Beiträge von mathias81

    Hallo zusammen,

    für das Frühjahr 2020 gibt es neue Termine für mein dreitägiges Seminar.


    2. - 4.3.2020 Unbranded Sound System Design & Engineering in Köln hosted by RCF & dB Technologies

    https://www.facebook.com/events/3548102445263360/


    10. - 12.3.2020 Unbranded Sound System Design & Engineering in Buchholz in der Nordheide hosted by Groh PA

    https://www.facebook.com/events/879030142512128/


    7.-9.4.2020 Unbranded Sound System Design & Engineering in Heilbronn hosted by Audio Pro

    https://www.facebook.com/events/273608383615048/


    Weitere Infos und das ein oder andere Tutorial und Introductionvideo findet ihr unter:https://www.facebook.com/DoctorLocke/



    Einige Plätze sind schon belegt.


    Ich freue mich den ein oder anderen dort zu sehen.

    Mit dem Satz dass er unterstreichen will dass meine Aussagen falsch seien wurde von ihm aus meiner Sicht etwas anderes gesagt....

    Mir ist ebenfalls rätselhaft was es bringt über einen nicht existenten Lautsprecher zu philosophieren den man wenige cm über Kopf aufhängen könnte der dann -5-7 Grad off Axis um deutlich mehr als 6dB abfallen müsste damit das wovon wir sprechen funktioniert oder über Winkelsettings ( 8x5° im unteren Teil) in Linearrays die es in der Realität so nicht braucht und dann on Top zu behaupten dass Streckenverhältnisse in dem Zusammenhang mit Pegelabfällen keinen Sinn ergeben. Wenn dem ganzen noch das Verbreiten von Theorien die in der realen Welt jeder Zeit widerlegbar sind folgt habe ich den Drang bei der Diskussion mit zu machen, in der Regel mit Aussagen die belegbar sind. Am Ende lesen Kollegen mit die sich hier evtl. Denkansätze holen wollen und prompt sind gravierende Fehlinformationen am Markt.

    Wenn ich dabei etwas harsch wirke tut es mir leid, das war nicht Ziel der Übung. Sowas ist in Chats und Foren leider immer etwas schwierig rüber zu bringen.


    LG Matze

    Ok dann muss ich auch nochmal etwas dazu sagen da hier recht selbstherrlich Dinge als falsch und befremdlich gestempelt werden die seit Jahren in der Praxis sowie zahlreichen Versuchen bewiesen sind, in Seminaren gelehrt werden und in der einschlägigen Fachliterartur geschrieben stehen.


    Die Aussage von Tobias was den Pegelabfall von Pointsources angeht die man angeblich nicht anhand der Streckenverhältnisse berechnen kann halte ich bestenfalls für gewagt mit der Tendenz zu komplett falsch, aus oben genannten Gründen. Ich habe seit den 90ern genau auf diese Weise Pointsourcecluster geometrisch über den Pythagoras berechnet, gewinkelt und gepegelt und aberhunderte male die gerechneten Ergebnisse mittels entsprechenden Messungen verifiziert. Es ist messbar, hörbar, begründbar (Kugelfläche) und in Tobias‘ Welt falsch… okay wenn das so sein mag.

    Was ich aber mindestens für bedenklich halte ist dann in einem Forum solchen Unsinn zu verbreiten und Leuten die sich eventuell auch ein bisschen mit der Materie beschäftigen Verständnislücken zu unterstellen.

    Mit Pointsources lässt sich genau auf die beschriebene Weise in gewissen Grenzen recht homogen beschallen indem man sich deren Abstrahlcharakter zu nutze macht und mit dem Pegelunterschied von 0 bis -6dB innerhalb des nominalen Abstrahlwinkels arbeitet um Streckenabfälle auszugleichen. In der Regel ist das aber auch nur innerhalb der nominellen Abstrahlwinkels wirklich anwendbar da ich noch keine Pointsource gefunden habe die außerhalb dieses Bereiches über das ganze Spektrum so gleichmäßig abfällt dass da ein brauchbares Ergebnis zu erzielen wäre. Daher zweifle ich das angegebene Ergebnis von der Aktion bei KV2 auch stark an. Das ist gutes Material, ich habe deren Lautsprecher die letzten Jahre immer wieder bei einigen Musicals verbaut und eingemessen aber gezaubert wird da halt eben auch nicht.


    Anbei die Screenshots der angeblich falschen Berechnung via simpler Geometrie und deren Verifizierung in LA Soundvision.

    Im genannten Bespiel wurde eine LA Arcs genutzt deren Vertikaler Abstrahlwinkel (upside down geflogen) mit 60 Grad angeben ist. 20 Grad davon im oberen Teil des Horns von 0 bis +20 Grad und 40 Grad im unteren Teil des Horns von 0 bis -40 Grad. Heißt: bei -40 Grad ist das Horn 6dB leiser als bei 0 Grad.

    Screenshot 1 „Screen LA Arcs“ zeigt ein Bild des asymmetrischen Abstrahverhaltens der Arcs aus dem Manual. Dazu muss ich anmerken dass im Manual nicht die upside down Anwendung sondern die normale upright Anwendung dargestellt ist, also 30 Grad im oberen und 20 Grad im unteren Teil des Horns. Upside down habe ich sie im Beispiel verwendet um mehr nutzbares vertikales Coverrage zu erhalten mit dem man zwischen 0 und -30 Grad arbeiten kann.

    Ausgegangen wurde von einer zu beschallenden Fläche von 3.4m, Punkt A, (dünner grüner Pfeil) bis 20m, Punkt C, (dünner roter Pfeil) Distanz über Fläche. Also am Boden jeweils vom nächstgelegenen und vom am weitesten entfernt gelegenen Punkt gemessen zu dem Punkt an dem die Pointsource hängt. Siehe Screenshot 2 „Sideview“.

    Weiterhin in Screenshot 2 zu sehen sind die sich ergebenden tatsächlichen Strecken für beide Punkte über den Pythagoras (jeweils die dicken Pfeile) die zur Berechnung der zu erwartenden Pegelabfälle verwendet wurden die laut Tobias nicht anwendbar sind.

    Für Punkt A ergeben sich 5,25m und für Punkt C sind es 20,4m. Wer sich ein wenig mit den seit Jahren bekannten logarithmischen Verhältnissen die durchaus auf die Beschallungswelt anwendbar sind beschäftigt hat weiß jetzt schon aufgrund des grob ansetzbaren 1:4 Verhältnisses dass da ein Pegelabfall von ca. 12dB herauskommt. Genaueres ist in Screenshot 3 „Kalkulation“ zu sehen.

    Dieses Excel tut nichts anderes als über den Pythagoras die Pegelabfälle zu berechnen und weiter unten spielt man dann mit dem Winkel der Pointsource um mittels Winkleung möglichst die 0dB Achse der Box auf Punkt C und die -6dB Achse auf Punkt A zu richten.

    Nun können wir bereits grob erahnen dass wir wenn wir der Box eine Downtilt von den im Kalkulator ermittelten -11.3Grad verpassen mit einem Ergebnis rechnen können bei dem es an Punkt A etwa 6dB lauter ist als an Punkt C.

    Punkt B lassen wir mal außen vor für den Moment.

    Genauer genommen gehen aus dem Kalkulator für Punkt C im Vergleich zu Punkt A -11.47dB hervor. Davon ziehen wir nun 6dB ab weil wir die Nullachse des Horn auf Punkt C ausgerichtet haben dann ergeben sich nun -5.47dB für Punkt C.

    Um das ganze zu verifizieren habe ich den Pegel noch in Soundvision gemappt und zeige in Screenshot 4 „Punkt A SV“ die Pegel für Punkt A und in Screenshot 5 „Punkt C SV“ die Pegel für Punkt C. Es ergibt sich eine Pegeldifferenz von -6.15dB. Die 0.68dB missmatch zwischen Excel und SV sind geschenkt und vermutlich wegzukriegen wenn man die Arcs genauer ausmessen würde wo genau das Horn sitzt und in Soundvision noch genauer auflösen könnte was das Rendering betrifft.

    Geflogen ist die Arcs in 6.24m Höhe. Warum nun 6.24m und nicht 4m wie im Excel Kalkulator? Weil der Excelkalkulator derzeit keine Zuhörerhöhe berücksichtigt und ich von stehenden Zuhörern von 1,7m Größe ausgehe. Dann wären wir immer noch erst bei 5.7m Höhe..... Soundvision zeigt bei Z immer die Oberkante der obersten Box an. Da der Mittelpunkt des Hornes aber weder auf der Ober- noch auf der Unterkante sondern bei etwa 1/3 der Gesamthöhe der Box sitzt und die Box upside down hängt bin ich als hingegangen und habe von den 0.82m Gesamthöhe der Arcs 2/3 (0.54m) als Offset genommen um etwas genauer zu rechnen. Daher kommen die in Soundvision bei Z angezeigten 6.24m.

    Für Tobias fange ich beim nächsten Seminar in zwei Wochen extra die Messungen der Aufbauten mit Pointsources auf Strecke ohne Winkel und mit Winkeln um den Streckenabfall (den wir simpel über Geometrie rechnen und verifizieren und das Ergebnis bis auf 0.5dB stimmt) auszugleichen und Stelle Screenshots hier rein. Dann würde ich gerne wissen wie du Tobias darauf kommst dass das falsch sein soll und ebenso auf die Erklärung dessen.


    Was das Linearray angeht so halte ich deine Aussagen für mindestens genauso bedenklich und einseitig denn auch für das Linearray gilt Physik und in der ist eine Schallquelle die näher am Ohr plaziert ist lauter als eine die sich weiter weg befindet und die Differenz zwischen der kürzesten Strecke und der längsten Strecke wirkt sich auf den Pegelunterschied aus. Das bedeutet dass bei einem tiefer geflogenen Linearray, egal wie du es winkelst, der Pegelunterscheid zwischen der ersten und der letzten Reihe immer größer sein wird als bei einem das höher hängt. Dazu kommt dass ich noch kein Linearray vor dem Messmikrofon hatte bei dem große Winkel von 5° und mehr nicht zu Problemen mit der Wellenkrümmung im HF geführt hätten welche sich über den Abstand (also Höhe) relativieren. Ich erlaube ich mir an der Stelle das V Dosc Manual als Lektüre zu empfehlen. Da stehen generell viele wissenswerte Dinge darüber drin wie Linearrays funktionieren.

    Das Argument von den großen Festivals und wirklich dicken Beschallungen von wegen dass da keine großen Winkel stattfinden und die Arrays da auch nicht hoch hängen ist schlichtweg falsch. Ohne jetzt groß rumpoltern zu wollen was wer für Jobs macht sind bei mir K1/GSL K2/KSL/J und Co in 12-20er Rudeln relativ häufig an der Tagesordnung und auch bei diesen Längen sind Winkel von 5° und mehr im unteren Teil des Arrays üblich und notwendig, ebenso wie eine unterste Kante von mindestens 4m und mehr. Man könnte auch ganz stumpf die Frage stellen woher es kommt dass es seit Jahren den Kara Down K1 Bumper gibt oder warum man selbst auf richtig großen Stadionbeschallungen K2en unter den K1 Zeilen hängt…. Weil die K1 nur bis 5° Grad öffnet und das oft nicht ausreicht…..

    Weiterhin weiß wer solche Jobs macht auch dass man oftmals regelrecht genötigt wird sein Array so hoch wie es geht zu fliegen wegen Kameras, Video usw…. ich zweifle daher gerade ein wenig an dass mancher der hier auf den letzten Seiten die genannten Behauptungen aufgestellt hat schon öfter mal die Arrays in der genannten Größenordnung geflogen und beackert hat.

    Dieser Beitrag ist nicht persönlich gemeint. Wenn man mir aber sagt dass Dinge die schon unzählige Male verifiziert wurden falsch sein sollen möchte ich dazu gerne mehr lesen als ein paar Behauptungen.


    LG Matze

    Da sind wir verschiedener Meinung, ebenso wie beim Linearray.

    Wie soll denn deiner Meinung nach da die Physik überlistet werden? Jede Pointsource der Welt fällt mit 6dB pro Entfernungsverdopplung ab, ebenso wie das Linearray ausserhalb des Nahfeldes. Bei der Pointsource kann man durch den Neigungswinkel in gewissen Maßen dagegen halten wie beschrieben. Ich habe noch keine Pointsource gesehen bei der es anders wäre. Warum sollte das Streckenverhältniss seine Gültigkeit verlieren? Kläre much da mal bitte auf.

    Mal so schnell aus der Hüfte.... die 2dB auf 100m kaufe ich nicht ohne das selbst gemessen und gehört zu haben.

    Dazu kommt dass da ja noch ein Downfill in den Video zu sehen ist. Gehen wir also mal davon aus dass das VHD 5.0 ein Streckenverhältniss von 10 -15m zu 100m meistern musste. Also ein Verhältnis von 1 zu 6 oder etwas zwischen 6 und 7. Macht mal grob überschlagen etwas zwischen 15,6 und 17dB Leveldrop. Machen wir da für den Kopf eine 16 draus. Wenn man es nun schafft das Horn so zu winkeln dass die Nullachse auf 100m zeigt und der -6dB Punkt auf 15m ergeben sich da ohne lange zu rechnen 10-11dB Drop. Ich glaube über den Pythagoras die tatsächliche Flugstrecke zu errechnen kann man sich da sparen denn auf dem Video sieht man eine Bühne die nicht mehr als ca. 6m Flughöhe hergibt, das wird nicht mehr viel Unterschied machen.

    Nicht dass ich das KV2 Zeug nicht mögen würde aber die 2dB halte ich für nicht machbar, auch für das VHD gilt die Physik.

    Die Anfälligkeit was Wind angeht ist nach meiner Erfahrung 1 zu 1 daran gekoppeltwie gut oder schlecht große Winkel zwischen den unteren Elementen im HF funktionieren. Stichwort Wellenkrümmung.

    Da gibt es sehr starke Unterschiede zwischen den Herstellern und man ist überrascht dass bei manch gesetztem Brand die Windstabilität gegen Null tendiert und man auch jeden Winkel der größer ist als 4 Grad sofort hört.

    Ich habe da über die Jahre mal drauf geachtet und mir ist klar aufgefallen dass die Systeme die im unteren Bereich des Arrays in dem die Winkel größer sind den HF einigermaßen im Griff haben wesentlich später im Wind zerfallen als diejenigen bei denen man schon bei recht kleinen Winkeln "Phasing" zwischen den Elementen wahrnimmt.

    Heißt: Wer die Wellenkrümmung im HF von Haus aus recht gut im Griff hat (also einen gut funktionierenden Waveformer verbaut) hat auch bei sich ändernden äußeren Bedingungen weniger Probleme mit zu hoher Wellenkrümmung und ist damit windstabiler.

    In letzter Zeit kommt in einigen Gesprächen sowie in meinem Seminaren öfters das Thema Silenttuning auf. Da ich auch die ein oder andere Fachdiskussion über Uptilts in Linearrays hatte habe ich beide Themen sowie den automatischen Beamspread und Beamtilt simplified für die schnelle Anwendung im Alltag in einer kurzen Abhandlung erfasst. Als Beispiel diente eine Musicalthater in dem ich für das Systemtuning engagiert war.


    https://m.facebook.com/story.p…351088&id=379439795855372

    Hallo zusammen,

    ich freue mich euch für das Spätjahr 2019 neue Termine für mein 3 tägiges Seminar präsentieren zu können.


    10. - 12.9.2019 Unbranded Sound System Design & Engineering in Gilching bei München hosted by Limelight


    4. - 6.11.2019 Unbranded Sound System Design & Engineering in Köln hosted by RCF & dB Technologies


    26. - 28.11.2019 Unbranded Sound System Design & Engineering in Stralsund hosted by Sound Projekt


    Weitere Infos, Anmeldung und das ein oder andere Tutorial und Introductionvideo findet ihr unter:https://www.facebook.com/DoctorLocke/


    Inhalt und Themen:

    - Schall und Schallausbreitung

    - Frequenz, Periodendauer, Phase, Wellenlänge, Gruppenlaufzeiten

    - Wichtige Formeln und Kenngrößen für den Systemtechniker, Addition bzw. Summation

    - Phase, hört man Sie und wenn ja wann?

    - Polarität, Kammfilter

    - Abstrahlcharakteristika von Lautsprechern, Point Source, Linearray

    - Messtechnik, FFT Analyzer, Mapping und Prediction Tools, freie geometrische Planung eines einfachen Systems

    - Controller, EQing, Trennfilter, Limiter, einfaches Rechnen mit dB

    - Timealignment, Sub – Top Alignment, wie und wo?

    - Entzerrung bzw. Angleich der Gruppenlaufzeiten verschiedener Lautsprecher ( passiv, bi-triamped )

    - Planung Aufbau und Tuning eines kleinen Setups ( Main, Nearfill, Sub)

    - Bas(s)telstunde Vol. I, Subwooferarrays, “L/R Bass” vs. Distributed Subarray (“Arc”) + L/C/R,

    - Allpassfilter, Beamsteering

    - Timealignment und Sub Top Alignment Vol. II + III

    - Bas(s)telstunde Vol. II Cardioid Endfired + Gradient




    Beste Grüße und bis bald

    Matthias

    EIne Arcs II habe ich gerade nicht im Petto aber die ganzen passiv und biamp Speaker von L Acoustics haben so ziemlich genau den gleichen Phasenfrequenzverlauf. Kara/ArcsWF/ArcsII matchen erfahrungsgemäß ziemlich exakt.

    Mein letzter Post mit den Screenshots der Phasenverläufe war nicht von Sub-Top Alignment sondern von 2 Biamplinearrays des gleichen Herstellers ( Main und Side PA ) dessen Phasenfrequenzverläufe im Lomidbereich nicht matchen.

    Ich persönlich halte das für einen Premiumhersteller für ein ziemliches Nogo. Entweder muss der Kram mit den Presets in der Systemampingwelt matchen oder der Hersteller muss die Tools dafür freigeben dass man das Zeug verheiratet bekommt.


    Hier ein Screenshot von einer Arcs Wide mit SB 28_100.

    Sieht den Messungen mit Smaart weitestgehend ähnlich.

    Ein Unterschied ist dass unsere Peakfinds um 0,025ms variieren. Das ist erstmal weitgehend egal würde ich sagen.

    S/N bei beiden Messungen größer 30 dB von dem Peak von dem Stromgenerator mal abgesehen.


    Edit sagt: Ich habe noch ein zweites Bild beigefügt mit einer 0-360 Grad Phasendarstellung.

    genau deshalb und weil ich doll an mir und meinem Setup gezweifelt habe bin ich vor sehr langer Zeit von Systune auf Smaart umgestiegen, obwohl mir viele Leute erzählt haben das geht alles in Systune....

    Das funktioniert in Systune so gar extrem gut, selbst unter widrigsten Bedingungen.

    Man muss dazu allerdinns wissen dass Systune ganz anders arbeitet als smaart. Systune setzt von selbst keinerlei Fenster. Deswegen muss man in Systune für die ungegegensterte TF Magnitude keinen Peakfind machen, heißt du misst erstmal immer alle Reflexionen mit. Smaart unterteilt von Haus aus das Spektrum in mehrere Bereiche, fünf oder sechs waren es glaube ich, und setzt dafür in ihrer Länge einigermaßen passende Fenster. MTW was noch in Smaart 8 dazu kam lassen wir mal außen vor an der Stelle.

    Also Smaart blendet schon mal einen bestimmten Teil an Reflexionen aus.

    Wenn du in Systune in einem Raum eine ungefensterte Phase anschaust siehst du zu 90% nichts verwertbares. Systune musst du sagen was es ein und ausblenden soll, sprich wie es fenstert. Ich benutze dazu fast ausschließlich das TFC Window. Das ist ein Algorithmus dessen Fensterlänge man für 1kHz bestimmt und nach oben und unten rechnet er die Fensterlänge in Verhältnis länger und kürzer.

    Nehmen wir an du misst unter schwierigen Bedingungen und musst sehr kurz fenstern, willst aber eine volle Periode durchlassen. Dazu setzt du die Fensterlänge auf 1ms was der Periodendauer von 1kHz entspricht, machst einen Peakfind der natürlich exakt stimmen muss und Systune zeigt dir die Phase des annähernd reinen Direktschalls selbst in der Arena und 70 m entfernt über das komplette Spektrum.

    Warum? Weil entsprechend der resultierenden Frequenzauflösung mehrere hundert FFTs gerechnet werden mit der exakt zur jeweiligen Frequenz passenden Fensterlänge.


    Beispiel:

    Wir hatten für 1kHz gesagt das Fenster soll 1ms lang sein.

    Für 100Hz ist das TFC Fenster dann 10ms lang. Für 2kHz ist es 0.5ms und für 10kHz ist es nur nur 0.1ms lang usw. Du kannst so absolut saubere Phasen messen. Ich habe so schon Lautsprecherpresets auf dem Job für bi und triamp Lautsprecher gebaut die bereits in der Truss hingen.


    Ich hoffe ich konnte das Prinzip erklären und bitte eventuelle T9 Fehler zu ignorieren ( mir dem Smartphone im fahrenden Nightliner getippt )

    Ich habe damit über Jahre recht viel herumprobiert und A/B verglichen usw.

    Der Grundgedanke ist zu 90% dass via Laufzeitentzerrung mittels FIR basierten Allpassfiltern in einem bestimmten Frequenzbereich eine möglichst glatte Phase erreicht wird. Glatte Phase bedeutet weniger bis kein Groupdelay und die Frequenzen kommen gleichzeitig oder mehr zeitgleich aus der Box heraus.

    Wie einige Kollegen schon sagten muss man dabei aufpassen dass die die Latenz des Filters nicht zu hoch wird und das wird sie zwangsläufig proportional zur steigenden Periodendauer zu den tieferen Frequenzen hin. Heißt: je tiefer man im Frequenzspektrum FIR basiert arbeitet desto mehr Latenz handelt man sich ein - das ist der Preis den man dafür bezahlt.

    Je nach dem wie der unbearbeitete Phasenfrequenzgang der Box aussieht (wenn man keine invertierten Allpässe benötigt) und wenn der Controller ausreichend hohe q Faktoren für die Allpassfilter hergibt kann man das auch IIR basiert lösen. Ich erlaube mir hier mal einen kleinen Beitrag über das Thema zu verlinken den ich mal auf Facebook verfasst habe.

    https://www.facebook.com/Docto…86951861770830?__tn__=K-R


    Das Ergebnis der glatteren Phase habe ich ich in vielen Fällen vielen auch Kollegen blind A/B hören lassen und dabei wurden bis auf eine Ausnahme immer die Laufzeitentzerrten Hangs oder Pointsources favorisiert.

    In der Livepraxis sieht es oft so aus dass man versucht bis ca 200 oder 300Hz eine +/- 60° Phase zu erzeugen.

    Was ich auch schon gemacht habe ist bis 400Hz FIR basiert und unterhalb 400Hz IIR basiert zu arbeiten. Ich nenne das für mich ein Hybrid. Auch das funktioniert recht gut.

    Ich weiß zwar nicht womit ich so eine sachliche Antwort verdiene aber ok.... Das Pseudomodeprodukt ist von einem seit Jahren ziemlich weit vorne mitspielenden Hersteller.

    Soweit ich dich verstanden habe hast du von Impulstreue die auf eine möglichst glatte Phase zurückgeht gesprochen.

    Mit der Messung des Modeproduktes wollte ich zeigen wie weit es damit bei aktuellen Produkten mancher Premiumhersteller her ist.


    Edit sagt: Die Ansicht der Messungen der angeblich fehlerhaften und defekten Pseudomodeprodukte im Freifeld jeweils ein Element single am Boden ohne Frontendprocessing bestätigt die gezeigten Messungen. Den Fred für kaputte und fehlerhafte Setups können wir uns also sparen.

    Solche Messungen die ich Portraits nenne mache ich von den meisten Speakern mit denen ich ab und an zu tun habe um auf dem Job die Richtigkeit von Messungen verifizieren oder im Vorfeld schon abwägen zu können ob ich für bestimmte Kombinationen zusätzliches Processing brauche.

    der akustischen Gesamt-Phase zu 0 haben und somit die tatsächliche Impulsantwort recht wild aussehen würde WENN sie den gezeigt würde :D. Premium Line Arrays mit Phasenlinearem FIR hingegen SIND von Grund auf Phasen und Impulsantwort Optimiert mind. Minimalphasig und haben deshalb im Grundansatz schon um Dimensionen eine bessere Impulsantwort ... die paar Prozent die dann beim Curving wieder abgehen fallen da nicht sonderlich ins Gewicht obwohl KV2 genau das Gegenteil "verzählen" möchte. KV2 gehört zu den Firmen die VOR dem Lautsprecher Kabel besonders "toll Predigen" können und dann HINTER dem Lautsprecher Kabel mit besonders "wenig Technologietiefe glänzen" ...

    Da muss ich widersprechen. Das haben im Premiumbereich derzeit auch nur relativ wenige Linearrays. Teilweise ist sogar noch erschreckender finde ich dass selbst im genannten Segment kaum eine Box bzw ein Array zum anderen passt wenn man sie verheiraten will sodass man wieder mit Allpassfiltern rumhantieren muss.

    Die Gesamtphase der Systeme ist zum Teil auch bei sehr angesehenen Herstellern bestenfalls katastrophal. Wo das Problem liegt das so anzugleichen dass die Lautsprecher hausintern nicht wenigstens zueinander matchen ist mir ebenso rätselhaft wie dass ich nicht verstehe warum man keine Laufzeitentzerrung in den Presets realisiert wo man doch eh alles mit Systemamping betreiben muss. Es gibt einige Hersteller die das teilweise seit über 20 Jahren so machen ja aber die sind gerade out.


    Anbei ein Screenshot zweier Hangs eines geraden recht angesagten Premiumherstellers ( allerdings blanko weil ich mich sonst wieder Anrufe und Briefe von Rechtsabteilungen bekomme) in dem Falle Main und Sidehang.

    Man sieht dass die Phasen nicht matchen und dass der Sidehang ( orangefarbener Phasengraph) einen APF bei ca 500Hz bräuchte und man sieht auch dass der Mainhang (blau) zwischen HF und LF gut 900° Phasenversatz hat.

    Was das in Groupdelay und somit Impusltreue bedeutet kann man sich vorstellen bzw ausrechnen.


    PS: Ich will nicht in die Pointsource vs. Linearraydiskussion einsteigen aber gematchte Phasen bzw. Optimierte absolute Phase der aktuellen Systeme ist auch 2019 großteils immer noch ein frommer Wunsch.

    Hier habe ich mal eben einen Screenshot der Messungen im genannten Setup gemacht. Das waren 10 J, mit D12 betrieben.

    Etwas Leveltapering und die EQs in Zweiergruppen um den HF Verlust zu kompensieren wurden in R1 realisiert.

    Das Beamsteering (Beamtilt nach oben bzw. hinten im Verhältnis 1:1.2 Down zu Mid und 1:1.5 Down zu Up) wurde in einem vorgeschalteten Controller mit Allpassfiltern gemacht.

    Die Aufteilung dafür war von oben nach unten betrachtet war wie folgt:

    UP: Element 1-4

    Mid: Element 5-8

    Down: Element 9-10



    Zum Screenshot aus Systune:

    Die Messungen sind nicht ganz frei von Störgeräuschen da beim Aufbau recht viel los war was Stapler, Generatoren usw angeht. Die Tendenz zeigt sich aber ganz gut.

    "1-2" = Messung in der Mitte der Obersten beiden Elemente

    "3-4"= Messung in der Mitte der nächsten beiden Elemente usw....


    Smoothing 1/3 Oktav um es übersichtlicher zu halten.



    Einen Screenshot aus Arrycalc habe ich noch mit beigepackt.

    Angezeigt werden 250Hz und 8kHz.

    250Hz weil dort der Beam vor dem untersten Drittel gut zu sehen ist und 8kHz um zumindest einen Eindruck zu bekommen was im HF passiert. Bis 16kHz ist die Streckendämpfung natürlich deutlich höher. Das wurde soweit möglich per EQ ausgeglichen.

    Gezeichnet sind im Arracalc 120m um den Overshoot ein wenig abzuschätzen. Beschallt wurde bis 90m und es war das Ziel innerhalb 6dB Pegelverlust bei möglichst gleichmäßiger Hüllkurve zu bleiben.


    Edit: Teilweise ist der HF Bereich etwas dem Wind zum Opfer gefallen und zwischen 1-2 kHz ist das ganze nicht 100% gleichmäßig, irgendwas ist immer :)

    Mir geht es wie dir in allem was ich tue um eine gleichmäßige Hüllkurve. Den Vergleich habe ich A/B mehrmals gemacht und klar entschieden, mit J. 12 Scheiben lang. Tuning was EQ (HF) angeht in Zweiergrüppchen und beansteering in 4er Gruppen mit vorgeschaltetem Controller.

    Eine 12 lange J Banane hat einen Beam von etwa 150 - 450Hz der mit Arrayprcessing nicht aufzulösen ist weil der FIR zu kurz ist. Das lässt sich problemlos wie beschrieben steeren. Outdoor mit einem Beamtilt nach oben und indoor mit einem Spread. Homogenität im HF ist ein simples Resultat aus Winkeln und etwas EQ. Beam und Auslöschungen im Array im Lowmid und Mitteltonbereichbereich sind der Zeilenlänge in Verbindung mit dem Curving und dem Treiberabstand geschuldet und kommen in jedem Array vor.

    Änderung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit wirkt sich schon immer gleich auf den HF und oberen MF aus und lässt sich berechnen. Merlijn van Veens Kalkulator taugt dafür recht gut falls man es rechnen will.

    Flächen die plötzlich leer bleiben kann man recht einfach mit ein bisschen EQ im HF bedämpfen.

    Ich lade morgen mal einen Screenshot von Messungen von 10 Js bei einer Klassikgeschichte hoch. Wenn du da mit Arrayprocessing in die Richtung des Ergebnisses ( möglichst gleichmäßige Hüllkurve) kommst nehme ich alles zurück was ich sagte und will dann wissen wie ich den AP Dialog einstellen muss um das zu erreichen.


    Was die benötigte Zeit angeht so ist das nach ein paar Anwendungen in 15 Minuten gemacht wenn man es misst.

    Mir tun sich für das Beanateering seit ca. einem Jahr Wege auf das nicht mehr messen zu müssen und recht einfach rechnen zu können die ich nun verifizieren konnte. Erst am letzten Wochende habe habe ich das aufgrund der örtlichen Situation ( kurzer Slot für Messen und Soundcheck und bis kurz vor knapp viel befahrene Hauptverkehrsstraße ) in Zürich auf der Streetparade ein weiteres Mal auf die Probe gestellt und es hat funktioniert. Aus den genannten Gründen kann ich für diese Aktion aber keine verwertbaren Messungen anbieten. Da waren es 12 J pro Seite.