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Verstärker-Schutzschaltung

  • Mechwerkandi
  • 29. April 2009 um 14:39
  • Mechwerkandi
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    • 29. April 2009 um 14:39
    • #1

    Freunde, Kollegen und Mitesser,

    in meinem Bestand befindet sich seit Jahr und Tag eine Verstärkerendstufe:
    Klein & Hummel SB 280
    2x100 W sin/4 Ohm, mittlerweile gut 40 Jahre alt, irgendwann um 1980 herum mein erster professioneller Verstärker.

    Jüngenst ist mir das dazugehörige Manual wieder in die Finger gefallen, herinnen zu lesen steht, ich zitiere:

    "Schutzschaltung mit Differential-Eingang schützt die Leistungs-Transistoren bei jeder ohmschen, induktiven oder kapazitiven Überlastung"

    Was kann man sich darunter vorstellen?

    Das Ding hat keine Art von Relais, macht trotzdem keine Geräusche in angeschlossenen Lautsprechen beim Schalten, lediglich etwa 2 min nach dem Abschalten gibt es ein ganz leises "Plopp" zu hören.

  • TomyN
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    • 30. April 2009 um 09:16
    • #2

    Hi,

    das klingt wie ein Kompressor/Limiter für das Eingangssignal. Angesteuert wird er über einen Differenzverstärker, der das Eingangs mit dem Ausgangssignal vergleicht. Gibt es da Abweichungen (ausser der gewollten Verstärkung), dann wird das Eingangssignal runter geregelt, bis alles wieder okay ist.
    Das hat aber nix mit dem Schutz des Ausgangs bei einem Transistordefekt zu tun. Dazu braucht man entweder ein Relais, oder man realisiert es (bei kleineren Leistungen, wie bei dieser Endstufe) mit einer so genannten 'Crow Bar' Schaltung, d.h. man zieht den Ausgang bei Gleichspannung mit einem Triac o.ä. brutal auf Masse, d.h. man erzeugt einen Kurzschluss.

    Bei dem Alter der Endstufe kann es aber durchaus sein, dass keine Schutzschaltung vorhanden ist, bzw. diese aus einer Feinsicherung besteht.

    Tomy

    SIM II Operator und Dante Level I-II-III (Dante sogar dreimal :)
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  • Mechwerkandi
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    • 30. April 2009 um 14:33
    • #3

    Das ist ja schon mal interessant, danke für Input.

    Ich hab' mir das Teil noch mal näher angekuckt, ausser den üblichen "Feinsicherungs-Verdächtigen" ist da tatsächlich nichts, was auf eine fernere Absicherung hindeuten würde, auf jeden Fall kein Relais.
    Einen üblichen Bimetall-Schalter am Kühlkörper hat es noch, das war's dann.

    Irgendwas muss da aber intern mit dem Eingang passieren, denn der Netzschalter ist ein geradezu primitiver 2-pol-aus-vor dem-Trafo Kippschalter, und, wie beschrieben, verhält sich der Verstärker beim Schalten absolut ruhig...

    Blöderweise hat das Manual keinen Schaltplan, sonst könnte man sich dem Zusammenhang von der Seite nähern...

  • Online
    MatzeRockt
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    • 10. Mai 2009 um 13:35
    • #4

    Hallo,
    schau mal ob du irgendwo im Sinalweg zu den Lautsprecherklemmen einen dicken Transistor oder ähnliches findest (ausser der Endstufen-Transis selber- versteht sich), das wäre die von TomyN angesprochene Crowbar. Das hat LabGruppen in seinen früheren Verstärkermodellen auch so gemacht - wie es heute ist weiss ich nicht.

    Grüße

    "...stört es sie, wenn ich ein bisschen klatsche..."

  • lok1414
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    • 10. Mai 2009 um 18:17
    • #5

    "gut 40 Jahre alt" - also meine Bastelsturmunddrangzeit :wink:
    Hat die Endstufe Emitterwiderstände? Ich frage deshalb, weil zu dieser Zeit eine Kurzschlußsicherung ein Novum war. Hierzu würde auch der sog. Differential-Eingang passen. Die SChaltung war damals wie heute im Prinzip dieselbe: der Spannungsabfall über den Emitterwiderstand der Endtransistoren wird einem Kleinsignaltransistor zugeführt, der als Schalter arbeitet und zwischen dem Zweig 'Lautsprecherausgang' und Basis Treiber liegt. Steigt der Stramfluß aufgrund Kurzschluß etc. auf ca. 1 V über dem Emitterwiderstand, schaltet der Kleinsignaltransistor die Basis des Treibers gen Zweig 'Lautsprecherausgang', somit können die Endtranssistoren nicht mehr angesteuert werden, schalten nicht mehr durch -> Ende Stromfluß über Emitterwiderstand -> Kleinsignal macht wieder auf usw usf. Um dieses Schwingen zu vermeiden lag meist noch ein Elko in der Schutzschaltung. Siemens z.B. hatte sehr aufwendige Schaltungen, um auch anderen Überlastungen zu begegnen.
    Erst später, mit den Gleichstromgekoppelten Endstufen, wurden auch die Abschaltrelais eingeführt, erinmal, um diese unglaublichen, nicht hörbaren aber erschreckend sichtbaren Riesenauslenkungen der LS beim Einschalten zu unterbinden, gleichzeitig spendierte man - auch wieder mit einer Art Differentialeingang, oder sagen wir Komparator - zusätzlich einen DC-Schutz, der den Lautsprechertod bei durchgeschossenen Endtransistoren verhindern sollte. Es gab da unglaubliche Industrieschaltungen, welche mit nur zwei Transistoren gut funktionierten....
    Das Kurzschließen der Betriebsspannungen kenne ich aus dieser Zeit nicht, aber ich kann natürlich auch nicht alles kennen.

    Zur Praxis: Ich würde Dir empfehlen, falls "dicke" Emitterwiderstände verbaut sind, auf der Platine nachzufahren, ob der Anschluß zwischen Endtransistor und Emitterwiderstand noch irgndwohin weitergeführt wird, über evtl. Widerstände und/oder auch Dioden zu der Basis eines Kleinsignaltransistors. Und dann kannst Du weiterverfolgen wie oben beschrieben.

    Viel Erfolg
    Lok1414

  • Mechwerkandi
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    • 11. Mai 2009 um 08:59
    • #6

    Huuuuu...
    So wirklich einfach scheinen die es sich ja nicht gemacht zu haben... :wink:

    Ich will mal kucken, vielleicht mache ich mal ein Bild von dem Teil.

  • ukw
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    • 11. Mai 2009 um 11:26
    • #7

    Noch eine Möglichkeit: Ein (günstiges) Bauteil wird so unterdimensioniert, dass es kaputt gehen muss bevor andere Teile schaden nehmen.
    Beispiel: Hertz Linear 5 (MTJ 500)
    Die Ausgänge sind mit 12 Motorolas pro Kanal bei 3000 Watt noch in der SOA
    Der Brückengleichrichter mit 25 A nicht mehr (2000 Watt) => 80 Volt Sekundärspannung

    So ist der Verstärker "kurzschlusssicher"
    hat keine Relais am Ausgang
    hat einen guter Dynamischer Innenwiderstand (Dämpfungsfaktor)

    Man hätte in diesem Fall aber auch eine Feinsicherung nehmen können :?

    ... for a few dB's more . . .

    Merkel's Kommentar zu Finanzminister Schäuble und den 100.000,- DM

  • rockline
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    • 13. Mai 2009 um 19:17
    • #8

    Ich kenne diese Endstufen. Es gab die auch als Monoblock mit der Bezeichnung MB180 oder so ähnlich. In den 80ern hatte ich während meiner Tätigkeit in der RFT Servicebranche mal damit zu tun. Bei diesem Modell gab es bei einem Kunden schon mal Probleme mit den beiden Roederstein Siebelkos!
    Die Telewatt Endstufen waren seinerzeit bereits ein kleiner "Standard" in Diskotheken und Tanzschulen. Es gab damals kaum stabile Endstufen, neben der Telewatt wurde auch gerne die weitaus teureren Harman Kardon "Citation 16" verwendet, die nebenbei auch eine fast doppelt so hohe Ausgangsleistung hatte.
    Gut, die Schutzschaltung betreffend kann ich mich nur an die üblichen Emitterwiderstandspione erinnern. Die Telewatt hat 4 Endtransistoren, und ich meine das sogar alle 4 Emitterwiderstände zwecks Strombegrenzung abgegriffen wurden. Früher war es nicht unüblich nur an 2 Widerständen den Spannungsabfall auszuwerten. Die Schutzschaltung half nur gegen Kurzschluss, indem eben die Basissignale abgeregelt wurden.
    Man bezeichnete zeitgenössisch diese Art von Überlastungsschutz je nach Aufwand gerne mit mehr oder weniger wichtigen Attributen. Die Werbung zielte bei solchen Geräten scharf in Richtung Profi, und der steht auf Schutzschaltung gegen Kapazität, Induktivität und diverse Dinge mehr. Eben alles, was die gemeine Frequenzweiche an Pein für die Endstufe zu bieten hatte.
    DC Schutz hatte die Telewatt nicht, ich glaube das die dazu nur eine einfache Sicherung 5AF in Reihe mit der LS-Buchse hatten. Und das, obwohl die Endstufe eine symmetrische, sprich doppelte +-50V Spannungsversorgung hatte!
    Ich frage mich grade, hatte die nicht neben den Laborpolklemmen noch diese DIN Lautsprecherbuchsen an der Front? Und Eingangssignal waren 3polige DIN Stecker? Überhaupt sah die Stufe aus wie ein Labornetzteil aus dem Physikunterricht :D
    Ich finde die Endstufe klasse. Das war echt deutsch....genau wie RIM, und besitzt heute noch den Charme heimeliger Ingenieurskunst!

    Was ich auch noch im Zusammenhang mit Klein & Hummel lustig fand, war der dritte Firmengründer/inhaber mit dem Nachnamen Brumm! Man hielt es aus einleuchtenden Gründen wohl für klüger, nur die Herren Klein und Hummel im Firmennamen aufzuzählen :D

  • Mechwerkandi
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    • 14. Mai 2009 um 09:26
    • #9

    Monoblock ist richtig "MB 140".
    Vier Endstufentransistoren, ja, wenn Du 2x2 pro Seite meinst.
    DIN Lautsprecherbuchsen hatte nur das erste Baulos, so wie meine, die späteren "Typ II" Modelle mit dem beleuchteten Kaffeemaschinen-Netzschalter hatten die nicht mehr.
    Das Design ist in der Tat etwas merkwürdig und wurde derart begründet, das der geringe Raumbedarf eine beliebige Montage erleichtern sollte, im Vergleich zu einer Röhrenendstufe ist das Ding ja wirklich kompakt. :wink:

    Hier noch zwei Bilder, viel ist nicht zu sehen, das Teil ist mit den optionalen 100V Übertragern restlos "voll".

  • TomyN
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    • 18. Mai 2009 um 21:57
    • #10

    Hach waren das noch Zeiten...

    TO-3 Leistungstransis auf Fassung, thermisch gekoppelte Differenzverstärkerstufe..

    Tomy

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