Ablösung DV

  • Hallo zusammen,


    folgendes Setup ist im Einsatz:
    Kamera ist eine von mehreren Sony VX-2100E.
    Der Ton ist ein Mix aus Front und Atmo aus einem Ausspielweg aus dem Pult und wird per Funkstrecke zur Kamera übertragen.
    Der Empfänger sitzt auf dem Zubehörschuh und gibt das Signal an den Line-In der Kamera, welches dann statt des eingebauten Mikrofons verwendet wird.
    In der Kamera ist kein Tape - damit schaltet sie sich auch nicht nach 5 Minuten ab, sondern bleibt beliebig lange im Kamera-Modus.
    Das Kamera-Signal wird statt dessen per Firewire an ein Notebook übertragen und dort mit einem Capture-Tool aus XP-Zeiten aufgezeichnet, das aber glücklicherweise auch unter Win10 immer noch läuft: WinDV
    Vorteil: Ich habe Bild- und Tonspur direkt auf Festplatte fertig zur Nachbearbeitung und gleichzeitig einen Kontrollmonitor
    Zusätzlich wird das Kamera-Signal über Composite ausgegeben, mit einem Hardware-Encoder nach MPEG-2 gewandelt, der per USB an einen weiteren Rechner angeschlossen ist und von dort mit vlc im Haus-LAN gestreamt.
    Das ist natürlich mit reichlich Latenz verbunden, die ist beim Streaming aber egal.
    Das Ganze funktioniert seit Jahren sehr zuverlässig, hat aber natürlich "nur" DVD-Qualität.


    Inzwischen gibt es 4K, was auf die Preise für HD-Equipment drückt - also lohnt es sich, darüber nachzudenken, ob es Sinn macht, von DVD auf HD zu wechseln.
    Allerdings sollten die Möglichkeiten erhalten bleiben:
    - Tonspur aus dem Pult
    - Aufzeichnung direkt im Notebook
    - Streaming
    - und natürlich die übrigen Dinge, die die Kamera so bietet wie manuelle Belichtung, manueller Weissabgleich, eine recht gute Optik mit entsprechenden CCD-Wandlern, remotefähiger Zoom - mehr fällt mir im Augenblick nicht ein


    Wichtigster Baustein in der ganzen Kette ist die Kamera.
    Frage daher: Gibt es so eine Kamera überhaupt und wenn ja, ist die halbwegs bezahlbar?
    Gibt es das überhaupt - Video in HD über Firewire?


    Gruß
    Claus

  • Puhh :D


    Ohne das böse zu meinen, aber hast du die Entwicklungen der letzten Jahre mitbekommen? Der Umstieg von SD (was du mit DVD meinst) auf HD ist jetzt schon ein Weilchen her.


    Zu deiner Frage:


    Deinen alten Workflow wirst du so nicht mehr beibehalten können - zumindest nicht mit FireWire. Da wäre mir momentan nichts bekannt.
    Wenn du wirklich capturen willst (wohinter ich heutzutage keinen Sinn mehr sehe, dazu gleich mehr), wäre der heutige Weg:


    Kamera mit 2 HD-SDI Outs. Einer bespielt das Capture Notebook, der andere das Streaming-Notebook. Bei de brauchen dann noch einen HD-SDI Capture Karte (z.B. Blackmagic Video-Karte).
    HD-Kameras mit 2 SDI-Outs (oder alternativ mit externem Split) gibts in Massen - je nach dem wie viel du ausgeben willst. Nahezu alle über 1,5 - 2k€ sollten aber deinen gewünschten Features haben.


    Mein Alternativvorschlag: In der Kamera aufzeichnen (oder auf einen Festplattenrekorder) - ich weiss nicht wie lange deine Veranstaltungen gehen, aber für knapp 150€ an SSD kann man bis zu 8h ohne Wechsel aufnehmen. Da hast du genauso alles als schnittfertig angelegte Dateien vorliegen. Den SDI Out kannst du dann wie zuvor beschrieben verwenden, alternativ gibt es da mittlerweile auch Boxed Lösungen fürs Streaming.



    Viele Grüße,


    Sam

  • Wenns günstig sein soll kann man die gesamte Signalkette mit Blackmagic Produkten ausrüsten. Die haben Cams, alle möglichen Wandler, Streaminglösungen, Kreuzschienen, Mixer, Recorder... schau dort mal rein!


    bin eigentlich nicht der größte Fan dieser Produkte, aber sind nunmal günstig und idR funktionieren sie auch

  • Können wir hier mal ein paar Begriffe klären?


    Was ist HD? Äquivalent zu HDTV in Deutschland, als 720p?
    Was ist DVD? Ein Speichermedium, mit einer bestimmten Technik und Aufnahmekapazität? Aber kein Video Standard?


    Was ist für Euch 4k? 4K2K? Und welches Format genau?


    Ich bin kein Videotechniker, aber habe mich mit den Übertragungswegen berufsmäßig beschäftigt.


    Diese Verwirrungen über angebliche Standards geht mir gegen den Strich.


    Ich Filme mit 1080p (nicht I) und 60 Frames bei H.264 und 48kHz bei 24 Bit Audio. Welche Kompression dann das Audio hat ist fast egal bei den Datenströmen. So Aussagen mag ich gerne, weil sie definiert sind.


    Danke!

  • "ThoSchu" schrieb:


    Ich Filme mit 1080p (nicht I) und 60 Frames bei H.264 und 48kHz bei 24 Bit Audio.


    Damit bist du im im 50Hz Stromnetz eher auf der unsicheren Seite.


    Die Aussage des TO mit (mini)DV ist eigentlich recht eindeutig: ein 25Mbit CBR-Datenstrom auf Band mit einer 4:2:0 Farbabtastung, PAL Auflösung, Ton 48/16. Zu ändern wäre mMn nach nur das interlaced Format und natürlich die Auflösung (sofern es die Ausgabegeräte zulassen, sollten zB XGA Beamer für die Ausgabe verwendet werden, seh ich wenig Grund für HD/2K/4K). Gerade in Blackmagic Hardware Encodern (ausgenommen Teranex) sind nicht die besten Deinterlacer eingebaut, da würde ich unbedingt raten auf ein progressive Format zu wechseln, auch wenn das (wegen HD-SDI Standard) eine niedrigere Auflösung oder Framerate bedeutet (720/50, 1080/25).


    Als Ersatz für die alten Cams des TO könnte ich mit einen PXW-X200 von Sony gut vorstellen. 3G SDI Out (1080/50/60p möglich), 50MBit 422 IntraFrame Aufnahme (also Broadcast Standard), H.264 Streaming per (W)Lan - kein VLC mehr nötig, ähnliche/gewohnte Größe und Gewicht (vorhandene Stative können bleiben), und es gibt auch auch einen iLink DV (Firewire) Ausgang, somit wäre also ein nahtloser Übergang vom bisherigen Setup möglich...
    https://pro.sony.com/bbsc/ssr/product-PXWX200/

  • Zitat

    Ohne das böse zu meinen, aber hast du die Entwicklungen der letzten Jahre mitbekommen?


    Ich denke schon, aber selbst heutzutage hat nicht jeder einen BD-Player zu Hause.
    Und ich war dankbar, dass irgendwann selbst der letzte ambitionierte Video-Amateur sein SD-Equipment bei eBay verhökert hat - hat es uns doch ein paar VX2100 beschert, die jetzt Basis für unsere Video-DVD's sind.


    Zitat

    Können wir hier mal ein paar Begriffe klären?


    Wozu?
    Ich erhebe für mich als ehrenamtlichen VT'ler nicht den Anspruch, alle Videostandards dieser Welt fehlerfrei und vollständig aufsagen zu können.
    Diejenigen, die ich ansprechen wollte und die sich mit der Materie besser auskennen als ich, sollten verstehen, was ich will - reicht doch.


    Zitat

    Als Ersatz für die alten Cams des TO könnte ich mit einen PXW-X200 von Sony gut vorstellen


    Danke für den konkreten Vorschlag, aber jetzt kommen wir zur Kosten-Nutzen-Analyse.
    Wir produzieren jedes Jahr im Schnitt etwa 50 Audio-CD's, aber nur 5 Videos - da ist eine Kamera in diesem Preissegment zwar nett, aber nicht wirtschaftlich.
    Mieten statt kaufen ist übrigens auch keine wirkliche Alternative, weil ja die gesamte Signalkette angefangen von den Kabeln passen muss und der Einarbeitungsaufwand auch noch dazu kommt - und mir mein Bauchgefühl sagt, dass Murphy recht hat und es irgendein Detail geben wird, dass nicht so mitspielt wie dann gedacht.


    Fazit zur Zeit: Da ist wohl Warten angesagt, bis der SD-HD-Wechsel sich bei HD-4K im gleichen Ausmaß wiederholt und dann Ausschau nach einer Kamera halten, die HD-SDI-Out (plus Firewire für den Übergang) hat.


    Danke und Gruß
    Claus

  • Na dann viel Glück beim Suchen :D . Die Sony ist in einigermassen professionell etwas vom Günstigsten, das man im Moment haben kann...


    Darunter gibt's nur noch Consumer-Cam's, welche in ein etwas grösseres Gehäuse mit XLR-Anschlüssen eingebaut wurden :wink: Dazu gehört beispielsweise die Panasonic HC X1000. Den Vorgänger kenne ich gut und habe mit selbigem schon einiges gefilmt. Aber HD-SDI-Out hat die Kamera auch nicht.


    Vom Freund eines Freundes eines Freundes habe ich schon gehört, dass diese Cam hier durchaus brauchbar ist (inkl. HD-SDI-Out):


    JVC GY-HM200E 4K HD


    In zahlbar wäre die auch - aber ich würde auf jeden Fall zuerst testen!

  • Da DVDs sowiso "nur" SD wiedergeben, wäre ein Umstieg m.E. nicht notwendig, solange das das primäre Zielmedium ist. Wie viele DVDs werden denn gebrannt ? Wie viele Zuschauer schauen dem Stream zu ? Wo und warum ? Welche "Halbwertszeit" haben die Aufzeichnungen ? Worum geht es überhaupt ? Muss gezoomt / geschwenkt werden ?

  • "thomas seewald" schrieb:

    Da DVDs sowiso "nur" SD wiedergeben, wäre ein Umstieg m.E. nicht notwendig, solange das das primäre Zielmedium ist. Wie viele DVDs werden denn gebrannt ? Wie viele Zuschauer schauen dem Stream zu ? Wo und warum ? Welche "Halbwertszeit" haben die Aufzeichnungen ? Worum geht es überhaupt ? Muss gezoomt / geschwenkt werden ?


    genau das sind die grundlegenden Fragen, warum zwanghaft umsteigen?

    "thc" schrieb:


    Das Ganze funktioniert seit Jahren sehr zuverlässig, hat aber natürlich "nur" DVD-Qualität.


    Gibt es denn von Seiten des Kunden den Wunsch, die Auflösung zu erhöhen? Ist dann auch mehr Budget vorhanden?
    Es hört sich so an, als ob Du mit Deinem Videoequipment immer nur die gleiche Veranstaltung zu betreuen hast und nichts weiteres. Ein Umstieg in ein neues System bedeutet eine größere Investitionssumme. Das macht ja nur Sinn, wenn es entweder der Kunde fordert (und bezahlt) oder wenn man künftig auch andere Jobs betreuen möchte.

  • Hi


    Was ist draus geworden?


    Ich hatte zuletzt ein ähnliches Setup mit Streaming und Recording zur Post-Produktion, dazu nutzt man die oben schon erwähnten Blackmagickarten.


    Einmal eine HDBNC USB3-Capturekarte Ultrastudio SDI für die Sony HXR-NX5E. Diese nimmt parallel auf auf eine SD karte auf (Backup)
    Das ganze landet direkt im Blackmagic Recording Tool.


    Da muss man ggf. bissel Fummeln welche Auflösung / Framerate geht. Das ist der nachteil der günstigen Karten!
    Parallel ging ein HDMI Ausgang der auf eine HDMI Capturekarte von blackmagic in einen weiteren Rechner, der mit einem Streamingserver auch INHOUSE streamt.
    für den Ton ein Kleines Pult an die Kamera und die Soundkarten.
    Somit hatten wir 2 Aufnahmen, eine direkt im rechner und einen stream, der parallel auch noch aufgenommen wurde in kleinere Qualität und Bildgröße (stream H264, 720p25).


    Alles in Allen ist so ein Upgrade schon sinnvoll, wenn es gebraucht, vom Kunden gewollt und auch bezahlt wird.
    Der Inhousestream wäre auch in SD gegangen... da geht es nur um eine kleine Übersicht in diverse Presseräume und online für Niederlassungen, aber optisch ist mind 720p ganz OK auf Bildschirmen der HD Klasse (1080p50)


    Grüße
    Daniel

  • Danke der Nachfrage.


    Erster Schritt ist getan:
    Ausgabemedium am Ende ist jetzt ein Full-HD-Beamer Canon WUX-6010.
    Dieser ist per HDBaseT am Streaming-Client-PC angeschlossen.
    Der nächste Schritt wird sein, irgendwann mal den Stream in HD auszuprobieren.
    Erst wenn das funktioniert, ist das Capturen dran.
    Da scheint so eine USB-3-basierte Lösung ganz praktisch zu sein.
    Soweit sind wir aber noch lange nicht und es drängt auch nicht.


    Jetzt noch mal zum Einsatz:
    Das Ganze ist nur für eine alljährliche Inhouse-Veranstaltungsreihe mit vier Veranstaltungen kurz vor Weihnachten.
    Dafür lohnt keine größere Investition.


    Gruß
    Claus

  • Es geht weiter.

    Wir haben einen kleinen Canon Legria Camcorder mit HDMI-Ausgang im Bestand.
    Dazu seit Januar einen deutlich schnelleren Internet-Zugang mit DSL/LTE-Kopplung.
    Das ist zwar auch nur eine Zwischenlösung, bis Netcologne bei uns fertig ist mit Kabel ziehen, aber immerhin sind jetzt einige MBit Upload drin.


    Also habe ich mich mal wieder mit dem Thema beschäftigt.
    Die USB-3-Karte von Blackmagic spielt nur mit bestimmten Chipsätzen und ich habe bisher nichts dazu gefunden, wie es dann mit dem Datenstrom im Rechner im Detail weiter geht, wenn man den nicht nur speichern will.
    Als Alternativen gibt es die Elgato Game Capture-Serie und die Hauppauge HD PVR-Serie, die beide in Hardware den Datenstrom nach H.264 konvertieren und über USB-2 an den Rechner reichen - was mir schon mal sehr sympatisch ist.


    Ich habe deshalb eine Elgato Game Capture HD gekauft und den Canon am HDMI- Eingang sowie den Sendeton aus dem Mischpult am Cinch-Eingang angeschlossen.
    Die Elgato-Software unterstützt das Live-Streaming zu allen möglichen RTMP-basierten Diensten wie z.B. YouTube sehr gut, allerdings nicht das Streamen ins LAN.


    Zwischenstand ist also:
    HD aus einem Camcorder lässt sich mittels HDMI über den Videograbber mit einer Datenrate von 2,5 MBit/s in 720p25 nach YouTube streamen - das ist schon mal ganz ordentlich für den Anfang.

    Nächster Schritt:
    Wir bekommen nächste Woche für eine Veranstaltungsreihe eine PTZ-Kamera samt Fernsteuerung geliehen.
    Dann soll der Weg so aussehen:
    PTZ-Kamera -> Coax-Kabel -> SDI-HDMI-Konverter -> HDMI-Kabel -> Videograbber -> USB-Kabel -> Leppe -> Ethernet Richtung Youtube.
    An den HDMI-Ausgang vom Videograbber kommt dann noch ein HD-fähiges Display mit HDMI-Eingang zur Steuerung der Kamera.

    Danach muss der Kirchenvorstand entscheiden, ob wir auf Dauer Veranstaltungen live streamen wollen und was uns das wert ist - an Kosten und Personalaufwand.
    Und wir müssen unsere ganzen Mitarbeiter und -innen natürlich dann auch darauf hinweisen, dass sie demnächst beim Erstellen von Videos besser auf urheberrechtlich geschütztes Material verzichten, wenn es keine Erlaubnis zur Verwendung gibt.


    Das direkte Streamen ins LAN per RTP o.ä. ist dann später dran.
    Frage schon mal dazu in die Runde:
    Der ATEM Television Studio gibt H.264 über USB-2 aus - ist der Windows-Treiber dazu ein Direct-Show-Treiber oder irgendwas proprietäres, was sich nur mit Blackmagic-Software verarbeiten lässt?


    Gruß

    Claus

  • Update:

    Die Frage nach dem Treiber vom ATEM hat sich erledigt.
    Der Datenstrom lässt sich mit Hilfe von MXPTiny an den vlc verfüttern.
    Der kann das Video dann zwar darstellen, aber nicht weiter streamen.
    Das ist also ein Problem vom vlc, was vermutlich ungelöst bleiben wird.
    Es sieht nämlich so aus, als würde der Streaming-Teil von vlc schon seit Längerem nicht mehr gepflegt.

    Aber es existiert eine andere Möglichkeit.
    Es gibt den LIGAWO 6526651 HDMI Extender, der Full-HD-Video bis zu 1080p60 über ein existierendes LAN schicken kann.
    Das habe ich ausprobiert und es funktioniert hier schon mal mit 40 Meter Cat.5e über 4 Gigabit-Switches hinweg.


    Jetzt zur Baustelle PTZ-Kamera.
    Wir hatten eine Axis V5915 zur Verfügung.
    Die hat eigentlich alles, was das Herz begehrt, z.B. einen SDI-Ausgang.
    Es fehlt eine RS232/422-Steuerung - das lässt sich verschmerzen.
    Leider hat sie keine detaillierte Möglichkeit, die Farben anpassen zu können.
    Das ist dann blöd, wenn mit mehreren Kameras aufgezeichnet werden soll.
    Außerdem haben wir noch eine Lumens VC-G30 geliehen bekommen.
    Die ist von der Austattung her perfekt.
    Dafür stimmen die Farben nicht - Gelb habe ich trotz langem Rumprobieren mit den Einstellungen nicht wirklich hinbekommen.

    Also habe ich mal im Internet gesucht - und die Sony SRG-300 gefunden.
    Die sollte für unsere Zwecke reichen.


    Und dazu habe ich eine Frage in die Runde:
    Es gibt sie mit HDMI- und mit SDI-Ausgang - ansonsten scheinen die beiden Varianten technisch identisch zu sein.
    Ähnliches finde ich auch bei Panasonic bei der AW-HE40.

    Warum ist die SDI-Variante jeweils satte 700 Euro teurer als die mit HDMI?

    Gruß
    Claus

  • Hallo zusammen,


    ich hole den Thread nochmal hoch, um davon zu berichten, welches Setup wir jetzt am Start haben und warum.


    0. Vorbemerkung

    Wir machen praktisch jedes Wochenende aus unserer Mehrzweckhalle einen Gottesdienstraum für bis zu 500 Personen.

    Die Tops und der Beamer sind geflogen, alles andere muss auf- und hinterher auch wieder abgebaut werden.

    Also muss möglichst viel fest vorbereitet sein.

    Wir haben deshalb einen 3*1 Meter grossen Tisch auf Rollbrettern mit insgesamt 4 Notebooks, einem 01V96, einem X32 und einer Handvoll Steckdosenleisten und Konvertern.

    Darunter auf den Rollbrettern ein Funkrack mit 6 Empfängern und ein Rack mit DA-Wandlern, Gigabit-Switch und zentraler Wordclock.

    Der ganze Tisch wird mit insgesamt 10 Kabeln mit dem restlichen Equipment verbunden und ist dann spielbereit:

    Beamer-Ansteuerung, Bandpult, Moderations- und Aufnahmepult und seit neuestem auch die Videosteuerung.


    1. Kamera

    Da die ganze Kette maximal 1920*1080 verarbeiten soll, haben wir nach einer PTZ-Kamera Ausschau gehalten, die bis zu 1080p60 liefern kann,

    einen BNC-Anschluss für HD-SDI hat und sich über RS-232 mit dem Visca-Protokoll steuern lässt.

    Dazu haben wir uns für eine Veranstaltungsreihe zuerst eine Lumens VC-G30 und eine Axis V5915 geliehen.

    Die haben uns beide nicht überzeugt - im Besonderen liess die Farbtreue doch sehr zu wünschen übrig.

    Dann sind wir auf die Avonic CM60-IP aufmerksam gemacht worden, die wir dann auch erworben haben.

    Deren Farbwiedergabe stimmt mit den Werkseinstellungen auch nicht, was sich aber mit einem Hue von 11 statt 7 leicht korrigieren lässt.

    Eingestellt ist die Kamera zur Zeit erst mal auf 720p50, weil das Ende der Kette noch nicht mehr hergibt.

    Die ist fest installiert mit einem Holzkasten drumrum als Ballschutz, lässt sich aber bei Bedarf nach dem Lösen von einer Schraube von ihrer Halteplatte abnehmen.


    2. Ansteuerung

    Dafür gibt es normalerweise ein kleines Hardware-Pult für etwa 600 Euro.

    Billiger und für unsere Zwecke ausreichend ist die Software PTZ-Controller, ein USB-Joystick sowie ein Perixx Periboard-409,

    dem ich mit WinAHK eine praxistaugliche Tastaturbelegung zum Speichern und Abrufen der Presets beigebracht habe.

    Der Weg ist Tastatur -> X240 -> USB-Seriell-Interface mit FTDI-Chipsatz -> Kabel Sub-D-9 auf XLR -> Mikro-Kabel mit XLR -> Kabel XLR auf Sub-D-9 -> Kabel Sub-D-9 auf Mini-DIN-8 -> Kamera

    Der Grund dafür liegt darin, dass die Verbindung wie beschrieben jede Woche neu gesteckt werden muss und mir dafür XLR sympatischer ist als Sub-D-9 oder gar Mini-DIN-8.


    3. Kabel

    Zur Zeit verwenden wir Sommer Focusline.

    Das ist bei einem seeehr großen Onlinehändler zwar ausdrücklich als nicht HD-tauglich beschrieben,

    funktioniert aber zumindest mit 720p50 einwandfrei.


    4. Videomischer

    Der neue Atem Television Studio HD.

    Kann alles, was wir brauchen, ist leise und lässt sich am Gerät bedienen.

    Dazu haben wir ihn mit Klettband auf einem K&M 12140 befestigt, das schräg nach hinten geneigt ist.


    5. Multiview Kontrollmonitor

    Wir haben sehr wenig Platz zur Verfügung, also ist 12" angesagt.

    Zuerst habe ich es mit einem China-Gerät mit 1366*768 nativer Auflösung probiert: Boblov Eyoyo 11.6 Zoll HD TFT LCD Monitor.

    Da fehlte aber links und rechts ein wenig vom Bild und die Farben waren auch nicht wirklich gut.

    Das Teil bekommt deshalb eine andere Verwendung zugewiesen.

    Viel besser ist der Beetronic 12HDM - der ist zwar deutlicher teurer, hat aber nativ Full-HD und eine wirklich überzeugende Darstellung.


    6. Streaming extern

    Der TVS HD hat nur SDI über BNC als Programmausgang, also ist dort als Erstes ein Blackmagic Micro-Konverter SDI auf HDMI angeschlossen.

    Ziel ist zur Zeit YouTube und das geht am Einfachsten mit einer Elgato Game Capture HD samt der dazu gehörenden Software.

    Das Teil scheint ein Auslaufmodell zu sein, jedenfalls habe ich keinen Link mehr bei Elgato dafür gefunden.

    Die kann das über HDMI angelieferte Signal für eine Aufnahme auf der Platte herunter skalieren, bei uns zur Zeit auf 8 Mbps.

    Gleichzeitig schickt sie das auf 2,5 Mbps weiter herunter gerechnete Signal Richtung YouTube.

    Und teilt auch noch mit, wenn die Bandbreite knapp wird und wie viele Leute zusehen.

    Mehr ist zur Zeit nicht drin, das ändert sich aber demnächst, wenn der NetCologne-Anschluss geschaltet wird.

    Einziges Problem(chen): Diese Aufgabe bewältigt im Augenblick ein Thinkpad X240 Full-HD mit einem i5 drin und der ist damit sehr gut ausgelastet.

    Für meinen Geschmack zu gut, deshalb soll da ein X250 Full-HD mit einem i7 hin, sobald die ersten Leasingrückläufer in der Zweitverwertung auftauchen.


    6. Streaming intern

    Wir möchten das Videosignal gerne auch noch an anderen Stellen abgreifen können, haben aber kein extra Kabel dafür zwischen den Gebäuden zur Verfügung.

    Die sechs Cat-7-Kabel, die wir beim Bau der Mehrzweckhalle verlegt haben, sind alle belegt.

    Aber genau dafür gibt es Ligawo HDMI Extender, der ein HD-Signal über ein Ethernet-Kabel schickt - und das selbst dann, wenn dort zusätzlich ein LAN werkelt.

    Voraussetzung dafür ist Gigabit-Ethernet und ich habe es über gut 100 Meter mit 6 Switches dazwischen getestet.


    7. Beamer

    Unser Beamer wird mit der Software Songbeamer gefüttert.

    Das Signal aus dieser Software soll natürlich auch mit in den Videostream, wenn z.B. mal eine Präsentation gezeigt wird.

    Also muss der Rechner 720p50 an das externe Display liefern können.

    Dazu unterhält er sich mit dem ersten aktiven Gerät in der Kette über die möglichen Auflösungen.

    Das ist bei uns ein HDMI-SDI-Wandler.

    Und hier tut es so ein 30-Euro-Billigteil aus China nicht, weil 720p50 nicht vorgesehen sind.

    Da muss es schon zumindest ein Blackmagic Micro Konverter sein.

    Und längst nicht jeder Grafikchip in einem Notebook bietet 720p50 an - da ist ausprobieren angesagt.

    Unser Dell Latitude 6510 kann es nicht, 5530 und 5540 hingegen schon.

    Die Signalkette ist hier Dockingstation mit DVI -> DVI-HDMI-Adapter -> HDMI-Kabel -> HDMI-Splitter

    HDMI-Ausgang 1 -> HDMI-Kabel -> Kontrolldisplay

    HDMI-Ausgang 2 -> HDMI-Kabel -> HDMI-SDI-Konverter

    SDI-Ausgang 1 -> SDI-Kabel -> SDI-HDMI-Konverter -> HDMI-Kabel -> Canon WUX-6010 im geflogenen Käfig

    SDI-Ausgang 2 -> SDI-Kabel -> Atem TVS HD


    Gruß

    Claus