Zitat von "Christopher Hafer"
Sorry, und wenn ich der letzte Mensch bin der noch so denkt:
Ein Laptop zur "Bedienhilfe" eines Digitalpultes ist nicht nur ein Eingeständnis an die technische Unausgereiftheit einer Bedienoberfläche, es ist einfach ein Unding.
Grundsätzliche Dinge wie Ergonomie und Betriebssicherheit stehen einem solchen Konzept ELEMENTAR entgegen und hätte bei einem analogen Pult zu kompletter Ablehnung geführt (Beispiel? Eine H3000, deren Automation nur per PC ordentlich zu verwalten wäre hätte am Markt keine Chancen, ebensowenig wie ein Analogpult, dessen elementares Display bei direkter Sonneneinstrahlung nicht lesbar ist... klingelt es irgendwo?)In der Praxis heißt das außerdem, dass ich als Techniker gezwungen sein soll mein eigenes Gerät mitzuschleppen, samt Verschleiß und hohem Diebstahl/Transportrisiko - das mir NIEMAND zahlt, ebenso wenig wie die Anschaffungskosten und den Zeitaufwand für Einrichtung und Pflege - oder was verstehe ich hier falsch?
Wer das OK findet und Chic, mit den restlichen Funktionen (die meistens auch NIEMAND braucht) aufzufahren kann das ja mitspielen, ich finde es NICHT OK - erst recht nicht Grundvoraussetzung oder "Pflicht".
Wenn DU in deiner Arbeitssituation ohne Laptop auskommst, mag das passen. Ich sehe das allerdings so, das gewisse Dinge inzwischen von mir als Soundman verlangt werden, und ich auch gerade dafür gebucht werde:
- ich kann schnell flexibel Pausenmusik/Trailer etc. einspielen, aus einem grossen Fundus den ich auf dem Rechner habe.
- Ich kann relativ leicht einen Mitschnitt machen, inzwischen auch ohne Probleme als Mehrspur.
- Ich habe eine Messystem drauf und kann die Anlage bei kleineren Geschichten selber einmessen, ausserdem schneller Fehler im System finden.
- ich kann mein Pult, so denn digital, in Ruhe vorkonfigurieren und mir so wertvolle Cateringzeit rausschinden.
Für mich ist das Laptop inzwischen eine ELEMENTARER Bestandteil meiner Arbeit, und ich könnte auch ehrlich gesagt ohne meinen Job nicht mehr gut machen. Und ich meine nicht ein altes geknechtetes Produktionslaptop mit Win98 drauf, sondern mein eigenes mit dem ich umgehen kann und bei dem ich sicher bin das es spielt.
Zitat von "dark"
Warum wehren sich so viele Tonleute gegen unterschiedliche Prinzipien?Im Lichtbereich ist es seit Jahren so das es 3-4 "Standards" gibt die völlig unterschiedlichen Bedienprinzipien folgen.Und ich habe das als Chance gesehen sein persönliches Lieblingsprinzip herauszusuchen.Also warum ist es so schlimm das sich A&H und Yamaha unterscheiden?In jeder Klasse setzen sich 2-3 Pulte durch und die sollte man können oder sind Tonis unflexibler und lernresistenter als Lichtleute?
Warum freut man sich nicht einfach ein zusätzlich sehr flexibel gehaltenes Arbeitsinstrument für seine Aufgaben zu bekommen?Gab es denn damals die selbe Diskussion als digitale Effektgeräte eingeführt worden?
Natürlich geht alles mit analog aber jetzt hat man eben eine gute Option für anspruchsvolle Aufgaben - man muss sich halt jetzt Gedanken zur Arbeitsweise und Vorbereitung machen.Die "Ich komme dahin und irgendwie wirds gehen" Einstellung wird jetzt schwierig
Ich hatte es schon einmal geschrieben, Tonleute sind einfach um Längen konservativer als Lichtleute. Ich weiss nicht woran das liegt, aber es ist einfach so.
Fall 1: Tonmann kommt auf eine Produktion, da steht ein Digitalpult das er nicht kennt - erstmal Ablehnung, grosses Gejammer, der Babysitter wird erst einmal zusammengeschissen, um dann als Belohnung die Show auf halb von hinten geknurrte Anweisungen hin selber mischen zu dürfen ... oder auf Anweisungen EQ´s & Auxe zu bedienen, während der Herrr & Meister die Fader schiebt.
Fall2: Lichtmann kommt auf eine Produktion, da steht ein Lichtpult das er nicht kennt - er lässt sich die Grundfunktionen erklären, macht seine Patches zusammen mit dem Babysitter und fährt (meistens) die Show dann problemlos, wenn er etwas nicht versteht fragt er nach.
Mehrfach selber so erlebt.