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Truss-Konstruktion erden...

  • PA-Peter
  • 28. Juli 2003 um 14:55
  • PA-Peter
    Profi
    Beiträge
    7.614
    • 28. Juli 2003 um 14:55
    • #1

    Ich oute mich jetzt mal als Elektro-Nix-Könner hier ;)

    Ich bin bis Samstag davon ausgegangen, das Truss-Konstruktionen im Gebäudeinneren nicht explizit geerdet werden müssen!
    Nun erzählten mit 2 Fachkräfte, das dies sein müsse...

    ...INDOOR?

    Wie ist hier die korrekte Vorgehensweise (wie gut, das ich sowas so gut wie nie mache ;-))??

    Besten Dank schon mal für die Hilfe...

    PA-Peter
    ****
    http://www.rieckmedia.com

  • chrickel
    Profi
    Beiträge
    454
    • 28. Juli 2003 um 14:59
    • #2

    Auch indoor kann es zum Körperschluss kommen ;)
    Auch indoor können Menschen leitende Metallteile berühren.
    Auch indoor gilt die VDE 0100, 0700 etc :)
    Auch indoor gilt die BGV A2, C1, etc....

    By(t)e,
    Chrickel
    http://www.chrickel.eu

  • PA-Peter
    Profi
    Beiträge
    7.614
    • 28. Juli 2003 um 15:21
    • #3

    mmmh, wenn ich das denn nun richtig verstehe, heißt das oben, das jedes, für einen Menschen erreichbare Metallteil auf einer VA geerdet werden muß??

    Flugrahmen von aktiv gepowerten PA-Systemen, LS-Stative, Licht-Stative, Geländer von Bühnen usw usw

    Wofür habe ich meiner Hauptverteilung und auch z.T. in den UV's RCD's mit 30mA-Auslösestrom??
    Ich dachte immer, das die Erdung im Freien wegen Blitzschlag o.ä. wäre?

    Wie "schlimm" ist es einzustufen, wenn Truss-Konstruktionen Indoor NICHT geerdet sind??
    Ich denke da an ein paar Kollegen, die den Truss noch nicht mal Outdoor erden...

    PA-Peter
    ****
    http://www.rieckmedia.com

  • chrickel
    Profi
    Beiträge
    454
    • 28. Juli 2003 um 15:30
    • #4
    Zitat von "PA-Peter"

    mmmh, wenn ich das denn nun richtig verstehe, heißt das oben, das jedes, für einen Menschen erreichbare Metallteil auf einer VA geerdet werden muß??

    Jedes Metallteil, an dem elektrische Verbraucher befestigt werden, bzw. die mit el. Verb. in Berührung kommen (können).

    Zitat

    Wofür habe ich meiner Hauptverteilung und auch z.T. in den UV's RCD's mit 30mA-Auslösestrom??


    Damit sie im Fehlerfall auslösen. Der Fehlerfall liegt dann vor, wenn es z.B. zum Körperschluss kommt.
    Sonst merkt Dein RCD erst bei Ableitung des Stroms über einen Menschen, daß da was faul ist - und das ist ja nicht gerade Sinn der Übung ;)

    Zitat


    Ich dachte immer, das die Erdung im Freien wegen Blitzschlag o.ä. wäre?

    Ich glaube nicht, daß Du mit 16qmm irgendwas gegen einen Blitzschlag ausrichten kannst ;)

    Zitat

    Wie "schlimm" ist es einzustufen, wenn Truss-Konstruktionen Indoor NICHT geerdet sind??

    S. Oben - meist geht es gut. Aber Gott bewahre, wenn´s mal nicht gut geht...


    Zitat

    Ich denke da an ein paar Kollegen, die den Truss noch nicht mal Outdoor erden...

    ...solche Leute würde ich nicht Kollegen nennen.... ;)

    By(t)e,
    Chrickel
    http://www.chrickel.eu

  • CaptainChaos
    Profi
    Beiträge
    236
    • 28. Juli 2003 um 16:40
    • #5

    OK ich will es auch wissen.

    Wie stellt Ihr das denn z.B. in eine Reithallen an mit dem Erden.
    Soll heissen wie muss das in Etwa ausgefuehrt werden.

    Lifte und Truss jeweils seperat zu einer Ausgleichschiene und dann an einen Erder im Boden oder Reicht an der Stromstation eine Verbindung zur Erde ? Koennte man ja rausfuehren an eine Klemme.


    Bye

    Gruss

    Holger Steppke

  • chrickel
    Profi
    Beiträge
    454
    • 28. Juli 2003 um 16:45
    • #6
    Zitat von "CaptainChaos"

    OK ich will es auch wissen.

    Lifte und Truss jeweils seperat zu einer Ausgleichschiene und dann an einen Erder im Boden oder Reicht an der Stromstation eine Verbindung zur Erde ? Koennte man ja rausfuehren an eine Klemme.

    Bye

    So ist es gewünscht - an die Erd[Klemme] der Stromverteilung.
    Ist meist eh der praktikabelste Weg. Zumal fast jede gängige Strom-VT eine M8 oder M12 Erdungsklemme bietet.... (Die mit der gelben Mutter) :)

    By(t)e,
    Chrickel
    http://www.chrickel.eu

  • Ton_Opa
    Profi
    Beiträge
    490
    • 28. Juli 2003 um 16:57
    • #7

    Also praktisch, jetzt mal rein praktisch ...

    deine Apparate haben ja wohl ein Metallgehäuse und auch einen Schutzkontakt.

    Wenn du sie per Metallhaken ohne Gummi an die Truss schraubst, ist die Truss geerdet.

    Eine Truss mit 20 2kW dürfte das best geerdete Stück Metall sein, was auf der ganzen Baustelle zu finden ist, auch ohne dass einer ihren Erddraht findet. Deswegen fliegt dein RCF vermutlich sofort, wenn irgendwas schief geht. Und deswegen tut das auch so höllisch weh, wenn du auf der truss in die offene Lüsterklemme greifst.

    Aber die Tower vom Support? Da musst Du wohl auch noch was anbummeln, damit die geerdet sind. (kicher)

    Das nur mal so ... nebenbei zum Thema "wie Schlimm?".

    Außerdem zum Thema Schlimm:
    Wenn die BGV nicht erfüllt sind, kann das zum sofortigen Schließen der Veranstaltung und der Spielstätte führen.

    Aber wo steht denn da, dass Trussen zu Erden sind?

    Gruß Opi

    abgebrühter Alt-Aktivist im Vorruhestandsjob
    -danke Billbo-

  • Kracky
    Profi
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    12.055
    • 28. Juli 2003 um 17:00
    • #8

    Und warum haben dann alle meine Geräte eine eigene Erdung die ja im Fehlerstromfall den FI (Ich liebe diesen Ausdruck) werfen? Sorry, aber wenn alle meine Geräte korrekt geerdet sind, kann und darf garnichts am Trussing passieren und darum verstehe ich jetzt nicht warum ich nun auch noch ne halbe stunde Lang mein Trussing erden soll?

    In meinem Lexikon fehlt das Wort unmöglich!

    ASR Computer & PA Technik
    André Ruhnau
    Rosenstr.6
    78598 Königsheim

  • LMS-Daniel
    Profi
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    245
    • 28. Juli 2003 um 17:15
    • #9

    Zum Thema wo stehts:
    In der SR1 (Standard für Traversensysteme)

    Warum:
    In der VDE wird so etwas zusätzlicher Potentialausgleich genannt. Sinn und Zweck ist den Erdungswiderstand zu verringern, das hat prinzipiell nichts mit Blitzschutz (obwohl ein 16qmm Blitzableitungstauglich ist!).
    POT-ausgleich gabs "füher" auch für Badewannen und Duschen und für Leitende Metallteile.
    Bei Traversensysteme macht es meiner Meinung nach schon Sinn, da in der VA-Technik durch lange Leitungswege und gehäufte Installation auch hier die zulässigen Abschaltbedinungen eigehalten werden müssen (und nur dann schaltet ein RCD sicher ab !).

    Für alle Elektriker etc:
    Eure Kabelrinnen müsst Ihr doch auch mit einem zusätzlichen Pot-ausgleich versehen. Ein Traversensystem mit gehäuften Leitungsanlagen ist doch eigentlich so betrachtet auch nichts anderes und steht dazu noch mitten im Publikum.

    Einmal editiert, zuletzt von LMS-Daniel (29. Juli 2003 um 09:16)

  • Mnyut
    Beiträge
    2.329
    • 28. Juli 2003 um 18:26
    • #10
    Zitat von "Ton_Opa"

    Also praktisch, jetzt mal rein praktisch ...

    deine Apparate haben ja wohl ein Metallgehäuse und auch einen Schutzkontakt.

    Wenn du sie per Metallhaken ohne Gummi an die Truss schraubst, ist die Truss geerdet.

    Ja aber eine Erdungsschraube darf doch aber auch nur zum erden benutzt werden. Gleichzeitig was mit befestigen ist da nicht.

  • Kracky
    Profi
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    12.055
    • 28. Juli 2003 um 18:48
    • #11

    Mal ne ganz andere Frage, macht ihr das dan wirklich auch alle? Ich habe jetzt schon sehr viele Trussings im absolut Professionellem Bereich gesehen, aber ehrlichgesagt, mir ist noch nie aufgefallen das hier geerdet wurde und das bei Events in Größenordnungen mit über 30000 Besucher. Wie gesagt, es ist mir zumindest nicht aufgefallen und bei den ganzen 1000 Personen Hallenevents bin ich mir zu 90% sicher, das keiner seine Truss geerdet hat und es waren einige Profis dabei, die wirklich Ahnung haben und gut sind.

    In meinem Lexikon fehlt das Wort unmöglich!

    ASR Computer & PA Technik
    André Ruhnau
    Rosenstr.6
    78598 Königsheim

  • Mnyut
    Beiträge
    2.329
    • 28. Juli 2003 um 19:17
    • #12

    Also ich denke auch das im Bereich der Veranstaltungstechnik das NOCH so gut wie keiner macht.
    Ganz anders wie in der Produktion elektronischer Geräte. Da bekommt jede Maschine zur Netzleitung noch mal eine extra Leitung. Genauso wie Boden, Regale, Lüftungsrohre...

    OK, da geht's dann eher um den Schutz der Geräte, aber es wird extrem konsequent durchgezogen.

    Gibts in der Veranstaltungstechnik eigendlich auch eine Zertifizierung nach ISO 9000 (?) wo dann einmal im Jahr ein Audit ansteht?

  • Ton_Opa
    Profi
    Beiträge
    490
    • 28. Juli 2003 um 19:44
    • #13

    he lms-Daniel!

    Also die SR1 ist ein Papier des VPLT. Dessen Bemühungen sind teilweise löblich, aber in Deutschland noch nicht Gesetz.

    Ebenso heißt es bei DKE:

    VDE-Bestimmungen: Sie stellen den allgemein anerkannten Stand der Technik dar und bilden zur Zeit ihrer Aufstellung einen Maßstab für einwandfreies Handeln.

    Zum Gesetz wird das alles erst, wenn sich der Gesetzgeber auf diese Vorschriften beruft.
    Es bleibt die Frage, ob er das tut und wenn ja wo?

    Es ist selbstverständlich sinnvoll, fliegende Bauten zu erden, weil zwischen Schutzleiter und Zeltpotential erhbliche Spannungen auftreten können. (In den von dir erwähnten Kabeltrassen werden gern mal 100V induziert. Das beißt!)

    Ich wehre mich nur dagegen, wenn halbprivate Verbände auch noch Vorschriften installieren und zum Gesetz erheben wollen. Wir haben genug mit den offiziellen Schwachsinnigkeiten zu tun, sollte man meinen.

    Es ist schade, dass wir Teks nicht in der Lage sind, so verantwortungsvoll zu arbeiten, dass solches Vorschriftenwerk so überflüssig bleiben kann, wie es einmal war.
    Und jetzt verbreiten sich mehr oder weniger sinnvolle "Halbgesetze", die eine "Fachkraft" der anderen nachplappert. Es ist im Grunde ganz einfach: Baut eure Bühnen so, dass nix passieren kann und eure 2jährige Tochter da spielen kann.

    Und . . . ist es war, dass Badewannen nicht mehr geerdet werden müssen? (Das war, glaub ich, auch VDE)

    Gottogott!

    Gruß Opi

    abgebrühter Alt-Aktivist im Vorruhestandsjob
    -danke Billbo-

  • Steffen
    Profi
    Beiträge
    1.817
    • 28. Juli 2003 um 19:51
    • #14

    die müssen noch geerdet werden, zumindest, wenn sie aus Metall sind (bei Keramik macht das Erden auch nicht wirklich Sinn :D )

  • Swemers
    Profi
    Beiträge
    231
    • 28. Juli 2003 um 20:54
    • #15

    Hi,

    Zitat

    mmmh, wenn ich das denn nun richtig verstehe, heißt das oben, das jedes, für einen Menschen erreichbare Metallteil auf einer VA geerdet werden muß??


    Jedes Metallteil, an dem elektrische Verbraucher befestigt werden, bzw. die mit el. Verb. in Berührung kommen (können).


    Wo steht das?

    mfg
    Swemers

  • buzz
    Profi
    Reaktionen
    1
    Beiträge
    1.248
    • 29. Juli 2003 um 08:18
    • #16

    @ All:

    Also um Halbwahrheiten auszumerzen:

    Badewannen müssen laut der aktuellen VDE 0100, Teil 701 (gültig seit 01.02.2002) nicht mehr in den Potentialausgleich einbezogen werden, egal aus welchem Material die Wanne hergestellt ist. Dies gilt auch für einen eventuell leitfähigen Ablauf.

    Auch Kabelrinnen müssen nicht geerdet werden bzw. in den Potentialausgleich einbezogen werden.
    Aus Gründen der EMV kann es jedoch sinnvoll sein, dies zu tun. Aber grundsätzlich gibt es in der VDE keine Forderung danach, dass metallene Kabeltragesysteme in den Potentialausgleich einbezogen werden müssen.

    Bezüglich der Erdung von Trussen stellt sich mir die Frage, an welchen Punkten eine solche Erdung angebracht werden soll. Mit ist nicht ersichtlich, wie eine unterwiesene Person feststellen soll, dass sich bei Stecksystemen keine grösseren Übergangswiderstände einschleichen. Wenn alle Teile gut miteinander verschraubt sind, mag das ja passen, aber bei Traversen-Steckverbindern etc. ist mir das nicht so klar.
    Und einfach "irgendwo" an den Potentialausgleich anschliessen ist zwar hübsch, Sicherheit bringt das aber nicht wirklich.

    Gruss aus Nürnberg,

    Buzz

    Hier geht's weiter...

  • PA-Peter
    Profi
    Beiträge
    7.614
    • 29. Juli 2003 um 08:44
    • #17

    Die Diskussion gefällt mir...
    ...kann auch noch etwas Beitragen:

    Ich habe mal mit der Planung von Arzt- und Zahnarzt-Praxen zu tun gehabt! Da gibts ein leckeres Gesetzt:
    Medizinprodukte-Gesetzt!
    Hier MUß alles metallische im Patientenbereich geerdet sein, das geht sogar so weit, das Rechner mit Glasfaser-NW betrieben werden und spezielle Netzteile haben müssen...

    ..soviel zu Erdung von Metallteilen ;)

    PA-Peter
    ****
    http://www.rieckmedia.com

  • chrickel
    Profi
    Beiträge
    454
    • 29. Juli 2003 um 10:02
    • #18
    Zitat von "Swemers"

    Hi,
    Wo steht das?

    VDE 0100 - Teil weiss ich nicht mehr :)

    Wortlaut:

    Zitat von "VDE 0100"


    Durch konstruktive Maßnahmen muß sichergestellt werden, daß berührbare inaktive Metallteile leitend untereinander und mit dem von außen herangeführten Schutzleiter der Anlage verbunden sind.

    By(t)e,
    Chrickel
    http://www.chrickel.eu

  • LMS-Daniel
    Profi
    Beiträge
    245
    • 29. Juli 2003 um 10:03
    • #19

    @Ton-Opa:
    Warum die VDE einzuhalten ist (und dass diese ein Mindestmaß aber
    nicht dass absolutmaß der Regeln der Technik darstellen) findest Du in
    vielen anderen Threads.

    buzz / all:
    Mag sein dass meine vorheriger Post etwas missverständlich war.
    Zu den Badewannen habe ich extra "früher" geschrieben. Es sollte ein
    anschaulicher zugegeben wohl nicht ganz passender Vergleich sein.

    Die Forderung Kabelwannen in den POT-ausgleich einzubeziehen
    besteht nach wie vor.
    Wenn auch nicht direkt aus der VDE 0100 (außer Teil 444 aber dort mit
    Empfehlungen) abzuleiten, so wird dies in der 0800 (DIN EN 50310
    und DIN EN 50174-2) eindeutig gefordert.

    Die 0800 ist heute für jeden ein Thema, denn informationstechnische
    Anlagen finden sich nicht nur in Gewerbebetrieben sondern mittlerweile
    in jedem Gebäude und v.a. in hohen Maße in der Veranstaltungstechnik

    Hintergrund bei der SR1.0 ist aber dennoch der elektrische Schlag (es wird auch auch die BGI 810 SP25 1/2 zitiert.
    Hintergrund ist, dass Leitungsanlagen in der VA-Technik mechanischen Belastungen durch Scherung und Quetschung ausgeliefert sein können (das ist bei einmalig fest verlegten Leitungen auf Kabelwannen anders) und dadurch ein erhöhtes Risiko einer beschädigten Isolierung besteht.

  • lautsprecher
    Beiträge
    70
    • 29. Juli 2003 um 11:45
    • #20

    da sieht man mal dass es nicht gelogen ist das 80% der Gesetztestexte dieser Welt in Deutsch verfasst sind :roll:

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