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Rigging im Theater?

  • Mechwerkandi
  • 24. Oktober 2005 um 10:40
  • Mechwerkandi
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    • 24. Oktober 2005 um 10:40
    • #1

    Ich hatte anlässlich der vergangenen Hamburger Theaternacht mal wieder die Gelegenheit, mir nebenbei ein paar Installationen aus der Nähe anzukucken.

    >> Schmidt's
    >> EDT Forums-Bühne
    >> Schauspielhaus Jazz-Kantine
    >> Olympia Theater

    Also alles Bühnen, die ohne Zweifel einen kommerziellen Hintergrund haben.
    Was mir dabei aufgefallen, ist der Umstand, das die ausgeführte Installation sich um Lichtjahre von dem unterscheidet, was hier sonst so verbreitet wird.

    Da ist durchgängig ein 50er Stahlrohr mit Schlosserkunst in geeigneter Weise angeschroben, Stücken Flacheisen angebraten, zweimal gekantet, Dübel, Schraube, fertig, hält.
    Das Kabel von der Stufenlinse kann man gleich am Griff anknoten, spart den Safety. :wink:

    Woran liegt das?
    Ich meine, da fällt ja auch nicht täglich was 'runter, eigendlich nie, und die Sachen müssen auf jeden Fall jeden Tag funktionieren.
    Haben die einen anderen Anspruch oder schlicht den Begriff "kommerziell" anders ausgelegt?

  • Arno
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    • 24. Oktober 2005 um 14:35
    • #2
    Zitat von "Mechwerkandi"


    Woran liegt das?
    Ich meine, da fällt ja auch nicht täglich was 'runter, eigendlich nie, und die Sachen müssen auf jeden Fall jeden Tag funktionieren.

    Da muss ich dir widersprechen. Im Theater passiert öfters was. Ich habe eine Saison im Badischen Staatstheater in Karlsruhe als Beleuchter gejobbt. Da kam es schon ab und zu vor, dass eine Blende o.ä. nach der Vorstellung am Safety hing. Auch geplatzte PAR-LM über der Bühne beim Ballett kam vor. :shock: Natürlich konnte man den Zug in der Pause wegen den Kulissen nicht runterfahren und der Hubwagen kam auch nicht durch. Also eine 10m-Stange nehmen und kräftig gegen den PAR klopfen, bis alles runtergekommen ist. :shock: :oops: :D

    Bis dann... Arno!

  • hasenfuß
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    • 24. Oktober 2005 um 15:39
    • #3
    Zitat von "Mechwerkandi"

    Da ist durchgängig ein 50er Stahlrohr mit Schlosserkunst in geeigneter Weise angeschroben, Stücken Flacheisen angebraten, zweimal gekantet, Dübel, Schraube, fertig, hält.
    Das Kabel von der Stufenlinse kann man gleich am Griff anknoten, spart den Safety. :wink:

    Woran liegt das?
    Ich meine, da fällt ja auch nicht täglich was 'runter, eigendlich nie, und die Sachen müssen auf jeden Fall jeden Tag funktionieren.
    Haben die einen anderen Anspruch oder schlicht den Begriff "kommerziell" anders ausgelegt?


    gegen stahlrohr und schlosserkunst spricht ja rein
    gar nichts - fehlende safeties hingegen dürften
    eigentlich in ordentlichen häusern nicht vorkommen.

    deine weitere frage verstehe ich nicht ganz -
    was ist an den einschlägigen vorschriften
    da auszulegen ?

    ______________________________

    meister vt
    gMA operating
    photo
    dj

  • Mechwerkandi
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    • 24. Oktober 2005 um 15:47
    • #4

    Ganz einfach:
    Ich behaupte mal, das es aufgrund der o.g. Beobachtungen eine erhebliche Diskrepanz zwischen Deinen "einschlägigen Vorschriften" und der "rauhen Wirklichkeit" gibt, zumindest im Bereich Theater-Festinstallationen, sofern man davon reden kann.

    Stimmt das, relativieren sich die Aussagen der "Reichsbedenkenträger" dahingehend, das es zwar einen ganzen Haufen an Vorschriften gibt, in der Realität aber der Verstand überwiegt, zumindest soweit es sich um kommerzielle Lösungen handelt.

  • niggles
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    4.310
    • 24. Oktober 2005 um 18:24
    • #5

    Bei Theater-Festinstallationen werden die Scheinwerfer nun mal nicht jeden Tag neu aufs Trussing gehängt, auch haben dort in der Regel immer die gleichen Leute das gleiche Material in der Hand. In einem gut geführten Haus werden Fehler die zu einem "Absturz" führen könnten so in der Regel frühzeitig erkannt bzw. passieren gar nicht erst. Deswegen aber auf die vorgeschriebenen Sicherungen verzichten zu wollen ist in etwa so, als ob man sich im Auto nur in der Stadt anschnallt - über Land passieren ja im Durchschnitt viel weniger Unfälle...

    Im Verleihbereich hab ich selbst schon genug Unfälle (auch mit Todesfolge...) und noch viel mehr Beinahe-Crashs miterlebt, um sagen zu können: Ja, der Safety ist mein Freund. Immer und überall...

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

  • mp
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    • 25. Oktober 2005 um 11:03
    • #6

    Hallo,
    Obermaschinerie-Züge sind oft als 60 oder 70mm Rohr ausgeführt, damit keine Standardklammern mehr passen :wink:

    Gegen fest verschraubte Rohre in kleinen Bühnen spricht ja eigentlich nichts.

    Bzgl. Safeties: wie ist das eigentlich mit der alten Verordnung, dass ortsunveränderliche Geräte, sofern "eine nur mit Werkzeug zu lösende Verbindung" benutzt wird, nur einen Hängepunkt benötigen. Das war früher irgendwie mal so.


    Grüße

    MP

  • niggles
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    • 25. Oktober 2005 um 14:00
    • #7
    Zitat von "MP"

    Bzgl. Safeties: wie ist das eigentlich mit der alten Verordnung, dass ortsunveränderliche Geräte, sofern "eine nur mit Werkzeug zu lösende Verbindung" benutzt wird, nur einen Hängepunkt benötigen. Das war früher irgendwie mal so.

    Ist es m.W.n. auch immer noch. Nur ist das selten praxisgerecht, denn man kann z.B. einen ganz normalen 1kW-PC mit einer C-Clamp mit Sechskantschrauben statt Flügelschrauben vorschriftsgemäß ohne Safety aufhängen, aber wie sichert man dann die Torblende und den Filterhalter...? Außerdem ist es lästig, zum Einleuchten immer gleich einen 17er/19er Ringschlüssel mitnehmen zu müssen...
    Lieber gleich mit Safety und Flügelschrauben. So teuer sind die Teile nun auch wieder nicht.

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

  • mp
    Profi
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    62
    • 26. Oktober 2005 um 09:28
    • #8

    Das ist schon klar, dass das nichts bringt, wenn man die Geräte immer wieder bewegen muss. War jetzt nur eine Vermutung hinsichtlich der Ausgangsfrage, wo fehlende Safeties bemängelt wurden. Bei Scheinwerfern macht das für mich zunächst auch wenig Sinn, aber es gibt ja auch Bühnenbildteile etc., wo eine zusätzliche Stahlschnur evtl etwas sch. aussieht bzw. gar nicht geht. (wir hatten z.B. mal bei einer Produktion eine große Spiegelwand (8x5 Meter ca.) welche an einer Achse aufgehängt war, damit sie drehbar war).


    Grüße

    Martin

  • korschi
    Beiträge
    229
    • 27. Oktober 2005 um 20:51
    • #9

    Wie wäre es mit:

    -Unwissenheit
    -Gleichgültigkeit
    -Arroganz
    -Ignoranz

    Ohne das ich jetzt zu einem überlangem Vortrag zum Thema "Sicherheit an deutschen Theatern" aushole, kann ich sagen, das sich ein Großteil der kleineren Theater im Tiefschlaf befinden, was Ausstattung im Bezug auf Sicherheit und Einhaltung der einschlägigen Regelwerke angeht.

    Zwar genügen diese Häuser in der Regel den geltenden Baubestimmungen, die Praxis auf der Bühne geht aber andere Wege.

    Gedeckt wird das ganze von der Tatsache das teilweise von Seiten der Behörden davon ausgegangen wird, das die Beschäftigten am Theater wissen was sie tun.

    Somit sind diese "Veranstaltungsstätten" teilweise dem Selbstlauf überlassen, während "on the Road" bei Abnahmen jede Kleinigkeit inspiziert wird.

    Wenn das Butget dann entprechend klein ist, bzw. die Prioritäten von jemand gesetzt werden dessen Kompetenzen nicht im technischen Bereich liegen, wird auf solche "Nebensächlichkeiten" wie Sicherungsseile einfach verzichtet.


    Was das Sichern mit einer 2. Aufhängung angeht, treffen verschiedene Vorschriften, Normen und Regelwerke zusammen. Die DIN VDE z.B. spricht in diesem Zusammenhang von Gewichten von Geräten ab 5kg.

    Eine gewöhnliche Parkanne braucht also demnach nicht extra gesichert zu werden. Die Frage ist wie man damit umgeht wenn der Alu-Farbfilterrahmen aus 20m Höhe runterpfeift und anschließend bei einem Darsteller im Kopf steckt.

    Die Folge ist den Farbrahmen mit nem Safety an der Kanne zu sichern... die Kanne selbst aber nicht??

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