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Einstellung VPL-Limiter (LAB-Clone): Peak/RMS-Voltage

  • Hanseat
  • 7. Februar 2023 um 09:11
  • Hanseat
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    • 7. Februar 2023 um 09:11
    • #1

    Eine Frage zu den einstellbaren VPL-Werten. Unter https://m.sinbosen.com/f712983…r-sensitivity-and-VPL.htm gibt es eine Tabelle mit den auf dem Amp jeweils aufgedruckten Peak-Werten (Peak limit voltage). Screenshot für die FP10000Q anbei:
    (Ich habe zwar eine Tulun-Endstufe, das macht aber wohl keinen Unterschied.)

    In der zweiten Spalte findet sich dann "Corresponding Outpult voltage", die ihrerseits den Leistungswerten entspricht, die für die Endstufe als RMS-Werte für 8 Ohm angegeben sind. Verstehe ich das richtig, dass die "Peak limit voltage" dann die Peak-Leistung betrifft (das wären bei 150V dann 1350W RMS und 2.800W peak)?

    Mich interessiert das vor allem, um den VPL-Limiter auf einen sinnvollen Wert einzustellen und die angeschlossenen Subs - neben einem Limiter im DSP - gegebenenfalls auf diesem Wege vor zu großer Leistung zu schützen.

    Außerdem frage ich mich, ob mein FP10000 clone ausreicht, um insgesamt vier PL-Audio B18 zu betreiben (2 Endstufen-Kanäle mit je 2 Subs parallel, die anderen beiden Kanäle werden gegebenfalls für passive Monitore genutzt). Laut Simu können zwei Subs rund 4.300W/4 Ohm peak bis zum Xmax vertragen. Ausgehend von den Peak limit-Werten könnte das gerade noch passen.

  • TomyN
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    • 7. Februar 2023 um 20:16
    • #2

    Das ganze geht in Richtung Wurzel(2), d.h. dem Crestfactor eine Sinussignals. Ansonsten hast du wahrscheinlich recht, die Frage ist halt, wie der Hersteller 'Peak' definiert :)

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  • Fux
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    • 7. Februar 2023 um 22:15
    • #3

    Ich würde sagen, das kommt drauf an wie viele passive Monitore an den restlichen beiden Ausgängen hängen.

    Insgesamt vier 8 Ohm Subs PL-Audio B18 an zwei Kanälen und an den anderen zwei Kanälen insgesamt maximal vier 8 Ohm Monitore (ist ja im Prinzip nix anderes wie Topteile) sollten gut funktionieren.

    Wie hier schon oft zu lesen war (was Du aber eh nicht vorhast), um bei solchen Vierkanalamps alle vier Kanäle mit Bass an 4 Ohm zu beschicken, kann das Netzteil einfach nicht dauerhaft den nötigen Strom liefern.

    (Hat jetzt aber gar nichts damit zu tun, dass es ein chinesischer Clone ist, das ist beim Original auch nicht anders)

    Viele Grüße,
    Fux

  • test
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    • 8. Februar 2023 um 07:38
    • #4

    das was ein netzteil in realität leisten muß, sollte man aber auch nicht überbewerten. ein tonsignal ist eben nicht mit einem sinus signal zu vergleichen. sonst würde eben auch ein höllstern keinen 14 kw amp anbieten können.

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  • Hanseat
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    • 8. Februar 2023 um 21:03
    • #5
    Zitat von Fux

    Ich würde sagen, das kommt drauf an wie viele passive Monitore an den restlichen beiden Ausgängen hängen.

    Insgesamt vier 8 Ohm Subs PL-Audio B18 an zwei Kanälen und an den anderen zwei Kanälen insgesamt maximal vier 8 Ohm Monitore (ist ja im Prinzip nix anderes wie Topteile) sollten gut funktionieren.

    Die zwei verbleibenden Kanäle sind sogar häufig unbenutzt, weil ich für passive Monitore eine andere kleine 4-Kanal-Endstufe nutze. Die Leistung der Endstufe mit dem maximalen VPL-Wert (also vermutlich schlicht der maximalen Netzteilspannung) passt so recht optimal zu je zwei PL-Audio B18 pro Kanal. Der Xmax wird laut Simu auch mit dem vom Hersteller vorgesehenen EQ bei Tuningsfrequenz bei keiner Frequenz überschritten und das letzte fehlende dB spielt ja keine große Rolle (etwas weniger Grenzbereich tut den Pappen auf Dauer sicher gut).

  • Fux
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    • 8. Februar 2023 um 22:33
    • #6

    Die letzten "fehlenden" dB, die sich rein rechnierisch ergeben, verpuffen in der Praxis eh zum Größtenteil in der Powerkompression der Chassis.

    Wenn der 4-kanal Amp nur an zwei Ausgängen die Bässe zu treiben hat, dann kann das Netzteil auch die Ströme noch ordentlich liefern und es kommt nicht dazu, dass die Strombegrenzung drastisch einschreitet, oder die Versorgungsspannung zusammenbricht.

    Viele Grüße,
    Fux

  • test
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    • 9. Februar 2023 um 00:09
    • #7

    Man könnte ja, wenn das passiert, den limiter einfach um 2 db früher einsetzen lassen. Was in all den Berechnungen nicht auftaucht ist das man bei solchen Grenzgängen mit Lebensdauer der pappen zahlt. Es wäre dann sicher besser nicht mehr 4 sondern 6 Bässe hinzustellen

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  • phattomatic
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    • 27. April 2023 um 15:56
    • #8
    Zitat
    Wie hier schon oft zu lesen war (was Du aber eh nicht vorhast), um bei solchen Vierkanalamps alle vier Kanäle mit Bass an 4 Ohm zu beschicken, kann das Netzteil einfach nicht dauerhaft den nötigen Strom liefern.

    Ich klinke mich mal mit der Frage ein ob das noch zutreffend ist, wenn man gar nicht das volle Leistungspotential eines 4 Kanal Clones nutzen muss? Also zwar 4 Bässe mit je 4 Ohm aber "nur" 800 Watt je Kanal benötigt auf die man den VPL eingestellt hat. Das dürfte der Logik folgend dann dem Clone oder Original doch keine Netzteil Probleme bereiten, oder?

    Mama Lauda....

  • Hanseat
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    • 13. März 2026 um 11:15
    • #9

    Nach langer Zeit noch eine Frage dazu, die durch meine Simulation des Subs (PL Audio B18) mit dem darin verbauten Treiber (Faital 18HP1030) aufgekommen ist. Die Kalkulation der Membranauslenkung (cone excursion) ergibt, dass der Speaker maximal eine Leistung von 2.200W peak verträgt, um Xmax nicht zu überschreiten. Der dabei in WinISD angegebene Spannungswert beträgt knapp 105V.

    Bislang hatte ich den VPL allerdings immer auf 121V gestellt und habe mich gefragt, ob dieser Wert möglicherweise zu hoch eingestellt ist. Ich hatte zur Kalkulation des Werts die nominale Impedanz des Treibers genutzt.

    Spoiler anzeigen

    Hier kurz die Erläuterung des bisher genutzten Wertes:

    • Nutzt man für die Leistung von 2200W die Impedanz (8Ohm) so liegt der entsprechende Spannungswert bei rund 132V. Der nächstliegende VPL-Wert der Endstufe liegt bei 121V (Peak-Leistung von 1.830W).
    • Entsprechend der oben abgebildeten Tabelle entspricht der VPL-Wert von 121V peak einem Wert von 84V RMS und den etwas gerundet angegebenen 900W RMS-Leistung an 8 Ohm.

    Das passt so ganz gut. Die Abweichungen zu den maximalen Peak/AES-Werten liegen bei nur rund 1dB und sind damit ja marginal.

    Offensichtlich nutzt WinISD für seine Berechnung nicht den Nominalwert, sondern den Re-Wert. Das macht ja auch irgendwie Sinn. Zumindest auf den ersten Blick.

    Beim zweiten Hinsehen stellt sich aber genau dies gleich wieder infrage: Laut Impedanzverlauf bei loudspeakerdatabase.com liegt der Wert des Treibers im relevanten Frequenzbereich (<100Hz) von 6,3 Ohm und höher. Somit macht der Nominalwert von 8 Ohm eigentlich mehr Sinn für die Leistungsberechnung und den entsprechenden Wert für die Einstellung des VPL-Limiters.

    Wäre super, wenn jemand der Experten hier meinen Gedankengang kommentieren bzw. korrigieren würde.

  • VTLS
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    • 16. März 2026 um 01:02
    • #10

    es ist nur der impedanzverlauf des chassis IM gehäuse relevant. der ist SEHR unterschiedlich von der freifeld impedanz.

    Gruß Luca

  • Hanseat
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    • 16. März 2026 um 07:40
    • #11

    Danke für den Hinweis, das hatte ich tatsächlich übersehen.

    Laut Simulation in WinISD liegt das Impedanz-Minimum an der Abstimmfrequenz bei rund 6,4 Ohm, die weiteren Werte im Übertragungsbereich bis 100Hz meist weit darüber.

    Die grundsätzliche Frage bleibt aber bestehen: Welche Impedanz-Werte sollte man zur Kalkulation der Spannungswerte für den VPL nutzen? Reicht es in der Praxis aus, die Nominalwerte zu berücksichtigen oder sollte man den Minimalwert ansetzen? Die Impedanz ist ja frequenzabhängig, der VPL dagegen natürlich nicht.

    Setze ich das Impedanz-Minimum an, errechnen sich 113V als Spannungswet für den VPL (der nächstliegende am Amp wählbare Wert wären 101V).

    Allerdings liegt die Auslenkung des Treibers an der Abstimmfrequenz der Box deutlich niedriger (in diesem Fall bei rund 40% des Xmax) als in anderen Frequenzbereichen des Übertragungsbereichs (mit HP/LP-Filtern), so dass der Treiber an dieser Stelle deutlich höhere Leistungswerte vertragen sollte: In der Simulation wird selbst bei 5-facher Leistung der Xmax im schmalbandigen Bereich der Abstimmfrequenz nicht überschritten.

    Daher erscheint es fragwürdig, den auf Basis des Impedanzminimums auf der Abstimmfrequenz berechneten Spannungswert für den VPL zu nutzen. Nicht ohne Grund wird ja gerade an dieser Stelle oft noch schmalbandig mit einem EQ unterstützt (so auch im Preset für den B18-Sub).

    In der Folge komme ich zu der Einschätzung, dass man in der Praxis bei der Berechnung der Spannungswerte für den VPL-Limiter einfach mit den Nominalwerten rechnen können müsste.
    Ist das schlüssig oder habe ich einen Denkfehler?


    Nebenbei: Was mich bei WinISD noch interessieren würde: Wie sind die Werte bei "Amplifier apparent load power (VA)" zu interpretieren und inwieweit ist das praxisrelevant?

  • TomyN
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    • 16. März 2026 um 08:50
    • #12

    VA deutet darauf hin, dass es da um die Scheinleistung geht, d.h. auch Effekte wie die Phasenverschiebung eine Rolle spielen. Den Werte würde ich als nicht relevant für die Limitereinstellung erachten.
    Du beschreibst sehr schön die Problematiken des Lautsprecherschutzes.

    Es gibt schon mal zwei Möglichkeiten, einen Lautsprecher zu schädigen. Einmal eine thermische Überlastung und einmal die Überschreitung von Xmax.
    Xmax in Abhängigkeit von der zugeführten Leistung kann man simulieren. Den impedanzabhängigen und damit frequenzabhängigen Zusammenhang zwischen am Lautsprecher ankommenden Leistung und der Ausgangsspannung der Endstufe kann man mit Hilfe der der Impedanzkurve berechnen. Beide Informationen hängen stark von der Kombination Lautsprecher / Gehäuse ab.
    Aus dem Mininum des Ergebinises xMax -> pMax -> uMax würde sich der Wert für die maximale Ausgangsspannuing ergeben.

    Die thermische Überlastung erscheint ersteinmal einfacher zu bestimmen, ist es aber nicht. Die Einbausituation und die Auslenkung bestimmen den Verlauf der Erwärmung mit. Platt gesagt ist da ein größerer Hub besser, weil da mehr Luft umgewälzt wird. Ein geschlossenes Gehäuse, oder, noch kritischer, eine geschlossene Rückkammer in einem Horn, begünstigen die Erwärumung bzw. reduzieren die Abkühlung bei Belastungspausen. Näherungsweise hängt die Erwärmung an der Energie, d.h. Leistung * Zeit, wobei nur der Parameter Leistung über die Ausgangsspannung erfassbar ist.

    Es macht einen deutlichen Unterschied, ob ab und zu mal ein Basston oder minutenlang ein Synthie(sub-)basston wiedergegeben wird, ob es Livemusik mit Pausen und Ansagen oder Dauertechno ist.

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