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Konzert in hallender Halle

  • zegi
  • 10. Februar 2005 um 12:39
  • zegi
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    • 10. Februar 2005 um 12:39
    • #1

    liebe leute


    ich habe folgende vorgaben, um für ein konzert zu offerieren:

    funk band, 11 musiker, viele blasinstrumente... der techniker der band wünscht sich ein druckvolles pa, mit viel sehr deutlichen mitten. soweit, so gut.

    das problem ist aber, dass die halle, in der das ganze steigen soll, eine betonhalle ist, glasfenster hat und ca. 5m hoch ist.
    ich habe die selbe halle schon mal für eine kleine party beschallt. damals war sprachverständlichkeit und konservenmusik angesagt. auf einer fläche von ca. 50quadratmetern hatte ich 4 tops verteilt und einen 15" sub, den aber relativ schwach angefahren. das war schon heikel und vom hall her war die sprachverständlichkeit nicht soo der hammer.

    wie soll ich jetzt die band sinnvoll beschallen, dass ich druck habe, aber trotzdem der sound noch klar klingt?

    ich dachte mir, dass ich so viele vorhänge in die halle hänge, wie möglich, dann eine, eher schwache, front fahre (4x 300w top, 4x 400w sub) und im raum weitere 4 top als delay verteile.

    was denkt ihr? gibt es bessere vorschläge? liege ich richtig, dass in hallenden räumen eher wenig bass angesagt ist?

    vielen dank für tipps!

    Der Ton macht die Musik.

  • Campfire
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    • 10. Februar 2005 um 13:31
    • #2

    Meine erfahrung ist, dass speziell der Tiefbassbereich (unter 60 Hz) ruhig kräftig sein darf, dass Probleme mit dem "Hallensound" vor allem in den unteren mitten und oberen Bässen (100-400Hz) auftreten.
    Deshalb habe ich dann Gerne Tiefe, ordentliche Bässe die untenrum auch was Können.
    Tops nach möglichkeit etwas anwinkeln um Beschallung von Rück- und Seitenwänden zu minimieren, eher schmaler strahlende tops verwenden.
    Delays sind denke ich eine gute Idee.

    http://www.facebook.com/peter.trinkle

  • niggles
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    • 10. Februar 2005 um 15:03
    • #3

    11 Leute auf der Bühne...viel Gebläse...Funk...und das in einer wohl relativ kleinen Halle mit viel nacktem Glas und Beton: Da wirst du nicht nur mit der PA Probleme kriegen, das wird sich schon unverstärkt furchtbar anhören. Vorhänge an den Wänden sind eine gute Möglichkeit die Reflexionen in den Griff zu kriegen, dezentrale, eng gerichtete Beschallung hilft auch sehr es nicht noch schlimmer zu machen. Der Rest ist Überzeugungsarbeit gegenüber der Band und ihrem Mischer: Auch du kannst die Gesetze der Physik nicht außer Kraft setzen. Hier ist halt auf der Bühne enorme Disziplin in Sachen Lautstärke angesagt...

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

  • Wurst Werner
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    • 10. Februar 2005 um 15:19
    • #4

    Ganz wichtig ist auch die Bühne so "tot" wie möglich zu bekommen, sonst wird der Bühnensound ebenfalls katastrophal! Also, Back Drop, beide Seiten und wenn möglich auch die Bühnendecke mit Molton abhängen. Omas Perser Teppich auf die Bühne bringt auch ein wenig.

    Ansonsten ist alles schon gesagt. Zwischen 100 und 600 Hz wird wohl nicht viel verwertbares dabei sein. Endabstrahlendes System benutzen, am besten gefolgen, Hall Geräte auslassen, PA nahe an die Leute ran und den Laden ausverkaufen. Außerdem im Vorfeld schon die Erwartungen in Punkto "guter Sound" dämpfen, dann könnte man mit blauem Auge davon kommen.

    Grüsse
    WW

    CEO @ SoundSurface

    Consultant Pro Audio @ IAD-Pro / WharfedalePro

    Waves Soft- & Hardware Dealer

  • wora
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    • 10. Februar 2005 um 23:46
    • #5

    tja, ich schätze diesem thread braucht man ja wohl nix mehr hinzufügen!

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • 4Art
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    • 11. Februar 2005 um 09:02
    • #6

    Obwohl ja nichts mehr hinzuzufügen ist :wink: , doch noch eine kleine Anmerkung: Oft Neigen Musiker dazu, in solchen Extrem-Hall-Hallen auch zu viel Monitorlautstärke zu wollen, da der Bühnensound total vom dem zugematscht wird, was an Reflexionen aus der Halle auf die Bühne zurückkommt. Aber - noch mehr Monitoring = noch mehr Müll (gerade im oben angesprochenen Bereich zwischen 100 und 600 Hz).

    Ich weiss, bei 11 Musikern ziemlich schwierig zu realisieren, aber ich würde so viel Inear-Monitoring wies nur geht einsetzen (und wenns Kabelgebunden ist - Keyboarder, Drummer etc.). Drummer am besten in Kabine sperren und Musikern klarmachen, dass an diesem Gig auf der Bühne möglichst "leise" angesagt ist. Aber das Thema wurde ja schon öfters (relativ hoffnungslos) diskutiert.

  • Hörnli
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    • 12. Februar 2005 um 05:12
    • #7

    Moin,

    Bläser mit Plexiglasreflektoren "monitoren", Band gut aufstellen, sodaß nur die Sänger "wirklich" Monitor brauchen, alle InstrumentenMicros gut checken, und nur im Bedarfsfall (ausverkauft) auf die PA geben. Tops steil von oben ins Publikum richten, auf Ohrhöhe bei 2/3 der Saaltiefe und dort auch der Frontplatz :wink: . Lieber den Aufwand fürs "fliegen" als Delays.

    Gruß

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

  • wora
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    • 12. Februar 2005 um 12:36
    • #8

    darf ich einen kleinen einspruch anbringen?
    das fliegen der tops bringt immer vorteile, keine frage.
    aber in akustisch schwierigen räumen bringen delays enorme vorteile, weil man damit - und nur damit - den direktschallanteil für die hinteren raumbereiche vergrößern kann.

    im vorliegenden fall ist es wohl so, das man erstmal die sache mit dem molton durchziehen sollte und sich dann das erreichte ergebnis anhört.
    erst dann entscheidet man, ob man die delays weglassen kann.


    die idee mit den plexiglas-scheiben hinter den mikrofonen ist übrigens hervorragend und funktioniert bestens.
    auch ein geschicktes aufstellen der band (und z.b. der gitarrenverstärker :!: ) bringt enorme vorteile.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • zegi
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    • 12. Februar 2005 um 13:18
    • #9

    vielen dank für die bisherigen, sehr nützlichen tips!

    ich habe gerade erfahren, dass unsere konkurenz die ganze technik für umgerechnet 350euro offeriert hat... :twisted: :twisted:

    super sache... ich hoffe, die fallen nicht auf die dumper herein...

    Der Ton macht die Musik.

  • wora
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    • 12. Februar 2005 um 13:40
    • #10

    oh, die machen das für 350,-EUR?
    wohl noch incl. arbeitskosten, hä?

    na, dann sind auch sicherlich spezialisten am werk, die die sache professionell über die bühne bringen.
    das ergebniss kann ich mir jedenfalls recht gut vorstellen :D

    hoffentlich ist der veranstalter hinterher auch richtig sauer, dann sind eure chancen das nächste mal deutlich besser...

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Hörnli
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    • 12. Februar 2005 um 21:25
    • #11

    Moin,

    @ wora:

    Zitat: "aber in akustisch schwierigen räumen bringen delays enorme vorteile, weil man damit - und nur damit - den direktschallanteil für die hinteren raumbereiche vergrößern kann."

    Das ist theoretisch richtig. Entscheidend für eine gute Verteilung von Direktschall ist zunächst eine optimale Position und Auswahl der Frontlautsprecher. Da rate ich zu dem Mut diese eigentlich zu steil und zu kurz auszurichten. Für die dann eigentlich unterversorgten letzten 7 Meter hilft die RückwandReflektion die innerhalb der Haaszeit liegt. Zudem ist dort der störende Bühnenlärm geringer als vorne. Ein Delay kann hinten noch Besserung bringen. So manches mal verschlechtert ein Delay jedoch durch die stärkere "Bestrahlung" der Rückwand, und die nicht ausreichende Direktivity der kleinen Delaylautsprecher, und die Unmöglichkeit sie an der richtigen Position zu fliegen, den Direktschallanteil in Saalmitte.
    Darum mein Vorschlag mit der Prioritätensetzung: Gute (geflogene) Position der FrontTops, sonst ist jede weitere Mühe, auch mit Delays, sinnlos.
    Ohne viel Molton wirds natürlich auch nichts Tolles.

    Diese (durch gute Erfahrungen bestärkte) Betrachtung gilt nur für Sääle mit weniger als 21 Meter Tiefe ab Bühne, das habe ich in diesen Fall angenommen. Mindesthöhe der Tops wäre 4 Meter, ausgerichtet auf Ohrhöhe bei 2/3 der Saaltiefe. Priorität Molton: Bühnenrückwand, Bühnenseiten, Bühnendecke, Oberer Bereich Saalrückwand bis 3m über Boden, Saaldecke, alles.

    350 Euro :lol: :lol: :lol: :lol: =>machen lassen :!:

    Gruß

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

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