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LD Stinger 28A G3 vs passive Version - Angaben zu max. SPL weichen deutlich ab (vermutlich Peak vs. RMS-Angabe)

  • Hanseat
  • 28. Januar 2025 um 11:02
  • Hanseat
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    • 28. Januar 2025 um 11:02
    • #1

    Hab vor einiger Zeit die LD Stinger 28A G3 gehört und fand die gar nicht mal schlecht. Nun ist mir aufgefallen, dass die Box mit 131dB max SPL (bei eingebauter 500W RMS Endstufe) ganze 8dB mehr Schalldruck liefern soll als deren passive Variante (mit 400W RMS Belastbarkeit) - bei sonst gleicher Bestückung. Das erscheint ziemlich unwahrscheinlich.

    Leider gibt es keinerlei Angaben zum Messverfahren, daher hier ein Versuch, das "Phänomen" zu klären:

    • Die passive Version ist mit einem Wirkungsgrad von 97dB/1W/1m angegeben. Gerechnet mit 400W RMS (entspricht 26dB) kommt man tatsächlich auf die angegebenen 123dB. Der Bezug auf den RMS-Wert ist allerdings untypisch - sonst werden im Zahlenwettbewerb ja gern die deutlich höheren Peak-Angaben genutzt.
    • Geht man bei der aktiven Version vom gleichen Wirkungsgrad mit 97dB/1W/1m aus, muss die Box noch 34dB aus der Endstufe kitzeln, um den angegeben Schalldruck von 131dB zu erreichen. Der Wert bezieht sich sicher auf die Peak-Leistung (anders als bei der passiven Variante) - die RMS-Leistung der Endstufe(n) ist ja mit 500W angegeben. Diese müsste dann 2.500W als Peak-Leistung liefern.

    Der EASE GLL-Viewer bringt möglicherweise etwas Aufklärung. Bei beiden Lautsprechern (aktiv oder passiv, 2x8er - aber auch beim 1x8er Stinger) findet sich in der Info zur GLL-Datei die Anmerkung : "Calculated SPL (Leq) ist based on the follwing RMS voltage and average power values:
    LF 49V / 300W - HF 14V / 25W

    Calculating max. SPL consider the crest factor! 12dB crest factor requires a peak voltage output of four times the RMS voltage from the amplifier."

    Im GLL-Viewer werden im max-SPL-Fenster dann folgende Werte als maximum Sum angezeigt: (siehe da - ziemlich ähnlich)

    • 121.1dB SPL RMS für die Stinger 28 G3 (passive Version)
    • 120.7dB SPL RMS für die Stinger 28A G3 (aktive Version / "Flat"-Preset)

    Entsprechend der Anmerkung dürften 12dB für den Peak-Wert (mit 12dB crest factor) addiert werden - und somit stimmt der Wert für den Peak-Wert aus dem Datenblatt der aktiven Variante in etwa.

    Letztendlich lässt sich der augenscheinlich große Unterschied also auf ein "Marketing-Problem" zurückführen: Die passive Variante wird mit RMS-basiertem Wert für max. SPL beworben, die aktive Variante mit dem höheren Peak-Wert. Letztendlich ein wenig überraschendes Ergebnis: Wenn die gleichen Treiber verwendet werden, sind auch keine relevanten Abweichungen im Bereich des maximalen SPLs zu erwarten.

  • Fux
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    • 28. Januar 2025 um 16:38
    • #2

    Wie Du schon schreibst ist es ja schön, wenn das Marketing das mit einem 12dB Crestfactor hochrechnet.

    Aber welche 500 Watt Endstufe kann 2500 Peak?

    Die Endstufe muß da ja erst mal die entsprechend hohe Ausgangsspannung liefern können (egal ob nun Peak oder RMS) und das wären rund 142V an 8 Ohm für die 2500W und an 4 Ohm immer noch 100V.

    Das kann das dort verbaute Endstüfchen im Leben nicht.

    Viele Grüße,
    Fux

  • Hanseat
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    • 28. Januar 2025 um 18:38
    • #3

    Da habe ich auch so meine Zweifel. Aber die angegebenen 131dB Peak würde die Box - ausgehend von 121dB bei RMS-Leistung bereits mit "nur" rund 1.580W Peakleistung erreichen.

  • Fux
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    • 28. Januar 2025 um 19:05
    • #4

    Messe einfach die maximale Ausgangsspannung an der eingebauten Endstufe und sämtlich Spekulationen über irgendwelche erreichbaren Peakleistungen sind hinfällig.

    Die angebenen Peak Pegel sind, wie Du ja selbst bereits richtig erwähntest, nicht das Papier wert auf dem sie stehen und haben mir der dahinterstehenden, eigentlich recht einfach nachzuvollziehenden Physik rein gar nicht zu tun.

    Nur mal nebenbei bemerkt wird bei dem verbauten Chassis weder die Endstufenleistung noch die Chassisbelastbarkeit das begrenzende Kriterium der maximalen Lautstärke im Bassbereich sein, sondern schlicht und ergreifend der maximale Hub, bevor die Schwingspule ein Stück oberhalb der Tuningfrequenz zu weit aus dem Luftspalt gerät.

    Viele Grüße,
    Fux

  • floger
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    • 28. Januar 2025 um 19:12
    • #5

    In den Stinger Subs sind Hypex UCD180 (15") und UCD400 (18") in Brücke drin.

    Ich nehme an, in dieser Box sind es auch die UCD180. Denen muss man schon sehr gut zureden, dass da 500W rauskommen. Die Antwort von LD auf meine Frage, wie das funktioniert, war "Betriebsgeheimnis".

  • Fux
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    • 28. Januar 2025 um 19:44
    • #6

    Um dafür mal ein Gefühl zu vermitteln was physikalisch möglich ist und was nicht:

    Nehmen wir mal ein "etwas" besseres 18" Chassis als das Verbaute, nämlich ein B&C 19SW115 und stecken das in ein passendes Gehäuse.

    Dann sehen wir dass dieses Chassis in der vom Hersteller vorgeschlagenen 150L Box und auf 35 Hz abgestimmt bei 1161 W auf echte 124,9 dB/1m im typischen Frequenzbereich (Bass) kommt.

    Wie soll da ein verhältnissmäßig eher "preiswertes" Chassis im Bassbereich um 6dB lauter spielen?


    Das ist aber schon ein eher teures Chassis das recht großen Hub kann.

    Vergleichen wir mal ein einfacheres 18" Chassis des selben Herstellers, zb- Das B&C 18PS100 damit:

    Hier sehen wir, dass diese Chassis im für ein Basschassis relevanten Bassbereich sein Auslenkungslimit bereits bei 115,5 dB/1m und einer Leistung von 156,9 W erreicht.

    Mit einem höheren Tuning in kompakteren Gehäusen kann man auch noch etwas mehr Maximalschalldruck im Nutzbassbereich erzeugen. Aber wenn man nicht darauf aus ist, eine zu hoch abgestimmte "Dröhnbox" mit einem für die hohe Tuningfrequenz zu großem Volumen zu erhalten sind keine Wunder in Bezug auf den maximalen Schalldruck zu erwarten.

    Ich hoffe damit wird einigermaßen verständlich, wieviel Wunschdenken das ist mit einer einzelnen günstigen 18" Bassreflexbox 131 dB/1m erreichen zu wollen.

    Das ist aber auch gar nicht so schlimm, wie viele jetzt meinen mögen, denn die von vielen Herstellen publizierten (und nicht breitbandig erreichbaren) Maximalpegel stellen Schallpegel dar, denen sich wirklich keiner aussetzen möchte.

    Viele Grüße,
    Fux

  • Hanseat
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    • 28. Januar 2025 um 21:36
    • #7

    Nur dass hier gar keine 18"- Chassis verbaut sind. Die LD Stinger 28 G3 ist ja ein 2x8" TT + 1x1" HT- Topteil. Deine Erklärung ist aber anschaulich und macht deutlich, wo das Problem liegt.

    Klar, der maximale Hub wird da schnell Grenzen setzen. Der "Tiefgang" wird ja - wie man dem EQ-Preset für die passive Variante entnehmen kann - bei der "Fullrange"-Einstellung mächtig gepusht (aber auch beim Flat-Preset wird da schon schön nachgeholfen).

    Gut - im Betrieb als Top mit Sub fühlt sich so'n Teil sowieso wohler.

  • ThomasA
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    • 21. September 2026 um 13:47
    • #8

    ... ich greif mal zur Schaufel und hole das Thema wieder hervor. :)

    Ich nutze seit Jahren die Stinger 28 G3 in der passiven Variante und bin sehr zufrieden damit. Jetzt bin ich gerade am Überlegen, mir zusätzlich einige Stinger 12 G3 zuzulegen. Beide Produkte haben den selben Hochtöner verbaut, einen BMS 4524 L . Bei Adam Hall ist er zwar noch als "kurzfristig lieferbar", andernorts jedoch als "discontinued" angeführt.

    Hier also nun meine Fragen:

    - Falls ich in Zukunft Ersatz für den Hochtöner brauche, was würdet ihr empfehlen?

    - Angenommen, ich bleibe bei 2x Stinger 28 und kaufe 6x Stinger 12 dazu, würdet ihr die Hochtöner der 28er gleich ausbauen und als Ersatz für die 12er ins Lager legen und für die 28er hochwertigeren Ersatz besorgen? Welchen?

    - Würdet ihr in diesem Fall auch die beiden 8er für Hochwertigeres tauschen? Womit?

    - Ist zu erwarten, dass in diesem Fall die interne Frequenzweiche noch brauchbar ist - vorausgesetzt, es steht auch ein gut ausgestatteter DSP-Amp zur Entzerrung zur Verfügung - oder kann ich das gleich vergessen und muss sicher auf bi-amped umstellen?

    Und nur um entsprechenden Hinweisen vorzubeugen: Gehen wir mal davon aus, dass ich keinen Grund habe, kompatibel zur Originalbestückung zu bleiben.

    Danke, lg

    "Klappe zu Gehirn! Sonst kriegst du eins mit dem Wattestäbchen."
    H. J. Simpson

    Thomas Albenberger
    Österreich

  • MarcKlp
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    • 22. September 2026 um 06:19
    • #9

    Ich meine gehört zu haben, dass Adam Hall an einer neuen Stinger-Serie arbeiten soll. Ähnlich wie bei der ICOA Pro soll es wohl ein Update der Linie geben.

    Die ICOA 12 Pro finde ich ziemlich gut, aber Kunststoff, nur aktiv und das Frontdesign ist Geschmackssache.

    Zu deinen Fragen:

    Die BMS würde ich nicht vorsorglich aus den 28ern ausbauen. Solange alles funktioniert, würde ich die Boxen original lassen.

    Falls irgendwann Ersatz nötig wird, würde ich möglichst etwas nehmen, das elektrisch und am Horn gut zum Original passt. Einfach einen „hochwertigeren“ Treiber einzubauen muss nicht automatisch besser funktionieren.

    Gleiches gilt für die 8er. Wenn man wirklich andere Treiber verbauen will, würde ich außerdem nicht davon ausgehen, dass die passive Weiche weiterhin optimal passt. Dann eher messen und neu abstimmen bzw. über Bi-Amping nachdenken.

  • ThomasA
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    • 22. September 2026 um 11:16
    • #10
    Zitat von MarcKlp

    Ich meine gehört zu haben, dass Adam Hall an einer neuen Stinger-Serie arbeiten soll. Ähnlich wie bei der ICOA Pro soll es wohl ein Update der Linie geben.

    Die ICOA 12 Pro finde ich ziemlich gut, aber Kunststoff, nur aktiv und das Frontdesign ist Geschmackssache.

    Zu deinen Fragen:

    Die BMS würde ich nicht vorsorglich aus den 28ern ausbauen. Solange alles funktioniert, würde ich die Boxen original lassen.

    Falls irgendwann Ersatz nötig wird, würde ich möglichst etwas nehmen, das elektrisch und am Horn gut zum Original passt. Einfach einen „hochwertigeren“ Treiber einzubauen muss nicht automatisch besser funktionieren.

    Gleiches gilt für die 8er. Wenn man wirklich andere Treiber verbauen will, würde ich außerdem nicht davon ausgehen, dass die passive Weiche weiterhin optimal passt. Dann eher messen und neu abstimmen bzw. über Bi-Amping nachdenken.

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    Hallo und danke schonmal,

    falls eine neue Stinger-Serie kommen sollte, wäre mein Timing natürlich suboptimal. Kann da noch jemand mit tieferem Blick in die Kristallkugel was beitragen?

    Deine Gedanken zum äußeren Erscheinungsbild der Icoa-Serie teile ich. Fällt für mich daher als Option aus.

    Die Antworten zu meinen Fragen sind halt genau meine Fragen... Also danke für deinen Versuch einer Beantwortung, aber ein bisserl konkreter würde mir weiterhelfen:

    Was ist zum Beispiel vom B&C DE250 als Ersatz zu halten und passt der ins Gehäuse+aufs Horn? Oder eine von den BMS-Alternativen (4552ND,...).

    Welche 8-Zöller würden dann nötig sein, die sowie ins und für das Gehäuse passen, um da qualitativ eine gesamte Aufwertung zu erfahren?

    Was macht das mit der internen Weiche dann, wenn ich den Lautsprecher jetzt mit der doppelten Endstufenleistung beschicken kann? Wie aufwendig ist es, die Übergangsfrequenz zu ändern und hat hier schon jemand Erfahrungen beim Umbau der Weiche gemacht?

    Ich bin kein Lautsprecher-DIY-Mensch, daher hab ich in diese Richtung überhaupt keinen Überblick. Ich kann Specsheets lesen und vergleichen, aber die Umsetzung und praktische Erfahrung hab ich in diese Richtung nicht.

    @Mods: Ich war in meiner Fragestellung wohl zu vage. Vielleicht hätte ich doch einen neuen Thread im Selbstbau beginnen sollen. Wenn es nicht zuviele Umstände macht und ihr auch der Meinung seid, dann teilt doch bitte hier ab und verschiebt das. Danke!

    "Klappe zu Gehirn! Sonst kriegst du eins mit dem Wattestäbchen."
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    Thomas Albenberger
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