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Delayline unter Berücksichtigung des Haas Effekt

  • Oliver Derks
  • 4. September 2005 um 23:44
  • Oliver Derks
    Verifiziert
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    3.316
    • 4. September 2005 um 23:44
    • #1

    Hallo Kollegen!
    Ich möchte mir für meine Überlegungen einige Tipps einholen.
    Es geht um das Korrekte einrichten einer Delayline unter Berücksichtigung des Haas Effektes.

    Hier also mal eine Beispielkonfiguration:

    Front PA besteht aus einem Lautsprecher mit einem max. Schallpegel von 130db.
    In 8m Entfernung wird eine Delayline aus identischen Boxen (also 130db/max) gesetzt.

    Das Delay berechnet sich ja bekanntlich wie folgt: n Meter = 1000/334ms x n
    Bei 8m also grob 24ms.

    Hinzuaddiert wird nun der Haas Effekt mit ca. 10ms bis 30ms.
    Ich entscheide mich für 20ms und so ergibt sich eine Gesamtverzögerungszeit von 44ms.

    So weit – so gut.
    Nun also zur Pegelanpassung. Hier besagt der Haaseffekt, dass das verzögerte Signal bis zu 10db lauter sein kann als der Pegel der von der Main-PA eintreffenden ersten Wellenfront.

    Errechnet werden muss also der Pegel der ersten Wellenfront der Main-PA beim Eintreffen an der Delayline.
    Da pro Entfernungsverdoppelung der Pegel um 6db abnimmt ergibt sich folgende Aufstellung:

    MAIN-PA: 130db
    2m 124db
    4m 118db
    8m 112db

    Der Pegel der ersten Wellenfront der Main-PA beim Eintreffen an der Delayline liegt also bei ca. 112db.
    Die Differenz zur Delayline beträt also laut Adam Riese 18db. Da meine Delayline 10db lauter sein darf ergibt sich also eine Abweichung von 8db.
    Diese ist nun im Kontroller auszugleichen.

    Und hier ist genau der Knackpunkt!
    Hat sich in der Praxis bei euch eine andere Vorgehensweise als vorteilhafter erwiesen?
    Ist die Absenkung von (in diesem Beispiel) 8db nötig oder tuts auch weniger?

    Ich freue mich über Anregung und Diskussionen zum Thema.
    Dank & Gruß

  • klecks
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    341
    • 5. September 2005 um 00:16
    • #2

    Zu Beachten ist dabei aber noch, wo genau die Delays stehen oder hängen. Wenn die z.B. 2 m von den Hörern entfernt sind, was beim Fliegen ja nicht aussergewöhnlich ist, kannst du in der Theorie wieder 6 db raufrechnen und erhältst wiederum eine gleichmäßigere Schallverteilung.

    Wenn die Delays allerdings auf Stativen zwischen den Hörern stehen, ist das was anderes.

  • manuela
    Beiträge
    9.103
    • 5. September 2005 um 06:35
    • #3
    Zitat von "Oliver/ RodeVT"

    Das Delay berechnet sich ja bekanntlich wie folgt: n Meter = 1000/334ms x n

    Hier wirds ja mal ganz genau genommen :P

    Vorschlag: :idea:

    334 = temperaturabhängig veränderlich.
    Und die Delaystrecke verlängert sich noch um die ungefaltete Hornlänge vom Bass da die Tops vom Controler um diesen Betrag vorverzögert werden um das auszugleichen? (das können bis über 2 Meter sein)

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • mischpultschorsch
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    • 5. September 2005 um 07:49
    • #4

    Und ich setz noch einen drauf:

    I.d.R. verzögere ich schon das Frontholz um die Strecke Schlagzeug -> Tops.
    Jetzt gehen wir in nem Zelt mal davon aus, daß der Snare-Natursound auch noch am Hörplatz der Delayline ankommt. Auf welchen Bezugspunkt delayen wir korrekterweise diese nun? Auf die Front-PA oder auch auf das Schlagzeug? Ich selbst habe bislang immer die Front-PA als Referenzpunkt genommen und bin nicht schlecht damit gefahren, möchte aber nicht ausschließen, daß es hierzu auch nen anderen Ansatz gibt.

  • Inselgert
    Profi
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    • 5. September 2005 um 10:22
    • #5

    Wenn ich mich da richtig erinnere besagt der Haas effekt das man das Signal was man als erstes hoert automatisch am lautesten hoert! Im Rahmen natuerlich! Dieser sollte so bei 10 MS liegen! Das soll im allgemeinen der Ortung eines Signals foerderlich sein!
    Demnach sollte man natuerlich auf das original Verzoegern!
    Demnach die Hauptpa auf die Snare und das Delay dann auf die Hauptpa!
    Nun muss ich den Haas Effekt dann 2 x Anwenden? Und ne Pegelberechnung wird dann auch wieder schwierig!
    Was passiert wenn der Trommler dynamisch spielt?
    Dann eine nicht zu verachtende Komponente ist durch ungenaue Zeiten evtl. Interferenzen! Gute Ortung aber dafuer phasing geplagter Klang!
    Ich denke die einzige art der Beschallung wo das zum Einsatz kommen koennte ist die Theater bzw Classic beschallung wo man grundsaetzlich versucht die PA nur zur leichten Stuetze einzusetzen! Sozusagen unhoerbar!
    Um ehrlich zu sein glaube ich das dieses system nur bei statischen Signalen funktioniert!
    Aber interessant ist es allemal

  • Loloverde
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    • 5. September 2005 um 11:07
    • #6

    Hallo

    Wenn ihr gerade dabei seit, so schön die Erbsen zu zählen: Vergeßt die Latenz des Controllers bitte nicht.
    Ein Temperaturunterschied von 20° macht bei 10m Abstand ca 1ms Unterschied aus. Da der Haas-Effekt in einem Bereich von 20ms wirkt, kann man sich dies auch sparen.
    Jetzt noch zu Trigonometrie: Wenn der Schlagzeuger nicht mittig auf der Bühne sitzt, sind im ganzen Raum erst recht große Unterschiede in den Laufzeiten vorhanden.

    Meiner Meinung nach sollte man bei den Delay-Geschichten nicht jede Millisekunde unter die Lupe nehmen. Die Messfehler und die nie gleichen Entfernungen im Dreieck der zwei Boxen und der Zuhörer und vor allen der relativ große Bereich, in dem der Haas-Effekt wirkt, machen diese Untersuchung müßig.

    Der Gain der Delays ist mit einem Dreher am Poti vor Ort auch schneller eingestellt, als mit ellenlangen theoretischen Betrachtungen.

    Gruß
    Rainer

    http://www.thewhitelodge.de

  • Oliver
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    • 5. September 2005 um 11:39
    • #7

    Schallgeschwindigkeit = 331,4 + (0,6*T)
    T ist die Temperatur in °Celsius.
    Die 331,4 ist die Schallgeschwindigkeit in Metern pro Sekunde bei 0°C
    Die 0,6 ist eine Konstante.

    Ich würde an eurer Stelle einfach auf die Ohren vertrauen, alles grob einstellen und mal ein bisschen rumspielen. Weil letztendlich ist das was man hört das Wichtigste und nicht das was im Controller steht. Der Haas Effekt bringt halt auch den Vorteil das die Richtwirkung zum Ursprungssignal nicht verloren geht.


    Ausgebildete Elektrofachkraft für Veranstaltungstechnik aus der Nähe von Braunschweig.

  • Volker Holtmeyer
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    • 5. September 2005 um 13:42
    • #8

    In erster Linie sollte überall der gleiche Direktschallduckpegel eingestellt werden (dazu den jeweiligen Delay-Lautsprecher pegeln - alle anderen Lautsprecher sind dabei stumm!). Erst dann kann kann man sich Gedanken um Richtungsbezug und dergleichen machen. Denn wenn die Sprachverständlichkeit schon auf Grund einer schlechten Direktschallversorgung nicht optimal ist, bringt einem eine tolle Ortbarkeit auch nichts.

    Pflicht: Sprachverständlichkeit (möglichst großes Verhältnis von Direktschall zu Diffusschall)
    Kür: Richtunsbezug, Stereobild etc.

    http://www.volkerholtmeyer.de/

  • TomyN
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    • 5. September 2005 um 15:55
    • #9

    Hi,

    ich würde als Ziel eine gleichmässige Schalldruckverteilung angehen.
    D.h. man definiert die Flächen, für die der jeweilige Lautsprecher zuständig ist. Die Pegel werden so eingestellt, dass es im Zentrum der Flächen jeweils gleich laut ist.
    Das Delay messe ich immer, denn ich habe, gerade bei Controllern, die z.B. noch die Laufzeit des Basses kompensieren etc. schon die tollsten Dinge gesehen und gehört, da gab's schon mal bis zu 15ms Abweichung von der berechneten Laufzeit.
    Meine Delayzeit stelle ich eigentlich immer relativ exakt ein.
    Am Ende verzögere ich dann noch die Summe (d.h. alle Lautsprecher) um ca. 10ms, so das der Haas Defekt die Ortung nicht auf die vorderen Lautsprecher, sondern auf die Bühne bringt.
    Allerdings mache ich keine so ganz lauten Geschichten.

    Tomy

    SIM II Operator und Dante Level I-II-III (Dante sogar dreimal :)
    Jugendschwimmabzeichen, Rettungsschwimmabzeichen in Bronze
    Meine kommerziellen Softwareprodukte SATlive und LevelCheck

  • Inselgert
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    • 5. September 2005 um 16:02
    • #10

    Sehe das genauso! Unternander sehr genau und gleichmaessig und dann alles zusammen auf die Buehne verzoegern! Grundsaetzlich sind mir controllerlaufzeiten etc auch egal wenn ich messe!
    Die s.g Arrivaltime am Ohr ist fuer mich wichtig! Also wann kommt es bei mir an ( oder vielmehr am Messmikro).Und da halte ich es so das alle Komponenten gleichzeitig ankommen! Dann noch nen bisschen mit Lautstaerke spielen und gut!

  • guessi
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    897
    • 7. September 2005 um 01:05
    • #11

    schliesse mich da TomyN an, also bspw:

    die beteiligten lautsprecher auf sinnvolle und für die anwendung gewünschte pegel zueinander bringen (abdeckung der hörfläche)
    dann mit den ohren genau den punkt suchen, an dem man beide quellen gleichlaut hört
    nun akustisch oder auch räumlich die distanz messen
    diesen wert als verzögerung verwenden
    am obigen ort des geschehens per ohr das ergebnis überprüfen und bspw. geringfügig variieren, um wirksamkeit und richtungsbezug zu verifizieren

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