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Liege ich mit meiner Kalkulation denn so daneben?

  • Tonguru
  • 15. April 2008 um 12:38
  • Tonguru
    Verifiziert
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    125
    • 15. April 2008 um 12:38
    • #1

    Liebe Forengemeinde,

    ich hätte nie gedacht, mal so einen "Was kann ich dafür nehmen"-Thread zu eröffnen, die i.d.R. hier von Einsteigern gestellt werden, aber ich bin heute aus aktuellem Grund etwas ins Grübeln gekommen.

    Ein Kollege wollte mir einen Auftrag abgeben, weil er an dem Tag nun eine zweite Anfrage hat, und mit meinen technischen Mitteln der erste von ihm angenommene Auftrag von mir zu bewältigen wäre.
    Natürlich hatte er schon ein Angebot dafür abgegeben, das mir aber - betriebswirtschftlich - sehr unrealistisch vorkommt. Es ist ein von mir sehr geschätzter Kollege, mit namhaftem Material und langjähriger Erfahrung; umso erstaunter war ich über sein genanntes Angebot.
    Darauf angesprochen, meinte er, es gibt alleine in seinem Umkreis genug, die es noch für die Hälfte machen würden...

    Ich orientiere mich an einer gesunden Kalkulation, sowie an dem, was meine Kunden zu zahlen bereit sind (ist natürlich auch nicht immer das, was ich gerne hätte, aber meist noch im Rahmen) sowie an Preislisten von Kollegen, die im Netz zahlreich zu finden sind, und die Preise decken sich mit meinen Vorstellungen, egal aus welcher Region - ohne die jetzt absichtlich unterbieten zu wollen, denn ich möchte Geld verdienen.

    Nun frage ich mich einfach nur, ob ich den Bezug zur Realität verloren habe, wenn ich etwa das Doppelte veranschlage von dem, was der Kollege angesetzt hat, oder ob es mit den Dumpern immer schlimmer wird (ok, so einen Thread haben wir schon, aber vielleicht liege ich tatsächlich so daneben...)?

    Die Anfrage:
    Kleines Stadtfest, auf einer Bühne 6m x 5m (nicht im Angebot enthalten) 3 Musiker, Mikrofonierung Drumset, Bass, Gitarre, 3 Vocals (1x drahtlos), 3 Monitorwege (vom FOH aus), PA für etwa 500 Besucher. Hall, Delay.
    Musik Pop-Rock-Cover. Keine besonderen Anforderungen, unkomplizierter Rider. Tagesjob (inkl. Auf- und Abbau), Showtime ca. 5 Std.

    Was würdet ihr etwa als Mindestsatz dafür veranschlagen, unter dem ihr keinesfalls das Lager aufmacht?

    Danke im Voraus,
    Tonguru
    (der eigentlich selten Bands mischt und sich aufgrund dieses Angebots auch gar nicht darum reißt)

  • timotimo
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    • 15. April 2008 um 12:44
    • #2

    Ich würde als Hausnummer mal 500 bis 800 Euro nennen, abhängig davon, ob Du einen Helfer zum Auf-/Abbau brauchst, Behringer oder Midas nimmst, analog oder digital, usw.

    Bezahlt wird für einen solchen Job in der Realität 300 bis 400 Euro.

  • slayer
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    • 15. April 2008 um 13:01
    • #3
    Zitat von "timotimo"

    Bezahlt wird für einen solchen Job in der Realität 300 bis 400 Euro.

    dann wohl nicht

    hauptsarre gitarre !

  • Tonguru
    Verifiziert
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    • 15. April 2008 um 20:48
    • #4

    Treffer!

    Zwischen 500,-- und 800,-- Euro lag auch meine Kalkulation bzw. mein Angebot, und das des Kollegen - aufgrund des Preisdrucks in seinem Umfeld und einem Angebot der Band, die Technik selbst zu stellen - bei etwa 300,--.

    Bleibt die Frage:
    Soll man / Würdest du es zu diesem Kurs machen?
    Bei jeder Partybeschallung bleibt mehr hängen.
    Und bei einem solchen Tagesjob ist kein zusätzlicher Auftrag mehr drin, der das kompensieren könnte.

    Auftrag annehmen zu jedem Preis?
    Ist nicht mein Ding, auch wenn ich dem Kollegen gerne geholfen hätte.
    Und es gibt dann wirklich "Mitbewerber", die das für noch weniger machen?
    Das WILL ich nicht glauben, aber es scheint Realität zu sein.

    Kenne DJs, die für 150,-- den ganzen Abend "auflegen" (nennen wir es beim Namen: Die ihre "getauschten" MP3s in eine Playlist hacken), inklusive PA und Licht.
    Das ist schon krass genug.
    Aber für eine Band braucht es mehr als ein Laptop, einen Battle-Mixer und einen 3,5-Klinke-Cinch-Adapter...

  • simonstpauli
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    • 15. April 2008 um 21:04
    • #5

    300 für das Personal könnte ich mir vorstellen. (ein Techniker plus ein Helfer für Auf/Abbau, schon knapp)

    300 für das Material auch, wenn es dünn ist.

    Keinesfalls jedoch 300 für alles. NOGO dafür

    Krank.

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

  • timotimo
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    • 15. April 2008 um 21:06
    • #6

    Lag ich doch mit meiner Einschätzung nicht sooo daneben. :D Es ist zwar kein Kofferjob aber auch keine Grossbeschallung. Das geht wohl locker in einen VW-Bus, bei einem Digitalpult spart man sogar das Siderack.

    Im aktuellen "Dumping"-Thread steht auch, dass es Menschen gibt, die es noch günstiger machen, aus diversen Gründen. Und sei es, weil sie beim grossen T für 2 Kilo-Euro eine komplette "PA" erstanden haben, die ganz heiss drauf ist zu spielen.

    Was Du/wir verdienen wollen und wie man kalkuliert ist klar. Betrachte es mal von 2 anderen Seiten: Was ist der Auftraggeber in der Lage zu zahlen (zum Beispiel aufgrund der Eintrittsgelder, abzüglich seiner Kosten)? Und wie kann man/können andere die Technik zu diesem Preis machen?

    Bei Betrachtung dieser Fragen komme ich (oft) zu dem Schluss, dass wir bestimmte Aufträge nicht machen (können), da unsere Kostenstruktur es nicht zulässt, und ich es nicht will. Damit lassen wir auch einen Markt unbearbeitet, der eben dann von anderen besetzt wird (die kein Lager haben, den VW-Bus umsonst vom Onkel geliehen bekommen, usw.)

    Ob Du da mitmachst musst Du selbst wissen. NEIN, Du sollst nicht! (wenn du schon fragst) :?

  • niggles
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    • 16. April 2008 um 02:05
    • #7
    Zitat von "timotimo"

    Ich würde als Hausnummer mal 500 bis 800 Euro nennen, abhängig davon, ob Du einen Helfer zum Auf-/Abbau brauchst, Behringer oder Midas nimmst, analog oder digital, usw.

    Bezahlt wird für einen solchen Job in der Realität 300 bis 400 Euro.

    ...aber dann auch nur für das Material: als Dry Hire-Freundschaftsdienst vom Kollegen, der währenddessen entweder auf einer anderen Baustelle (Kofferjob) seine Brötchen verdient oder sich auf dem Sofa erholt :D
    Mein Techniker-Tagessatz wäre da genausowenig enthalten wie der Transport oder jegliche Art von Licht...
    Und ja, es wurde bezahlt. Alles, auch ich. In bar. Ohne Diskussionen. Wie (fast) immer :D

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

  • yamaha4711
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    • 16. April 2008 um 09:44
    • #8

    Tacho!

    Seh' das genauso....
    Bei 550€ OHNE PERSONAL, AUFBAU/ABBAU UND TRANSPORT kann man sich einig werden. Alles andere ist betriebswirtschaftlicher Unfug.
    Wenn dann noch Transport, Auf- und Abbau sowie Bedienung dazu kommen liegt man bei 850-900€. Alles Netto gerechnet.

    Es kommt eben auch darauf an, was dann für Material steht. Aber selbst bei Behringer Komplettausstattung und halbwegs Moderater PA kann man im DryHire mind. 300€ rechnen. Das Zeug fällt schließlich nicht von den Bäumen und Lagerplatz kostet auch Geld.
    Wenn das jemand als Hobby nebenbei macht geht das auch billiger - wie immer. Nur ob dann die Qualität stimmt und das Know-How da ist steht auf einem anderen Blatt. Doch leider hören das die wenigstens und es interessiert auch nicht ob der HKS wirklich einen Plan hat. Hauptsache es dudelt irgendwie. Wie war das nochmal mit dem Dumping?

    Mich würde mal interessieren mit welchem Equipment dein Kollege das machen möchte.

    Grüßle,
    michael

    Laut heisst nicht immer gleich gut und toll und wer schreit ist meist im Unrecht.

  • timotimo
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    • 16. April 2008 um 10:05
    • #9

    Da stimme ich yamhaha4711 mal voll zu. Allerdings bezweilfe ich, dass irgendwo (ausser bei Industrie) diese 850 bis 900 Euro bezahlt werden, die wir gerne hätten. Und 550 nur fürs Material? Das ist dem Kunden sicher zu viel. Dann muss halt ein kleines digitales her, eine Actor-PA mit 3 H&K-Monitoren und gut. So ist es leider.

    Material steht inzwischen genug in irgendwelchen Garagen, Kellern und Kinderzimmern. Daher ist es nicht verwunderlich, dass damit kein Geld mehr zu verdienen ist, Angebot und Nachfrage halt.

    Die Qualität (des Materials und des Technikers) ist natürlich ein Argument. Leider muss man ja keine Qualifikation haben, um den Job zu machen. Und die schlechte Qualität ist weit verbreitet (und auch beim Kunden und Publikum akzeptiert), so dass es erst Ärger gibt, wenn es gar nicht geht, ausfällt, pfeift, o.ä.

    Wenn man also nicht in der Profiliga spielt, zahlungskräftige Kunden (auch aus der Industrie) hat, und seine Qualifikation und Erfahrung dem Kunden teuer verkaufen kann, bleibt einem nur, die geringen Umsätze zu realisieren oder es sein zu lassen.

    Aber das geht immer mehr in Richtung des "Dumping"-Threads...

  • DJ-JAJA
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    • 16. April 2008 um 11:05
    • #10
    Zitat

    Aber das geht immer mehr in Richtung des "Dumping"-Threads...

    Evtl wäre mal spannender welchen Deckungsbeitrag das Ganze leistet!
    Nur mal so als Betriebswirt angemerkt.
    Immerhin gibts Kosten, die auch entstehen, wenn das Material nicht draußen ist.
    Aber einfache Rechnung:

    Putzfrau + Wischmop 8 x 18 Euro (incl. Arbeitgeberanteil) = 144 Euro
    Busfahrkarte hin und zurück ca. 6 Euro.
    Summe 150 Euro.

    Wenn er nun das benötigte Material für 150 Euro bekommt und die Putzfrau deutsch kann, dann kann er Ihr ja den Job erklären. :wink:

    Über den Daumen gesehen, ist das für unter 500 Euro SELBSTAUSBEUTUNG!

    Frauen denken analog; Männer digital!
    (Loriot)
    _____________________________________
    http://www.youtube.com/watch?v=uVMcMW2Jovs
    OHNE BÜROKRATENABBAU -
    KEIN BÜROKRATIEABBAU!!!

  • mringhoff
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    • 16. April 2008 um 11:47
    • #11

    Leider rechnen manche Leute aber so:

    Anlage steht im Lager: 0,- EUR
    Techniker liegt auf der Couch: 0,- EUR

    Anlage und Techniker für 300,- EUR bringt also 300,- EUR mehr ein als sonst. Und 300,- EUR haben oder nicht haben ist so eine Sache...

    Und wenn man wenig Jobs hat und das Geld braucht, dann denkt man noch: "Es wäre zwar schön, mehr Geld zu bekommen, aber dann machts vielleicht einer günstiger und ich gehe leer aus"
    Womöglich ist das noch der verhaßte Konkurrent aus dem Nachbarort :(


    Nur mit den Folgen rechnet so einer erstmal nicht:
    - er wird so nie zu vernünftigen Preisen kommen
    - eventuell ist der Konkurrent aus dem Nachbarort genauso veranlagt und es beginnt ein Preiskampf
    - irgendwann ist das Material abgerockt oder defekt, aber es ist kein Geld mehr vorhanden
    - 2-3 Jahre später möchte das Finanzamt die veranlagte EKSt. sowie die Vorauszahlungen für das vergangene, jetzige und zukünftige Jahr haben. Dann ist dafür auch kein Geld mehr vorhanden, weil solche Leute sicherlich nicht daran gedacht haben, daß von den 300,- EUR netto zzgl. MWSt. noch die EKSt. runtergeht.
    - oder, falls in den Jahren aufgrund der haarsträubenden Kalkulation kein Gewinn entstanden ist, stellt das Finanzamt fest, daß es sich hierbei ja nur um "Liebhaberei" handelt und fodert sämtliche Steuern zurück, die es jemals verrechnet oder ausgezahlt hat. Das beginnt mit der Umstatzsteuer und endet bei der Einkommenssteuer.

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  • mringhoff
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    • 16. April 2008 um 11:57
    • #12
    Zitat von "Tonguru"

    Es ist ein von mir sehr geschätzter Kollege, mit namhaftem Material und langjähriger Erfahrung;

    Das wundert mich allerding sehr.
    Wie kann er denn davon jahrelang leben?
    Und mit was bezahlt er denn sein namhaftes Material?


    Bei all den genannten Preisen muss man zwar bedenken, daß erstens im Livesektor weniger verdient wird, als bei Industriejobs und daß es zweitens auch große (!) Unterschiede in der Preisgestaltung in Deutschland gibt. Von welchem Raum reden wir hier eigentlich?

    Wenn wir hier in München einen Job nicht unter 500,- EUR machen wollen, würden sich mind 10 Firmen in Ostdeutschland oder auf dem Land darum reissen, weil es 200,- EUR mehr einbringt als sonst...
    In den städtischen Bereichen ist das arbeiten und leben natürlich ungleich teurer (wer allein fürs Parken in der Innenstadt schon 25,- EUR abdrückt, der weiß was ich meine), aber die Einkaufspreise für das Material als auch die normalen Lebensmittelpreise/das Benzin/das Auto/die Versicherungen etc. sind überall gleich...

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  • smitty
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    • 16. April 2008 um 13:17
    • #13
    Zitat von "mringhoff"

    Wenn wir hier in München einen Job nicht unter 500,- EUR machen wollen, würden sich mind 10 Firmen in Ostdeutschland oder auf dem Land darum reissen, weil es 200,- EUR mehr einbringt als sonst

    spricht mir aus der Seele, um kleinere Jobs in Berlin brauch man sich garnicht mehr kümmern, da entweder jeder zweite DJ seine Anlage aus dem Wohnzimmer holt und die aufbaut, oder ein Dienstleister aus Brandenburg "das Ganze viel billiger macht".
    Da bleibt einem dann nichts mehr übrig als dem Kunden den Unterschied zu erklären (worauf er wohl nichts gibt, wenns ums enge Budget geht) oder sich anderen Geschichten zu wenden und das kleine Zubrot links liegen lassen.

    Simon@fye-service.de

    http://www.fye-service.de

  • Tonguru
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    • 16. April 2008 um 14:16
    • #14

    Erst mal Danke für die Anteilnahme! :wink:
    Sehe mich zum Glück in meiner Meinung und Preisgestaltung bestätigt, aber es hätte tatsächlich sein können, daß ich daneben lag - weil solche VAs eben nicht zu meinem Standard-Repertoire gehören. Aber dachte mir schon, daß da was nicht stimmen kann, wenn ich für eine kleine Sprachbeschallung oder Party unterm Strich mehr habe (weil ich mich da nicht noch den ganzen Tag dazu stellen muß)...

    timotimo
    Ob Du da mitmachst musst Du selbst wissen. NEIN, Du sollst nicht! (wenn du schon fragst) :?
    Meine Frage war eigentlich, ob DU es machen würdest für den Kurs, aber die Frage ist ausreichend beantwortet. :D

    yamaha4711
    Die 550,-- Euro wären meine Schmerzgrenze gewesen.
    800,-- Euro sind dem Veranstalter für 5 Stunden Musik (die er letztendlich aus seiner Sicht bekommt) sicherlich zu happig und u.U. mehr als das, was die Band bekommt (bei 3 Musikern gar nicht so unrealistisch). Und für einen recht unkomplizierten Job wären die 550,-- schon in Ordnung gegangen. Aber nur mit beide Augen zudrücken.
    Mein Kollege - das ist ja das Unverständliche - hat wirklich Material vom Feinsten, ohne Namen nennen zu wollen. Bislang konnte er auch anspruchsvolle Rider ohne Zumietung erfüllen. Und seine Preisgestaltung hat normalerweise keineswegs mit Dumping zu tun, noch vor kurzem hatte ich ein Angebot bei ihm eingeholt für eine Anfrage, die bei mir einging, die ich aber nicht erfüllen konnte. Und das war alles andere als Dumping...

    Insofern kann ich mir diesen Fall nur mit den Mitbewerbern in seinem Umfeld und der besonderen Situation erklären: Es ist ein Stammkunde, und es ist bei ihm vor der Tür.
    Und - wie erwähnt - für weniger als 300,-- hätte die Band auch gerne ihre eigene Technik aufgebaut - eine ebenfalls zunehmende "Unsitte", teils allerdings auch verständlich, wenn ich sehe, was manches Mal - trotz Rider - hingestellt wird.
    Aber dann bitteschön zu einem fairen Preis - ich meine damit fair für die örtlichen Verleiher.
    Aber vielleicht gehört das zur Taktik und Absicherung der Band, daß sie auch den billigsten Dumper unterbieten möchten, um sicher sein zu können, daß was ordentliches dasteht.
    In deren eigenem Interesse.
    Frei nach TV Kaiser - "...ein Teufelskreis!". Zumal die Band das über die Musikergagen ausgleichen kann - Mischkalkulation eben.

    Meine Reaktion darauf war, er soll die Band ihr Gerödel selbst mitbringen lassen, dann hat er keinem Mitbewerber zugespielt und ruhigen Gewissens Zeit für den anderen Job.
    Wenn ich natürlich - wie oft bei Stadtfesten - sowieso den ganzen Tag da stehe, um von der Hintergrundmusik über die Programmhinweise bis zum abendlichen Showact den Support zu stellen, ist das was anderes. Dann kann ich dem Veranstalter auch klar machen, daß die Technik der Band nun mal nur abends da ist und danach auch sofort wieder abgebaut wird - und dann bestimme ich den Preis.

    mringhoff
    Er macht das nicht hauptberuflich - aber schon professionell im Sinne von sehr ordentlich, und es kommt auch sicher einiges 'rein. Gerade deshalb verstehe ich nicht, daß er meinte, diesen Job für diesen Kurs machen zu müssen, zumal die Band sich angeboten hat und die Technik nur für diesen Abend benötigt wird.
    Wenn ich das als Hobby mache, wie auch immer, suche ich mir meine Kunden doch eher noch mehr aus als wenn ich davon leben muß...
    Wie gesagt, es ist anscheinend eine Ausnahme. Brachte mich dennoch ins Grübeln.

    Gebiet ist Rheinland-Pfalz, zwischen Koblenz und Bonn.
    Und ja, es sitzen hier im Raum ein Dutzend Großverleiher, die allerdings für solchen "Kleinkram" gar keine Zeit hätten und über diesen Kurs lachen würden, dafür in jedem Dorf mindestens ein Dutzend aufstrebende "Veranstaltungstechniker".

    Leider rechnen manche Leute aber so:
    Anlage steht im Lager: 0,- EUR
    Techniker liegt auf der Couch: 0,- EUR
    Anlage und Techniker für 300,- EUR bringt also 300,- EUR mehr ein als sonst. Und 300,- EUR haben oder nicht haben ist so eine Sache...

    Nicht nachvollziehbar, wenn man nicht davon leben muß.
    Und auch nicht nachvollziehbar, wenn man davon leben muß (wie ich).
    Dank kurzfristiger Buchungen (eigener Thread) kann / darf / muß ich damit rechnen, daß in der Woche vorher noch ein anderer Auftrag 'reinkommt - und der ist dann mit Sicherheit bei gleichem Aufwand besser bezahlt (denn schlechter geht nicht mehr) oder ähnlich bezahlt, aber bei deutlich weniger Eigeneinsatz. Und u.U. kann ich sogar an diesem Tag 2 kleine Anlagen aufstellen - und habe mein Einkommen damit verdoppelt...

    Und wenn tatsächlich gar nichts mehr anliegt - so ein freies WE hat auch was für sich.
    Auf jeden Fall die Gewißheit, keine Mitschuld am Preisverfall zu haben. :D
    Wenn nur ein Treiber ausfällt oder ein Amp danach in die Werkstatt muß, hätte ich doch Geld mitgebracht...
    Ein Auftrag muß definitiv mehr einbringen, als der aktuelle Zinssatz auf mein Anlagevermögen, sonst hätte ich ja einfach nur sparen brauchen... :lol:

  • tufkaklto
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    • 16. April 2008 um 15:18
    • #15

    Ich bin Schockiert. :shock:

    Techniker und 1 Assi machen mal min 450,--

    ( und 2 müßen es sein, diese Diskussionen hab ich auch oft, aber wenn das Programm dicht ist, hätt man ja theorethisch nicht mal Zeit für einen WC Trip usw :D )

    Das Material im MINIMUMSatz mit 500,- ist auch schon geschenkt.
    ( da darf aber kein wirklich "amtliches " Material raus

    Wie sieht es mit Transport aus ???
    Ist LKW, Diesel, Erhaltungskosten, Versicherung usw Gratis???

    Also , da komm ich schnell mal auf 1000 Euronen :cry:

    Kin Wunder, das die Firmen dann immer mehr versuchen, ihre Miesere auf die Techniker abzuwälzen.

    Die können dann die wirtschaftliche Unfähigkeit der "Chefs" ausbaden

    Und wurde folgendes bedacht:::::

    Wenn ein Speaker eingeht, oder irgendein anderer Schaden durch welche Gründe auch immer, entsteht, dann hat man Kohle hingetragn, um diesen Job zu machen.

    Da würde ich vorziehen:
    Material bleibt im Lager: 0 Euro Verlust.

    Techniker macht freien Tag und geht Bier trinken und Mädels anbraten:
    ist zwar kein Verdienst, aber macht mehr Spaß.

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  • mringhoff
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    • 16. April 2008 um 15:53
    • #16
    Zitat von "Tonguru"


    Und seine Preisgestaltung hat normalerweise keineswegs mit Dumping zu tun, noch vor kurzem hatte ich ein Angebot bei ihm eingeholt für eine Anfrage, die bei mir einging, die ich aber nicht erfüllen konnte. Und das war alles andere als Dumping...

    Gut, dann haben wir es ja sozusagen mit einem auch für ihn extrem billig-Angebot für einen Stammkunden zu tun.
    Jetzt kommt dieser Kollege in Bedrängnis, weil nun jetzt wohl einen anderen, möglicherweise lukrativeren Job angeboten bekommen hat.
    Jetzt steht der da mit seinem Dumpingangebot. Und wer muss es jetzt ausbaden?

    Was bleibt ihm übrig, ohne daß er das Gesicht verlieren muss? Entweder einen Kollegen zu finden, der das macht oder den anderen Job nicht annehmen.
    Logisch, daß ihm da die erste Variante näher ist, schliesslich verdient er bei dieser Kombination mehr und vergrault dennoch seinen Stammkunden nicht.

    Wenn Du ihm jetzt ebenfalls wie er Dir damals ein "normales" Angebot für Deine Leistung erstellst, was würde er dazu sagen?
    Wird hier mit gleicherlei Maß gemessen? Warum musst Du mit der Band verhandeln und nicht mit ihm?
    Warum das normalerweise viel teurer ist als sonst, soll doch Dein Kollege der Band erklären...
    So mal aus der Ferne betrachtet und ohne weitere Umstände zu kennen, möchte ich fast meinen, daß er einfach einen schwarzen Peter weiterschieben wollte...


    Zitat von "Tonguru"

    Er macht das nicht hauptberuflich - aber schon professionell im Sinne von sehr ordentlich, und es kommt auch sicher einiges 'rein.


    Das ist eine der wesentlichen Ursachen für das Dumping quer durch die Republik.
    Man hat es einfach nicht nötig, davon leben zu müssen. Manchmal wird das sogar noch als Argument missbraucht. "Ich mach es ja nur nebenbei, so zum Spass..."


    Zitat von "Tonguru"

    Und - wie erwähnt - für weniger als 300,-- hätte die Band auch gerne ihre eigene Technik aufgebaut - eine ebenfalls zunehmende "Unsitte", teils allerdings auch verständlich, wenn ich sehe, was manches Mal - trotz Rider - hingestellt wird.


    Ich erlebe oft eine andere Unsitte des Dumpings:
    Eine Band hat einen ganz tollen Rider mit allen Schnickschnak, auch für das Licht.
    Im Vertrag steht, daß der Veranstalter die Technik lt. Rider stellen muss.
    Zuerst macht man dem Veranstalter ein Angebot brav und treu nach dem Rider, dann kommt der fast übliche Stoßseufzer des Veranstalters und der Anruf bei der Band, was man da machen kann. Man bespricht gemeisam, was man reduzieren kann. Auf Seiten der Band auf alle Fälle mit viel Wehklagen, daß es diesesmal so sparsam sein muss.

    Dann kommt das, was nun schon ein paar mal eingetreten ist. Der Veranstalter findet das immer noch zu teuer und fragt denn die Band, was es kosten würde, wenn sie mitsamt Technik kommen.
    Das ist wohl immer preisgünstiger - soweit ja so so gut, wir sind ja nicht der Billige Jakob, aber was man dann vor Ort sieht, ist oft der Hammer: Nichts, aber auch fast gar nichts mehr entspricht dem, was die Band selbst (!) in ihrem Rider stehen hat. Die geforderte Lichtanlage mit 8 Movingheads, Verfolger, 6 6er Bars etc. ist zusammengeschrumpft auf 4 Lichtstative und auch mit der Tontechnik schauts nicht anders aus.
    Fazit: wenns ans eigene Geld geht, dann klappts auch mit der billigsten Technik...
    Das ist eine ganz neue Dimension des Dumpings....

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  • tufkaklto
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    • 16. April 2008 um 16:15
    • #17

    Nebenbei bemerkt:

    Es gibt Bands, die Entweder den Preis haben mit Ihrer EIGENEN Technik, ber der sich der Veranstalter um nichts mehr kümmern muß, oder, falls der Veranstalter Technik stellen will, sind da eben im Rider Anforderungen drin, die es so teuer machen DAMIT man die Band mit Ihrer EIGENEN Technik nimmt.

    Alles ganz absichtlich, altes Spiel :D

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  • mringhoff
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    • 16. April 2008 um 18:35
    • #18
    Zitat von "klauston"


    Alles ganz absichtlich, altes Spiel :D

    Und wer wundert sich da noch, daß Rider nicht ernst genommen werden?
    ...aber das ist ein anderes Thema...

    Aber nach aussen hin, also von der monetären Sicht des Veranstalters heißt das: "...die Band macht das für 800,- EUR, warum verlangt Ihr denn 2.000,-?"
    Das ist Dumping unter falschen Voraussetzungen...

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  • yamaha4711
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    • 16. April 2008 um 19:15
    • #19

    Tonguru
    5 Stunden Mucke heißt in jedem Fall 5 Stunden höchste Konzentration für den Verleiher - also Arbeit! Dazu kommt dann noch Auf- und Abbauen des ganzen Gedönse. Sind nochmal je 1-3 Stunden Rüstzeit, je nachdem wie die Baustelle aussieht. So gesehen also 8 Stunden; also ein voller Tagessatz. Bei 2 Personen sind das nunmal 240€. Da ist nun aber noch keine Steuer, Versicherung, usw. mit drin; alles ohne Lohnnebenkosten.
    Aber für den Veranstalter soll das ja für umme sein... totlach. Ich sag dazu nur: Geldbeutel auf und mein Lager geht auf, Geldbeutel zu - Lagertür zu.

    Daher sind 800-900€ inkl. Bediennung und Transport ein äußerst fairer Kurs. Der Veranstalter braucht sich um nichts zu kümmern, außer, daß die Bühne steht und genügend Strom da ist. Das ist meist auch immer so eine Sache... große Anlage mit tatütata (laut Rider z.B.) bestellen und dann fehlts am Strom.

    Grüßle,
    michael

    Laut heisst nicht immer gleich gut und toll und wer schreit ist meist im Unrecht.

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    • 16. April 2008 um 19:33
    • #20

    Mal ein paar Gedanken dazu:

    1.) Für diejeningen, die nicht rechnen können, habe ich mal ein kleines Tool programmiert: http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?t=47837

    2.) Es ist mehr Material im Markt, als benötigt wird. Für das Personal gilt im Prinzip dasselbe. Sinkende Preise sind eine ganz natürliche Folge davon.

    3.) Man muss nicht immer billiger sein als der Mitbewerber. Man kann auch besser sein. Oder geschickter vermarkten.

    Mein Großvater hatte einen Großhandel mit Verpackungen, Kunststoffbeutel und so. Das ist ein Produkt, bei dem man es sehr schwer hat, besser als die Mitbewerber zu sein. Zumindest deutlich schwerer als in der Veranstaltungstechnik. Und er hat immer deutlich höhere Preise genommen als der Wettbewerb, und trotzdem hatte er gut Aufträge.

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

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