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Drums als Ursache für zu hohe Gesamtlautstärke - Lösungen?

  • Lesplorer
  • 6. August 2004 um 12:18
  • Lesplorer
    Beiträge
    10
    • 6. August 2004 um 12:18
    • #1

    Tag zusammen,

    ich hatte letztes WE die Ehre, bei einem Metalevent nicht nur selbst zu spielen, sondern auch diverse Bands zu mischen. Und hierbei bin ich zum wiederholten Male beim Soundcheck auf Probleme gestoßen, sodass ich mir mal Lösungsvorschläge von kompetenter Seite, sprich von Euch holen möchte.

    Location: Innen nackte Gerätehalle 10 auf 25 Meter; 10 Meter hoch (Giebeldach).

    Als dann der erste Drummer freudig in sein Schlagwerk trat schwante mir bald Übles. Wie so häufig bieten die Örtlichkeiten für Undergroundevents wesentlich zuviel Hall und Snare nebst Becken produzieren hier eine enorme - unangenehme Lautstärke. Am Ende habe ich dann den Drummer dazu gebracht, dass nur die Bassdrums getriggert über die PA gehen und der Rest rein akkustisch mehr als ausreicht.

    Das laute Drumkit führte natürlich zu einer enormen Bühnenlautstärke der Bands und man konnte sich schon fragen, was man da eigentlich noch per FOH-dazumischen sollte. Es hat dann schon ganz akzeptabel funktioniert und die Leute waren mit dem Sound nicht unzufrieden. Aber durch das laute Schlagzeug war ich gezwungen, die übrigen Instrumente und Vocals lauter zu fahren als ich es gerne getan hätte. Zwar hat die Anlage die Lautstärke problemlos hergegeben (Bell VPS700 mit einem Mackiepult (24 Monokanäle und 6 Auxwege) aber es war eigentlich unnötig.

    Und nach so viel Vorgeplänkel meine Fragen:

    1. Ist das bei solchen Raumgrößen einfach normal? (so klein war der Raum ja nun wirklich nicht)

    2. Sind somit insbes. Crash-Becken ab cirka 16 Zoll Größe (von dem 20er China fang ich gar nicht erst an, aber das wird ja meist seltener angeschlagen) für kleinere Auftritte schlicht und ergreifend zu laut und damit ungeeignet (ist mein Eindruck - "Aber als Metaldrummer brauch ich die doch....")

    3. Was kann man tun, um den Sound besser zu machen? Moltonstoff im Bühnenbereich und evtl. in Teilen der Halle?

    Ich bin dankbar für jegliche konstruktive Anregung.

    Grüße,

    RALF

  • HMPF
    Profi
    Beiträge
    618
    • 6. August 2004 um 13:55
    • #2

    Das Thema hatten wir hier kürzlich schon mal, aber ich bin jetzt auch zu faul es nochmal raus zu suchen :)

    Generell muss man halt gucken, dass man dem Drummer beibringt, dass er nicht so laut spielt. Bei manchen klappt das, bei manchen halt nicht.
    Eine gute Lösung sind noch Plexiglasstellwände vor den Drummer und hinter dem Drummer Molton aufhängen.
    Noch schöner, aber aufwändig ist es natürlich in der ganzen Halle Molton aufzuhängen....
    Ansonsten kannst Du nur versuchen den Mix um das akustische Schlagzeug drum herum zu bauen, das klappt mal besser und mal schlechter, ich weiss leider nicht wovon das abhängt - vielleicht auch Tagesform.
    Bei der lauten Snare einfach nur noch etwas Bauch über die PA mit schicken z.b.

    Hilfreich ist es auch das PA auf das Schlagzeug zurück zu verzögern, so bekommst einen etwas geschlosseneren Mix am Ende hin.


    Das sind so meine Erfahrungen

    "die Anlage sieht aus wie ein plattgefahrenes Ü-Ei"

    "Das Mikro ist kaputt, das pfeift nicht!"

  • Patric A.
    Beiträge
    562
    • 6. August 2004 um 23:18
    • #3

    Da ich die letzte Diskussion über dieses Thema angeregt hatte, hier der Thread:
    http://www.pa-forum.de/paforum/viewtopic.php?t=23869&highlight=drummer

    MfG
    Patric Ackermann
    (ehemals AES-Light [Xenith])

    Auf der Suche nach dem guten Ton ;)

  • Lesplorer
    Beiträge
    10
    • 6. August 2004 um 23:54
    • #4

    @ AES-Light: Danke für den Link! Starstage war ja wirklich frustiert!

    @ HMPF: Danke für die Tips! Noch eine Frage: Welche Stärke sollte den das Plexiglas aufweisen? Denn wenn, dann würde es bei derartigen Stellwänden bei mir auf Selbstbau rauslaufen;-)

    Und der Herr T. wird einige Quadratmeter Moltonstoff an mich verkaufen können...

    Gruß,

    RALF

  • HMPF
    Profi
    Beiträge
    618
    • 7. August 2004 um 10:06
    • #5

    Hm, ich schätze die Dinger sind so etwa 8 oder 10 mm dick, habe da aber ehrlich gesagt noch nie so genau darauf geachtet. Von Clearsonic gibt es sowas fertig zu kaufen, kostet ca 500.-! Ich weiss jetzt nicht was im Baumarkt Plexiglas kostet, kann mir aber gut vorstellen, dass sich der Selbstbau lohnt :)

    "die Anlage sieht aus wie ein plattgefahrenes Ü-Ei"

    "Das Mikro ist kaputt, das pfeift nicht!"

  • 00Schneider
    Beiträge
    612
    • 7. August 2004 um 15:40
    • #6
    Zitat von "Lesplorer"

    2. Sind somit insbes. Crash-Becken ab cirka 16 Zoll Größe (von dem 20er China fang ich gar nicht erst an, aber das wird ja meist seltener angeschlagen) für kleinere Auftritte schlicht und ergreifend zu laut und damit ungeeignet (ist mein Eindruck - "Aber als Metaldrummer brauch ich die doch....")


    Nein, das stimmt nicht. Wenn dann müssen dünnere Becken her, aber Crash-Becken unter 16" fehlt meist die Dynamik und auch der Klang. Das ist wie wenn du ein 10" im Top für die Front einsetzten würdest. Große dünne Becken bringens, die klingen auch leise angespielt gut und haben genug Klangfülle. (Dicke große Becken sprechen leise gespielt nicht an.) Also das 15er Top für die Front, aber eben nicht aufgedreht. Und dann gibt es ja tausend Typen. Türkische Becken sind z.B. meist leiser. Aber Türken und Metal? Nö, die vertragen sich nicht, glaubt der Metaldrummer.
    Leiser spielen ist auch nicht so einfach, das erfordert meist mehr Können als reindreschen.

    Du wirst bei Metallern da in der Tat auf wenig Ohr stoßen. Empfehle ihnen mal drummerforum.de, und falls jemand antwertet "kenn ich schon", schönen Gruß von mir, er soll die Tipps auch beherzigen. ;)

    Die Plexi-Glas-Lösung und Molton finde ich noch die beste Methode. Die Clearsonic Panels sind laut Herstellr 1/4" dick, also ca. 6,35 mm.

    MfG 00Schneider

    Lautsprecher verstärken die Stimme, aber nicht die Argumente.

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
    7.900
    • 7. August 2004 um 16:28
    • #7

    ... wie schön, daß ich nur mit Schlagzeugern und Gitarristen zu tun habe, die "richtig" spielen können.

    Und zum "richtigen" Spielen gehört m.E. nicht nur, möglichst schnelle Passagen zum Eindruckschinden (... etwa bei den zeugungsfähigen Mädels ? :mrgreen: ) herunterzuklappern, sondern auch ein Gefühl für Lautstärke/Dynamik und grooviges Timing zu entwickeln.

    Denn: Richtig gute Schlagzeuger (B. Rich, S. Gadd, P. Collins, S. Porcaro, S. Philips ...) brauchten bzw. brauchen keine Plexiglasdose, um mit anderen Musikern auf der Bühne vernünftig zusammen zu spielen.

    Schlagzeuger (und Gitarristen), die sowas nicht begreifen (wollen ...), sind für mich einfach diletantische Musiker. Ich weiß, daß auch Profis z.T. solche "Macken" haben - aber darum bleibt sowas trotzdem diletantisch ...

    Viele Grüsse

  • HMPF
    Profi
    Beiträge
    618
    • 7. August 2004 um 22:08
    • #8
    Zitat von "Sound-Klinik"

    Denn: Richtig gute Schlagzeuger (B. Rich, S. Gadd, P. Collins, S. Porcaro, S. Philips ...)
    Viele Grüsse

    Da wären auf alle Fälle noch Bernhard "Pretty" Purdie und Zoro zu nennen. Stört mich irgendwie, wenn die in so einer Auflistung fehlen :)

    OT, aber musste sein

    "die Anlage sieht aus wie ein plattgefahrenes Ü-Ei"

    "Das Mikro ist kaputt, das pfeift nicht!"

  • Patric A.
    Beiträge
    562
    • 7. August 2004 um 23:03
    • #9

    Wobei P.Collins ja auch nicht unbedingt fürs Leisespielen bekannt ist ;) (oder spielt er auf "kleineren" Auftritten leiser??) trotzdem stimmt da der Rhytmus!

    MfG
    Patric Ackermann
    (ehemals AES-Light [Xenith])

    Auf der Suche nach dem guten Ton ;)

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
    7.900
    • 8. August 2004 um 11:31
    • #10
    Zitat von "AES-Light [Xenith

    "]Wobei P.Collins ja auch nicht unbedingt fürs Leisespielen bekannt ist ;) (oder spielt er auf "kleineren" Auftritten leiser??) trotzdem stimmt da der Rhytmus!

    ... Phil Collins kann schon filigran und dynamisch spielen ... hör Dir mal ältere Genesis-Platten an, wieviel Gefühl er für sein Instrument hat.

    Manche Drummer können dagegen immer nur einfach draufhauen, wobei sich die Anschlagstärke nicht nach der Musik sondern nach dem Quantum des Bierkonsums richtet ...

  • 00Schneider
    Beiträge
    612
    • 8. August 2004 um 17:13
    • #11

    ...also die Liste könnte man jetzt fast unendlich erweitert, sowohl ins Positive als auch ins Negative.

    Der Drummer von Die Happy z.B. spielt auch auf nem 50.000 Leute Open Air 16" Kinderbecken. Klingt völlig daneben.
    Und Phil Collins mag nur den Sound von abgespielten Fellen, meist haben die schon Dellen drin. Simon Phillips hingegen wechselt bei den häufig gespielten Toms alle 1-2 Gigs.

    Purdie spielt wiederum ein 500€ Schlagzeug, aber der klingt immer geil. Das ist eben Purdie. ;)

    Aber hat hier schon mal jemand mit Purdie gearbeitet? Weil: Bild 1 Bild 2 Bild 3
    Ist das gängige Praxis bei dem mit den Tom-Miks? Wie klingt das denn?


    Der letzte Punkt von der Sound Klinik ist auch ein entscheidender wenn's nicht funktioniert, vor allem bei "Hobby-Musikern". Diletanten sind nicht so einfach zu ändern, ein Heilmittel ist wohl nicht in Sicht.

    Lautsprecher verstärken die Stimme, aber nicht die Argumente.

  • HMPF
    Profi
    Beiträge
    618
    • 8. August 2004 um 20:24
    • #12

    Naja, ich habe mit Purdie schon "gearbeitet". Oder besser gesagt: ich hätte sollen :)
    Purdie war im music shop in München gebucht für einen Workshop. Bei diesen Workshops betreue normaler Weise ich die Technik und das Pult.

    Purdie hat dann aber darauf bestanden komplett akustisch zu spielen, weil er sich durch die Dynamikänderungen, die ich beim nachregeln verursacht habe gestört gefühlt hat. Hätte ja gerne damit angegeben, aber auch so wars schöne einen solchen Weltklasse Drummer kennen zu lernen :)

    "die Anlage sieht aus wie ein plattgefahrenes Ü-Ei"

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