Wir sind 1980 mit dem Ford Capri 500km weit gefahren, um zwei gebrauchte (natürlich defekte) Vitavox S3 nebst 4-Cell Horn bei einem Typen mit Inserat im "Fachblatt" zu kaufen. Das kam dann oben auf die Selbstbau-4562, um den RCF TW101 mit Radialhorn "amtlich" zu ersetzen. Gemischt wurde hier nicht auf MM, sondern aktuell und zeitgemäß mit dem Mitec 1602! Der hatte neben zwei Monitorausgängen sogar "Effekt 1 & 2" für Hall und Echogerät zu bieten. Besonders faszinierend fand ich damals den komischen fest montierten Multicoreanschluß, und natürlich die überaus wichtig ausschauenden VU Meter. Später mutierten die Effektsends via Kippschaltereinbau in Bastelstunde das 1602 zur vollwertigen 6 Wege Monitorkonsole - standesgemäß mit dem 24er Mitec EX als FoH Tisch. Man nahm mit dem 1602 dann halt nur die 16 wichtigsten Kanäle für Monitor :?
Das letzte seiner Art?
-
-
Zitat
... Essen ...
Cambridge Rock
war ja schon geradezu seriös! Und der gute Jim H. viel zu nett, um in diesem Gewerbe auf Dauer überleben zu können. Der hat auch schon mal ein Jüngelchen aus begütertem Hause, welches mit Bargeld in der Hand unbedingt die allerneueste Gibson SG Gold Top käuflich erwerben wollte, mit den Worten "investier das lieber erst mal in einen guten Gitarrenlehrer" nach Hause geschickt.
Aber man konnte dort prima lernen, wie man mit einem alten Käfer Cabrio am besten PA – Leergehäuse transportiert. :cool:Mitec (die cremeweißen?) war etwas später. Der Kollege, der die gebaut hat, ist bis heute mit einer angesehenen Production Company recht gut im Geschäft.
Mit freundlichem Gruß
BillBo -
Mitec, ja die beige/weißen...... davor war das ACE meine ich. Müsste dann zu Mi(sch)tec(hnik) Zeiten der Eddy F. von Hico dabei gewesen sein, oder?
Transport mit Käfer Cabrio ist ja schräg. Aber hätte mich damals vor der Unmöglichkeit zwei gebraucht gekaufte (billig mit kaputten ATC's und verbrannten Trafos) Martin MH212 im Capri mitnehmen zu wollen retten können.. :lol: -
Zitat von "billbo"
Das hat natürlich auch ein bisschen was mit dem generellen Branchenpreisgefüge zu tun.....
Was meiner Meinung nach wiederum Folge eines sinnlosen Überangebots an Künstlern, Agenturen, Veranstaltungstechnikfirmen, Personal und Equipment ist. Wir befinden uns in einer absurden Spirale von Überangeboten jeden Glieds der Branche, welche durch den Massenabsatz von Chinaproduzierten Billigdigitalpulten und deren Traumschiffkapitänen nur noch mehr beschleunigt wird.
-
Zitat von "billbo"
Cambridge Rock
war ja schon geradezu seriös! Und der gute Jim H. viel zu nett, um in diesem Gewerbe auf Dauer überleben zu können. Der hat auch schon mal ein Jüngelchen aus begütertem Hause, welches mit Bargeld in der Hand unbedingt die allerneueste Gibson SG Gold Top käuflich erwerben wollte, mit den Worten "investier das lieber erst mal in einen guten Gitarrenlehrer" nach Hause geschickt.ja, so gings leider. In Stuttgart hat der Idealist auch schon lange das Handtuch geworfen. Der Cambridge-Transit hatte aber dank Jim ein absolut stilsicheres schwarzes Nummernschild und das Lenkrad auf der richtigen Seite.
Zitat von "billbo"Mitec (die cremeweißen?) war etwas später. Der Kollege, der die gebaut hat, ist bis heute mit einer angesehenen Production Company recht gut im Geschäft.
Jepp, als Mitec angefangen hat, wars mit MM schon rum.
-
Damals in den frühen Siebzigern waren auch die großen (US) Tourproduktionen mit interessantem Equipment unterwegs, als ich mein "Taschengeld" bei Fritz Rau als Stagehand verdient hatte.
Aufliegerweise Schwarze Kisten -Bins und Hörnerstapeln war angesagt, Batterien von DC 300A oder Phase Linear Endstufen und eigentlich ein sehr angenehmes Betriebsklima incl. des gerne mal zur Cholerik neigenden ein oder anderen wohlbekannten Mitarbeiters. Nebst alueloxierten Kelsey Morris Pulten und allerlei anderer, damals unfassbar amtlicher, Gerätschaft.
Auf jeden Fall keine schlechte Lehre, um Anfang der 80er selber mit Amptown Equipment -den Mahagoni gebeizten 4 Wege Concert Stacks- mit einer Band so rund 80 Gigs im Jahr zu bestreiten.
-
Ob sinnlos oder nicht – das ist imho die natürliche Entwicklung einer übersättigten, überreifen, alternden Branche. Das ist bei Autobauern, PC – Herstellern und Möbelverkäufern nicht viel anders. Dort sind die einzelnen Rädchen (also die Menschen, die darin von ihrer Arbeit leben) zwar besser organisiert – vor Niedergang wegen Marktübersättigung schützt das langfristig aber auch nur bedingt, und am Ende auch nur wenige.
Demgegenüber haben wir sogar 2 Vorteile: wir produzieren nicht die Küche für’s Leben oder die Familienkutsche für die nächsten 10 Jahre. Sondern Einmalerlebnisse – nach der Show ist vor der Show, so lange bis auch der letzte Zuschauer nicht mehr mitspielen mag. Und wir haben in teils schmerzhafter, teils freiwilliger Tradition Flexibilität geradezu verinnerlicht. Heute Mischer des Welttopacts, morgen wieder Hausmeister im Undergroundclub: what’s the problem?Trotzdem: an der Börse würde ich VT – Firmen verkaufen und in Altenpflege und betreutes Wohnen investieren; eine der wenigen Zukunftsbranchen hierzulande für die nächsten 2 oder 3 Jahrzehnte.
Und so ähnlich agiere ich seit einigen Jahren auch tatsächlich. :wink:Mit freundlichem Gruß
BillBo -
Upps, da hab' ich nicht aufgepasst - das ging natürlich an Gumas Überangebot...
-
Zitat von "billbo"
Aber man konnte dort prima lernen, wie man mit einem alten Käfer Cabrio am besten PA – Leergehäuse transportiert.
Das kannte ich noch nicht, aber wie man an einen alten Benz, links und rechts je eine 6er Stange mittels C-Haken an die Türgriffe hängen kann, habe ich schon gesehen,
Zitat von "rockline"Wir sind 1980 mit dem Ford Capri 500km weit gefahren, um zwei gebrauchte (natürlich defekte) Vitavox S3 nebst 4-Cell Horn bei einem Typen mit Inserat im "Fachblatt" zu kaufen.
Auch hier ändern sich die Zeiten. Falls Du noch welche brauchst, können wir die heute auch gerne mit der Post schicken :lol:
-
Mitec fiel mir auch auf, als kurz nach der Wende auch hier Musikhäuser aus dem Boden schossen. Irgendwas an den Mischpulten fand ich merkwürdig, ich kann mich aber nicht mehr entsinnen, was genau. War das eigentlich taugliches Zeugs?
MfG
DirkB -
Die Musikhäuser waren schon vorher da; verkauften aber eher Noten und Musikinstrumente oder auch Schallplatten. Wie etwa der Schiller in Zwickau.
Beim Markstein; dem T. des Ostens, wo ich auch schon'n Haufen Geld hingekarrt habe, war das bissel anders. Die haben erst 1990 angefangen.
Untergegangen sind alle die; welche den frühzeitigen Sprung ins Online-Geschäft verpaßten.
Der Thomann war in seinem Kuhdorf (als ich damals das erste Mal dort war, staunte ich nicht schlecht. Da ging noch nichmal D2...)PA-Technik, besonders aus Görlitz oder Klingenthal mußte man als einfacher Mugger beim Bezirkskabinett für Kulturarbeit bestellen. Und da gabs auch Zuteilung oder man hatte 'Beziehung'. Holztechnisch gabs durchaus auch Sachen wie Shearer Hörner, Superfalthörner, Bin's oder Expo's. Gefehlt haben aber gescheite Speaker, HT-Treiber oder 18er gabs garnicht bzw. waren "in Vorbereitung". Ebenso größere Endstufen über 200 Watt pro Kanal.
Gebrauchte oder auch neue Westsachen wurden z.B. in der "Melodie & Rhythmus" inseriert. Habe mal eine aus '86 rausgekramt. Kaufen konnte man prinzipiell fast alles. Es war ein geduldeter; weil die eigene Wirtschaft entlastender Schwarzmarkt. Wie auch in allen anderen Lebensbereichen.
Besonders teuer waren besonders Sachen, welche man nicht selber- oder nachbauen konnte.
Wie etwa Synthesizer. Für ein Yamaha DX7 legte man 20000 Mark, ein Korg DW 8000 schlug mit 25 zu Buche.
Gefragt waren auch EV15 B oder JBL E120-140, da war der Kurs so 1500 das Stück.
Weil der Rockline von TW101 redete; hier steht was von 4000 Mark für 2 Komplette mit Lippen... 2 original Martin-Bin mit Gauss drinne 7500, ein MM 12/2 6500. Und so fort....
Wer sich ein Pärchen Zeck 15/3 (200Watt-Version) nebst einer passenden Peavy CS ins Wohnzimmer stellen wollte, muße schon 30000 aufwärts, natürlich stets in Bar rüberschieben.
Zum Vergleich; ein einfacher Arbeiter verdiente so 800netto. Und auch das; was eine Band auf die Rechnung schreiben konnte, war staatlich festgelegt. Leisten konnte man sich sowas dann nur über "Masse".... -
Wohl wahr. Ein Bekannter hatte damals irgendein Hallgerät von Yamaha gekauft, für 14000,-M. Zumindest war das Ding einfacher in der Handhabung als ein Hallgerät O750.
Das Geld war zumindest bei Betrieben vorhanden, aber die Warendecke sehr dünn oder aber aufgrund staatlicher Vorgaben ungleichmäßig verteilt.MfG
DirkB -
Also alles schön zwischen 5:1 und 10:1, so wie der inoffizielle Umtauschkurs.
Das Problem war aber auch eins für Westbands, die mal durch den Osten touren wollten. Die hatten (Crew/ Technik/ Transport) Kosten in DM, wurden aber in Mark bezahlt – in der Westheimat Konfetti. Also kamen die mit jeder Menge Trompeten, Akkordeons, Noten, Büchern (das gab’s in guter Qualität auch für Ostmark) zurück und mussten das hier an ihre Freunde und Bekannten verticken, wenn sie auf Tour der guten Sache wegen kein Minus machen wollten.Mitec/ ACE war qualitativ in Ordnung, hatte aber ein Problem: es kam nicht aus England oder USA.
Die VT wie wir sie heute kennen entstammt der R&R Szene der 60er/70er. Und die war angloamerikanisch; die BAs der großen Künstler/ Bands von dort bestimmten noch viel mehr als heute was 'in' oder 'amtlich' war. Und das war natürlich zuallererst mal das eigene Zeug.
Nicht selten sogar buchstäblich: viele der heute oder einstmals großen Marken entstanden, wie auch die meisten großen PA – Firmen, im direkten Umfeld von damals erfolgreichen Bands. Gegründet von deren Roadies, Freaks mit technischem Hintergrund, Einfallsreichtum und Visionen. Wenn man ein Mischpult brauchte was es nicht gab, dann baute man halt eins. Und wenn die Jungs von der Konkurrenz aus der Nachbarschaft beim gemeinsamen Rauchen feststellten dass sie dringend auch eins brauchen könnten, dann ... Auf diese Weise entstanden Firmen und Marken mit Weltruf.Weil die Freaks aber nicht immer auch geborene Geschäftsleute waren gingen viele dieser Firmen im Laufe der Zeit wieder unter, oder aber sie wurden rechtzeitig von finanzkräftigen Konzernen aufgekauft.
Mit freundlichem Gruß
BillBo -
Zitat
Weil die Freaks aber nicht immer auch geborene Geschäftsleute waren gingen viele dieser Firmen im Laufe der Zeit wieder unter, oder aber sie wurden rechtzeitig von finanzkräftigen Konzernen aufgekauft.... und wenn sie nicht gestorben sind, dann machen sie es noch heute so.
.... Nein, heute geht es so:
Man kopiert die Sachen, die sich die Freaks ausgedacht haben, findet genügend Einfallspinsel, die die Kopien kaufen und denken dass sie jetzt dazu gehören und kauft dann mit dem Geld die Firmen, die sich die Orginale ausgedacht haben. :roll:
-
Zitat von "guma"
Man kopiert die Sachen, die sich die Freaks ausgedacht haben, findet genügend Einfallspinsel, die die Kopien kaufen und denken dass sie jetzt dazu gehören und kauft dann mit dem Geld die Firmen, die sich die Orginale ausgedacht haben. :roll:
Du hättest DIE Firma auch gleich beim Namen nennen können :lol:
-
Finde ich ja jetzt so ein ganz klitzekleines bisschen abschätzig. :roll:
http://www.behringer.com/DE/Our-Story/T…NGER-Story.aspx
Der Mann passt imho eigentlich ganz gut in die oben geschilderte Ahnenreihe. Lediglich die Sache mit dem Geschäftssinn hat er eindeutig besser drauf.Mit freundlichem Gruß
BillBo -
@ Pfälzer
Nein, hätte ich nicht.
@ billbo
Nein .... Wie kommst Du darauf, meine törichten Äusserungen mit einem bestimmten Hersteller zusammen zu bringen ?
-
...und was lehren wir aus der Geschichte? Genau: Alles Böse kommt wieder mal aus der Schweiz :shock: .
Im Übrigen bin ich für die Einführung eines Senioren-Boards

-
Du bist im Seniorenthread :wink: Der Titel gibt das quasi vor.
Ist mehr so eine Art Wanderpokal.
-
Zitat von "billbo"
Mitec/ ACE war qualitativ in Ordnung, hatte aber ein Problem: es kam nicht aus England oder USA.
Das ist natürlich ein ernstzunehmender Makel. :wink: War aber hier auch nicht anders. Die Leute kauften sich dann für horrende Preise teilweise total abgerittenes Gerümpel, hauptsache kein Vermona.Aus dieser Sicht hat mich auch immer wieder die seltsame Wahl der Steckverbinder verwundert. 6,3er Klinke hielt ich schon nach dem ersten Ansehen für untauglich. Dem 5poligen Trennklinkensystem mit selbstreinigenden Kontakten war sie ohnehin haushoch unterlegen. XLR war da eigentlich der einzige Lichtblick.
Wobei, Vermona war nicht überall. Auch in dem einen oder anderen mitteldeutschen Veranstaltungssaal meine ich Gerätschaften von Dynacord gesehen zu haben. Lautsprecher dürften D310 oder D410 gewesen sein, an die Wand montiert und nein, nirgendwo Drahtschlaufen durchgezogen. Dafür wurden zwei 40er Winkeleisen einbetoniert und die Boxen draufgeschraubt, dann hielt das auch.
MfG
DirkB -