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Einschaltstrombegrenzung

  • Florian Siegel
  • 6. Mai 2013 um 16:13
  • Florian Siegel
    Beiträge
    379
    • 6. Mai 2013 um 16:13
    • #1

    Falls es ein Problem gibt, eine Frage in Kombination mit Strom zu stellen, bitte schließen. Andernfalls freu ich mich auf Antworten :oops:

    Einfache Strombegrenzung mit NTC oder Widerstand + zeitverzögertem Relais zur Entlastung:

    - Nimmt man besser bei Endstufen mit Elkos ohne Einschaltverzögerung 2x NTC oder 2x Lastwiderstand mit je 5W in Reihe?
    - Falls NTC: Besser mit 2 x 5 Ohm in Reihe (=23A max), somit kurzzeitig hoher Strom und kurze Ladezeit über NTC, oder eher 2 x 10 Ohm in Reihe (11,5A max), geringerer Strom, dafür allerdings längere Ladezeit?
    - Falls Widerstand: siehe Frage 2

    Prinzipiell scheint bei Elko-Ladung ein NTC besser, da Strom ohne großen Peak zu Beginn, aber die Belastbarkeit eines 5W-Keramikwiderstands scheint mir höher, oder liege ich da falsch? Wie schauts mit Stossbelastung der beiden Bauteile aus? Werden ja kurzzeitig "überlastet"...

    Temperatursicherung und weiterer Aufbau sei erstmal so dahin gestellt. Geht erstmal um die Auswahl und Dimensionierung von NTC / Widerstand.

    So, nun geht's wieder los 8)

  • Jürgen Klingel
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    • 6. Mai 2013 um 17:02
    • #2

    Ich würde in den Strompfad zum Trafo Hochlastwiderstände nehmen, die mit Relaiskontakt überbrückt werden. Zusätzlich als Zeitverzögerung einen NTC in Reihe zur Relaisspule, das hat den Vorteil, dass ein "kleiner" NTC verwendet werden kann, der schnell wieder abkühlt.

    Die Betriebsspannung für den Relaisspulen-Strompfad nimmst vor den Widerständen ab und kannst mit einem zusätzlichen Relaiskontakt (Schließer) mit einem Abgriff nach den Widerständen dann volle 230 Volt an das Relais legen, wenn es gezogen hat, das ergibt dann eine Selbsthaltung für das Relais UND der NTC kühlt sofort wieder ab, damit kann auch mehrere Male kurz hintereinander eingeschaltet werden.

    Gruß, Jürgen

    Lieber mit Röhre geampt, als in Selbige geschaut!

  • Florian Siegel
    Beiträge
    379
    • 6. Mai 2013 um 21:46
    • #3

    Danke Jürgen für deine Erklärung.
    Dann würdest du in der Laststrecke also Widerstände vorziehen. Demnach schlussfolger ich mal, dass du zwei 5W Widerständen durchaus mehr zutraust als zwei NTCs, wie es sie bei den gängigen Versandhandeln gibt?

    Was klappt denn besser, hoher Strom mit 5 Ohm = 46A (3x I eines B16-Automat) für kurze Zeit oder gerniger Strom mit 20 Ohm = 11,5A aber für längere Zeit? Die Leistung muss ja so oder so über Widerstand. Macht das dann noch was aus?

    Zu deiner Schaltung: Funktionieren wird das. Aber wäre es nicht einfacher in den Strompfad zum Trafo die Lastwiderstände zu legen mit Überbrückung durch das Relais und dann die Relaisspannung hinter den Widerständen abzugreifen? Dann spart man sich den zweiten Schließer und den NTC.
    Elkos leer --> Relaisspannung etwa 0 (fällt über R ab) --> Relais zieht nicht.
    Wird der Strom weniger, zieht das Relais an, überbrückt die Widerstände und geht automatisch in Selbsthaltung.
    Daraus folgt:
    Elkos leer --> hoher Strom --> Relais aus
    Elkos voll --> geringer Strom --> Relais ein + Selbsthaltung

    Oder hab ich noch was übersehen?

  • Jürgen Klingel
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    • 6. Mai 2013 um 22:31
    • #4

    Hallo Florian, bedenke bitte Folgendes:

    Der Trafo ist kein ohmscher Verbraucher, er wird Strom für seine Magnetisierung brauchen und für die Ladung der Elkos + Versorgung der Verstärkerschaltung etc.
    Du solltest mal den Amp-Leerlaufstrom VOR dem Trafo messen mit dem Multimeter messen, das ist der Strom, den Du für die Verlustleistungsdimensionierung der Widerstände (im Fehlerfall, bei nicht anziehendem Relais) heranziehen musst. Pauschal 5 Watt verbauen ist nicht opportun, messen, rechnen (Ohm´sches Gesetz) dann kaufen :grin:
    Um die Verlustleistung im Einschaltmoment zu beherrschen würde ich einfach einen Faktor überdimensionieren, wobei dieser Strom so kurz fließt, dass das wohl nicht nötig ist.

    Deine berechneten 46 A liegen auch nicht an, im Einschaltmoment wirkt eine Rehenschaltung des Serien-Widerstandes und des Gleichstromwiderstandes des Trafos (messen mit Multimeter, Ohm-Bereich im spannungslosen Zustand).

    Den NTC brauchst Du auf jeden Fall, um einen definierten Einschaltzeitpunkt zu kriegen (es sei denn Du verbaust gleich ein Zeitrelais, was aber teuer ist im Vergleich zum NTC). Nur mit Widerständen aufgebaut passiert Folgendes

    1. Nach dem Laden der Sekundär-Elkos, steigt die Primärspannung so weit an, dass das Relaist anzieht und den Trafo an volle Spannung legt = Gut
    2. Die Spannung steigt nicht weit genug an, weil ein Fehler sekundärseitig vorliegt und mehr Sekundärstrom fließt, das Relais zieht nicht an, die Widerstände sind fehldimensioniert und brennen ab, oder sie werden (richtig dimensioniert) nur heiß wie Sau. Sekundärseitig reicht der Strom nicht aus, um die Sicherungen auszulösen und der Amp fackelt seelenruhig ab, was nicht rechtzeitig freiwillig durchbrennt.
    Zum Auslösen der Primärsicherung reicht der Strom auch nicht = dumm gelaufen

    Also: Für eine definierte Einschaltverzögerung sorgen, oder eben eine Spannungsüberwachung basteln, die den Strom nach dem Einschalter definiert unterbricht, wenn ein Fehler vorliegt (DAS führt aber hier zu weit))

    Gruß, Jürgen

    Lieber mit Röhre geampt, als in Selbige geschaut!

  • andreas herrmann
    Beiträge
    205
    • 6. Mai 2013 um 23:35
    • #5

    Servus Florian,

    im Elektor Mai 2006 gabs mal eine Einschaltstrombegrenzungsschaltung mit Lastwiderständen (4x 10Ohm/5Watt) mit Relais Überbrückung.
    Soweit ich noch weiss würde die Zeit für die Relais-Überbrückung über ein RC-Glied gemacht, daß über einen Folienkondensator / Gleichrichter aus dem Netz gespreist wurde.
    Relais war glaub 24V DC
    Auch bei mehrmaligem einschalten kurz nacheinander hat das immer funktioniert.
    Ich hatte das bei meiner ersten Selbstbauendstufe verbaut und war sehr zufrieden damit.
    Bei Intresse kann ich mal schauen ob ich den Schaltplan, das Layout und die Funktionsbeschreibung noch irgendwo habe. Mail an: Andl77@web.de

    Gruss Andl

  • Florian Siegel
    Beiträge
    379
    • 7. Mai 2013 um 07:56
    • #6
    Zitat von "Jürgen Klingel"


    Der Trafo ist kein ohmscher Verbraucher, er wird Strom für seine Magnetisierung brauchen und für die Ladung der Elkos + Versorgung der Verstärkerschaltung etc.
    Du solltest mal den Amp-Leerlaufstrom VOR dem Trafo messen mit dem Multimeter messen, das ist der Strom, den Du für die Verlustleistungsdimensionierung der Widerstände (im Fehlerfall, bei nicht anziehendem Relais) heranziehen musst. Pauschal 5 Watt verbauen ist nicht opportun, messen, rechnen (Ohm´sches Gesetz) dann kaufen :grin:
    Um die Verlustleistung im Einschaltmoment zu beherrschen würde ich einfach einen Faktor überdimensionieren, wobei dieser Strom so kurz fließt, dass das wohl nicht nötig ist.


    Die 2x 5W sind aus Platzgründen entstanden, da die Schaltung in eine gesondertes Gehäuse gebaut wird. Das Problem mit der Sicherung tritt übrigens bereits auf, wenn der Amp ausgeschaltet ist. Somit dürfte es sich fast nur um Gleichrichter + Elkos handeln, die das Problem verursachen. Aber zur Sicherheit wird in jedem Fall eine Temperatursicherung mit den Widerständen in Reihe gelegt, um bei Fehlfunktion des Relais abzuschalten.

    Zitat von "Jürgen Klingel"


    Deine berechneten 46 A liegen auch nicht an, im Einschaltmoment wirkt eine Rehenschaltung des Serien-Widerstandes und des Gleichstromwiderstandes des Trafos (messen mit Multimeter, Ohm-Bereich im spannungslosen Zustand).


    Richtig, aber es können so definitiv nicht MEHR als 46A anliegen, und das ist wichtig, da ein B16 ab 3x Nennstrom anfängt abzuschalten. So lange man da drunter bleibt, ist ja alles gut.

    Zitat von "Jürgen Klingel"


    ...Die Spannung steigt nicht weit genug an, weil ein Fehler sekundärseitig vorliegt und mehr Sekundärstrom fließt, das Relais zieht nicht an, die Widerstände sind fehldimensioniert und brennen ab, oder sie werden (richtig dimensioniert) nur heiß wie Sau. Sekundärseitig reicht der Strom nicht aus, um die Sicherungen auszulösen und der Amp fackelt seelenruhig ab, was nicht rechtzeitig freiwillig durchbrennt.
    Zum Auslösen der Primärsicherung reicht der Strom auch nicht = dumm gelaufen


    In allen Fällen würde hier eine Temperatursicherung in Reihe zu den Widerständen helfen. So wären dauerhaft maximal 10W möglich, eher weniger da die Widerstände die Wärme ja nicht loswerden.

    Was passiert eigentlich in deiner Schaltung, wenn das Relais oder NTC kaputt ist? :oops:

    Andreas, falls du sie findest, schaue ich mir die Elektor-Schaltung auch mal gern an, scahden kann das nicht ;)
    Ich schreib dir mal ne Mail.

  • Jürgen Klingel
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    • 7. Mai 2013 um 11:35
    • #7

    Moment mal...Sicherung löst bei eingeschaltetem Gerät aus...was haben wir hier, einen SYNQ-Amp mit Schaltnetzteil oder ähnliches Konstrukt mit horrendem Einschaltstrom OHNE Transformator (ja, ich meine "Trafo" nicht "HF-Übertrager")???

    Bitte nenne Ross und Reiter, damit man sich ein Bild machen kann...

    Zum Fehler an NTC und Relais: 100% Failsafe gibt es nicht :grin: Dass ein Relaisspule durch Unterspannung verreckt ist fast unmöglich, wenn die Kontakte für den Strom ausgelegt sind, hält das auch lange. Ein NTC, der sich nur soweit aufwärmt, bis das Relais durchschaltet ist thermisch nicht stark belastet. Die Widerstände sind weitaus stärker beansprucht im Fehlerfall.

    Schalte doch einfach eine träge Feinsicherung in Reihe zu den Widerständen, Wert ist empirisch zu ermitteln. Der Fall, dass sie länger als ein paar Sekunden von Strom durchflossen werden, dürfte es eigentlich nicht geben, in dem Fall kann die Sicherung ja abschalten. Eine Thermosicherung löst einmal aus und fertig, ein rückstellbarer Thermoschalter dürfte platzmäßig wieder problematisch werden.

    Zur Elektor-Schaltung: Ich dachte, Du wolltest was "einfaches" :roll:

    Lieber mit Röhre geampt, als in Selbige geschaut!

  • Florian Siegel
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    • 7. Mai 2013 um 12:59
    • #8
    Zitat von "Jürgen Klingel"

    Moment mal...Sicherung löst bei eingeschaltetem Gerät aus...was haben wir hier, einen SYNQ-Amp mit Schaltnetzteil oder ähnliches Konstrukt mit horrendem Einschaltstrom OHNE Transformator (ja, ich meine "Trafo" nicht "HF-Übertrager")???


    Ne, der Automat löst bei ausgeschaltetem Gerät aus. Bei ausgeschaltetem Gerät liegen Gleichrichter und Elkos jedoch am Netz und saugen beim Anschluss des Kaltgerätekabels. Mit dem SYNQ-Amp liegst du nicht ganz falsch, allerdings ein paar Preisklassen zu hoch :grin:
    Ist jedenfalls ein Digi-Amp "ohne" Trafo.
    Wenn die Elkos ganz leer sind, gibts für ein paar ms einen "Kurzschluss", woraufhin der Sicherungsautomat pflichtbewusst auslöst. Und nur diese paar ms gilt es zu überbrücken. Sobald also weniger als 60 Volt über den Widerständen abfallen (entspricht dann etwa 170V Relaisspannung) werden diese überbrückt und die Kuh ist vom Eis :grin:
    Was auch immer für die Strombegrenzung genommen wird (NTC oder Widerstand), wird für die paar ms definitiv über Spezifikation betrieben. Meine Frage war daher, welches dieser Bauteile "Impulsfester" ist und das besser ab kann.

    Zitat von "Jürgen Klingel"


    Schalte doch einfach eine träge Feinsicherung in Reihe zu den Widerständen, Wert ist empirisch zu ermitteln. Der Fall, dass sie länger als ein paar Sekunden von Strom durchflossen werden, dürfte es eigentlich nicht geben, in dem Fall kann die Sicherung ja abschalten. Eine Thermosicherung löst einmal aus und fertig, ein rückstellbarer Thermoschalter dürfte platzmäßig wieder problematisch werden.


    Ob Tempsicherung oder Feinsicherung dürfte sich nicht viel nehmen. Beide schalten im Fehlerfall zuverlässig ab. Thermoschalter ist zu groß, richtig.

    Zitat von "Jürgen Klingel"

    Zur Elektor-Schaltung: Ich dachte, Du wolltest was "einfaches" :roll:


    Die Befürchtung hatte ich auch, aber man wird ja nicht dümmer sich so etwas mal anzusehen...

  • Jürgen Klingel
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    • 7. Mai 2013 um 15:12
    • #9

    Unter SYNQ-Niveau? Also, quasi für die Mülltonne produziert :lol: Was ist denn das für nen Billigdreck, wo beim Einstöpseln schon den Automaten schmeißt? Sowas find ich echt komplett daneben...

    Okay, ich mach´s kurz: Widerstände sind betriebssicherer, NTCs gehen eher mal thermisch "durch"...

    Gruß, Jürgen - wie mir scheint, ist da jeder investierte Cent schon einer zu viel - zum Glück verrechnen wir keine Foren-Schreib- und Nachdenkminuten in Euro :grin:

    Lieber mit Röhre geampt, als in Selbige geschaut!

  • Florian Siegel
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    • 7. Mai 2013 um 16:27
    • #10

    Nachdem wir nun die erste Frage geklärt haben, können wir auch gern noch ein wenig über Endstufen diskutieren :lol:

    Was spricht gegen eine günstige Endstufe, die mit kleiner Modifikation alle Anforderungen erfüllt und tut was sie soll?
    Ne Synq bringt vielleicht mehr Leistung (die ich nicht brauche) und eventuell (!) höhere Ausfallsicherheit (die ich wohl in Kauf nehmen muss). Zudem ggf. bessere Musikqualität (was zumindest ICH im Bassbereich nicht höre - und daher wohl auch kaum einer meiner Kunden). Daher gibts für mich keinen Grund mehr auszugeben...

  • Jürgen Klingel
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    • 7. Mai 2013 um 17:36
    • #11
    Zitat von "Florian Siegel"

    Nachdem wir nun die erste Frage geklärt haben, können wir auch gern noch ein wenig über Endstufen diskutieren :lol:


    Danke, nein. Dazu habe ich weder Zeit, noch Lust.

    Du wirst indes sicher ein paar andere, Diskussionfreudige finden :grin:

    Lieber mit Röhre geampt, als in Selbige geschaut!

  • Florian Siegel
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    • 7. Mai 2013 um 18:01
    • #12

    Na guck, da sind wir uns doch einig. Mein Interesse ist nämlich ebenfalls begrenzt, wenn ich ehrlich bin ;)

    Aber danke für deine Hilfsbereitschaft, was den Rest betrifft.

  • DJheini
    Moderator
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    • 10. Mai 2013 um 12:41
    • #13

    Hier gibt es auch viele Tipps und Bauvorschläge:

    http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/onilim.htm

    MfG Heini

    (Lasst euch von dem DJ nicht verwirren. ;))

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