Angeregt durch eine Diskussion im Mixing Station Board:
Alle Digitalpulte, die ich benutze, verfügen Hersteller übergreifend in ihren Optionen über die Möglichkeit, entweder unidirektional oder bidirektional Kanal Select unf die Solo/PFL Taste mit einander zu verknüpfen. Gewohnheitsmäßig habe ich seit M7 entweder beide Optionen aus oder nur die 'select follows solo' Richtung an, weil das komfortabel ist, wenn man mehrere Kanäle nacheinander abhören und ggf bearbeiten möchte.
Die letzten beiden Male, bei denen ich neue Pulte eingerichtet habe, habe ich mich neu gefragt, warum ich das so mache. Irgendwie kommt es mir heute so vor, dass bei dem, was ich so zu mischen habe, mehr Gewohnheit und „Mißfallen gegenüber der Bevormundung durch einen Automatismus“ als sachliche Gründe vorliegen.
Ein wichtiger Grund wäre beispielsweise:
Ich mache Monitormix und höre den Mixbus Master ab, während ich in den Eingangskanälen die sends zu diesem Bus bearbeite oder einen Kanal klanglich bearbeite, während ich das Ergebnis zusammen mit den anderen aufliegenden Quellen im Busmaster höre. Inzwischen habe ich aber meistens am FOH die Situation, dass ich durch den Bandeigenen gesplitteten Monitormix diese Anwendung nicht mehr habe. Für diese Anwendung machen es auch einige Hersteller so, dass die Verknüpfung nur für eine Kanalgattung also hier nur die Busse oder nur die Inputs gilt sodass das Problem ausgeschlossen ist.
Die Verknüpfung führt ferner auch dazu, dass man öfter 'SOLO CLEAR' drücken oder den Kanal-PFL ausschalten muss, um wieder im NO SOLO den Master Bus im Kopfhörer zu haben. Das wäre aber auch wieder nur eine Sache der Gewöhnung.
Somit will mir kein wichtiger Grund mehr einfallen, warum ich in meiner Praxis nicht zukünftig die Verknüpfung bidirektional anschalten sollte, denn dass ich in einem Eingangskanal PFLe während ich in einem anderen schraube um mir das „Übersprechen des Geschraubes“ anzuhören, kommt bei mir nicht vor.
Was übersehe ich?
