Ulme im Kaminzimmer? - Ein Boxenbaubericht
Aufgabenstellung war Lautsprecher zur Beschallung einer Loungegruppe in einem Kaminzimmer zu bauen, welche sowohl tonal als auch ästhetisch besser als die bisherigen JBL Control One sind.
Budget: So viel wie für ein gutes Ergebnis nötig ist, aber nicht unbedingt mehr.
Also mal die Herausforderung nicht in die Vollen greifen zu dürfen, aber ein hochwertiges Ergebnis mit gutem Preisleistungsverhältnis abzuliefern. → Interessant!
Zuerst wurden die Rahmenbedingungen festgezurrt:
Box sollte schlank wirken, am Boden stehen und die sitzenden Zuhörer in etwa 4-5 Metern Entfernung mit leicht gehobener Zimmerlautstärke beschallen können. Da der Raum sehr wenig bedämpft ist, wäre ein gewisses Richtverhalten erstrebenswert um weniger Reflexionen von Wänden, Decke und Boden zu bekommen.
Um einerseits die Box schmal halten zu können und um andererseits einen kleinen, günstigen Druckkammertreiber einsetzten zu können (Trennfrequenz) sollte der Midbass ein 8 Zoll Chassis werden.
Wegen der Trennung zum kleinen Druckkammertreiber sollte dieser bis etwa 2 kHz hoch spielen, gleichzeitig aber auch als alleiniger Basstreiber genügend weit herunterreichen.
Diesen Frequenzbereich mit einem Chassis abzudecken stellt normalerweise kein Problem dar, aber typischweise handelt es sich dabei um „HiFi-Chassis“ mit einem Kennschalldruck deutlich unter 90 dB/W/m.
Da die Lautsprecher über einen kleinen nicht einmal zigarrenkistengroßen Class D Verstärker betrieben werden sollen, wäre ein Kennschalldruck von über 90 dB/W/m schon erstrebenswert.
Eine langsam zerbröselnde Schaumstoffsicke kam auch nicht in Frage, es sollte also entweder eine Leinensicke oder eine Gummisicke sein und ein stabiles Alugusschassis wäre auch noch schön.
Dann war ja noch die Budgetvorgabe vorhanden, was die Auswahl der in Frage kommenden Chassis weiter einschränkte.
Alle Vorgaben gleichzeitig erfüllte für mich am ehesten der Celestion CF0820BMB, so dass ich mich an die Bassreflexsimulation mit diesem machte.
Mit einer Resonanzfrequenz von 50,5 Hz wollte ich ihn auch ungefähr in der Gegend tunen und schaute mir in der Simulation nun an, welche Gehäusegröße dann für einen passablen Bassfrequenzgang erforderlich wäre.
Ich landete bei etwa 25 Litern, was ein schlankes, nicht all zu hohes Gehäuse versprach.
Anmerkung:
Ich hatte in der Simulation provisorisch gleich mal einen passiven 12 dB Tiefpass eingefügt, um durch den Widerstand der Serienspule realistischere Simulationsergebnisse zu erhalten.