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Die Bundestagswahl 09

  • bertz
  • 25. September 2009 um 15:25
  • Geschlossen
  • bertz
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    • 25. September 2009 um 15:25
    • #1

    Moin,

    ersteinmal vorweg: Ich möchte hier keine Werbung für eine Partei machen.

    Da wir ja zu einem großen Teil Einzelunternehmer sind und von Dienstleistungen leben, haben wir ja alle, zumindest wirtschaftlich betrachtet, einen Anknüpfungspunkt dienstlicherseits.

    In meinen Augen differieren die Inhalte der Parteien was mein Privatleben und mein Berufsleben angeht doch sehr stark. Man müsste für Ziele und Vorstellungen die die Selbstständigkeit angehen, die Eine und für das eher Gesellschaftspolitische eine andere Partei wählen. Geht das nur mir so, oder seid ihr da anderer Meinung?

    Geht ihr überhaupt wählen?

    Was für Veränderungen kann man ernsthaft nach der Wahl erwarten?

    Je mehr ich mich mit Parteiprogrammen und Ideen der verschiedenen Parteien auseinandersetze, desto unschlüssiger werde ich. Auch der Wahlomat ist eher ein "Richtungs-Tool", als eine echte Entscheidungshilfe.

    Was meint ihr denn so?

    http://www.klanggeschaeft.de

  • monithor
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    1
    • 25. September 2009 um 15:34
    • #2
    Zitat

    Geht ihr überhaupt wählen?

    natürlich!
    ich hab schon, weil ich sonntag nicht zu hause bin.
    die entscheidung war schwer wie immer. es ist halt eine frage, was man bereit ist zu glauben.
    und was man sich dazudenkt.

    notfalls macht euer kreuz bei horst schlämmer. das ist auch eine aussage.

    gruß
    der pflichtbewusste
    oli

    ich bin mir sicher - früher war alles besser!

  • tufkam60
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    17
    • 25. September 2009 um 15:45
    • #3

    Moin,

    also von mir bekommt jede Partei ein Kreuz :D

    bin auf die Anzahl der ungültigen Stimmen gespannt

    Ich kann mich zur Zeit mit keiner der Parteien identifizieren bzw. habe das Gefühl, das alle Politiker nach dem Motto:

    " ... hauptsache ich komme gut rein, sitzte fett drin und brauch' nicht wieder raus ..."

    handeln.

    Gruß vom zur Zeit "unpolitischen"
    Mike

  • gert
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    • 25. September 2009 um 18:40
    • #4

    In Hamburg stand mal an einem der Hafenstrasenhaeuser nen guter Spruch!

    '' Wenn Wahlen was veraendern wuerden waeren sie verboten''

    Practice, Practice, Practice

  • tufkaklto
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    • 25. September 2009 um 18:44
    • #5

    Bei uns gibt es den Spruch:

    Die Futtertröge bleiben in´mmer die selben.
    Nur die Schweine, die daraus fressen, die wechseln.

    Amp und Boxen Brett _ Die Vuvuzela des Forums

    Ganz großer Fan des " Themen als gelesen markieren " Buttons

  • niko remy
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    • 25. September 2009 um 18:44
    • #6
    Zitat von "bertz"

    ... Auch der Wahlomat ist eher ein "Richtungs-Tool", als eine echte Entscheidungshilfe.

    Was meint ihr denn so?

    An den halte ich mich besser gar nicht, demnach müsste ich entweder die Violetten oder NPD wählen :shock:

    Ansonsten sehe ich es ähnlich wie Mike:

    Zitat von "Mike60"

    ...Ich kann mich zur Zeit mit keiner der Parteien identifizieren bzw. habe das Gefühl, das alle Politiker nach dem Motto:

    " ... hauptsache ich komme gut rein, sitzte fett drin und brauch' nicht wieder raus ..."

    handeln...

    Wählen werd ich aber trotzdem gehen weil dadurch ist es wieder eine Stimme weniger für eine radikale Randgruppierung (egal ob Rechts oder Links), weil ich davon überzeugt bin, dass grade durch Nichtwählen einer Mitte, diese die 5%-Hürde schaffen können.

  • Nuno
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    • 25. September 2009 um 18:45
    • #7

    Ich finde es ziemlich leicht zu sagen, dass wahlen nichts verändern und dann nicht aus diesem Grund hinzugehen. Wenn sich was ändern soll sollte man auch wählen. Es bilden sich ja immer mehr Parteien die in ihrer speziellen Richtung (z.B. Piraten) etwas ändern wollen.
    Ist halt schade, dass die sogenannten Volksparteien so von ihrem ehemaligen Kurs abweichen und mal von ein par Punkten fast zu einer Partei geworden sind (vgl. Kanzlerduell).

    gruß,

    Nuno

  • oops
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    • 25. September 2009 um 19:11
    • #8

    wählen gehen ? logo ! ist meine letzte amtshandlung bevor ich in den nightliner steige...

    für mich kommt nur opposition in frage,- und weil ich keinen bock auf kameras, onlinedurchsuchungen/restriktionen, fingerabdrücke, irisscans und den kurz darauf folgenden chip habe, steht meine entscheidung fest. ausserdem denke ich, dass die jugend endlich mal stunk machen und den weltfremden sesselpfurzern ordentlich in den arsch treten sollte.

    da die steuerliche belastung immer mit der sogenannten volkswirtschaft (ich nenns mal lobbyismus) zusammenhängt, mache ich mir wenig hoffnung, dass sich dort drastische verbesserungen ergeben. da bleibt nur die möglichkeit der steuerlichen "gestaltung" in meiner steuererklärung :twisted: .

    deswegen hat bei dieser wahl erstmal die stasi 2.0 bremse priorität.

    2 Mal editiert, zuletzt von oops (25. September 2009 um 19:29)

  • binson
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    • 25. September 2009 um 19:11
    • #9

    http://www.spiegel.de/kultur/gesells…,651361,00.html

    :D

    --- I've been mad for fucking years, absolutely years, been over the edge for yonks, been working me buns off for bands. ---
    (Chris Adamson)

    Blog: Optinal Mittelgrund

  • treibsand
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    • 25. September 2009 um 19:59
    • #10

    Klar geh ich wählen!
    Dummerweise muss ich gleich zweimal entscheiden, wie ich die grossen Koalitionen abwähle... und die Entscheidung war noch nie so diffizil wie heuer. Dabei bin ich ähnlich resigniert wie manch Kollege: die Wahlen ändern nicht wirklich was - trotzdem muss man Entscheidungen treffen, um Schlimmeres zu verhindern. Die "Etablierten" haben bisher den Schmusekurs der Bundesmerkel überzogen: niemandem wirklich auf die Füsse treten und irgendwie die Macht/eigene Position sichern...
    Andererseits haben wir letztes Mal genau so gewählt: keine weit tragenden Entscheidungen treffen und schön brav den schwarzen Peter an die Politik (oder den nächsten) weitergeben.
    Wie schön war das noch damals, als man die Parteien von Wehner oder Strauss wählen konnte, die sich (trotzdem) trauten dem politischen Gegner ins Gesicht zu spucken... Heutzutage sind wir ein Volk von (egoistischen) Warmduschern geworden, wo sich kaum einer traut richtig loszuholzen, weil man persönliche Nachteile fürchtet... :evil:

    Die extremisten, die das doch tun sind wieder aus anderen Gründen untragbar.
    Was aber tun, wenn die einzigen Wahlmöglichkeiten keine Alternative bieten?
    Würfeln??
    Es ist tatsächlich egal - solange jeder lernt, die Konsequenzen seines tun zu tragen...


    aber glüchlicherweise sind die einfacher zu tragen, als die Konsequenzen des Nichtstuns...

    ...hauptberuflicher Sarkastiker.

  • smitty
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    • 25. September 2009 um 22:43
    • #11
    Zitat von "bertz"

    Geht ihr überhaupt wählen?

    Selbstverständlich.
    Wer nicht wählen geht verwehrt sich das Recht danach mitzureden und vor allem sich zu beschweren, wie es viele so gern tun.

    Simon@fye-service.de

    http://www.fye-service.de

  • gert
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    • 25. September 2009 um 23:21
    • #12
    Zitat von "smitty"

    Selbstverständlich.
    Wer nicht wählen geht verwehrt sich das Recht danach mitzureden und vor allem sich zu beschweren, wie es viele so gern tun.

    Ich dachte immer Waehlen kommt von Aussuchen. Das setzt aber voraus das mir eine Partei gefaellt. Wenn mir aber keine gefaellt darf ich mich doch trotzdem beschweren.
    Finde ich aber besser als Trotzwaehlen!!

    Practice, Practice, Practice

  • Jens Hauptmanns
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    • 26. September 2009 um 01:46
    • #13

    Wählen gehen gehört zur Bürgerpflicht...

    Und richtig: Wer nicht wählt hat dann auch nicht zu meckern sondern den Rand zu halten...


    (Schöne Grüße aus dem schönen Kuppelsaal in Hannover)

    Strom ist ne spannende Sache...

  • binson
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    • 26. September 2009 um 07:26
    • #14

    Und alle so: Yeah!
    :lol:

    --- I've been mad for fucking years, absolutely years, been over the edge for yonks, been working me buns off for bands. ---
    (Chris Adamson)

    Blog: Optinal Mittelgrund

  • gert
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    • 26. September 2009 um 09:58
    • #15
    Zitat von "Jens Hauptmanns"

    Wählen gehen gehört zur Bürgerpflicht...

    Und richtig: Wer nicht wählt hat dann auch nicht zu meckern sondern den Rand zu halten...


    (Schöne Grüße aus dem schönen Kuppelsaal in Hannover)

    Ich waehle lieber nicht, als aus Trotz Marxismus oder Braun zu waehlen. Am besten ist aber sicher dann die Stimme ungueltig zu machen.
    Finde aber dennoch das man dann kritisieren darf. Ich waehle nicht nicht aus Faulheit sondern weil es fuer mich nix zu waehlen gibt. Ich finde die alle doof.

    Practice, Practice, Practice

  • Campfire
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    • 26. September 2009 um 10:08
    • #16

    ich gehe wählen, auch wenn ich, wie der thread-starter je nach thematik (Wirtschaftspolitik, Sozialpolitik, Umweltpolitik) unterschiedliche Parteien bevorzuge.
    da muss ich mich halt entscheiden......

    http://www.facebook.com/peter.trinkle

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    • 26. September 2009 um 11:08
    • #17

    Normalerweise mag ich ja keine Politik hier im Forum. Wenn es sich auf diesen Thread beschränkt (und zur nächsten BTW den nächsten), dann sei das aber mal toleriert.

    Zitat von "gert"

    In Hamburg stand mal an einem der Hafenstrasenhaeuser nen guter Spruch!


    '' Wenn Wahlen was veraendern wuerden waeren sie verboten''

    Meine Meinung: Für bessere Politik bräuchte man andere Parteien. Damit diese auch relevant werden, müsste eine nennenswerte Zahl von Wählern diese trotz 5%-Hürde wählen.

    Nun stimmen zwar die Hamburger Erfahrungen mit neu im Parlament vertretenen nicht-extremistischen Parteien (Stattpartei, Schill-Partei) nicht gerade hoffnungsvoll, aber was wäre denn die Alternative?


    Zitat von "niko remy"

    An den halte ich mich besser gar nicht, demnach müsste ich entweder die Violetten oder NPD wählen :shock:

    Ja, das ist ein systematischer Schwachpunkt des Wahlomaten, dass da keine Slogans der extremen Rechten dabei sind, die man dann gezielt abwählen könnte. Bei mir wäre NPD immerhin noch vor der Union (keine Sorge, ich wähle beide nicht...).

    An der Spitze stehen bei mir die Piraten und die ödp, und ich schwanke tatsächlich zwischen beiden.


    Zitat von "Nuno"

    Ist halt schade, dass die sogenannten Volksparteien so von ihrem ehemaligen Kurs abweichen und mal von ein par Punkten fast zu einer Partei geworden sind (vgl. Kanzlerduell).

    Gegen Einigkeit der sogenannten Volksparteien habe ich nichts, aber diese haben in vier Jahren großer Koalition ein einziges größeres Problem gelöst. Somit sind die daran beteiligten Parteien für mich diesmal absolutes NOGO.


    Zitat von "gert"

    Ich dachte immer Waehlen kommt von Aussuchen. Das setzt aber voraus das mir eine Partei gefaellt. Wenn mir aber keine gefaellt darf ich mich doch trotzdem beschweren.
    Finde ich aber besser als Trotzwaehlen!!

    Wenn man sich alle antretenden Parteien mal genauer ansieht, dann wird man schon mindestens eine finden, die irgendwie noch erträglich ist.

    Im Zweifelsfall Wahlomat anwerfen, Ergebnis von oben nach unten durchgehen, alles rausstreichen, was gar nicht geht, und dann halt bei den verbleibenden auswählen.

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • Mister.Lange
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    • 26. September 2009 um 11:10
    • #18

    Also ich dachte auch mal, nicht wählen gehen bedeutet nicht das Recht zu haben sich an politischen debatten zu beteiligen. Mittlerweile sehe ich das anders...

    In meinen Augen hat sich über die Jahrzehnte einiges unsinniges in unserem politischen System etabliert. Dieses sind grundsätzliche Probleme in meinen Augen. Dazu zähle ich z.B. das System der Listen von Parteien, Überhangmandate und ähnliche Konstrukte die dafür sorgen, dass Leute in den Bundestag kommen, die eigentlich nicht gewählt wurden. Diese sind dann leider ihrem Parteibuch verpflichtet und nicht so sehr ihrem Gewissen und noch weniger einem Wahlkreis, Zukunftsvisionen, neuen Ideen oder ähnliches.
    Dann noch das Ganze Problem des Lobbyismus in Berlin oder auch extrem lange Karrieren von Politikern im Bundestag (die sicher über die Zeit dazu führen in einer Art Parallelwelt zu leben).
    Dazu kommt die Erkenntnis dass die Etablierten seit Jahrzehnten teilweise in Bundestag vertretenen Parteisoldaten solche Dinge sicher nicht ändern wollen. Müssten Sie doch eigene Vorteile und Privilegien beschneiden. Wer ist schon in der Lage sich selber einzuschränken oder das auch noch gegen Wiederstände durchzusetzen.

    Diese grundsätzlichen Probleme sind nicht lösbar durch eine Entscheidung für Rot/Grün/Schwarz/Gelb/Dunkelrot/Brau oder ähnlich. Ich kann mich für eine Partei entscheiden, die keine Chance hat über die 5% Hürde zu springen. Diese kann dann leider auch nichts ändern. Sobald ich eine Partei über dieser Hürde wähle ist es eine von denen die an solch grundsätzlichen Stellschrauben nicht mehr drehen wird. Also in dem Fall auch keine Alternative.
    Also war meine Überlegung bei der Landtagswahl letztens, verleihe ich meiner Meinung Ausdruck durch ungültig machen meine Stimme. Fazit: Inklusive meiner wahren hier in Sachsen keine 45000 Stimmen ungültig. Vermutlich die meisten sogar unbeabsichtigt. So scheint das auch kein Mittel mit dem man etwas ausdrücken kann, denn es muss von den etablierten Parteien ja wahrgenommen werden. Es muss ja eigentlich Druck auf diese ausüben, sich trotz hohen Alters noch einmal zu bewegen...
    Jetzt überlege ich tatsächlich nicht zur Wahl zu gehen und mich damit der größten Wählergruppe anzuschließen. Diese hat zwar kein Programm aber sicher in Ihrer Aussage eines gemeinsam: Was Ihr uns anbietet reicht nicht um sich dafür zu entscheiden. Die Gruppe der Nichtwähler hat sicher die größte Chance von den Politikern wahrgenommen zu werden, rauben sie ihnen doch irgendwie ihre Legitimation. (Wenn die Kanzler Partei 35% der Stimmen bei 50% Wahlbeteiligung hat, dann ist der Kanzler in dem Moment nicht besonders legitimiert)

    Fazit: Ich weis noch nicht ob ich wählen gehe oder einer kleinen Partei meine Stimme schenke, in der Hoffnung das es vielleicht doch noch Wunder gibt. Und die 5% Hürde auch überwindbar ist.
    Auf jeden Fall habe ich hier lange dargelegt, warum ich persönlich eventuell nicht wählen gehe. Trotzdem bin ich ein politisch sehr interessierter Mensch der auch mit einzelnen Zielen der etablierten Politiker "Kaste" konform geht. Und ich nehme mir sehr wohl das Recht heraus als Bürger dieses Landes mit zu diskutieren und auch zu meckern wenn es sein muss.

    Mit diesem Statement erteile ich Aussagen wie "Wer nicht wählen geht, hat auch nicht mitzureden" eine entschiedene Absage!

  • simonstpauli
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    • 26. September 2009 um 11:57
    • #19

    Ganz egal wie das Ergebnis ausfällt, "Die Partei" wird es anfechten und versuchen, die Wahl annullieren zu lassen, nachdem sie vom Bundeswahlleiter von der Wahl ausgeschlossen wurden und ein Eilantrag vor dem Bundesverfassungsgericht abgelehnt wurde. Die Klage an sich ist weiterhin anhängig. Juristisch bedeutet das in Etwa: "Man kann gegen eine Entscheidung des Bundeswahlleiters juristisch vorgehen, allerdings nicht vor der Wahl." Das bedeutet natürlich auch im Umkehrschluß die Anfechtung des Wahlergebnisses.

    Ich finde eine Demokratie (der Begriff trifft es sowieso nicht richtig, das Volk regiert nicht sondern Volksvertreter, der Einfachheit halber lasse ich ihn trotzdem stehen) muß "Spaßparteien" ertragen können und ihnen auf inhaltlicher Ebene begegnen. Hier werden oft auch Themen aufgebracht, um die sich sonst niemand kümmern würde.

    http://www.die-partei.de
    http://www.bundestag.de/dokumente/text…eien/index.html
    http://www.bundestag.de/dokumente/text…osze/index.html

    Im Übrigen sind mir in diesem Jahr die Parteiprogramme und -aussagen entweder zu diffus oder nicht realistisch, schlimmer als je zuvor.

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

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    • 26. September 2009 um 15:28
    • #20
    Zitat von "Mister.Lange"

    Ich kann mich für eine Partei entscheiden, die keine Chance hat über die 5% Hürde zu springen. Diese kann dann leider auch nichts ändern.

    Kleine Parteien, sofern sie denn mindestens 0,5% der Stimmen bekommen, nehmen an der staatlichen Parteienfinanzierung teil, und diese ist insgesamt gedeckelt. Konkret: Jeden Euro, den eine der Sonstigen bekommt, bekommt keine der Altparteien.

    Nichtwählen und ungültig wählen tut den etablierten Parteien nicht weh, eine Stimme für die Sonstigen tut denen zumindest in der Kasse weh.

    Zitat

    Sobald ich eine Partei über dieser Hürde wähle ist es eine von denen die an solch grundsätzlichen Stellschrauben nicht mehr drehen wird.

    Ja, es besteht grundätzlich die Gefahr, dass eine Partei alle Grundsätze über Bord wirft, sobald sie mal im Bundestag oder gar an der Regierung ist. Es besteht jedoch die Hoffnung, dass sie es vielleicht doch nicht tut, oder zumindest nicht gleich.

    Und manche der kleinen Parteien haben Grundsätze auch schon in der Satzung verankert, damit sie nur mit 2/3 Mehrheit wieder gekippt werden können. (Beispiel: Keine Annahme von Firmenspenden und keine Mandatsträger in Aufsichtsräte bei der ödp.)


    Zitat von "simonstpauli"

    Ganz egal wie das Ergebnis ausfällt, "Die Partei" wird es anfechten und versuchen, die Wahl annullieren zu lassen,

    Würde ich prima finden.

    (Nachdem die Politiker inzwischen die bessere Satire machen, sollte man vielleicht mal ausprobieren, ob nicht die Satiriker die bessere Politik machen... )


    Zitat

    Ich finde eine Demokratie (der Begriff trifft es sowieso nicht richtig, das Volk regiert nicht sondern Volksvertreter, der Einfachheit halber lasse ich ihn trotzdem stehen) ...

    Demokratie heisst nicht Volksregierung, sondern Volksherrschaft, Herrschaft kann man auch mittelbar ausüben.

    Das Problem ist derzeit, dass das Volk eine Herrschaft noch nicht mal mittelbar ausüben kann. Momentan können die etablierten Parteien entscheiden, was das Volk darf und was nicht. Das Volk kann aber nicht entscheiden, was die Politiker dürfen und was nicht. Zudem dürfen die etablierten Parteien über die Spielregeln (Verfassung, Wahlgesetze...) selbst entscheiden, was notorisch dazu genutzt wird, Mitbewerber außerhalb des Kartells möglichst klein zu halten.

    Nein, das Volk hat vielleicht Mitwirkungsrechte auf etwas dem Niveau der betrieblichen Mitbestimmung, aber von Volksherrschaft sind wir nun doch noch ein gutes Stück entfernt.

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

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