Beiträge von patec

    Hast du ein CAD Programm, das dwg lesen kann?


    Auf der Homepage gibt's detaillierte CAD Daten in 2d und 3d sowie eine pdf Zeichnung. Aus den CADs kann man alle relevanten Maße ausmessen.


    Die Gesamtbreite im CAD ist 751mm, von Holzbrett zu Holzbrett sind es 700mm. Demnach wäre jeder Metallrahmen 25,5mm breit.


    Diese Werte beziehen sich auf die veröffentlichte Zeichnung.

    Es geht nicht um Notfallwarnanlagen oder Arbeitsschutzgesetze, sondern darum, konkurrierende Stereoanlagen und Kofferradios durch eine zentrale Musikberieselung zu ersetzen. Da ist wie schon mehrfach erwähnt 100V-Technik die erste Wahl aufgrund der langen Kabelwege. Passende Lautsprecher für kleines Geld gibt es von unzähligen Herstellern:


    Apart

    Audac

    Monacor

    ic audio

    Elko Schmid

    DNH

    Bose

    Honeywell

    ITEC

    Jagro

    Steffens

    TOA

    JBL

    Thomann

    Visaton

    RCF

    Electro Voice

    Syrincs

    WHD

    Bosch

    Dynacord

    und vielen anderen.


    Ich würde für Musik-Wiedergabe auf Zweiwege-Kunststoffboxen mit 5-8 Zoll Tieftönern zurück greifen, die für kleines Geld mit entsprechenden Wandhaltern erhältlich sind. Wo der Platz sehr knapp ist, auch einfache Deckenlautsprecher für noch kleineres Geld.


    Bei vielen Lautsprechern dieser Art lässt sich die Leistungsanpassung mit einem einfachen Drehschalter umschalten und so der Pegel in gewissen Grenzen an jedem Lautsprecher anpassen. Das kann dem Frieden unter der Belegschaft sehr förderlich sein, nicht jeder Mitarbeiter möchte mit der gleichen Lautstärke berieselt werden.


    Eventuell schon vorhandene niederohmige Lautsprecher lassen sich auch leicht mit entsprechenden Trafos nachrüsten. Das würde ich in der Chaos-Halle einmal ins Auge fassen. Mehrfach-Beschallung mit verschiedenem Musikprogramm grenzt ja schon an Körperverletzung.

    Ich meine keine Säulen / Schallzeilen. Ich meine PAs

    Da Beamsteering nur mit übereinander angeordneten Lautsprechern funktioniert, ist der Übergang von PAs zu Säulenlautsprechern fließend. K&F wäre sicher schwer beleidigt, wenn man dem Vida die Eigenschaft "PA" absprechen würde, das ist ein sehr potentes System. Und auch die typischen Säulen machen bei speziellen Anwendungen in der mobilen Beschallung durchaus Sinn.


    Wobei wir bei der Frage wären: Was ist eine PA? (okay, das wird off-topic)

    Da fehlt definitiv das Kling und Freitag Vida: https://www.kling-freitag.de/prorental/vida/


    Dann gibt es noch Systeme von

    Steffens https://www.steffens-systems.d…e-lautsprecher/evolutone/

    Aimline https://www.aimline-audio.com/products/1-alx-series/

    JBL (früher Duran) http://www.jblpro.com/www/prod…livox-series#.WJixhBTQ2iJ

    Renkus-Heinz https://www.renkus-heinz.com/steerable

    Tannoy https://www.tannoy.com/Categories/Tannoy/QFLEX/QFLEX-32/p/P0CEU#googtrans(en|en)

    TOA http://www.toacanada.com/assets/files/SR-D8_Brochure.pdf

    Bose https://pro.bose.com/en_us/New_Products_Infocomm_2017.html

    RCF https://www.rcf.it/de_DE//products/installed-sound/vsa

    Meyer https://meyersound.com/product/cal/

    Penton http://www.penton-usa.com/products/dsp/linearray.php


    Mehr habe ich im Moment nicht...

    Also als Physiker überlege ich mir das einfach mit dem Prinzip der Energieerhaltung:


    Ein Lautsprecher sendet eine bestimmte Energiemengen in einen Raum. Die kann nicht verloren gehen (sondern nur in Wärme umgewandelt werden wenn Dämpfungsvorgänge an Wand oder in der Luft vorkommen)

    Als Physiker überlege ich mir zunächst einmal, dass die Schallenergie im Raum die Summe aus potentieller und kinetischer Energie ist, wobei die potentielle Energie proportional dem Quadrat des Schalldruckes ist, und die kinetische proportional dem Quadrat der Schallschnelle. Das heißt aber, dass eine Änderung des Schalldrucks (integriert über den gesamten Raum) nicht zwangsläufig eine Erhöhung der Gesamtenergie bedeutet, wenn sich gleichzeitig die Schallschnelle reduziert. Das muss aber nicht die Erklärung für unser Phänomen sein, sondern nur ein Hinweis darauf, dass man bei Verwendung des Energieerhaltungssatzes alle Energieformen berücksichtigen muss.


    Bisher habe ich in einem Buch (Kuttruff Room Acoustics) den Hinweis gefunden, dass die Addition der Einzelenergien zweier Schallfelder zur Gesamtenergie nur im Fall von nicht kohärenten Schallfeldern erlaubt ist (was zur 3dB Addition führt). Warum das so ist (und vor allem, warum das im Fall von kohärenter Interferenz, wie beim Subwoofer auf dem Boden, anders ist), darüber schweigt sich das Buch aus. Da sich Professor Kuttruff inzwischen stramm auf die 90 zubewegt, sollte man ihn mit entsprechenden Anfragen vielleicht auch nicht mehr behelligen. Eine Vermutung geht in Richtung kinetischer Energie, da der Energieerhaltungssatz ja notwendigerweise erfüllt sein muss.


    Die andere Vermutung, die hier geäußert wurde, dass sich im Halbraum der Strahlungswiderstand erhöht und daher direkt mehr elektrische Energie in akustische Energie umgewandelt wird, steht jedoch auch nicht im Widerspruch zur Energieerhaltung. Dies ist auch ein vielversprechender Ansatz.


    Beispiel Hornlautsprecher: Wir kennen alle das Phänomen, dass ein Lautsprecher mit Horn lauter ist als einer ohne. Dies liegt nur zum Teil daran, dass die Schallenergie auf einen geringeren Raumwinkel konzentriert wird. Der ander Teil geht eben auf besagte Erhöhung des Strahlungswiderstandes. Bildlich gesprochen muss die Membran mehr Luft in Bewegung bringen, was zu einem höheren Schalldruck führt. Energetisch ist die Situation hier ähnlich wie in unserem Beispiel: Die eingespeiste elektrische Energie bleibt (annähernd) gleich, während das Schallfeld lauter wird. Der entscheidende Begriff hier ist der Wirkungsgrad, also das Verhältnis von akustischer Energie zur elektrischen Energie. Dieser kann theoretisch mit Hornlautsprechern bis zu 50% betragen, während sich Konuslautsprecher üblicherweise im einstelligen Prozentbereich bewegen. Hier ist also reichlich Luft nach oben.


    Zurück zum Subwoofer auf dem Boden: Dieser arbeitet in der Tat jetzt nicht nur auf den statischen Luftdruck, sondern der Luftdruck vor der Membran ist durch das Schallfeld der (virtuellen) Spiegelschallquelle hinter der Grenzfläche (also durch die Reflexion am Boden) höher. Ob dies zu einer Verdopplung der abgestrahlten Energie führt, muss ich noch verifizieren, aber hier scheint mir des Rätsels Lösung zu liegen. Jedenfalls kann man den Boden durchaus als Flansch eines unvollständigen Hornes sehen (mit etwas Abstraktion). Im Fall eines Subwoofers auf dem Boden in einer Raumecke kommen wir mit den Wänden einem Horn aber schon recht nahe.

    Das würde aber gleichenermaßen bedeuten , daß auch ein geflogener Bass beim open air den Boden

    als solche beliebige Begrenzungsfläche "sieht" und deshalb etwa 3 dB lauter wird .

    Am Boden (Halbraum) erhöht dieser den Pegel um weitere 3 dB auf 6 dB == Erhöhung um etwa 3 dB gegenüber geflogen (Vollraum) .

    Und nun ?

    Das ist zunächst einmal völlig korrekt.


    Man muss bei den im Mittel um 3dB höheren Pegel bei entfernten reflektierenden Flächen (aufgrund der Entfernungen ist es immer etwas weniger) berücksichtigen, dass es eben "im Mittel" heißt, und zwar frequenz- und positionsabhängig. Das bedeutet, dass Signale wie der Ton eines E-Basses mal deutlich verstärkt, an anderer Position jedoch teilweise ausgelöscht werden, bei anderen Tönen könnte es umgekehrt sein. Damit ist dieser Effekt nur sehr eingeschränkt nutzbar. Die Verstärkung direkt an einer Grenzfläche (Boden, Wand) ist jedoch breitbandig und positionsunabhängig nutzbar.


    Es ist sogar noch etwas komplizierter: Es ist völlig unerheblich, ob sich Quelle oder Empfänger (Ohr oder Messmikrofon) oder sogar beide an der Grenzfläche befinden. Die meisten kennen wohl den Effekt, dass man direkt an einer Wand stehend mehr Bass hört. Der Grund ist wieder, dass sich Direktschall und Reflexion praktisch gleichzeitig und ohne Phasenversatz überlagern und dadurch konstruktiv interferieren. Wenn jetzt auch der Sub direkt an der Wand steht, an der auch der Zuhörer steht, ergibt sich jedoch nicht noch eine zweite Verstärkung, Direktschall und eine Reflexion an einer Wand können sich auch nur einmal verstärken. Für eine Schallwelle, die von einem anderen Sub zum Beispiel an der gegenüberliegenden Wand kommt, bleibt die verstärkende Wirkung der ersten Wand erhalten. Es ist also beliebig komplizeirt. In geschlossenen Räumen ergeben sich aufgrund der mehrfachen Reflexionen die allseits bekannten Raummmoden, weshalb die Effekte einer einzelnen Wand nicht mehr so deutlich wahrnahmbar sind.


    Auch mit Simulationsergebnissen muss man hier aufpassen. Manche Verfahren berücksichtigen wandnahe Quellen phasenrichtig mit +6dB (BEM, FEM), andere addieren verschiedene Schallanteile nur energetisch mit +3dB (Spiegelquellen, Schallteilchenmodell).

    Och, das sehe ich aber auf den ganzen Dorffestchen immer und immer wieder. Da werden immer noch die Kisten völlig sinnfrei gestapelt.

    Okay, ich nehme "jeder Beschaller" zurück und ersetze es durch "jeder gute Beschaller".;)


    Also lieber 2 usselige Topteile als ein zu kleines und zu kurzes LA.

    Volle Zustimmung, wobei es auch Topteile gibt, die man kaum venünftig clustern kann (wegen sehr unregelmäßiger horizontaler Abstrahlung).


    "Hey, so nicht ihr faules Pack. Macht mal noch mal +3 dB, denn die Theorie, die Physik und die Mathematik sagen, dass das so muss.

    Ich habe vorhin versucht, mathematisch und physikalisch korrekt dein Messergebnis zu erklären. Den von dir implizierten Widerspruch zwischen Theorie und Praxis gibt es hier also nicht. Vielmehr ist es so, dass die Randbedingungen, die der Theorie zugrunde liegen, in der Praxis selten zutreffen. So kann man also mit dem Merksatz "schiebe den Sub an die Wand und gewinne 3dB" indoor gut fahren, Für andere Situationen, zum Beispiel im Freien, ist es aber durchaus hilfreich, die Theorie und ihre Grenzen zu kennen.

    Rein rechnerisch erhöht sich ja auch der Pegel bei Topteilen um +6 dB, wenn man hier verdoppelt. In der Praxis ist dies aber nicht der Fall und man kommt im wirklich guten Mittel eher auf +3 dB, wenn nicht weniger so von wegen Interferenzen. Daher hat dies und auch das Andere wirklich nur akademischen Nutzwert.

    Das ist richtig, hat aber hier eine andere Ursache: Topteile haben in ihrem Nutzbereich, anders als Subwoofer, eine mehr oder minder gerichtete Abstrahlung. Nun stellt natürlich jeder Beschaller seine Tops nicht so, dass sie auf den gleichen Punkt zeigen, sondern gewinkelt nebeneinander. Das führt zum einen dazu, dass an keiner Stelle beide Tops mit dem höchsten Pegel ankommen, zum anderen gibt es zwischen den beiden Lautsprechern abseits von der Mittelachse Laufzeitunterschiede, die frequenzabhängig konstruktive oder destruktive Interferenzen erzeugen, ähnlich dem Sub vor der weiter entfernten Wand. Im Mittel ergeben sich dann auch hier etwa 3dB Zuwachs. Dies ist wieder stark frequnzabhängig, im Bereich von sagen wir 100-200Hz erzielt man auch hier nahezu 6dB mit dem zweiten Top, weswegen man häufig zum EQ greifen muss, um die Tiefmitten abzusenken. Würde man zwei Tops auf den gleichen Messpunkt im gleichen Abstand ausrichten, würde man auch hier im kompletten Frequenzbereich +6dB messen, macht aber praktisch keinen Sinn (ausser vielleicht als DJ-Monitor...)

    Marketing mag das anders sehen und rechnet sich eben dann doch immer wieder solche Pegelmonster schön, um damit Kundenfang zu betreiben. Doch der Kunde ist dann eben sehr schnell enttäuscht, wenn das eben nicht rum kommt.

    Das hat nichts mit Marketing zu tun (schließlich verhalten sich die Produkte aller Hersteller hier gleich), sondern mit Physik.


    Mir als Beschaller ist es in der Praxis vollkommen wurscht was die Theorie in diesem Fall zu bieten hat, denn effektiv sehe ich eben nur die +3 dB und die höre ich auch.

    Kann man so sehen, wobei ein tieferes Verständnis sicher nichts schadet, wenn man es auf andere Umstände (z.B. Open Air) übertragen möchte.

    Ist jetzt nicht wirklich Profilike, aber für einen Schnellschuss aus der Hüfte zeigt sich eben

    +3 dB pro Begrenzungsfläche

    +6 dB bei doppelter Membranfläche und doppelter eingespeister Leistung.

    Viel Aufwand investiert, die erste Aussage ist aber leider falsch, und das liegt an einem konzeptionellen Fehler (die zweite Aussage ist natürlich richtig).


    Was also ist falsch? Es ist die Annahme, dass bei der ersten Messung nur eine Begrenzungsfläche im Spiel sei. Der Boden ist natürlich so nahe, dass er eine nahezu perfekte Reflexion erzeugt, die hier in beiden Messungen drin steckt. Daher muss man sie nicht weiter betrachten.


    Die weiter entfernten Grenzflächen (Wände, Decke) sind jedoch keineswegs unwirksam, weil sie ein paar Meter weg sind. Der Schall wird natürlich auch hier reflektiert und überlagert sich mit dem Direktschall der Box. Dabei werden manche Frequenzen konstruktiv interferieren und manche destruktiv, je nach Frequenz also Verstärkung oder Auslöschung. Breitbandig mit Rauschsignalen ergibt sich hier im Mittel eine Erhöhung um 3dB, wenn die Weglängen von Direktschall und Reflexion gleich sind, sonst etwas weniger.


    Dominierend dürfte hier die am nächsten stehende Wand mit einer Pegelerhöhung von etwas weniger als 3dB sein (abhängig von den Abständen). Wenn man jetzt den ganzen Messaufbau an die Wand schiebt, erhöht diese den Pegel nicht mehr um knapp 3dB, sondern um 6dB, nur noch konstruktive Interferenz (die Effekte der weiter weg stehenden Begrenzungsflächen bleiben etwa unverändert). Messergebnis: Erhöhung um ungefähr 3dB gegenüber vorher. Dieses Phänomen dürfte auch die Herkunft der Aussage "+3dB je Begrenzungsfläche" sein.


    Mir ist klar, dass ihr diese Erklärung eher nicht glauben werdet, wollte sie aber dennoch nicht unerwähnt lassen. Subwoofermessungen in Räumen sind alles andere als trivial.


    Man kann jetzt natürlich argumentieren, dass der gemessene Fall ja der für den Beschaller relevante Fall ist: Ich schiebe einen Sub von der Raummitte an die Wand. Der Pegel erhöht sich dadurch um etwa 3dB. Der akademisch korrekte Fall "ich baue eine Wand neben dem im Freien stehenden Siubwoofer, wo vorher keine war" kommt ja praktisch so gut wie nie vor. Hier würde man, ohne Überlagerung von anderen Effekten, die Pegelerhöhung von 6dB messen.

    Unsere Topteile (HK Audio L5 112FA) sind übrigens mit einem max. Pegel von 135dB peak angegeben - hinsichtlich der Einhaltung des maximal zulässigen Lcpeak nicht unpraktisch :)

    Auch hier lohnt es sich, ein wenig genauer hinzuschauen.


    HK-typisch ist der Peak-Wert hier im Halbraum angegeben, der Wert für 1m Freifeld liegt daher bei 129dB Peak SPL. Wenn also das Publikum nicht näher als etwa 0,5 Meter an diese Box heran kann (da wären dann wieder etwa 135dB Peak SPL), seid ihr tatsächlich auf der sicheren Seite und könnt guten Gewissens auf die Peak-Messung verzichten. Denn durch die Auswahl der Boxen habt ihr technisch sichergestellt, dass der Wert von 135 dBC (der dBC Wert liegt immer unterhalb des ungewichteten Wertes) niemals am Hörplatz des Publikums überschritten werden kann.

    Gestern während eines Tontechnik-Workshops mit Schülern der Technik-AG kam das Mess-System erstmals testweise zum Einsatz:

    • Behringer Messmikrofon ECM 8000 (evtl. kommt später was anderes)
    • über 30dB Dämpfungsglied (Spitzenpegel können sonst vom System nicht korrekt verarbeitet weren)
    • an Centrance MicPort Pro USB-Soundkarte (liefert auch 48V Phantom)
    • am Notebook mit Demo-Version von Level-Check.
    • kalibriert wird vor und nach der Messung mit dem Center 326 Kalibrator.

    Für die Schüler war's sehr lehrreich und äußerst hilfreich bei der Einhaltung sinnvoller Pegel (Leq30 kleiner 95dB), z.B. bei Schülerdisco-Veranstaltungen (meine Ohren hätten auch nicht mehr gewollt).

    Ein Hinweis auf mögliche Gehörgefährdungen (weil >85dB) kommt noch an die Tür.


    Unsere Topteile (HK Audio L5 112FA) sind übrigens mit einem max. Pegel von 135dB peak angegeben - hinsichtlich der Einhaltung des maximal zulässigen Lcpeak nicht unpraktisch :)

    Hier möchte ich noch auf einen gefährlichen Fallstrick bei dieser an sich vorbildlichen Aktion hinweisen: Das Mikrofon ECM 8000 von Behringer ist, was den Frequenzgang angeht, sicher für eine solche Messung geeignet. Aber gerade bei Messungen nahe am Lautsprecher ist die geringe Übersteuerungsfestigkeit dieses Mics gefährlich. Behringer gibt im Datenblatt hierzu keinen Wert an, aus Messungen, die dies genauer beleuchteten, glaube ich mich zu erinnern, dass der Maximalwert bei etwa 120dB lag. Das Dämpfungsglied ändert hieran nichts, da es erst hinter dem Mic in der Signalkette hängt.


    Auch wenn 120dB erst einmal sicher klingt: 99dB LAeq(30min) können bei einzelnen Titeln auch schon mal gerne 105dB LAeq(5min) sein, bei 12dB Crestfaktor (live auch gerne mehr) ist man dann schnell im Grenzbereich. Jetzt noch ein Korrekturfaktor von 10dB, weil man direkt vor der Box misst, und man ist locker drüber.


    Dazu kommt noch, dass beim Messmikrofon die Messung noch ohne A-Filter stattfindet, der Wert also signalabhängig deutlich höher liegen kann, als unser A-bewerteter Pegel. Die A-Bewertung, die eigentlich wissenschaftlich hier fälchlicherweise verwendet und in der Norm verlangt wird, gilt eigentlich im Bereich der unteren Hörgrenze, für diese hohen Pegel wäre das C-Filter korrekt. Dieser Fehler wird gerne verschwiegen, weil er ja eine lautere Wiedergabe innerhalb der Norm ermöglicht. Besonders Basssignale, die den Wiedergabepegel auf vielen Veranstaltungen dominieren, werden durch die A-Filterung stark reduziert berücksichtigt.


    Es lohnt sich wirklich, bei hochpegeligen Messungen eine Klasse höher einzusteigen und zum Beispiel das häufig genannte Isemcon zu nehmen.

    Vor kurzem kam das im vorangehenden Post beschriebene Mess-System zum ersten Mal bei einem unserer Schulkonzerte zum Einsatz. Die Zeit zur Vorbereitung war knapp, daher haben wir einen Ersatzmessort etwa 1m näher an der Position der Lautpsrecherboxen und auch höher als die Kopfhöhe der Zuhörer genutzt OHNE dabei einen Korrekturfaktor einzugeben bzw. zu messen. Das ist zwar nicht ganz "im Sinne des Erfinders", so waren wir aber in jedem Fall auf der sicheren Seite.

    Nein, ihr wart möglicherweise nicht auf der sicheren Seite. Wenn das Mikrofon so weit über Kopfhöhe des Publikums hing, dass es nicht mehr im Hauptabstrahlbereich des Lautsprechers war, habt ihr hier zu wenig Pegel gemessen. HK gibt vertikal 55° Abstrahlbreite für diese Box an, so dass man bei 27.5° über der Hauptachse schon etwa 6dB unter der lautesten Richtung liegt, wobei das Ganze auch noch frequenzabhängig ist. Genau für solche Fälle gibt es eben den Korrekturfaktor. Diesen einfach wegzulassen, macht die ganze Messung wertlos, dann kann man sich das Kalibrieren auch sparen.

    Knappe Vorbereitungszeit ist nicht wirklich eine Entschuldigung, die Bestimmung des Korrekturfaktors ist in weniger als einer halben Stunde erledigt, wenn man es öfter geübt hat, auch in 5 Minuten. Bei einer fest installierten Anlage, wie sie in einer Schule möglicherweise steht, kann man dies sogar lange vor der Veranstaltung erledigen, wenn man die Anlage und die Messposition des Ersatzmesspunktes unverändert lässt. (Ich weiß, dass man dies eigentlich unmittelbar vor der Veranstaltung tun muss, aber im Vergleich zu dem was hier geschludert wurde, wäre das absolut zu vernachlässigen)

    Ihr habt, was sehr lobenswert ist, eine sinnvolle Aktion zur Pegelbegrenzung gestartet, viel Geld in die Hand genommen, euch ausgiebig informiert und mit der Materie beschäftigt, um dann ein wirklich entscheidendes Detail einfach wegzulassen. Das passt nicht wirklich zusammen.


    Also einfach mal Naiv so ne Kiste im Lager mit rosa Rauschen messen. Sollte jetzt kein Akt sein. Das geht mit jedem 08/15 Schallpegelmesser. Wegen mit 30 Sekunden Durchschnittswert. Sollte reichen, oder?


    Dann dieselbe Kiste an die Wand rücken, gleicher Meßabstand, gleiches Meßsignal, gleiche Durchschnittszeit und dann mal sehen was da raus kommt.

    Das ist keine sinnvolle Messung, sondern wie du selbst sagst, naiv.


    Wenn ich einen Lautsprecher ins Lager lege und mit Rauschen und Pegelmesser messe, dann messe ich ein stationäres Schallfeld in einem Raum, je nach Abstand innerhalb oder ausserhalb des Hallradius. Dies ist eine Überlagerung aus Direktschall und Nachhall des Raumes. Du willst aber gerade nur den Direktschall mit der Bodenreflexion haben. Der Fehler, den du hier machts, ist abhängig von Messabstand und Nachhallzeit, und kann durchaus schon größer sein als das, was du eigentlich messen willst. Das Ganze ist auch noch überlagert von Raummoden, die sich ändern, wenn die Lautsprecherposition, wie von dir vorgeschlagen, geändert wird.


    Wenn man so misst, bekommt man irgendeinen Wert, nur keine verlässliche Aussage über irgendein Phänomen. Das kann man genau so gut gleich bleiben lassen.

    Ansonsten wäre es doch für jeden Mitstreiter ein einfaches einen Sub seiner Wahl im Lager frei hinzustellen und den Schalldruckpegel messtechnisch zu ermitteln. Dann schiebt man die Kiste an eine Wand und misst wieder. Bin mal gespannt was dann dabei rauskommt.

    Ganz so einfach ist es nicht. Wenn man den Unterschied zwischen Freifeld und Halbraum messen will, dann muss man schon ins Freifeld gehen, also zum Beispiel den Sub Fliegen und das Mikro in definiertem Abstand davor, und zwar so, dass die Bodenreflexion unbedeutend wird (Fenstern oder großer Abstand zum Boden).


    Alternativ auf dem Boden messen (zum Beispiel Parkplatz, möglichst weit von Wänden entfernt) und zum Vergleich vor einer großen Wand auf dem Boden.

    Ganz erstaunlich, dass dies nicht zum Allgemeinwissen der in der Beschallung Tätigen gehört...


    Das entscheidende Kriterium, ob sich der Pegel zweier identischer Schallquellen um 3dB oder 6dB erhöht, ist die Kohärenz der Signale (könnte man auch Interferenzfähigkeit nennen).


    Zwei gleich laute Motoren, deren Lärm nicht kohärent ist, also in keinem konstanten Phasenverhältnis steht, erhöhen den Schalldruckpegel um 3dB gegenüber einem einzelnen Motor.

    Zwei Subwoofer nebeneinander, die das gleiche Signal wiedergeben, arbeiten kohärent, der Pegel erhöht sich um 6dB gegenüber dem einzelnen Sub.

    Ist der zweite Subwoofer eine Spiegelschallquelle aufgrund einer Grenzfläche, an der der Sub steht, sind die Signale ebenfalls kohärent, der Pegel erhöht sich ebenfalls um 6dB. Ob die zweite Schallquelle ein zweiter Sub oder die Reflexion des ersten ist, macht keinen Unterschied. Ja, in einer Raumecke mit drei Grenzflächen erhöht sich der Pegel um 18dB (gegenüber einem frei fliegenden Sub), und ja, das ist schön.


    Nachzulesen unter anderem beim leider verstorbenen Herrn Sengpiel:


    http://www.sengpielaudio.com/Rechner-kohquellen.htm


    Das Ganze funktioniert so lange, wie die Quellen deutlich näher als die Wellenlänge des abgestrahlten Schalls nebeneinander stehen, das ist bei Subwoofern auf dem Boden praktisch immer der Fall. Bei größeren Abständen wechseln sich konstruktive und destruktive Interferenz ab, frequenzabhängig erhöht sich der Schalldruck um 6dB, löscht sich völlig aus oder es passiert irgendwas dazwischen.

    Vermutlich steht da irgendwo ganz klein, dass es sich um eine Halbraumangabe handelt, die per se 6dB höher liegt als der Wert für's Freifeld. Vielleicht steht da auch noch "calculated", was im Gegensatz zu "measured" zu verstehen ist, also ein theoretisch mit der maximalen (Peak-) Leistung zu erreichender Maximalwert unter der Annahme, dass es bei diesem Lautsprecher keine Power Compression gibt.


    Es bleibt das Problem, dass ohne Angabe zur Messmethode und zum verwendeten Anregungssignal ein SPL Wert wertlos ist.

    Musikhorn, auch eine Idee.

    Was heißt Musikhorn noch mal genau? Es gibt Anteile unter 250Hz? ;-)

    Der Begriff "Musikhorn" ist natürlich nicht geschützt. Üblicherweise wird er von den Herstellern für Zweiwege-Konstruktionen verwendet, bei denen in der Mitte des gefalteten Horns noch ein kleiner Hochtöner im Minihorn verbaut ist. Der Frequenzbereich nach unten ist etwas erweitert, da recht große Hörner verwendet werden. Frequenzen um 100Hz kommen raus, wenn auch deutlich leiser (etwa -10dB gegenüber 1kHz).

    Das Problem sind oft die sehr spartanischen Frequenzweichen, die zu breiter Überlappung mit wildem Interferenzmuster im Übergang zwischen den beiden Wegen führen, die ja konstruktionsbedingt etwa 0,5m Laufunterschied aufweisen.

    Die Musikhörner verschiedener "Hersteller" sehen sich oft so auffällig ähnlich, dass man vermuten könnte, dass sie vom Band ein und desselben OEM Herstellers in Fernost stammen. Für Sprachbeschallung sind sie recht gut geeignet. Praktisch immer 100V-Technik. Klanglich sind sie den einfachen Alarmtröten überlegen.

    Das Google-Spielchen von patec verweist auf eine Seite (dasaudio.net), die "offiziell" tot ist und nur noch über die Google-Suche erreicht werden kann.

    Das mag ja sein, aber wenn jemand schreibt

    Ich finde im Netz leider gar nichts darüber.

    dann erwarte ich eigentlich, dass der Suchende einmal eine Suchmaschine seiner Wahl mit den naheliegenden Suchbegriffen gefüttert hat. Ich gebe ja zu, dass lmgtfy.com immer etwas besserwisserisch daher kommt, aber immerhin verhilft es dem TS zu ein paar Informationen.


    Zum Glück verfügt die Forumsgemeinde ja noch über weitere Quellen, so dass der TS letztlich bekommen wird was er sucht.