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Die Zukunft der Musikindustrie

  • ivo
  • 22. Februar 2005 um 15:43
  • ivo
    Beiträge
    182
    • 22. Februar 2005 um 15:43
    • #1

    Ein kleiner Text, fuer die, die ihn noch nicht kennen:

    2002:
    Als beste Künstler werden Madonna, Herbert Grönemeyer, Tom Jones, Cher, und Santana ausgezeichnet. Zu den Top-Hits gehören Westlife mit "Uptown Girl", die No Angels mit "All Cried Out", Kelly Osbourne mit "Papa Don't Preach", Madonna mit "American Pie". Die Musikindustrie erfährt zum ersten Mal nach einer langen Boomzeit einen Umsatzrückgang. Als Hauptursachen macht sie das in Mode gekommene Kopieren von CDs und das Tauschen von Musikdateien im Internet verantwortlich. Um den Kids klar zu machen, daß das Kopieren von Musik letzendlich die Künstler schädigt, startet die Industrie die Kampagne "Copying Music is Killing Music".

    2003:
    Die Musikindustrie zeichnet Herbert Grönemeyer, Nena, Kim Wilde, Ozzy Osbourne und Metallica als beste Künstler aus. Das Album Nr. 1 ist Nena mit Remixen ihrer größten Hits. In den Hitparaden finden sich neben Alexander, Juliette und Daniel K. auch Jeanette Biedermann mit "Rock my Life", das stark nach Roxette klingt. Weiterhin gehören Lichtenfels mit "Sounds like a Melody", Outlandish mit "Aicha", Kraftwerk mit "Tour de France 2003", KCPK mit "We will Rock You" und Murphy Brown mit "Axel F 2003" und Culture Beat mit "Mr. Vain Recall" zu den Tophits. Die meisten CDs haben Kopierschutz. Seit August ist das Kopieren kopiergeschützter CDs verboten, ebenso das Herunterladen von Musik aus dem Internet. Der Umsatz der Musikindustrie geht um weitere 15% zurück, besonders betroffen Hit-Kompilationen mit 47%.

    2004:
    Die Musikindustrie zeichnet Herbert Grönemeyer, Marius Müller-Westernhagen, DJ Bobo, Marianne Faithfull und Pur aus. In den Charts stehen das Hollywood Dance Project mit "Relax Reloaded", Kajagoogoo mit "Too Shy 2004", Nena mit "Haus der 2004 Sonnen" und Nico W aus "GZSZ" mit "Ich vermiß Dich wie die Hölle" lange Zeit ganz oben. Mit Hilfe einer automatisierten Sauger-Suche kann die Musikindustrie alle Nutzer von Tauschbörsen ausfindig machen. Fünf Millionen Haushalte in Deutschland erhalten daraufhin Post des Münchner Anwalts G., der ultimativ die Unterzeichnung einer Unterlassungserklärung einfordert und die Erstattung von Auslagen über 583,74 Euro. Die Tauschbörsen brechen zusammen. Die Hälfte aller T-DSL-Anschlüsse wird gekündigt. Der Umsatz der Musikindustrie geht um weitere 10% zurück.

    2005:
    Es werden Herbert Grönemeyer, Tom Jones, die Supremes, Suzi Quatro und Elvis Presley als Künstler des Jahres ausgezeichnet, dazu Status Quo mit dem Innovationspreis des Musiker-Managements. Die Charts führen an Peter Maffay mit "So bist Du 2005", Roberto Blanco mit "Ein bißchen Spaß muß wieder mal sein" und Zarah Leander mit "Ich weiß, auch 2005 wird ein Wunder gescheh'n." Der Umsatz der Musikindustrie schrumpft erneut um 50%. Die Trend-Scouts entdecken, dass unter den Jugendlichen 60er- 70er- 80er und 90er- Revivals in sind. Sie treffen sich zu FlowerPower-, Disco-, New Wave- und Rave-Parties und hören die CDs ihrer Eltern. Original-CDs und LPs der vergangenen vier Jahrzehnte werden verstärkt bei Ebay gehandelt. Es wird vermutet, dass die Kids die CD erwerben, kopieren und dann weiterverkaufen. Das ist legal, da die alten CDs keinen Kopierschutz haben und nur Originale angeboten werden.

    2006:
    Die Musikindustrie bringt ein neues Tonträgerformat heraus:
    Die "Smart CD". Sie benötigt spezielle Abspielgeräte mit Internet-Anschluß. Die Smart-CDs lassen sich nur abspielen, nachdem vorher eine Lizenz über das Internet gekauft wurde. Lizenzen gibt es nur noch temporär, es ist nicht mehr möglich, ein Musikstück "für immer " zu erwerben. Dafür werden die "Smart-CD"-Spieler im Bundle mit einem Musik-Abo für einen Euro angeboten. Als erfolgreichste Künstler werden Herbert Grönemeyer, die Scorpions, Mark Oh, Oli P. und Peter Kraus ausgezeichnet. Die Charts werden beherrscht durch Songs wie "Flugzeuge im Bauch Ultimate Edition" mit Herbert Grönemeyer, Oli P. und Xavier Naidoo, "You Keep Me Hanging On" mit den Supremes, Kim Wilde und Sinema sowie "Anyplace, anywhere, whatever" von Nena, Kim Wilde und Jan Delay. Aus Anlaß der Fußball-WM wird mit großem Marketing-Aufwand eine neue Latino-Salsa-Welle propagiert, mit Carlos Santana und Richie Valens ("La Bamba World Cup 2006 Mousse T. Remix") als Galionsfiguren. Obwohl Brasilien zum sechsten Mal Weltmeister wird, hat die Welle nur mäßigen Erfolg. Der Absatz der Musikindustrie sinkt weiter.

    2007:
    Mit Hinweis auf die vielen bedrohten Arbeitsplätze setzt die Musik-Lobby ein Gesetz durch, nachdem der Rückruf einmal erteilter Lizenzen möglich ist. Prompt widerruft die Industrie alle bisher erteilten Lizenzen auf nicht kopiergeschützte Tonträger. Damit werden alle älteren CDs und alle LPs illegal, ebenso Plattenspieler und CD-Spieler, die nicht dem "Smart CD" Standard entsprechen. Im Austausch für ihre Original-CDs bietet die Industrie CD-Besitzern eine Einjahreslizenz für die auf der CD vorhandene Musik an. Nach einer erneuten Abmahnwelle der Kanzlei G. aus M. bricht der Tonträgerhandel über eBay zusammen. Auf die Veröffentlichung von Charts und die Auszeichnung von Künstlern wird verzichtet. Zunächst einmal müssen die Lagerbestände an CDs abverkauft werden.

    2008:
    Musik wird in Deutschland nur noch im Radio oder bei Konzerten gehört. Das Radio verliert aber an Popularität, seit die Industrie die Sender zwingt, nur noch neueste Produktionen zu spielen und über diese drüberzusprechen, damit das Aufnehmen mit Tapedecks verhindert wird. Konzerte sind fast unbezahlbar geworden, da das gesamte Management von den Eintrittspreisen mitbezahlt werden muß. Dagegen häufen sich die sogenannten "Open Jams", spontane Zusammenschlüsse von Hobby-Musikern, die auf öffentlichen Plätzen mit Gitarre, kleinem Schagzeug, Keyboard, Saxophon etc. Musik spielen und von begeisterten Zuhörern gefeiert werden.

    2009:
    Die Musiklobby setzt beim Gesetzgeber das Verbot öffentlicher und privater Performance urheberrechtlich geschützen Materials durch. Musikinstrumente werden mit einer Urheber-Abgabe belegt, da man ja eine Gitarre etwa zum Raub-Abspielen von Stones-Songs mißbrauchen kann. "Making music is killing music" lautet die begleitende Kampagne, die den Leuten Unrechtsbewußtsein beibringen soll.

    2010:
    Um Arbeitsplätze bei Musikern zu schützen, wird Musikunterricht rationiert:
    Es dürfen nur noch so viele Nachwuchsmusiker ausgebildet werden, wie der Markt braucht. Da dieser schneller schrumpft als die Musiker wegsterben, bedeutet das faktisch ein Verbot des Musikunterrichts. Hunderte Musikschulen werden geschlossen.

    2011:
    Sarah Connor versucht mit "Terminate Me" einen neuen, nicht gecoverten Song herauszubringen, wird aber dafür von den Anwälten der Musikrechteinhaber verklagt, die es nicht erlauben, dass neue Urheber am kleiner werdenden Kuchen mitverdienen wollen. "Composing Music is killing Music" heißt das Schlagwort der Inhaber alter Rechte. Sarah Connor gewinnt den Rechtsstreit, wird aber kurz darauf unter mysteriösen Umständen ermordet aufgefunden. Von nun an traut sich niemand mehr, neue Songs zu schreiben.

    2012:
    Die Eltern des 6jährigen Wolfgang Amadeus Moherb, des "Jugend-musiziert"-Siegers, werden zu 150.000 Euro Schadenersatz an die Musikindustrie verurteilt, weil sich herausgestellt hat, dass ihr Kind erst seit eineinhalb Jahren musiziert, also nach dem Inkrafttreten der Unterrichts-Rationierung. Seine Lehrerin, die Violinistin Anne-Sophie Mutter, entzieht sich einer Gefängnisstrafe durch Flucht in den Irak, dem einzigen Land, das nicht unter Kontrolle der westlichen Wertegemeinschaft und damit der Musikindustrie ist.

    2020:
    Nahezu jede tonliche Äußerung, darunter Motorgeräusche, Trittschall, Türschließgeräusche und gesprochenes Wort, sind unter urheberrechtlichen Schutz gefallen. Eine Tür zumachen darf quasi nur noch, wer nachweisen kann, dass der dabei erzeugte Schall nicht dem von Porsche patentierten ähnelt. Die einzigen lizenzfreien Worte sind "der", "die", "das", "und" und "hallo". Die Gespräche von Menschen, die sich das "Deutsche Sprache Abo" nicht leisten können, sind daher fast unverständlich geworden. Überhaupt ist es sehr still geworden, da fast jede Schallerzeugung das Risiko einer Abmahnung durch den Münchner Justizkonzern G. und Söhne in sich birgt. Die Anwälte der Ton und Schall Industrie-Gemeinschaft machen Jagd auf Park- und Waldbesitzer, die in ihren Anwesen das illegale Singen von Vögeln dulden.

    2050:
    Europa und die USA sind in einem Handstreich vom Irak eingenommen worden. Die Iraker brauchten nur einen einzigen Muezzin, um die halbe Streitmacht der Westmächte auszuschalten, die sich, an Schall nicht mehr gewöhnt, mit zugehaltenen Ohren am Boden wälzte. Die andere Hälfte und die zivile Bevölkerung wurden dadurch verloren, dass man ihnen Kinderlieder vorsang. Die Menschen fingen an zu weinen und den Invasoren auf Knien zu danken, für diese neue und wunderbare Gabe, die sie so lange vermißt hatten. Seither ist der Islam die größte Weltreligion und das Reich Allahs unter der weisen Herrschaft des Kalifen von Washington schwingt sich auf zu neuer Blüte.

  • tom noise
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    • 22. Februar 2005 um 15:54
    • #2

    Traurig, aber wohl wahr....
    Die Musikindustrien entlassen eh schon jeden 2. Wieso stellen sie nicht doppelt so viele Bosse ein?
    Jeder Top Manager prahlt damit, dass er nur 2-4 Stunden pro Tag Schlafe. Und solche Menschen regieren unser Land? Besser gesagt der Sekundenschlaf, oder?

    Somit ließe sich der Mist eigentlich erklären, den die da Fabrizieren.

    Ich sage Gute Nach Deutschland,
    Gute Nacht Musikindustrie.

    Tom

    (The)Gecko GbR
    event | acoustics | media | studio
    An den Rampen 40-44
    90443 Nürnberg

    Telefon: 01636564230 (HandyNR wegen aktuellem Umzug in neue Räumlichkeiten)

  • mirkot
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    • 22. Februar 2005 um 16:23
    • #3

    Also als die LiveJams wieder auftauchten dachte ich schon "eigentlich eine schöne Zukunft" - aber als die dann auch noch verboten wurden war ich traurig.

    Bin selbst u.a. auch als DJ tätig - aber es gibt einfach nichts besseres als ein geiles Konzert mit echten Musikern - das macht einfach Spaß.

    ...und was die Musikindustrie betrifft... :evil:

    Besitzer einer 10-kanaligen DMX-Kaffeemaschine mit stufenloser RGB-Farbmischung und Remote-Brühvorgangsauslösung.

  • wora
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    • 22. Februar 2005 um 16:35
    • #4

    gestern habe ich in phoenix eine pressekonferenz von George Michael gesehen.

    er erkärte, er möchte sich aus dem musikgeschäft zurückziehen weil die meisten manager der musikindustrie nichts von musik verstehen und es somit für ihn uninteressant geworden ist mit ihnen zu reden.

    das finde ich sehr passend zum thema!

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Throsten
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    • 22. Februar 2005 um 19:27
    • #5

    Schaut euch das "We will rock you" Musical an, da geht es vom Thema her in die gleiche Zukunft. Nur Weltmeister wird nicht Brasilien...

  • outliner
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    • 23. Februar 2005 um 01:42
    • #6

    wie war das:"der krug geht zum brunnen,bis er bricht..."
    ich glaube erste risse zu sehen :twisted: irgendwann hat auch der dümmste bürger die abzockerei bemerkt und versucht zu reagieren.wenn es mir sogar schon auffällt... :wink:

    Wenn keiner weiß, worum es geht, dann geht es hundertprozentig um Geld.

  • slayer
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    • 23. Februar 2005 um 03:37
    • #7

    schöne neue welt

    hauptsarre gitarre !

  • mischpultschorsch
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    • 23. Februar 2005 um 07:56
    • #8

    selber schuld, wenn man sich es bieten lässt!

  • Seven
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    • 23. Februar 2005 um 09:15
    • #9

    Hatte letztens ein nettes Gespräch mit einem Produzenten, der recht lange und recht tief im Business ist.
    War sehr interessant zu hören, dass die Krise der Musikindustrie zu mindestens 60% hausgemacht ist und nicht das Internet oder CD Rohlinge schuld sind. Alle Gründe aufzuführen würde jetzt zu weit führen, ich hols nach, wenn ich meine Klausuren rum habe.

    gruß
    Jan

  • CityDuke
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    • 23. Februar 2005 um 09:40
    • #10
    Zitat

    dass die Krise der Musikindustrie zu mindestens 60% hausgemacht ist und nicht das Internet oder CD Rohlinge schuld sind.

    Natürlich haben Internet bzw. brennen damit wenig zu tun, früher hat man auch vom Radio aufgenommen oder Kassetten kopiert ..., da hat auch keiner groß was gesagt. Das ganz jetzt auf Filesharing usw. zu schieben, ist imho totaler Blödsinn, da sich die die was runterladen oder sich ne cd brennen sich diese zu 90% eh nicht im Laden gekauft hätten, wenn es keine download oder brennmöglichkeit gäbe. Die Leute die illegal downloaden würden mit Sicherheit nicht mal ein viertel von dem kaufen was sie downloaden, somit finde ich es sinnlos wenn die Musikindustrie meint es wär dadurch ein so und so hoher Schaden entstanden, das is doch quatsch, gäbe es das internet nicht hätten sie das Geld auch so nicht bekommen da sich viele das Zeugs einfach nicht gekauft hätten, da es vieeeel zu teuer für die meisten ist!

    Nagut aber solche Diskussionen gibts ja leider schon zuhauf, ma gucken was uns die nächsten Jahre erwartet

    Tu immer das Richtige - Das belohnt einige und erstaunt den Rest!

  • Andreas Hannover
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    • 23. Februar 2005 um 10:11
    • #11

    Schlie mich meinem Vorredner an, die meisten die saugen machen das als ne art sport, hören den meisten kram garnet und wenn dann merken die ganz schnell das die Qualität echt Sch.... ist und kaufen sich die CD wenn sie ihnen gefällt. Schuld sind die Preise, ich sage nur Media markt verkaufen eigene CD´s im 3er pack für 10 Euro oder so, ok sind keine Aktuellen aber die Qualität ist ok. Wieso muss eine CD von einer bekannten Firma gleich 20 euro kosten? wieso muss man bei abspielen von Sicherhaitskopien auf Öffentlichen VA´s 30% GEMA Aufschlagzahlen, und und und?

    Ein Party ist erst dann zuende wenn ich weg bin.

    Andreas Vespermann
    Bissendorfer Weg 33
    30855 Langenhagen
    0511/89897086
    http://www.av-veranstaltungsservice.de
    http://www.dj-andreas-hannover.de

  • Seven
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    • 23. Februar 2005 um 10:59
    • #12

    Wieso werden junge Künstler nich gesucht und NACHHALTIG gefördert??

    Ein Grönemeyer war auch nicht von Anfang an erfolgreich, aber trotzdem wurde er gefördert und nun ist er ne Cashcow seiner Plattenfirma.

    Videos müssen immer teurer werden, das Geld muss aber auch irgendwo wieder reinkommen. Ich kenne soviele Leute die bereit sind faire Preise zu zahlen. im itunes Store sind 99 cent pro Titel akzeptabel. Aber mehr als 10 € für eine normale CD sind halt imho zu viel.
    Dewegen geht der Trend ja auch zu tollen, bunten Booklets, DVDs mit Extras zur Audio CD DAZU. Aber wer will das außer dem richtigen eingefleischten Fan?
    Ich höre ein Lied im Radio und will mir nun die CD kaufen, weil mit die Band zusagt. Nun hab ich wenig Lust noch 1000 Extras mitzuerwerben und dann 25 € zu zahlen. Also wird dem Songerwerb per Internet gegen Entgelt die Zukunft gehören und nur war zusätzlich noch Extras zu den Songs haben will, geht in den Laden.

  • Loloverde
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    5
    • 23. Februar 2005 um 11:40
    • #13

    Hi

    Krotesk ist auch der Preisunterschied DVD/CD. Oft ist mittlerweile die Soundtrack-CD teurer als der eigentliche Film. Sehe ich immer wieder, wenn ich bei Amazon einen Film suche.
    Der Preis ist komplett entkoppelt von den Herstellungskosten.

    Gruß
    Rainer

    http://www.thewhitelodge.de

  • Seven
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    • 23. Februar 2005 um 11:56
    • #14

    Filmehaben halt den Vorteil über die Kinoeinnahmen die Produktionskosten reinzuspielen, da kann ne DVD preislich völlig eigenständig positioniert werden.

  • hendrik_bbg
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    • 23. Februar 2005 um 12:52
    • #15

    Hallo,

    ich sehe die Zukunft der Musikindustrie auch nicht rosig, die der Musik dagegen schon.

    Da geht es der Branche doch einfach genau so, wie anderen auch. In den fetten Jahren (der Gesamtwirtschaft) hat man sich qualitativ (finanzieller Produktions- und Marketingaufwand - es muß ja alles "oberamtlich" sein und aussehen) unheimlich nach oben geschraubt - war ja genug Geld unter den Massen, die dafür bezahlt haben, egal ob die hohe Qualität für die Meisten auch "hörbar" war oder nicht.

    Die sich daraus ergebenden notwendigen Preise sind aber jetzt, in Zeiten allgemein knapper Kassen, für viele einfach nicht mehr bezahlbar - an Unterhaltung spart man auch eher als am Essen. Das gilt für Tonträger genau so wie für Konzerte. Für den Konsum über Rundfunk ist es etwas komplizierter nachzuvollziehen, letztendlich wirkt der Mechanismus aber auch hier. Ich denke, die Einnahmen aus Rundfunkaufführungen für Musik sind bei aktuellen Produktionen wahrscheinlich sowieso eher ein kleiner Teil der Gesamtkalkulation - da ist für den Produzenten der Marketingeffekt der Aufführungen sicher "werthaltiger".

    Ergo: Viele Menschen gehen tendenziell, wenn überhaupt, nur noch auf wenige Konzerte ihrer absoluten Favoriten und kaufen deren CD's, statt auch öfter mal andere "auszuprobieren". Die "große Industriemaschine" wird sich darauf einstellen müssen, dass weniger Geld für weniger Produktionen da sein wird - zumindest nach den derzeit üblichen Standards.

    Privates Kopieren, egal auf welchem Weg, fördert oder behindert diese Entwicklung kaum. Das werden die Großen der Branche bestimmt auch noch merken und besser reagieren, oder eben auch nicht und sie gehen mit der Überzeugung unter, nicht selbst an der Pleite schuld zu sein - Schuld war nur der böse Raubkopierer :D

    Was passieren wird ist Folgendes: Die "Großen" produzieren weniger Musik. Die Konzerne schrumpfen, einige gehen Pleite. Na und, deshalb machen aber die Menschen nicht weniger Musik. Es wird halt weniger künstlich gepushte Möchtegern-Stars geben, dafür aber sicher die ein oder andere neue Semi-Profi-Band, die plötzlich viele Zuhörer in ihren 10€-Konzerten hat (obwohl da lauter Behr...-Equipment steht :wink: ) und denen man gern ihre im Kleinstudio um die Ecke gemischte und gebrannte CD für 8€ abkauft. Ist das nicht eigentlich sehr schön?!

    Die kleinen und mittleren Veranstalter haben endlich wieder volle Sääle ohne gleich die Stones engagieren zu müssen, die Ton- und Lichtler machen eher 3 kleine als eine große Veranstaltung und nehmen auch eher preiswerteres Material, haben aber gut zu tun, viele ambitionierte Amateurmusiker bekommen öfter die Gelegenheit, zumindest ein kleines Brot mit ihrer Kunst zu verdienen und es wird insgesamt weniger Orientierung an Charts und Marketinglügen und statt dessen mehr Krativität und Vielfalt geben. Statt teurer Einheits-Massenware mit monopolähnlicher Preisbildung wird es wieder mehr individuelle Handwerksware zu eher aufwandsgerechten Preisen in der Musikbranche geben.

    Also ich habe gegen diese Marktbereinigung eigentlich nicht wirklich etwas einzuwenden.

    Hendrik

  • markus f.
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    • 23. Februar 2005 um 13:17
    • #16

    Jo, sozusagen etwas "back to the roots"? Wird sich denke ich in absehbarer Zeit so entwickeln.

    Bezüglich des Untergrounds und günstiger produzierter CDs. Es ist halt fraglich ob wir nicht schon zu sehr von all den sechs Monate dauernden Produktionen mit tausend superfetten übereinander gestappelten Spuren in Pro Tools etc. verwöhnt sind. Da hieße es dann das richtige Maß zu finden. Klar, vor 20, 30 Jahren war die Welt soundtechnisch auch in Ordnung, aber der Mensch macht halt ungern solch einen "Rückschritt".

    Und ob im Kleinstudio um die Ecke für 8€ ein zufriedenstellendes Ergebnis rauskommt sei mal dahingestellt...da ist die Qualitätsspanne ja auch gewaltig. Von etwas besseren Proberaumaufnahmen hin zu echt sauberen Produktionen mit einem gewissen "Wow!"-Effekt bekommt man alles zu hören. Ist also die Frage, was man für die im Schnitt 5€ von so einer Scheibe erwartet.

  • Andreas Hannover
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    771
    • 23. Februar 2005 um 13:22
    • #17

    Da gibt es doch das eine Label das eine CD in 3 Varianten rausbringt das ist eine gute idee

    Ein Party ist erst dann zuende wenn ich weg bin.

    Andreas Vespermann
    Bissendorfer Weg 33
    30855 Langenhagen
    0511/89897086
    http://www.av-veranstaltungsservice.de
    http://www.dj-andreas-hannover.de

  • buzz
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    • 23. Februar 2005 um 14:04
    • #18

    Das mit den drei CDs zu unterschiedlichen Preisen ist ja eine nette Idee, aber welcher Plattenladen hat plötzlich den Platz, die CDs in dreifacher Ausfertigung zu lagern? Klar anstelle 100CDs kann man dann 30+30+40 Stück ordern, aber äufwändig ist dieses System schon...

    Es gab da mel ein Pilotprojekt, wo man im CD-Laden seine CD nach Wunsch zusammenstellen und Brennen hat lassen können. DAs ist IMHO eher die richtige Richtung, vorausgesetzt die Qualität der Tonträger ist dann mit herkömmlichen CDs vergleichbar.

    Weiss irgendwer, was aus diesem Projekt geworden ist?

    Gruß aus Nürnberg,

    Buzz

    Hier geht's weiter...

  • TBF
    Beiträge
    1.785
    • 23. Februar 2005 um 15:14
    • #19
    Zitat von "ivo"

    ....

    2008:
    ..... Dagegen häufen sich die sogenannten "Open Jams", spontane Zusammenschlüsse von Hobby-Musikern, die auf öffentlichen Plätzen mit Gitarre, kleinem Schagzeug, Keyboard, Saxophon etc. Musik spielen und von begeisterten Zuhörern gefeiert werden.

    .....

    öhm gibts schon :)
    http://www.rbb-online.de/meta/polylux/2005-01-20-modern.smi

    erst wenn der letzte Kunde den "ich war mal eine Dose" SMD Haufen im Biegeblechgehäuse zum Utopiepreis nicht mehr möchte, die Bank unter Zahlpause andere Vorstellungen hat, ja dann werdet ihr merken daß Amtlich eher Marktgerecht bedeutet :)

  • DJ_Uwe
    Beiträge
    791
    • 23. Februar 2005 um 15:31
    • #20

    Hallo!

    Einer der Vorredner hat behauptet das die Industrie selbst zu 60% schuld ist das sie keine fetten umsaätze machen. Ihc glaube das es 95% sind. Die jungs in den Chefetagen beschweren sich nur über das "dumme Deutsche Volk" das sich nicht mehr so tief in die Tasche greifen lässt anstatt mal neue Produkte anzubieten die die menschen auch wirklich haben wollen. Ein weg wäre es wirklich CD´s mit unterschiedlicher ausstattung anzubieten. Für mich als DJ würde eine CD in einer Hülle aus Pappe völlig ausreichen . Vorne ein Foto von dem Star, hinten Die Trackliste und Copyrigts drauf und ende. So was würde ich mir für einen Günstigen preis auch öfters mal kaufen, und viele Kollegen wohl auch. Wenn ich einen Star besonders gut finde und viele Hointergrundinformationen möchte würde ich mir dann evtl auch mal eine Teure mit Bonusheft und Co. Kaufen. Andererseits ist die Vielfalt auch nicht mehr gegeben, früher hat man mal echte neuheiten und Musiksounds jenseits des Mainstreams in den Regalen der Musikfachgeschäfte gefunden... wo sind die hin?
    Also die herrn Manager sollen mal überlegen was sie aus der Musik gemacht haben bevor sie über andere meckern....

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