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Wie sag ichs nur dem Techniker?

  • Peter Z
  • 13. September 2004 um 09:34
  • Peter Z
    Beiträge
    125
    • 13. September 2004 um 09:34
    • #1

    Irgendwo in Österreich:

    Man kommt ins Festzelt (ca. 30x40 m), um mit seiner Countryband, akustisch besetzt, zu spielen. Man sieht 2 KS Türme, Monitore KS CPA-2 mit passiven Ergänzungen, Soundcraft Serie Two, etc .... ziemlich erfreulich, noch dazu, wo uns die gleiche Anlage des gleichen Verleihs schon einige Male gedient hat.

    Sogar 2 (!) sehr freundliche Techniker wurden mitgeliefert.

    Erste Verwunderung: Die Band vor uns war schon am Werken und ging von ihrem Kleinmixer aus stereo ins Soundcraft Pult. Sound könnte etwas besser sein, war aber ok, vor allem der (Bühnen)mix war sehr ausgewogen. Sie hatten es im Griff. Die 2 Techniker hatten nur die Lautstärkeregler zu betätigen und mit denen trieben sie mich samt meinem tinitusgeschädigtem Gehör nach kurzer Zeit aus dem Zelt.

    Und ich hatte daheim noch überlegt, ob ich meinen Behringer DDX sicherheitshalber mitnehmen sollte, da ich nicht wusste, was und wer uns hingestellt wird, war aber zu faul. Noch hatte ich keine Sorge, der Verleiher war mir ja ein Begriff.

    Ich fragte nach, wie viele DI-Boxen vorhanden waren, worauf mir mitgeteilt wurde: „2 Stk und die sind Behringer“ (herablassend, und sich schämend). Offenbar wurde damit gerechnet, dass bei einem Countryfest nur line Ausgänge von Samplern und mikrofonierte Marshall-Stacks eingesetzt werden.
    Wir sind aber eine gemeine und bösartige Band, die nicht weniger als 9 DI-Boxen braucht. OK, kein Problem, ich hatte meine ja mit.

    Wir wurden verkabelt, dann gabs soundcheck.

    Die ersten 5 Minuten wurde gesucht, an welchem Kanal meine Mandoline spielte, dann wurde mein Monitorweg gesucht, nach 2 Minuten verzweifeltem Filterdrehen am snare-Kanal (zum Glück unsere einzige im Einsatz befindlich Trocmmel), stimmte unser Percussion/Pedal-Steel-Man die Snare mit einem Handgriff um und es passte. Irgendwoher gabs eine störende Resonanz, die war dann weg.

    So gings weiter und die Zeit verging bis der Veranstalter zu MIR (!!!!) kam und meinte wir sollten schneller sein! Monitor war bis dahin kein einziger eingestellt – und das blieb leider auch so. Ich teilte den Techs mit, sie sollten alles auf alle Monitor geben, von mir aus auch den FOH-Mix daraufleiten und das Ganze LEISE machen.

    Dann gings los: Bei der ersten Nummer war meine 12-string gemutet – auch beim Solo – Ich packte sie am Hals und winkte damit wie ein alter Seemann mit seiner Flagge – aber die 2 Techs waren knöpferldrehend übers Pult gebeugt und bemerkten mich nicht, meine Gitarre nicht, gar nichts.
    Als die Sängerin einsetzte kam ein wunderschönes 80-er Jahre Delay mir gut 600 ms und das zu einer Bluegrass-Nummer. Das verschwand zum Glück nach 2 Textzeilen wieder, dafür wurde der Monitor des Bassisten wieder abgestellt.

    Monitor war nicht, von der PA kamen irgendwelche Schallfetzen und der arme Bassmann versuchte sich an unseren Handbewegungen zu orientieren – etwas suboptimal.

    Zwischen den Songs teilte ich mit, man möge den Bassmonitor wieder aufdrehen, aber dann sah ich unter den PAR64-Batterien durch, die hautkrebserregend und erblindend genau vor unseren Gesichtern montiert waren (geringe Zelthöhe) und natürlich auf Anschlag aufgedreht waren (wozu gibt’s auch Dimmer?) – und siehe da: unsere 2 Techniker waren verschwunden, Gemeinschaftspinkeln oder so etwas. Ich ersuchte das Publikum, nach ihnen zu suchen. Ich konnte meine Instrumente nicht wechseln, da die ja am FOH bei Nichtgebrauch gemutet waren.
    Der Bassist kuschelte sich dann zur Sängerin um von deren Monitor zumindest etwas zu hören. Nach der nächsten Nummer war ein Tech wieder da und ich sagte: „Bitte den Monitor des Bassisten lauter!“. Dann wurde der ohnehin zu laute Bass auf allen Monitoren lauter gemacht. Irgendwie gelang es mir dann das zu klären.

    Nicht, dass jetzt der Eindruck entsteht, die anderen Monitore wären gut eingestellt gewesen, ich hörte zumindest von Moni des anderen Gitarristen etwas, meiner war auch nach einiger Zeit stumm. Es war schweinelaut und man konnte nicht sagen, woher der Lärm kam – ein totales Interferenzchaos. Dabei hatte ich bei dieser Band meinen Elacin Gehörschutz noch nie gebraucht.

    So gings halt weiter, irgendwie kamen wir die 1 ¾ Stunden durch (Routine hilft manchmal), der CD Verkauf lief sogar einigermaßen, als wars draußen erträglich – wenn auch nicht gut, da immer wieder Instrumente rauf -und runtergeregelt wurden.

    Ich will das jetzt nicht fortsetzen, aber nochmals eine Anregung machen, die ich hier im Forum schon einmal tätigte: Wie wäre es mit einem Brett: „Mixing Know-How“ oder so ähnlich.

    Es nützt doch nichts, wenn hier über die Qualtitäten von d&b, HK, KS, GAE usw. diskutiert wird, die doch alle zumindest gute Anlagen sind, wenn ein Bühnenmix über Billig-Equipment den FOH-Mix um Längen schlägt!

    Tut mir leid, wenn ich das hier schreiben muss, aber die Unterschiede in den Qualitäten der Techs sind einfach um ein Vielfaches größer als der Unterschied zwischen schlechten und guten Anlagen.


    Mir bleibt nur noch, dem lieben Uli B. meinen Dank dafür auszusprechen, dass er es möglich macht, dass Musiker mit ihren 1.200,- Euro DDX Pulten in ein 7.000,- FOH Pult gehen können und somit einen vernünftigen Mix und vernünftiges Monitoring ohne für das Publikum nervtötende Soundchecks herzustellen.


    Liebe Grüsse
    Peter

  • Christian Engel
    Moderator
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    4
    • 13. September 2004 um 10:00
    • #2

    Ach du Scheiße... Mein tiefstes Mitgefühl :( Irgendwie kann man da verstehen, dass immer mehr Combos zum Selbst-Mix greifen. Ich bin da nicht mal sauer, wenn ich wieder nen Abend am Pult verbringe und eigentlich nichts zu tun habe. Eher tief enttäuscht über die Kollegen, die das Ganze heraufbeschworen haben...
    Ich handhabe es grundsätzlich so, dass ich mich über jede Band, mit der ich zusammenarbeite, im Vorfeld sehr genau informiere. Dabei bleibt auch ein persönlicher Eindruck bei meinem Gegenüber zurück und somit sind die Befürchtungen, die die Musiker oft bezüglich dem Techniker haben, schon mal ausgeräumt.
    Jedenfalls ist dann auf dem Gig selbst von der Patchlist über die Mikrofonierung bis hin zum Repertoire samt Details alles klar... Ich versuche auch, der jeweiligen Band mitzuteilen, welche technischen Gegebenheiten vorzufinden sein werden (Rider-Erfüllung, usw.).
    Ich werde für diese Vorgehensweise von Kollegen oft müde belächelt, mit so Kommentaren à la "Stress hast du doch auf dem Gig selbst genug" oder "das läuft doch immer irgendwie"... Naja, da gebe ich gar nichts drauf, schließlich soll der Gig gut laufen und alle Beteiligten möchten Spaß an der Sache haben. Und das geht nicht, wenn ich als Tech mit null Vorbereitung aufkreuze...
    Schon desöfteren kamen Musiker während des Aufbaus zu mir und fragten, ob ich denn nicht mal etwas freundlicher dreinschaun könnte, das wirke so unfreundlich (sinngemäß). Da habe ich immer als Antwort parat, ob ihnen ein Techniker lieber wäre, der beim Aufbau hochkonzentriert arbeitet und die Band in 15min spielbereit über die Bühne gezerrt hat und nach einem schönen Gig bei nem lustigen Plausch seine "freundliche" Seite zeigt oder aber ein solcher Techniker, der zu Beginn noch super-charmant lächelnd daherkommt (weil er noch nicht weiß, was ihn erwartet :mrgreen:), was sich dann aber mangels Kompetenz und Vorbereitung im Laufe des Gigs in Verzweiflung und Resignation umwälzt... :?:

    Jedenfalls finde ich es sehr schön, dass dieses Problem, welches tatsächlich ein ziemlich großes ist, einmal aus Sicht der "Betroffenen" angesprochen wird...

    Wenn's nicht rockt isses für'n Arsch...

  • gacond
    Beiträge
    325
    • 13. September 2004 um 10:11
    • #3

    Da gibts doch eine einfache Lösung dafür: einen eigenen Bandtech!

    So wie ich das aus deinem Bericht rauslese, seid ihr eine ziemlich vielseitige Band mit vielen, wechselnden Instrumenten. Das schreit doch förmlich nach einem eigenen Techniker.

    einige Vorteile:
    - er kennt euren Sound (weiss wies tönen muss)
    - er kennt euch (weiss wer auf was angewiesen ist, stichwort Monitorsound)
    - ihr kennt ihn (so kann man probleme besser gemeinsam lösen)

    Dass man so an Effizient zulegen kann, ist wahrscheinlich jedem klar...

    Es gibt aber auch noch ein paar Nachteile:
    - Bandtech kennt vielleicht nicht alles Equipment, was an der baustelle steht (Für das gibt es aber freundliche Haustechniker, die einem das gerne erklären und bei Problemen behilflicht sind)
    - Bandtech ist eventuell selber nicht so erfahren wie der Haustech... (Dafür kennt er die Band. Was schlussendlich besser ist, sei dahingestellt)

    Finanziell könnt ihr das ja so regeln, dass der Bandtech als normales Bandmitglied zählt und auch seinen Teil an der Gage bekommt. Je nach Liga in der ihr spielt gibt es auch Bandtechs die einen Festen ansatz haben, an dem es nichts zu rütteln gibt. Andererseits findet ihr sicher auch einen Lernwilligen einsteiger der die Grundlagen beherrscht und Freude daran hat, bei euch etwas dazu zu lernen... Wahrscheinlich wird dort zwar der zweite Punkt unter "Nachteile" ab und zu zum tragen kommen, andererseits ist ja der Haustech bei Problemen meistens zu stelle. Mit den meisten dieser Sorte lässt sich nämlich hervorragend Zusammenarbeiten...

    Und wenns läuft ist der Haus- oder Festivaltech froh wenn er mal n Kaffee trinken gehen kann :wink:.

    Gruss Silvan

  • bias79
    Profi
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    Beiträge
    1.103
    • 13. September 2004 um 10:26
    • #4

    Als erstes würde ich dem Veranstalter vorsichtig klar machen das er Informationen bezüglich der Band zeitig genug an die Techs weiter zu geben hat(falls er das nicht gemacht hat). Und zweitens würde ich ihm sagen das die betroffene PA-Firma für solche Jobs offensichtlich zu unflexibel ist. Wäre ja traurig wenn jetzt wirklich alle Bands mit eigenem Tech kommen müssen, weil die "mitgelieferten" Techs keine Band mit mehr als drei Leuten oder vier Instrumenten schrauben können.
    Hoffe das war ne Ausnahme. Ich bin auch öfter als Musiker unterwegs und weiß wie besch.. das manchmal is. So wie dus beschrieben ist is aber schon heftig.
    Gruß, bias79

    GHOSTNOTE-SOUND

  • Peter Z
    Beiträge
    125
    • 13. September 2004 um 13:11
    • #5

    Christian Engel: Danke fürs Mitgefühl! ;)
    Ja, es kann mit etwas Vorbereitung wesentlich einfacher sein. Normalerweise rufe ich die Techniker vorab an und es ist alles nach 5- 10 Minuten klar. Zusätzlich bekommt er Plan wo wer von uns steht und was jeder spielt, ober mic/line/DI-Box braucht usw. Teilweise melden sich die Techs auch vorab bei uns - sehr schön!
    Diesmal konnte mir niemand sagen, wer am Pult steht, somit war kein Kontakt möglich.

    Sonst sind wir sehr anspruchslos. Wenn der Mix steht ist bei uns fast nichts mehr zu tun. Je weniger Knöpfe gedreht werden, umso besser!

    Ich möchte aber schon darauf hinweisen, dass wir auch schon sehr gute Erfahrungen mit Techniker hatten: Heuer zB auf der Donauinsel, beim Countryfest Süssenbrunn, in der No-Name-City. Ich würde sicher nicht alle in einen Topf werfen. Manchmal weiß man halt im Vorhinein nicht, was auf einen zukommt.

    Fest steht aber leider, dass eine gute Anlage alleine gar nichts bringt.


    gacond: Den eigenen Bandtech haben wir ja - mich! ;)
    Ich hatte es einige Zeit auch mit externen versucht, aber da wars auch nicht gerade professionell. Als ich das Ganze übernahme hatte es auch den Vorteil, dass die Band konzentrierter auf ihre Ausgewogenheit und Dynamik auchten mußte - das tat uns gut.
    Seither gabs auch bei Bühnenmix keine Klagen mehr über schlechten sound, im Gegenteil, regelmäßiges Lob.

    Wie auch immer: ein zusätzlicher Bandtech kommt für mich nicht mehr in Frage. Meine musikalischen Aktivitäten sind aus meiner Sturm- und Drangzeit übriggeblieben, zu professionell müchte ich das nicht betreiben, da ich noch einen Job habe, in dem ich mich um 500 Leute in 6 verschiedenene Ländern zu kümmern habe. Es soll alles ein schönes Hobby bleiben - ist jetzt manchmal schon zuviel, wenn wir alle 2 Wochenenden irgendwo spielen.

    @bias: Wie gesagt, ich versuchte vorab Kontakt herzustellen, war leider nicht möglich. Mit gleichem PA-Verleih hatten wir allerdings auch schon sehr gute Erfahrungen. Allerdings scheinen das Dry-Hire Geschichten zu sein, die Techs waren immer aus einer anderen Ecke organisiert.

    Gruß
    Peter

  • Campfire
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    • 13. September 2004 um 14:17
    • #6

    Bin selber Musiker und Tontechniker, und ich stimme dir zu: richtige Bedienung ist wichtiger als gutes Material.
    Und hier scheint es, vor allem was eingehen auf die Band, vor allem beim Monitorsound, doch einige Schwächen (auch bei Profis!) zu geben.
    Wenn mir eine Band (deren fester Tontech ich jetzt bin) nach einem Jugendhausgig mit "billigmaterial" bescheinigt, so einen guten Monitorsound noch nie gehabt zu haben (und die Band hatte da schon ca. 2 Jare Erfahrung auch auf etwas professionelleren Open-Airs etc.) dann kann eigentlich irgendetwas nicht stimmen.

    Zu Lösungsansätzen: Ich hätte jetzt auch einen festen Tontechniker vorgeschlagen, sonst, wenn du dich mit der Materie auskennst bleib doch beim Soundcheck am Mischpult und erledige den soweit wie möglich, einen guten Sound werden wohl wenige Tontechniker im Laufe des Gigs völlig versauen.

    Mischen von der Bühne mag ich persöhnlich nicht so sehr (ist mir zu stressig), hängt aber auch daran dass ich Leadsänger und Rhytmusgitarrist bin und dann nicht ubedingt Nerven für weitere Aktivitäten habe.
    Auch gilt natürlich : Ein guter Tontechniker am FOH ist besser als ein guter auf der Bühne ( für den Front-Sound ), allerdings ist ein guter auf der Bühne besser als ein schlechter am FOH.
    Grüße, Peter

    http://www.facebook.com/peter.trinkle

  • Peter Z
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    • 13. September 2004 um 14:40
    • #7

    Also bin ich mit diesem Thema nicht alleine auf der Welt - Schade, wenns noch mehr so arme Schweine gibt!!! ;)

    Somit hat auch Campfire die Erfahrung gemacht, dass sich Profis (im Sinne von etwas beruflich machen) nicht professionell (im Sinne von gut machen) verhalten.
    Wird wohl einigen von uns klar sein, dass soetwas häufiger vorkommt - war bei mir ja auch nicht das erste Mal.

    Was spricht also dagegen, auch mehr über die Bedienung zu schreiben und nicht nur über die Technik.

    Schämt man sich hier, wenn man zugibt, seine Fähigkeiten noch etwas aufbessern zu können? Ist ein guter Tipp eine Beleidigung?

    Ich bin mir sicher, dass nicht nur die höchste Liga an Technikern in diesem Forum schreibt, eher diejenigen, die normalerweise Gigs zwischen 100 und 2000 Leuten bearbeiten - also die Masse aller Gigs. Die könnten sich sicher noch etwas sagen.

    Wenn man das Publikum nicht so lange mit quälenden Soundchecks nervt und guten sound mehr zum Standard macht, gehen vielleicht wieder mehr Leute zu solchen Events und lassen clubbings und disco als das zurück was es ist: langweilig! Im Vergleich zu einer guten live-Veranstaltung natürlich. Dann gäbe auch wieder mehr Brot für Alle PA_Leute und Musiker. 8)

    Mich würde ein Mixing-Brett interessieren.

    lg
    Peter

  • Seven
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    • 13. September 2004 um 14:52
    • #8

    Mixing Brett wäre sicher net schlecht. Da gäbe es dann auch keine Dee Jays... :mrgreen:

    Kenne die Sachverhalte ja auch nur zu gut. Aus Budgetgründen durfte ich ja in unserer Band auch schon als Drummer mich immer um PA etc kümmern. Net das ich sowieso mit meinem Krempel schon lang genug beim Aufbau beschäftigt bin. Von der Bühne FoH ist immer ein wenig Blindflug, wie auch Monitor vom FoH Blindflug ist. Also suboptimale Lösungen, weil meist kein Budget vorhanden. Leider. :|

    Inkompetente Techniker an eigentlich guten Anlagen hab ich auch desöfteren erlebt. Befreundete Band hatte immer gute Erfahrungen mit einer Firma. Bis der Firma die Tontechniker "ausgingen". Mit fadenscheinigen Begründungen wurden dann blutige Anfänger mit 8 Stacks Wavefront und Hardrock auf 1500 Leute losgelassen und das nicht nur einmal. Naja die Band arbeitet halt nimma mit der Firma zusammen. :twisted:

    Meine Vermutung bei dem Sachverhalt. Es wird immer mehr auf Namen, Marken und Masse geachtet, dass qualifizierte und gute Fachkräfte einfach nicht mehr finanziert werden. Ich hab dann zwar meine Top PA und bewegte Lampen bis der Arzt kommt, (auch weil es so von Veranstalter und Band gefordert wird) aber die 250 € für den Tech sind nicht mehr drin. Also wird irgendeiner der in-etwa-weiss-was-eine-subgruppe-ist genommen, weil er das eben auch für 125 € macht. :roll:

    Wenn ich mir auf Stadtfesten angucke, was die Bands für Sounds haben, die NICHT von ihrem eigenen Mann gemischt werden, da kanns einem echt kalt den Rücken runter laufen. Die Leute, die dann ans Pult dürfen, sind oft besser einfach nur FoH Betreuer und sonst nix. :?

    Andererseits haben selbst Acts, bei denen ein wenig Geld rum kommt oder die sogar in der Rotation bei Funk & TV sind, oft kein Geld für eigenen Mixer, bzw wollen diesen nicht bezahlen. Es hängt wie so oft mal wieder am lieben Geld.... :|

  • Sven M
    Profi
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    2.530
    • 13. September 2004 um 14:54
    • #9

    Ein Mixing Tipps brett halte ich nicht für sinnvoll. Jeder gewöhnt sich seine eigene Arbeitsweise an.
    Es gibt eben gute und weniger gute. Und es gibt dilletanten.
    An die bist du wohl geraten. Wenn ich schon suchen muss wo was steckt usw. dann ist schon irgendetwas schiefgelaufen.
    Ich hätte es ihnen freundlich gesagt das es das jawohl nicht war, und vielleicht gefragt ob es einen Grund für die Probleme gab.
    Es gibt vielzuviele Leute die nur "Laut" machen können, aber nicht schön. Und wenn sie dann auch noch zu zweit sind.. hört sich eher nach DJs an, die sich mal gedach haben, heute mischen wir mal ne Band ab.

    Profis machen sowas nciht. Das Equipment war wohl ganz ok, also kann es daran nicht gelegen haben.

    Was sagt der Raver auf der Techno-Party, wenn sein Extasy aufhört zu wirken?

    "Was ist denn das für eine sch... Mucke hier?"

  • Peter Z
    Beiträge
    125
    • 13. September 2004 um 15:40
    • #10

    Jan: ich find das Bühnenmixen nicht mehr so schlimm. Deshalb haben wir uns doch ein Digi-Pult gekauft, oder? ;)
    Bei Dir läuft das, glaube ich, fürs IEM, bei mir halt als Hauptmixer bei kleinen VAs. Die Presets stimmen mittlerweile recht gut für uns, wenn also beim soundcheck der main-EQ angepaßt wird, gehts recht gut. Den Rest machen wir mit Instrumenten uns Stimmen, ok, kleinere Korrekturen gibt es dann schon hin und wieder - aber immer weniger!
    Großartige Gimmicks und Special-Effects kann man so natürlich nicht machen, aber die brauchen wir auch nicht.
    Wirkliche Feinheiten könnte auch ein Fremdtechniker nicht machen und auch ein Bandtech müßte das Songmaterial schon sehr genau kennen, um an den richtigen Stellen einzugreifen.

    Gerade aus obigen Gründen sollten wir für Fremdtechs eigentlich eine recht einfache Band sein - wenn der Mix steht, kann er sein Bier trinken und hin und wieder eine mute- oder Channel on/off Taste drücken.


    @BigSound: Gerade, weil alle unterschiedlich arbeiten, wäre ein Erfahungsaustausch interessant. OK, hin und wieder 'geraten wir wohl an einen weniger guten Tech'.
    NUR: Was kann die Band oder - noch wichtiger - das Publikum dafür. Man weiß es oft nicht vorher und wenn, dann kann man nicht viel tun (außer Bühnenmix). Ich heiße halt nicht Shania, sondern Peter und damit sind meine Möglichkeiten zur Durchsetzung eher begrenzt. Ich will ja nicht vor dem Gig mit dem Veranstalter/dem PA-Verleih oder den Techs streiten. Ich war auch beim letzten Gig bis zuletzt freundlich zu den Beiden, bin ihnen auch nicht böse (für solche Ausbrüche bin ich viel zu alt!), außerdem hätte es keine Möglichkeiten gegeben, Ihnen das fehlende Wissen von der Bühne aus zu übermitteln.

    Und Qualitätspickerl für Techs gibt es halt keine. Was die SAE zeitweise anliefert ist absolut keine Garantie. Den letzten Midi-Steuercode kennen die schon, aber beim Einschleifen des Reverbs stehen einige von denen ratlos da (echt wahr, echt erlebt!). Ein paar gute werden aber auch von dort kommen.

    So gesehen, wäre eine Hilfestellung über ein entsprechendes Forum schon gut. Es sind ja nicht alle hoffnungslose Fälle. Niemand wird als Tech geboren, das meiste kann man lernen - zumindest soviel, dass es vernünftig klingt. Den hochtalentierten Super-Guru, der oben erwähnte Shania mixt erwarten wir uns sowieso nicht.

  • Peter Z
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    125
    • 13. September 2004 um 15:41
    • #11

    PS: das mit den DJ's war böse aber gut!!!!! :mrgreen:

  • Sven M
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    • 13. September 2004 um 15:44
    • #12

    ..und auch manchmal wahr.
    Ich nehme mir auch nicht heraus das ich der Ober Guru bin, dafür bin ich noch zu jung und mache das nebenberuflich, aber mit einem gewissen Perfektionsanspruch. Aber aus deinem Bericht heraus lese ich das da keine Spur von Routine war.

    Was sagt der Raver auf der Techno-Party, wenn sein Extasy aufhört zu wirken?

    "Was ist denn das für eine sch... Mucke hier?"

  • mischpultschorsch
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    • 13. September 2004 um 15:47
    • #13

    Klingt echt danach, als ob Du bei dem erwähnten Gig wirklich an die oft verbreiteten Hobby-Deejotts geraten bist, die sich irgendwo Material dryhiren und einen auf Livetechniker machen.

    Wenn Die Jungs 5 Minuten brauchen, um das Core am Pult richtig zu patchen und scheinbar nicht auf die Musik achten (weil dann hätten sie bemerkt, daß die 12-String nicht spielt und der FX halt mal gar nicht passt), dann handelt es sich dabei um Dillettanten und nicht um fähige Techniker.

    Und was die SAE-Jungs anbetrifft, so sind die Live eh ein ganz spezieller Fall.... Und das nicht im positiven Sinne.

  • sachsensound
    Verifiziert
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    1.006
    • 13. September 2004 um 21:34
    • #14

    Was mir hier in unserer Ecke auch immer wieder auffällt ist das komischerweise die Profileute sich freuen wenn wir vor Ort sind. Aber die Amateurleute, die uns nicht kennen, auch dazu tendieren uns eine Summe zu geben.

    MfG

    Mike Schmidt

    http://www.sachsen-sound.de
    0171 / 3674891

  • Sven M
    Profi
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    • 13. September 2004 um 22:39
    • #15

    Naja, als Profi freue ich mich auf nem Festival wenn ich mal "Pause" habe. Wenn ein fähoger Kollege da ist gehe ich auch schonmal den Monitormann besuchen:-)
    Und eine Band die einmal eine Summe gegeben hat wird dies auch immer wieder machen, man weiß ja nicht was die Techniker so drauf haben..das sieht man ja bei der Ankunft leider nicht..

    Was sagt der Raver auf der Techno-Party, wenn sein Extasy aufhört zu wirken?

    "Was ist denn das für eine sch... Mucke hier?"

  • ThomasA
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    • 14. September 2004 um 05:21
    • #16

    So, bei dieser Diskussion platzt mir doch regelmaessig der Kragen.

    Meine Meinung:

    An alle Musiker, die glauben sich ueber die Tontechniker aufregen zu muessen: Dann verdammt noch mal nehmt einen eigenen mit! Auf der einen Seite die beschissensten Gigs fuer keine Kohle annehmen, oft schon nach schlechten Erfahrungen mit Veranstalter oder Venue aus der Vergangenheit und dann erwarten, dass eh alles gut geht.

    Und mit eigenem Techniker mein ich nicht irgendeinen Freund, der beim Aufbau hilft und dann halt den Masterfader auf- und abschiebt. Klar, dass man als beginnende Band nicht den 250,- Euro Techniker bezahlen kann. Als Anfaenger sollte man dann aber auch seine Erwartungen niedrig halten. Wenn ihr als Band halbwegs erfolgreich seid, dann sollte die Gage auch dementsprechend sein, dass ihr euch einen adaequaten Techniker bezahlen koennt. Sonst wird halt nicht gespielt.

    Und ohne jetzt gemein sein zu wollen: Wenn ihr als Band nach einigen Jahren Spielerfahrung noch immer nicht in der Lage seid, eine angemessene Gage zu verlangen, dann sollte das auch mal zu denken geben. Entweder am Wirtschaftlichen oder am Kuenstlerischen scheitert's dann. Und wenn jetzt das Argument kommt, dass ihr es zum Spass oder als Hobby macht: Hobbies kosten Geld! Siehe naechster Punkt.

    Werdet euch ueber eure Prioritaeten mal klar. Wenn ein reibungsloser Ablauf des Konzerts in sicherem Arbeitsumfeld und mit gutem Sound auf und vor der Buehne dazugehoert, dann findet eine Moeglichkeit einen professionellen Bandtechniker zu bezahlen!

    Ich finde es ja auch traurig, dass offenbar so viele wirklich unbrauchbare Techniker herumlaufen.

    Aber: Wenn ihr schon im Vorfeld mitkriegt, dass da entweder von Veranstalter- oder Verleiherseite was nicht ganz glatt laeuft, da ihr keine Infos ueber die Technik bekommt, und andererseits auch niemand vom Verleiher sich bei euch meldet, da muessen doch die Alarmglocken laeuten!

    Haltet Kontakt zu ein paar kompetenten Technikern, die ihr in solch einem Fall engagieren koennt. Dann klappt das auch.

    _____

    Sorry, aber das musste mal raus.

    Noch ein paar Kommentare zu dem bisher Geschriebenen:

    bzgl. Mixing-Brett: Macht meiner Meinung nach ueberhaupt keinen Sinn. Wenn jemand bereit ist, dort wirklich zu lesen dann ist sie/er auch in der Lage, auf online-magazinen, prosoundweb oder Aehnlichem sich weiter zu bilden. Ausserdem kommt Weihnachten, da kann man sich ja auch mal ein Buch wuenschen...

    bzgl. SAE: Ja, da gibt's grobe Maengel in Richtung Verkabelung, Troubleshooting usw. Ich hab fuer die SAE gearbeitet, und mir tat es sehr leid, dass der Lehrplan da nicht mehr zuliess. Aber das hat mit dem eigentlichen Thema nix zu tun. Qualifiziertes Personal kann SAE gemacht haben oder eben auch nicht. Trotzdem bitte unterscheiden: Das sind zwei Paar Schuhe - "Auf der SAE gewesen zu sein", oder erfolgreich abgeschlossen zu haben mit "Audio Engineering Diploma" oder "BA (Hons) Degree".

    bzgl. Mischen von der Buehne aus: Wenn ihr In-Ear selbst mitbringt dann seh ich ja ein wie das gehen soll. Aber wenn ihr die dortige Monitoranlage verwendet, dann muesst ihr ja die entsprechenden Signale auch zum FOH schicken. Wenn der (angenommen schwerst unfaehige) Techniker Kontrolle ueber die hat, dann kann ja schon wieder soviel schief gehen; Feedback, Mutes, EQ,...

    Nein, nein: Im Zweifelsfall: Eigener Techniker!

    So, ich hoffe ich bin da jetzt nicht zu vielen Leuten auf den Schlips getreten. Lasst mal hoeren, was ihr so denkt - als Musiker genauso wie als Techniker!

    lg, Thomas

    "Klappe zu Gehirn! Sonst kriegst du eins mit dem Wattestäbchen."
    H. J. Simpson

    Thomas Albenberger
    Österreich

  • ADMIN
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    • 14. September 2004 um 09:48
    • #17

    Mixing-Brett wird es nicht geben, so etwas kann man durch lesen nicht lernen (auch nicht aus Büchern, sonst hätte ich längst eins dazu geschrieben... :wink: ).

    Über was man nachdenken könnte, wäre ein Workshop-Wochenende.

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • Peter Z
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    • 14. September 2004 um 10:59
    • #18

    Hallo Ihr!

    ADMIN: Wenns kein Mixing-Brett werde ich auch weiterleben! :wink:
    Allerdings bin ich nicht Deiner Meinung, daß man durch lesen nichts lernen kann. Sehr viele Fehler passieren nicht, weil der Tech nicht musikalisch genug ist, und eine Frequen von 2346 Hz etwas überbetont hat. Die meisten Fehler werden aufgrund fehlenden Organisationsdenkens begangen. Welches Signal liegt wo an, wie helfe ich mir, wenn verschiedene Bands an einem Abend spielen, was ist das Wichtigste beim soundcheck, wenn es schnell gehen muß. Wo habe ich meine Augen und Ohren, und 1000 andere Dinge mehr, die überhaupt nichts mit Talent zu tun haben.
    ALSO: Schreib das Buch!!!!!!!!!!!!!!! :lol: Das PA-Buch von Dir ist ja auch saugut - auch wenns die Praxis nicht ersetzen kann. (hab ich mir übrigens selbst gekauft und nicht zu Weihnachten schenken lassen! :) )

    Thomas:
    Ich hoffe das Kragenplatzen schmerzt nicht zu sehr. Du wirst gar nichts dagegen tun können, dass sich Musiker über Techs aufregen, solange es derart schwache Techs gibt. Umgekehrt regen sich Techs auch zurecht über unerfahrenen Musiker auf. Ist aber nicht wichtig.

    250,- Euro für einen Tech würden mich nicht so sehr schrecken, aber dann hätte ich gerne immer den gleichen - und der wird sich für das Geld nicht alle Termine für uns freichalten. Außerdem ist die Höhe der bezahlten Summe immer noch keine Qualitätsgarantie. Du scheinst Dir nicht ganz im Klaren darüber zu sein, was sich in dieser Branche alles präsentiert.

    Weiters: Es ist eigentlich nicht einzusehen, warum bei einer VA, bei der bereits 1 oder 2 Techs bezahlt werden, die Bands noch weitere mitbringen sollen. Da scheitert es bei mir nicht an den wirtschaftlichen Möglichkeiten, sondern am wirtschaftlichen Verständnis!!!

    Wenn ich mir einen Instalateur für Arbeiten ins Haus hole, bestelle ich auch keinen zweiten, der dann die Arbeit macht. Ich muß mich darauf verlassen können, dass der seinen Beruf versteht und die Arbeit richtig macht. Ich kaufe auch nicht sicherheitshalber ein zweites Auto, für den Fall, dass das erste nicht funktioniert. Vielmehr gebe ich das erste zurück!

    Alles andere ist eine reine Frechheit. Da kann man sich sehr wohl aufregen. Letztlich bleibt irgendjemand auf den unnötigen Mehrkosten sitzen - Bei Deinem Vorschlag wären es die Bands, die ihren Tech ja zusätzlich zu bezahlen haben, oder der Veranstalter, wenn die Band richtig kalkuliert und die Mehrkosten weiterverrechnet, oder das Publikum, wenn der Veranstalter seinerseits richtig kalkuliert und die Eintrittspreise erhöht. Und irgendwann gibt es nur noch billige DJ's oder Alleinunterhalter.

    Und warum?? Nur, weil Leute (manche Techs) Leistungen versprechen und bezahlt bekommen, die sie gar nicht erbringen können/wollen.

    Über Marktmachtverhältnisse und das Durchsetzen von höheren Gagen will ich jetzt nicht sprechen. Eigentlich sollten einem Brancheninsider diese Verhältnisse klar sein. In meinem Fall kann ich mich gar nicht beklagen, ich weiß auch nicht woher Du Dir anmaßt, die - Dir unbekannte - Höhe unserer Gagen zu kritisieren. Etwas mehr Sachlichkeit wäre doch wünschenswert.

    BTW: Für mich ist das ganze tatsächlich ein semiprofessionelles Hobby. Über Kosten und Erträge bin ich mir völlig im Klaren. Aber immerhin trägt sich das Ganze recht gut.

    Und wenn ich heute einige 1000 Euro drauflegen will, dann habe ich damit sicher kein Problem. Aber sicher nicht dafür, dass ich Tontechniker doppelt bezahle, nur weil einige nicht bereit sind, ihre Leistung zu erbringen.

    Es wundert mich, dass eine derart unseriöse Vorgangsweise innerhalb dieser Branche auch noch gedeckt und unterstützt wird. Mein posting bezog sich auf eine bestimmte Situation mit bestimmten Techs, es war keine kollektive Schuldzuweisung - lies es bitte nochmals und genauer - da gibt es auch Lob für Techs bei anderen Veranstaltungen.

    Jedenfalls ist Deine Interpretation der Situation sehr verunsichernd. Wenn es so selbstverständlich ist, dass professionelle (im Sinne von 'bezahlte') Tontechniker soviel Mist machen können, dass ich grundsätzlich ein 'backup' brauche, dann ist das ein für mich nicht akzeptabler Zustand.

    Fazit: Ich verzichte auf Fremdtechniker! Zumindest solange es so ist, daß die Diskussion in einen Krieg zwischen Musikern und Techs ausartet - was ich sicher nicht beabsichtigt habe. Und solange, bis die schlechten Techs aus ihren eigenen Reihen verdrängt wurden oder zu besseren gemacht wurden.

    Immerhin sind WIR es, die sich auf der Bühne präsentieren, das will man ungern in peinlicher Art und Weise haben.
    Übrigens bedanke ich mich regelmäßig bei den Techs, wo es funktioniert, mir ist klar, welche Leistung dahinter steckt.

    bzgl. Mixing-Brett: Mir scheint, dass es leichter ist, über die Schwächen von irgendwelche Tonanlagen zu schreiben, als über die eigenen Schwächen. Aus Zeitschriften und Büchern könnte ich auch über Lautsprecher lernen - wozu wäre dann ein ein Boxen-Brett gut? Praxis gehört natürlich da und dort dazu. Es geht um reine Unterstützung bei diesen Brettern - mehr könnte man nicht verlangen.

    bzgl. SAE: Im angesprochenen Fall handelte es sich um einen SAE-Abgänger mit Abschluß. Ist aber auch egal.

    bzgl. Mischen von der Bühne aus: normalerweise verwenden wir ein eigenes IEM. Wenn es nicht so ist, haben wir nicht einmal ein großes Problem, auch nur mit einer Kopie des main-Mixes auf den Monitoren zu spielen. Nicht optimal, aber was solls. Jeder von uns macht das schon über 15 - 35 Jahre lang. Traurig ist es nur, wenn ein 4-Wege-8-Monitore-Mix um Klassen schlechter ist, als ein simples main-Signal.

    Thomas, ich kann eigentlich nicht glauben, dass Du alles so meinst wie Du es geschrieben hast - es klingt ja fast nach einer Unterstützung von schwachen Techs - die sollen bezahlt werden und nichts tun, zusätzlich gibt es noch diejenigen, die bezahlt werden und die Arbeit machen. Da habe die schwachen Techs ja das große Los gezogen! Dieser Eindruck sollte doch nicht entstehen.

    Das Ganze bitte nicht persönlich nehmen, auch wenns manchmal etwas böse formuliert war. Ich wollte nur einige Dinge unterstreichen.

    lg
    Peter

  • mischpultschorsch
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    • 14. September 2004 um 11:36
    • #19
    Zitat von "ThomasA"

    So, bei dieser Diskussion platzt mir doch regelmaessig der Kragen.

    Meine Meinung:

    An alle Musiker, die glauben sich ueber die Tontechniker aufregen zu muessen: Dann verdammt noch mal nehmt einen eigenen mit!

    Thema verfehlt! Setzen! :wink:

    Der Techniker in dem hier diskutierten Falle war ja ganz offensichtlich vom Veranstalter im Bundle mit der PA gebucht. Und wenn man sich gegenüber dem Kunden darstellt, als könne man den Livejob kompetent durchziehen, dann muss sowohl der Veranstalter als auch die auftretenten Künstler von dem gestellten Personal ein Mindestmaß an musikalischem Gehör sowie ein hundertprozentiges Beherrschen der technischen Gegebenheiten voraussetzen können.
    Freilich ist ein Bandeigener Techniker besser, da er die Erwartungen der Musiker hinsichtlich des Monitorsounds, sowie die Eigenheiten der Stücke (wann spielt welches Instrument) besser kennt.
    Der Verleiher (oder derjenige der dies sein will) sollte jedoch zumindest soweit gewappnet sein, daß sein Personal auf Veranstaltungen nicht nur zum Kisten aufeinanderstapeln taugt, sondern eben auch die Combo auf der Bühne zu betreuen in der Lage ist.
    Aber solange irgendwelche Hobby-Deejotts ihre "Ich-kann-alles-Phantasien" an Livepulten ausleben dürfen, werden solche Gigs noch häufig stattfinden.

    In Punkto Mixing-Brett bin ich derselben Meinung wie unser ADMIN, behaupte aber darüberhinaus, daß sich musikalisches Feingefühl jenseits des eigenen Tellerrandes auch nicht im Rahmen eines Workshops erlernen lässt..

  • Jeremy
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    • 14. September 2004 um 11:44
    • #20
    Zitat von "Peter Z"

    Die meisten Fehler werden aufgrund fehlenden Organisationsdenkens begangen. Welches Signal liegt wo an, wie helfe ich mir, wenn verschiedene Bands an einem Abend spielen, was ist das Wichtigste beim soundcheck, wenn es schnell gehen muß. Wo habe ich meine Augen und Ohren, und 1000 andere Dinge mehr, die überhaupt nichts mit Talent zu tun haben.

    Wahre Worte. Es wäre schon das meiste gewonnen, wenn jeder "Techniker" in der Lage wäre, jedes Signal erstmal sturzgerade und sauber gepegelt von vorn nach hinten durch die Anlage zu bekommen. Oft wird ja schon ge-EQ-t und gehallt und ge-dynamic-t, bevor zum erstenmal der Gain angefasst wird (hab ich wirklich schon erlebt).


    Zitat

    250,- Euro für einen Tech würden mich nicht so sehr schrecken, aber dann hätte ich gerne immer den gleichen - und der wird sich für das Geld nicht alle Termine für uns freichalten.

    Womit wir wieder beim Thema "Techniker als festes Bandmitglied?" wären: Die anderen Musiker musst du ja auch terminlich und finanziell disponieren ... warum sollte es mit einem Techniker nicht klappen? Ich will damit nicht sagen, dass ein solcher unverzichtbar ist, nur das Argument, dass sich der ja nicht alle Termine freihalten kann, würde ich so nicht unterschreiben, außer Ihr habt einen ganz bestimmten Wunschkandidaten, der tatsächlich nicht uneingeschränkt zur Verfügung steht.

    Zitat

    Außerdem ist die Höhe der bezahlten Summe immer noch keine Qualitätsgarantie.


    Auch das gilt in gleichem Ausmaß für Musiker wie für Techniker. ;)


    Zitat

    Bei Deinem Vorschlag wären es die Bands, die ihren Tech ja zusätzlich zu bezahlen haben, oder der Veranstalter, wenn die Band richtig kalkuliert und die Mehrkosten weiterverrechnet, oder das Publikum, wenn der Veranstalter seinerseits richtig kalkuliert und die Eintrittspreise erhöht. Und irgendwann gibt es nur noch billige DJ's oder Alleinunterhalter.

    ... und wenn man die Situation so lässt, wie sie ist und wie Du sie ja zu Recht bemängelst, wird es irgendwann niemanden mehr geben, der in der Lage ist, einen vernünftigen Sound zu fahren *UND* auch davon zu leben.

    Zitat

    Und warum?? Nur, weil Leute (manche Techs) Leistungen versprechen und bezahlt bekommen, die sie gar nicht erbringen können/wollen.


    s.o., Stichwort "Musiker"

    Zitat

    Und wenn ich heute einige 1000 Euro drauflegen will, dann habe ich damit sicher kein Problem. Aber sicher nicht dafür, dass ich Tontechniker doppelt bezahle, nur weil einige nicht bereit sind, ihre Leistung zu erbringen.


    Diese ganze Diskussion geht letztlich zu Lasten des Publikums. Wenn Du der Veranstalter nicht bereit ist, kompetente Techniker zu engagieren, und wenn der Künstler (in diesem Fall Du) nicht bereit ist, einen eigenen, zuverlässigen Techniker mitzubringen (weil der Veranstalter nicht bereit ist, diese Kosten zu übernehmen), dann wird das Publikum für den Preis eines geringfügig günstigeren Tickets mit einer qualitativ minderwertigen Veranstaltung bestraft (es kann natürlich auch gutgehen, aber das wäre Zufall).

    Zitat

    Fazit: Ich verzichte auf Fremdtechniker! Zumindest solange es so ist, daß die Diskussion in einen Krieg zwischen Musikern und Techs ausartet - was ich sicher nicht beabsichtigt habe. Und solange, bis die schlechten Techs aus ihren eigenen Reihen verdrängt wurden oder zu besseren gemacht wurden.


    Damit übst Du gewissermaßen einen Selektionsdruck aus. Das Risiko ist halt, dass Musiker und Techniker in einer Zwangssymbiose leben, und dass die Auslese des Publikums wohl eher an der Band als am Techniker stattfindet. Oder hast Du nach einem Konzert von einem ganz normalen, durchschnittllichen Besucher schon mal gehört, dass "das Konzert von dem Techniker XY scheiße war"? Ich nicht. Wenn etwas scheiße war, dann war es grundsätzlich immer das Konzert der *Band* ZXY, nie das des Technikers von "xyz-sound".

    Der Schuss kann also ganz gewaltig nach hinten losgehen.

    Zitat

    Immerhin sind WIR es, die sich auf der Bühne präsentieren, das will man ungern in peinlicher Art und Weise haben.


    Genau das meine ich.

    Jeremy

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