Beiträge von Stephen Falken

    Bei uns spielen gut 100 Patchkabel der "no-name"-Cat.6-Variante von Reichelt. Also die, deren Artikelnummer "PATCH-C6 <Länge> <Farbe>" aufgebaut sind.

    Darüber läuft -unter anderem- auch 32x32 Soundgrid und 64x64 Dante, jeweils als Patchkabel zur Cat.7-Festinstallation und dann das Gegenstück vom Patchfeld zu den zentralen Switchen. Läuft seit Jahren problemlos.


    Aber: Es sind schon knapp 5% Ausschuss dabeigewesen, immer eine Ader ohne Kontakt, entweder schief gecrimpt oder nicht direkt sichtbar. Aber immer ein statischer Fehler, kein "Wackelkontakt", daher ist das vor erster Verwendung mit einem einfachen Verdrahtungstester direkt zu sehen und das Kabel geht in die Tonne.


    Die Frage wäre eher die Verwendung - wird das ständig auf- und abgebaut, oder soll es im Case/Rack etc. verbaut sein, wo sich nichts mehr groß bewegt? Für den letzteren Fall würde ich der "Hausmarke" bedenkenlos trauen; wenn es aber um flexible Verbindungen geht, würde ich schon etwas tiefer in die Tasche greifen, da sind auch flexiblere Kabel und besser geschützte Stecker angenehmer.

    Wenn ein Mac okay ist, wäre QLab vermutlich eine simple aber sehr mächtige Lösung.

    Sound-Files kann man per Drag&Drop in die Cuelist einfügen, z.B. direkt aus nem Ordner, der als Library dient.

    Dann nur noch das Häkchen für Wall Clock Trigger setzen und alles läuft. Kann jederzeit verschoben, durch andere Files ersetzt oder gelöscht werden. https://qlab.app/docs/v4/gener…ector/#wall-clock-trigger


    Die kostenfreie Basic-Lizenz sollte reichen, lediglich das Playback ist damit auf Stereo begrenzt, aber wenn es eh nur (mono?) in die ELA geht sollte das ja kein Hindernis darstellen.


    Eine kurze Einarbeitung braucht es natürlich immer, aber insgesamt würde ich es schon als sehr intuitiv bezeichen, und ein Mac ist unkompliziert unbeaufsichtigt einzusetzen, Stichwort Auto-Neustart nach Updates bei Windows 10 etc.

    Zusätzlich würde ich noch Anbieter von Telefonansagen in den Raum werfen. Auch wenn es nicht exakt deren Hauptgeschäft ist, haben die entsprechende Sprecher und GEMA-freie Hintergrundmusik und dauerhafte Nutzungsrechte.

    Bei uns läuft die Business-Serie von TP-Link seit >5 Jahren 24/7 problemlos.

    Insgesamt 10 Exemplare verabeiten in getrennten VLANs Dante, ArtNet / MANet usw.


    Hießen ursprünglich TL-SG2424, seit der Neunummerierung der Serien ist es jetzt der T1600G-28TS. Gibt es optional auch in einer Variante mit PoE+ (früher TL-SG2424P, jetzt T1600G-28PS).

    24 Ports, 4x SFP (bis 1Gbps), bei uns in Verbindung mit Multimode SFP-Transceivern auf OM4 Glasfaser.


    Die Konfiguration ist simpel, ich empfehle nur zuallererst die aktuelle Firmware aufzuspielen (es gab zwischen dem allerersten und zweiten Firmware-Release ein Update, bei dem die Konfiguration verlorengeht. Alle aktuelleren Updates haben dieses Problem nicht, da bleibt die Konfiguration auch über Updates hinweg erhalten).


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    Für die 60m Strecke würde ich über Glasfaser nachdenken. Initial nicht ganz günstig, wobei ein anständiges Outdoor-CAT6/7 auch nicht gerade wenig ist. Das wäre auf der Strecke das solideste, und alles ist potentialgetrennt.

    Meines Wissens nach (wie gesagt, Stand von vor einiger Zeit) kann die Dot2 ebendies nicht. Times können selbstverständlich pro Cue angegeben werden, aber eben nicht pro Channel.

    Und es geht dabei auch nicht um die Einstellung des Fade-Parameters im DMX-Set des Fixtures (was ohnehin nur bei "intelligentem" Licht mehr oder minder klappen würde)

    Für mich ist das im Theater-/Musicalbereich unerlässlich, zumindest in meiner Arbeitsweise haben pro Cuewechsel diverse Lampen jeweils eine vom Basic-Timing der Cue abweichende Fade/Delay/Outfade-Zeit, so kann man beispielsweise "über Black faden", also z.B. erst links ausgehen lassen, dann rechts mit Delay hochziehen. Oder eben einen "hellen Fade" machen, sprich links fadet langsamer aus, als rechts einfadet.

    So werden Szenenwechsel für mich deutlich dynamischer. Zusätzlich auch gerne genutzt die Möglichkeit, abweichend vom regulären Fade-Timing einen Extra-Kanal "unauffällig" über einen >10s Fade dazuzuziehen, wenn beispielsweise der Kulissenwechsel länger dauert, und noch keine Aufmerksamkeit auf diesen Bühnenbereich gelenkt werden soll.


    Das ganze muss für mich innerhalb eines Cues möglich sein. Natürlich kann man mit mehreren Cues, die gelinkt oder auf Auto-Trigger gestellt sind arbeiten, aber das zerstört jegliche Möglichkeit mal GO BACK zu verwenden, da der Exe sofort wieder in die nächste Cue springt (ist ja auch eigentlich so gewollt).


    Ist letztendlich sehr abhängig vom Programmierstil, und es ist auch okay, dass die Dot2 so etwas nicht bietet, das ist nicht ihr Anwendungsfall. Aber aus diesem Grund wäre sie für mich fürs Theater raus.

    Wir nutzen an unserer Freilichtbühne (seid ihr eine VDF-Bühne?) mit ähnlichen Fixtures seit längerem eine grandMA1 Fullsize.

    Der Umstieg ist natürlich erst einmal ein Schritt (wir haben vorher Zero88 verwendet), aber es erfüllt genau deine genannten Anforderungen und ist im Handling während der Show gut zu erlernen. Die Details der Programmierung sind natürlich etwas anderes, aber das ist bei jedem System letztlich so. Ein Plus sind nach wie vor für neue Techniker die auf deutsch und englisch verfügbaren Trainingsvideos von MA.


    Durch die sinkenden Gebrauchtpreise und die frischere Hardware würde ich zwar heutzutage eine MA2 wählen, aber die 1er hat alles, was für unseren Alltag gebraucht wird und ist absolut zuverlässig. Das installierte System aus Fullsize, NSP, RPU etc. läuft bei uns seit dem ersten Tag fehlerfrei.


    Persönlich würde mir die Dot2 nicht zusagen, da wir im Haupt-Cuestack viel mit individuellen Fade/Delay-Zeiten pro Kanal arbeiten, und das kann die Dot2 nicht (zumindest als ich das letzte Mal geschaut habe).


    Letztendlich ist es eine finanzielle Überlegung und Geschmackssache, weshalb eine Demo absolut zu empfehlen ist.

    Das neue ETX-Board (ab S/N 438) wird als pin-kompatibel beschrieben. Ist wohl auch dasselbe Board, das in den NSP2 steckt.


    EDIT: etwas weiter gibt es den Hinweis, dass ab S/N 438 auch eine andere Teilenummer der Flash Card verbaut wurde. Der Hinweis dazu sagt "older ETX-Boards need Flash with another software on it". Ob das nun bedeutet, dass ein neues Board auch einen Flash mit anderer Software benötigt, wird für mich daraus nicht ganz klar.

    Ich halte die Preise in diesem Segment -abgesehen von den umzusetzenden Stückzahlen, welche schon ein starkes Argument sind- durchaus für angemessen, wenn man einige Punkte bedenkt...


    1) Die Pulte werden mehr als 10 Jahre lang softwaremäßig weiterentwickelt (ebenso gibt es neuere Hardware-Revisionen, diese sind aber im Gegensatz zum Pflegebedarf der Software eher gering einzuschätzen).

    MA1 hatte beispielsweise noch bis 2015(?) neue Softwareversionen bekommen, das sind mal eben locker 17 Jahre seit Einführung, die Entwicklungszeit bis zur ersten Konsole noch nicht mitgerechnet. MA2 wird inzwischen seit 10 Jahren weiterentwickelt. Solche Produktlebenszyklen sind in anderen Preisbereichen nicht zu finden, dort wird dann lieber schnell die nächste Generation auf den Markt geworfen.

    2) Die Entwicklung von Lichtpulten dauert einfach seine Zeit. Die 10 Jahre zwischen 2 und 3 wurden zwar auch für andere Projekte wie dot2 usw. genutzt, aber die 3er-Konsolen werden vermutlich schon einige Jahre länger in Entwicklung sein.

    Ein Audiopult ist softwaremäßig recht überschaubar, da es eigentlich sehr stringent parallel aufgebaut ist: A/D-Wandlung, x-fach Kanalzüge, x-fach Groups/Bus/Matrix. Alle haben jeweils EQ/Dyn/FX/Fader, dahinter eine Sendematrix, die die jeweiligen Signale gewichtet mit dem Pegel in den Puffer eines anderen Kanalzuges weiterleiten. Am Schluss einmal D/A-Wandlung. Die Wandler/Preamps kommen fertig, es ist also sofort ein schönes digitales Signal vorhanden, dem man nurnoch seinen Weg bahnen muss.

    Softwaremäßig ist das aber nichts "besonderes" (ohne dabei Entwicklern im Audiobereich zu nahe treten zu wollen). Man betrachte nur die Routingdiagramme im Handbuch von quasi jedem Tonpult - man kann es gut auf einen Bierdeckel krickeln, so überschaubar ist es. Dazu kommt noch eine handvoll "Features" wie Effekte, Automixer und ähnliches. Die Algorithmen für Effekte können als Software für die DSP-Prozessoren auch zugekauft werden, und dann ist das Tonpult auch schon fertig.

    Bei Lichtpulten sieht es da anders aus, man hat nicht diese schöne, sich wiederholende Struktur von Input->Bearbeitung->Mischmatrix->Ausgang.

    Die Konsole "generiert" den auszuspielenden Content selber, muss Zwischenschritte berechnen, und vor allem Tracking und Timing berücksichtigen.

    Ein Szenenwechsel eines Tonpults ist nicht mehr als das Abrufen von einigen wenigen Optionen (Kanal on/off, Pegel, Paramter der Routingmatrix).

    Bei einem Lichtpult steckt hier gerade das Detail, alleine schon ein "simpler" Szenenwechsel erfordert ungleich mehr und aufwendigere Algorithmen, die robust und auch noch möglichst echtzeitfähig sämtliche Parameter auf der gesamten zeitlichen Strecke des Übergangs ohne Ruckeln in hoher Auflösung berechnen müssen.

    Von Effektengines, 3D-Visualisierung und Netzwerk- und Multiuserfähigkeiten fange ich noch nicht einmal an.

    Rein interessehalber würde mich wirklich mal interessieren, wie viele lines of code so eine aktuelle MA-Software hat, und wie groß dazu im Vergleich die Firmware eines umfangreichen Tonpultes im Quellcode ist...


    3) Entsprechende Software zu bauen ist schon schwierig und zeitintensiv; sie aber performant, effizient benutzbar und absturzsicher hinzubekommen eine ganz andere Sache. Ich habe schon einiges an wirklich schlechter Software auf Lichtpulten erlebt, mit hängender oder um bis zu einer Sekunde verzögerter Reaktion auf Eingaben oder Totalabsturz (alles wohlgemerkt aktuellste Versionen und nicht modifizierte Originalkonsolen). Hier liegt eine der großen Vorteile von langfristiger Entwicklung sowie ausreichendem Test vor Auslieferung von Versionen.


    Durch die solide Entwicklung, die zudem noch am Standort in D durchgeführt wird, sowie eigener (unbeteiligter) Erfahrung als Ingenieur mit überhasteten Releases, habe bei dem zeitlichen Aufwand der hier für R&D getrieben wird absolut vollstes Verständnis für die Preisklasse, in denen sich diese Systeme bewegen...