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  4. Selbstbau und Reparatur Lautsprecher und Boxen

Bassreflexkanal an der Gehäusewand verkürzen- Warum?

  • michael trojanek
  • 18. Juni 2007 um 21:25
  • michael trojanek
    Verifiziert
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    66
    • 18. Juni 2007 um 21:25
    • #1

    Hallo,

    ich habe irgendwo aufgeschnappt, dass man einen Reflexkanal nahe an der Gehäusewand gegenüber der Simulation deutlich verkürzen muss.
    1) Stimmt das?
    2) Wenn ja, gibt es eine Formel/Faustregel mit der man die richtige (neue) Länge grob festlegen kann (Feintuning durch messen ist klar)?
    3) Kann das jemand einleuchtend begründen?

    Gruss Micha

    PS: Suchfunktion brachte nicht wirklich was.

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist praktisch meist grösser.

  • Jobsti
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    7.942
    • 19. Juni 2007 um 00:46
    • #2

    1) Stimmt das?

    JA

    2) Wenn ja, gibt es eine Formel/Faustregel mit der man die richtige (neue) Länge grob festlegen kann (Feintuning durch messen ist klar)?
    Forumssuche (Auch im PPA) zB. nach Korrekturfaktor

    3) Kann das jemand einleuchtend begründen?
    Im ppa Suchen ;) (Glaube im Sigma Pro 18 BR Thema im Selbstbaubrett [recht neu] war das ganz gut erklärt).

    MfG

    Mit freundlichen Grüßen
    B. Jobst | Fa. Jobst-Audio | 36396 Steinau Ulmbach | Germany | http://www.Jobst-Audio.de
    http://www.audiofotos.eu | Kostenfreier Bilderhoster für eure Forenbilder
    Nützliche Tools | Limiter berechnen, Schaltungen usw.

  • sabbelbacke
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    5.171
    • 19. Juni 2007 um 00:59
    • #3

    Zumindest anschaulich hilft Boxsim da weiter. In den Extras nachschauen. Eine 100% zuverlässige Simulationsmethode ist mir nicht bekannt, nachmessen ist IMHO meist zu empfehlen.

    hornresp

  • wasserkocher
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    • 19. Juni 2007 um 11:01
    • #4

    Hallo Michael,

    Zitat

    ich habe irgendwo aufgeschnappt, dass man einen Reflexkanal nahe an der Gehäusewand gegenüber der Simulation deutlich verkürzen muss.

    für die Erklärung der Funktion einer BR-Box benutzt man gerne das mechanische Masse-Feder-Resonator Modell:

    zuerst einmal hat man einen Lautsprecher ( Treiber ), der auf das Luftvolumen in der Box arbeitet.

    Dieses Luftvolumen stell man sich als Feder vor ( wie eine Luftpumpe, die man zuhält )

    das Luftvolumen im BR-Kanal dagegen stellt man sich als Gewicht vor und zwar genau das Gewicht, welches dieses Luftvolumen eben hat.

    Somit hat man einen Resonator: Ein Gewicht, was an einer Feder hängt


    So ein Quatsch, woher soll denn die Luft wissen, ob sie jetzt im Gehäuse ist oder im BR-Kanal

    Aber genau das ist der Punkt,
    wenn du das rausfindest, weisst du wie lang der BR-Kanal in Wirklichkeit sein muss

    Bis dahin lohnt es sich immer, mit einer Impedanzmessung nachzukontrollieren


    mit freundlichem Blubb

    solange Fragen nix kostet, sind Antworten nix wert

  • SRAM
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    5.548
    • 19. Juni 2007 um 12:41
    • #5

    Der Einfluß der Einbaulage gliedert sich in zwei Teile:

    - schwingende Masse: diese setzt sich aus der Luft im Kanal und der an dem inneren und äußeren Kanalende mitschwingenden Luft zusammen. Die Luftmasse im Kanal ist trivial berechenbar: Volumen mal Luftdichte. An den Enden wird es schwieriger. Recht gut zugänglich ist die mitschwingende Masse eines bündig in eine Wand eingebauten runden BR-Kanales, diese kann aus dem Vergleich der scheinbaren schwingenden Masse eines (ebenfalls runden) Lautsprecherchassis mit der tatsächlichen Masse der Schwingeinheit abgeleitet werden. Eine gute Näherung für diesen Fall ist eine virtuelle Halbkugel aus Luft mit dem Durchmesser des Bassreflexkanales auf eben diesem. Dieser Fall und auch das freie runde Ende (bei dem die Luft besser ausweichen kann und daher weniger Luft mitschwingt) sind recht gut vermessen und in den meisten Rechenprogrammen hinterlegt und wählbar. Daraus kann mal sich nun für freie und geflanschte Enden Korrekturfaktoren (nur für die Enden (!) Vorsicht, wird immer wieder falsch gemacht) zur Betrachtung als Halbkugelluftmasse beschaffen, die nahe bei eins liegen. Bei rechteckigen Kanälen geht man nun genauso vor und berechnet die Masse der Luft in einem entsprechenden, halbkugelförmig begrenzten Raum mit Durchmesser gleich kleinste Kanalabmessung mal Kanallänge sowie entsprechender Begrenzung an den schmalen Enden (die Luftmasse sieht dann aus wie ein Tonnen-Walmdach). Ist eine Kanalwand verlängert, so hilft eine Symmetriebetrachtung weiter, bei einem einseitig verlängerten Kanal wäre z.B. die mitschwingende Luftmasse nicht ein Halbkreis mit d = h sondern ein Viertelkreis mit d = 2h und damit erhöhter Luftmasse. Sind die Schmalseiten auch noch verlängert, so enfallen die Walmdachenden, um im Bild zu bleiben. Entsprechend geht man bei Eckkanälen vor, indem man diese aufgrund der Symmetrie virtuell zu einem einzigen quadratischen Kanal, der dann keine Begerenzungsflächen (außer natürlich der Frontwand = geflanscht) mehr hat. Der Rest ist mit einer guten räumlichen Vorstellungskraft leicht selbst ableitbar.

    - Volumen als Feder: für die Federwirkung ist einmal das Volumen selber, aber auch die Fläche, über die das Volumen an die Masse angekoppelt wird maßgeblich. (die Ableitung der Luftfeder spare ich mir hier, bitte selber herleiten). Da ein Teil der Luft am inneren Ende des Kanales mitschwingt, zieht man diese ebenso wie das vom Kanal verdrängte Luftvolumen von Gesamtvolumen der Box ab. Schwieriger zu behandeln ist der Einfluß der vergrößerten Ankoppelfläche. Gute Ergebnisse erzielt man, wenn man die aus den obigen Überlegungen abgeleitete Oberfläche der mitschwingenden Luftmasse nimmt.

    Wie man sieht, ist der gesuchte Zusammenhang additiv und nicht Multiplikativ (innere Masse + Masse Kanal + Masse außen; sowie innere Koppelfläche) und kann daher NICHT mit einem "Korrekturfaktor" über alles beschrieben werden. Nur der steinige Weg führt zum Ziel.

    Gruß SRAM

    I watched a snail crawl along the edge of a straight razor. That's my
    dream. That's my nightmare. Crawling, slithering, along the edge of a
    straight razor, and surviving.

  • unknown_artist
    Beiträge
    2.849
    • 19. Juni 2007 um 16:07
    • #6
    Zitat von "wasserkocher"


    Bis dahin lohnt es sich immer, mit einer Impedanzmessung nachzukontrollieren


    ich bevorzuge die Nahfeldmessung - da sie auch wirklich fb liefert. zudem einfacher als im "tal" fb zu suchen...

    Für eventuell enthaltene Ironie übernimmt der Verfasser dieses Beitrags keine Haftung

  • wasserkocher
    Beiträge
    477
    • 19. Juni 2007 um 16:37
    • #7

    Ja, das Thema hatte ich schon mal mit Thomas

    ich halte diese Nahfeldmethode für sehr fehlerbehaftet

    und bevorzuge deshalb meine Simulation solange abzuändern, bis der Impedanzverlauf dem gemessenen entspricht

    die Talmethode halte ich ebenfalls für zu ungenau


    Blubb

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  • F.A.Bi.A.N.
    Verifiziert
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    Beiträge
    5.286
    • 19. Juni 2007 um 16:41
    • #8

    kommt es denn überhaupt so sehr auf die genauigkeit an :wink: ?
    ich persönlich setze eine br-öffnung frei schnauze und schnibbel so viel vom rohr/ brettchen ab, bis es elektrisch passt.
    total schmerzfrei...... (denn ich mache mir zu 99% andere sorgen; das loch ist gaaaanz weit hinten auf meiner prioritätenliste) :shock:

  • wasserkocher
    Beiträge
    477
    • 19. Juni 2007 um 16:44
    • #9

    Aber im Prospekt kommt es viel besser, wenn man reinschreiben kann

    Tuningfrequenz 37,287 Hz


    Blubb

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  • michael trojanek
    Verifiziert
    Beiträge
    66
    • 19. Juni 2007 um 17:18
    • #10

    jetzt habe ich erst einmal viel Stoff zum Lesen, Nachdenken und Ausprobieren. Am Ende entscheidet sowieso das Ohr :D

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist praktisch meist grösser.

  • tufkajck
    Profi
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    3.334
    • 25. Juni 2007 um 19:09
    • #11

    Hallo Jungs

    Wenn fb mal etwa da ist, wo man es hat haben wollen, dann ist das Spiel noch nicht gewonnen. Je nachdem, wie schmalbandig der Resonator geworden ist, ist er mehr oder weniger wirksam.
    Dann ist ein wichtiger Aspekt die Lage an der Box. Die definiert, was sonst noch alles ausser fb aus dem Tunnel kommt. Und wie der Resonator an den direkt abgestrahlten Schall des Tieftöners koppelt oder in gewissen Bereichen mit ihm interferiert.
    Man muss reinhören und kriegt jenachdem Lust auf andere fb.

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