Ich mache mir die Arbeit diesen Ratgeber zu Schreiben, da generell immer wieder die gleichen Fragen von Anfängern auftauchen, aber auch meistens die gleichen Leute immer dieselbe Antwort zum Thema geben.
Grundgelegen sollte man sich überlegen was überhaupt genau benötigt wird. Fangen wir ganz am Anfang an:
Budget:
Wie viel Geld kann für das gewünschte System ausgegeben werden? In der Regel geht man ca. von folgenden Preisen aus:
Unter den Preisen kommt man nicht besonders weit bzw. man sollte ca. mit diesen Preisen rechnen.
Gute aber eher mittelklassige Systeme im Selbstbau:
Fullrangebox/Topteil/Monitor z.B. 8"1" Sprachbox oder AW Audio PS12: 250-350.-
Subwoofer günstig z.B. Kappa 15LF im Arls oder Kappa 15LF im MTL: 200.-
Subwoofer Marke z.B. Oberton 15XB600 im Achenbach Gehäuse ca. 350.- oder Oberton 18XB700 im Bassreflexgehäuse: ca. 400.-
Endstufe Topteil: 200.- (T. Amp TA1400) bis 350.- (Link Dynamic PA1000)
Endstufe Subwoofer: 300.-(T.Amp TA2400) bis 460.- (Link Dynamic PA1600)
Frequenzweiche günstig: 99.- (Behringer CX2310)
Digitalcontroller: 270.- (Behringer DCX2496)
Rack zum Einbau der Geräte: 140.- (Thon bzw. Große Cases)
Anschlussfeld (ca. 50.- bis 100.- , je nach Ausstattung)
Kabel 2pol 10m ca. 30.- (2 werden für Subwoofer und 2 werden für Topteile benötigt)
Kabel 4pol 10m ca. 60.-(2 werden für Topteile und Subwoofer gesamt benötigt)
Patchkabel zum durchschleifen 4pol. ca. 20. pro st.
((fett = Empfehlung des Autors))
Unter den Preisen kommt man nicht besonders weit bzw. man sollte ca. mit diesen Preisen rechnen.
Hochpreisige Systeme im Selbstbau:(als kleiner Einblick in die hochpreisigere Klasse)
Fullrangebox/Monitor z.B. Oberton 12L + BMS 4550 + 60x40° Horn inkl. Gehäuse ca. 500.- (aktive Trennung erforderlich - 2 Amps benötigt)
Doppel 12er Topteil z.B. 2 Oberton 12L + BMS 4550 + 60x40° Horn inkl. Gehäuse ca. 650.- (aktive Trennung erforderlich - 2 Amps benötigt)
Horngeladener 15er Subwoofer z.B. Oberton 15B450 inkl. Gehäuse ca. 300.-
Horngeladenes Topteil z.B. Oberton 10M3 + BMS 4550 + 60x40° Horn ca. 500.- (aktive Trennung erforderlich - 2 Amps benötigt)
Endstufen dazu dann z.B. Studio R X12 Bass ca. 4000.-, Studio R X5 Top ca. 2200.-, Studio R X1 Hochton ca. 1600.-, Controller z.B. Xilica ca. 1999.-
((fett = Empfehlung des Autors))
Speaker können über die gängigen Onlineshops als auch für einen guten Preis über uns bezogen werden.
Preisliste Speaker: PA - Lautsprecher (andere Marken haben wir ebenfalls im Vertrieb)
Preislich sollte man bei der Kalkulation ebenfalls gängige Beschläge, Holz, Lack, Arbeitszeit, etc. nicht vergessen, da das ganze sich schnell preislich bemerkbar macht. Eventuell benötigte Kabel, Adapter, usw. gehen ebenfalls schnell ins Geld.
Den letztendlichen günstigsten Preis kann sich so gesehen jeder damit selber ausrechnen. Ein System setzt sich daraus zusammen.
Die Liste ist natürlich nicht vollständig, sonder stellt einfach eine Auswahl bzw. Beispiele da. Je nach Musikrichtung und Personengruppe sind die Soundvorstellungen/Modeerscheinungen(z.B. im Moment Infrabässe) in gewissem Maße vertreten, die Universal-Beschallungsanlage gibt es nicht. Vieles ist einfach Geschmackssache, das sollte bei der Fragestellung natürlich auch erwähnt werden.
Größe:
Die Größe der letztendlichen Lautsprecherbox richtet sich vorrangig nach folgenden Kriterien:
Wie kommt die Anlage zur betreffenden Veranstaltung? Was sind für Lagerkapazitäten vorhanden? Muss man sich an gängige Abmaße von bestimmten Transportfahrzeugen richten? Ein Transporter hat in der Regel 170cm Innenbreite, ein 2,2t mit Kastenwagenaufbau hat 210cm und ein LKW hat in der Regel 240cm Innenbreite. Normalerweise geht man von 58,8cm Breite(bzw. ein vielfaches davon) bei Lautsprecherboxen aus, wenn man sich nach den größeren Transportfahrzeugen richten muss. Wenn man sich unter Umständen an die Größe von Europaletten zwecks Transport bzw. Lagerung richten muss, geht man von der Grundfläche einer Europalette aus und rechnet sich die Größe wie benötigt runter z.B. 2 Boxen a 58,8 x 78cm(120x80cm). Die Boxen richten sich dann nach diesen Abmaßen bzw. halbes Abmaß. Die Rollen sollte man nicht vergessen, da diese in die Abmaße eingeschlossen sind, da sie sonst überstehen würden. In der Regel geht man davon aus, seine Boxen nach den Standartmaßen zu fertigen, um im Falle einer größeren Veranstaltung bei anderen Firmen zuleihen zu können.
Gewicht:
Das Gewicht der fertigen Lautsprecherbox richtet sich vorrangig nach folgendem:
Wie kommen die Boxen in der Regel zur betreffenden Veranstaltung? Wie viele Mann sind beim Aufbau der Veranstaltung vorhanden? Sind diese Leute bzw. andere beim Abbau auch noch dabei? (oft rechnet man damit, aber später haben sie dann doch was getrunken oder sind schon Heim oder ähnliches). Bei bezahlten Hands(Aufbauhelfer) kommt das auch mal vor, in der Regel kann man sich aber darauf verlassen. Sofern man nur mit wenigen Leuten oder alleine/zu zweit aufbaut, sollte man sich daran orientieren. In der Regel lassen sich Boxen bis 60Kg zu zweit gut aufbauen. Schwerere Boxen sollten vermieden werden, da es auf Dauer auf die Gelenke + Bandscheibe geht und das kann man doch vermeiden. Ebenfalls richtet es sich nach der Lagerart(z.B. Keller, ebenerdiges Lager, usw.). In größeren Firmen achtet man meisten nur nach den Abmaßen. Oft wird mit entsprechendem Personal und mit Stapler/Hubwagen aufgebaut, so das, das Gewicht weit in den Hintergrund wandert.
Lautsprechergrößen/Verwendungszweck:
Subwoofer:
21" sind sehr träge, dadurch kann man die maximal im Tieffrequenzbereich einsetzen, jedoch sind sie durch ihre schwere Membran nicht besonders präzise und brummeln eher vor sich hin.
18" sind mittelmäßig träge, sie können in der Regel bis zu 120Hz eingesetzt werden, wenn man klanglich etwas erwartet, für normale Musik(Rock, Pop, HipHop) gut geeignet, für schnellere Musik(Techno) brummeln sie schnell mal vor sich hin.
15" sind der Kompromiss wenn es um günstigen, aber dennoch präzisen Bass geht, sie sind sehr gering träge und können deshalb auch schnelle Impulse ohne Probleme wiedergeben. Im richtigen Gehäuse der perfekte Bass für die meisten VA´s
12" Lautsprecher geben problemlos schnellstes Musikmaterial wieder, jedoch sind die im Verhältnis teuerer. Sie werden vorwiegend bei kleinen PA´s oder in größeren Stückzahlen in größeren Beschallungsanlagen eingesetzt.
10" Lautsprecher werden nur sehr selten im Bass eingesetzt, da die Box Verhältnismäßig teuer wird, jedoch kann man mit den richtigen Lautsprechern und Verstärker ein unheimliches Potential ausschöpfen.
Topteile/Lautsprecher:
15" werden oft in Fullrangeboxen verbaut, durch ihre Größe und schwere Membran im Vergleich zu ihren Kollegen, liefert sie einen guten Bass, jedoch produzieren 15" Lautsprecher dadurch meistens keine sauberen Mitten mehr, da man irgendwo mit Konsequenzen leben muss.
12" werden meistens in Topteilen verbaut, da sie durch ihre Größe immer noch Bass wiedergeben können, die Mitten sind besser als bei einem vergleichbaren 15" Konzept, aber meistens jedoch nicht perfekt. In Horngeladenen Topteilen relativiert sich das ganze.
10" Lautsprecher werden meistens in kleinen Topteilen, als auch in leistungsfähigen Horntopteilen verbaut, durch ihre leichte und stabile Membran tasten sie die Mitten nahezu perfekt ab und liefern einen sauberen und unglaublich präzisen Sound.
8" werden im Beschallungssektor oft in kleinen Monitoren oder Sprachboxen verbaut, Manchmal werden sie auch in sehr leistungsfähigen Horntopteilen verbaut, durch ihre Größe geben sie den Mitteltonbereich sehr sauber wieder.
6" werden sehr selten in Beschallungsboxen verbaut, durch ihre sehr kleine Membranfläche benötigt man einige um auf die Fläche einiges 10" oder 12" Lautsprechern zu kommen.
Topteile/Hochtöner:
2" haben den Vorteil das man sie sehr tief trennen kann, jedoch geben sie die oberen Frequenzen meistens nur sehr schlecht wieder
1,4"/1,5" sind der Mittelweg zwischen 2" und 1" Lautsprechern, oftmals kann man sie schon ziemlich tief trennen, die oberen Frequenzen werden mittelmäßig sauber wiedergegeben.
1" sind nur sehr hoch trennbar, geben jedoch die oberen Frequenzen sehr sauber und Detailreich wieder
2"+1" sind die perfekten Hochtöner für Boxen, sie sind sehr tief trennbar und geben die oberen Frequenzen perfekt wieder, jedoch ist mir nur ein Hochtöner bekannt(BMS 4590) der Verhältnismäßig teuer ist (ca. 399.-)
Topteile/Hochtonhörner:
90°x40°: Diese Hörner werden vorwiegend in kleinen Boxen verbaut, die nicht neben anderen Boxen zusammen betrieben werden. Sie strahlen sehr breit, wodurch man sie sehr gut für kleine Veranstaltungen und breite Räume nutzen kann.
60°x40°: Die Hörner werden meistens in Lautsprecherboxen verbaut, da sie für die meisten Veranstaltungen bestens geeignet sind, sie strahlen 30° weniger breit, so das sie auch für schmalere Räume nutzbar sind, anwinkeln von 2 oder mehr Topteilen funktioniert gut.
40°x40°: Diese Hörner werden vorwiegend in Horntopteilen eingesetzt, sie zu 2oder mehr betrieben werden, durch ihre sehr schmale Abstrahlung hat man selbst in langen schmalen Hallen wenig Probleme mit Reflexionen, mehrere Topteile zusammen zu nutzen funktioniert problemlos.
Arten von Lautsprechergehäusen:
Lautsprechergehäuse
Basswiedergabe - Gehäuseprinzipien
Selbstbaulinks:
Party-PA Selbstbaulinks
Beitragsverzeichnis - Selbstbau
Veranstaltungsgröße/Personenzahl:
Grundgelegen geht man ca. von folgendem System/Personenverhältnis aus:
2 Topteile ca. 100Personen
2 Topteile/ 2 günstige Subwoofer ca. 200Personen
2 Topteile/ 4 günstige Subwoofer ca. 300Personen
2 Topteile/ 2 Marken Subwoofer ca. 300Personen
2 Topteile/ 4 Marken Subwoofer ca. 500Personen
2 Horngeladene Topteile / 4 Horngeladene Subwoofer ca. 800Personen
Die Musikrichtung und Personengruppe spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle, die nicht unerwähnt bleiben sollte.
Ausnahmen bestätigen die Regel, es kommt natürlich auch auf die Musik und die zu beschallende Personengruppe an. Wenn beispielsweise Drum´n´Bass Richtung Neurofunk/Liquid gespielt wird, sind die Hörer meistens einiges gewöhnt und es kann ihnen nicht laut genug sein. Da hat man mit 4..8 Horngeladenen Subwoofern + 2 Horntopteilen schon seine Probleme 300 Leute zu beschallen(aber das ist eher eine grenzwertige Veranstaltung, die nicht die Regel darstellt)
Selbstbauseiten:
AW Audio
Party-PA Selbstbaugalerie
Selbstbau?:
Grundgelegen kann jeder Selbstbauen. Jedoch sollte man sich grade als Anfänger an fertige Gehäuse richten, da die erforderlichen Grundlagen die zum Entwickeln von bestimmten Lautsprechergehäusen benötigt werden meistens nicht vorhanden sind. (Programmempfehlungen: WinISD bzw. AjHorn)
Zum Bauen wird eine nicht unerhebliche Menge an Maschinen und Werkzeugen benötigt. Für den Anfang kommt man mit folgendem aber schon gut aus:
Handkreissäge: Zuschnitt des Plattenmaterials (bzw. Baumarkt, diese schneiden in der Regel aber nicht auf Gehrung)
Akkuschrauber/Bohrmaschine: Vorbohren/Senken/Schrauben
Stichsäge: Schneiden der Aussparungen für Speaker/Griffe usw.
Oberfräse inkl. Kopierring: Abrunden der Kanten, Versenken von Griffen usw. Mit einer Oberfräse, einem passenden Kopierring und einer Schablone kann man problemlos die Stichsäge ersetzen.
Schleifer: Nachbesserung von Kantenunebenheiten und Vorschliff vor dem Lackieren
min. 2, besser 4 Schraubzwingen, die Größe richtet sich nach dem zu bauenden Lautsprecher, meistens benötigen wir 60cm und 120cm Länge.
Weitere Werkzeuge falls vorhanden können nie Schaden, siehe auch: Unsere Werkstatt
Für den Anfänger reichen meistens auch Werkzeuge der etwas günstigeren Dimension aus, wenn man jedoch Lautsprecherboxen professionell und rationell fertigen will kommt man um Markenwerkzeug von Festool/Metabo/etc. nicht vorbei.
Beispiele:
Fertigung von Lautsprechergehäusen MTS
Wer nicht selber bauen möchte/Es sich nicht zutraut:
Günstige Fertigung von Lautsprechergehäusen nach Kundenwunsch
Material:
Professionell gefertigte Lautsprechergehäuse bestehen aus 15mm bzw. 18mm Multiplex. Die Gehäuse werden mit Leim und Schrauben(Abstand ca. alle 10cm) und in professionellen Fertigungen mit Nuten oder Dübeln(z.B. Lamello, Domino, Holzdübel)verbunden. Andere Materialien sollte man eher nicht benutzen, man kann natürlich auch aus Sperrholz, OSB oder MDF Professionelle Boxen bauen, empfehlen würde ich es aber nicht, da das Preis/Leistungsverhältnis bei Multiplex die Kriterien als einzige Holzart im Veranstaltungsgeschäft erfüllt.
Die Lackierung besteht meistens aus Warnex(1 Komponenten Strukturlack gespritzt, Rollen mit Lammfellrolle ist ebenfalls möglich) oder PU(Kunstoffbeschichtung, nur mit spezieller Apparatur möglich). Buntlack, Acryllack, usw. ist eher wegen der Stabilität nicht zu empfehlen. Wenn man es richtig anstellt, bekommt man mit Abtönfarbe und Treppensiegel jedoch auch eine gute Lackierung hin. Jedoch ist man dann preislich wieder auf der Ebene für die man genauso Warnex kaufen könnte.
Beschläge für Lautsprecherboxen:
Meistens wird für eine Lautsprecherbox folgendes benötigt:
2-4 Schalengriffe, 4-8 ABS Füße(+ Stapelfräsungen sind hilfreich), 1 Anschlussfeld inkl. 2 Speakonbuchsen, Boxenflansch für Stativ/Distanzstangen Nutzung, Einschlagösen + Gewindeschrauben(z.B. Case Concept) + Linsenkopfschrauben(z.B. Würth) zum Befestigen der Beschläge und des Speakers, Gitter, Akkustik-Frontschaumstoff(5mm oder 10mm), (4 Rollen)
Alle Beschläge sind über gängige Onlineshops als auch zu einem guten Preis über uns zu beziehen: Beschläge Case Concept
Beispielplanung, die nicht für den Beitrag entstanden ist:
URPS, CB, 15er Hörner, Horntops, *MTS - Systems*
Ein wenig Werbung für die eigene Firma bzw. andere Seiten die sich mit dem Thema Selbstbau beschäftigen waren unvermeidbar, hoffe mal das das ganze soweit in Ordnung geht.(ich weiß das es einige Links sind) Dick geschrieben = Empfehlung des Autors, bzw. eigene Firma/Homepageadresse.
Anregungen und Verbesserungsvorschläge zum Thema sind natürlich immer gerngesehen, so dass man diese Empfehlung öffentlich posten bzw. Festpinnen kann.
Zitat von "Trockenbassfetischist"Die Zeiten ändern sich... die Geschmäcker auch ... es war mal Hochton "in"; mal war Bass in Mode, dann mal Präsenzen aktuell Subbass / Infra, mal wieder Hochton usw... leider waren noch nie Mitten in Mode