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Delay Line bei Sprachbeschallung

  • Ecto_Erwin
  • 3. Mai 2005 um 08:11
  • Ecto_Erwin
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    • 3. Mai 2005 um 08:11
    • #1

    Hallo! Hätte da mal eine Frage:
    Da ich ja eigentlich Lichtler bin, hab ich auf diesem Gebiet nicht viel Erfahrung, unsere Tontechs machen das zwar, aber ich würde auch gerne wissen um was es geht!

    Wir sollen eine Sprachbeschallung machen, Halle ca. 40x25m, Frontholz plus Delayline. Wie geh ich das am besten an? Wie delay ich das richtig? Wie berechne ich das? Wieviel Material würdet ihr da hinstellen?
    Kunde wünscht kein Line Array o.ä. soll eher günstig werden mit 1-2 PA Tops pro Seite plus Delay!

    Danke im vorraus, ciao

    ROCKSTAGE light&sound productions
    first HK CONTOUR User in Austria
    http://www.rockstage.at
    E-Mail: erwin.hofer@rockstage.at
    Tel: +43 650 20 03 106

  • flyingbeats
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    • 3. Mai 2005 um 08:39
    • #2

    Also, kommt dann erstmal aufs Frontholz an. Ich geh mal spontan davon aus, dass du normale 12/2 Tops zur Verfügung hast. Somit würde ich bei 45m Gesamtlänge nach dem Frontholz noch 2-3 Delay Lines einplanen, wenn es um gute Sprachverständlichkeit geht. Hast natürlich vorne gefogene Horntops, reicht eine Line in 25-30m Entfernung. 25m Breite ist auch schon wieder ein haufen Holz. Evtl. jeweils 4 Kisten pro Line nehmen. Und immer daran denken, Delaylines werden nicht links und rechts aufgehängt bzw. auf Stative gestellt, wie das Frontholz. Da musst du anders vorgehen, da sonst das eingestellte Delay nur für einen Platz gilt, aber dir das hier zu erklären sprengt den Ramen. Vielleicht kann einer ne schöne Skizze hier einstellen, damit es deutlich wird. Die Laufzeiteinstellung verläuft so: Du stellst dich etwas hinter die erste Delay Line und machst nen Plopp in dein Mikro. Du wirst auf jeden Fall einen Laufzeitunterschied zwischen Front und Line hören. Somit musst du anfangen, dass Delay der Line hochzuschrauben, bis du bei dem Plopp keine Lautzeitverzögerung mehr hörst. Nun packst du wegen Haze-Effekt 20ms Delay bei der Line noch drauf und gut ist es. Sollte dann mit Musik natürlich auch klingen. Falls nicht, weiter einstellen. Diese Methode ist eigentlich immer sicherer als so blöde Funktonen am Controller, die das Delay automatisch einmessen. Dein Ohr sollte das entgültige Maß sein.

  • manuela
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    • 3. Mai 2005 um 09:37
    • #3

    Der theoretische Weg.

    die Schallgeschwindigkeit ist je nach Temperatur zwischen 300 und 340m/sec. (defaultwert 330)
    Somit hast du mit der Temperatur vor Ort, zuzüglich der Entfernung Delayline - PA, die Berechnungsgrundlagen für die Verzögerungszeit in ms, einzutippeln im Delay.
    Feineinstellung nach Gehör.

    der praktische Weg.

    jeder Toni hat irgendwo seine Tabelle, die Angaben daraus,
    Feieinstellung nach Gehör :D

    Und die totalgenaue Einstellung gibts nicht da der Abstand deines Gastes zum Delay und zum PA ein Dreieck bildet, siehe Bild.
    Für Gast 1 klingt korrekt wenn die Verzögerungszeit A + B1 = C1
    Für Gast 2 klingt korrekt wenn die Verzögerungszeit A + B2 = C2

    A ist hier der Abstand des Delay zum PA, somit Festwert, B hingegen der Abstand vom Dealy zum Gast und somit veränderlich davon abhängig wo der rumläuft ! Als Vergleich für den Hörfehler hat er noch C, den Abstand zur PA vorne, der ebenfalls abhängig von seinem Standplatz, somit veränderlich ist 8) Aufgrund der hohen Entfernung ist die prozentuale Abweichung beim rumlaufen aber erheblich geringer als die im Abstand zum Delay.
    Es gilt also eine fiktiven Gast ziemlich in der Mitte der Zone um die es geht zu nehmen und das Ganze auf den abzustimmen ! Idealer Aufstellungsort des Delay ist so daß für die zu erreichenden Gäste die Strecke B etwa gleichlang wird. Sonst kriegst dues nur auf einer Seite rund abgestimmt. Somit ist der Platz dafür nicht ganz außen sondern besser weiter nach innen zu wählen. Vorteilhaft ist auch wenn die Gäste in der Delayzone nicht so laut das Frontholz hören, das reduziert dann ebenso den gehörmäßigen Laufzeitfehler. Die Lautstärke des 1. Delay ist so zu wählen daß die Gäste im Bereich der 2ten Delayline wenig vom Delay1 hören.
    Bei großen VAs verwendet man Delayboxen die nicht so breit streuen und dafür mehrere pro Ebene, so ist eine Anpassung zonenweise möglich. vWenn es nur 2 sind pro Ebene sind das eher 90 Grad Boxen die breit austeilen nach vorne. So würde im Beispiel eine 30 oder 40 Grad - Box nur Gast2 erreichen, für den Gast1 müßtest du eine weitere setzen bei der du dann die Idealwerte für Gast1 einstellst. 8)

    Bei einer reinen Sprachbeschallung kann man auch schön mit einem geflogenen Centercluster in großer höhe arbeiten der rundrum austeilt, ohne weitere Boxen. Der gehört dann ca Hallenmitte, üblicherweise 4 sehr starke Midrange Boxen 90 Grad. ( Monobetrieb, nur für Politik :) )

    Ich hoffe das war einigermaßen zu verstehen, schweres Thema. Nun dürfen mal die Profis zu wort kommen !

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • wora
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    • 3. Mai 2005 um 13:28
    • #4

    also diesen beiden antworten braucht man eigentlich fast nix mehr hinzuzufügen...

    ausser vielleicht, das die schallgeschwindigkeit durchaus über 340ms liegen kann (z.b. im sommer bei 30°C = 349,4ms).
    deshalb gibt es auch professionelle geräte, die eine temperaturmessung ermöglichen und die werte dann entsprechend anpassen.

    die formel:
    Abstand/Schallgeschwindigkeit*1000 = Delay in ms

    der haze-effekt heisst übrigens haas-effekt.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Ecto_Erwin
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    • 3. Mai 2005 um 14:06
    • #5

    danke danke
    schnell und kompetent
    ..wie immer.

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  • manuela
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    • 3. Mai 2005 um 14:08
    • #6

    dann war meine Malerei ja in etwa richtig :D:D:D

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • wora
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    • 3. Mai 2005 um 22:29
    • #7
    Zitat von "Manuela"

    dann war meine Malerei ja in etwa richtig :D:D:D

    neee... die war leider grottenfalsch.

    oder hast du tatsächlich orangene lautsprecherboxen??

    :D

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Loloverde
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    • 3. Mai 2005 um 22:31
    • #8
    Zitat von "wora"

    oder hast du tatsächlich orangene lautsprecherboxen??

    Bei lila Publikum paßt das schon :lol:

    http://www.thewhitelodge.de

  • Seven
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    • 3. Mai 2005 um 23:52
    • #9

    Hatte unser Inselaner Gert nicht auch mal ne nette Skizze zu Delaylines gezeichnet?

  • Frank Uhlig
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    • 4. Mai 2005 um 00:09
    • #10

    Ja, Gerts Idee war gut, ging aber so wie ich mich entsinne von einer in Saal längs geflogenen Mitteltruss aus an der man Delays fliegt. Das ist leider eher selten möglich.

    Grüße,
    Frank

  • manuela
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    • 4. Mai 2005 um 11:56
    • #11
    Zitat von "wora"

    neee... die war leider grottenfalsch.

    ok. nun bist du dran.

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • Detlef
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    • 4. Mai 2005 um 13:21
    • #12
    Zitat von "Ecto_Erwin"

    Wir sollen eine Sprachbeschallung machen, Halle ca. 40x25m
    Kunde wünscht kein Line Array o.ä. soll eher günstig werden mit 1-2 PA Tops

    Wozu der Stress mit Delay bei nur 40m??
    Links und rechts SLS920 oder 960 ordentlich hoch gehängt und sauber ausgerichtet und auch die Hinterbänke denken der Sprecher sitzt ihnen aufm Schoß... :D

  • wora
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    • 4. Mai 2005 um 14:07
    • #13
    Zitat von "Manuela"

    ok. nun bist du dran.

    na ja, stell dir einfach vor, die boxen in der skizze wären schwarz 8)

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • muetom
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    • 5. Mai 2005 um 16:14
    • #14
    Zitat von "Manuela"

    Somit ist der Platz dafür nicht ganz außen sondern besser weiter nach innen zu wählen.

    Hallo,

    soweit ist mir das nach deiner Erklärung klar, nur wie macht man sowas praktisch?
    Ich kann ja schlecht ein Stativ mitten in's Puplikum stellen, wenn ich nicht in der Saalmitte fliegen kann.

    Gruß

    Thomas Müller

  • wora
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    • 5. Mai 2005 um 17:16
    • #15
    Zitat von "muetom"

    Hallo,

    soweit ist mir das nach deiner Erklärung klar, nur wie macht man sowas praktisch?
    Ich kann ja schlecht ein Stativ mitten in's Puplikum stellen, wenn ich nicht in der Saalmitte fliegen kann.

    ja klar, wenn man nicht fliegen kann muss man sie eben nach aussen stellen.
    geht dann halt nicht besser.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Volker Holtmeyer
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    • 10. Mai 2005 um 14:21
    • #16

    Ein anderer wichtiger Ansatz bei der korrekten Einstellung einer Delay-Line wird durch den Haas-Effekt oder das Gesetz der ersten Wellenfront beschrieben. Letzteres besagt, dass ein Schall-ereignis stets aus der Richtung wahrgenommen wird, aus welcher der erste Impuls empfangen wird. Durch eine geschickte Wahl der Verzögerungszeit kann man es erreichen, dass die Ortung auf den Hauptlautsprechern liegt und die Delay-Lautsprecher weitestgehend nicht mehr diskret gehört werden.

    Streng genommen gilt auch hier die Einstellung wieder nur für einen einzigen Punkt, allerdings hat man einen Spielraum von etwa 5 – 25 ms mit dem die Signale zeitversetzt beim Zuhörer eintreffen dürfen. Dabei darf der Pegel des verzögerten Signals sogar um bis zu 10 dB lauter empfangen werden als der Pegel der Hauptlautsprecher.

    Delay-Lautsprecher sollten stets mit einem Mono-Signal angesteuert werden, da eine Ortung dieser Lautsprecher durch den Haas-Effekt ohnehin nicht möglich ist. Das Stereo-Bild wird also mit den Hauptlautsprechern erzeugt. Auch sollte darauf geachtet werden, dass dieses Signal zur Ansteuerung der Delay-Lautsprecher direkt von der Fader-Stellung des Masters abhängig ist. Auf keinen Fall sollte der Pegel der Delay-Lines getrennt von den Hauptlautsprechern geregelt werden, da dadurch das Verhältnis von Haupt- zu Delay-Lautsprechern verändert werden könnte.

    Beim Einstellen eines Delays sollte man darauf achten, dass die Pegel der einzelnen Lautsprecher vorher korrekt eingestellt wurden! Dazu gibt man auf jeden Lautsprecher einzeln (ganz wichtig - alle anderen LS sind aus!) ein Rauschsignal und misst den Pegel in dem vom jeweiligen Lautsprecher versorgten Bereich und stellt so überall den gleichen Pegel ein.

    http://www.volkerholtmeyer.de/

  • manuela
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    • 10. Mai 2005 um 22:59
    • #17

    für diesen Beitrag bekommen sie die Höchstpunktzahl, KLASSE

    ich hab damit selber noch div. Probleme, das ist Lehrmaterial erster Ordnung.

    DANKE 8)

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • Oliver
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    • 11. Mai 2005 um 12:54
    • #18

    Dann hau ich als fleissiger Berufsschüler nochmal die Formel für die Schallgeschwindigkeit rein:

    331,4+(0,6*T)

    331,4 ist die Schallgeschwindigkeit bei 0°C in Metern pro Sekunde
    0,6 ist eine Konstante
    und bei T ist die aktuelle Temperatur in °C einzufügen.

    Bei der Berechnung sollten aber noch Faktoren wie Wind (Rückenwind, Gegenwind) mit einberechnet werden die die Schallgeschwindigkeit erhöhen bzw. verringern.


    Ausgebildete Elektrofachkraft für Veranstaltungstechnik aus der Nähe von Braunschweig.

  • manuela
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    • 11. Mai 2005 um 13:06
    • #19

    http://134.176.128.63/schall.html

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • Volker Holtmeyer
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    • 11. Mai 2005 um 16:06
    • #20

    http://www.sengpielaudio.com/Rechner-schallgeschw.htm

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