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Beiträge von billbo

  • Warum werden so viele während der Show immer lauter?

    • billbo
    • 16. Juli 2008 um 13:05
    Zitat

    Wenn man eine gewisse Lautstärkevorgabe bekommt und am Anfang feststellt, dass man gut damit klarkommt, warum werden dann soviele Soundleute trotzdem immer lauter,


    Wie immer mit angemessener Verspätung:
    Es gibt noch einen ziemlich banalen Grund: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.
    Du hast Deine Vorgaben. Als Vertreter des Veranstalters oder ‚Hauptacts’ (was in diesem Fall das selbe war) lauten die: alle Anderen so klein wie möglich halten, damit wir am Ende mit Abstand als die Größten dastehen.
    Als Vertreter meiner Band habe auch ich meine Vorgaben. Und die lauten: ignorier das nach Kräften.

    In der Szene, um die es hier ging, steht Lautstärke (noch immer) hoch im Kurs. Spätestens seit den Zeiten von Tourneen, bei denen alle Bandnamen mit ‚R’ anfingen, müsstest Du das ja ganz gut wissen :D. Dort gehört es fast zum guten Ton, die Vorgaben (egal welche) zu verletzen; wenigstens ein ganz kleines bisschen. Zumal wenn man weiß, von welchem Bassisten die kommen. Und dort agieren auch tatsächlich nach wie vor Künstler, die ihrem Mischer ganz unmissverständlich antragen „Hol alles raus, was geht; wenn jemand Ärger macht, schick ihn zu mir“.
    Mit dem belgischen Kollegen, der nach mir dran war, dürftest Du deshalb zum Beispiel einigen Spaß bekommen haben. Bei dessen ‚gesetzlosem’ Chef weiß ich, dass das genau SO läuft.

    Vernünftig oder nicht – wer ab und zu gerne mal seine Tagespauschale in 1 1/2 Stunden erwirtschaftet und den Rest der bezahlten Zeit dann in behaglichen Hotelzimmern oder bei aufmerksamen italienischen Gastronomen verbringt, erfüllt dafür mitunter auch allerlei seltsam anmutende Kundenwünsche. (Andere sind bei der Lautstärke skrupelhafter, versorgen stattdessen ihren ‚Star’ vom ersten bis zum letzten Ton mit einem simplen 4/4 Takt Wallewalle – Echo. Wenn’s denn gewünscht ist – warum nicht? :roll:).
    Kunst oder gar R&R ist nicht vernünftig; wird es nie sein, egal, was wir hier schreiben. Das Überschreiten von Regeln und das Nichteinhalten irgendwelcher Vorgaben sind beiden sowohl unverzichtbares Bedürfnis wie auch deren integrale Bestandteile. Allemal näher am Pokerspiel als an politisch - technischer Korrektheit. Mitunter agieren da auch Oberliga - Festivalveranstalter, die – hm, hüstel - vergessen, ihren Headlinern die Vorkasse zu überweisen. Und die dann völlig überrascht sind und es ganz doof finden, dass die wegen vertraglicher Differenzen :D nicht wenigstens mal vorbeischauen mögen.

    Hat sich überhaupt nichts geändert seit den 80ern. Großes Kasperletheater. Und wir alle spielen mit.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Wie sollte ein FOH zum Lernen aussehen ?

    • billbo
    • 9. Juli 2008 um 20:59
    Zitat

    Ggf. auf das Systemhaus, welches die Anlage in die Location installiert und (hoffentlich) korrekt eingemessen hat (... und notfalls nehme ich dann einen Digitalcontroller, Schlepptop und Acoustilyzer etc. mit ... grafische EQs mag ich nicht.)


    Es gibt keine korrekt eingemessenen Anlagen. Außer ggfs. für einen Punkt im dreidimensionalen Gebilde, das man ‚Venue’ nennt.
    Viel Spaß mit Deinen Digitalcontrollern/ Schlepptops/ Acoustilyzern beim 10 – Minuten – Changeover vor 50.000 Zuschauern. Während Du noch den Kick Kanal analysierst, kommt vom Stagemanager das Kommando „Los!“
    Ich liebe grafische EQs.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Wie sollte ein FOH zum Lernen aussehen ?

    • billbo
    • 9. Juli 2008 um 19:54

    Ob das so sein sollte, sei dahingestellt. Dass das in 9 von 10 Fällen noch immer so oder so ähnlich ist, steht außer Frage.
    Außerdem: der Metallerlehrling feilt auch nicht wochenlang an seinem U-Stück rum, weil er im späteren Leben handgefertigte U-Stücke verkaufen will. Sondern weil er auf diese Weise die Härte und die Tücken seines Materials und seiner Werkzeuge (und damit die Grundlagen seines Berufs) am besten einzuschätzen lernt.
    (Und wie wichtig soziale Kontakte sein können. Zu den Kollegen in der Fräserei zum Beispiel.)

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Wie sollte ein FOH zum Lernen aussehen ?

    • billbo
    • 9. Juli 2008 um 18:44

    Da möchte ich mal ganz leise ein wenig widersprechen. :D

    Live – Ton üben mit einer Mehrspurquelle im Lager ist wie schwimmen lernen auf dem Bügelbrett im Wohnzimmer. Es scheint das Einfachste von der Welt, und der Delinquent ist sich sehr schnell sicher, die Sache im Griff zu haben. Dabei hat er vermutlich gerade, wenn überhaupt, genau das Falsche gelernt, und das Wichtigste überhaupt nicht: dass Wasser nass ist. Und kalt, und salzig. Und Wellen hat. Und immer der Stärkere ist, wenn man versucht, dagegen zu arbeiten statt sich mit seinen Tücken und Eigenheiten zu arrangieren.

    Genau so ist das leider mit dem Live – Ton. Was vor Studiomonitoren (oder gar unterm Kopfhörer) bestens funktioniert, funktioniert live garantiert überhaupt nicht – wenn ich mir nicht darüber im Klaren bin, dass ich mit meinen schönen Geräten nur Teil einer komplizierten, widerspenstigen, schwer berechenbaren elektroakustischen Gesamtsituation bin. Wenn ich die mit ihren Tücken und Besonderheiten nicht verstehe oder falsch einschätze, bin ich ohne Chance. Und gehe sang – und klanglos unter. Nicht nur als Neuling. Sondern, wenn ich nicht aufpasse, manchmal auch wenn ich das schon 30 Jahre lang mache.

    Die auf Neutralität und/ oder Gefälligkeit getrimmte ‚Abhöre’ zerstört mir live zunächst mal die Sprachverständlichkeit.
    Die ‚fette’ Bassdrum bringt live das Material an seine Grenzen und/ oder regt die Resonanzfrequenz der Halle an.
    Die runden, satten Toms entpuppen sich live als indifferentes Endlosdröhnen.
    Die zischende HiHat macht live den Hochtonweg dauerrot.
    Der Kompressor, der die Sache im Trockenen so schön dicht und kompakt macht, zerstört mir live vor Allem die Kanaltrennung.
    Das Gate, was mir im Studio so schön die Kanäle auseinander hält, verschluckt live allerlei von dem, was der dynamische Drummer da so trommelt.
    Der Bass ist noch gar nicht an. Warum ist der trotzdem schon so laut?
    Die knalligen Gitarren klingen 2 Minuten höchst beeindruckend – danach höre ich sie nicht mehr.
    All die ausprobierten schönen Räume und Effekte sind im besten Fall nutzlos. Im Normalfall
    machen sie aber aus viel Matsch sehr viel Matsch.
    So, fertig. Moment - war da nicht auch noch ein Sänger?

    Live mischen lernen heißt zuallererst, Liveakustik beurteilen zu lernen. Daher mein Vorschlag für FOH – Platz, Tag 1:
    Ein mittelmäßiges, auf üblen Discosound eingestelltes PA in miserabler akustischer Umgebung (also ein beliebiges leeres R&R Venue irgendwo auf der Welt).
    Ein (1!) ordentlicher Kanalzug mit durchstimmbarem Hochpass.
    Ein 31 – Bd. EQ zum Frequenzen lernen.
    Ein SM58.
    Aufgabenstellung: stell mir das Ganze so ein, dass ich Dich überall im Venue prima verstehen kann, ohne dass es dröhnt, heult, pfeift, klingelt, zischt. Während Dein Kollege da drüben auf der Bühne mit der Hilti Kabelkanäle in die Betonwand meißelt. Alle zwei Stunden wechselt Ihr Euch ab.
    So wird das was.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Bei mir war es so:

    • billbo
    • 8. Juli 2008 um 00:36

    Erstes PA – Gerät: ’Hopf’ 4-Kanal Vollröhren Mischverstärker. 2x EL34, lt. Herstellerangabe 50 Watt Dauermusikleistung. Angeblich konnte man ihn tunen, indem man den Netzspannungswahlstecker auf 200V statt auf 220V oder 240V steckte. Leuchtete alles ein bisschen heller, wurde aber nicht hörbar lauter; also haben wir es bei 220V belassen.
    Das Herumbasteln an Röhrentechnik erzog immerhin zur Sorgfalt im Umgang mit Orchesterelektronik (der Ausdruck ‚PA’ war damals ungebräuchlich; man hatte davon mal was in Verbindung mit Pink Floyd gehört). Die erste kleine Unachtsamkeit dabei hatte zur Folge, dass man den Begriff ‚Anodenspannung’ NIE wieder vergaß.

    Erstes Selbstbauprojekt: Zwei JBL Doppelrutschen aus Klingers Gehäusebaubuch. Natürlich nicht mit JBL (utopisch), sondern mit 39,- D-Mark – Chassis vom ‚Hobbyversand’ (der hieß wirklich so). Die Anschaffung entsprach trotzdem dem Jahreseinkommen eines Schülers, incl. Zeitungen austragen und 5 Mark von beiden Omas fürs Erreichen des Klassenzieles.
    22mm Spanplatte gab’s reichlich, Baumärkte (und damit Kreis – oder Stichsägen) leider noch nicht; dafür Papas Fuchsschwanz. Auch die Sache mit den vier 28cm - Ausschnitten für die Lautsprecher war lösbar. Weiß hier noch jemand, was eine Laubsäge ist?
    Nach einem halben Jahr fertiggestellt waren die Teile gewaltig, und gleichzeitig eine der ersten größeren Lebensniederlagen. Aus dem Altbaukeller, in dem sie zusammengeleimt worden waren, führte eine schmale Holztreppe mit anschließender 180 Grad – Kehre hinauf ans Tageslicht. Ohne Box jedenfalls; mit war nichts zu machen. Ums Verrecken nicht :evil:. :D

    Danach war ich für eine Weile lieber Lichttechniker. Philips Comptalux und aus Abbruchhäusern ausgebautes Schalter – und Kabelmaterial schienen deutlich einfacher zu handhaben. Aber der Anfang war gemacht.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • I don't need that, 2.0

    • billbo
    • 7. Juli 2008 um 22:07
    Zitat

    nö. die wollten schlicht ihr mat rauskloppen, weils auch der letzte act am letzten festivaltag war.


    Vor oder nach der Zugabe? :D
    Erfahrungsgemäß sind Festivalcrews nach 4 oder 5 Tagen Nonstop Dauerlärm bei Wind und Wetter ziemlich ungnädig mit überziehenden oder trödelnden (oder unerfahrenen) Tourparteien. Bevor Du also auf ein wenig geheucheltes Mitgefühl hoffen kannst daher noch ein paar Fragen:
    - Habt Ihr den Curfew eingehalten oder besser um ein paar Minuten unterboten? Verspätungen zum Abbaubeginn sind psychologisch eine wacklige Arbeitsgrundlage.
    - Hat Dein TL während der Eurer Show mit dem Stagemanager die Einteilung der Abbaumannschaft geklärt? Festivalcrew und Hands haben sich nämlich in den letzten paar Tagen gut kennen gelernt und es gilt untereinander längst als ausgemacht, dass beim Abbau nur dann mal kurz noch Backline angefasst wird, wenn sich’s gar nicht vermeiden lässt.
    - Habt Ihr vor der Show mal unauffällig ein paar zwanglose Worte mit den Hands gewechselt? NACH dem Abpfiff wird sonst der Ruf nach englischsprachigen Arbeitskräften selbstredend auf absolutes Unverständnis treffen. In jedem Land, selbst in England.
    - Hat sich Euer Trucker nach Kräften und erfolgreich bemüht, das Loading Dock zu blockieren? Die Bereitschaft, Rekorde beim Backline Laden zu brechen steigt gewaltig, wenn der erste PA – Truck vorher nicht an die Rampe kommt.

    4 mal uneingeschränktes „Ja“, und trotzdem ... ? Respekt! Ihr hattet es mit abgebrühten Vollprofis zu tun, die Feierabend haben wollten. Mein Beileid.

    Das Geschriebene gilt für die Annahme letzte Band = Headliner. Da gibt’s aber natürlich auch noch den Sonderfall ‚letzte Band NACH dem eigentlichen Headliner’. Chillout/ Rausschmeisser/ Partyband, nachdem die eigentliche Schlacht geschlagen ist und alle schon mal mit dem Abbau anfangen. Und es ganz toll finden, dass es Dich gibt. Kommt übrigens gar nicht mal so selten vor.
    In diesem Fall kann man sich glücklich schätzen, wenn am Ende des Sets gerade mal noch so viel von der Festivalproduktion übrig ist, dass man unmittelbar vor der Bühne noch wahrgenommen werden kann. Wozu gibt’s sonst Near Fills? Während rings herum die Geländestapler schon mal die Zäune einsammeln.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • I don't need that, 2.0

    • billbo
    • 3. Juli 2008 um 17:53
    Zitat

    busfahrer/innen deren gas und bremspedal offensichtlich nur die betriebszustände ganz oder gar nicht kennen.


    Jetzt geht die Digital - Diskussion schon wieder los.
    Gute Nacht.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Ministry FOH

    • billbo
    • 3. Juli 2008 um 12:20
    Zitat

    Und für Ministry würde ich auch eher auf Digidesign als Ilive tippen


    Der Kandidat hat 100 Punkte :D.
    Die haben FOH und Monitor Digidesign.
    Und am Monitorplatz ein Rack mit 6 Eventide H3000 drin. :D

    Sehr interessant, was die Kollegen da so treiben. Vom bloßen Zuschauen her hab ich das jedenfalls nicht so wirklich verstanden. Amis eben.
    Der XL3 - Festival - Vintage - Monitorplatz daneben war mir deshalb ehrlich gesagt auch auch viel, viel lieber.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • A&H i-Live - Erfahrungsberichte?

    • billbo
    • 30. Juni 2008 um 23:46
    Zitat

    Das hat A&H mit der ML-Serie doch längst geschafft.

    Hast Du schon mal eine (ernstzunehmende) Bühnenanweisung gesehen, in der es heißt „First Choice: Allen & Heath ML....“ ? Im Gegenteil, die Info ‚A&H’ (als Prunkstück der vom Veranstalter auserkorenen örtlichen PA – Firma) war in der Vergangenheit all zu oft gleichbedeutend mit dem Schild ‚Vorsicht! Holprige Wegstrecke!’. Konnte gut gehen, musste aber nicht.

    Unter englischen Alt – Tourprofis kursiert ein geflügeltes Wort: „I ordered an XL4. After all, I ended up with a GL4“. Ich habe eine ernsthafte Produktion bestellt, stattdessen muss ich mich jetzt mit Spielzeug rumärgern.

    Anders als die großen drei (Midas/ Yamaha/ Soundcraft) und zwischenzeitlich noch etliche andere Analogpulthersteller (TAC-Amek/ Soundtracs/ DDA/ Crest/ Platinum/ u.v.a.m.) hatte A&H meines Wissens nie ein voll modulares und damit im Ernstfall quasi bei laufendem Betrieb servicebares Oberklassepult auf dem Markt. Auch die ML – Serien entsprechen vom technischen Konzept her eher einem M3000 als einem PM 4000, einem Legend als einem Heritage, oder einem MH3 als einem Series Five. Allesamt Einfachkonstruktionen, bei denen die Elektronik mit Hilfe der Potis an großen, starren Blechplatten befestigt ist. Billig in der Herstellung, und auf Dauer nur dort einsetzbar, wo es nicht groß drauf ankommt, ob tatsächlich alles funktioniert. Und wenn sich die Reparaturen dann beim bestem Willen nicht mehr vermeiden lassen, eine echte Strafe für den fluchenden Serviceler.

    Mit wirtschaftlichem Erfolg hat das allerdings verblüffend wenig zu tun. Amek und andere sind längst pleite; A&H und Behringer stehen glänzend da.

    Aber wir reden über die Vergangenheit. Liveton – Bedienkonzepte von heute sehen anders aus. Eine Chance durchaus auch für Hersteller von Linksfahrerpulten :D (genialer Spruch!). Der Einstieg jedenfalls scheint ziemlich gut gelungen.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Suche info: Gußhörner mit Celestion Treibern

    • billbo
    • 29. Juni 2008 um 00:24
    Zitat

    .....volle Zustimmung. Wer würde denn damit ein Zweiwegsystem designen ?

    Hersteller von voll transistorisierten Röhrenleslie - Nachbauten? Oder Bühnenverstärkern für Wurlitzer Pianos? Gegen lästiges Germanium – Rauschen und - Zerren ist so ein beherzter 4 kHz – Tiefpass dafür sicher durchaus ein legitimes Konzept.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • A&H i-Live - Erfahrungsberichte?

    • billbo
    • 29. Juni 2008 um 00:00
    Zitat

    denn mit den früheren analogen konsolen hat das teil wirklich nicht viel gemein.


    Doch. Der PFL – Switch sitzt immer noch an der bescheuertst möglichen Stelle :D. Genau wie schon bei GL3 und Co. Irgendwo mitten drin, wo man beim Abhören des Sängers zwischendurch gerne mal versehentlich den Kanal mutet. Das lernen die nie. A&H war der Grund, sich anzugewöhnen, möglichst völlig ohne PFL zu arbeiten.

    Aber ansonsten hast Du Recht. Toll bedienbare Oberfläche; insbesondere der ‚Kanalzug’ harmoniert mit seiner Übersichtlichkeit und großzügigen Dimensionierung hervorragend auch mit älter werdenden Augen und Fingern. Ich hatte allerdings erst ein mal das (kurze) Vergnügen; leider ZU kurz, um näheren Einblick in bspw. die freie Konfigurierbarkeit zu erhalten.

    Auch Dein letzter Gedanke ist berechtigt. Viele werden bei einer Investitionsentscheidung abwarten (müssen), ob es A&H gelingt, ihr ‚Billigheimer’ – Image mit dieser Baureihe ernsthaft hinter sich zu lassen.
    Auf jeden Fall ist es das erste A&H – Produkt, was auch mich ernsthaft anspricht und in Versuchung führen könnte.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Suche info: Gußhörner mit Celestion Treibern

    • billbo
    • 26. Juni 2008 um 23:40

    Nö – wenn schon, dann „öffentlich“ :D.

    Also, ohne jetzt Deine knapp 3000 Beiträge nachzulesen, sondern aus dem Mitlesegedächtnis (das Selbstbaubrett verfolge ich immer nur so lange, wie’s für mich nicht völlig zu Böhmischen Dörfern mutiert) heraus stramm drauf los spekuliert:
    Du bist um die 50 Jahre alt. Verfügst über eine fundierte technische Ausbildung, Physikstudium oder so was. Arbeitest irgendwo in Forschung/ Entwicklung/ Projektleitung/ Qualitätssicherung, o.s.ä. Bist mir in Sachen Lautsprechertheorie so ein, zwei, drei Größenordnungen voraus. Und kennst Formeln und Symbole, die ich schon in der Schule (Mathe Abi 5minus) tapfer ignoriert habe.
    Ob Du tatsächlich im Bereich PA Dein Geld verdienst, also irgendwo Festinstallationen planst, Heavy Metal Monitoranlagen auf 135 dBa feintunst oder duftende Damen in Galagarderobe mit unsichtbaren Earsets ausstattest – da bin ich mir nicht so sicher. Vielleicht ist die Sache für Dich auch nur ein akribisch gepflegtes Hobby und/ oder Zweitjob, und Dein Einkommen beruht auf Geheimpatenten für Offshore – Bohrplattformen oder Nanotech - Werkstoffe.

    Meine Abneigung gegen die genannten Hornkonstrukte ist auch schnell erläutert. Die gehörten zu meinem ersten „Lautsprechervergleichstest“, zusammen mit JBL 2420 + 2345 (ich hoffe, die Bezeichnungen stimmen; auf jeden Fall der alte Anico 1“ auf Metallhorn). Streng unwissenschaftlich in Papas Garage. Versuchsaufbau: 4560/ K140, Selbstbauweichen nach Klinger, wahlweise die 3 genannten Kandidaten. Angetrieben mit Papas K&H Home Stereo und abwechselnd Dark Side Of The Moon/ Crime Of The Century/ Shure 565SD. Wir wollten rausfinden, welche Kombi der elterlichen Wohnzimmerbox klanglich am nächsten kam, nur eben möglichst viel lauter.
    Ich weiß nicht, ob die Testbedingungen wirklich fair waren, beim Celestion bin ich mir auch nicht sicher, ob’s wirklich ein DC100 oder ein DC50 war. Auf jeden Fall waren die Unterschiede so enorm, dass die Erinnerung bis heute nachwirkt. Und so ein paar Jahre ist das jetzt ja schon her.
    Trotzdem war JBL natürlich leider viel, viel zu teuer. Also blieben uns die RCF erhalten, und es kam ein Viertelkreis aus Piezos oben drauf. Led Zeppelin hatten so was Ähnliches schließlich auch.

    Hoffe, geholfen zu haben. :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Suche info: Gußhörner mit Celestion Treibern

    • billbo
    • 26. Juni 2008 um 00:30

    Ja. Der Horn – Treiber – Gott persönlich. Ich hab’ das damals erfunden.

    Entwicklungsprofis/ Theoriespezis und Alltagsanwender sollten sich niemals streiten; das habe ich in diesem Forum durch Mitlesen gelernt.

    Leider habe ich keins mehr von den Geräten, weder/ noch; wir würden uns sonst sicher sofort handelseinig :-D.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • I don't need that, 2.0

    • billbo
    • 25. Juni 2008 um 00:34
    Zitat

    mein mitgefühl

    oli


    Vielen Dank. Zum Glück waren’s diesmal nur 2 Nächte; von einem Festival zum nächsten, und wieder zurück. Weil Flexibilität augenscheinlich nicht die Stärke von Lufthansa und Co ist, sind solche hoch effektiven :roll: Aktionen wohl manchmal notwendig.

    Und zwar,

    Zitat

    wars n nightliner aus Berlin?....

    nein, sondern, „Tusch“: in einem Spanischen Nightliner. Ich wusste bislang nicht einmal, dass es so was gibt.
    Weil’s so schön war, gab’s dort auch keine Bettdecken („ist bei uns nicht üblich...“- ach so, und nu?). Die man in Stellung ‚Bratröhre’ tatsächlich auch nicht wirklich vermisste. Während bei ‚Gefrierfach’ der Daunenmumienschlafsack Modell Antarktis Outdoor das Mittel der Wahl gewesen wäre.
    Na ja, die üben bei dem Thema da wohl auch noch.

    But I like it. :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Suche info: Gußhörner mit Celestion Treibern

    • billbo
    • 24. Juni 2008 um 21:03

    Das Teil heißt ‚MH500’. Es ist das originale Celestion Radialhorn mit einer unteren Grenzfrequenz von :?: :idea: 500Hz.
    Zusammen mit DC100 in den 70er Jahren der direkte Konkurrent zu RCF TW101/ H4823 im Rennen um das Prädikat „schlechteste MH – Hornkombination aller Zeiten“. Gelungene Kombinationen aus lächerlichem Wirkungsgrad und katastrophalem Frequenzgang. Schließ es nicht an – tut schon im Leerlauf weh.

    Eins von beiden hatten damals in D alle Bands, die sich JBL nicht leisten konnten. Also alle. :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • I don't need that, 2.0

    • billbo
    • 23. Juni 2008 um 22:42

    Weil’s gerade mal wieder so schön war: Nightliner – Klimatisierung mit den beiden Wahlmöglichkeiten „Bratröhre mit Ober – und Unterhitze“ und „4 Sterne Gefrierfach“. :?
    Wir fliegen seit knapp 40 Jahren zum Mond. Wir beschallen seit einigen Jahren sechsstellige Zuhörerzahlen gleichmäßig mit 99 dBA +/- 3 dB. Alles Killefitt, verglichen mit dem Problem des halbwegs gleichmäßigen Einhaltens einer erträglichen Schlaftemperatur im fahrenden oder stehenden Nightliner. Das stellt augenscheinlich eine technologische Grenzherausforderung dar, deren Bewältigung sich zukünftige Generationen zu stellen haben werden.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Mal wieder 'Monitore einpfeifen'

    • billbo
    • 23. Juni 2008 um 21:18

    Hoppla, ein neuer Thread. Ursprünglich war das aber nicht beabsichtigt. :D

    Zitat

    Die Notwendigkeit einzupfeifen hat nicht zwingend was mitr der Qualität der Wedges zu tun, sondern schlicht mit der Raumakusitk auf der Bühne.


    Es sind immer drei Faktoren:
    - die Wandler (Box + Mikro) mit ihren Stärken und Schwächen. Heutzutage (und auch vor 25 Jahren schon) meistens ganz okay
    - die Bühnenakustik mit ihren Stärken und Schwächen. Meistens eher Schwächen
    - die Künstler und ihr Umgang mit beidem. Bleiben wir höflich.

    Zitat

    Aber genau dort trifft man dann auch schlechteres Material, unerfahrenere Musiker etc. an. In z.B. BillBos Liga magdas anders aussehen, da darf man wohl getrost diese Faktoren aussschliessen.


    Beides nicht ganz richtig.
    Zwar habe ich das Glück, hin und wieder auf großen und schönen Bühnen mit dabei sein zu dürfen; trotzdem mache ich ungleich mehr Jobs vor 250 zahlenden Zuschauern als vor 25.000 oder 50.000. Fast allen, auch den ganz namhaften Kollegen, die mir bei den ‚großen’ Festivals da und dort begegnen, geht es ähnlich.
    Wer als Selbständiger oder Freier über Jahrzehnte von dem Beruf lebt hat wenig Gelegenheit, das Ligadenken zu pflegen, sondern nimmt das, was sich gerade anbietet. Sonst verhungert er oder langweilt sich zu Tode. Selbst ein Mick Hughes hat schon mal meine Kisten irgendwelche Birminghamer Kellerclubtreppen hinuntergerödelt; genau so wie ich anderswo seine.
    Auch die Annahme, ab einer bestimmten Bühnengröße träfe man ausschließlich auf Cracks, geht an der Wirklichkeit vor, hinter, neben (und vor Allem auf) der Bühne oft ziemlich vorbei. Dafür ist unsere Rock – und Popszene viel zu wechselhaft und schnelllebig. Tatsächlich stehe ich dort zwar oftmals hinter einem Fremdtech, schaue ihm verstohlen über die Schulter, und denke mir „wow, wieso klingt das bei dem genau so klar, sauber, luftig, durchsichtig und wuchtig zugleich, wie das bei mir nie klingt?“ Ebenso häufig stehe ich dort aber auch und überlege mir, wie ich jetzt durch vorsichtige Hilfestellung oder unauffällige Noteingriffe das Schlimmste verhindere.

    Zitat

    Ich kenne da aber allerhand nicht dörfliche Umgebungen, die dieses Problem ebenfalls bieten:

    1. Sogenannte Rundbogen-, Kuppeldach, Tonnendach,- u.s.w. Openair-Bühnen auch die großen, ( ... und nein auch bei wildem Monitorrücken kommt man bei entsprechend "klug" gewählter Dachhöhe nicht aus dem "Brennpunkt".


    Gerade diese Brennpunktproblematik kann sich unter dem Halbrunddach der größten StageCo Openairbühne genau so ergeben wie unter der Dachkuppel des zum Musikclub umgebauten Ex – Pornokinos. Allerdings kann man dort, nachdem die Lichtler über Nacht 600 Par Cans ausgerichtet und bis Sonnenaufgang Wackler programmiert haben, nicht mal eben aus akustischen Gründen die Center Position verändern. Es sei denn, man legt Wert auf ganz neue Erfahrungen als After Show Nightliner – Mobbingopfer, oder man war schon länger auf der Suche nach einem formidablen Anlass, aus dem Projekt aussteigen zu dürfen.

    Zitat

    Und so nebenbei, manche können sich wundern, aber auch beim Eqen der Monitore kann man Überaschungen erleben, denn zB ein Brillenträger hat ein Anderes Koppelverhalten als eine Person mit Hut, usw.


    Ganz wichtig, und oft unterschätzt.
    Ich habe seit vielen Jahren immer mal wieder mit dem Frontmann einer halbwegs bekannten Deutschen Metalcombo zu tun. Bei dem koppelt es IMMER im Bereich zwischen 3,5 und 4 kHz. Egal, welcher Wedge; egal, welches Mikro. Völlig unmöglich, das vorher zu provozieren. Mikro zuhalten, Handfläche als Reflektor, jede denkbare Position hinter dem Mikro – alles absolut safe. Und bei 6 dB mehr immer noch. Die Größe der Nase, die Form der Wangenknochen, die Feuchtigkeit der Haut – nur bei ihm passt das dann hinterher todsicher alles wieder perfekt zusammen. Fiieep!

    Ganz allgemein gilt aber: für’s Monitormachen haben wir unsere beiden wichtigsten Werkzeuge immer bei uns. Unsere Ohren, und unsere Stimme. Mit deren Hilfe muss jeder Monitorer in der Lage sein, beim Einsprechen sich anbahnende Probleme im Vorfeld zu erkennen, um sie dann mit den jeweils verfügbaren Hilfsmitteln zu mildern und die Grenzen des Machbaren möglichst weit nach oben zu verschieben. Das ist die Basis seines Jobs; auf jeder Bühne, in jeder akustischen Umgebung, mit jedem angetroffenen Material.
    Wer das nicht beherrscht, muss üben, üben, üben, und noch mal üben. Von allein kann das niemand, und auch das Studieren von Fachliteratur und Manuals nützt in diesem Fall mal wenig. Man lernt es in der Praxis!
    Und kann es übrigens auch wieder verlernen. Wenn ich mal einige Wochen „nur“ FOH gemacht habe, brauche ich durchaus ein paar Tage Übung, um die gewohnte Sicherheit am Monitorplatz wieder zu erlangen.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Mal wieder 'Monitore einpfeifen'

    • billbo
    • 20. Juni 2008 um 00:13
    Zitat von "guma"

    Habe mir erlaubt, hier ein neues Thema zu machen:

    Aber im Ernst: wenn ich was von ‚Monitor einpfeifen’ lese, kriege ich Gehörgangspickel. Das weckt bei mir Assoziationen an eine Bühne mit 2 Eigenbauwedges drauf, dazu ein einsames, auf den Boden gerichtetes Gesangsmikro, und 24 bis fast zum Anschlag gezogene Terzfilter. Nebst einer zwischen Stolz und Panik schwankenden Begrüßung durch den örtlichen VT – Azubi – Monitorbetreuer: Monitor ist schon alles fertig, brauchst Du (noch besser: brauchen SIE) gar nichts mehr zu machen.

    Auch wenn’s noch so oft in irgendwelchen Foren so zu lesen ist: kein Tonmann/ Monitorer, der wirklich was von seinem Job versteht, ‚pfeift’ seine Wedges ein. Ich kenne niemanden, der das so macht.
    Wenn ich wissen will, was die Wedges da vorne heute so können, stelle ich meinen Kanalgain ein, drehe alles auf Null, gehe zum Mikro, spreche rein, und höre mir das Ergebnis an. Was mir nicht gefällt, wird am EQ geändert; dann höre ich’s mir wieder an. Was jetzt noch nicht passt, wird noch mal geändert; und wenn’s dann immer noch nicht hinhaut, eben noch ein drittes Mal. Jetzt sollte es dann aber so langsam stimmen.
    Wenn nicht, kann das 2 Ursachen haben. Entweder, auf der Bühne steht echter Müll. Kommt leider manchmal vor, wird dann halt ein blöder Tag. Oder ich habe ein echtes Formtief, kommt leider auch manchmal vor. Dann muss ich eben noch mal komplett von vorne anfangen.
    Was aber ganz sicher niemals vorkommt, ist ‚Einpfeifen’!

    Sorry für OT, viel Spaß, und nichts für ungut.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Funktionen, die niemand braucht...

    • billbo
    • 19. Juni 2008 um 00:16

    Ist Euch schon mal in den Sinn gekommen, dass es Tontechniker geben könnte, die an EQ – Einstellungen etwas ändern möchten, auch ohne dass dabei gerade irgendwas ‚pfeift’? Einfach so; weil sie’s gut finden oder für nötig halten?

    Weniger ins Internet; dafür öfter mal hinters Pult!

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Festivalpulte analog oder digital 2008

    • billbo
    • 18. Juni 2008 um 16:54

    Ein nett formulierter und völlig realistischer Riderauszug, und außerdem spielend leicht zu übersetzen:
    Nr.1 wäre das absolute ‚nice to have’ Traumsetup unseres Produzenten und Stammmischers, denn das hat er selbst. Es ist uns natürlich klar, dass wir das so kaum irgendwo vorfinden werden, führen es aber trotzdem mal hier an, um Euch auf diese Weise einen kleinen Hinweis darauf zu geben, dass wir ein Bissel was von der Sache verstehen.
    Wir wissen zwar zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Riders noch nicht, wer von unserer Stamm – oder Ersatzcrew zu den fraglichen Festivalterminen Zeit haben und dabei sein wird, wollen aber auf jeden Fall mitspielen. Und dafür reicht uns selbstverständlich jedes beliebige funktionierende digitale oder analoge Frontplatzsetup, welches heute gängige professionelle Mindeststandards erfüllt.

    Wenn ein Kunde mir eine solche Anforderung weiterleitet, maile ich ihm ein kurzes „Problemlos“ zurück und erwarte einen netten Arbeitstag mit angenehmen Kollegen.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

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