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plastischer, klarer, warmer sound: kann man den messen?

  • wora
  • 22. Juli 2008 um 19:07
  • wora
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    • 22. Juli 2008 um 19:07
    • #1

    auf anfragen mehrerer nutzer kommt hierzu also ein eigenes thema.

    es ging um die frage, warum es klangliche unterschiede zwischen mischpulten gibt, die man nicht allein mit dem frequenzgang begründen kann.
    ich hatte das mit "räumlicher tiefe" beschrieben, vielleicht ist die beschreibung "plastizität" oder "klarheit" als ergänzung dazu hilfreich.
    es geht um die eigenschaft macher mischpulte, einen klang dreidimensionaler, freier abzubilden als andere pulte das können.

    für die eigenschaft "tiefe" kämen mir als erstes die phase und die risetime (anstiegszeit) in den sinn, die für die möglichst genaue nachbildung elektrischer signale auf der zeitachse verantwortlich sind.
    für "wärme" sind dann die harmonischen klirrspektren sicherlich erwähnenswert.

    ich bin jetzt kein elektroingenieur, nur ein einfacher elektroniker. deshalb wäre es nett, wenn hier mal ein paar fachleute was dazu sagen könnten.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • tufkaklto
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    • 22. Juli 2008 um 19:33
    • #2

    meine Anregungen:
    Die sind eine " Ich vermute " Meinung, das sag ich ganz bewusst, um da auch nachdenkprozesse von Experten anzuregen:

    SAchen wie ZB, Obertöne ( wenn man das so bezeichnen kann )
    Pulte, die besonders hoch auflösen ( was man messtechnisch vermutlich belegen könnte )
    PA Systeme, die sehr schön in den Höhen auflösen.
    Denn zB da habe ich immer den Eindruck von "mehr Tiefe "

    Und ev auch die Kombination von Pult und PA

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  • wora
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    • 22. Juli 2008 um 19:41
    • #3

    das man solche unterschiede auf nem billigen lautsprecher weit weniger hört als auf einem sehr hochwertigen, erscheint logisch.
    sorry, das hatte ich vergessen zu erwähnen.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • tufkajck
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    • 22. Juli 2008 um 19:51
    • #4

    Mann, habt ihr nichts im Lager aufzuräumen? Wir gehn jetzt.

  • tufkaklto
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    • 22. Juli 2008 um 19:53
    • #5

    :D

    Nee, is wie ein Bier nach der Arbeit trinken und etwas philosophieren

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  • christopher hafer
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    • 22. Juli 2008 um 20:17
    • #6
    Zitat von "klauston"

    meine Anregungen:
    Die sind eine " Ich vermute " Meinung, das sag ich ganz bewusst, um da auch nachdenkprozesse von Experten anzuregen:

    SAchen wie ZB, Obertöne ( wenn man das so bezeichnen kann )
    Pulte, die besonders hoch auflösen ( was man messtechnisch vermutlich belegen könnte )
    PA Systeme, die sehr schön in den Höhen auflösen.
    Denn zB da habe ich immer den Eindruck von "mehr Tiefe "

    Und ev auch die Kombination von Pult und PA

    Das ist noch relativ einfach:

    Obertöne:
    Jedes System, dass in der Lage ist die für den Menschen höchsten noch hörbaren Frequenzen (weit unter 20khz) verzerrungsfrei zu reproduzieren ist qualifiziert. Systeme, die nicht linear sind im obersten Bereich werden solche Frequenzen, die ja nur sehr wenig Energie haben ggf. verdecken/unterschlagen.
    Fazit: Was die Elektronik angeht relativ unkritisch im Vergleich zu den Schallwandlern.

    Pulte, die besonders hoch auflösen:
    Es gibt zwei wichtige Parameter:
    Die nutzbare Dynamik, die auch kleinste Details weder verrauscht noch verzerrt erlaubt. Diese Dynamik ist wichtig, aber bei keinem Pult kritisch, jedenfalls nicht bei PA-Anwendung.
    VIEL kritischer sind unvorteilhafte Gainstrukturen durch den Benutzer...!
    Da mag es dann Pulte geben, die beliebter sind weil "gutmütiger", aber darum geht es ja hier nicht mehr.

    2.Punkt: Frequenzgang.
    Da jedes analoge Pult in der Lage ist, mehr oder weniger linear bis in ein Vielfaches von 20khz wiederzugeben ist dieser Punkt uninteressant.
    Bestes Beispiel: Lange Zeit wurden Produkte für den Rundfunkbereich bei 16khz per LPF limitiert.
    Niemand käme auf die Idee ein Neumann-Produkt der 60er-Jahre als nicht "hoch auflösend" zu bezeichnen.

    Fazit: Der Anwender bringt ein Pult zum "klingen", indem er einfache Regeln einhält, und, umso schwerer: Einen guten Mix erstellt.

    PA Systeme, die sehr schön in den Höhen auflösen.

    Das erklärt sich wohl von selbst. Wer im Coverage eines System steht, dass obendrein eine gute Höhenauflösung durch ausreichende Dimensionierung und EQing gestattet, der hat nicht nur "schöne" Höhen, sondern auch Vorteile bei der Transienten-Wiedergabe und beim Orten von Rauminformation (Stichwort: Räumliche Auflösung...)

    Fazit: Es ist schon sehr nahe liegend, dass sich genau hier, also beim Schallwandler wie auch im Raum fast alle Erklärungen für "räumliche" Eindrücke finden und fast gar nicht bei der Elektronik davor.

    Ich denke jeder, der beim SC zur Bühne läuft um andere Eindrücke als am FOH zu sammeln kann das Grundsätzlich bestätigen.


    Zitat

    Mann, habt ihr nichts im Lager aufzuräumen? Wir gehn jetzt.



    Manchmal ist es wirklich schwer sich zurückzuhalten.... Knirsch. Aber ich habe die Pillen genommen...

    "Just because you believe something doesn't make it true."

    Einmal editiert, zuletzt von christopher hafer (22. Juli 2008 um 20:26)

  • tufkaklto
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    • 22. Juli 2008 um 20:26
    • #7

    Um das auch klarzustellen:

    ich habe mit dafür plädiert, diese Diskussion vom Soundcraft Tread abzuteilen.

    Ich sehe die Dinge nicht so ganz wie wora, aber ich denke, das dies eine Diskussion wert ist, da es ja doch einige gibt, die diese Wahrnehmung so haben.
    Und es wäre einfach interessant herauszufinden, ob es sich um subjektive Phänomene handelt oder wirklich was real Erklärbares.

    Wobei ich schon der Meinung bin, das es einige Systeme gibt, die bei richtiger Anwendung auch wirklich viel Transparenter wirken ( hab jetz bewusst das Wort "räumlich" nicht verwendet. )

    Durch diese Transparenz hat man natürlich sofort ein anderes Hörerlebnis.

    Dann gibt es noch Pulte, die durchaus Anhebungen in den Höhen haben ( möglicherweise um Verluste langer Multicores zu kompensieren )
    Was ja auch zu unterschiedlichen Höreindrücken führen kann.

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  • wora
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    • 22. Juli 2008 um 20:54
    • #8

    da waren schon ein paar interessante ansätze dabei.
    gerade die transienten (also die anstiegsflanken) sind meiner ansicht nach eine wichtige und meist unbeachtete grösse.
    es wäre mal interessant, hierzu ein paar messungen zu machen. leider fehlt mir hierzu das notwendige equipment (oszi mit genügend hoher grenzfrequenz)

    entgegen christophers meinung, das die phänomene hauptsächlich bei den lautsprechern zu suchen sind, habe ich aber eine ander erfahrung und eine ergänzende info hierzu:
    ich habe selbst schon erlebt, wie an einer bestehenden clubanlage (sehr guter qualität) einzig und allein durch den austausch des mischpultes ein hörbar indirekterer sound entstand. "matschig" wäre herbei übers ziel hinaus geschossen, denn das neue pult klang auch sauber und ohne grössere kritik.
    somit kann ich aus eigener erfahrung berichten, das mischpulte tatsächlich einen grossen einfluss auf die performance haben können.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

    Einmal editiert, zuletzt von wora (22. Juli 2008 um 20:57)

  • tufkaklto
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    • 22. Juli 2008 um 20:55
    • #9

    Stellt sich auch die Frage, ist es eine Komponente, die das ausmacht oder das Zusammenspiel mehrerer passender Komponenten?

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  • christopher hafer
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    • 22. Juli 2008 um 21:07
    • #10
    Zitat von "klauston"

    Stellt sich auch die Frage, ist es eine Komponente, die das ausmacht oder das Zusammenspiel mehrerer passender Komponenten?

    Auch das lässt sich einfach abhandeln :)

    Die Komponenten müssen von der Impedanz zusammen passen, konkret:
    Ein möglichst niedrige Ausgangsimpedanz an eine möglichst hohe Eingangsimpedanz. Ein sehr guter Wert ist das ca. Zehnfache, dies ermöglicht dann sehr hohe Kabellängen (Speziell bei Mikrofonen). Stehen die Impedanzen im Negativ-Verhältnis entstehen Höhenverluste (typisches Beispiel: E-Git-PU -1MOhm- an Pulteingang -2kOhm-)

    Höhenverluste sind zwar selten, können aber zu mancherlei Auswirkungen auf den Höreindruck führen, dazu gehört u.U. auch "wenig räumliche Tiefe"

    Andere klangrelevante Anpassungsprobleme gibt es m.E. praktisch nicht.

    "Just because you believe something doesn't make it true."

  • tufkaklto
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    • 22. Juli 2008 um 21:12
    • #11

    Das mit den impedanzen ist ja auch so eine Sache.
    Die richtigen Impedanzen haben ja zB mehr Auswirkung als die esotherische kabelfrage.

    Soll heissen, wenn die Impedanzen passen, ist es relativ unwesentlich, ob ein kabel 2 oder 200 M hat, alt oder neu ist usw.

    Das beeinflusst Klang oft deutlich.

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  • christopher hafer
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    • 22. Juli 2008 um 21:16
    • #12

    Ja, aber das ist wohl mehr ein Problem im Consumer/Hifi-Bereich.

    Im Pro-Bereich halten sich alle mir bekannten Geräte an die Regel:
    "Ausgangsimpedanz kleiner als Eingangsimpedanz"

    "Just because you believe something doesn't make it true."

  • christopher hafer
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    • 22. Juli 2008 um 21:36
    • #13

    wora: Da Du ja noch mal mit dem Mackie-Spirit Beispiel kamst, möchte ich auch noch mal die Meinigen wie ich finde sehr wichtigen Punkte aus dem alten Thread anbringen:

    Zitat

    Den wahren Grund, warum man Unterschiede hört:

    1. Weil das Ohr keine komplexen Klangstrukturen länger als wenige Minuten merken kann (!)

    2. Weil bereits eine minimale Bewegung der Hörposition oder des Kopfes (!) unterschiedliche Höreindrücke ergibt.

    3. Weil bestimmte Erwartungshaltungen bestimmte Ergebnisse vorwegnehmen - Motto: Teurer=Besser, speziell wenn die Investition schon getätigt wurde
    (Stichwort: Placeboeffekt - es ist medizinisch nachgewiesen, dass Placebos sogar dann wirken, wenn der Patient von seiner Placebobehandlung weiß!)

    Um in unserer Branche zu bleiben: Ein Midas klingt besser als ein A&H, ein LS9 schlechter als ein PM1, egal, sind nur Beispiele.

    Diese drei Punkte sind so dermaßen Essentiell, dass ich alle bitte darüber mal nachzudenken.

    Alles anzeigen

    Wie stehst Du hierzu?
    Könnte das nicht auch nach Deinem Verständnis potenziell ein Grund für den Soundunterschied sein?

    "Just because you believe something doesn't make it true."

  • karel noon
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    • 22. Juli 2008 um 22:07
    • #14

    Da antworte ich auch mal drauf wenn es genehm ist:

    ich dneke in diesem thread sollten wir erstmal versuchen diese von dir genannten effekte zu ignorieren, wir alle kennen sie, und akzeptieren sie glaube ich auch größtenteils.

    aber ich fände es interessanter mal unter ausklammerung dieser punkte weiter zu suchen.

    zu den anderen punkten: Obertöne: ich denke gerade da kann sich auch im zusammenspiel mit phasen viel tun. auch im linearen bereich. besipiel: ich mische zwei höhenlastige kanäle zusammen, ich vermute mal (bitte mal mit fakten belegen oder wiederlegen, hab selber nicht die möglichkeit) das das unterschiedliche komponenten unterschiedlich handeln, und komponenten hat so ein pult ja genug oder?

    Transienten: es gibt transient designer, ein an die grenze gefahrenes pult ist im weitesten sinn auch einer, aber wie exakt sind die bauteile im "normalen" bereich? wie wora sagte, das sollte man mal messen.

    der frequenzgang ist glaube ich nicht der entscheidende faktor! der ist wie man so sagt "linear".

    auch noch mal was aus dem alten thread: zum thema messequimpent:
    ja, die von christopher gebrachten punkte zu meiner kritik sind mir (auch durch den alten mackie 8bus thread) durchaus geläufig. das problem ist nur wie ich sagte, man kann immer nur das messen was man momentan technsich schafft, und außer durch eine idee das es evlt. nooch mehr gibt, würde sich equimpent (auch messequimpent) nicht weiterentwickeln, auch wenn es nur kleine sprünge sind.
    den gegenbeweis kann leider keiner so recht bringen, den beweis dafür aber genau so wenig. also müssen wir an dem weitersuchen was wir haben, und da schaue ich mal auch das summieren der einzelnen komponenten, und die daraus resultierenden veränderungen der transienten.

    EDIT: den thread meinte ich:
    http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?t=67977&highlight=8bus

    Privater Account mit meiner persönlichen Meinung.

    Sollte es ein Problem mit meiner Neutralität zu einem Thema geben mache ich das im Beitrag kenntlich. :thumbup:

    http://www.noon.ruhr

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  • wora
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    • 22. Juli 2008 um 22:14
    • #15

    sicher muss man auch darüber nachdenken. deshalb folgende antworten:

    zu 1.
    deshalb brauchen wir ja auch blindvergleiche, um wirkliche unterschiede felsenfast belegen zu können.
    ein direkter vergleich war da aber nicht nötig, es war ein deutlicher unterschied, auf den mich auch leute aus dem publikum angesprochen haben.

    zu 2.
    die position des kopfes vor der PA spielte für das empfinden keine grosse rolle.

    zu 3.
    hierzu kann ich sagen, das ich mich auf das andere pult eigentlich gefreut hatte. denn die unorthodoxe anordnung des EQs beim 8-bus hatte mich ein bisschen gestört. ausserdem hatte ich mit dem SC mehr kanäle für effekt-returns, was mir mehr möglichkeiten bei der bearbeitung gab.
    so kann ich sagen, das ich da keineswegs negativ vorgeladen war.


    allerdings habe ich mal über das thema impedanz nachgedacht. die ausgangsimpedanz beim 8-bus ist 120Ohm, leider konnte ich die vom Spirit8 nicht herausfinden.
    ich gehe aber auch davon aus, das dies den unterschied nicht abschliessend erklärt, da sicher auch das SC eine genügend geringe ausgangsimpedanz bereitstellte.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • wora
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    • 23. Juli 2008 um 08:59
    • #16

    übrigens hatte ich diesen thread nicht gestartet um herauszufinden OB es klangliche unterschiede zwischen mischpulten gibt, sondern WARUM es sie gibt.

    ich bitte also weiterhin um sachdienliche hinweise :wink:

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • tufkajck
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    • 23. Juli 2008 um 09:37
    • #17

    Das problematische daran ist, dass Mischpulte keine Geräte mit einem Eingang und einem Ausgang sind, die man in die Signalkette legt und mit anderen solchen Geräten vergleichen kann. Das Signal durchläuft zu viele Stufen und ich glaube dass sich Unteschiede vor allem bei Belegung und Summierung von mehreren Kanälen so richtig zeigen. (ist abert schon wieder eine haltlose Vermutung).
    2 Mischpulte an ihren Bedienelementen nach Skala identisch einzustellen wie bei 2 graphischen EQ's, die man vergleichen möchte, fällt auch flach, die gains sind verschieden. Ich glaube messen geht da nicht wirklich.

    Was ich aber ziemlich sicher bin, es gibt Schaltkreise und Bauteile, die Verzerrungen verursachen, die unser Gehör als gutklingend wahrnimmt, was ihnen gegenüber korrekt arbeitenden pendants einen klanglichen Vorteil verschafft, sei es auch nur in einem direkten Vergleich.

    Mein Erlebnis dazu vor vielen Jahren:

    In nem Bandraum in ner Ecke stand ein altes Mischpult von Zoot Horn.
    Ich hab das zu testen nach Hause genommen, beim rumprobieren ist aufgefallen, dass mein noname CD-Player an meiner Stereoanlage deutlich besser klang über dieses Pult als direkt.
    Der Klang war NICHT höhenreicher oder klarer, was ja schnell mal als "besser" empfunden wird sondern differenzierter, ruhiger in den Höhen, insgesamt aufgeräumter, harmonischer, süser. Machte süchtig, man wollte weiterhören. Was auch immer das war, das Pult war mit Übertragern in den Eingängen ausgestattet. Ich nehme jetzt mal an, das die für den Effekt verantwortlich waren. Wie soll man sowas messen?

  • guma
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    • 23. Juli 2008 um 09:39
    • #18

    Ich habe mich bisher weitgehend aus der Diskussion über den "Pultklang" und dessen Ursachen rausgehalten weil:

    1. 1978 hätte ich gesagt, ja es gibt riesige Unterschiede. Damals hatte ich einen unmittelbaren AB-Vergleich mit Kopfhörer, der sagte: Damalige "low Budget" Pulte ( MM, H+H ) klingen für jeden Laien hörbar schlechter ( "komprimierter", dumpfer, flacher ) als ein Soundcraft 1S oder II und diesen Unterschied konnte man damals auch messtechnisch Baugruppen zuordnen ( Preamp )

    2. Zu Zeiten als der Spirit rauskam, hatte ich spontan den Eindruck, der 800b war besserklingend, der Spirit ist ein Rückschritt. Aber: rückblickend muss ich Christofer in sofern recht geben, dass ich den Spirit nie richtig AB gehört habe und die Bedingungen für den Spirit immer "soziokulturelles Zentrum" waren also nicht wirklich vergleichbar. Ausserdem war ich bestimmt davon "überlagert", dass mich am Spirit das metering und die geänderte gain-Struktur genervt hat.

    3. Heute bin ich der Überzeugung, dass die Unterschiede zwischen Pulten nicht mehr relevant groß sind und ganz klar die "Umgebung" ( Quelle, Raum, Mikro, Lautsprecher, Raum ) eine um Zehnerpotenzen größere Rolle spielen. Ich sehe auch für Digitalpulte ab dem LS9 aufwärts keinen wirklichen "Klangdiskussionsbedarf". Deswegen drängt mich der "Pultvergleich" auch nicht so arg. Ich denke aber trotzdem, dass wir erst mal den vielbeschworenen Blindtest machen müssen, bevor wir über Ursachen diskutieren. Ich kann allerdings dafür aus Zeitgründen keine Logistik vorhalten ( vielleicht hat oTon da ja eine Idee ) und nur noch ein LS9 oder einen M7 oder einen AMEK ( 250KG Lebendgewicht ) beisteuern, der Venice ist, so wie es aussieht, verkauft.

  • treibsand
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    • 23. Juli 2008 um 09:47
    • #19
    Zitat von "klauston"

    Die richtigen Impedanzen haben ja zB mehr Auswirkung als die esotherische Kabelfrage.


    Soo esotherisch ist die Kabelfrage garnicht - sie wird jedoch oft über- oder unterbewertet!
    Auch ein Kabel ist letztendlich eine Summierung von Kapazitäten, Induktivitäten und Widerständen.

    Und vielleicht ist auch hier ein weiterer Ansatzpunkt zur Pultdiskussion suchen. Letztendlich werden da überall Phasen geschoben und gedreht - die Auswirkungen davon hat sich letztendlich niemand wirklich genau angeschaut. Was macht das menschliche Gehirn aus den Daten, die der Sensor "Gehör" liefert? Phasenverschiebungen/Delay von Obertönen, Änderungen an den Transienten etc.
    Letztendlich bewegen wir uns dann dort bei "Latenzen" im µSec Bereich - allerdings nicht über das gesamte Frequenzspektrum.

    Und noch ein Punkt, den ich zu Diskussion stellen möchte: was passiert ausserhalb des hörbaren Bereiches? Lapidar zu behaupten, dass bei 16-20 kHz eh Schluss ist, halte ich für ein wenig einfach. Bei Pulten sind diverse Signale zeitgleich am Werkeln - da kommen dann sogar Modulationseffekte in höher frequenten Bereichen in Frage - Schwebungen von unhörbaren Obertönen werden dann ggf. hörbar.

    ...hauptberuflicher Sarkastiker.

  • fabio hermann
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    • 23. Juli 2008 um 09:59
    • #20

    Ich würde die Frage auch erstmal zurücksteller, die Unterschiede fallen heut zu Tage eher gering aus, gut Highend vs: Ohringer hört man schon aber es ist mitlerweile Geschmackssache, wird in meinen Augen auch beim Blindtest rauskommen.
    Das größte Problem ist jetzt, dass einfach zu viel drumherum einen viel größeren Einfluss auf den Klang hat und wenn wir schon bei Esoterik sind, möchte ich anmerken, dass schon eine Bewegung eines Kabel im Millimeterbereich, durch unterschiedlich "Schwingungen" den Klang verändern kann.

    Ich spreche mich hiermit jetzt keinenfalls gegen Tests aus, nur sehe ich keine vernünftige Bewertbarkeit der Ergebnisse und auch Messtechnisch wird da nciht viel zu rütteln sein, denn selbst die schönsten Kurven können besch*ssen klingen.

    http://www.sound-light-bonn.net/

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