrungswerten vorbereiten. Wenn neben Beschriftung, Routing und User Layer auch schon Gains, Lowcuts, Zeiten der Dynamics, Grob-EQ und IEM Mixe zu 50-70% passen, spart man enorm viel Zeit und hat mehr freie Kapazität für Wichtiges (was auch immer das dann konkret ist).
- Keep it simple: Lieber eine technische Raffinesse weniger und dafür ein kleines bisschen mehr Aufmerksamkeit für die Basics.
- IEM: Ich habe einen kleinen Stapel Tablets, die technisch versierte Musiker bekommen um ihre IEMs selbst zu mischen. Weniger Kommunikationsbedarf über Talkback, schneller am Ergebnis, alle glücklich. (Funktioniert erfahrungsgemäß nicht mit Wedges)
- Beim Soundcheck eine Multitrack Aufnahme machen, um zwischen Soundcheck und Show ggf. nochmal kurz was nachjustieren zu können ohne dafür auf die Band angewiesen zu sein.
- Wir haben 2026 und die meisten Gitarristen spielen direkt über ihre Modelling-Lösungen, aber bis dahin hatte ich pro Amp zwei Mikros - AE3000 und e906 (oder i-5), nach außen gepannt. Beim zweiten Gitarristen gegensätzlich gepannt, konnte man die Instrumente dann gut voneinander differenzieren. Und falls eine Position gar nicht passt, nimmt man eben nur ein Mic und pannt das in die Mitte...
- Snare: Immer Top und Bottom (aktuell meistens 2x Beyer M201). Wenn's stilistisch Sinn macht, auch noch ein gesampeltes Signal zusätzlich (Roland RT-MicS, oder der SPDX des Drummers mit Trigger).
- Einlassmusik so EQen und mit einem leichten Hall versehen, dass es nach "Radio weit weg" klingt. Damit danach die eigentliche Show deutlich differenzierter wirkt.
Konkrete Gadgets/Werkzeuge:
- MixingStation! Als Faderextension, Meterbridge, Monitormixer, mobiles Pult um auch kurz außerhalb vom FoH hören zu können,...
- allgemein: ordentliche Mikrofone die man gut kennt, und ggf. noch eine andere Kapsel für Lead Vocals, falls der angedachte Typ nicht so richtig klingen mag.
- Immer noch ein Kugel Lavaliermikrofon dabei haben. Ein MKE2 o.ä. kann man auf ner leisen Bühne auch mal an's Schallloch einer Gitarre kleben wenn deren Pickup versagt hat. Oder an ein Akkordeon, eine Geige (mit DPA MHS 6005) oder auch an alles andere. Und klingt (um zurück zum Thema zu kommen) wirklich gut.
- Stimmschlüssel fürn Drummer, falls der seinen vergessen hat. Außerdem Lötkolben (mit integrierter Regelung) und 9V Blöcke. Dem Musiker im Zweifelsfall den Allerwertesten zu retten, wirkt sich meistens auch auf die zwischenmenschliche Beziehung und damit auch auf den Sound aus.