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Kaufberatung für Funkstrecken

  • herr snel
  • 10. April 2008 um 00:58
  • herr snel
    Beiträge
    33
    • 10. April 2008 um 00:58
    • #1

    Hallo zusammen,

    ich möchte mir ein Rack mit insgesamt 4 Funkstrecken zulegen. In das Rack sollen folgende Funkstrecken rein:
    1 x Headset
    1 x Handgurke
    1 x Headset / Handgurke (ein Empfänger, aber Sender je nach Bedarf)
    1 x In-Ear-Strecke

    Das ganze soll hauptsächlich für Live-Sendungen ins Radio benutz werden (mit Livebeschallung vor Ort), aber auch mal für Vorträge usw.
    Das Headset sollte nach möglichkeit unauffällig sein, also nicht sowas wie es die Piloten im Cockpit tragen. Ich habe mich schon ein bißchen umgeguckt, ist es richtig, dass die kleine unauffälligen Kapsel immer eine Kugelcharackteristik haben? Das ist ja eher suboptimal für Beschallung, lässt sich aber auch irgendwie in den Griff kriegen.

    Wie sieht das denn mit den Antennen aus? Kann ich die ohne Probleme im Rack lassen, oder wäre es besser eine 8er BNC-Blende zu basteln und die Antennen an der Rackrückseite anzubringen?

    Das es meistens direkt live ins Radio geht sollte es sich um Technik handeln, auf die man sich verlassen kann. Außerdem sollten die Akkus / Batterien länger als 2 Stunden halten (da hab' ich mit AudioTechnica sehr schlechte Erfahrungen gemacht).

    Und jetzt noch die entscheidende Frage: Ist das ganze für 2000€ zu realisieren?

    Ich bedanke mich jetzt schonmal für Antworten, werde das später aber bestimmt nochmal machen ;)

    Wenn man heißes Wasser einfriert, dann hat man immer frisches heißes Wasser!

  • derautor
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    1.089
    • 10. April 2008 um 03:39
    • #2
    Zitat

    1 x Headset
    1 x Handgurke
    1 x Headset / Handgurke (ein Empfänger, aber Sender je nach Bedarf)
    1 x In-Ear-Strecke


    Mit dem InEar-Sender über/neben den Empfängern wäre ich sehr vorsichtig. Das geht häufig schief bzw. spielt nicht störungsfrei. Würde ich räumlich trennen.

    Zitat

    Das ganze soll hauptsächlich für Live-Sendungen ins Radio benutz werden (mit Livebeschallung vor Ort), aber auch mal für Vorträge usw.

    Also schon ein professioneller Anspruch an die Sache. Unbedingt räumlich trennen!

    Zitat

    Das Headset sollte nach möglichkeit unauffällig sein, also nicht sowas wie es die Piloten im Cockpit tragen. Ich habe mich schon ein bißchen umgeguckt, ist es richtig, dass die kleine unauffälligen Kapsel immer eine Kugelcharackteristik haben? Das ist ja eher suboptimal für Beschallung, lässt sich aber auch irgendwie in den Griff kriegen.

    Nicht immer, aber häufig! Kommt halt drauf an was Du hören möchtest. Nur die Stimme laut oder auch etwas Ambiente? Im ersten Fall Niere/Hyperniere, ansonsten Kugel. Kugel klingt natürlicher, und wenn Du dicht an die Schallquelle respektive den Mundwinkel ranrückst, dann geht das in den meisten Fällen schon. Ich bevorzuge übrigens Kugel, habe aber gegen mögliche Rückkopplungen auch immer einen guten parametrischen EQ am Start.

    Zitat

    Wie sieht das denn mit den Antennen aus? Kann ich die ohne Probleme im Rack lassen, oder wäre es besser eine 8er BNC-Blende zu basteln und die Antennen an der Rackrückseite anzubringen?

    Am besten (und leider auch am teuersten) arbeiten abgesetzte aktive Richtantennen (Paddels) auf Mikrostativen. Da ist aber auch gleich ein Splitter nötig. Die Antennen auf eine Blende absetzen geht natürlich auch. Allerdings handelst Du Dir durch die Kabelverbindungen (hier Wellenwiderstand beachten, muss identisch mit dem des Antenneneingangs sein!) und BNC-Übergänge etwas Dämpfung ein, was bei nicht allzu großen Entfernungen aber kein Thema sein sollte. Wichtig sind aber auch die Abstände! Die Antennen pro Empfänger nicht zu dicht setzen, damit die Diversity sauber arbeitet. Und das Rack immer möglichst hoch stellen, so dass direkte Sichtverbindung zwischen Sendern und Empfängern zustande kommt.


    Zitat

    Das es meistens direkt live ins Radio geht sollte es sich um Technik handeln, auf die man sich verlassen kann. Außerdem sollten die Akkus / Batterien länger als 2 Stunden halten (da hab' ich mit AudioTechnica sehr schlechte Erfahrungen gemacht).

    Das ist mit modernen UHF-Geräten (und nichts anderes darf man legal einsetzen, weil allgemein zugeteilt) gleich welche Marke eigentlich kein Probleme mehr, auch mit AT nicht. Vielleicht hast Du da mal schlechte/alte Batterien erwischt und mit hoher (50 mW) Sendeleistung gearbeitet? Von AT gibts Systeme, die diesbezüglich umschaltbar sind. 10 mW genügen häufig schon und sorgen für Laufzeiten um 10 h und mehr.

    Zitat

    Und jetzt noch die entscheidende Frage: Ist das ganze für 2000€ zu realisieren?

    Wenn das alles amtliches Material sein soll, dann ein klares Nein. Mit LowBudget-Zeug sicherlich und wenn Du Glück bei der Auswahl hast, dann funktioniert das auch. Ich hätte aber Bauchweh dabei.


    es grüßt

    derautor

    Immer schön vorm Soundcheck herverkabeln.....

  • wora
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    11
    • 10. April 2008 um 05:09
    • #3

    so spät in der nacht, und trotzdem so eine ausführliche und kompetente auskunft... hut ab!

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • 4Art
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    • 10. April 2008 um 07:51
    • #4

    Dem Autor ist nicht's mehr beizufügen. Ausser, dass dem letzten Punkt (Investitionsvolumen) noch mindestens 5 Ausrufezeichen folgenden sollten. Deshalb mach ich's:

    :!::!::!::!::!:

  • uncelsam
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    • 10. April 2008 um 09:23
    • #5

    Hatte auch schon den versuch gemacht: 2x Sennheiser IEM G2 und 2x Shure ULX in ein Case zu bauen, folge war dass die ULX gerade noch 10-15m Reichweite hatte.

    Die Eingangsstufe werden bei einem Sender der so nah dran steht hoffnungslos überfahren...

    Bugget könnte mit Sennheiser EW 1XX G2 und IEM G2 gerade ausreichen.
    Sofern die 2000€ netto sind...

  • derautor
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    • 10. April 2008 um 09:47
    • #6

    Jo, war tatsächlich etwas spät bzw. früh :D

    Zitat

    Bugget könnte mit Sennheiser EW 1XX G2 und IEM G2 gerade ausreichen.
    Sofern die 2000€ netto sind...

    Wenn die Headsets einigermaßen was taugen und schick aussehen sollen, muss der Kollege noch bißchen was drauflegen.

    Zitat

    Die Eingangsstufe werden bei einem Sender der so nah dran steht hoffnungslos überfahren...

    Ja, das gibt Intermodulationen vom Feinsten aufgrund der Nähe.


    es grüßt

    derautor

    Immer schön vorm Soundcheck herverkabeln.....

  • herr snel
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    33
    • 11. April 2008 um 13:12
    • #7

    Also vielen Dank nochmal für die informativen Antworten.

    Das es bei 4 Funkstrecken zu Problemen mit Intermodulationen kommt hätte ich nicht gedacht, aber dass ein In-Ear-Sender mit einem Empfänger intermoduliert ist natürlich einleuchtend.

    Ich werde mir die Sennheiser-Lösung noch einmal genauer anschauen und dann wohl auch mal eine Beratung von Audio-Technica einholen.

    Wenn das ganze 2500 oder auch 3000€ kosten soll, dann ist es mir das für entsprechende Qualität auch wert, aber man will ja immer so wenig wie möglich und nur so viel wie nötig ausgeben.

    Übrigens, der Thread ist hiermit noch nicht geschlossen ;)

    Wenn man heißes Wasser einfriert, dann hat man immer frisches heißes Wasser!

  • simonstpauli
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    • 11. April 2008 um 14:06
    • #8

    Bezüglich der In-Ear-Problematik würde ich die Sendeantennen vom In Ear absetzen, also ca. 3m entfernt aufstellen. Zwei gleiche Kabel (gleicher Typ, gleich lang) nehmen.

    Des Weiteren ein anderes Frequenzband wählen. (also z.b. Mikrofone 790 - 814, in Ear 838 - 862 MHz)

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

  • Multicore
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    • 11. April 2008 um 21:41
    • #9

    Die drei Empfänger via Splitter auf jeden Fall mit externen Rundstrahlern versehen. Den IEM-Sender mit einer externen Richtantenne betreiben und diese im Betrieb so ausrichten, daß die Empfangsantennen immer auf der "tauben" Seite der Richtantenne (also dahinter) und von selbiger möglichst einige Meter entfernt stehen. Wie hier schon gesagt, min. 20MHz Abstand zwischen den Hinkanälen und dem Rückkanal. Für die Empfamgsantennen möglichst dämpfungsarmes Kabel verwenden, b.z.w. gesamte Dämpfung zwischen Antennen und Empfängereingang beachten und ggfls. durch (frequenzselektive) HF-Verstärker kompensieren.
    Dezentes Headset muss nicht zwingend eine Kugel sein. Knackpunkt ist hier der notwendige Windschirm, der das optische Erscheinungsbild von Nieren/Supernieren gegenüber den poppunanfälligen Kugeln aufbläht.
    Bezüglich Akkus- und Ladetechnik würde ich mal bei Fischeramps nach den diesen 19" Teilen schauen. Die Akkus von Fischeramps sind zwar nicht ganz billig, aber nach meiner Erfahrung extrem haltbar.

    Lämpchen glimmt - Schaltung stimmt!
    Techniker rot - Schaltung tot!

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