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Prolyte 50% Load Reduction bei Standard Ecken

  • Stephan Graeske
  • 8. Mai 2004 um 00:43
  • Stephan Graeske
    Profi
    Beiträge
    1.217
    • 8. Mai 2004 um 00:43
    • #1

    Hallo,

    ich bräuchte eine Erklärung zur 50% Load Reduction bei Verwendung von Prolyte H30D Standard Ecken (z.B.H30D-C012).

    Prolyte selbst spricht von 50% weniger Belastung des Spanns, wenn Standard Ecken verwendet werden. Die 50% sind zu ermitteln, indem man die Belastungsangabe aus der Tabelle für die jeweilige Länge des Spanns durch zwei teilt.

    Ich habe lange über diese Sache nachgedacht. Mir gelingt es nicht mir klar zu machen, warum die Belastung der Ecke von der Länge der Traverse abhängig ist. Welche zusätzlichen Kräft wirken auf die Ecke, außer diejenigen, welche ortogonal zur Traverse in Richtung Boden zeigen? Wie soll eine Ecke merken, welche Länge an Traverse an dieser angeschlossen ist.

    Beispiel: Ein 4m Stück darf an einem Punkt mit 468kg belastet werden, sprich bei Verwendung mit Standard Ecke 234kg. Zuzügl. Eigengewicht der Traverse wären dies 252,8 kg. Die Traverse wird sowohl links als auch rechts von einer Ecke gehalten, bei centrischer Belastung der Ecke wirken also pro Ecke 126,40kg. Rechnet man das ganze für eine Spannweite von 12m (auch wenn ich dies mit H30D nicht wirklich bauen würde) kommt man auf eine Belastung pro Ecke von 79,20kg. Was ist der Grund dafür, daß die Ecke bei längerem Span weniger belastet werden kann?

    => Oder brauchte Prolyte nur eine "Universalaussage" um immer im sicheren Bereich zu sein und dies auch Laien-Anwendern verständlich zu machen

    => Oder wirkt verursacht die Deflection ein Drehmonent in der Ecke, welches als Problem angesehen wird und daher nur ein kleineres Gewicht bei größerer Spannweite erlaubt ist?

    Ich freue mich auf fundierte Antworten zu dieser Frage.

    Schöne Grüße

    Stephan

    Veranstaltungstechnik, Konferenztechnik, Medientechnik in Bergisch Gladbach bei Köln mieten: http://www.graeske.de

  • Stephan Graeske
    Profi
    Beiträge
    1.217
    • 8. Mai 2004 um 23:40
    • #2

    Ich hätte da ja schon gerne eine Erklärung... :) Weiß da wirklich niemand etwas zu?

    Veranstaltungstechnik, Konferenztechnik, Medientechnik in Bergisch Gladbach bei Köln mieten: http://www.graeske.de

  • Carm
    Profi
    Beiträge
    2.715
    • 10. Mai 2004 um 12:04
    • #3

    nur kurzes stichwort "biegemomente"

    ansonsten empfehle ich als kurzen überblick zum thema technische mechanik das buch von michale lück "mechanik in der veranstaltungstechnik"

  • CaptainChaos
    Profi
    Beiträge
    236
    • 10. Mai 2004 um 15:02
    • #4

    HI,

    ich versteh das mal so.

    Ein Stueck Truss darf 100% Belasstung erfahren. Wenn ich nun die Ecke dazwischen habe als ein Stuecktruss gleicher Bauart (nicht cornerblock
    die sind ja anders aufgebaut)
    dann darf diese Stucke eben auch nur 100% der Belastung
    Wenn ich nun zwei Abgaenge anbaue darf jeder nur mit 50% Belastet werden da es sich ja an der Ecke die Kraefte zu 100% addieren.
    Meint das Gewicht der beiden Abgaenge addiert sich ja an der Ecke.


    Gruss

    Gruss

    Holger Steppke

  • emsch
    Beiträge
    90
    • 10. Mai 2004 um 18:28
    • #5

    In den Ecken treten durch die Belastung Biegespannungen auf, die mit der normalen Prolyte-Traversengeometrie nicht aufgenommen werden können. Aus diesem Grund ist Prolyte so ehrlich und gibt die 50 % Reduzierung an. Für 100 % gibt es von Prolyte einen Extra Corner, der aber auch um einiges schwerer ist. Wenn andere Hersteller für Ihre Ecken 100 % Belastbarkeit angeben erscheint mir das ziemlich gelogen. Ich kann nicht glauben dass eine normale Ecke das mitmacht.
    Grüße emsch

  • CaptainChaos
    Profi
    Beiträge
    236
    • 10. Mai 2004 um 21:28
    • #6

    So noch schnell im Prolyte katalog nachgeprueft ....

    Zitat:
    .... In einer Konstruktion mit Standart Knoten sollte die zulaessiege Belastung einer geraden Traverse um 50% reduziert werden.
    Jeder Knoten wird mit den resultierenden Kraeften von zwei Traversen (eine an jeder Seite des Knotens) belastet.
    Standart Knoten sind fuer diese Dopplebelastung nicht ausgelegt. .....

    Gruss

    Holger Steppke

  • Stephan Graeske
    Profi
    Beiträge
    1.217
    • 13. Mai 2004 um 12:09
    • #7

    Hi, danke schonmal für die Antworten. Das mit dem Biegemoment hört sich interessant an, könntet Ihr mehr dazu schreiben?

    Zu den anderen Punkten habe ich noch eine Frage:
    1) Klar, daß eine Ecke von zwei Seiten mit Traversen belastet sind. Aber dadurch wird diese doch nicht doppelt belastet, denn schließlich belastet eine gespannte Travese die Ecke nur mit 50% (und 50% auf der gegenüberliegenden Seite)
    2) Ferne war meine genau Frage, warum die Ecke bei kurzen Spannweiten deutlich höher belastet werden darf als bei langen Spannweiten. Dies ist für mich nicht ersichtlich. Der Punkt der Biegemoment könnte die Lösung sein, hierzu hätte ich gerne noch mehr Infos.

    Grüße

    Stephan

    Veranstaltungstechnik, Konferenztechnik, Medientechnik in Bergisch Gladbach bei Köln mieten: http://www.graeske.de

  • Hamster
    Beiträge
    223
    • 14. Mai 2004 um 14:23
    • #8

    Hallo zusammen!

    In der Betrachtung darf man nicht immer von den Tabellen mit irgendwelchen Längenangaben, die übrigens nur für gelenkig gelagerte Einfeldträger gelten, ausgehen, sondern von den Querschnittswerten der Traverse! Eine H30D kann ein maximales Biegemoment um die y-Achse (im Normalfall die Hauptbelastung) von 5,02 kNm und eine maximale Querkraft in z-Richtung von 8,08 kN. Je nach Last und Länge freckt die Truss weil entweder das eine oder das andere überschritten ist.
    Wenn Du jetzt eine Traverse hast, an deren Ende (nur das ist interessant) ein Biegemoment von 5 und eine Querkraft von 8 ankommen (bis jetzt hält das alles noch) und Du ZWEI solche Enden an eine Ecke, die ja nun denselben Querschnitt hat, dranpackst, ist das eben 100% zuviel.

    Viele Grüße,
    (Dipl.-Bauing. (FH) 8) ) Christoph

  • RaceFace
    Beiträge
    24
    • 16. Mai 2004 um 15:48
    • #9

    Der Grund, warum eine Kurze Truss höher als eine Lange belastet werden darf lässt sich ganz billig mit einem Wort "Hebel" umschreiben. Je größer der Abstand der Kraft zur festen Einspannung (der Ecke) ist, desto höher wird das Moment (Bei Trussen das Biegemoment, da sie ja nicht gedreht werden) das Moment wird ja nicht umsonst in Nm angeben Kraft mal Länge.
    Wenn du nun bis zu einem Meter eine Last von 1t anhängen darfst, halbiert sich die zulässige Kraft, wenn du einen Abstand von zwei Metern hast.

    Die erklärung war zwar jetzt nicht ganz Wissenschaftlich, hilft dir aber vielleicht zu verstehen.

  • Hamster
    Beiträge
    223
    • 17. Mai 2004 um 08:43
    • #10

    Hm...

    also die Ecke als feste Einspannung zu betrachten halte ich aber für gewagt. Gelenking gelagert ist auch nicht ganz richtig, aber immer noch näher an der Wahrheit. Nun werden zwar Momente in die Ecke eingeleitet und die können die Ecke auch bis zur Versagensgrenze belasten, aber für die Ermittlung der zulässigen Belastung der Riegel darf man davon nicht ausgehen, denn u.a. kann sich die Stütze unter der Ecke mehr oder weniger frei drehen.

  • Stephan Schewe
    Profi
    Beiträge
    543
    • 21. Mai 2004 um 10:40
    • #11

    Wohl eher weniger frei drehen...dafür sorgen alleine die CBs.
    Vom Sinn her, würde ich es als eine feste Einspannung (nimmt also Momente auf) sehen, so sollte es zumindest sein. Und dann gebe ich RaceFace recht.
    Hat hier schonmal jemand 10 oder 12m von diesem dreikant-Truss ohne Stütze gebaut? Da sieht man die Biegemomente mit bloßem Auge sehr extrem. Würde da nix mehr dranhängen ;)

  • Stephan Graeske
    Profi
    Beiträge
    1.217
    • 21. Mai 2004 um 15:07
    • #12

    Stephan, komm am Samstag doch mal vorbei. Mit H30D kannst Du locker 10m überbrücken wenn Du wenig Belastung hast. Für zwei Bars und einen Beamer reicht dies und man kann mit bloßem Auge keine Deflektion sehen. Auf der You in Essen habe ich vorgestern auch 10m H30D gespannt und man sieht nicht die geringste Biegung. Hier ist die Traverse mit 4 UPMs belastet.

    Danke zwischendurch schonmal für alle Antworten.

    Grüße

    Stephan

    Veranstaltungstechnik, Konferenztechnik, Medientechnik in Bergisch Gladbach bei Köln mieten: http://www.graeske.de

  • Hamster
    Beiträge
    223
    • 4. Juni 2004 um 12:26
    • #13

    @Privateer:

    CBs (sofern daß CornerBlocks heissen soll...) haben wir eben nicht! (Siehe Frage).
    Ausserdem hindert der Cornerblock die Stütze nicht daran, sich schräg zu stellen, wenn das Moment oben nur groß genug ist. Nicht das da irgendwas zusammenfiele, aber deshalb die Riegel als eingespannt zu betrachten halte ich für zu optimistisch. Nicht umsonst werden Outdoor-Konstruktionen verspannt oder wenigstens mit Diagonalen versehen.

    Tschüs zusammen.
    Christoph

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