Kabelreparatur am DPA 4088

  • Hallo zusammen!


    Der Vertrieb von DPA meint doch ernsthaft ein Kabelbruch am 4088 sei nicht reparabel. Eigentlich ja ein Witz.


    Kennt ihr jemanden der das machen kann? Der Bruch ist ca. 4cm hinter der Anschlussstelle am Kopfbügel.


    Danke im voraus!


    Stefan

  • Oha, das ist nicht so einfach.

    Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann sind das lackierte Litzen, ähnlich einem Trafo aber aus Stahl - nicht aus Kupfer. Nehmen Lötzinn nur ganz schwer an. Jeden Litzendraht muss man separat verbinden und alles sauber isolieren. Wird dann ein dickerer Knubbel, der nicht mehr so sehr ansehnlich ist. Aber es geht, wenn man ein Mikroskop nutzt. Kann schon verstehen, dass man das als nicht reparabel bezeichnet.

  • Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann sind das lackierte Litzen, ähnlich einem Trafo aber aus Stahl - nicht aus Kupfer. Nehmen Lötzinn nur ganz schwer an.

    Hab schon einige MKE2 repariert. Ist zwar ein Gefummel, geht aber. Gibt aber in der tat sehr unterschiedliche Kabel. Kann sich auch über die Jahre bei ein und dem selben Hersteller ändern.

  • Das ist mehr als unverständlich. DPA kann das Headset zusammen setzen aber kann das Kabel nicht ersetzen/reparieren? Ich soll jetzt ein 680€ Mikrofon dessen Kapsel, Kopfbügel und Stecker intakt sind in die Tonne schmeit weil das Kabel abgeknickt ist? Und das nennt sich Premiumhersteller?

  • Das Kabel wird in der Produktion durch den Bügel geführt und an die Kapsel gelötet. Dann wird das ganze vergossen. Natürlich kann man dem ganzen mit dem Skalpell, Kleber und Schrumpfschlauch zu Leibe rücken. Wie bereits erwähnt hab ich das auch schon gemacht.

    Jeder der seine Arbeit bezahlt haben möchte und dir Garantie darauf geben muss, wird sich aber weigern.

  • Löten ist an der Stelle Quatsch - bricht sofort wieder weil das Zinn auf den lackierten Stahllitzen nicht ordentlich fliessen kann. mWn werden die Kapselanschlüsse auch nicht gelötet sondern verschweisst. Wenn überhaupt flicken dann chemisch entlacken (nicht mit dem Feuerzeug, das lässt die Drähte brüchig werden), spleissen und selbstklebenden Schrumpfschlauch drüber. Der muss dann aber für die Seele schon sehr dünn sein...

  • Löten funktioniert, wie aber niggles schreibt, ist das Problem der lackierte Draht, der auch nicht sehr gut Lötzinn annimmt. Mit dem Lötkolben und Flussmittel bekommt man den Lack schon ab und die Sache verzinnt. Das Ergebnis ist allerdings nicht besonders hübsch und sieht immer irgendwie 'gebastelt' aus.


    Bewährt hat sich bei mir jeden Litzendraht einzeln zu 'entlacken' und Einzeldraht um Einzeldraht der Litze miteinander zu verbinden (dazu braucht man - oder zumindest ich - ein Mikroskop, Pinzette und einen Mikrolötkolben). Dann einen aufgeschnittenen Kabelmantel über eine Kabelader drüberstülpen und über alles dann einen Schrumpfschlauch. Ich verwende meist transparenten Schrumpfschlauch sodass die Flickstelle sich nicht allzu deutlich von dem meist hautfarbenen Kabel absetzt. Wenn man es sauber macht, braucht man schon 1-2h.


    Schön ist anders, aber als Reserve immer noch besser als nix.


    Für Gala definitiv ungeeignet, für ein Kindermusical aber ok dann ist es nicht ganz so schlimm wenn was kaputt geht.


    Im übrigen brechen die Kabel dann, wenn man auf die Zugentlastung beim Tragen nicht sauber achtet. Ich sehe oft, dass gerade beim DPA das Kabel NACH der Zugentlastung noch zusätzlich in die Bügelclipse eingehängt wird. An der scharfen Kante der Clipse bricht es dann durch einen Ermüdungsbruch. Das Thema Biegeradius und Zugentlastung wird in den seltensten Fällen verstanden und Ernst genommen.

  • Natürlich kann man das auch Löten, wenn man's kann. Solche Kabel verwendet Sennheiser schon seit mindestens 30 Jahren bei den Kopfhörern.

    Die sind auch schon seit über 30 Jahren ein enormer Krampf zum Löten. Ausserdem besteht das Sennheiser Kopfhörerkabel mWn aus einer (noch halbwegs weichlötbaren) Legierung - die dpa-Kabel nehmen eigentlich gar kein Lot mehr an, egal ob mit oder ohne Blei. Das ist dann unter dem Schrumpfschlauch nur Metall auf Metall geklebt; dann lieber gleich auf Lot verzichten.

  • Die sind auch schon seit über 30 Jahren ein enormer Krampf zum Löten. Ausserdem besteht das Sennheiser Kopfhörerkabel mWn aus einer (noch halbwegs weichlötbaren) Legierung - die dpa-Kabel nehmen eigentlich gar kein Lot mehr an,

    Ja klar, lustig ist das nicht die zu löten. Was da jetzt bei DPA verwendet wird, weiß ich nicht. Bei Sennheiser sind es Stahldrähte, fast schon in die Richtung Federstahl gehend. War jetzt auch genug OT. :saint: