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  2. billbo

Beiträge von billbo

  • I don´t need THAT!!!

    • billbo
    • 17. Juli 2007 um 21:52

    Soundcheck in einer weiß getünchten südspanischen Stierkampfarena mittags um ein Uhr. Auf einer nicht überdachten Bühne („hier regnet es nie“). Mit einem in keinster Weise auf ‚Monitor’ eingerichteten M7CL. Auf dessen Display man in der prallen Sonne nicht mal erkennen kann, ob das Ding ein – oder ausgeschaltet ist.
    Der BSS – Splitterschrank ist es jedenfalls nicht. Das kann man zwar auch nicht sehen, bemerkt es aber daran, dass an beiden Pulten noch weniger Kanäle korrekt ankommen als in Spanien ohnehin üblich. Nämlich gar keiner; das ist selbst für Andalusien ungewöhnlich.
    All das bei geschlossener Abwesenheit der (ohnehin nutzlosen, weil vollkommen überforderten) spanischen PA – Crew. Um diese Uhrzeit, während der Siesta, arbeiten nur schwer zu verstehende, masochismusverdächtige Mitteleuropäer.
    Der einzige noch anwesende Spanier ist ein freundlicher, gut genährter Esel, der aus seiner Box heraus auf die merkwürdigen Geräusche, die hin und wieder den Monitorboxen entquellen, mit noch merkwürdigeren Geräuschen antwortet.

    Laut Plan soll die erste Vorband um 16:00 spielen. Allein – mir fehlt der Glaube. Und nicht nur mir.
    Unsere Vorahnungen bzgl. des weiteren Tagesablaufes werden ihre Bestätigung erfahren....

    Olé!

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Shure KSM9: Erfahrungen?

    • billbo
    • 5. Juli 2007 um 00:17
    Zitat


    ich denke, dass ein Kuhschwanz eine waagrechte Asymptote hat und nicht logaritmisch nach oben geht


    Stimmt – ein Kuhschwanz hat auch eine Stopfrequenz, das habe ich im Übereifer schlicht übersehen.
    Das heißt allerdings auch: zumindest das Teil, das ich gestern unter den Fingern hatte (ältere analoge EV – Systemweiche) nutzt keinen Kuhschwanz, sondern einen simplen Hochpass zur Hornkompensation. Von Stopfrequenz ist da nämlich nichts zu sehen. Es steigt einfach immer weiter...

    Zitat

    und dann wäre da noch bei den modernen Controlern der AD-Wandler, der einen steilflankigen Eingangstiefpass zwingend erforderlich macht, so von wegen Abtasttheorem,


    Dass es in der digitalen Welt etwas anders aussieht, d.h. nach oben hin irgendwo Schluss sein MUSS, ist mir trotz mangelnder Theoriekenntnisse klar. Unendliche Abtastraten wird es so schnell nicht geben.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Kennt ihr das auch......

    • billbo
    • 4. Juli 2007 um 00:22
    Zitat

    Wobei der einfache Blechkorb des SM 58 das mit fiesen Beulen dankt!

    Man nehme: 1 geeigneten (Stahl-) Eierbecher. 1 Schraubendreher mit schön gerundetem Heft. 1 300 Gramm – Hammer. 1 wenig Mut und Augenmaß.
    Blech lässt sich in verschiedene Richtungen beulen!

    Das funktioniert so drei bis zehn mal; danach sollte man ernsthaft die Investition eines Austauschkorbes in Betracht ziehen.

    Außerdem haben Mikrofone mehrere Leben. Von ‚Gala’ über ‚R&R’, ‚Opening Act’, ‚Punk’, ‚HipHop’, bis hin zu ‚Ersatzteilträger’, ist’s ein langer, weiter Weg.


    Zitat

    zu sennheiser:
    versuchs mal mit der e935 kapsel, die könnte dir eventuell gefallen...

    Meine Vorurteile gegenüber Sennheiser Gesangsmikrofonen sind seit Profipowerzeiten mindestens so betonhart wie die anderer Diskussionsteilnehmer gegenüber SM58 :D.

  • Kennt ihr das auch......

    • billbo
    • 3. Juli 2007 um 22:52
    Zitat

    Hall,
    dass das SM58 kein zeitgemässes mic mehr ist, sollte auch der letzte dorfbeschaller langsam mal mitbekommen.

    Tach, hier bin ich :D!

    Es gibt einen alten Tonlerspruch: "Wer’s mit 57ern und 58ern nicht hinkriegt, kriegt’s sowieso nicht hin".
    Der gilt bis heute.

    - SM 58: geht immer. Kann (fast) alles. Zumindest alles, was für die Praxis wichtig ist.

    - Beta 58: ist lauter und hat mehr Höhen. Dafür poppt’s mehr, geht leichter kaputt, und ist in wildem Bühnengetümmel monitormäßig schlechter beherrschbar. Dann lieber gleich das Beta 57.

    - Beta 87: viel kritisiert, aber ich mag es. Wenn man die Höhenproblematik zu handeln weiß, lässt sich damit ein klares, druckvolles, sauberes Mittenbrett fahren. Für Sprache nicht so schön; weil ähnlich poppempfindlich wie das Beta 58.

    - Sennheiser: baut tolle Mikros. Gesangsmikros müssen sie noch üben.

    - Audix OM5 und OM6: überbewertet. Koppeln recht spät; aber wenn, dann völlig unvermittelt und gewaltig. Nicht mein Ding.

    - EV ND Serie: unterbewertet. Neutral, sauber, laut, problemlos. Will trotzdem niemand sehen.

    - Beyer, AKG: immer mal wieder gut für Spezialanwendungen. Verwirrende und unkonstante Modellpolitik verhindern seit Jahrzehnten erfolgreich jedwede Marktdurchdringung.

    - Audio Technica: habe ich (zu?) wenig Erfahrung mit.


    Leider nur die Gedanken eines (hinter)letzten Dorfbeschallers.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Shure KSM9: Erfahrungen?

    • billbo
    • 3. Juli 2007 um 21:37
    Zitat

    Die ganz gewissenlosen Tonflegel (so wie meiner einer :D ) geben beim Einsatz von Kondensatormikros für R'n'R-Gesang einfach dem 10kHz-Schieber im Main-EQ ordentlich eins drauf (-5 bis -6 dB). Wenn das noch nicht reicht kriegt der rechte Nachbar gleichermaßen eine übergebraten, dann wird aber bisweilen schon die HiHat recht leise...


    Banause! :D

    Andererseits – derartig frequenzselektives Arbeiten verdient ja fast schon wieder die Bezeichnung ‚audiophiles Feintuning’.

    Ich liebe DN300. Ist zwar leider nur selten anzutreffen, hat aber zwei entscheidende Regler mehr als andere EQs. Wenn’s aus unerfindlichen Gründen mal wieder allzu sehr zischelt und brizzelt, einfach den rechten davon langsam nach links drehen. Dabei bloß nicht hinschauen; einfach dort aufhören, wo’s gehörmäßig passt. Und falls dann die Potikappe auf 5 kHz zeigt: na wenn schon, das Ergebnis zählt.
    Mein Job ist schließlich die möglichst schlüssige Weitervermittlung musikalisch/ textlichen Bühnengeschehens, und nicht die Befriedigung meiner heimlichen High End – Phantasien :).


    Zitat

    OK, problem erkannt, gefahr gebannt?


    Weil ich eh' gerade einige dröge Werkstatttage mit der Renovierung älterer Systemampracks verbringe, habe ich heute gleich mal ein paar ‚Prozessoren’ mit Oszi und Frequenzgenerator untersucht. Und siehe da: ab 5 kHz geht’s steil nach oben. Bei 10 kHz geht’s steil nach oben. Bei 15 und 20 kHz auch. Und selbst bei 25 kHz ist noch nicht Schluss. Erst knapp unterhalb der 30 bereiten die Unzulänglichkeiten schnöder NF – Elektronik dem Unfug ein Ende. Vermutlich HF – Entstörglieder, die das Teil vor der Selbstzerstörung bewahren sollen :-D.
    Gar nicht auszudenken, was passiert, wenn am Anfang der Übertragungskette nun plötzlich Schallwandler werkeln, die derlei Oberwellensalat nicht nur übertragen können, sondern auch noch kräftig featuren.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Shure KSM9: Erfahrungen?

    • billbo
    • 3. Juli 2007 um 02:08

    Keine KSM9 – Erfahrung, trotzdem mein Senf:

    Das Ganze erinnert mich sehr an meine ersten Begegnungen mit ß87 vor ein paar Jahren. Ich denke, Guma und Wasserkocher sind mit ihren Anmerkungen auf der richtigen Fährte; man muss die gesamte Signalkette betrachten.

    Laut Tony Andrews hat man ja seit geraumer Zeit die Herstellung gut klingender Lautsprechersysteme aus Kostengründen eingestellt und verlässt sich stattdessen auf elektronische ‚Rumbiegereien’; ist halt billiger. Eine Auffassung, die ich weitgehend teile.
    Allen heutigen Zweiwegesystemen gemein ist die Hornkorrektur, technisch meist das simple Anheben der Verstärkung von Frequenzen oberhalb einer bestimmten Eckfrequenz (z.B. 4kHz) mittels eines einfachen Kuhschwanzes, um dem nachlassenden Wirkungsgrad des Treibers entgegen zu wirken. Früher analog, heute per DSP.
    So weit alles bekannt, klar. Trotzdem denken wir selten darüber nach, was das bedeutet.
    Ausgehend von 4kHz sind das +12dB bei 8kHz, und bereits +24! dB bei 16 kHz. Und da hört’s nicht auf, sondern geht logarithmisch weiter; je nach Qualität der heute verwendeten Elektronik noch mal fast eine Oktave.
    Solange wir mit SM58 o.ä. arbeiten ist das nicht sonderlich tragisch. Da ist unter 10kHz Schluss; was nicht da ist, kann auch bei 100dB Verstärkung keinen Schaden anrichten. Sozusagen der letzte wirksame Tiefpass unseres Gesamtsystems; alle anderen haben wir mit steigender Qualität der Signalverarbeitung im Laufe der Zeit abgeschafft. Und nach oben hin geben wir ja noch mal tüchtig Gas, mit 12 dB/ Okt, so lange, bis die Elektronik schlapp macht.
    Mit der Zusatzoktave der Kondensatoren entfernen wir diese letzte Sicherung, mit drastischen Folgen. Plötzlich haben wir Probleme mit Frequenzen, von denen wir vorher nicht wussten, dass es sie gibt; Rückkopplungen oberhalb unseres Hörbereiches z B. Noch schlimmer aber wirkt sich aus, dass wir nun gerade mit den weit vorne gemischten Gesangskanälen aufgrund der irrwitzigen Verstärkungsfaktoren innerhalb der obersten Oktave (und darüber hinaus!) schon bei lächerlich scheinenden Pegeln ständig in den Bereich der schnellen Schutzschaltungen des Hornweges geraten und uns so mit den detektierten nutzlosen +30 dB – Peaks bei 20 kHz den gesamten Bereich oberhalb von 1 kHz zerschreddern. Mit dem, was uns eh schon nervt, drücken wir auch noch das weg, was wir eigentlich suchen.

    So sehr das Thema ‚Low Cut’ inzwischen für Jedermann selbstverständlich ist, so selten findet sich erstaunlicherweise ein sinnvoll nach oben hin begrenztes Setup, auch wenn das heute wichtiger wäre denn je.

    Das Ganze ähnelt dem Effekt, den ich oft (auch an mir selbst) beobachte, wenn man nach längerer Gewöhnung an Clubgrößenordnungen - oder gar zum ersten Mal - im Stadion mischt. Der unwillkürliche Versuch, die gewohnt zischende „10m - Hi Hat“ in 50m Entfernung zur Bühne genau so hinzubekommen, endet zwangsweise fatal, weil man damit den gesamten Hornweg in die Knie zwingt, noch bevor man überhaupt etwas hört.

    Schon länger mag ich daher Pulte mit durchstimmbaren Kanal – Hi Cuts. Bisher waren das in der Praxis lediglich XL4, Series Five, und Amek Recall (und die Gelegenheiten entsprechend selten). Das wird sich mit den weitgehend frei konfigurierbaren Filtern der Digitalpulte ändern; schon mit einem LS9 kann man auf einfachem Weg (z.B. per Output Eq.) durchaus geeignete Gegenmaßnahmen treffen.

    Oberhalb der Größenordnung ‚Kammerkonzert’ ist es bei keiner Livebeschallung sinnvoll, Frequenzen jenseits von 10 kHz übertragen zu wollen :roll:.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • DIE HÄRTESTEN SPRÜCHE DIE EIN PA TECHNIKER

    • billbo
    • 28. Juni 2007 um 21:50

    „Bass players are very expensive in Ukrainia. We can’t afford bass player.“

    Antwort des Veranstalters eines größeren Metal – Festivals in Kiev, der dort nachmittags im Vorprogramm mit seiner eigenen Band auftrat, auf die Frage, warum es in dieser Band denn keinen Bassisten gibt.

  • PAR 36 (28V / 250W)

    • billbo
    • 28. Juni 2007 um 21:38
    Zitat

    Gibts da vielleicht noch irgendwas zu beachten? (außer das immer 2 Parallel sind)

    Ja: maximal an 110 Volt betreiben!
    Hier in Europa kann es praktischer sein, die Dinger in Reihe zu schalten.

    Klempner ist auch ein schöner Beruf.

    (entschuldigung, ich konnt' nicht anders)

  • platte Pappen Frage

    • billbo
    • 28. Juni 2007 um 00:04

    Telefunken Mister Hit? :D

    Probiers mal in der Car - Hifi - Abteilung. Die bauen ja neben Schrott auch ganz passabel klingende Sachen und haben diese Einbautiefenprobleme ständig. Ich bin mir sicher, da schon mal so etwas gesehen zu haben; kann dir jedoch leider keine konkrete Produkte nennen.

  • rolling stones - frankfurt

    • billbo
    • 27. Juni 2007 um 23:53
    Zitat von "Manuela"

    wenn man für die Alt-Stars die alten MT4 wieder rauskramen würde wär alles "wie früher" 8):D

    Tz tz – neumodischer Kompaktkram.
    Damals ging’s um Shearer, Community Leviathan, 5x3 - Multizellularhörner, und ähnlich graziles Kleingerät. Schwer beeindruckend auch ‚Showco Supertweeter’ – Aufsätze: je 24 bzw. 48 Motorola Piezos in einem Gehäuse. Das zischelte prima.
    Für Charlie Watts war das allerdings nix. Da offenbarten sich mit einem Male doch deutliche HiHat - Latenzprobleme.

  • Afa für VA-Technik

    • billbo
    • 27. Juni 2007 um 00:46

    Wird bei dieser Betrachtungsweise nicht außeracht gelassen, dass in unserer Gewerbeanmeldung i.d.R. „Vermietung von Geräten der Veranstaltungstechnik“ o.Ä. steht? Ich vermiete gerne auch mal ein einzelnes Pultnetzteil; als solches hat das dann für mich auch ohne Pult einen leicht nachvollziehbaren Nutzwert – ich überlasse es meinem Kunden für gewisse Zeit und bekomme Geld dafür.

    Im Umkehrschluss wäre ansonsten auch ein 100 – Euro – Mikrofon nicht GwG, weil man’s ja alleine für sich nicht benutzen kann; sondern es müsste dem ‚Betriebsvermögen Beschallungsanlage’ zugerechnet werden.
    Bei einem Kollegen hat ein Steuerprüfer mal in dieser Richtung argumentiert, ist aber nach vielem Hin und Her damit letztlich nicht durchgekommen (oder hat sich beschwatzen lassen, das weiß ich nicht so genau).

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • rolling stones - frankfurt

    • billbo
    • 27. Juni 2007 um 00:05

    Stones – Fan und Tonmensch in einer Person zu sein ist ein tragisches Schicksal. Ich weiß, wovon ich spreche :D

    Schon in den „Riebes’ Fachblättern“ Anfang der Siebziger wurde in regelmäßigen Abständen die gerade neueste Stones Welttour – PA vorgestellt. Jeweils das Tollste vom Tollsten; immerhin spielten die Jungs damals weltweit in einer eigenen Liga. Und kurz danach gab’s dann die ersten vorsichtigen Leserbriefe, warum es denn wohl trotzdem nicht so ganz dolle rübergekommen war... Viel hat sich anscheinend nicht verändert.

    So richtig grausam waren Bootlegs, die damals von jeder Tournee zuhauf auf Vinyl erschienen und in subversiven Kleinstplattenläden 'für ohne Quittung' unter der Ladentheke standen; vom Fachmann für Kenner. 'Mister Hit' tat dann das Seinige hinzu. Und auch da vor konnte man noch ein Mikro stellen, um seine persönliche Qualitätskopie auf Kassette zu ziehen.
    Des wahren Fans unverzichtbarste Wesenszüge sind Verständnis und Leidensfähigkeit.

    Interessierten empfehle ich Originalaufnahmen des Hyde Park Konzertes von 1969. Aber Vorsicht! Zumindest Pink Floyd Fans sollten dabei bequem sitzen.

    Lediglich Led Zeppelin waren, beflügelt durch alles, was der moderne, unabhängige Künstler seinem Körper an bewusstseinserweiternden Substanzen in irgendeiner Form vor einem Konzert zuführen konnte, live NOCH schlechter. Da schlich man sogar als Hardcorefan anschließend etwas wortkarg und mit roten Ohren aus der Westfalenhalle.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    (der 1981 sein letztes :cry: Stones – Konzert gesehen hat)

  • Rider-Auslegungsfragen

    • billbo
    • 22. Juni 2007 um 14:20
    Zitat

    ... interesse ?

    Hmm....so für ganz, ganz kleines Geld, als eine Art hoch ambitioniertes Restaurationsprojekt? Du führst mich in Versuchung :D.
    Warum eigentlich nicht? Mail‘ mal ne Zahl.

    A pro pos 600 Zahlende: Teilbestuhlt ist aber doch so bei 350+ Schluß, oder? Jedenfalls hat deine Chefin nie wesentlich mehr mit mir abgerechnet.

    :roll:

    Meinst du, ich sollte demnächst vielleicht doch besser mal tickern? Wird ja in dieser Szene nicht soo besonders gerne gesehen... oder tut euer Koch dann anschließend irgendwas ins Essen?

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Rider-Auslegungsfragen

    • billbo
    • 21. Juni 2007 um 21:03

    -

    Zitat

    24ch crest x-8 pult, 4x eq bss, 4x fx (t.c. und yamaha), 8xcomp (dbx 160+166), 8x gate (drawmer 201)
    - 10kw gae pa, bss controling, lab-gruppen amping, delays auf'm balkon, dateq limiter-system
    - 8 wedges eaw monitoring, 4 mon-wege, 2-wege aktiv mit bss controling und chevin amping, drumfill
    - 30ch lichtanlage, pars, fresnels, profiler, floors, 24er ma-lightco


    Na, die Ausstattung klingt doch als Basis ganz vernünftig. Zwei Dinge fallen mir auf:

    - 24 Kanäle (plus 4 Stereos) sind für Kabarett/ Kleinkunst i.O., für ‚Weltmusiker’ mit ihren manchmal Bigband – großen Besetzungen voller Klappern, Rässelchen, und sonstigem Gedöns eher knapp. Wenn da noch ein ‚richtiges’ Schlagzeug und ein experimentaler Multikeyboarder ohne eigenen Submix dazu kommen, ist schnell Ende im Gelände.
    - Ein Monitorplatz fehlt; der sollte zumindest ohne viel Aufwand mal eben alternativ dran geklemmt werden können. Heutzutage rücken selbst Tuvanesische Kehlkopfstimmenensembles u.U. mit eigenen In Ear Strecken an; da kommst du mit 4 Wegen von vorne nicht weit.

    Zitat

    leider gibt es auch "soziokulturelle Zentren", deren Ausstattung seit 20 Jahren aus den abgelegten "Schätzchen" des lokalen Verleihgeschäfts bestehen und in denen der Etat für Gehälter von Leuten aufgebraucht wird, die sich dort in Vorruhestand begeben haben und bequem ihren Hippietraum weiterträumen. Allerdings ist denen mit Ridern auch nicht beizukommen.

    Einfache Wahrheiten, gelassen ausgesprochen :D

    Zitat

    und die ausgelutschten 15" von vor 20 Jahren endlich mal reconed werden.

    Ein anständiger 15er hat nach zwanzig Jahren Nikotin und Luftfeuchtigkeit >/= 95% mal gerade so seine Soll – Compliance erreicht :D:D

    Zitat

    Der schwatte stern zudem unpassender denn je ..

    Ah – jetzt – ja :idea:

    :cry: Schade, wo sind die wunderbaren Commies abgeblieben? Perfekt time aligned, und das völlig digitalfrei; eins der ganz wenigen Lautsprechersysteme, bei dem ich spontan dachte „da ist überhaupt kein Lautsprecher“.... Sprachverständlichkeit 1+, selbst bei übelster Halbrunddecken – Hallenakustik.
    Alles wird immer besser.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    (der sich hin und wieder dabei ertappt, heimlich nach solch einer komfortablen, voll korrekt subventionierten soziokulturellen Vorruhestandsstelle Ausschau zu halten :oops:)

  • Rider-Auslegungsfragen

    • billbo
    • 21. Juni 2007 um 02:08
    Zitat

    Meine persönliche 'Rider-Hassliste', nach Punkten geordnet aber ohne Wertigkeit:

    Ausgangssituation: Ich bin fester Techniker in einem Kulturzentrum im Ruhrgebiet, 600 Zuschauerplätze unbestuhlt, komplett eigenes Material, Programmschwerpunkt liegt auf Kabarett sowie Weltmusik. Das Budget gilt es in Zeiten leerer Kassen klein zu halten, aber der Betrieb muß trotzdem laufen...

    Je nach dem, welchen Stellenwert dein Heimatladen in ‚seiner’ Szene genießt, gibt es für das Problem eine sehr einfache und hinlänglich erprobte Lösung:
    Deine Inventarliste (die selbstverständlich gängige Standards berücksichtigt) ist für infrage kommende Gegenparteien jederzeit einzusehen; in Zeiten des Internets keine besondere Schwierigkeit. Dein Booker hat genügend Erfahrung und ‚balls’, seinen Verhandlungspartnern klar zu machen, dass diese Inventarliste die Grundlage jedweder Verhandlungen darstellt, und nicht der (bei Vertragsabschluss oft nicht einmal vorliegende) Phantasierider irgendeiner erfolgsmäßig nicht einschätzbaren Tourneefraktion. Kleinere Entgegenkommen natürlich kein Problem, ein wenig guter Wille ist schließlich auf beiden Seiten Voraussetzung; wenn’s aber ernsthaft Zusatzkosten verursacht, geht’s halt von der Gage ab.
    Sollte dann der Vorverkauf bei ‚50/50 ohne Garantie’ irgendwann in Richtung ausverkauft tendieren, kann gerne noch mal nachverhandelt werden.

    Profibooker beherrschen dieses Spiel perfekt; und auch Profitourneen wissen, was sie an Specials besser selber mitnehmen, weil sie’s örtlich sowieso nie kriegen. Andere müssen es, wollen sie wirtschaftlich auf Dauer überleben, lernen.

    Zitat

    Im rot markierten Teil bin ich dir voraus...

    Schon mal ‚Zeitgenössisches Französisches Theater’ :cry: betreut? :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Handy - Was würdet ihr empfehlen ?

    • billbo
    • 19. Juni 2007 um 15:38
    Zitat von "4Art"

    SM58/6310: Alt - ja! Bewährt - ja! Gut :roll: - ist wohl anders! Wenn ich daran denke, wie ich meinen ganzen Adressbestand im 6310 verwalten sollte ist das ungefähr so mühsam, wie mit einem SM58 einen Female-Vocsound mit gut aufgelösten Höhen zu produzieren :wink:

    Spendier‘ deiner Sängerin mal einen Aufbaukurs, Schwerpunkt ‚Funktionale Stimmbildung‘. Dann klappt das auch mit SM58.

    Ich habe mir gerade wieder mal 10 Stück davon zugelegt, nebst 20 Ersatzkörben zur Aufwertung einiger älterer, hmm, sagen wir mal, nicht mehr uneingeschränkt galatauglicher :) Exemplare.
    Ein paar davon begleiten mich seit mehr als einem Vierteljahrhundert, haben eine satt vierstellige Zahl von male/ female - Einsätzen hinter sich, und funktionieren wie am ersten Tag. Sofern sie nicht irgendwann dem schleichenden, aber unausweichlichen 58er – Schwund zum Opfer fallen, bin ich zuversichtlich, dass sie das auch noch bei meinem Renteneintrittsalter tun werden.
    Das klassische Beispiel eines zeitlosen, schlichten Standardwerkzeuges, welches seit Jahrzehnten seine Quietschi – Bunti – Konkurrenten ein ums andere Mal überlebt.

    Zu keinem der hier aufgeführten Lifestyle- bzw. ‚Profi‘- Handies würde mir ein ähnlicher Gedanke kommen.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Rider-Auslegungsfragen

    • billbo
    • 16. Juni 2007 um 12:34
    Zitat von "bsm"

    Hallo,
    mir gehen immer die Rider auf den Sack die man nicht erfüllen KANN, und zwar wird ein Haufen superedles Zeug gefordert was man nicht im Lager hat. Band und Agentur bestehen darauf. Nachdem man ein Angebot abgegeben hat bekommt man vom VA die Antwort " Viel zu teuer, die Band /Agentur hat jetzt selber jemanden bauftragt, die bringen alles mit ".
    Und was steht dann da? Genau das gleiche Gerödel was man im Lager stehen hat und man auf gar keinen Fall anbieten durfte.

    mfg
    bsm


    Herzlichen Glückwunsch! Damit bist du tatsächlich der Erste und Einzige hier, der den eigentlichen Sinn des Rider - Schreibens korrekt erfasst hat.

    Als Rider - Schreiber ist es mir natürlich viiiel, viiiel, viiiel lieber, dein Gerödel bleibt im Lager stehen, als - meins :!: :lol:

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Rider-Auslegungsfragen

    • billbo
    • 13. Juni 2007 um 15:02

    Auch wenn ich das nie gedacht hätte – ich muss hier tatsächlich mal die Agenturen in Schutz nehmen. Die sind nämlich meist ziemlich genervt von dem ganzen Rider -/ Technikkram, haben dafür kein Personal, und müssen sich um viel elementarere Dinge des Tourneelebens kümmern. Ist die Vorkasse schon auf dem Konto? Funktioniert das Routing? Existiert der bulgarische Veranstalter wirklich noch? Gibt es Vorverkaufszahlen, und wenn ja, welche? Hat das Bandmanagement die Arbeitserlaubnis für die Künstler rechtzeitig beantragt; wenn nein, wie lösen wir das jetzt? Usw, usw.
    Die sehen es häufig am Liebsten, wenn sich die beteiligten Technikparteien auf dem kurzen Dienstweg untereinander einigen, selbst wenn das dann mal ein paar Euro extra kostet.

    Ein Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit; eine der RaR – Bands. Generelles Problem der Festivalsaison: Die Bands sind in Europa, aber nicht jeden Tag ist Festival. Die wohnen in teuren Hotels und Nightlinern, wollen essen, trinken, und auch sonst bei Laune gehalten werden. Das kostet; Plattenfirmen sind geizig geworden; also müssen die zwischendurch irgendwo (d.h. in irgendwelchen Clubs) spielen, um wenigstens einen Teil der Unkosten wieder rein zu bekommen.
    Die Örtlichen wissen das und kennen ihre Verhandlungsposition genau :-D.

    Besagte Band: 5 Mann, Standard Gitarrenrock, 25 Muco – Kanäle.
    Dauervermietete Clubausstattung: 40er PM – Frontplatz (reicht nicht, es muss ein 48er Midas her, mindestens XL). Soundcraft 48/12 Monitor (reicht nicht, es muss ein 48/16 her). 8x biamped Wedges 2x12“/2“ + PFL + Sidefills + Drumfill (reicht nicht, es müssen 8 zusätzliche Wedges her); hossa, das wird gemütlich auf dieser Bühne. Außerdem braucht man je 16 Gates (am Foh UND Monitor), plus dies und das und jenes. Zum Glück hängt in dem Laden kein EAW Line Array, denn das wird ausdrücklich und kategorisch ausgeschlossen.
    Alles überzogener Blödsinn. Ich weiß das, der Veranstalter weiß das, die Agentur weiß das, die Bandtechniker wissen das vermutlich auch.
    Ich weise meine Kunden vorsichtig darauf hin, dass das eigentlich Blödsinn ist. Schließlich möchte ich, dass es ihnen finanziell gut geht, damit sie noch viele Jahre lang meine regelmäßigen Rechnungen bezahlen können.
    Trotzdem wird es gemacht. „Biete irgendwas an, was Du günstig liefern kannst und was einigermaßen passt, wir wollen keinen Ärger". Anscheinend hat man mit der übergeordneten Ami – Agentur noch allerhand vor.

    Mir soll's recht sein, spätestens an diesem Punkt lasse ich meine persönliche Meinung außen vor. Für einen unverhofften Extra – Tausender liefere ich notfalls auch 2 Kubikmeter Beton, ohne mich noch weiter mit Sinnfragen zu belasten.

    P.S.: Natürlich wanderten die 8 zusätzlichen Wedges gleich wieder in den Truck. Natürlich wurden die 16 zusätzlichen Gates nicht benutzt, und das Röhrenkompressor – Eventide – Channelstrip – Gedöns hatte der Bandtech selbst mit dabei. Natürlich wurde über das Monitorpult gemeckert („viel zu groß für diese Bühne, hattet Ihr nichts Kleineres?“ Nö, jetzt extra nicht :)). Also alles ganz normal.

    Das Leben ist wunderbar, wenngleich auch nicht immer logisch.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Latenzzeiten: wie viel ist praxistauglich im Monitorbereich?

    • billbo
    • 12. Juni 2007 um 01:11
    Zitat

    Und das mit den LA Sidefills.
    DAS steht in vielen RIdern so drin !!!

    Irgendwie hatte ich so was schon befürchtet :D.
    Übersehe ich da irgendetwas? Aus länger zurückliegenden Experimenten mit ‚Down Stage Side Fills’ und ‚Up Stage Side Fills’ habe ich in Erinnerung, dass ‚upstage’ auf gar keinen Fall Sachen drauf durften, die den Drummer ggfs. in Bedrängnis bringen konnten. Was könnte also der Sinn (oder wenigstens die Idee) hinter einem solchen Aufbau sein? Gut, jetzt mal abgesehen von den Prinzipien amerikanischer Riderpolitik (wir fordern grundsätzlich erst mal das Neueste/ Bunteste/ Lauteste/ Teuerste/ Größte, egal ob das irgendwie sinnvoll ist oder nicht) ?

    Ich habe (gestackte) Line Array Sidefills schon mal um 45 Grad nach vorne drehen lassen. Der Trommler war danach mein Freund. Und ja, der FOHler redete nach ein, zwei Feierabendbier auch wieder mit mir.

    Zitat

    Im Moment erstaunt mich, wie oft ich das PM5D lese, bei vielen als 1. Wahl.

    Das ist Notwehr. Wenn man sich schon nicht mehr gegen die digitale Flut wehren kann, dann will man wenigstens eins, das man schon mal gesehen hat 8).

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • I don´t need THAT!!!

    • billbo
    • 10. Juni 2007 um 18:51
    Zitat

    Speakon-Spookies brauche ich übrigens fast nie. Ich nehme einfach gleich genug lange Kabel mit


    Du hast noch nicht so viele Veranstaltungen betreut, ne?
    Kabel haben NIE die richtige Länge. Sie sind auch so gut wie niemals ein, zwei Meter zu lang.
    Wenn überhaupt, dann sind sie 15m zu lang. Stattdessen sind sie jedoch so gut wie immer ein, zwei Meter zu kurz.

    Das sind allereinfachste Lebensregeln.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

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