haben mich veranlasst, auf einen Beitrag von MARTIN im Thread "Umfrage" folgendes zu antworten. Im neuen Thema hier würde mich gern interessieren, wie diese nachstehenden Punkte die anderen Mitglieder sehen.
martin hat folgendes geschrieben::
Klar gibts jetzt am tag 10 Threads "Behringer DX1000 rulez" und vielleicht einen Thread "Series4 vs ML4000" oder so in der Art. Das sieht auf den ersten blick laestig aus, aber frueher gabs halt nur den einen SC Thread. Und sonst garkeinen
Die ganz dummen erkennt man eh schon am Subject.
Glückwunsch Martin für den guten Anfang, doch leider hast Du bei 70% aufgehört, den Faden weiter zu spinnen.
Ich glaube, dass der Durchschnitt der Beitragsthemen auch deswegen mehr am Billigsegment orientiert ist, weil erstens die psychologische Kaufkraft, die einhergeht mit der fehlenden Einsicht, sich "amtlicher" bzw. "ordentlicher" Technik zu bedienen, gesunken ist und weiter sinkt und dies auch die großen Online-Verkäufer in ihrer Jahresbilanz zu spüren bekommen und daraufhin ihre Warenmenge im Low-Budget-Sektor, bei dem einfach beim Lieferanten aufgrund der nun exorbitant höheren Stückzahlen mehr Rabatt zu provozieren ist, erhöhen.
Zweitens ist es nicht nur in unserer Branche zur Seuche geworden, den Preis, den man bereit ist für ein Produkt mit bestimmter oder oft fehlender Reputation bzw. Qualität, derart in den Keller zu diskutieren, dass auch ein normaler Händler, dessen Tagesaufgabe es sonst war, die Kunden zu beraten, sich einen Kopf über deren Problemlösungen zu machen, nun mehrere Stunden damit beschäftigt ist, das beste Preis-Tal zwischen den Senken von THOMANN & Konsorten zu suchen, um am Ende bei einem Netto-Umsatz von EUR 500.- wenigsten doch noch vermeintliche EUR 10.- Netto-Gewinn zu machen.
Und da dies zum Volkssport geworden ist, werden keine Lösungen sondern nur noch Rabatte verkauft.
Welchen Service, ausser einem Umtauschrecht kann man denn einem Kunden, dessen Aquise schon Zeit, Geld und oftmals auch viele Nerven kostet, denn noch bieten, wenn sein einziges Ansinnen darin besteht, den besten Preis mit fingierten Angeboten noch toppen zu können, um anschliessend mit dem dann doch bei THOMANN erworbenem Produkt beim Händler vor Ort, dessen Kompetenz man sich dann Ariane-Mässig wieder entsinnt, mit der Bitte um Erlärung der Funktionsweise präsent wird und diesen dann, nachdem er offeriert, er möchte für eine Stunde Demonstration doch wenigstens EUR 20.- in die Kaffeekasse (im Kassenbuch gefürt), dann mangeldes Serviceempfinden an den Kopf wirft.
Die wenigsten Low-Budget-User können einen Chaser an einem BOTEX-Pult programmieren, haben aber dessen Preis und sämtliche Telefonnummern und e-mail-Adressen diverser Online- Verkäufer im Kopf.
Dieses Gefasel im Sinne von "Das Gerät bzw. die Dienstleistung ist zwar nicht die Beste, aber dafür kostet´s ja auch fast nix ..." regt mich oftmals so sehr auf, dass ich meinen Job, der aus Passion entstanden ist, manchmal werfen möchte.
Doch auch das tue ich nicht, weil diese verbitterten Momente zum Glück nur von kurzer Dauer, aber sehr nachhaltig sind.
Die vielen Diskussionen um die Billigprodukte liegen einfach an der großen Schwemme und der hohen Fluktuation in diesem Segment.
Über einen MA Scancommander wird nicht soviel getextet, weil dieser schon 10 Jahre oder mehr alt ist, jeder Profi ihn kennt und deswegen keinen Anlass sieht, darüber zu diskutieren, und der Laie kennt ihn nicht, hat ihn nie gesehen, geschweige mit ihm gearbeitet, für ihn ist er einfach, in seinem subjektiven ersten Anschein, viel zu teuer.
Doch was ist teuer, und was ist billig?
Teuer ist eine Box, die mich EUR 750.- gekostet hat, mit der ich nur kleine Sachen beschallen kann aufgrund des kleinen Anwendungsbereiches, die mich aufgrund abgeschossener Treiber beim Techno im Jahr genau so viel kostet wie sie im Verleih erwirtschaftet, und für die sich schliesslich beim Wiederverkauf kein Schwein interessiert, also im Lager steht und darauf wartet, von einer Box, die das Gegenteil darstellt und EUR 500.- teurer ist, abgelöst zu werden.
Und da kommen wir wieder zu Dir, Martin. Richtig erkannt, ein User entscheidet, er möchte sich Bassboxen selbst bauen, legitim, das tut sogar der Herr Desch bzw. die Profis von AMPTOWN. Er möchte auch qualitativ auf ordentlichem Niveau sein und fragt, ob 18-SOUND 18LW1400 oder RCF L18P300. Und dann kommt einer in dieser "ich habe gehört/gelesen, dass ..."-Manier und zaubert einen Eminence-Kappa-15LF-Vorschlag aus dem Hut. Glatte FÜNF, Thema verfehlt. Aber er kann nichts dafür, er hat eben bei Thomann gehört und in der Klang&Ton gelesen, dass dieser Treiber "eigentlich", und ich hasse dieses Wort, gar nicht so schlecht sei.
Für gewisse Anwendungen, um das Wort preiswert nicht zu arg zu strapazieren, mag dies durchaus gelten. Doch warum müssen diese Anwender einem professionell gesinnten User mit irgendwo aufgeschnappten, inflationär angewandten Beifallsbekundungen, den Garaus auf dieses anfänglich gute Forum machen.
Weiss man nichts, ist man still, weiss man etwas, sollte man überlegen, ob dem anderen der Tipp hilft, und nicht sein Halbwissen in Giesskannenmanier über dem geneigten Leser ausschütten.
In diesem Sinne hoffe ich (ohne Glauben daran), dass sich etwas ändert, sowohl im Forum als auch in der Branche, doch mir wird jetzt schon wieder kotzübel, wenn ich auf der Messe, die ich als Informationsplattform für die Lösung meiner technischen Probleme nutze, die branchenfremden studierten Verkaufsrepräsentanten erleben muss, deren Erscheinung darin besteht, und jetzte sorry for that, ihre eigene Scheisse über den grünen Klee zu loben und schon beim ersten Kontakt die Staffelpreisliste aus dem Ärmel ziehen.
Jeder muss verkaufen, aber alle müssen leben.[/b]