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Ein Nachruf...

  • tufkasr
  • 7. Dezember 2008 um 16:40
  • tufkasr
    Beiträge
    310
    • 7. Dezember 2008 um 16:40
    • #1

    Es gingen von uns - die Selbstbauforen.

    Nachdem sich vor einiger Zeit etliche Teilnehmer von der aktiven Beteiligung zurueckgezogen haben, faellt es jetzt sogar mir auf - die Selbstbaudiskussionen in beiden Foren sind zur absoluten Randerscheinung avanciert.

    Kopfschuettelnd habe ich in den 90ern ueber die Weissbaerte gelaechelt, die den 'Goldenen Basteltagen' der 80er nachtrauerten - ohne dem Spiegel einen Blick zu widmen, trauere ich um die 90er. Der mechanische Andreas meinte letztens, der durchschnittliche Steuerzahler interessiere sich nicht mehr fuer Loesungen, welche nicht 'downloadbar' waeren. Das liesse sich fast zur Gesellschaftskritik weiterspinnen.

    Und mir draengt sich der Gedanke auf, dass der Einzug von 'politischer Korrektheit' und gepflegtem Umgangston mit dem Auszug der interessanten Debatten einherging. Ein schleichender Prozess, doch scheint er nun abgeschlossen. Es ist eigenartig, mich persoenlich zieht es der anregenden Gespraeche wegen in eines der letzten Raucheretablissements; ein schmuddeliger Ort erfuellt von rauem Umgangston.

    In diesem Sinne - mehr Mut zum Affront! Ihr Saecke!

  • fabio hermann
    Reaktionen
    2
    Beiträge
    1.084
    • 7. Dezember 2008 um 18:29
    • #2
    Zitat von "svenr"

    Und mir draengt sich der Gedanke auf, dass der Einzug von 'politischer Korrektheit' und gepflegtem Umgangston mit dem Auszug der interessanten Debatten einherging. Ein schleichender Prozess, doch scheint er nun abgeschlossen. Es ist eigenartig, mich persoenlich zieht es der anregenden Gespraeche wegen in eines der letzten Raucheretablissements; ein schmuddeliger Ort erfuellt von rauem Umgangston.

    volle zustimmung!

    http://www.sound-light-bonn.net/

  • tufkadib
    Beiträge
    2.687
    • 7. Dezember 2008 um 21:12
    • #3

    Im Wesentlichen haben alle Richtungen, die mit Selbstbau zu tun haben, so ihre Nachwuchssorgen. Ob das nun die Modellbahner oder die Amateurfunker sind... ja, ich weiß, mit einem sauteuren Yaesu-Transceiver kann ich nicht mal in der Pizzeria drei Straßen weiter anrufen.

    Das Problem ist auch, daß sich in vielen Fällen ein Selbstbau einfach nicht mehr lohnt. Gibt ja alles fertig zu kaufen: auspacken, anstecken, einschalten. Notwendiges Nachdenken: Null. Statt RTFM kann man dann auch Foren mit seinen Fragen traktieren.

    Das spiegelt sich auch im Umgang mit der Materie wieder. Der für viel Geld (2x KD503: 90,-M oder 2x EL34: 38,80M) selbstgebaute 100W-Verstärker wurde gehütet; man wußte ganz genau, was er kann und wann er ausgereizt ist.
    Heute wird einfach eine 2x 1000W-Fernostendstufe geordert und schon nach kurzer Zeit bringt sie der Paketbote. Die wird angeschaltet, für nicht bassig genug befunden und es wird nach der nächsten Sau- entschuldigung -Endstufe mit 2x 2500W gespäht, die der gelbe Mann durch Eurodorf treibt. Wozu sollte man sich sowas selber bauen?

    Diese ganze Leichtigkeit des ("Techniker-")Seins führt u.a. auch zu den inflationären Preisen im Beschallungsgeschäft. Vor -zig Jahren sah das noch etwas anders aus, das Zeug war groß, schwer und teuer. Magnetbandmaschinen mit 38er Geschwindigkeit beispielsweise hatten damals nur Kulturhäuser, Betriebs- und Stadtfunkstudios sowie größere Beschallungsdienste. Mono 14000,-M , Stereo 24000,-M. Ein einigermaßen brauchbares Mischpult lag auch in diesem Bereich.

    Nun könnte man folgern, daß früher alles besser war. Das war es sicher nicht, wenn man sieht, was Musiker für alte Marshallverstärker hinlegten, obwohl es der letzte abgerockte Schrott war. Aber es gab eine Einstiegsschwelle und wer die erklimmen wollte, mußte entweder äußerst gut bei Kasse sein oder sich wirklich mit der Materie beschäftigen (was sicher förderlicher ist als MTV schauen).

    MfG

    DirkB

  • günter berthold
    Beiträge
    124
    • 7. Dezember 2008 um 22:02
    • #4

    Ein Tütchen Salz gefällig:
    ich habe noch dicke Trafos (Schnittbandkerne, 250W für 2x40Volt), KD503, BD139/140 vermessene Pärchen, und ähnliches Zeugs daliegen. Die Schaltungsunterlagen meiner damals gebauten Endstufen sind allerdings alle weg :( .....

    Es ist wohl weniger das Elektronikmaterial, sondern vielmehr die weggebrochenen Möglichkeiten des Gehäusebaus (Dank der in den VEB integrierten Schlosserwerkstätten), die viele Projekte frühzeitig sterben lassen.
    Mein Sohn studiert Biomedizintechnik und hat unter anderem analoge Schaltungstechnik, ich versuche händeringend ihm Zusammenhänge bei OPVs beizubringen, irgendwie aussichtslos.

    Wenn ich mir den Aufwand anschaue, der erforderlich ist, um eine Endstufe selbst aufzubauen einschließlich der mechanischen Komponenten und dann mit dem Preis eines von den technischen Daten ähnlichen Produkts vergleiche: Keine Chance für den Selbstbau. Schaue ich aber in das Super-Preis-Produkt aus Fernost hinein, sehe ich ein filigranes Gebilde, bei dem ich mir nicht traue die angegebenen Leistungsgrenzen anzutesten. Irgendwie hat Selbstbau dann doch wieder eine Berechtigung.
    Nur wie kann ich das Feeling dafür in die nächste Generation rüberbringen? - Ich weiß es nicht.
    Vermutlich wird das vorhandene Potential dann nur noch für Reparatur- und ähnliche Zwecke genutzt. Das Verständnis für die tieferen zusammenhänge ist noch vorhanden. Aber irgendwann gibt man auf, weil, man wird älter und will es etwas ruhiger haben. Und die meisten um einen herum können das sowieso nicht nachvollziehen.

    Ende des Nachrufs

    Gruß Günter

  • tufkasr
    Beiträge
    310
    • 8. Dezember 2008 um 00:22
    • #5

    Es scheint wohl alles eine Frage des Maszstabes zu sein. Wenn Wert und Qualitaet einer Sache keinem objektiven, reproduzierbaren und universellen Bewertungsschema unterzogen werden muessen, koennen Produzent und Konsument keine gegenseitige Ansprueche aufrecherhalten. Infolgedessen ist der monetaere Wertverfall nur Folge der geringen zu stellenden Ansprueche.

    Der einfachste Weg des Umdenkens fuehrt wohl ueber die 'Erziehung' - wer den 'Wert' eines scharfen Messers, eines selbstgebackenen Brotes, eines ausgereiften Heim-Stereo-Systems einmal zu schaetzen gelernt hat, adaptiert hoechstwahrscheinlich eine solidere Werte- und Qualitaetsvorstellung. Und wer beginnt, Wert und Qualitaet einer Sache kritisch zu hinterfragen, kommt nicht umhin, sich ob Charakter und Wesen der Sache bewusst zu werden, um eine differenzierte Auseinandersetzung zu ermoeglichen. Darin liegt in meinen Augen der Nutzen des Selbstbaus - die theoretische und praktische Auseinandersetzung.

  • Mechwerkandi
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    7.712
    • 8. Dezember 2008 um 08:46
    • #6
    Zitat von "svenr"


    Der mechanische Andreas meinte letztens, der durchschnittliche Steuerzahler interessiere sich nicht mehr fuer Loesungen, welche nicht 'downloadbar' waeren. Das liesse sich fast zur Gesellschaftskritik weiterspinnen.

    Das war auch durchaus so gemeint...
    Ich bin im "Nebenamt" Dozent für Werkstoffkunde am Elbcampus im Hamburg, und da hab' ich die o.g. Gesellschaft regelmässig vor der Nase.

    Selbstbau geht, Selbstbau kann auch, und Selbstbau wird auch weiter.
    Aber nicht Selbstbau um des Selbstbaus willen, oder:
    Den Umstand zum Prinzip erklären.

  • DJ-JAJA
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    Beiträge
    4.137
    • 9. Dezember 2008 um 00:08
    • #7
    Zitat

    Der einfachste Weg des Umdenkens fuehrt wohl ueber die 'Erziehung' - wer den 'Wert' eines scharfen Messers, eines selbstgebackenen Brotes, eines ausgereiften Heim-Stereo-Systems einmal zu schaetzen gelernt hat, adaptiert hoechstwahrscheinlich eine solidere Werte- und Qualitätsvorstellung. Und wer beginnt, Wert und Qualitaet einer Sache kritisch zu hinterfragen, kommt nicht umhin, sich ob Charakter und Wesen der Sache bewusst zu werden, um eine differenzierte Auseinandersetzung zu ermoeglichen. Darin liegt in meinen Augen der Nutzen des Selbstbaus - die theoretische und praktische Auseinandersetzung.

    Das seh ich auch so. Lernen ist immer mit einem Erlebnis verbunden.

    Aber: Wenn man bedenkt, wie sehr sich alle Seiten bemüht haben, durch Normen und Regeln den Selbstbau zu entwerten, ist das ne klare Sache.
    Es ist eben gewollt ein Prüfsiegel der Industrie auf Deinem Amp zu haben und nicht was selbst Gebautes da hin zu stellen.
    Irgend ein junger Spunt kommt dann schon und erklärt Dir, dass Dein Bau nicht konform ist und Du damit z.B. keine Veranstaltung beschallen dürftest.

    Ich bin in der Zeit von Bührer, Conrad, ELV und Elektor groß geworden. Drum hab ich auch wenig Hemmungen meinen defekten Fernseher systematisch nach dem Fehler zu durchsuchen.
    Mein Neffe bekommt noch nicht mal die Abdeckung davon weggeschraubt! Dafür zockt er mich aber bei World of Warcraft ab und weiß immer, wo sich grad wer mit wem auf der Straße geprügelt hat.

    Die Werte haben sich verschoben. Gestern war es Neugier und Energie, wofür es dann was zum Basteln und unglückliche gestresste Väter gab und heute ist es ADS, dafür gibts dann Ritalin und glückliche ungestresste Mütter.

    Ich geb mir jedenfalls die größte Mühe meinen beiden Kindern die Welt als Erlebnis zu zeigen. Denn die Welt ist einfach viel zu spannend.

    P.S. und ja auch beim mir liegt noch im keller seit Jahren das komplette Material für einen tollen 2 x 90 Watt RMS Vertärker mit 2 Ringkerntraffos, dessen 19" Gehäuse gefräst und gebohrt ist....Es tut mir in der Seele weh, aber ich benutze auch nur noch gekaufte Amps. Das war eben mit 15 Jahren anders. Da war mein Fahrrad aber auch aus Altteilen zusammengebaut und nicht so ein Hightechteil von Bulls, was ich jetzt fahre.

    Frauen denken analog; Männer digital!
    (Loriot)
    _____________________________________
    http://www.youtube.com/watch?v=uVMcMW2Jovs
    OHNE BÜROKRATENABBAU -
    KEIN BÜROKRATIEABBAU!!!

  • DJheini
    Moderator
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    • 9. Dezember 2008 um 09:34
    • #8
    Zitat von "DJ-JAJA"


    Ich bin in der Zeit von Bührer, Conrad, ELV und Elektor groß geworden. Drum hab ich auch wenig Hemmungen meinen defekten Fernseher systematisch nach dem Fehler zu durchsuchen.
    Mein Neffe bekommt noch nicht mal die Abdeckung davon weggeschraubt! Dafür zockt er mich aber bei World of Warcraft ab und weiß immer, wo sich grad wer mit wem auf der Straße geprügelt hat.

    Willkommen im Klub. 8)
    Als RIM in München dann noch von der Bildfläche verschwand,
    war die weitere Entwicklung fast vorherzusehen. Aber alles OT.

    MfG Heini

    (Lasst euch von dem DJ nicht verwirren. ;))

  • dechnikusch
    Profi
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    • 9. Dezember 2008 um 23:41
    • #9

    jaja der rim, seufz...

    hatte ende 70er / anfang 80er mixer mit diskret aufgebauten op-amps.

    mit +- 27 volt betriebsspannung, sehr übersteuerungsfest...

    warum das die industrie nicht übernommen hat ?
    zb. 5534er mit +- 30 volt...

    jaja das warn noch zeiten, als die ersten 2n3055 lieferbar waren :cry:

    warum mit selbstbau nix mehr geht :
    - die werkstatt ist voll mit chinagerümpel
    - man hat auch noch familienleben
    - ich bin selbständig : d.h. ich arbeite selbst - und das ständig

    gute alte zeit :|

    stecker - drucker - schrauber - horcher - schieber - ...

  • heinzerl2000
    Verifiziert
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    • 10. Dezember 2008 um 10:31
    • #10

    Wir sind doch auch selber schuld, ich zitiere mal hier das vieltraktierte "Amtlich".
    Ich betreibe hier nen kleinen Club mit 60qm, da kommen Leute rein, was habt ihr denn fürn System?
    "Eigenbau" ( Monacor Chassis, Endstufenbausatz aus der Elektor )
    Ach deswegen.
    Wie ach deswegen.
    Ja das kann ja nicht klingen, da muss doch K&F oder d&b hin.
    Was habe ich dieses Geschwätz satt.
    Was keinen Namen hat, taugt nicht, wird hier im Forum doch regelmäßig zelebriert.
    "Ein Solton Pult von 1974, geht ja gar nicht, da braucht ihr aber nen K2",
    nur das dann die Tür nicht mehr aufgeht.
    werden hier Eigenbauten auf hohem Niveau angeboten, erzielen Sie oft nicht mal den Materialpreis.

    Nichts ist so schlecht, dass es nicht noch als abschreckendes Beispiel dienen kann!

  • unknown_artist
    Beiträge
    2.849
    • 10. Dezember 2008 um 11:59
    • #11

    Und wenn man sich dann anschaut was eine 12er Mufu der 1800 Euro Klasse teils geboten wird - kann man beim selbst basteln mit weniger Geld mehr erreichen...

    Für eventuell enthaltene Ironie übernimmt der Verfasser dieses Beitrags keine Haftung

  • F.A.Bi.A.N.
    Verifiziert
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    • 10. Dezember 2008 um 18:04
    • #12
    Zitat von "svenr"

    In diesem Sinne - mehr Mut zum Affront! Ihr Saecke!


    auch wenn ich diese meinung teile, zeigt jedenfalls meine praktische erfahrung, dass man mit sachlichen argumenten (seien sie noch so freundlich oder drastisch verpackt) gegenüber dem uninformierten markenwahn nicht ankommt.
    in DIESEM sinne mehr affront? ich bin zu jeder schandtat bereit.

  • treibsand
    Verifiziert
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    • 10. Dezember 2008 um 21:55
    • #13

    Nun heult hier mal nicht so rum...

    Als viele von uns angefangen haben, gab es wenig zu kaufen und das meisste davon nur über Beziehungen. Mitlerweile hat halt jeder Spielwarenhöker ein PA-System im Programm.
    Zu unseren Zeiten gab es keine Ausbildung. Da war das eine Berufung und jeder wusste, worum es geht... Heutzutage ist die Ausbildung doch ein Tummelplatz für "Möchtegerne Promis Kennenlernen"-Nachwuchs.

    Nach Jahren mit Halbleitern, TTL-Bausteinen, Lötdämpfen & Co. hab' ich meinen ersten PC (aus Fertigteilen) 1997 gebastelt. Programmieren in 68oooer (AMIGA)-Assambler war da schon wieder Out. Heutzutage kann ich fast nix mehr in Punkto Softwareentwicklung/-programmierung. Ich bin reiner Anwender geworden.
    Irgendwie frisst der Beruf (als reiner GeldverdienJob) meine Energien.
    Wie dechnikusch sagte: selbst & ständig. Dazu Familie.
    Und der Nachwuchs nutzt den Selbstbau der 2000er Jahre - Webseitenprogrammierung, Web2.o, und Co.
    Die 2n3055, BC 547 und 7400er Halbleiter sind den Baugruppen von kompletten Microprozessoren, Controllern oder gleich ganzen Schaltungsschränken gewichen, das Holz- und Treibergebastel der Movinglightprogrammierung.
    Der "Erfinder" oder "Bastler" von gestern ist der "Anwender" von heute. Die Anwender von heute sind die zurückgebliebenen von Morgen. So funktioniert Evolution.


    Wir "Steinzeittechies" haben das (Grund)Wissen, aber uns fehlt ein Teil der Weiterentwicklung. Irgendeinen Grund muss es ja auch haben, dass der Neandertaler nicht mehr um unsere Häuser streicht.
    Also: begebt euch in unser Schicksal: lasst uns aussterben - aber vorher noch das Wissen vererben :wink:

    ...hauptberuflicher Sarkastiker.

  • F.A.Bi.A.N.
    Verifiziert
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    • 11. Dezember 2008 um 00:31
    • #14

    @ peter:
    wir sind halt alle ohne echte vaterfiguren aufgewachsen :D .

  • fabio hermann
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    • 11. Dezember 2008 um 01:31
    • #15

    kann es sein, dass niemand auf den letzten abschnitt der ursprungspostings eingeht? habt ihr den alle nicht gelesen oder widerstrebt das der politischen korrekheit?

    ich zitier das ganze nochmal fvll liest es ja dann jemand.

    Zitat von "svenr"

    Und mir draengt sich der Gedanke auf, dass der Einzug von 'politischer Korrektheit' und gepflegtem Umgangston mit dem Auszug der interessanten Debatten einherging. Ein schleichender Prozess, doch scheint er nun abgeschlossen. Es ist eigenartig, mich persoenlich zieht es der anregenden Gespraeche wegen in eines der letzten Raucheretablissements; ein schmuddeliger Ort erfuellt von rauem Umgangston.

    ist in meine augen ein sehr umfangreicher und wichtiger punkt und sollte vll auch auf die selbstegebauten systeme die ja alle nicht nicht nicht amtlich sind bezogen werden, denn jeden selbstbau als sclecht zu verschreien empfinde ich auch nicht unbedingt als politisch korrekt

    http://www.sound-light-bonn.net/

  • Henne
    Beiträge
    1.580
    • 11. Dezember 2008 um 12:59
    • #16

    Na ja - ich empfinde, dass langsam irgendwie "die Luft raus" ist:

    Endstufen:
    Viele neue Schaltungsarten eignen sich nur begrenzt zum "Basteln". Wenn man davon ausgeht, dass viele Anfänger hier Endstufen bauen möchten, die über kein Oszi verfügen und auch mit mehrlagigen Platinen Probleme haben, ist eine PWM-Endstufe mit mehreren Kilowatt nur bedingt empfehlenswert...

    Boxen:
    Die Theorie ist seit Jahrzehnten bekannt und kann in jeder Bibliothek nachgelesen werden. Man braucht für 0815-BR nicht einmal mehr einen Taschenrechner, da es fertige Berechnungstools gibt.
    Natürlich kann man jetzt Hörner, Hybride und UR-CBs in das Spiel bringen - aber sie sind oft schwieriger zu fertigen (Winkel) oder die Tools sind NOCH nicht soweit. Ich empfand den FEM-Ansatz vor einigen Jahren als einen interessanten neuen Ansatz.

    Dimmerpacks, etc.:
    Abgesehen davon, dass etliche Sicherheitsfanatiker synchron aufschreien, da CE-Siegel und EMV-Tests fehlen, sind die einfach nachvollziehbaren analogen Schaltungen seit Jahren frei zugänglich. Ich habe hier die Pläne von Soundlight, SGM, Multiform und ein paar amerikanischen Exoten: Allesamt nahezu identisch aufgebaut und theoretisch unverwüstlich. (Vielleicht bau ich auf deren Basis noch einmal eine bessere Version meines Rampengenerators...)
    Die digitalen DMX-Varianten sind mittlerweile ebenso "durch". Die besten Prinzipien haben sich herauskristallisiert. Mal werden die Dimmerkurven noch unterschiedlich gebildet oder die PWM durch einen Sortieralgorithmus optimiert (werde ich wohl auch noch nachziehen...). Der eine schwört auf PLLs - der andere möchte sich stur bei jedem Nulldurchgang synchronisieren. (Ich habe beides mal gemacht und nach einem Blindtest sehe ich diesen Diskussionen eher amüsiert zu...)

    Movinglights, etc.:
    Die Mechanik ist teuflisch - Deswegen reizte mich nur die Bewegungssteuerung. Die Steuerung von RC-Servos ist trivial und die von Steppern deutlich interessanter. Allerdings ist auch hier der Weg (der Hardware) klar: Microstep über Strom-Chopping. Dafür existieren bekannte Chipsätze, die jeder verbaut. Interessant sind noch die Beschleunigungsrampen und die Verwaltung mehrerer Achsen. (Aber wahrscheinlich braucht es nur einen halbwegs schnellen RT-Scheduler, damit auch diese Herausforderung vom Tisch ist).


    Was kommen an mich noch für Fragen:
    - Nachbau funktioniert nicht (Spannung stimmt nicht, Bauteil falsch herum verlötet, DMX verpolt, Firmware oder Fuse Bits vergessen)
    - DMX Library funktioniert nicht (geänderte Pins nicht angepasst, geänderte Taktfrequenz nicht angepasst, Nicht-Beherrschen der jeweiligen Programmiersprache, oben genannte Fehler)
    - Nachfrage nach einer Problemlösung (idR. existiert eine fertige Firmware, die zu 90% passt)

    mein Fazit:
    Es gibt derzeit kaum interessante Aufgaben, die ein normaler Bastler (!) bewältigen könnte und zu denen es noch keine "Musterlösung" im Netz gibt. Das Kostenargument greift beim Selbstbau in den meisten Fällen sowieso nicht.


    Viele Grüße,
    hendrik


    zum Umgangston:
    Ein vernünftiger Umgangston ist Voraussetzung für eine Diskussion. Glaubt wirklich jmd., dass durch "hirnloses Rumgeprolle und endlose Flamewars" sinnvolle Beiträge und neuartige Selbstbau-Projekte entstehen?

    Henne's Sites

  • Midi-Rakete
    Beiträge
    78
    • 13. Dezember 2008 um 00:33
    • #17

    ...CE und EMV....

    ...und nicht zu vergessen das neue Mülltonnensymbol mit Mitgliedschaft in der EAR.

    Und trotzem baue und entwickle ich selber weiter. Um die Sachen selber zu verstehen und nicht irgendwann zu verkalken. Es ist schön, wenn der Kopf glüht, weil man in Assembler denkt.

    Wolfgang Dunczewski
    65934 Frankfurt
    Tel: 0700/TONSTUDIO

    DMX Selbstbau Projekte auf http://www.dmx4you.de

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