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wie hättet ihr euch in der folgenden situatuion verhalten..

  • Seven
  • 30. August 2003 um 02:36
  • Seven
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    • 30. August 2003 um 02:36
    • #1

    also folgendes:
    ist schon einen augenblick her, aber ich kam eben drauf, als ich den thread über das "reinreden" laß.

    ich war als gast auf einer zeltveranstaltung mit 2 bands. beide bands kannte ich persönlich recht gut und auch den pa verleiher (selber nicht answesend)und die beiden jungs, die die bands gemischt haben, kannte ich ganz gut.

    also alles locker und viel shake hands.

    band a hatte ihren eigenen mischer dabei und band b hatte quasi den man am pult vom verleiher.

    ich kam beim set von band a (die mit eigenem mischer) und der sound war ok, net super aber ok.
    es kamen schon einige gäste zu mir und sagten, dass die andere band grauenhaft und viel zu laut gemischt wäre. nach und nach kamen dann die mitglieder von band b (die sich mit dem mischer des verleihers zu vergnügen hatten) zu mir, und baten mich, ab dem nächsten set (die bands spielten im wechsel) zu "übernehmen", da auch der bühnensound eine rein katastrophe gewesen sein muss.

    ich, der alle beteiligten persönlich kennt, sollte nun eine angefangene va auf wunsch von band (und wohl auch veranstalter) "übernehmen.

    WIE HÄTTET IHR IN DER SITUATION REAGIERT?????

    also ich habe es abgelehnt.
    am ende hat der eigene mischer von band a, auch noch band b auf deren wunsch gemacht und der mischer des verleihers ist mit finsterer miene und verärgert abgezogen. ich habe mich dem entleeren von gerstensaftgläsern hingegeben und hatte einen fiesen kater am nächsten tag.

    vielleicht hätte ich doch besser mischen sollen....???....????

  • Kracky
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    • 30. August 2003 um 03:08
    • #2

    Selber gemischt hätte ich sicher nicht, kommt nicht gut wenn man sich Leute verärgert die man gut kennt. Vielmehr wäre ich zu betreffendem Mischer gegangen und hätte ihn darauf angesprochen, ihm die Situation erklärt und ihm angeboten ihm beim Mischen zu helfen, bzw. ihm zu zeigen was er evtl. falsch macht. Ich geh mal davon aus, er war sicher kein Routinierter Mischer der das schon oft gemacht hat und das es daran gelegen hat oder er ist vom Ohr her einfach nur schlecht, dann taugt er aber als Mischer garnicht.

    War besser so, das der Bandmischer das gemacht hat. Zum einen hast du dir zwar nen Buhmann von der Band abgeholt aber das ist nicht schlimm, schlimmer ist es sich mit den Kollegen zu versemmeln. Zum anderen ist der Bandmischer ja nur den Abend der Held gewesen und dann war es das auch, hätte genausogut auch anderst ausgehen können wenn er die Band nicht in den Griff bekommen hätte, es soll ja solche Bands geben.

    In meinem Lexikon fehlt das Wort unmöglich!

    ASR Computer & PA Technik
    André Ruhnau
    Rosenstr.6
    78598 Königsheim

  • Seven
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    • 30. August 2003 um 13:39
    • #3

    also die band wäre locker in den griff zu bekommen gewesen, das equipment war sehr amtlich und beide mischer sind sicherlich erfahren und auch "gut".
    nur der betreffende mixer fährt IMMER viel zu viel "brett" und hat probleme wenn der raum an sich nicht klingt. er versucht halt immer dem raum seinen sound "aufzuzwingen". das geht selten gut. liegt wohl an mangelnder kompetenz, mit einem terzbandeq umzugehen, vermute ich jezz mal.

    waren eben zwei dance combos mit ordentlich keys, sampling aber einer sehr humanen bühnenlautstärke, eigentlich ein easy going job.

  • wora
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    • 30. August 2003 um 19:39
    • #4

    ich war vor etwa 6 jahren auch mal in einer ähnlichen situation.

    ich kam zu einem gig auf dem eine band spielte, die ich damals jeden donnerstag in einer festen location in karlsruhe mischte.
    der gig wurde von einem kollegen gemischt, der den job auch an land gezogen hatte.
    aber offenbar hatte er seine technik kein bisschen im griff... ihr wisst schon, einer von der sorte "ich bin der beste (schwätzer)"

    die band flehte mich fast an, ans pult zu stehen und den anderen mann nach hause zu schicken.

    ich lehnte es damals auch ab, weil ich ja nicht wusste was er alles "eingestellt" hatte und wo die fehler alle lagen. so eine bestandsaufnahme macht man ja nicht in ein paar sekunden, das braucht zeit. und am ende hätte ich es vielleicht nicht hinbekommen weil die fehler doch ganz wo anders lagen und dann hätte ich auch den schwarzen peter bekommen...

    die musiker waren ein bisschen enttäuscht, aber sie haben es eingesehen das ich mich nicht auch noch blamieren wollte...
    und was sie noch eingesehen haben ist die tatsache, das sie bis heute nicht mehr ohne mich losziehen.


    man muss auch in der lage sein, eine sache realistisch einzuschätzen und dann "nein" zu sagen.
    sowas kann das eigene ansehen durchaus stärken.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Ton_Opa
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    • 30. August 2003 um 22:26
    • #5

    Ich hätte es gemacht.

    Wenn man gebeten wird, jemandem (der Band) aus der Patsche zu helfen, kann man das doch machen.

    Es ist schwachsinn von dem "abgesagten" Typen, darauf beleidigt zu reagieren, wenn die Band sich jemanden anderen wünscht. Es ist ganz klar, dass die Band bestimmt, wer mischt.

    Nur Neulinge sind beleidigt, wenn sie mal 2Stunden frei haben. Die Älteren sind meist froh, wenn sich mal jemand anderes blamiert.

    Der "laute" Typ muss ja auch mal mitkriegen. dass er sich so die Kundschaft (die Bands) vergrault

    Ich hatte ne ähnliche Situation. Die Band spielte 2 Tage auffer Stadtfestbühne. Am ersten tag war alles Scheiße deine Elly. In der Set Pause ruft mich die Frau vom Gitarristen an und sagt, die Jungs sammeln gerade, damit wir deine Gage morgen bezahlen können, du musst morgen kommen.
    Natürlich ne Scheiss Situation (das Mat war auch echt schrottig). Aber der Mischer hats total locker gesehen. Und bereitwillig geholfen wo es nur ging.

    Sowas ist nur peinlich, wenn man es selbst so empfindet. Der Typ muss ja auch kein Arsch sein, vielleicht hat er ja nur Pech gehabt.
    Wir haben doch alle schon mal richtig abgeloost irgendwo. Da muss man auch mit umgehen können.

    Opi

    abgebrühter Alt-Aktivist im Vorruhestandsjob
    -danke Billbo-

  • .Jens
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    • 31. August 2003 um 13:17
    • #6

    ...und wen der abzulösende Mischling der Techniker des Verleihers ist, dann ist der höchstwahrscheinlich gar nicht unfroh, wenn er Pause machen kann. Kommt ja auch öfter vor, dass da mal einer mit dem Drittmaterial rausgeschickt wird, der es nun wirklich nicht kann (bedienen ja, Sound machen nein...) Ist zumindest aus Musikersicht meine Erfahrung.

    Die Leute sind ja auch nicht beleidigt, wenn von vorneherein gesagt wird "Band bringt eigenen Tech mit".

    Ich denke, das ist alles eine Frage der richtigen Wortwahl...

    Ich hab vor Jahren auch mal einen Gig übernommen (und ich bin am Pult beleibe kein Profi - eher der Mensch, der über die eigene Band dazu gekommen ist und das Glück hatte, sich sein Taschengeld mit 16/17 regelmäßig mit Hilfsarbeiten bei einem netten, auskunftsfreudigen Tonmenschen aufbessern zu können...).
    Situation: Gig einer mir völlig unbekannten Band in meiner damaligen Stammkneipe. Ich fand den Sound von vorneherein mies und die zwei(!) Tonmenschen standen völlig ratlos vor ihrer 01V, das Manual alle zwei Minuten in der Hand.
    Die Thekenbelegschaft (kannte ich alle) wussten nun von meinem "Werdegang" und versprachen mir Freigetränke für die anschließende Party, wenn ich was gegen ihre Ohrenschmerzen tun könnte :lol:
    Da wir mit der Band kurz zuvor zwei Wochen lang im Amateurstudio aufgenommen hatten (ratet, was da stend...), kannte ich die Grundfunktionen des Pultes ganz gut.
    Erst dachte ich mir "kannste nich machen...", aber als die beiden das nächste Mal mit dem Manual in der Hand tief über das Pult gebeugt dastanden und ratlos guckten, bin ich einfach mal hin und hab meine Hilfe angeboten. Die beiden waren froh, dass ich kam und nach 5 Minuten (es waren aber auch wirklich alle KanalEQs völlig verbogen und ich glaube, alle Auxe und Inserts waren irgendwie in Gebrauch - vom Gig vorher) stand der Sound einigermaßen. Im dritten Set hatten sie dann die Menüstruktur verstanden und ich hab mich zu meinen Freigetränken begeben :D

    Jens

  • wora
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    • 31. August 2003 um 14:44
    • #7

    Jens:

    das hast du gut gemacht!

    wenn es darum gegangen wäre, in einer kneipe mit nem 01V was hinzubiegen, dann hätte ich das auch versucht...

    in meinem fall war das aber ein openair mit mehreren tausend besuchern und entsprechend komplex war die technik... und da "mal schnell" was aus den chaos heraus hinzubekommen halte ich zumindest für etwas problematisch. :wink:

    letztendlich muss man in der jeweiligen situation entscheiden, ob man eingreifen will oder doch besser die finger davon lässt...

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • f8274
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    • 31. August 2003 um 14:45
    • #8

    ich hätte es auch abgelehnt.

    erstens, um nicht die befreundete pa-firma zu blamieren (ich kanns besser), und zweitens, weil die sich selbst überschätzenden typen es endlich mal lernen müssen, nicht alles anzunehmen. also ruhig ne bauchlandung machen lassen, die hilft mehr selbsteinschätzung zu bekommen, als es - mit ein paar tipps - ja doch geschafft zu haben.

    ich weiss, dass es in den fingern juckt, und viele bekannte von mir helfen selbst denen, die sie vorher verarscht haben, ich bin da hingegen konsequenter. richtig blamieren lassen, das hilft den unfähigen am besten.
    ist hart, aber gerecht.

    wenn ich mir einer sache nicht sicher bin, organisiere ich im vorhinein eben einen fachmann und lerne peau a peau dazu, bis ich es ohne fremde hilfe kann.

  • Hertzkasper
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    • 31. August 2003 um 17:22
    • #9

    Warum glauben eigentlich immer alle, man wäre automatisch verpflichtet einzugreifen, nur weil man es kann. Wir sind doch keine Ärzte!
    Wenn ich auf eine Veranstaltung privat gehe (so hab ich das verstanden), halt ich mich da raus. Die einzige Möglichkeit wäre, wenn es wirklich ganz dick kommt, daß die Band mich spontan bucht, und auch entsprechend zahlt (sorry, ist mein Beruf und nicht Hobby) und das dann auch mit dem Verleiher-Mischer abklärt, damit ich keinen Streß mit dem kriege.
    Abgesehen davon übernehme ich äußerst ungern den Mix eines anderen!
    Entweder bin ich von vornherein gebucht oder ich lass es!
    Man muss solche dinge ja auch mal vom wirtschftlichen Standpunkt her sehen!

    Theorie ist, wenn alle wissen wie's geht, aber nix funktioniert.
    Praxis ist, wenn's funtioniert aber keiner weiß warum.

  • .Jens
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    • 31. August 2003 um 18:36
    • #10

    wora: das ist natürlich was anderes, klar. :wink: Ging aber aus deinem Post nicht so ganz hervor, die Liga...

    Hertzkasper: Es geht ja nicht darum, sich aufzudrängen, weil man es besser kann. Sondern dass man evtl. ganz schnell zwischen allen Stühlen sitzt, wenn die Band/der Veranstalter auf einen zukommt und um Hilfe flehen...
    Mit der wirtschaftlichen Seite hast du natürlich recht, aber wenn die Auftraggeber mit der von ihnen gebuchten und bezahlten Dienstleistung nicht zufrieden sind und jemanden anderes bitten, das zu übernehmen (gehen wir mal von deiner Spontanbuchung aus, also nicht für lau...), dann denke ich schon, dass man das machen kann...
    Ob man das will (insbesondere einen [Halb-]fertigen Mix "on the job" zu übernehmen), naja. Aber das wiederum hat ja mit Verprellen von irgendwelchen Leuten zu tun. Aber vielleicht kann man sich das mal als Argument zum Ablehnen zurechtlegen ("Sorry, ich würd euch ja gerne helfen, aber so mittendrin kann ich da nicht viel machen etc.pp.") und damit dem Problem aus dem Weg gehen.

    Jens[/i]

  • Hertzkasper
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    • 31. August 2003 um 20:11
    • #11

    Naja, ich seh's mal jetzt auch so:
    Der Veranstalter hat die PA-Firma gebucht (und somit auch den Mann am Pult). Ich gehe mal stark davon aus, daß da auch finanzielle Gründe den Ausschlag gegeben haben (weswegen der Mann des Verleihers vielleicht nicht so der Super-Pro war!). Die Band hat sich drauf verlassen, daß da jemand steht, der sein Handwerk beherrscht und daher aus ebenfalls finanziellen Gründen auf nen eigenen Tonmann verzichtet.
    Im Endeffekt ging da was schief, weil alle irgendwie sparen wollten. Warum soll ich mir als privat anwesender Mensch, der zufällig weiß, wie das besser geht, den Schuh anziehen und plötzlich für den gelungenen Verlauf der VA verantwortlich sein. Das lass ich mir ja gar nicht aufdrücken.
    Wenn jemand sauer ist, weil ich dann nicht einspringe (auch gegen Gebot), dann ist das einzig und allein sein Problem!
    Genausowenig wie ein KFZ-Mechaniker, der in Urlaub fährt, nicht verpflichtet ist, alle am Straßenrand liegenden Autos zu reparieren (auch wenn's bezahlt wird).
    Die Entscheidung liegt im Endeffekt bei Dir selbst, sowie die ganze Verantwortung für den weiteren Verlauf auf Dich gelegt wird, wenn Du übernimmst. Das kann dann nämlich ganz schnell nach hinten losgehen!

    Ich glaube in dem Bestreben und dem Druck, den man sich selbst auferlegt, diese Dinge in die Hand zu nehmen, liegt mehr Eitelkeit, als wir uns manchmal eingestehen wollen, oder? :wink:

    P.S.: Ich persönlich gehe privat eigentlich gar nicht mehr auf irgendwelche Konzerte oder Disco-Veranstaltungen o.ä.! Bei ca. 200 VAs im Jahr hab ich da keinen Bedarf mehr! Und wenn, hab ich besimmt keine Lust da mich auch noch ans Pult zu stellen!

    Theorie ist, wenn alle wissen wie's geht, aber nix funktioniert.
    Praxis ist, wenn's funtioniert aber keiner weiß warum.

  • Toeti
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    • 31. August 2003 um 20:24
    • #12

    Mahlzeit.
    Da ich ja mehr Musiker als sonst was bin, ist meine Meinung vielleicht nicht so wichtig, aber doch interessant. Ich helfe regelmäßig bei dem Vermieter in unserer Nähe und durfte auch schon kleine Sachen Mischen.

    Das muss man je nach Situation entscheiden ob man sowas macht denk ich. Gucken, wie der Momentane Mischer drauf ist und dann mal weiter sehen Vielleicht reicht ja auch nur ein Tip.
    Wenn der Mischer gut drauf ist und man hilft, dann ist es für den eigenen Ruf bestimmt nicht das schlechteste.
    Ich würde also eher zum helfen tendieren, auch ohne Euronen, wenn ich die Band gut kenne. Das kann man denk ich mal einmal machen.

    Aber aus solchen Gründen haben wir immer unseren eigenen Mischer dabei. Ist aber auch schon vorgekommen, das er gar nicht aus dem Quark kam. Da waren er und wir auch froh, das man noch jemanden fragen konnte.

    mfG
    Thorsten

    Kein Dingen, Let's Rock
    http://www.sonik-music.de

  • .Jens
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    • 1. September 2003 um 01:04
    • #13

    Hertzkasper:

    Natürlich kann ich verstehen, dass jemand, der diesen Job (Haupt-)beruflich macht sich nicht auch noch in seiner Freizeit hinstellen will um irgendwo Sound zu machen, auch nicht für Geld.

    So wie ich das ursprüngliche Dilemma verstanden habe, ging es aber um Gewissensbisse gegenüber dem Verleiher-Tonmenschen, einen Job anzunehmen, bei dem
    a) der/die Auftraggeber (Band und Veranstalter) darum bitten
    b) offensichtlich der "Bock", auf der betreffenden VA zu mischen zumindest rudimantär vorhanden war (also eben nicht "Ich hab Feierabend, lasst mich mit dem Gedöns in Ruhe", sondern eher "Naja gut, warum nicht?")
    c) die Geldfrage offensichtlich auch nicht das Problem war.

    Es ging also IMHO nicht darum, ob jemand sauer ist, wenn man den Job nicht annimmt, sondern ob man sich jemanden vergrätzt, wenn man das tut.

    Klar gibt es tausend Gründe, so einen Job nicht spontan anzunehmen (u.a. "kein Bock"), aber die stürzen einen ja eher nicht in diesen Gewissenskonflikt.

    Jens

  • Hertzkasper
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    • 1. September 2003 um 12:53
    • #14

    Es geht mir um folgendes:
    Ich bin auf ner Veranstaltung (privat), was ja absolut mal vorkommen kann und man deshalb niemand einen Vorwurf machen muss, und ich bin Tontechniker und einige wissen das (auch kein Grund zur Panik). Solange alles gut läuft, wunderbar! Dann geht etwas schief und schon ergibt sich aus dieser Kombination, einfach vor Ort zu sein, ein Gewissenskonflikt oder wie Du sagst ein Dilemma. Hat Seven etwas falsch gemacht, indem er als Tonmann privat ein Konzert besucht und vielleicht einfach nur ein Bierchen trinken will? Ich denke nicht. Darum denke ich auch, daß es seine Entscheidung, frei von allen Einflüssen von außen ist, ob er eingreift oder nicht. Und er hat sich entschieden, nicht einzugreifen, was ich für professionell und vernünftig halte!
    Ich hätte es auch so gemacht!

    Andersrum gefragt: Bist Du der Meinung immer den besten Sound zu machen, der geht? Wie würdest Du Dich fühlen, wenn einer von der Seite kommt und Dir Ratschläge geben oder gar den ganzen Mix übernehmen will? Versetz Dich auch mal in die Lage des Mixers vor Ort?

    Ich denke auch, dass sich Seven's und Dein Fall nicht vergleichen lassen!

    Theorie ist, wenn alle wissen wie's geht, aber nix funktioniert.
    Praxis ist, wenn's funtioniert aber keiner weiß warum.

  • .Jens
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    184
    • 1. September 2003 um 13:29
    • #15
    Zitat von "Hertzkasper"

    Darum denke ich auch, daß es seine Entscheidung, frei von allen Einflüssen von außen ist, ob er eingreift oder nicht. Und er hat sich entschieden, nicht einzugreifen, was ich für professionell und vernünftig halte! Ich hätte es auch so gemacht!


    Dem habe ich auch nirgendwo widersprochen, denke ich. Es ist seine Entscheidung, und ich wollte auch durch meine Argumentation nicht den Anschein erwecken, dass ich seine Entscheidung für falsch halte. Ich denke nur, dass Sorgen um das Ego des anderen nicht der einzige Grund zum Ablehnen sein sollte. Eben weil es auch ein Zeichen von Professionalität und Vernunft ist, einzusehen, dass man einen schlechten Tag erwischt hat und/oder mit der Aufgabe (an dem Tag oder generell) überfordert ist.
    Es ist natürlich in so einem Fall Aufgabe des Auftraggebers (in diesem Fall Band), dafür zu sorgen, die nötige Diplomatie walten zu lassen, um eben nicht den Eindruck entstehen zu lassen, man wollte sich irgendwie aufdrängen.

    Zitat von "Hertzkasper"

    Andersrum gefragt: Bist Du der Meinung immer den besten Sound zu machen, der geht? Wie würdest Du Dich fühlen, wenn einer von der Seite kommt und Dir Ratschläge geben oder gar den ganzen Mix übernehmen will? Versetz Dich auch mal in die Lage des Mixers vor Ort?


    Um Gottes Willen, nein... Ich schrieb ja schon, dass ich eher Amateur bin. Ich denke zwar, dass ich im kleinen Rahmen einen vernünftigen Sound produzieren kann, aber ich kenne meine Grenzen und weiss auch, dass normalerweise jeder, der auch nur annähernd Profi ist, einen besseren Sound in kürzerer Zeit hinbekommt - allein wegen deutlich mehr Erfahrung und Routine.
    Wenn ich irgendwo stehe und mische und es kommt jemand zu mir (der offensichtlich mehr Ahnung hat...), dann kommt es wie gesagt auf die Wortwahl an. Wenn jemand "vorsichtig" seine Hilfe anbietet, mir einen konkreten Tipp gibt oder mich auf etwas aufmerksam macht, was mir vielleicht im "Eifer des Gefechts" nicht aufgefallen ist, OK...
    Wenn jemand den gesamten Mix übernehmen will (wohlgemerkt, nicht aus Geltungssucht, sondern auf Wunsch der Band), dann würde das sehr an meinem Ego kratzen, klar. Wenn das aber Gründe hat, die ich mir selbstkritisch eingestehen muss (Überforderung z.B.), wäre ich wohl bedröppelt, aber nicht beleidigt...

    Zitat von "Hertzkasper"

    Ich denke auch, dass sich Seven's und Dein Fall nicht vergleichen lassen!


    Dazu nur ganz kurz: ACK! Das sollte auch nur ein Beispiel dafür sein, dass sich sowas nicht unbedingt zum Problem auswachsen muss, solange alle Beteiligten höflich und kooperativ miteinander umgehen. Denn letztlich zählt IMHO der beste Sound für den Kunden, auch wenn der auf eine Art und Weise zustande kommt, der bei einem Beteiligten einen kleinen Kratzer am Ego hinterlässt.

    Jens

  • rockline
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    • 1. September 2003 um 17:11
    • #16

    So etwas interessiert mich zum Glück nicht die Bohne! Wenn ein Soundmann echt danebenmixt (warum auch immer) denk ich mir meinen Teil und gut ist.

    Wenn wir jedoch auf einer VA die komplette Technik stellen, und ein Tonkollege als Bandtechniker völlig versagt, muß er leider den Platz räumen. Es fällt mitunter auf uns als ausführende Firma zurück!

    Ansonsten Pech für die Musiker, hätten ja von Anfang an jemanden mitbringen können, von dem sie den Eindruck haben er könne es!
    Stefan

  • Seven
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    • 1. September 2003 um 23:03
    • #17

    rockline: das problem bei dieser va war ja, dass der "schlechte" techniker, der von der pa firma war, und der "gute" einen kofferjob hatte. aber das problem, dass ein schlechter sound auf die firma ein schlechtes licht wirft kenne ich zu gut. habe ich leider selbst schon erlebt und nicht die nötige konsequenz gezeigt und den mann vom pult verwiesen

    gruß
    seven, der sich freut am wochenende mal wieder ne L3000 statt ner V320 hingestellt zu bekommen und dazu ein rack voll bss, lexicon und was das herz begehrt. vorfreude.... :D:D:D:D

  • Blauklang
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    • 9. September 2003 um 04:00
    • #18

    Haben zu diesem Thema ein ganz frisches Erlebnis vom vergangenen Wochenende. Hoffe ich gebe es Angesicht´s der späten Stunde noch verständlich wieder.
    Jubiläumsveranstaltung eines großen Unternehmens.
    3 Bands die den Abend im Wechsel bestreiten, ein internationaler Act der vor Jahren ein paar ganz große Hits hatte, von denen der ein oder andere immer noch als Evergreen gilt- Boney M -und 2 Redner vorweg.
    Bestuhlt, Tanzfläche, knapp 1000 Gäste, 18 kw Front-PA sowie diverse Delaylines.
    Klang bei den Rednern, unser Tonmann, sowie der Band die die ersten 2 Stunden bestritt, deren Tonmann, uneingeschränkt gut.
    Dann der Topact...alles vorbei!
    Deren "Tontechniker" hat erstmal alle EQ´s Flat gestellt, vom ersten Ton an die Endstufen in`s Clipping gejagt und zu guter Letzt die Mikro´s vollkommen übersteuert. Außerdem gab´s eine Dauerkopplung im gesamten Bereich von 500 - 800 hz. Dass es neben dem ohrenbetäubenden Lärm auch noch extrem beschissen Klang ergab sich aus der Summe der Fehler.
    DAT-Zuspielung und 4 Mikrofone...

    Was tun?

    Unserem FoH-Mann war die Fassungsolsigkeit in´s Gesicht gemeisselt. Hinter der Bühne panisches Suchen, seitens der Fremdcrew und den Organisatoren, nach der Ursache. Ich versuchte, vergeben`s, klar zu machen was los war.

    Mittlerwile der dritte Song.
    Situation:
    Bühnensound war´s nicht. Der Monitormix, von uns, war ordentlich.
    Soweit waren sich die Hobbydetektive einig.
    Am FoH Platz schrien sich "Tontechniker" und "Manager" an und griffen sich gegenseitig in´s Pult.
    Wurde der Sound besser? Nein. Wurde er schlechter? Schlimmer. Das Chaos wurde routinierter!

    Nach dem fünften!! Lied endlich die Erlösung:
    Die beiden Bruchpiloten des Act´s baten unseren FoH-Tonmann um Hilfe.
    Es wurde leiser, besser und innerhalb weniger Augenblicke...schön.
    Nebenbei sei noch erwähnt, dass die weiteren Bands des Abend´s gut klangen und in der Lautstärken angemessen waren.

    Lange Rede, kurzer Sinn.
    Was glaubt ihr wäre passiert, wenn wir von uns aus eingegriffen hätten?
    Ich glaube man muss in so einem Fall den Zeitpunkt des Eingreifens wirklich abwarten sonst gibt´s kein gutes Ende.

    Seit diesem Erlebnis weiss ich, dass sowas eine extrem schwierige Situation ist und es durchaus Volldeppen gibt denen beide Hände mit mindestens 100 Rollen Gaffa zusammen getapet gehören.
    Ich habe sowas in den letzten 10 Jahren noch nicht erlebt und hoffe, dass ich es nie wieder erleben muss. Das war echt strange!!

    Gruß und gute Nacht, Thorsten

  • mischpultschorsch
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    • 9. September 2003 um 08:13
    • #19

    :o :o Immer wieder erstaunlich, mit welchen Dilletanten als Techs so manche "internationale Acts" durch die Lande reisen.
    Wer a) während ner laufenden VA eine nachweislich gut klingende PA auf "Flat" setzt und b) gleich mal Vollbrett fährt, leidet an Profilierungsneurose, die an nem FOH-Pult überhaupt nix zu suchen hat.
    Ausserdem, wer nen Minimalstaufwand von 4 Mikros + 1 DAT-Zuspielung nicht zu handeln vermag, sollte vielleicht sowieso ganz von Mischpulten die Finger weglassen....

    Ich hoffe nur, dass der Veranstalter diese technischen Probleme nicht auf Euch als Company zurückführt, sondern es eingesehen hat, dass der Boney M. - Tech dafür verantwortlich war?!?

  • Blauklang
    Profi
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    145
    • 9. September 2003 um 10:54
    • #20

    Der Veransatalter,sagen wir mal der der alles Bezahlt hat, als solcher war eh hin und weg, da für ihn mit dem Auftritt ein Jugendtraum in Erfüllung ging. Der Agentur, Organisation, die für den Abend Verantwortlich zeichnete war irgendwann klar wie der Hase läuft.
    Spätestens nachdem unser Techniker das Ruder übernahm.
    "Lediglich" ein älterer Mann um die 70 stand nach dem Auftritt mit hochrotem Kopf am Pult, schrie wie von Sinnen ob wir Wahnsinnig seien so einen Lärm zu machen und war offensiv Fassungslos. Auch das klärte sich im Verlauf des Abends sowie nach einem Gespräch und 2 Gläsern Wein.
    Es hat mich wirklich gewundert, dass die Sanitäter nicht ein paar Dutzend Tinitus-Patienten hatten.

    Gruß Thorsten

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