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China-Dimmerpacks anständig drosseln

  • ohu
  • 5. September 2005 um 11:29
  • ohu
    Beiträge
    602
    • 5. September 2005 um 11:29
    • #1

    Hallo,
    Weithin bekannt sind ja die baugleichen DMX-Dimmerpacks mannigfaltiger Hersteller, welche 6 Kanäle á 10 Ampere aufweisen, in 2 HE passen usw.
    Das hier z.b.
    Die sind ja, u.a. wegen ihrer viel zu kleinen Drosseln nicht so beliebt, grade was den Einsatz mit PA angeht.
    Man könnte ja nun doch größere Drosseln reinklemmen, so dass dieses Problem aus der Welt wäre, sofern ich mein angelesenes Wissen richtig interpretiere. :grin:

    Da aber ein Öffnen des Gehäuses höchstwahrscheinlich mit Garantieverlust o.ä. behaftet sein würde, hatte ich einen Geistesblitz:

    Man konfektioniere sich einen Zwischenstecker Harting-In auf Out, und baue in diesen (wohl mit großem Zwischengehäuse) eben pro Kanal noch eine Drossel ein.
    Die Hintereinanderschaltung von Induktivitäten stellt ja kein Problem dar, aber gibts da evtl. andere Probleme, an die ich noch nicht gedacht habe?

  • DJ Jerolm
    Verifiziert
    Beiträge
    549
    • 5. September 2005 um 12:32
    • #2

    Eigentlich sollte die Drossel möglichst nah an dem Triac sitzen, du kannst es aber probieren. Dabei bitte unbedingt Drosseln mit geschlossenem Kern (z.B. Ringkern) verwenden. Drosseln mit offenem Kern gibt's gelegendlich auch, die bilden aber den Rückschluss des Magnetfeldes über die Luft und mutieren dann zum 1a Störstahler...

    Und Vorsicht, 230V Lebensgefahr!

  • ohu
    Beiträge
    602
    • 5. September 2005 um 14:10
    • #3

    Klar, ich hatte dabei an stinknormale 16A & 1mH Ringkerndrosseln gedacht, wie man sie z.b. beim Conrad für n paar Euro bekommt.

    Da ich noch nicht wirklich mit der Materie vertraut bin, noch einige Fragen: Wodurch entsteht diese Störeinstreung auf PA eigentlich genau?
    Durch das abrupte Zuschalten des Stromes bei Phasenanschnitt, durch das ein kurzer Einbruch stattfindet?
    Die Drossel lässt durch ihre Induktivität den Strom idealerweise erst um 90° versetzt zur Spannung ansteigen, bzw. früher, wenn sie "zu klein" und damit gesättigt ist, je nach Größe(Induktivität) tritt das früher oder später auf, die Risetime des Dimmers wid dadurch festgelegt, bei niedriger Risetime (kleinen Drosseln) ist der Strombedarf immer noch relativ sprunghaft. Stimmt das? Wenn ja, warum ist dann die Position der Drossel wichtig, warum könnte man sie nicht z.b. in die Alubar vor die Scheinwerfer hängen? Das Kabel dürfte ja ne recht geringe zu sättigende Kapazität (die ja einen sprunghaften Stromanstieg begünstigt) haben. Oder fungiert das Lastmulticore als Antenne? Dann dürfte ein Anbringen der Drosseln direkt hinters Dimmerpack kein Problem sein, da die ja im geerdeten Gehäuse sind, welches direkt ans geerdete Gehäuse des Dimmerpacks angeklemmt wird...
    Bitte festigt mein Halbwissen, bzw. meine Vermutungen, ich bin lernwillig. ;)

  • DJ Jerolm
    Verifiziert
    Beiträge
    549
    • 5. September 2005 um 22:34
    • #4

    Es gibt mehrere Koppelmechanismen die Tonstörungen verursachen können. Um das ganze anschaulich darzustellen nehmen wir mal folgendes Szenario an: Die Lampe hängt auf L (also Phase), der andere Anschluss der Lampe geht zum Triac und der Triac schaltet nach N. Der N-Leiter habe ca. 0V gegen Erde. Außerdem haben wir jetzt mal keine Drossel drin.

    Der Triac schaltet jetzt bei 90°, also beim höchsten Punkt der sinusförmigen Spannung ein.

    Der Strom schnellt plötzlich von 0 auf z.B. 10A hoch. Das dI/dt, also die Anstiegsgeschwindigkeit des Stromes ist extrem hoch.

    1. Störungsmechanismus: Galvanische Kopplung
    Da das speisende Netz selbst einen ohmsch-induktiven Widerstand hat bricht die Spannung leicht ein, ist ja ganz normal. Da das dI/dt aber sehr groß ist bricht auch die Spannung mit einen sehr großen dU/dt ein, was besonders durch die induktiven Anteile der Netzimpedanz begünstigt wird. Andere angeschlossene Geräte kriegen diesen Spannungsabfall an der Innenimpedanz des Netzes mit. Das nennt man galvanische Kopplung. Wäre ja nicht schlimm, würden sich diese kleinen Spannungseinbrüche mit ihrem großen dU/dt nicht besonders leicht in Geräten über Netztrafo und dessen Anschlusskabel kapazitiv auf Leiterbahnen in empfindliche Schaltungen einkoppeln oder besser: „Übersprechen“. Abhilfe schafft da ein kleines Netzfilter das in vielen Geräten schon drin ist.

    2. Störungsmechanismus: Induktive Kopplung (ähnlich Trafo)
    Eine Leiterschleife durch die ein Strom fließt erzeugt ein Magnetfeld. Man kann auch den Hin- und Rückleiter vom Dimmer zur Lampe oder vom Stromverteiler zum Dimmer als Leiterschleife betrachten. Ebenso stellen Tonsignalkabel Leiterschleifen dar. Ein Magnetfeld dass sich in seiner Stärke verändert kann in einer Leiterschleife eine Spannung induzieren. Je schneller sich das Magnetfeld ändert, desto höher wird die induzierte Spannung. Da wir auf unseren Leitern zum Dimmer ein riesen dI/dt haben ändert sich auch das Magnetfeld sehr schnell, wodurch die Induktion großer Spannungen möglich wird. Induktive Kopplung ist besonders unangenehm, da sich Magnetfelder nur mit sehr großen Aufwand wirkungsvoll abschirmen lassen. Selbst der Schirm des Tonsignalkabels bringt nicht wirklich was.

    3. Störungsmechanismus: Kapazitive Kopplung (ähnlich Kondensator)
    Wenn der Triac zündet liegt plötzlich der Leiter vom Dimmer zur Lampe auf N. Sein Potential hat in extrem kurzer Zeit einen Spannungssprung von mehreren hundert Volt erfahren. Das koppelt sich wieder kapazitiv in Leiter in der Umgebung ein. Deshalb ist es wichtig die Drossel möglichst dicht am Triac zu platzieren, so dass sich dieser Spannungssprung nur auf einem kurzen Stück Leiterbahn abspielt.

    Mit „Risetime des Dimmers“ meinst du wohl so eine Art Funktion für sanftes aufblenden wenn man am Lichtpult plötzlich 100% gibt, aber das hat nix mit den Drosseln zu tun. Durch die Drossel wird das dI/dt beim Schalten des Triacs abgemildert. Dadurch können die drei Koppelmechanismen die ich oben beschrieben habe sich aufgrund der geringeren Geschwindigkeit mit der sich die Spannungen und Ströme verändern nicht mehr so stark auswirken.

    Außerdem leben die Triacs mit Drosseln länger und können Kurzschlüsse besser überstehen. Selbst auf einem riesengroßen „Die“ (der Siliziumchip im Triac) fließt der Strom nach der Zündung zunächst nur in einem hauchdünnen feinen „Zündkanal“. Erst nach einiger Zeit (je nach Typ in der Grössenordnung ns bis us) wird der ganze Chip leitend und der Strom ist gleichmäßig über die Fläche des Chips verteilt. Die Drossel sorgt dann dafür das der Strom im ersten Moment sehr klein ist und der Zündkanal genügend Zeit hat sich auf den ganzen Chip auszubreiten.

  • ohu
    Beiträge
    602
    • 5. September 2005 um 23:27
    • #5

    Hi,
    Danke für die Erklärungen, im PH-LK lernt man halt fast nur Theorie...

    Mein Vorhaben müsste also recht funktionabel umsetzbar sein. Wunderbar. *händereib*

    Aber mit Risetime meinte ich was anderes, im Prinzip die Anstiegszeit von null auf den Endwert... da die ja (eben wegen Induktion) theoretisch endlos lange ist, wird (ob willkürlich oder genormt weiss ich nicht) das im Bereich 10%-90% angegeben. Übernommen hab ich das davon. (5. Absatz von unten)

    Du verwechselst das glaub ich mit 'fade time'. ;)

  • DJ Jerolm
    Verifiziert
    Beiträge
    549
    • 6. September 2005 um 10:04
    • #6

    Jo, hab das mit Fade-Time verwechsel, ist aber nicht falsch was ich da geschrieben hab.

    Zitat

    ...im Prinzip die Anstiegszeit von null auf den Endwert... da die ja (eben wegen Induktion) theoretisch endlos lange ist...

    Ja die Anstiegszeit des Stromes wird von der Drossel bestimmt, endlos lange dauert das aber auch nur theoretisch...
    Stichwort: Sättigungseffekte, Induktivitätsverlust usw.

  • manuela
    Beiträge
    9.103
    • 6. September 2005 um 10:18
    • #7

    vom Connrad die dicke 2x 1mH/16A, beide Wicklungen in Serie und rein damit

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

pro-silentium.de

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