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Gefährliche, erschreckende Aufbauten

  • rcz
  • 1. November 2007 um 19:43
  • rcz
    Beiträge
    275
    • 1. November 2007 um 19:43
    • #1

    Hallo,

    auch wenn das Thema schon unzählige Male angesprochen wurde, möchte ich an dieser Stelle nocheinmal darauf zurück kommen. Häufig findet man irgendwelche kleineren Veranstaltungen vor, die von irgendwelchen Party/Disco-Teams ausgestattet werden, bei welchen zahlreiche Sicherheitsstandards und Vorschriften einfach missachtet werden.
    Über soetwas sehe ich entzwischen weg und beteilige mich auch nicht mehr an entsprechenden Diskussionen, da dies wohl alles erfolglos ist.


    Gestern war ich als Besucher auf einer größeren Halloween-Party.
    Normalerweise sehe ich über kleinere Sicherheitsmängel (z.B. fehlende Fangseile an kleinreren Scheinwerfern in geringer Höhe, unsachgemäß verlegte Kabel ...) hinweg, doch was mir dieses Mal zu Auge kam war wirklich erschreckend:

    Mitten auf der Tanzfläche wurden zwei frei zugängliche, senkrechte Traversenkonstruktionen aufgebaut, welche zum Tragen von Moving-Heads und konventionnellen Scheinwerfern dienten.
    Auf den Bodenplatten dieser wurden jeweils eine Nebelmaschine aufgestellt. Es war keinerlei Berührungsschutz gegeben noch irgendeine Befestigng vorhanden. Der heiße Nebel war auf die unmittelbar davor stehenden Personen gerichtet und ein versehentliches Berühren der heißen Austrittsdüse wird wohl sicherlich auch keine Seltenheit gewesen sein - ganz davon abgesehn dass das Gerät und Kabelgewirr eine ernstzunehmende Stolperfalle darstellte.


    Nach zwei Stunden trat auch das befürchtete ein. Die Nebelmaschine lag ca. 1m entfernt und auf die Seite gekippt auf der Tanzfläche und nebelte dort weiter vor sich hin. Selbst nachdem das Personal aufgrund der ausgefallenen Moving-Lights (welche wahrscheinlich hinter der Nebelmaschine in der DMX-Kette hiengen) auf die Problematik aufmerksam wurde, wurde die Maschine wieder an der gleichen Stelle positioniert.


    Nicht genug dessen fiel mein nächster Blick auf die Lautsprecher-Stacks. Die Lautsprecher waren zwar untereinander Verbunden, jedoch stand die ganze wackelige Konstruktion frei zugänglich auf der kleinen Grundfläche eines Q-Subs. Schon ein versehentliches Fallen gegen das Stack hätte wohl ausgereicht um die ganze Konstruktion zum Fallen zu bringen. Glücklicherweise ist jedoch nichts passiert.


    Das letzte Bild lass ich am besten einfach kommentarlos stehen. Als ich die Sicherung und Befestigung der Traversen gesehen habe, war lich wirklich sprachlos.


    Nun meine Frage:
    Wie kann man solche Konstruktionen mit etwas Menschenverstand und technischen Grundkenntnissen aufbauen? Selbst einer nicht sachkundigen Person muss soetwas doch auffallen. Ein solches handeln sehe ich als grob fahrlässig an. Zudem hätten sich alle angesprochenen Gefahrenquellen mit minimalen materiellen und zeitlichen Mehraufwand beseitigen lassen können.
    Aufgrund des verwendeten Materials (D&B Lautsprechersysteme, Chain-Master Kettenzüge, SmokeFactory Captain D, HES Studio-Sopts und Studio-Colors ...) und der gesamten Konstruktionen wird hinter dem gesamten Aufbau sicher nicht irgendein Party-Team stehen sondern ein größeres Unternehmen.


    Viele Grüße,
    Marcel

  • ADMIN
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    1
    • 2. November 2007 um 09:40
    • #2
    Zitat von "rcz"

    Wie kann man solche Konstruktionen mit etwas Menschenverstand und technischen Grundkenntnissen aufbauen?

    Hm... Alkohol? Drogen?

    Vielleicht gehst Du auch nur von falschen Voraussetzungen aus... ("etwas Menschenverstand")


    Zitat

    Aufgrund des verwendeten Materials (D&B Lautsprechersysteme, Chain-Master Kettenzüge, SmokeFactory Captain D, HES Studio-Sopts und Studio-Colors ...) und der gesamten Konstruktionen wird hinter dem gesamten Aufbau sicher nicht irgendein Party-Team stehen sondern ein größeres Unternehmen.


    Dry Hire?

    Und auch in größeren Unternehmen gibt es viel Unwissen. Oder es werden Veranstaltungen mit Freelancern gemacht, die man sich nicht so genau angeschaut hat.

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • tufkamar
    Gast
    • 2. November 2007 um 12:58
    • #3

    Beim letzten Bild sind neben den Schlaufen immerhin Safeties zu erkennen - gehen wir mal davon aus, dass diese ausreichend dimensioniert waren...

  • dienervt
    Beiträge
    608
    • 2. November 2007 um 18:06
    • #4
    Zitat von "marce"

    Beim letzten Bild sind neben den Schlaufen immerhin Safeties zu erkennen - gehen wir mal davon aus, dass diese ausreichend dimensioniert waren...

    Ich finde den Überhang von gut 3 Metern mit Wackler zu groß (wenn ich die Gesamtlänge mal auf 12 m schätze) und die Untergurte hätten ebenfalls noch was von der Rundschlinge etwas "abbekommen" sollen. Eine Polsterung der Täger unter der Rundschlinge wäre je nach Fall auch angebracht. Das Safety kommt mir bezogen auf das Gewicht zu klein vor- man kann es auf dem Foto kaum erkennen- ist aber nur meine Vermutung.
    Wenn die Balken genug tragfähig sind: nach der Beseitigung der kritisierten Punke durchaus OK.

    Viel Bass ist durch nichts zu ersetzen- außer durch noch mehr Bass. http://www.DienerVT.de

  • rcz
    Beiträge
    275
    • 2. November 2007 um 18:13
    • #5
    Zitat von "ADMIN"

    Hm... Alkohol? Drogen? [...]


    Ja, das könnte man wirklich vermuten.


    Zitat von "ADMIN"

    [...] Vielleicht gehst Du auch nur von falschen Voraussetzungen aus... ("etwas Menschenverstand") [...]


    Wenn diese "Voraussetzungen" wirklich fehlen sollten, muss man sich ja wirklich schon langsam fragen, wie die betreffenden Personen es geschafft haben das ganze aufzubauen ohne sich dabei selbst vom eigenen Material erschlagen lassen zu haben. ;)
    Etwas grundlegenderes gibt es ja nicht.


    Zitat von "ADMIN"

    [...] Dry Hire? [...]


    Das würde zumindest den entsprechenden Umgang mit dem Material erklären. Aber auch in diesem Fall würde ich behaupten jemand, der soetwas aufbaut zumindest ein paar entsprechende Grundkenntnisse haben muss, sonst würde es wohl schon am Aufbau scheitern.


    Zitat von "ADMIN"

    [...] Und auch in größeren Unternehmen gibt es viel Unwissen. Oder es werden Veranstaltungen mit Freelancern gemacht, die man sich nicht so genau angeschaut hat.


    Aber bei einer Veranstaltung in dieser Größenordnung schicke ich doch nicht einfach irgendwelche Freelancer mit dem eigenen Material heraus ohne einen zuverlässigen Mitarbeiter mitzuschicken bzw. anschließend wenigstens den Aufbau zu kontrollieren (lassen).
    Oder bin ich da allein dieser Ansicht?
    Soetwas schaded ja auch den Ruf des Unternehemens; auch wenn es noch gut geht und nichts passiert.


    Zitat von "ADMIN"

    Beim letzten Bild sind neben den Schlaufen immerhin Safeties zu erkennen - gehen wir mal davon aus, dass diese ausreichend dimensioniert waren...


    Ja, Safties waren dort zumindest vorhanden. Die Dimensionierung lässt sich auf dem Bild jedoch wahrscheinlich nur schlecht erkennen. Sollte sich da die Befestigung lösen hätten die dünnen Stahlseile auch nicht mehr viel geholfen (vor allem wenn man noch die Hebelwirkung durch die überhängende Traverse miteinbezieht).


    Viele Grüße,
    Marcel

  • matthias katz
    Beiträge
    19
    • 2. November 2007 um 18:37
    • #6

    hallo erstmal,
    täusch ich mich oder verläuft über das gaffa nochn stromkabel oder sowas in die art???? :oops: :?:
    Gruß Matze

  • waldschrad99
    Verifiziert
    Beiträge
    2.401
    • 3. November 2007 um 01:46
    • #7

    #

    Einmal editiert, zuletzt von waldschrad99 (19. Januar 2010 um 19:23)

  • Eliminator
    Beiträge
    3.105
    • 17. November 2007 um 00:38
    • #8

    Im Nachbarthread wird sich beschwert, daß so oft nach irgendwelchen Nachweisen, Scheinen, Befähigungen,.... geschrieen wird. Diese Fotos erklären ganz genau, warum.

    FOH = Holz vor der Hütte!

  • tufkaklto
    Profi
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    Beiträge
    7.116
    • 17. November 2007 um 13:29
    • #9

    Da helfen die ganzen Vorschriften nichts, wenn es die dementsprechenden Kontrollen nicht gibt.

    Un d die dürften sehr offensichtlich fehlen.

    Deswegen wäre eine Sensibilisierung auf das Thema sicher interessant

    Amp und Boxen Brett _ Die Vuvuzela des Forums

    Ganz großer Fan des " Themen als gelesen markieren " Buttons

  • jan peter korb
    Beiträge
    28
    • 25. November 2007 um 17:27
    • #10

    Hallo,

    ich kann nur aus erfahrungen aus meiner gegend sagen.

    Da ist es schon oft passiert das Traversen bloß mit Spanngurten an der Decke befestigt ist und über 300 Leute laufen darunter herum.

    Nichts ungewöhnliches was meine erfahrung sagt.

    Ich hoffe bloß das es mehr kontrolle bei veranstaltungen gibt und nicht nur vorschriften.

    mfg

  • Stephan Schewe
    Profi
    Beiträge
    543
    • 26. November 2007 um 11:49
    • #11
    Zitat von "Dienervt"

    Ich finde den Überhang von gut 3 Metern mit Wackler zu groß (wenn ich die Gesamtlänge mal auf 12 m schätze) und die Untergurte hätten ebenfalls noch was von der Rundschlinge etwas "abbekommen" sollen. Eine Polsterung der Täger unter der Rundschlinge wäre je nach Fall auch angebracht. Das Safety kommt mir bezogen auf das Gewicht zu klein vor- man kann es auf dem Foto kaum erkennen- ist aber nur meine Vermutung.
    Wenn die Balken genug tragfähig sind: nach der Beseitigung der kritisierten Punke durchaus OK.

    - Der Kragarm ist überhaupt kein Problem.
    - Warum sollten die Untergurte was "abbekommen"? Die Aufhängung nur an den oberen Gurten ist vollkommen ok. Aufgrund der geringen Lasten ist sogar ein Anschlagen zwischen den Knotenpunkten unkritisch.
    - Steels und Schluppen möchte ich aufgrund nicht eindeutiger Bilder unkommentiert lassen.

  • Kai Pirinja
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    348
    • 26. November 2007 um 13:21
    • #12

    Wenn ich solche Konstruktionen baute, würde ich mich an Diskussionen dieser Art lieber nicht beteiligen. :roll:

    Die nervt, die Konstruktion.

    Ich denke, also bin ich hier falsch. 

  • tufkamar
    Gast
    • 26. November 2007 um 13:34
    • #13

    Solltest Du auf Balastierung anspielen:

    auf http://www.dienervt.de/vaih1.jpg sieht man die Abspannungen...

  • test
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    • 26. November 2007 um 13:42
    • #14

    das ist ja mal eine professionell gebaute bühne. da würde ich mich als kunde wohl fühlen wenn ich sowas sehe :D

    http://www.crystal-hannover.de
    Beschallung, Beleuchtung, LED technik
    Trussing, Line Arrays

  • Kai Pirinja
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    • 26. November 2007 um 14:44
    • #15
    Zitat von "marce"

    Solltest Du auf Balastierung anspielen:

    auf http://www.dienervt.de/vaih1.jpg sieht man die Abspannungen...


    Nein, ich spiele eher auf das höchstwahrscheinliche Fehlen eines Standsicherheitsnachweises oder gar Baubuches an.

    Oder verstand man es hier durch geschicktes Aufstellen der Bühnenteile, die "überdachte Szenenfläche" minimal zu halten? :lol:

    Ich denke, also bin ich hier falsch. 

  • ADMIN
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    • 26. November 2007 um 18:58
    • #16
    Zitat von "test"

    das ist ja mal eine professionell gebaute bühne. da würde ich mich als kunde wohl fühlen wenn ich sowas sehe :D

    Bitte bei solchem Unsinn keine Ironie, das kapieren nicht alle und glauben womöglich noch, dass man das so machen kann.


    NEIN, man kann das NICHT so machen: Schon die Front-Truss alleine (ohne Dachplane, ohne Traversen "nach hinten", nur die Truss mit den paar Scheinwerfern und den zwei Boxen) darf man nicht auf die beiden Traversenlifte stellen. Auch nicht, wenn man ordentlichen ballastieren würde.

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • hell&dunkel
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    • 26. November 2007 um 20:32
    • #17

    Ich habe ein Déjà-vu... haben wir das Thema nicht im Vierteljahresrhythmus?

    Daraus lernen wir: Es gibt Bilder, die sollten nicht als Referenz auf die Homepage. Aber das hatten wir auch schon...
    Willy-Bühnen 36/48m² sind zum mieten nicht so teuer wie mancher denkt.

    Armin

    Hier befindet sich i.d.R. die Signatur

  • falcocgn
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    • 26. November 2007 um 20:52
    • #18

    Die Diener mögen ihre Kurbellifte anscheinend sehr...

    Auf der Homepage sind noch zwei weitere "schöne" Motive:
    Die Nacht der Wissenschaften. Es ist zwar etwas undeutlich, doch das Stativ steht am Kopfende der einsamen Traverse:

    und auch die Mitarbeiterparty eines Versicherers mit Stativen zum mitspielen für die Besucher. Mögt ihr diese Versicherung nicht?

    Das sollte doch niemand mehr so machen... Diese Bilder gehören nicht nur nicht auf eine Homepage, sondern sollten auch garnicht erst entstehen können.

    Grüßle,
    Falco

    - DAS Fachbuch für die Veranstaltungstechnik https://www.europa-lehrmittel.de/Fachkunde-Vera…technik/60877-1

  • jan peter korb
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    • 26. November 2007 um 22:24
    • #19

    falcoGGn

    vielleicht bin ich da etwas falsch informiert, aber ich dachte die Konstruktion im ersten bild bei der Nacht der Wissenschaft ist doch nicht so verkehrt?

    Denn die Veranstaltung ist doch indoor und das Publikum hat doch auch nicht den direkten Zugang.

    Bei deinem 2 Bild gebe ich dir recht, da würde ich statt dem Stativ einen Steher aus Truss hinbauen und kein Stativ.

    mfg

  • Micromann
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    • 26. November 2007 um 22:37
    • #20
    Zitat von "FalcoCGN"


    Das sollte doch niemand mehr so machen... Diese Bilder gehören nicht nur nicht auf eine Homepage, sondern sollten auch garnicht erst entstehen können.

    Grüßle,
    Falco

    doch solche Bilder gehören imho ganz eindeutig ins Netz allerdings muss auch auf dem Bild selber vermerkt sein das so etwas so nicht gemacht werden soll plus ne Webadresse, weil solche Bilder sonst mal ganz schnell per Google-Bilder-Suche in irgendeiner Powerpoint-Präsentation über VA-Technik landen und dann womöglich nicht unter so nicht, sondern so kann mans machen und genau das ist ja nicht das Ziel.

    Außerdem prägen sich Bilder viel besser ein als irgendwelche Texte, die man sowieso liest und das wenigste vom Inhalt in 4 Wochen noch weiß.


    Man kann nicht nicht kommunizieren :D

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