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Kombination aus Direkt- und Diffusschall für besseren Sound / tieferes Eintauchen (Studie)

  • Blancblue
  • 6. Februar 2025 um 10:57
  • Blancblue
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    • 6. Februar 2025 um 10:57
    • #1

    In diesem Artikel berichten zwei Wissenschaftler von einem Experiment, auf welche Art und Weise man ein besseres Sounderlebnis im heimischen Wohnzimmer bekommt. Konkret geht es dabei um die Kombination aus Direkt- und Diffusschall.

    https://www.headphonesty.com/2025/02/scient…tup-live-music/

    Hat das hier schon mal jemand im PA-Bereich getestet oder ähnliche Erfahrungen gemacht?

    ________________________________

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  • secluded
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    • 6. Februar 2025 um 14:11
    • #2

    ...für mich klingt das nicht nach Raketenwissenschaft, sondern ist ganz klassisch "Raumakustik".

    Ich denke mal, daß jeder hier schon mal in "schwierigen Räumen" und auch in "akustischen Top-Räumen" Live gemischt hat und verschiedenste Akustische Phänomene und diverse Artefakte kennen gelernt hat - da spielt die Größe eher eine andere Ordnung (und es geht um ganz andere Frequenzen, als im Wohnzimmer), da es um mehr als nur 3 bis 5 Meter Schall-Laufzeit geht...

    "geht nicht" ? - gibt's nicht !

    ...ja, das war schon immer mein Avatar :evil:

    "Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens" (Friedrich Schiller, "Jungfrau von Orleans" )

  • Fux
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    • 6. Februar 2025 um 15:14
    • #3

    Was mir persönlich schon mal viel hilft sind folgende Dinge.

    Nachhallzeit über einen weiten Frequenzbereich (z.B. 100Hz bis 10 kHz) konstant und relativ kurz (z.B. 0,5-0,6s für Musikreproduktion über Lautsprecher)

    Die frühen Reflektionen von hinter den Lautsprechern und neben den Lautsprechern durch Absorber vermeiden.

    Earlyreflections sind zwar wichtig, aber ich würde die nur im Bereich vor den Schallwandlern als sinnvoll ansehen.

    Entsprechende Diffusion, bei typischerweise glatten Raumbegrenzungsflächen dann eben durch breitbandig (ca. 4 Oktaven im wichtigen Mittenbereich) wirksame Diffusoren. (ganz wichtig an der Rückwand hinter dem Zuhöhrer)

    Der schwierigst Part ist den stehenden Wellen im Raum Herr zu werden, weil diese typischerweise den gegenüber der klassischen Livesituation zu kleinen Raum verraten, da diese in einem großen Raum/Halle nicht mehr im relvanten Bereich, sondern frequenzmäßig darunter angesiedelt sind.

    Künstlichen "Raum" durch mehrere Surroundkanäle zu schaffen, klingt m.E. zwar irgenwie "räumlich" aber selten natürlich.

    Und was für mich persönlich bei der live-haftigen Konservenwiedergabe auch wichtig ist:

    Ebensolche ("großen") Lautsprechersyteme einzusetzten, wie auch bei einer Liveperformance und in ähnlicher Lautstärke abzuhöhren wie auch bei der "Live" Darbietung.

    Dass das alles nicht mit den Randbedingungen z.B. eines Wohnzimmers in einem Mehrfamilienhaus zusammenpasst ist mir natürlich auch klar, aber dann ist für mich halt auch nicht dieses akustische Livererlebnis realistisch reproduzierbar.

    Besser als deswegen dann gar keine Musik zu hören, weil die Bedingungen nicht optimal sind, ist es natürlich trotzdem immer. ;)

    Just my 2 cent.

    Viele Grüße,
    Fux

  • TomyN
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    • 7. Februar 2025 um 07:26
    • #4

    Macht nicht bose schon seit Jahrzehnten Diffusschallanregung :)

    SIM II Operator und Dante Level I-II-III (Dante sogar dreimal :)
    Jugendschwimmabzeichen, Rettungsschwimmabzeichen in Bronze
    Meine kommerziellen Softwareprodukte SATlive und LevelCheck

  • audiobo
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    • 7. Februar 2025 um 09:28
    • #5
    Zitat von TomyN

    Macht nicht bose schon seit Jahrzehnten Diffusschallanregung :)

    Fast 50 Jahre lang:

    Bose 901 von 1968 bis 2016 - Der Revolutionslautsprecher
    1968 läuteten nicht nur Studenten in Paris und anderen Städten revolutionäre Umbrüche ein. Auch die junge Firma Bose stellte einen Lautsprecher vor, wie ihn…
    www.avguide.ch
  • secluded
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    • 7. Februar 2025 um 09:41
    • #6
    Zitat von TomyN

    Macht nicht bose schon seit Jahrzehnten Diffusschallanregung :)

    jepp - das Küchenradio von denen von vor 15 Jahren oder länger hat sich immer gut angehört - meines Wissens nach war da 'n DSP und 'n kleines Mikro drinne....

    "geht nicht" ? - gibt's nicht !

    ...ja, das war schon immer mein Avatar :evil:

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  • Online
    Marcel
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    • 7. Februar 2025 um 14:59
    • #7

    Nunja, das in dem Artikel ist ja im Grunde nichts Neues. Was ich aus meiner Perspektive dazu sagen kann:

    Zitat von Fux

    Und was für mich persönlich bei der live-haftigen Konservenwiedergabe auch wichtig ist:

    Ebensolche ("großen") Lautsprechersyteme einzusetzten, wie auch bei einer Liveperformance und in ähnlicher Lautstärke abzuhöhren wie auch bei der "Live" Darbietung.

    Ich habe ja meine große Hornanlage im Heimkino stehen (2 Tops, 4 Subs), dazu eine 12"/1" als Center, einen Doppel-18" Kinosub und 6 Stück 8"/1" als Surrounds für 6.1 Betrieb. In dem Punkt kann ich Fux auf jeden Fall Recht geben. Wenn ich hier eine gut gemachte Surround DVD oder Bluray einlege wo man sich Mühe bei der Abmischung gegeben hat und gut Dynamik vorhanden ist, klingt das schon verdammt gut. Beispiel aus dem ruhigen Lager: Norah Jones - Live in Austin Texas. In dem Fall ist der Raum ein kleines Studio. Und der Klang kommt dem eines Originals schon recht nahe finde ich, bei passendem Pegel. Natürlich kann man das nie vollständig nachbilden, aber die Abmischung gibt mir das Gefühl ich würde dort sitzen. Man hört sogar wie das Gate am Gitarrenamp auf und zu geht :)

    Große Hallen sind schwierig. Wenn ich da damals an Udo Jürgens mit dem Orchester zurück denke und den *Umpf* den es gerne am Liedende durch das Orchester gab, in Verbindung mit der passenden Rauminformation (z.b. Dortmund Westfalenhalle 1), das war schon sehr cool und ist zu Hause sehr schwierig nach zu bilden. Ich habe das schon versucht, wenn man lange experimentiert, den passenden Hall findet und den am Ende dann etwas stärker einfaded geht das in die Richtung. Für Otto-Normal gibt das schon große Augen, ist aber halt keine wirkliche Reproduktion des echten Erlebnisses.

    In dem Artikel stand nun, dass Surround für die präzise Ortung genutzt wird. Ja, das ist ein Teil davon, aber doch nicht Alles. Man kann dort bei Musik auch einfach nur den Raumanteil / Halleffekte drauf legen um einen volleren Sound zu generieren. Das ist jetzt egal ob ich mir hier meine Klampfe schnappe und diese mit einem netten Hall "in dem Raum stelle" oder ob es um die Nachbildung des Raumklangs einer Halle bei einem Rockkonzert geht. Hier lebt das Ganze ja gerade durch das Diffuse. Ich habe übrigens zu Hause auch einfach 2 Lautsprecher pro Seite auf einem Surroundkanal hängen - im Kino hat man ja noch deutlich mehr. Für meine Begriffe funktioniert das recht gut als Mischung einerseits präzise ortbare Surroundinformationen wiedergeben zu können, als auch andererseits eine gewisse Diffusität durch eben mehr als einen Punkt zu haben. Zusätzlich sind die Surroundsignale bei mir auch nicht ganz hart nach außen gepannt, sondern einen Tick mehr Richtung Mitte. So landet auch noch ein Hauch Surround links / rechts auf dem Surround Mitte Kanal. Das macht es noch einen Tropfen diffuser und füllt auch die Lücke hinten, wenn man "nur" 5.1 hat statt 6.1. Dazu dient übrigens ein Yamaha DM1000. Und man muss auch noch sagen, dass man z.b. bei meiner oben genannten Klampfe + Hall nicht mit festen / harten Pannings arbeiten sollte. Im Pult gibt es ja einen echten Surroundmodus und man kann mit dem Joystick Signale frei im Raum platzieren. Wenn ich nun z.b. einen Stereohall nicht hinten rechts links hard panne, sondern etwas weiter nach vorne in den Raum ziehe und etwas weiter Richtung Mitte, wird er auch leise mit über die vorderen Lautsprecher wiedergegeben. Das ganze "verschmilzt" besser und wird diffuser. Die Klampfe genauso. Ein kleines Stück von der Front in dem Raum bewegen und ein kleiner Teil trockenes Signal landet mit auf den Surrounds. Da kann man fast endlos mit experimentieren.

    Perfekt wird das wahrscheinlich nie, oder der Aufwand sprengt alle Grenzen des Mach- und Bezahlbaren für "normale" Anwender. Daher lasse ich jetzt mal solche Sachen wie die Wellenfeldsynthese außen vor.

    Was ich für mich sagen kann: Durch die Nutzung des PA Geraffels im Heimkino habe ich deutlich mehr Spaß als ich es je mit Hifizeug hatte (ja, ich kann hier laut hören). Gerade die Wiedergabe der Dynamik wenn man mal etwas lauter macht ist einfach ein Traum, abgesehen von Filmen auch insbesondere bei ruhigerer Musik ala Folk, Jazz usw. Oder auch bei vielen der üblichen Testsongs wie Jennifer Warnes - The Hunter.

    Bezüglich Bose 901 / 802: Örks, hatte damit vor vielen Jahren mal Kontakt und dachte (dank des Marketings dieser Firma) auch das wär was Tolles. Die Praxis zeigte dann eher 8 schnöde Breitbänder in einem Holzverschlag und einen Controller der mit Boosts weit jenseits der 10dB da irgendwie Klang rausholt. Ohne Controller ist der Klang zum davonlaufen. Und das dann für einen recht ambitionierten Preis....Bin dann schnell weg davon. Der Bosejünger war damals jedenfalls erstaunt was mit meinen ersten PA-Boxen (aktive Mackie 15"/1", SA1521) so ging im Vergleich zu seinem 802er Berg der ein Vielfaches gekostet hat.

    Das sind meine 2 Euro :D

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    Marcel
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    • 7. Februar 2025 um 15:48
    • #8

    Und 2 Cent als Ergänzung dazu sind mir beim Mittagessen noch eingefallen:

    Thema hartes / weiches Panning. Das ist natürlich vom Signal abhängig. Eine Kick will man normalerweise eher nicht überall drauf haben, hier beschränkt man sich dann eher hart entweder auf den Center oder die Front rechts / links. Synthis (Flächen) hingegen oder stärkere FXe von der Gitarre (ala U2) kann man auch wunderbar im Raum verteilen (ich rede erstmal von den "trockenen" Signalen). Hallanteile aus dem FX hingegen eher mehr in den hinteren Raum. Normalerweise...natürlich kann man sich hier auch kreativ austoben und das ganz anders machen. Die Eagles - Hell freezes over Surroundmischung geht in diese Richtung. Hier ist der virtuelle Hörplatz eher mitten auf der Bühne zwischen den Instrumenten. Gewöhnungsbedürftig(er) aber auch eine coole Sache. Und beim Bonustrack 7 bridges road der überwiegend Acapella ist, hat man die 5 Stimmen auf je einem Speaker (5.1) :)

    Und was ich bei meinen paar Experimenten in Nuendo mit Einzelspuren meiner Kapellen oder Projekten aus dem WWW bislang feststellen konnte: Mische ich über mein PA Zeug in 6.1 benötige ich nur wenig Kompression (eben so wie live) und im Grunde quasi kein / kaum Mastering. Dabei brauche ich keinen Pegel jenseits von Gut und Böse, aber die gigantisch überdimensionierte Anlage kommt halt mit jeder Art von Dynamik spielend klar. Und nein mit Hifi oder auch Studiomonitoren in 8"/1" Größe geht das nicht, das Thema hab ich schon durch.

    Noch zum Mischen: Man nimmt einfach mal die Instrumente und verteilt sie im virtuellen Raum mit ähnlichen Einstellungen (EQ, Gate, Kompression usw.) wie man das im Konzert Stereo mischt. Und dann wundert man sich auf einmal wie sehr viel mehr aufgeräumt das klingt durch die Vielzahl der Kanäle und wie viele Details man auf einmal problemlos heraushört die sonst gerne mal untergehen. Tricky wird es dann die passenden FXe dazu zu schrauben um das ganze räumlicher und "mehr aus einem Guss" zu machen. Macht übrigens Spaß damit zu experimentieren. Das Ganze klingt dann aber meines Erachtens nach deutlich eher nach der Liveperformance, als eine Stereomischung oder auch eine Surroundmischung über eine Hifianlage. Wie eben Fux oben schrieb: Man benötigt auch das Holz dazu um das Wiedergeben zu können.

    Nu is aber gut (fürs Erste) :D

  • secluded
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    • 7. Februar 2025 um 16:32
    • #9

    ...und die Krone kann man sich dann als Mastering-Ingenieur aufsetzen, wenn der 5.1 gemasterte Song einen sauberen Stereo-Mixdown ergibt ;)

    "geht nicht" ? - gibt's nicht !

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    • 7. Februar 2025 um 17:24
    • #10
    Zitat von secluded

    ...und die Krone kann man sich dann als Mastering-Ingenieur aufsetzen, wenn der 5.1 gemasterte Song einen sauberen Stereo-Mixdown ergibt ;)

    Das würde mit meinem relativ "live" anmutendem 6.1 Mix nur schwierig funktionieren, alleine auf Grund der Kompression würde ich da vermutlich durch alle Lautheitsraster fallen die man heute so anlegt. Aber gerade das mag ich daran 8) Selbst auf Hifiboxen oder Studiomonitoren klingt das zwar räumlich und nett, aber durch den fehlenden Grundpegel auch langweilig - finde ich.

    Bei DVDs und Blurays habe ich das schonmal gemacht und die Surroundmischung im Yamaha auf Stereo zusammengemischt und das dann aufgezeichnet - weil ich die Musik auch unterwegs hören wollte ;) Das ging mal mehr und mal weniger gut. Gerne mit kernigen Auslöschungen im Bassbereich verbunden, wenn der LFE (.1 Kanal) mit dazu kam.

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