ZitatHier sollte die Marketingabteilung noch mal bei der Technik in Klausur gehen, bevor solche Texte auf die Öffentlichkeit gelassen werden.
Dafür agiert die Marketingabteilung aber auf dem Gebiet der Neukundenaquise recht pfiffig :cool: :lol:.
ZitatHier sollte die Marketingabteilung noch mal bei der Technik in Klausur gehen, bevor solche Texte auf die Öffentlichkeit gelassen werden.
Dafür agiert die Marketingabteilung aber auf dem Gebiet der Neukundenaquise recht pfiffig :cool: :lol:.
Gemach, gemach. Wir sprachen zuletzt über einen Linetrenntrafo. Ein Ding, welches man z.B. zwischen Tourmischpultausgang und Hausanlagenprozessor schaltet, sollte das aus irgendeinem Grund mal erforderlich sein. Da gibt’s überhaupt nie gar keine Phantomspeisung nicht.
Und selbst wenn es sie - aufgrund irgendeines Unfalles – dort doch einmal gibt (versehentlich einen Mikroeingang erwischt?): die Einspeisung der 48V erfolgt mittels zweier 6k8 Widerstände. D.h., maximal möglicher Kurzschlussstrom knapp 15mA. Lass unseren Trafo ein paar hundert Ohm Gleichstromwiderstand haben (er hat vermutlich weniger); die Leistung unserer 48V x 15mA verteilt sich also im Verhältnis 1:10 oder 1:20 auf Wicklung und Widerstände (das ist jetzt alles schon ziemlich pessimistisch überschlagen). Wir reden also von ein paar Milliwatt, die unser Übertrager im Katastrophenfall als Verlustleistung zu verbraten hat. Da merkt der Kleine gar nichts von, auch nicht nach 10 Jahren Dauerkurzschluss.
Warum allerdings eine zuschaltbare Mittelanzapfung auf Sekundärmasse manchmal bei Brummereien die einzige Lösung ist kann ich leider nicht so ohne Weiteres darstellen. Kommt hin und wieder mal vor; ich staune dann, danke dem Elektrolurch und nehm’s hocherfreut zur Kenntnis.
Mit freundlichem Gruß
BillBo
All meine analogen Multicoreanlagen – Kabelbäume liegen als 8 im Case und sind im 60cm – Abstand mit Kabelbindern zusammengefasst. Die dicksten, die es gibt (von wegen 'kleine Knubbel'); immer erst ein paar Lagen Gewebeband drunter, und selbstverständlich jeder einzelne ordnungsgemäß entgratet.
Allein diese Tatsache sorgt dafür, dass sie auch in üblem Gelände von Stagehands, Dryhire – Kunden und müden Tontechnikern in Herbeisehnung des Feierabends mit Respekt behandelt werden, und beschert mir so zumindest in diesem Bereich teurer, verschleißanfälliger Investitionsgüter über die Jahre sagenhafte Standzeiten.
Trotzdem, so was gehört natürlich schon aus ästhetischen Gründen nicht an irgendwelchen Kleinkram auf der Bühne...
Mit freundlichem Gruß
BillBo
Ja ja, damals. Als der Rock noch rollte und die Erde sich noch richtigrum drehte.
Aber ganz ehrlich: Stadionrock klang auch 1793 für die überwiegende Mehrzahl der Anwesenden schon schxxxxe wenn der liebe Gott mit seinen Windmaschinen nicht mitspielen wollte. Und auch bei den allermeisten Turn – und Messehallenkonzertevents der 70er und 80er Jahre musste man bei dem Versuch, die klitzekleinen tontechnischen Unzulänglichkeiten ungerührt zu ignorieren schon verdammt die Fanschiene reiten; der mitgebrachte Rotwein aus 5 Liter – Plastikkanistern konnte da zur Not ja auch noch einiges rausreißen.
Wenn Ihr R&R - Feeling wollt besucht 1000er oder 2000er Clubkonzerte, da klappt das auch heute noch ziemlich gut. Aber dort dann bitte nicht jammern wenn nicht bestuhlt ist.
Was AC/DC da durchziehen finde ich natürlich trotzdem klasse :cool:. Die Jungs haben Stil – und können sich den eben leisten.
Mit freundlichem Gruß
BillBo
Eine Di - Box ist ein Symmetriertrafo mit diversen Zusatzfunktionen.
Ob das Teil zum Line - Trenntrafo taugt entscheidet seine Pegelfestigkeit und die Frage ob die Übertragung im Verhältnis 1:1 stattfindet; beides lässt sich leicht empirisch ermitteln. Wenn ja ist es gerade wegen der Mittelanzapfung sehr gut für diesen Zweck geeignet (ob man die auf Sekundärmasse legt oder nicht kann im Einzelfall entscheidend für den Erfolg des Entstörversuchs sein; deshalb diese Funktion per Schalter oder 2. Ausgangsbuchse unbedingt frei wählbar machen).
Ausprobieren!
Mit freundlichem Gruß
BillBo
ZitatDenk dir du stehst vor einer Box A, ...
Allerdings, ein echter Spezialfall. Und dabei so interessant dass es auf jeden Fall Spaß macht, darüber noch ein wenig laut nachzudenken.
Zwei Dinge sind hier zunächst einmal anders als beim bisher diskutierten Delayline - Praxisproblem: zum Einen fragt die Aufgabenstellung nach einer einzig möglichen richtigen Lösung, nämlich nach der perfekten Addition zweier versetzter Schallquellen in EINE Richtung auf EINER Achse (und nicht nach einem unter vielerlei Aspekten zu erzielenden bestmöglichen Kompromiss). Zum Anderen ist (scheint) die unmittelbare zeitgleiche Erfassung beider Schallquellen mit dem Ohr nicht ohne Weiteres möglich. Beides legt selbst mir als Vertreter der notorischen Messvermeiderfraktion zunächst nahe die Einrichtung eines Messaufbaues, der zeitlich getrennte Aufnahme der Signale und anschließende Darstellung der Laufzeitdifferenz vorsieht, zumindest mal in Erwägung zu ziehen :D. (Ganz nebenbei: sollte der Ansatz zu einer Problemlösung statt zur perfekten Addition hier nicht eher in Richtung ‚möglichst viel Auslöschung überall außer in den (beiden) gewünschten Zielzonen‘ gehen? Egal).
Aber der Praktiker denkt natürlich weiter
und stellt sich lieber ein konkretes Umfeld statt zweier abstrakt im Raum schwebender Lautsprecher vor. Etwa die erwähnte arg lebendige Halle; mitten drin eine Szenenfläche o. ä., darüber an der einen Seite Box B (Richtung Haupttribüne), 8m gegenüber an der anderen Seite Box A (Richtung gegenüberliegender Nebentribüne). A soll so mit B zusammenspielen, dass es möglichst wenig(e) nervt.
Überlegung 1: ist der rückwärtig abgestrahlte Schallanteil von B tatsächlich relevant? Wenn ja, dann ist er bei geeignet gewähltem Lautstärkeverhältnis zwischen A und B am Messort hörbar – der Detektor meines Messaufbaues müsste ihn da ja auf jeden Fall auch erfassen - und die Specht – Echtzeitmethode funktioniert dort im Prinzip ebenfalls. Wäre in diesem Fall allerdings sicherlich kein wirkliches Vergnügen; der Pragmatiker bestimmt die Entfernung zwischen A und B jetzt per Maßband oder Distometer, gibt die Entfernung ins Delay ein, und feddich. Auch das natürlich eine Messung, allerdings mit erheblich reduziertem Aufwand bzgl. des Aufbaues. Wenn nein, dann muss ich mir sofort die Frage stellen ob meine Delay - Idee nicht sowieso Blödsinn ist (was etwa ist mit dem Rückwärtsanteil von A? Ist der vernachlässigbar, weil A sich näher an ihrem Zielbereich befindet und damit leiser sein darf als B? Verwässert das wiederum nicht den beabsichtigten Effekt?) und ob ich vielleicht z. B. durch eine simple Polaritätsänderung eines der beiden Kandidaten mit viel weniger Aufwand ein viel besseres Ergebnis erzielen kann.
Schusters Rappen bleiben mir so oder so nicht erspart, in jedem Fall muß ich mir das Ergebnis meiner Überlegungen und Versuche in beiden Richtungen sehr genau anhören, und zwar mehr als nur einmal. Und, Überlegung 2: wehe, es bleibt nicht bei der idealisierten Vorgabe ‚zwei Schallquellen – eine Achse‘. Dann gilt automatisch wieder die Suche nach dem subjektiv besten Kompromiss. Denn das Publikum auf den Seitenrängen an der Stirnseite oder etwaige Akteure unterhalb der Schallquellen werden das Resultat meines Messergebnises dann u. U. überhaupt nicht toll finden.
Ton macht einfach zu viel Arbeit, wenn man sich ernsthaft damit beschäftigt.
Mit freundlichem Gruß
BillBo
Wenn die eigene Bühne im Lager steht, die Leasingrate dafür auf dem monatlichen Kontoauszug und die Konstruktion der Konkurrenz auf dem heimischen Stadtfest befällt manch vornehmen Charakter unversehens eine warme Woge von Altruismus. Und manch findiger Marktteilnehmer entdeckt dabei seinen tief im Innersten verborgenen Hang zum Blockwart. Ehm, Sicherheitsbeauftragten.
It’s a bad, bad world.
ZitatUnd so Dinger wie der Rpl32/3 und auch der nur LS-gesicherte Adapter CEE32 auf CEE 16 passen nicht zu Stromverteilern, die an den 32er Abgängen nur 300mA RCD's haben.
Darf es die noch geben? Bestandsschutztheorien mal außen vor...
Mit freundlichem Gruß
BillBo
Zitat... aber auf allen hast du irgendwie immer Nahrung in der Hand
Sag ich doch. Während der moderne Messknecht noch mit Bootproblemen, Hardwareerkennung und Erinnerungen an in Kürze ablaufende Lizenzvereinbarungen kämpft sitzt der Praktiker längst beim Nachtisch.
Ganz im Ernst: ich habe mal gelernt dass Messungen immer dann Sinn machen, wenn man auf der Basis nachvollziehbarer, objektiver Grundvoraussetzungen ein möglichst fehlerfreies, reproduzierbares Ergebnis erhalten möchte. Das klappt unter Laborbedingungen bei disziplinierter Einhaltung aller möglichen Regeln und je nach betriebenem Aufwand einigermaßen zufriedenstellend. Manchmal auch nicht, dann sucht man den Messfehler. Auf der Livebaustelle mit all ihren Zufälligkeiten (wo stell ich mein Messmikro am Besten hin? Hier rollen noch ständig Kisten - dorthin reicht mein Kabel nicht - da vorne sind Treppen, das ist jetzt blöd mit dem Stativ) ist Objektivität aber von Anfang an nicht gewährleistet. Und Willkür beim Messaufbau führt leider zwangsläufig auch zum willkürlichen Ergebnis. Ich messe, was ich mir so denke – dann kann ich aber auch gleich schätzen.
Deshalb begegne ich, schon seit den Zeiten von Klark DN60, derlei 'Messungen' grundsätzlich mit Misstrauen; daran vermag auch das inflationäre Auftreten selbsternannter Laptop – Messingenieure ( - techniker reicht nicht; die Chose will ja auch ausgewertet und interpretiert werden) bislang nichts zu ändern. Dazu sind mir die Ergebnisse einfach zu schlecht, bzw. unterscheiden sich am Ende zu wenig von denen der SM58 – Frickler :D.
Böse Theorie: die Jungs, die's nötig haben mussten feststellen, dass sie allmählich mit ihren schweren Racks voller wichtiger Channelstrips, Röhrenkompressoren und Psycho – Acoustilyzern nicht mehr so recht punkten können und haben stattdessen die Welt der Laptops, Soundkarten und Messprogramme für sich entdeckt.
Das kriegt man in Zeiten streng budgetierter Stagehandarbeitsleistung auf jeden Fall schon mal leichter vom Nightliner zum Frontplatz und wieder zurück.
Nur eine Theorie.
Mit freundlichem Gruß
BillBo
Och – eigentlich ist die Unterscheidung zwischen Originalimpuls und Reflektionen fürs Ohr um so einfacher, je größer die Angelegenheit wird (ich bringe mal lange Nachhallzeiten mit großer Halle in Verbindung).
Ungleich schwieriger kann das sein, wenn Original, Delay und Reflektionen im eher kleinen Saal ziemlich dicht beieinander liegen; sowohl was zeitliche Abfolge als auch Pegel betrifft. Die unauffällige akustische Ankoppelung eines ‚Under Balcony‘ – Bereiches etwa, der da bei vollem Laden (und nur dann!) im hörtechnischen Niemandsland liegt, per Delay ans allgemeine Hauptgeschehen ist u. U. die bei weitem schwierigere Übung.
Zitatwarum artet das hier denn schon wieder fast in nem glaubenskrieg aus?
Menno, nu lass uns doch auch mal ein bisschen streiten! ![]()
Mit freundlichem Gruß
BillBo
Wenn Trafo und Schaltbild tatsächlich übereinstimmen hast Du natürlich recht. Allerdings fehlt in letzterem einer der beiden (tatsächlich aber wohl vorhandenen) schwarzen Schirmungsanschlüsse; zwei davon würden eher auf drei getrennte Wicklungen schließen lassen. Aber das lässt sich mit einem simplen Ohmmeter natürlich ganz einfach ausmessen.
Symmetrisch kann/ darf es übrigens durchaus auf beiden Seiten sein. Die mit der braunen Mittelanzapfung ermöglicht darüberhinaus die korrekte Festlegung eines galvanisch getrenten, gleichwohl definierten sekundären Massebezugspunktes.
Mit freundlichem Gruß
BillBo
ZitatAber mir dauert das einfach zu lange und ich finde es einigermaßen lächerlich, Leute eine Stunde rumhampeln zu sehen, um zwei Delyzeiten einzustellen.
Aber schön isses schon wenn man ihnen anschließend mit dem ersten hörbaren Ton zeigen kann, dass sie Murks eingestellt haben :D.
Zitat"dort wo die Pegel gleich sind, sollte die Laufzeit am besten stimmen"
Prima goldene Grundregel. In der bösen dreidimensionalen Wirklichkeit oft leichter gesagt als getan
.
ZitatNur muss es jetzt einer schaffen mir zur erklaeren wie man mit einer ungenauen Ermittlungsmethode ( Abschreiten ) ein sowieso schon ungenaues Ergebnis besser hinkriegt als mit einer genauen Ermittlungsmethode ( Messen ).
Ganz einfach, Du schreibst es ja eigentlich selbst: es kann gar kein genaues (oder richtiges) Ergebnis geben – außer für eine einzige Hörposition. Warum sollte ich also dann danach suchen?
Für die anderen 9.999 gibt es zwangsläufig mehr oder weniger faule Kompromisse. Die höre ich mir an; mit dem berühmten Knackfrosch nebst ein wenig hin und herwandern geht das ausgesprochen gut. Die dabei gewonnenen Eindrücke helfen mir zu entscheiden, auf welche Weise ich mit diesen Kompromissen voraussichtlich am wenigsten Schaden anrichten werde, und wie ich demzufolge mit den von mir beeinflussbaren Parametern (Verzögerungszeiten/ Lautstärkeverhältnisse/ Ausrichtung, falls noch korrigierbar/ ‚An oder aus?‘ :D) umzugehen habe.
Was nutzt mir dabei eine für einen zufälligen Punkt gemessene (oder aus ein paar zufälligen Messpunkten integrierte) Zahl?
Das Integrieren (nicht nur von ein paar Messdaten, sondern auch von persönlichen Höreindrücken/ Erfahrungswerten/ Prognosen auf mögliche Zuschauerverteilungen/ usw.) mach‘ ich dann im Zweifel doch lieber selber.
Mit freundlichem Gruß
BillBo
ZitatUnd die Wette mit dem Messen und dem Knackfrosch nehme ich an
ZitatIch setz nen Hunni
Zitatwann und wo?
Egal. Ich bin dabei :cool: :D.
ZitatPS, OT: Der Verweis auf H. v. Fallersleben sollte sicher zu den folgenden Zeilen führen:
"Den Stöpsel weg ! und schenket ein !
Schenkt ein, daß unser Herz erglühe,
und wie die Blum‘ am Sonnenschein,
so an der Glut des Weins erblühe !"
Doch, ganz richtig, genau daran habe ich unwillkürlich denken müssen.
Mit freundlichem Gruß
BillBo
ZitatAls allererstes muss ich sagen das ich persoenlich finde das man delaylines wenn es irgentwie auch nur im Ansatz moeglich ist vermeiden sollte.
Das finde ich auf jeden Fall schon mal genau die richtige Denkweise. In der Praxis steht im Angebot aber leider irgendwas von „gleichmäßiger akustischer Ausleuchtung des Publikumbereiches durch dezentrale Beschallung mittels Delaylines“, und der geneigte Kunde/ Veranstalter/ Architekt denkt sich 'boah, die Jungs haben den Plan, die nehm' ich'.
Keep it simple – fast immer wäre die vertikal passend skalierte 180° Monoampel über der Bühne die grundsätzlich beste Lösung (meinetwegen mit ein paar Stützlautsprecherchen L und R für räumliche Effekte). So hat man schon vor 50 und mehr Jahren viele Mehrzweckhallen, die meisten großen Kinos (da wars per Centerkanallautsprecher hinter akustisch durchlässiger Leinwand mechanisch/ statisch noch einfacher) und auch so manch berühmtes altes Opernhaus für das Gros der Zuschauer (und nicht nur für die paar Glücklichen auf den besten Plätzen) erfolgreich beschalllt. Lange bevor die Jungs kamen die alles besser wussten und ihre schwarzen Kisten links und rechts der Bühne gestapelt haben.
Zitatklar, wurde schon,
Schande, entschuldigung, habe ich tatsächlich überlesen.
Die 10m allerdings finde ich nicht besonders weit hergeholt. In einer ganzen Reihe von größeren Hallen finden sich (noch oberhalb der 'optischen' Hallendecke) fest verbaute Delaylines, die man, wenn man artig fragt, auf Wunsch auch durchaus mit benutzen darf, wenn man das denn möchte; konkret fällt mir da z.B. die Philipshalle ein. Und auch bei größeren Open Airs sind die Delaytower, wenn's gut gemacht ist, deutlich höher; schon um dem dahinter befindlichen Publikum möglichst wenig Sicht auf die Bühne zu rauben.
ZitatAuch wenn´s Offtopic ist: Wer heutzutage ohne Mess-System auf Job geht, und womöglich dabei noch dicke Rider schreibt, der hat irgendwas noch nicht kapiert.
Messgeräte und – aufbauten benutze ich seit 35 + Jahren regelmäßig. Ständig in der Werkstatt zwecks Fehlerdiagnose, gelegentlich bei Audioversuchsaufbauten auf freiem Feld zwecks Erkenntniserweiterung, eher selten auf Livebaustellen – dort zumeist dann wenn ich den Eindruck habe, dass die zahlende Kundschaft auf so was steht.
Zum konkreten Problem: ich behaupte, dass ich eine standard L/R/SuB/Nearfill/Delayline – Beschallungssituation mit meiner Knackfrosch/ Ohren – Umherwandermethode schneller, zielgenauer und für mehr potentielle Zuhörer zufriedenstellend eingestellt/ gelöst bekomme als Du mit einem hübschen Messaufbau, irgendwelchen willkürlich angesetzten Messpunkten und dem Versuch, angezeigte Ergebnisse richtig zu interpretieren und in die Praxis umzusetzen. Und nu?
Vielleicht ergibt sich ja irgendwann mal eine passende Gelegenheit, das auszuprobieren. Ich hab' bei so was schon ein paar mal gewonnen
.
Mit freundlichem Gruß
BillBo
Sehr schöner Thread. Hoffentlich muß ich nie auf einer Bühne arbeiten, deren Statik von der Art der Dachbeplankung abhängt.
Spontan empfehle ich die gelegentliche Beschäftigung mit Persönlichkeiten aus der deutschen Geschichte; etwa mit Werk und Zitaten eines Hoffman von Fallersleben.
Mit freundlichem Gruß
BillBo
Sehr schöne Beschreibung der Problematik. Ein paar weitere Anmerkungen/ Aspekte:
Auditorien sind häufig so aufgebaut, dass sie sich von der Bühne weg nach hinten mehr oder weniger halbkreisförmig aufweiten. Mit dem idealisierten Monodelay kommt man dort aus offensichtlichen Gründen oft nicht weit; das funktioniert zufriedenstellend so nur in der Sondersituation ‚ekliger langer Schlauch‘. Stattdessen betrachtet man die Bühne (bzw. das dort installierte Hauptbeschallungssystem) wohl oder übel als einen Punkt und stellt oder hängt die Delays je nach horizontalem Abstrahlungsvermögen und gewünschter Schallintensität in entsprechender Entfernung zueinander bzw. von diesem Punkt im Halbkreis auf. Schon aus diesem Grund ist die von bwaack erläuterte Problematik des L/R – Stereosystems oft ein echtes Ärgernis; in sehr vielen Situationen wäre die Monoampel über der Bühne akustisch die entschieden bessere Lösung.
Überhaupt noch nicht berücksichtigt wurde die Tatsache, dass sich die in gerts/ bwaacks Zeichnungen erläuterte Vektorproblematik nicht nur auf die Horizontale beschränkt. Selbst wenn wir nur vom simplen Idealfall EIN Hauptsystem/ EIN Delaylautsprecher ausgehen: die Dinger hängen in der Praxis 10m über uns. Gehen wir genau von vorn darauf zu ändert sich zwar unsere Entfernung zu beiden – leider aber nicht in gleichem Maße, weshalb mit jedem Schritt eine andere Delayzeit die ‚richtige‘ wäre.
Nebenbei sind aus diesem Grund auch sämtliche Angaben zum korrekten Timealignment zwischen Tops und Subs eines Systems Makulatur (und so manche Diskussion darüber Mumpitz), sofern sich diese in einiger räumlicher Entfernung zueinander befinden – sprich, Tops an der Truss/ Bässe vor oder unter der Bühne. Wem soll ich’s zurechtalignen, bitteschön? Dem Fan, der vor der Bühne steht? Dem Musikerpolizisten neben mir am FOH? Dem Zuhörer auf dem teuren Vorzugsplatz auf der Empore dahinter (für den ich u.U. sogar die Tops statt der Bässe verzögern müsste)?
Fazit: es gibt in der Praxis der dezentralen Beschallung keine korrekten Delayzeiten; also kann ich mir auch den Versuch ersparen, sie messtechnisch ermitteln zu wollen. Für die grobe Entfernung zwischen den Systemen reicht schätzen oder abgehen, der Rest ist stets ein Abwägen zwischen größeren und kleineren Übeln. Und das geht nur mit guten Ohren, gutem Schuhwerk, viel Sorgfalt und ganz, ganz viel Erfahrung.
Die Praxis sieht leider heute all zu oft ein wenig anders aus.
Bandtoni kommt in die Halle. LA links, LA rechts, vor der Bühne eine Reihe Subs. Schickes Digitalpult, ein Tonchef, zwei Azubis, drei Laptops. Haben wir alles gestern schon aufgebaut und die ganze Nacht eingemessen; passt perfekt. Okay, prima, spiel‘ mal Bassdrum.
Ka.....bumm
??
Ka.....bumm
??? Oha, Moment, da stimmt was nicht. Wie hast Du die Bässe verzögert? Ja nun, genau wie die Systemsoftware mir das angezeigt hat. Gut, schalt mal auf Bypass, und dann bitte noch mal.
Bumm!
Wunderbar, schon viel besser. Lass das mal so, den Rest (also die paar Millisekunden, die tatsächlich hörbar sinnvoll sind) mach ich dann gleich beim Soundcheck.
Leider bei Weitem kein Einzelerlebnis aus der jüngeren Vergangenheit.
Mit freundlichem Gruß
BillBo
Die Jungs liegen falsch. Das sind Ü – Eier, und zwar (Glückwunsch!) ziemlich teure. Sieht man, wenn man das gelbe Isolierband abzieht.
Außen komplett MU – Metall, drinnen ein sehr hochwertiger 1 in 2 Mikrofon – Splitübertrager. Die dünnen, von außen nicht so ohne Weiteres zuordbaren schwarzen Strippen enden zwecks Unterdrückung von Koppelkapazitäten an internen Schirmen zwischen den Wicklungen und gehören an die Masse(n) der beiden Sekundärkreise.
Technische Informationen bekommst Du, falls nicht beim Hersteller, vielleicht noch bei Eddy Frühwirt von der Firma Hico in Weilmünster; die haben/ hatten die Teile Anfang der 80er in beträchtlichen Mengen in ihren Trafosplitboxen verbaut.
Mit freundlichem Gruß
BillBo
Sooo. Da ich übers Wochenende auf Tour bin habe ich mich vorsichtshalber im Baumarkt meines Vertrauens gerade mit 50 Leuchtmitteln eingedeckt. Markenware von Osram. Glühbirnen! 100W!! Matt!!! Zugegeben, eigentlich mag ich die Dinger gar nicht sonderlich, und ein ganz klein bisschen peinlich war’s mir schon. Aber was soll man machen?
Für Schreibtischlampe und Leselampe im Schlafzimmer dürfte das locker bis zur Rente reichen; wenn nicht, wird halt geschmuggelt. Und danach muss man sich sowieso in vielerlei Hinsicht umgewöhnen, da kommt es dann auf den Wechsel zu alternativen Leuchtmitteln auch nicht mehr an.
Verordnungen sind dafür da, dass man sich dran hält!
Mit freundlichem Gruß
BillBo
Hamburger!
Natürlich will auch hier die Schilderung eines Einzelfalles nicht den Anspruch auf Allgemeingültigkeit erheben.
Es ist aber tatsächlich so, dass die unter chronischem Personalmangel leidenden Finanzbehörden ganz offiziell angehalten sind, ihren Außendienst möglichst erfolgsorientiert einzusetzen. Eine Steuerprüfung/ Betriebsprüfung ‚erwischt‘ Dich daher, abgesehen von der ersten Kennenlern - Umsatzsteuerprüfung, so gut wie nie aus purem Zufall. Die suchen ganz gezielt dort wo sie glauben, dass es sich lohnen könnte; zumeist übrigens aufgrund von Kontrollmitteilungen aus anderen Abteilungen oder von anderen Finanzämtern. Wer z. B. einen großen Kunden hat, der kürzlich in irgend einem Zusammenhang mal als respektabler Steuersünder auffällig geworden ist kann sich ziemlich sicher sein, dass er demnächst einmal Besuch erhält oder zumindest zu einem klärenden Gespräch eingeladen wird.
Im Laufe meines Berufslebens hatte es sich z. B. einmal ergeben, dass ich von einem Jahr aufs andere plötzlich ungewöhnlich viele nicht umsatzsteuerbare Auslandsaufträge auszuführen hatte. Prompt erhielt ich daraufhin ein Anschreiben des zuständigen Ressortleiters welches mir nahelegte, diese überraschende und doch recht umfangreiche Änderung meiner Umsatzstruktur bei einem kurzen Ortsgespräch auf der Amtsstube unter Vorlage der infrage kommenden Belege etwas näher zu erläutern; alternativ ließe sich die Sache später auch im Rahmen einer ausführlichen Umsatzsteuersonderprüfung :shock: regeln. Zum Glück konnte ich umgehend
einen Termin frei machen, der prima mit den Sprechzeiten des Sachbearbeiters harmonierte, und bei dem zufällig auch sein Chef Zeit hatte.
Alles nur Menschen.
Mit freundlichem Gruß
BillBo