Beiträge von mathias81

    Moinsen,

    Bei allen Beispielen von denen ich hier gesprochen habe, passierte das immer vor dem Systemprocessing. Ging gar nicht anders, aufgrund geschlossener Systeme.


    LG Matze

    Ich versuche immer möglichst factdriven zu agieren, ob auf dem Job, bei Seminaren oder Videos. Genau so versuche ich die Inhalte auch zu den Leuten der Branche zu transportieren.

    Ok die Sprüche in Richtung Marketingvoodoo stechen da etwas raus, aber die kann ich mir nicht verkneifen :D


    Was deine Frage angeht, das kannst du auch vor jeder halbwegs massiven Wand machen. Das einzige was sich ändert ist der Pegel der Reflektion (somit auch die Intensität der Auslöschung) weil eine Wand noch in der Vertikalen eine vollwertige Fläche darstellt. Die Frequenz bleibt gleich. Ähnlich passiert das auch, wenn die Masse abnimmt, wenn man etwa eine Holz / Metallbühne mit Stein vergleicht.

    Ok, danke euch! Ohne jetzt in die Tiefe zu gehen; kann man davon ausgehen, dass ähnliche Subs fast identische akustische Zentren haben? Dass z.B. alle single 18" Subs etwa auf den gleichen Wert kommen?

    Oder ist die Sache dann doch komplexer?

    In etwa ja.

    Der übliche 1 x 18" Sub liegt in der Regel zwischen 40 und knapp unter 50cm. Zumindest die ca. 20 Modelle von Direktstrahler bis zu älteren Hörnchen mit denen ich den Kalkulator in den letzten Jahren verifiziert habe.

    Die vom Marketing gerne propagierte Richtwirkung habe ich bei keiner einzigen Konstruktion, von single 15er bis doppel 21er, nicht feststellen. Das akustische Zentrum findet bei allen omnidirektional abstrahlenden Subs gleichermaßen, abhängig von ihren Abmaßen statt, in Zeit und Pegel. Davon ausgehend findet bei allen Omnisubs die Ausbreitung kugelförmig statt.

    Sollen wir die ganze Aktion mal in einen extra Thread auslagern? Der V-Sub ist ja nur noch ein Beispielsubwoofer unter vielen.

    Das sollen die Mods dann machen wenn sie das für sinnvoll erachaten :) Ich bin faul und weiß nicht wie das geht.



    @ Matze: danke für das Video, das werde ich die Tage mal selber messen, schallharte Bühnen habe ich zwar nur selten, aber mir ist auch schon aufgefallen das die Bässe auf dem Lagerhof besser klingen als vor der Laderampe...


    Interessieren würde mich auch deine Empfehlung für weiche Bühnen aka "Bütecs".

    Geil ist da nichts so wirklch meiner Erfahrung nach.

    Vor offenen Bühnen baue ich mit etwas Abstand fast nur noch inverse gestackte Endfires. Cardioid gradient, ebenfalls mit etwas Abstand, nur wenn es nicht anders geht, also hinten möglichst leise sein muss.

    Danke zegi,

    ich versuche immer alles so zu erklären wie man es bei mir tun müsste damit ich es schneller kapiere :=


    Freut mich wenn diese Art ankommt, ist nicht immer der Fall.... aber ich mache Seminare für Praktiker.


    Ich mache das mit dem Excel Kalkulator den ich gebaut habe und bei meinen Seminaren im Bundle rausgebe. Nicht dass ich da ein Geheimnis draus machen wollte, aber die Excels bergen derzeit doch noch ein gewisses Potential für Fehlbedienung und somit falsche Ergebnisse. Das will ich mit meinem Namen darauf unbedingt vermeiden.

    Merlijn van Veen hat ebenfalls vor ein paar Jahren einen Kalkulator dafür veröffentlicht, am besten mal googeln, den er auf seiner Homepage zum Download bereitstellt.


    Den Ursprung nahm das alles mit der Publikation von John Vanderkoy https://www.aes.org/e-lib/browse.cfm?elib=13746

    Habe ich schon 20 mal gelesen und festgestellt das der gute Mann deutlich schlauer ist als ich :)


    LG Matze

    Du hattest ja bereits in Beitrag #12 geschrieben, dass du bei dieser Art von Hörtest (Allpass direkt auf Kopfhörer) keinen Unterschied wahrgenommen hast.

    Ganz genau, das entspricht auch dem was die Kollegen, die sich hier geäußert haben, auch schon beobachtet bzw. wahrgenommen haben.



    Ich hatte da schon alle möglichen Theorien im Kopf.

    Interessent dabei war, dass die Aha - Effekte in weniger problembehafteten Räumen oder open Air im Schnitt größer waren, was meine Theorien wieder zum Einsturz brachte.

    Open Air ging das, bei dem ein oder anderen verbreiteten und den Technikern bestens bekannten System, soweit das einige gut gebuchte und gesetzte FOH Leute spätestens bei bei Snare und E Gitarre den Kopf in Richtung Driverack wandten und mit recht großen Augen fragten wie das möglichst, dass das System heute so dermaßen aufgeräumt klingt, ins Gesicht springt, tight ist usw...


    Im Zenit in München zum Beispiel drehe ich, wenn ich keine Unmengen an Inputs abholen muss, den Spieß beim Phasematch zwischen Main und Side PA oft um und Betreibe einen der beiden Lakes nicht im Contourmode.

    Dadurch sind Allpässe möglich, beim LM44 netterweise bis BW 0.1, der Mesamode nervt aber halt trotzdem :D

    Hintergedanke ist die glattere Phase, oder das geringere Groupdelay, der Side PA für die Main zu realisieren.

    Was dann passiert ist, dass das Mainsystem mittels IIR basierten Allpässen (19 Stück an der Zahl, mehr kann der LM 44 nicht wenn man noch einen HPF benötigt), Polaritätsumkehr und knapp 1,5ms mehr Grundlaufzeit, die durch die ganzen Alpässe entstehen, auf die Side PA gematched wird, bzw. ihre Phase entzerrt oder Gruppenlaufzeit korrigiert wird, mit der Side PA als Referenz. Üblich wäre der Weg andersrum, aber Ziel war ja auch die Main zu korrigieren.

    Das Ergebnis ist erstmal ein gematchter spatial Crossover, aber auch eine, in dieser akustisch nicht unbedingt schönen Schäpperhölle, tightere usw.... Main PA.

    Allerdings höre ich selbst, im Zenit, den Unterschied am wenigsten von allen Venues die ich so kenne.

    Ein recht kompetenter FOH Mann einer Metalcore Band aus Übersee, der einen verdammt guten Job macht, hat aber auch dort sofort mitbekommen, dass dieses System X dieses mal anders aufspielt als sonst und war davon sehr positiv angetan. Ich war als local Systemer für die ansässige Company am Start und nicht mit dem Kollegen auf Tour, zumindest bis dato nicht.

    Da der Tag recht entspannt und der FOH Mann sehr interessiert war, haben wie uns die Zeit genommen immer den gleichen Mainhang mal mit dem zweiten Weg des LM44 Moduls, der flat war, und mal mit dem ersten Weg, der das genannte Processing inne hatte, zu besaften. Auch da waren die Unterschiede hörbar, allerdings deutlich weniger stark als sonst.

    Um gleich alle Zweifel auszuräumen, es wurde nur die Phase bearbeitet und das nur in den Main L/R Modulen. Diese Module fütterten die Systemamps, die das vom Hersteller vorgesehen Processing bereitstellten, der typische Rock'n'Roll frontend Fall eben. Bei dem A/B vergleich waren alle andern Quellen inkl. Subwoofer, Fills, Side PAs usw. aus.


    Der Grund warum ich das erzähle ist, dass wer das Zenit kennt, nun zumindest die akustische Umgebung erahnen kann. Da reisen ja doch einige Kollegen durch und haben dort schon alle möglichen Systeme gehört.


    Ich habe gerade mal die Messungen der Phasenfrequenzgänge rausgekramt. Siehe Anhang.

    Selbst das bisschen Groupdelay das in diesem Fall aus dem System genommen wird, ist hörbar.


    In Rot: "Main Phase EQed" so nenne ich das nunmal ;) steht für Laufzeitentzerrt / koriegiert

    Und ich weiß auch, dass auf dieser (der roten) Kurve im HF noch 3 APF fehlen, aber die gibt der Lake nicht mehr her. Dass die Phase nicht wunderschön ist weiß ich auch, sie wurde aber auch im üblichen Gewusel innerhalb von 5 Minuten zurechtgeschraubt ;)

    Diese 5 Minuten haben sich aber im Gesamtergebnis schon viele male bezahlt gemacht und der Match zu den Nearfills war so auch ein Kinderspiel.


    In Grün: die originale Phase der Main PA


    In Blau: die Side PA

    Post 59 war mir schlicht zu "kategorisch", weil es, da haben wir wieder die andere Betrachtung, doch Zeiten sind, wo am obern und unteren Frequenzbereichsende des zeitverzögernden Gliedes (Allpass) Vorsicht angesagt ist.

    Das ist meine persönliche Betrachtungsweise in der 90 Grad, auf 100 Hz bezogen 2.5ms sind, auf 1khz 0,25ms und die somit einer Periode bei 4kHz entsprechen, schnelles Beispiel aus der Hüfte. Das kann man in der IR wie auch im Phasenfrequenzgang ablesen. Der Verständnis dafür versuche ich in meinen Seminaren immer wieder über die drei Tage zu schärfen bis das den Teilnehmern aus den Ohren kommt. Wenn diese Zusammenhänge greifbar geworden sind ist auch das matchen vorn verschiedenen Phasenfrequenzgängen, einfachstes rechnen von Lowmidbeamsteerings mit APF kein Problem mehr. Wenn das dann mal sitzt, ist auch der Weg zum FIR Design nicht mehr weit.



    Was das simulieren eines verzerrten oder glatten Phasenfrequenzgangs angeht braucht man nicht einmal einen FIR Designer. Da reichen ein paar Allpassfilter (IIR) schon aus.


    Ich für meinen Teil halte 48kHz in einem sauber gepegelten und geclockten System für absolut ausreichend, biete aber auch oft 96kHz an, wenn es die jeweilige Struktur hergibt. Ich glaube die 48/96/192kHz Diskussion brauchen wir im Netz nicht führen oder zu einem Ergebnis bringen wollen :)


    Am einfachsten ist das so ja, besser hörbar aus von mir bisher nicht greifbar gewordenen Gründen, wenn ein Lautsprecher so bearbeitet wird.


    Das Niveau des Austauschs hier gefällt mir zuweilen auch sehr gut. Neutral und sachlich, so wie man es sich wünscht. Danke hierfür :)


    LG Matze

    Hier auch MacBook 2008! Das kann so verrückte Sachen wie CDs abspielen, SD-Karten formatieren ohne Adapter ... ;)

    Das ist mittlerweile total out. Hip ist, nicht einmal mehr ein Loch für ein Cat Kabel zu haben und für jeden Furz und Feuerstein einen Adapter zu brauchen. Da ich aber so gar nicht hip bin oder sein will, bin ich vor 5 Jahren zu Windows zurückgekehrt - nach 21 Jahren Mac.

    Ein kurzes Update:

    Ich habe heute das schöne Wetter genutzt und beide Teile des Videos "abgedreht".

    Leider, wie das so ist wenn zwei Tontypen eine professionelle Videocam benutzen, speichert das Teil die Daten in irgendwelchen komischen (unglaublich großen) Formaten, die man als Otto nicht einfach mal so abspielt oder öffnet.

    Ich muss also auf die Dinge die wir mit der Cam aufgenommen haben, bis morgen warten. Sonst hätte ich das Video schon online.

    elektronsiches Beamsteering versucht eigentlich nix anderes zu machen als das mechanische Verbiegen und damit verbunden Laufzeitunterschiede der Linearrayelemente nachzuahmen. Unterschied zum mechanischen Curven ist, dass die Abstrahlcharakteristik hier nicht genutzt werden kann. Je nach Fequenzbandbreite der einzelnen Lautsprecher zu deren mechanischen Abmessungen kommt es zu "Kammfiltereffekten". Mechanisch wie elektronisch.

    Das sehe ich ich anders bzw. hängt vom Ansatz ab.

    So ziemlich alle gewinkelten Arrays, oder auch Pointsourcecluster, haben prinzipbedingt das Problem, dass durch die Winkel ein Lowmidbeam entsteht den man, da wo er entsteht, nicht haben will.


    Die Winkel werden, zum unteren Ende des Arrays hin, zwangsweise größer. Die Elemente wandern somit mechanisch nach hinten, erzeugen also Delay und "steeren by Design" einen von der Zeilenlänge abhängigen Frequenzbereich knapp über das unterste Drittel des Arrays bzw. dahin wo dieser Teil des Systems im Venue einschlägt. (V Dosc Manual etwa ab Seite 152 und schon viele hunderte male in der Praxis verifiziert)

    Kurzer Einschub: Werden die Winkel im unteren Teil des Arrays wenig oder kaum größer, also ein recht gerades Array, erfordert der obere Mittelton und HF deutlich mehr an EQing, es entsteht weniger Isolation, also Spielraum für HF Korrekturen mit dem EQ, zwischen einzelnen Elementen und Gruppen. Weiterhin hängt das Array dann zwangsweise recht tief, was sich in der Regel kontraproduktiv auf den Leveldrop zwischen den ersten und den letzten Reihen auswirkt.

    On top werden dazu noch die, aufgrund des geringeren Abstandes zu den ersten Reihen auftretenden, Probleme mit der Wellenkrümmung im HF (Mattias' Stichwort mit Lambda/4) stärker hörbar - man kann sich nun aussuchen welcher Kompromiss einem lieber ist....


    Die ursprünglichen Beamsteeringansätze, die ich ab dem Jahr 2005 kenne und mitbekommen habe, setzen bei diesem eingangs genannten Beam, der zwangsweise durch das für den HF erforderliche Curving entsteht, an und versuchen diesen elektronisch aufzulösen. Das gelingt auch, wenn man weiß was man tut, recht schnell und zufriedenstellend mit der in den vorigen Beiträgen erwähnten Methode.

    Das ganze funktioniert, in einem Array von z.B. 9-12 Elementen, sogar weitgehend problemlos in 2er oder 4er Gruppen innerhalb des Arrays und wenn man ein bisschen nachdenkt, oder bei mir im Seminar war, muss man das nicht mal mehr großartig messen.

    Ich setze die nötigen Allpassfilter mittlerweile in dem Moment ab dem ich die Zeilenlänge kenne und verifiziere das beim Ablaufen einmal kurz mit schalten zwischen bypass und active der Filter.

    Wenn ich nicht gerade etwas für die Verwendung als Lehrmaterial oder für weitergehende Versuche oder Ansätze festhalten will, messe ich das nicht mehr. Beamsteering / spread simplyfied nenne ich das.


    Was heutzutage in den Pommeslautsprechern, die meistens mechanisch nicht gewinkelt sind, gemacht wird, ist ein Beamsteering über das ganze, je nach Zeilenlänge kontrollierbare, Frequenzband.

    Ich persönlich halte das für problematisch und habe das auch noch fast nie in gut gehört. Problematisch weil das, wegen der fehlenden Winkel, nun mit einer ungleich größeren Menge an Allpässen passieren muss, die allesamt den Impuls verschmieren - nun kommen wir wieder zur Phasen / Gruppenlaufzeitkorrektur - Es sei denn, der Hersteller minimiert das Problem durch eine Laufzeitentzerrung / Phasenkorrektur (kann man aus meiner Sicht nennen wie man will) Diese bezahlt er wiederum mit Latenz.

    Ich bleibe dabei, dass man die unkorrigierte Phase / Gruppenlaufzeit hört. Sie steht im mathematischen Zusammenhang mit der, IR wie TomyN das auch schon treffend sagte.

    Das ist meiner Meinung nach der Grund, warum z.B. die ersten EAW Anya Demos meistens mit "Beamsteering funktioniert, das klangliche Endergebnis hat mir aber nicht so gut gefallen, es war ein bisschen untight, verwaschen...usw." kommentiert wurden.

    Ähnliche Aussagen werden oft auch getätigt, wenn man mit den verschiedenen am Markt befindlichen Beamsteeringansätzen einiger Hersteller etwas "übertreibt", was früher oder später in weitläufigeren Phasen / Zeitversätzen und Verschmieren oder Verzerren der IR / Phase / Gruppenlaufzeit endet. Je nach maximaler Latenz des für die Laufzeit / Phasenkorrektur benötigten FIRs, können diese Verzerrungen / Verschmierungen gar nicht, oder nur noch zum Teil, ausgeglichen werden. Noch schlimmer wird es wenn gar keine Korrektur gemacht wird - da sind wir wieder beim Thema, it is audible.


    Das Prinzip ist grundsätzlich das gleiche wie das von mir beschriebene, allerdings muss man mit einer ungewinkelten Zeile, wegen der nun hinzukommenden Bearbeitung des HFs, die Treiber einzeln anfahren um in dem Bereich mit entsprechend kleineren Zeitversätzen arbeiten zu können - also werden im HF auch noch verschiedene Allpässe gesetzt - einfach ausgedrückt.



    Im Grunde habe ich genau das in Post 59 gesagt, ohne das genauer auszuführen. Das sollte aus meiner Sicht Grundlagenwissen eines jeden Systemers sein der es halbwegs ernst meint. Falls nicht gibt es dafür Seminare von MarkusZ, Michael Häck, Merlijn van Veen, Meyersound, sicherlich auch ThomyN in mit seinem Satlivetag online, mir......



    Vlt kann mathias81 aber hier mal reale Laufzeiten eines per beamsteering gefahrenen Systems einstellen. Ich kann mir sehrwohl vorstellen, dass grad in der Anwendung im oberen Frequenzbereich das Abstrahlverhalten dominant genutzt wird und deshalb auf eine entsprechende, übermäßig kammfiltereffekte verursachende Laufzeit verzichtet wird. Da fehlt mir schlicht die Praxis.

    Leider kann ich an der Stelle nicht mit ernsthaft ausgeführten Vergleichsmessungen dienen, da ich dazu übergegangen bin, die in manchen Systemen verfügbaren "Autobeamsteering / Processing Algos" nicht mehr zu benutzen, weil die meistens nur einen bestimmten Frequenzbereich erfassen können (FIR-Latenz) und ich, was "mein System" angeht, ein Kontrollfreak bin. Ich habe das gerne selbst in der Hand bzw. mag grundsätzlich keine Software, die etwas tut und mir nicht erzählt was...


    Was die Pommesstangen PAs angeht kann ich dahingehend leider auch nichts anbieten, weil ich für das Tuning oder deren Benutzung am offenen Markt nicht buchbar bin.

    Ich war, was das angeht zwar schon für manche Hersteller unterwegs (nicht beim Kunden), will aber meinen Namen nicht in Verbindung mit solcherlei Marketingansätzen genannt wissen :)



    Wurde mal wieder ein bisschen länger und sorry für die bestimmt vorhandenen Schachtelsätze


    LG Matze

    Muss man beim Beamsteering nicht übe den gesamten Frequenzgan um die selbe Zeit verzögern? Es geht dabei doch um das virtuelle verschieben der einzelnen Lautsprecher.

    Auf gar keinen Fall, da handelst du dir Kammfilter vom feinsten ein.


    Als einfaches Beispiel:

    Du hast ein Array das 3.4m lang ist und daraus folgend einen Lowmidbeam von 3-4 dB ( je nach Curving) im Bereich von 150 - 450Hz hat (bei der Länge üblich).

    Diesen Beam willst du auflösen. Dazu müsstest du in diesem Frequenzbereich ca. 90 Grad Phasenversatz (je nach Pegelverhältnissen) erzeugen. Für 300Hz (t=3.3333ms) würde das ein Delay von etwas mehr als 0.8ms bedeuten. Wenn du das mit einen Fullrange Delay (wie ich das normale Delay nenne) machst, funktioniert das bei genau dieser Frequenz. Bereits eine Oktave darüber (600Hz) werden aus deinen 90 Grad dann aber 180, also eine astreine Auslöschung. Das ganze kannst du nun nach oben hin bis 20kHz beliebig vorsetzen - du zerschießt dir den kompletten Bereich oberhalb des genannten Bereichs. Das machst du so genau einmal :)

    wir wollten ja schon 2020 ein treffen machen, in dessen rahmen es ein paar fachbeiträge geben sollte.

    imo wäre es doch mal ne interessante idee, dabei auch zu probieren, ob man unterschiede über lautsprecher hören kann.

    Da wäre ich dabei.....


    eine frage habe ich noch:

    mathias81, du hattest erwähnt, dass du sogar ein ein beamsteering system in der phase bearbeitet hast. nach meinem verständnis ist ja der trick hinter so einem system, dass man die phasenlagen verschiebt. ich kann mich natürlich irren, denn ich bin kein ingenieur. aber hat das system nach dieser phasenkorrektur dann auch noch einwandfrei funktioniert?

    Ingenieur bin ich auch nicht. Ich bin nur ein mäßig guter Realschüler und gelernter Elektriker, der irgendwann die Schnauze voll hatte von Werbesprüchen und damit verbundenen Nebelkerzen, von wegen das seien Anwender / Messfehler / "der Raum".... das Markenschild

    Und ich hatte das Glück mit komplett offenen DSPs sozusagen aufzuwachsen und gleichzeitig das Glück im Unglück, dass, als ich noch Material hatte, die Lautsprecherbude meines Vertrauens zwar grandiose Amps, DSPs, später Controlleramps gebaut hat und meistens auch keine schlechten Lautsprecher, jedoch eher selten ein gutes Preset abgeliefert hat.

    Zunächst mit Smaart 5, der blauen Meyerbibel unterm Arm und Anfang der 2000er mit der Erkenntnis, dass ein Linearray mich einer gleichmäßigen Beschallung erstmal nicht näher bringt, habe ich mich dann da Stück für Stück festgebissen. So ging das seinen Gang.

    Lust habe ich auf den ganzen Physik Hickhack eigentlich nie gehabt, aber nur so kam ich dem Ziel, einer tonal möglichst gleichmäßigen Beschallung, näher.

    Geprägt wurde der Weg von den üblichen Verdächtigen wie Bob McCarthy, Markus Zehner, Michael Häck usw.

    Irgendwann entstanden dann aus dem ganzen Input teilweise eigene Ansätze und ein Forschungsdrang.

    Das alles lief immer nach dem Schema, Problem, Auswirkung, Ursache, hörbar, messbar, früher oder später begründbar, dann Lösung und verifizieren bzw. reflektieren... und nicht auf Marketingsprüche, sondern auf das was am Ohr und in der FFT Software ankommt hören und schauen.

    Soviel zur Vita *lach*


    Im beamgesteerten Array oder Cluster wird bewusst mit Phasenversätzen bei bestimmten Frequenzen gearbeitet, ja. Sofern das nicht mit Allpässen 4. Ordnung, die man bis 90° frei verschieben kann, geschieht, passiert das in der Regel mit Allpässen 2. Ordnung die man gegeneinander verschiebt. Das bedeutet aber, dass im Gesamtsystem dadurch erstmal 360 Grad Phase dazu kommen, obwohl man eigentlich nur 90 -120° ( je nach eignem Ansatz und da wo ich das bisher out of the Box gesehen bzw. gemessen habe) Versatz zwischen den Zonen im Array oder Cluster erzeugen will.

    Da ich weiterhin aus den in vorigen Posts genannten Gründen, erstmal der Überzeugung bin, dass man die absolute Phase eines Systems hört, nehme ich den sozusagen den unnötigen Teil an Phase / Groudelay im Master EQ wieder heraus.

    Mein Ansatz, den ich auch lehre ist, dass der Phasenfrequenzgang im Prinzip der Zeitbruder des Amplitudenfrequenzgangs ist und auch so behandelt gehört. Haben zwei Lautsprecher, die man verheiraten will, unterschiedliche Magnituden gleicht man das durch frequenzabhängiges Leveln an. Genauso muss es mit der Zeit / Phase passieren, falls das nicht matcht.

    Im Cluster oder Array wäre die Analogie so, dass man ja bekanntermaßen einzelne Zonen / Gruppen, zumindest im HF mittels frequenzabhängigem Leveln angleicht (EQ / FIR EQ). Wenn die Zonen angeglichen und das ganze System in Zonen / Hangs usw. fertig, kommt der Master EQ.

    Im Lowmid macht Equalizing in Zonen / Gruppen innerhalb von Clustern oder Arrays keinerlei Sinn, also kommt da das Beamsteering (also frequenzabhängiges delayen) zum tragen. Wenn das innerhalb der Arrays / Cluster erledigt ist, sollten die verschiedenen Hangs oder Stacks gematched werden, zumindest falls das von Haus aus nicht der Fall ist. Danach kommt der Master EQ für Zeit / Phase dran und in den letzten Jahren hat sich für mich herausgestellt dass die absolute Phase Geschmackssache ist, wie der Amplitudenfrequenzgang auch.


    Werbeblock: Beamsteering ist übrigens am dritten Tag meines Seminares dran. Das matchen unterschiedlicher Phasenfrequenzgänge zwischen verschiedenen Quellen lernt man spätestens am zweiten Tag morgens und das Glätten der absoluten Phase, IIR oder FIR basiert, kommt im Level 2 :)