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  4. Boxen Reparatur und Selbstbau

Boxen mit Celestion G12H und Visaton HTH 8.7

  • Herr Mannelig
  • 4. März 2008 um 23:30
  • Herr Mannelig
    Beiträge
    14
    • 4. März 2008 um 23:30
    • #1

    Guten Abend allerseits, nach langem passiven Mitlesens hab ich auch mal ein Anliegen.

    Ist es möglich einen Celestion G12H-100 (Typ: t3594, 12", 1 3/4" Schwingspule, 8 Ohm) mit einem Visaton HTH 8.7 zu verheiraten?
    Wieso diese beiden Chassis? Ich habe beides bei mir zuhause liegen.

    Fullrange müssen die Lautsprecher nicht können. Sie sollen als Tops und als Monitore (hauptsächlich für Gesang) herhalten. Einsatzort wäre der Probenraum meiner Band und gelegentliche Mini-Auftritte, wo größtenteils über die Backline gespielt wird und nur evtl beim Schlagzeug die Bassdrum und 2 Overheads abgenommen werden.
    Als Verstärker wird eine Zeck A200 dienen. Hat an 8 Ohm ca 80W, was ausreichen sollte. Ansonsten ist entweder der Drummer zu laut (Probe) oder es muss gleich etwas Größeres geliehen werden.

    Der Celestion stammt aus den 80ern und wurde in den Marshall 4x12er Gitarrenboxen, aber wohl auch in PA Boxen von Celestion verbaut. Als SPL ließt man immer ca 100dB/1W/1m und als Resonanzfrequenz habe ich 82Hz gefunden. Andere Informationen sind nicht zu finden und Celestion hat keine TSP, weil nach deren Aussage diese für Gitarrenlautsprecher keinen Sinn machen.

    Als Trennfrequenz hatte ich so ca 3kHz angedacht und würde den Hochtonzweig der MB115/H von Visaton nehmen, da dort auch bei 3kHz getrennt wird.
    Der Frequenzweichenrechner von Strassacker gibt mir als Tieftonzweig 8,5mH seriell und 33,2µF parallel an. Vor dem Hochtöner noch 4Ohm seriell und 8 Ohm parallel (Werte gerundet).
    Als Gehäuse würde ich (dreisterweise *g*) das LBT1121 kopieren und gegebenenfalls den BR-Port (wenn den einer von Nöten ist) und das Volumen ändern.


    Geht es so, wie ich mir das erdacht hatte, oder ist das vollkommener Schmarrn, und die Celestions sind, wenn die denn für so etwas überhaupt tauglich sind mit einem anderne Horn zufrieden?
    Oder ist es sinnvoller sich nach 2 (gebrauchten) Emi Gamma10 umusehen und LSV Achenbach schon eine Box gebaut, welche auf dem Papier recht gut aussieht, nur brauch ich die Hörner, die in dem Bausatz enthalten nicht (ergo gute 100€ gespart).

    Mit freundlichen Grüßen
    Bastian Wiehagen

    Bastian Wiehagen

  • sabbelbacke
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    5.171
    • 5. März 2008 um 00:14
    • #2

    Hm... Hast Du rudimentäres Werkzeug und Bauteile am Start? Der Einbau in ein geschlossenes Testgehäuse, Hochtonzweig von Visaton und dann im Bass ein bischen rumexperimentieren wäre bestimmt ein schönes Bastelprojekt bei dem man viel lernen kann. Also warum nicht... Ob sich das für Dich lohnt kann wohl keiner so genau im Vorraus sagen, wenn man allerdings Spass am Probieren und die nötigen Bauteile dazu hat - los gehts :)

    Pegel vom Hochton kannst Du gut über die beiden Widerstände am Hochtöner anpassen. Werte lassen sich gut mit Boxsim ausrechnen.

    Sollte der Pegel im Übernahmebereich nicht so recht passen weil Dein Celestion sich anders verhält wie der BGS von Visaton, sinds dort ja nur 2 Bauteile :) Try&Error :) Um eine Impedanzlinearisierung kommst Du wahrscheinlich drum rum, der alte Gitarrenspeaker drüfte sich Impedanzverlaufstechnisch nicht soo sehr vom BGS unterscheiden. In Boxsim ist übrigens auch ein kleiner Weichenrechner drin. Damit kannst Du grob ein Gefühl bekommen, welche Bauteilwerte ungefähr welche Größenordnung ausmachen - dann Musik rein die Du kennst und gut hinhören :)

    Ich würde auch erst mal ein geschlossenes Gehäuse antesten, hier wird mehr verziehen, die Hubbegrenzung durch die Luftfeder ist gleich eingebaut und bei einer fs von 84 ist da eh nicht viel untenrum zu erwarten - muss ja aber auch nicht.

    Dass ein solches Konstrukt natürlich keine richtige Entwicklung ersetzen kann und dass der Celestion mit der kleinen Schwingspule keine PA ersetzt ist klar, aber wenn ich Dich richtig verstehe solls das auch nicht - die Chassis sind da und wollen verwertet werden - SPass und Resteverwertung.
    Vom Standpunkt "gute Sprachbox" her ist ein solcher 12er mit unbekannten Übertragungsverhalten natürlich eher ungünstig und eine gut entwickelte fertige Box wäre angebrachter. Ich find Ausprobieren und Basteln aber erst mal gut und so manche auf dem Papier gut aussehende Box klingt um so vieles langweiliger als Kisten die auf dem Papier abklassifiziert werden.

    hornresp

  • DJ-JAJA
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    • 5. März 2008 um 06:59
    • #3

    HI,

    hier ein pragmatischer Lösungsvorschlag
    Es gibt nen Bauvorschlag (MB 115/H) in dem der Hochtöner eingesetzt wird. Hast Du ja selbst geschrieben.
    Ich würde einfach mal die Weiche dafür komplett übernehmen. (Im Bausatzbuch ist die mit drin ;) )
    Anschließend Anhören, ob du mit dem Ergebnis im 12er leben kannst.

    Die Weiche ist dann zwar nicht otimal auf den TT abgestimmt, aber wahrscheinlich ist das als Resteverwertung nen brauchbarer weg.
    Den TT-Weichenzweig kannst Du ja auch mit dem PC simmulieren und dann leicht modifizieren.

    Gruß Alex

    Frauen denken analog; Männer digital!
    (Loriot)
    _____________________________________
    http://www.youtube.com/watch?v=uVMcMW2Jovs
    OHNE BÜROKRATENABBAU -
    KEIN BÜROKRATIEABBAU!!!

  • Mechwerkandi
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    7.712
    • 5. März 2008 um 08:32
    • #4

    Die Celestions haben mit aktuellen PA Chassis bestenfalls die Grösse gemein. :wink:

    Verzinkter Blechkorb, richtig?
    Die Typenbezeichnung müsste mit -PE enden, wenn das der Instrumentenlautsprecher ist.

    Die Dinger sind an sich original Instrumentenlautsprecher, knallhart aufgehängt, mir entsprechend hoher fres.
    Mehr Mittenfräsen als Basslautsprecher, aber das kann man sich auch zunutze machen.
    Wenn Du sie mit einem kleinen Hochtonhorn kombinierst, Trennfrequenz ~ 6kHz, dann kriegst Du einen wahrlich klassischen Monitor-Sound mit Kickbass und Snare-Knall. :wink:

    Mit Bass ist da nicht wirklich viel, dafür geht das brüllend laut und nie kaputt.

  • Herr Mannelig
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    14
    • 5. März 2008 um 17:48
    • #5

    sabbelbacke: Wekrzeug (Kreissäge, Stichsäge, Oberfräse und Co) ist vorhanden, Boxsim auch, womit auch auch schon ein bisschen rumgespielt habe ;)

    Ok, wird es halt Try&Error

    Was wäre dein Tip, mit wieviel Litern ich Beginnen soll? Als Tip lieber ein paar Liter mehr im Test Gehäuse, welche ich durch einfache Holzklötze auffüllen kann, wenn es doch zu viel ist.
    BR wäre mir sowohl von der Konstruierung des Gehäuse, als auch von der Berechung her zu schwierig. Meine Erfahrungen im Lautsprecherbau beschränken sich auf Nachbauten (Geisthörner, Abwandlungen vom Viech) und einfachen Gitarrenboxen.

    "Gut" soll es nicht werden, eher Laut, einfach und robust. Im Konzept den Retroboxen vom Schrecki ähnlich. Dahier kommt auch die Idee diese doch veralteten Lautsprecher zu nehmen :)

    DJ-JAJA: Danke für den Tip mit der Visaton Weiche zu beginnen und sie dann den eigenen Vorstellungen anzupassen. ;)

    Mechwerkandi: jap, hat 'n verzinkten Bleckorb.
    Großartig Bass muss der Lautsprecher gar nicht können. Wenn es gefordert ist, würde eh spätestens bei 100Hz getrennt. Das Teil soll auch vorwiegend als Monitor eingesetzt werden.
    Wenn du 6kHz empfiehlst würde ich einfach den Hochtonzweig der MB208/H verwenden, da wird bei 4,5kHz getrennt und der Strassacker Weichenrechner liefert fast identische Werte wie Visaton sie verbaut.

    mfg
    Bastian

    Bastian Wiehagen

  • Hörnli
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    • 6. März 2008 um 04:52
    • #6

    Moin,

    das Volumen würde ich an praktisch mechanischen Erwägungen festmachen 20-30 Liter. Den Klang kannst Du mit Dämpfmaterial (-Versuchen) vermutlich mehr verändern, als mit ein paar Litern Volumen mehr oder weniger. Bassreflex wird Dir nichts nützen, denn es wird so oder so nichts rauskommen was Bassmäßig befriedigen könnte, geschlossen klingt ohnehin besser. Als einzige Ergänzung zu meinen Vorschreibern, spendiere dem HT noch eine Lampe als Schutz, deren Kaltwiderstand kannst Du großzügig in den Spannungsteiler einrechnen. Auch mit kleinem Amp braucht ein Feedback nur wenige Sekunden bis der HT futsch ist.

    Gruß

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

  • Mechwerkandi
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    1
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    7.712
    • 6. März 2008 um 08:41
    • #7
    Zitat von "Herr Mannelig"


    Dahier kommt auch die Idee diese doch veralteten Lautsprecher zu nehmen :)

    Die sind nicht veraltet...
    Die sind nur "anders"... :wink:
    Der damalige Weg, mit wenig Pappe und ein bisschen Spule an hocheffiziente Lautsprecher zu kommen, ist heute nicht mehr gefragt.
    Heute geht's nur noch nach Schwingspulendurchmesser und mit wieviel kW man so ein Chassis überfahren kann.

    Zitat von "Herr Mannelig"


    Wenn du 6kHz empfiehlst würde ich einfach den Hochtonzweig der MB208/H verwenden, da wird bei 4,5kHz getrennt und der Strassacker Weichenrechner liefert fast identische Werte wie Visaton sie verbaut.


    ~ 6 kHz ist "Bauchformel" für die damaligen Hochtöner.
    Das Visaton Teil ist sicherlich völlig ok. Bei der hohen Übernahmefrequenz ist auch die Weichenabstimmung unkritischer.

    Der Celestion hat einen nutzbaren roll-off bei ~ 5 kHz, das passt dann schon.

  • Herr Mannelig
    Beiträge
    14
    • 6. März 2008 um 17:55
    • #8

    Hörnli: 20-30l hört sich nach ner Hausnummer an. Baue ich also das einfache Tstgehäuse erst ma mit 30l und kauf mir verscheidenstes Dämmzeugs, da die Box eh geshclossen ist, kann ich auch mal mit einfacher Glasfaser experimentieren ^^
    Danke für den Tip mit der Sofitte. Sowas hätte ich unter Garantie vergessen und den Hochtöner über'n Jordan geschickt ;)

    Mechwerkandi: mit nem gescheiten Gusskorb und einer Membran, die in eta genauso leicht ist, aber um einges Verwindungssteifer könnte man bestimmt etwas bessere Ergebnisser erzielen. Die Membran kann man nun nicht als wirklich steif beschreiben. ;) Zumindest könnte man n gescheiten Korb wesentlich besser befestigen, als nur an 4 Schrauben.


    Aber ich hoffe mal, dass es ne schöne retro Box wird, inkl Tolex Kantenschutz und Schutzecken :)

    In ein paar Wochen bin ich schlauer, bis dass ich dazu gekommen bin ein Testgehäuse zu fertigen, was hoffentlich dieses Wochenende schon geschieht ^^

    mfg
    Bastian

    Bastian Wiehagen

  • Hörnli
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    1.880
    • 6. März 2008 um 18:26
    • #9
    Zitat von "Herr Mannelig"

    Hörnli: 20-30l hört sich nach ner Hausnummer an. Baue ich also das einfache Tstgehäuse erst ma mit 30l und kauf mir verscheidenstes Dämmzeugs, da die Box eh geshclossen ist, kann ich auch mal mit einfacher Glasfaser experimentieren ^^
    Danke für den Tip mit der Sofitte. Sowas hätte ich unter Garantie vergessen und den Hochtöner über'n Jordan geschickt ;)

    Glasfaser ist zwar billig, und dämpft auch gut, aber schon die Verarbeitung ist Menschenfeindlich. Tipp: Altkleider sind auch billig, alte Acryl oder sogar vintagesound - Wollpullover, Omas Wolldecke... . Klar ist das vorgeschlagene Volumen eine Hausnummer. Da jedoch der Tieftonbereich ohnehin eher nicht nutzbar* ist, werden Klangunterschiede bei verschiedenen Volumen eher auf Reflexionen an den inneren Gehäusewänden, und somit von der Geometrie abhängen. Das macht sich dann als Färbung im Mittelton bemerkbar und ist durch Wollpullover - ...ähh Dämpfmaterial positiv zu beeinflussen.

    *Nach Thiele Small ergibt sich ganz unten eine Resonanz, die mit dem Volumen die Frequenz und Güte ändert, und natürlich auch deutlich zu hören ist. Aber so groß kannst Du die Monitor- Box garnicht machen wie Du für Musik Bass willst, tiefer als die Chassis-Freiluft- Reso kommst Du ohnehin nicht, Also einen handlichen Monitor gebaut, der wird Spaß machen. Im Proberaum oder auf einer Bühne wird der Bass des besten 12"ers sowieso übertönt, und Sangesvolk braucht kräftige Mitten, das können diese Klassiker gut.

    Gruß

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

  • Herr Mannelig
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    14
    • 6. März 2008 um 21:53
    • #10

    Ok, nun gut, Glaswolle is nun nicht toll zu verarbeiten, wenn, dann würd ich das in kompletter Montur machen, aber es ist billig und ich komm da ziemlich einfach dran. Ansonsten müsste ich irgendwo hier zuhause noch 2 Polyesterdämmwolle haben. Vllt komm ich auch irgendwie an Noppenschaum dran, was ich perönlich noch besser fänd, als ne alte Wolldecke/Dämmwolle/etc ^^

    Relativ handlich wird es schon. Die Innenmaße werden ca 33 x 49,5 x 15 cm sein, macht ca 24l. Solle passen. Wenn das Testgehäuse (einfache Holzkiste) zufriedenstellend ist, werd ich ds ganze als Monitorgehäuse noch bauen.

    mfg
    Bastian

    Bastian Wiehagen

  • Mechwerkandi
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    7.712
    • 7. März 2008 um 08:48
    • #11
    Zitat von "Herr Mannelig"


    Zumindest könnte man n gescheiten Korb wesentlich besser befestigen, als nur an 4 Schrauben.


    Auch das sah früher anders aus, die Schraubenlöcher waren eigendlich nur in Instrumentenverstärkern mit Rückwärts-Montage gefragt.

    Bei anderweitiger Verwendung wurde das Chassis von vorne montiert, ein rundes Schutzgitter drauf und das Ganze mit sechs recht massiven Eisenklammern an die Schallwand geschraubt.
    Ausgesprochen service-freundlich, aber so etwas ist ja heute auch nicht mehr gefragt... :wink:

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