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  4. Mischpulte & Signalquellen

DI-Box ruiniert den Bass-Sound. Wie kommt das?

  • Hannes Alberts
  • 4. Juni 2008 um 22:30
  • Hannes Alberts
    Beiträge
    3
    • 4. Juni 2008 um 22:30
    • #1

    Hallo Musiker, Techniker und Mischer,

    ich komme gerade aus dem Probenraum und habe aus lauter Langeweile meinen Kontrabass (mit Piezo-Tonabnehmern im Steg) per DI-Box an die Klein-PA (Spirit FX-8 mit flachbrüstiger Thomann-Endstufe dahinter) angeschlossen. Die Kabel und der Mischer sind so gut wie neu, die DI-Box ist wahrscheinlich älter als ich (Monarch DIB-100).

    Und jetzt das Ding, mit dem ich nicht gerechnet habe: Der Sound mit zwischengeschalteter DI-Box ist grottenschlecht. Irgendwie sind die Bässe weg, der Klang ist höhenbetont und boostet bei geschätzten 5.000 Hz. Insgesamt nicht als Kontrabass zu erkennen, das Geräusch.
    Wenn ich mit dem Klinkenkabel direkt vom Bass-Pickup in den Line-In des Pultes gehe, ist der Klang um Klassen besser. Ich hätte eigentlich erwartet, dass ich keinen großen Unterschied höre, da ich keine nennenswerten Kabellängen verbaut habe. Aber dass eine DI-Box den Klang so verbiegt...? Ich hatte an der DI-Box keine Dämpfung geschaltet und den Ground-Lift nicht betätigt.

    Um der Sache auf den Grund zu gehen, habe ich das ganze noch mit einer anderen DIB-100 ausprobiert. Das Ergebnis war das gleiche: Mit DI-Box grottenschlecht, ohne ganz passabel.

    Und jetzt die Fragen an die Experten: Wie kommt das?
    Und welche DI-Box ist zu empfehlen für den Bass?
    Würde mich eine aktive DI-Box weiterbringen?

    Für gewöhnlich spiele ich einen alten Fender-E-Bass und lasse o.g. DI-Box das Signal für meinen Verstärker und für die Stagebox splitten. Wenn ich daran denke, was die Box seit Jahren mit meinem schönen Bass-Signal gemacht hat...

    Viele Grüße

    Hannes

    - kann mir mal einer ungefähr die Tonart sagen - ?

  • Arno
    Verifiziert
    Beiträge
    902
    • 4. Juni 2008 um 23:03
    • #2
    Zitat von "Hannes Alberts"


    Würde mich eine aktive DI-Box weiterbringen?


    Um es ganz kurz zu machen: Ja, eine aktive DI-Box wird dich höchstwahrscheinlich glücklich machen. Die Erklärung warum findest du sicher mit einer kurzen Suche hier im Forum. Das wurde schon einige Male erklärt. Ich gehe jetzt ins Bett. Gute Nacht. :)

    Bis dann... Arno!

  • ljbigfish
    Beiträge
    1.080
    • 4. Juni 2008 um 23:43
    • #3

    Tach,

    ein Piezo als Tonabnehmer?? Klingt das? Der wird aber wohl mit der niedrigen Impedanz der DI nicht klarkommen. Der Mischputeingang ist relativ hochohmig, da scheint es ja zu gehen.


    Gruß Simon

  • gezz-abba
    Gast
    • 5. Juni 2008 um 03:03
    • #4

    hallo,
    denselben effekt hatte ich grade heute mit einer akustikgitarre mit einem recht billigen stegabnehmer . Die gitarre klang wie übers telefon... Mit derselben DI- box aus dem preamp eines gitarrenamps raus war der sound um welten besser. Ich nehme auch an , dass es mit einer fehlanpassung ( Piezo --> Überträger ) zu tun hat . . Deswegen wäre eine aktive box für Dich wahrlich empfehlenswert. Es war übrigens auch die gute alte DIB100, bei der es mit "normalen" Instrumentenpickups nie wirklich probleme gibt. Auch mit guten Stehbasspickups habe ich nie wirklich Ärger gehabt. Mit diesen billigen Piezodingern kommt die kiste wohl nicht klar und erfordert wohl einen preamp. Lebe und lerne... :)

    gruss,
    arnt

  • tufkadib
    Beiträge
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    • 5. Juni 2008 um 10:11
    • #5

    Ein Piezotonabnehmer ist ein Kristall, der bei Beaufschlagung mit einer Kraft eine Ladungsverschiebung erzeugt. Es entstehen relativ hohe Spannungen, die aber auch sehr hochohmig sind.
    Für derlei Dinger hatten Röhrenverstärker früher tw. Eingangswiderstände bis 22 Megaohm.
    An der recht niederohmigen DI-Box bricht die gelieferte Spannung natürlich zusammen, besonders im Baß, weil dort die Impedanz des Übertragers auch abnimmt.

    MfG

    DirkB

  • treibsand
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    1
    • 8. Juni 2008 um 15:08
    • #6

    Abgesehen von den bisherigen Erklärungen: wer erwartet, dass eine "billige" DI klingt oder wenigstens linear überträgt, hat den entscheidenden Zusammenhang nicht verstanden...

    Die DIB100 ist zwar weitverbreitet, weil günstig und nicht zu schlimm klingend, ihre Vorteile liegen allerdings auch in der Robustheit sowie einer einfachen Bedienung.
    Aktive, höherpreisige und mit mehr Features ausgestattete DIs haben ganz andere Vorteile - auch den Klang...

    ...hauptberuflicher Sarkastiker.

  • tufkadib
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    • 9. Juni 2008 um 10:11
    • #7

    Völlig richtig, es sollte hierbei noch erwähnt werden, daß ein ordentlicher NF-Übertrager ab ca. 100€ kostet.

    MfG

    DirkB

  • Hannes Alberts
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    3
    • 9. Juni 2008 um 11:08
    • #8

    Moin,

    erst mal vielen Dank für die Antworten. Man lernt nie aus!

    Wäre es vielleicht sinnvoller für mich, für die Kontrabass-Abnahme einfach ein Mikro vor den Komboverstärker zu stellen (Gallien-Krüger, klingt ganz ordentlich)?
    Direkte Mikrofonierung des Basses scheidet aus weil a) zu teuer und b) meist zu viel Radau auf der Bühne.

    Und noch 'ne Frage:
    Was ist ein NF-Übertrager?

    Viele Grüße

    Hannes

    - kann mir mal einer ungefähr die Tonart sagen - ?

  • treibsand
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    • 9. Juni 2008 um 12:53
    • #9

    Ich nehme Kontrabässe gerne über die bassisteneigenen Amps ab. Das ist ähnlich wie beim Gitaristen ein wenig Klangfärbung nach Wunsch des Spielers...
    Evtl. hat der Amp auch noch einen DI ausgang oder wenigstens einen Line Pegel Out.

    Alternativ such doch mal im PA-Forum nach Kontrabassabnahme. Ein gängiger Tip wäre, ein Kondenser-Mic in Schaumstoff eingerollt im Steg zu verstecken. Geht auch wunderbar, ist aber tatsächlich nicht Bühnenlärmfest". Preislich muss man da nicht unbedingt 1000e ausgeben - ein Behringer B5 hat mir schon gute Dienste erwiesen und ist auch nicht teurer, als ein mittelgutes dynamisches Mikro für den Amp.


    Ein Übertrager ist nichts anderes, als ein "gewöhnlicher" Trafo - zwei auf einen gemeinsamen Eisenkern gewickelte Spulen. Allerdings ist der Trafo nicht auf Spannungen und Ströme optimiert, sondern auf Impedanzen (und Übertragungsverhältnisse).
    Der Haken: der Übertrager hat eine Eingangsimpedanz (Wechselstromwiederstand) von ~600Ohm, bei tiefen Frequenzen eher etwas weniger.
    Eine aktive DI hat einen Verstärkerbaustein im Eingang, dessen Impedanz weitaus höher liegt (und meisst linearer ist), nämlich im Kilo bis Megaohmbereich.
    Somit muss dein Piezoabnehmer fast keinen Strom liefern und kann die mechanischen Schwingungen linearer in elektrische umwandeln.
    Strom kann nämlich der Piezo eigentlich nicht liefern. (um mal Dirks Beitrag ein wenig weiter zu erklären).

    ...hauptberuflicher Sarkastiker.

  • Wurst Werner
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    • 9. Juni 2008 um 16:03
    • #10

    Als langjähriger DIB 100 Anwender möchte ich nur kurz auf das letzt Posting vom Rockline in dem folgenden Link/Thread hinweisen:

    http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?t=66991&highlight=dib+100

    :grin:

    Viele Grüße
    WW

    CEO @ SoundSurface

    Consultant Pro Audio @ IAD-Pro / WharfedalePro

    Waves Soft- & Hardware Dealer

  • Hannes Alberts
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    3
    • 9. Juni 2008 um 16:43
    • #11

    Au ha, das Thema wird komplexer. Ich zitiere kurz "bwaack" aus dem anderen Thread:

    Es gibt ja auch immer noch Geräte, die auf XLR-PIN 3 heiß sind (und eben auch positiv).

    Falls meine Box auch auf einem Pin heiß ist (und positiv) - sollte ich dann nicht besser ein Stück Schrumpfschlauch drüberziehen, ehe es losgeht? :D:D

    Jetzt mal wieder ernst:
    Als kleine Zusammenfassung bleibt bei mir der Eindruck, dass passive DI-Boxen teilweise ungewollte Filterfunktionen mitbringen, die man je nach Signal-Erzeuger berücksichtigen sollte.
    Die Auswirkungen der Qualität des kleinen Vorverstärkers in einer aktiven DI-Box sollte man nicht unterschätzen, da der Verstärker der erste in der Reihe ist und seine Fehler von allen anderen mit verstärkt werden.

    Viele Grüße

    Hannes

    - kann mir mal einer ungefähr die Tonart sagen - ?

  • tufkadib
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    • 10. Juni 2008 um 11:04
    • #12
    Zitat von "Wurst Werner"

    Als langjähriger DIB 100 Anwender möchte ich nur kurz auf das letzt Posting vom Rockline in dem folgenden Link/Thread hinweisen:

    http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?t=66991&highlight=dib+100

    :grin:


    Das mag schon sein, aber da ist nichts angegeben von Widerständen und Klirrfaktoren. Ich persönlich halte nichts von Billigübertragern. Preise wie bei Amplimo, Haufe oder Lundahl sollte man schon zu zahlen bereit sein, will man was Gutes haben.

    MfG

    DirkB

  • Wurst Werner
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    • 10. Juni 2008 um 11:28
    • #13

    Dirk...bei aller Liebe. Mit dem Blick auf die Klirrwerte von Billigübertragern im Vergleich zu Hi End PA Boxen...mit Verlaub, dass hört doch live kein Mensch. Im Studio ist das eine andere Geschichte, aber mit einem PA Speaker als natürliche Klirrbombe am Ende der Audiokette?

    BTW: Ich hab hier Klirr-Messungen von der BSS 133 und deren Adam Hall Kopie für 30,- EUR...die Unterschiede in Phase, Frequenzgang und Klirr sind minimalst! Auch die aktive Behringer DI hat sehr gute Messwerte im Vergleich zur BSS.

    Im Studio hab ich eine Radial J48 DI, BSS und ein Millennia TD1 im direkten Vergleich zur DIB 100 ausführlichst recorded und gehört. Ein korrektes, brauchbares Eingangssignal vorrausgesetzt sind die Unterschiede zwischen "unhörbar" bis "sehr gering".

    Viele Grüße
    WW

    CEO @ SoundSurface

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    Waves Soft- & Hardware Dealer

  • tufkadib
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    • 10. Juni 2008 um 13:14
    • #14
    Zitat von "Wurst Werner"

    Dirk...bei aller Liebe. Mit dem Blick auf die Klirrwerte von Billigübertragern im Vergleich zu Hi End PA Boxen...mit Verlaub, dass hört doch live kein Mensch. Im Studio ist das eine andere Geschichte, aber mit einem PA Speaker als natürliche Klirrbombe am Ende der Audiokette?


    Na gut, einverstanden. Ich setze es wahrscheinlich zu hoch an. :oops:

    fG

    DirkB

  • Wurst Werner
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    • 10. Juni 2008 um 13:27
    • #15

    ja, nee...unrecht haste nicht. Wenn es drauf am kommt, ist man mit einem Markenteil schon auf der sicheren Seite. Das gibt keine Rider-Diskussionen, wenn zusätzlich recorded wird, muss man sich keine Gedanken über den Sound machen. Zudem hat man meist ordentliche Neutriks in einer Marken DI...sprich: Akzeptanz und Betreibssicherheit sind einfach besser.

    Für die fiese Stadtfestnummer bringe ich meine DIB100 mit. Meine älteste ist von 1991...spielt immer noch :D

    Grüße
    WW

    CEO @ SoundSurface

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  • tufkadib
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    • 10. Juni 2008 um 19:49
    • #16

    Naja, ich schieße bei den Anforderungen zumeist etwas über das Ziel hinaus. Vielleicht liegt das daran, weil ich auf einem Ü-Wagen angefangen habe und dann erst zu kleineren Veranstaltungen kam. Für mich ist Technik erst interessant, wenn sie groß, schwer und für Gestelleinbau ist.
    Ich kann halt nicht aus meiner Haut... :oops:

    MfG

    DirkB

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
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    • 11. Juni 2008 um 08:29
    • #17
    Zitat von "treibsand"

    Ich nehme Kontrabässe gerne über die bassisteneigenen Amps ab.


    Das sollte auch besser funktionieren, weil Instrumentalverstärker (dto. bei E-Gitarre) i.d.R. weitaus hochohmigere Eingänge als übliche Line-Eingänge haben.

    Auch einige Audiointerfaces für Studioanwendungen haben hierzu oft auf einem oder zwei Kanälen (Beispiel: der 8-kanalige Presonus Firepod mit Firewireschnittstelle ...) alternativ Instumentaleingänge (d.h. besser - weil hochohmiger - an Instrumentaltonabnehmer angepaßt als Line-Eingänge).

    Ob aktive DI-Boxen wirklich auf hochohmige Instrumentaltonabnehmer optimiert sind, möchte ich mal bezweifeln. :wink:

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