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Qualitätsstandards im Beschallungsgewerk

  • guma
  • 16. Oktober 2004 um 18:19
  • guma
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    • 16. Oktober 2004 um 18:19
    • #1

    Der eine oder andere von euch hat wohl mitbekommen, daß ich immer saurer werde.

    Da ich sowohl als Mixer wie auch als verantwortliche Beschallungsfirma unterwegs bin ( wie viele von euch auch ), und mich in beide Seiten gut einfühlen kann, bin ich mit der folgenden Diskrepanz überhaupt nicht mehr einverstanden:

    Auf der einen Seite wird von mir als Beschaller volle Leistung, Perfektionismus und die Zufriedenstellung aller Veranstaltungsbeteiligten verlangt und ich versuche "auch noch den 17. und 18. Kompressor an den Start zu bringen" wenns verlangt wird. Ich habe eigene Qualitätsstandards wie zum Beispiel meinen Job perfekt vorbereitet zu haben, bevor der erste Musiker die Halle betritt u.s.w.

    Auf der anderen Seite muß ich als Mixer die absurdesten Mängel, Nachlässigkeiten, Desinteresse, Leistungsunwillen u.s.w. erleben, wie man sichs schlimmer nicht vorstellen kann.

    Damit, daß ich als Mixer in einer kleineren Liga spielen könnte, als als Beschaller, wo all diese Scheiße "normal" ist, kann ichs beim besten Willen nicht erklären. Auch bei einem "kleinen Job" kann der Beschaller seine Sache ordentlich machen oder bei einem "großen" alles versieben.

    Für die meisten anderen Branchen gibt es über das Gesetz von Angebot und Nachfrage hinaus eine Art Qualitätskontolle z.B. durch die Berufsverbände, die aber, vor allem was das Beschallungsgewerk angeht, nach meinem Kenntnisstand z.B. vom VPLT quasi nicht ausgeübt wird.

    Worauf ich hinaus will ist z.B. die Organisation einer freiwilligen Zertifizierung einer Qualitätssicherung, die für die Kundschaft die "Spreu vom Weizen" trennt.

    Das Thema ist im Forum verschiedentlich gestreift worden, vielleicht können wir hier mal die Möglichkeiten diskutieren, die es dafür gäbe.

  • K-Ulrich
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    • 16. Oktober 2004 um 19:14
    • #2

    Das Thema ist aber neulich schon mal mehr als gestreift worden, das ist nicht so einfach zu realisieren, letztlich kann ja auch dieselbe Firma mal besser und mal schlechter abschneiden, weil z.B. verschiedene freie Mitarbeiter beschäftigt sind, die unterschiedlich gut arbeiten.
    mfg
    Kai

    Für mich zerrts, aber Sie sind ja der Künstler.

  • Wurst Werner
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    • 16. Oktober 2004 um 19:29
    • #3

    Hm...Gumas Frust kann ich schon verstehen, allerdings denke ich mir, dass es einfach Kunden gibt, die Qualität zu schätzen wissen und deshalb auch immer wieder kommen. Mit meiner Hauptkapelle hab ich auch mehrere Verleiher "durchprobieren müssen", bis wir letzlich bei einem Kollegen in Issum gelandet sind, bei dem einfach alles stimmt. Man kommt um 17 Uhr zum Soundcheck, und alles steht und funktioniert und das sogar ganz ohne Zertifikat :wink: .

    Will sagen: Anspruchsvolle Kunden wollen Qualität und die anderen sollen doch mit der HKS Liga vorlieb nehmen. Ich glaube nicht, dass eine Zertifizierung hilft, mehr als das allernötigste zu beglaubigen. Dafür spielen auch zu viele, schwer evaluierbare Dinge eine Rolle. Ein Beispiel: Der Umgang der VA Firma mit den Veranstaltern. Da haben wir in der Vergangenheit böse Sachen erlebt. Ich glaube nicht, dass da eine ISO Norm oder der Selbstlegitimierungsverein VPLT geholfen hätte... :roll:

    Grüsse
    WW

    CEO @ SoundSurface

    Consultant Pro Audio @ IAD-Pro / WharfedalePro

    Waves Soft- & Hardware Dealer

  • guma
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    • 16. Oktober 2004 um 20:14
    • #4

    @ WW

    Ja Du hast natürlich recht. Ich meine auch nicht eine ein paar Aktenordner füllende ISO Zertifizierung. Hilfreich wäre sicher schon ein viel einfacheres Punktesystem, das aber Kriterien wie Logistik/Erstellung und Einhaltung von Zeitplänen, oder sicher schwer objektivierbare Kriterien wie "Umgang" beinhalten sollte. Natürlich sind auch Dinge wie "sachgerechte Durchführung" schwer zu objektivieren aber auf der anderen Seite ist es durchaus nicht so, daß nur messbare Dinge wie z.B. Schalldruck sinnvoll darstellbar sind.

    Lasst uns doch wenigstens mal einen Kriterienkatalog zusammentragen, an dem wir uns gerne messen lassen würden.

    @ K-Ulrich

    Dein Beispiel finde ich gerade eben als für Zertifizierung sinnvoll, da ja nun auch die Verantwortung für die Rekrutierung freier Mitarbeiter ein Qualitätsmerkmal einer Firma sein kann.

  • K-Ulrich
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    • 16. Oktober 2004 um 22:35
    • #5

    Na ja, schon, aber Du weisst doch, wie es ist, wenn das Budget es hergibt, werden gute, aber eben auch teurere Leute geschickt, aber wenn das Geld knapp und der Auftrag der Firma nicht so wichtig ist, kommt die C-Crew.
    Ähnliches gilt, wenn viele Aufträge zusammen kommen, und einem die guten Techniker ausgehen, ich denke, das ist auch die Natur dieses Geschäftes. Ich habe selber eine Zeit für eine Firma gearbeitet, die sich bei wichtigen Gigs durchaus gutes Personal geleistet hat, aber beim kleinen Clubgig war es umso schlechter. Natürlich wäre es sinnvoll, die Firmen durch eine geeignete Zertifitierung an gewisse Qualitätsstandards zu binden, aber es ist sicherlich nicht einfach, diese zu definieren.
    mfg
    Kai

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  • KREISS
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    • 16. Oktober 2004 um 23:07
    • #6
    Zitat von "guma"

    @ WW

    Ja Du hast natürlich recht. Ich meine auch nicht eine ein paar Aktenordner füllende ISO Zertifizierung. Hilfreich wäre sicher schon ein viel einfacheres Punktesystem, das aber Kriterien wie Logistik/Erstellung und Einhaltung von Zeitplänen, oder sicher schwer objektivierbare Kriterien wie "Umgang" beinhalten sollte. Natürlich sind auch Dinge wie "sachgerechte Durchführung" schwer zu objektivieren aber auf der anderen Seite ist es durchaus nicht so, daß nur messbare Dinge wie z.B. Schalldruck sinnvoll darstellbar sind.

    Lasst uns doch wenigstens mal einen Kriterienkatalog zusammentragen, an dem wir uns gerne messen lassen würden.

    @ K-Ulrich

    Dein Beispiel finde ich gerade eben als für Zertifizierung sinnvoll, da ja nun auch die Verantwortung für die Rekrutierung freier Mitarbeiter ein Qualitätsmerkmal einer Firma sein kann.

    Zitat von "K-Ulrich"

    Na ja, schon, aber Du weisst doch, wie es ist, wenn das Budget es hergibt, werden gute, aber eben auch teurere Leute geschickt, aber wenn das Geld knapp und der Auftrag der Firma nicht so wichtig ist, kommt die C-Crew.
    Ähnliches gilt, wenn viele Aufträge zusammen kommen, und einem die guten Techniker ausgehen, ich denke, das ist auch die Natur dieses Geschäftes. Ich habe selber eine Zeit für eine Firma gearbeitet, die sich bei wichtigen Gigs durchaus gutes Personal geleistet hat, aber beim kleinen Clubgig war es umso schlechter. Natürlich wäre es sinnvoll, die Firmen durch eine geeignete Zertifitierung an gewisse Qualitätsstandards zu binden, aber es ist sicherlich nicht einfach, diese zu definieren.
    mfg
    Kai

    Möchte dazu ein paar Anmerkungen machen: Dinge wie Planung, Logistik und die Einhaltung von Zeitplänen sind im Prinzip vollkommen Unterstützenswert und Richtig.
    Wer aber hin und wieder im richtigen Leben unterwegs ist, der weiß wie oft durch irgendeine vorher nicht zu kalkulierende Kleinigkeit oder einen geringen Fehler ein sorgfältig ausgearbeiteten Plan zunichte gemacht werden kann - umso dramatischer kann sich das äußern je mehr Gewerke beteiligt sind und je größer die Produktion ist.

    Was die Crews anbelangt sei folgendes gesagt: die emisten Firmen arbeiten ja bekanntlich größtenteils mit freelance Techs.
    Diese sind natürlich bemüht ihren Kalendar voll zu bekommen damit die finanzielle Seite stimmt - logisch.
    Meiner Erfahrung kommt es immer wieder vor, das sich Aufträge in der gesamten Branche scheinbar zu bestimmten Zeiten nur so häufen, während ein paar Wochen später täglich 15 Techs anrufen und nach Jobs fragen.
    Ich habe schon so viele Tage nur mit vergeblichen telefonieren auf der Suche nach Technikern verbracht, und es waren einfach keine zu bekommen weil alle mir bekannten schon was zu tun hatten - das war auch nie eine Frage des Geldes.

    Langer Rede kurzer Sinn: A-Crews gibt es nicht wie Sand am Meer und haben in der Regel immer das ganze Jahr sehr gut zu tun.
    Bei der in den letzten Jahren zu beobachteten und stetig zunehmenden Praxis von Veranstaltern und Agenturen, Aufträge immer kürzer vor Lagerausgang zu beauftragen, kann einen die Suche nach A-Crews schon manchmal fast in den Wahnsinn treiben.

    Also Guma, die Rekrutierung freier Mitarbeiter ist nicht zwingend ein Qualitätsmerkmal, sondern hat oftmals eher einen glücksspielhaften Charakter...

    Grundsätzlich halte ich eine "Zertifizierung" von Firmen aufgrund der Fülle von wichtigen und unterschiedlichen Kriterien für objektiv nicht durchführbar.

    Kai

  • guma
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    • 16. Oktober 2004 um 23:31
    • #7

    @ Kai

    Naja ich finde schon das Personalpolitik ein Qualitätsmerkmal einer Firma ist. :wink:

    Aber sei's wie's will: Es sind schon sehr viel komplexere Gebilde wie eine Beschallungsfirma "qualitätsgesichert" worden. Ich glaube schon, daß das sinnvoll zu machen ist und sogar handlebar, wenn der Katalog überschaubar gehalten wird. Wenn ich mir überlege mit welcher Scheiße man es so in der Realität zu tun hat, würde auch ein kleiner Katalog reichen, um die Spreu vom Weizen zu trennen.

  • KREISS
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    • 16. Oktober 2004 um 23:39
    • #8

    Guma,

    sicherlich ist es grundsätzlich ein Qualitätsmerkmal, in der Praxis muss das aber noch lange nicht bedeuten das man eine A-Crew auf die Strasse bekommt.

    Ich frage mich, ob Du mit einem kleinem Katalog diesem doch sehr flexiblen Gewerbe bzw. sehr unterschiedlichen Firmen genüge tun kannst.
    Eine kleine Firma, wo man noch jedes Kabel und Stativ mit Vornamen kennt, hat ganz andere Probleme als größere Firmen mit mehreren verschiedenen Lagerstandorten.
    Ich behaupte sogar, das die meisten hier sich darüber garnicht im klaren sind was das alles an zusätzlicher Logistik bedeutet.

    Wie auch immer, nach welchen Kriterien sollte man denn deiner Meinung nach sowas bewerten?

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    • 17. Oktober 2004 um 00:53
    • #9

    1.) Nun ja, die Norm gibt es ja schon, zumindest als Entwurf: DIN 15750, "Technische Dienstleistungen in der Veranstaltungstechnik - Grundsätze und Anforderungen".

    Meine Meinung dazu: Da hatte jemand sehr viel Langeweile... :roll:

    Relevanz für die Praxis: Unter der Meßgrenze. Und das sollte auch so bleiben.


    2.) Zertifizierung von VA-Firmen... Nette Idee. Und wenn ich auch nur den Ansatz einer Chance sehen würde, das ordentlich zu verwirklichen, hätte ich das längst begonnen.

    Ob das andere Institutionen wie beispielsweise der VPLT schaffen könnten, sei mal dahingestellt. Wenn ich mir so ansehe, wie sich der VPLT SR 1.0 (nicht) durchsetzt, dann habe ich so meine Zweifel. (Und im SR 1.0 stehen eigentlich fast nur Sachen drin, die an anderer Stelle ohnehin schon mal in einer Vorschrift oder Norm stehen....)


    3.) Was man versuchen könnte, wäre ein Verhaltenskodex zu entwickeln, auf den sich VT-Firmen und -Techniker freiwillig selbst verpflichten können. Oder auf den auch die Firmen ihre Techniker verpflichten können.

    Das würde das angesprochene Problem allenfalls ansatzweise lösen, wäre aber wohl besser als nichts.

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • hörnix
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    • 17. Oktober 2004 um 02:54
    • #10

    networking als lösung? so wie in vielen anderen branchen mit schwer quantifizierbaren qualifikationen?
    ziel ist doch letztlich der techniker, der die unvorhergesehenen umstände, die seinen plan zum wackeln bringen, verbindlich und glaubhaft kommuniziert , die vom budget gesetzten grenzen ohne frust in den rahmen setzt und dann mit allen zusammen das beste draus macht. wenn es so läuft, ist nachher keiner angesickt, auch wenn nicht alles glattläuft.
    müsste im endeffekt wahrscheinlich auf eine bundesweite datenbank hinauslaufen, in die man natürlich nicht nach harten kriterien hineinkommt, was unangenehm sein kann, die aber die suche nach a und b crew deutlich erleichtert. ungefähr so?? gruss.

    there is no sweet spot.

    HINWEIS: hÖrnix und hOErnix hören zwar beide nix, sind aber zwei verschiedene User.

  • guma
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    • 17. Oktober 2004 um 09:15
    • #11

    @ Kai @ Admin

    mit dem üblichen "geht nicht" und technikergejammer will ich mich nicht zufrieden geben und das ist bestimmt nicht aus juvenilem Aktivismus. Schade ist, daß auch die erfahrenen Kollegen jetzt nur Gründe aufführen, warum es nicht funktionieren könnte.

    Große Veränderungen werden in der Regel nur in kleinen Schritten erreicht. Ein erster Schritt wäre zum Beispiel erst mal vor der eigenen Haustür zu kehren und einen internen "Qualitätssicherungs/fragebogen" zu entwickeln zur Selbstkontrolle. Selbst der Dümmste würde schnell merken, daß obwohl ein Teil der vorstellbaren Fragen nur eine relativ subjektive Beantwortung zulassen, es keinen Sinn macht sich hierbei unentwegt selbst zu bescheissen. ( Ich weiß, die angestellten Tonis werden mich dafür hassen )

    Hierin könnte z.B. der Soll/Ist Zeitplan stehen mit kurzer Begründung für Differenzen oder man könnte sich selbst oder dem "Vorort-Mitarbeiter" die Frage stellen: "War das geplante Lautsprechersystem für die Location angemessen?" oder "Konnte das geplante Lautsprechersystem den örtlichen Bedingungen angepasst werden ?" Beantwortung in einer fünf Punkte Skala von 100% = 5 Punkte bis 0% = 0 Punkte

    Am Schluss eines solchen Katalogs könnte man sich die Übereinstimmung mit der subjektiven Veranstaltermeinung bestätigen und gegenzeichnen lassen.

    Selbstverständlich werde ich jetzt nicht die komplette Gebrauchsanweisung für eine solche Selbstkontrolle hier reinschreiben um Unternehmern die Arbeit zu ersparen und das Geld was sowas beim Unternehmensberater kostet.

    Ich hoffe man kann sich vorstellen worauf ich hinaus will und wenn man konstruktiv statt destruktiv darüber nachdenkt, durchaus die Vorteile einer solchen Maßnahme erkennen.

    Sollten die Kollegen jetzt immer noch geneigt sein, mir zu zerpflücken warum das alles nicht geht und nichts bringt, kann ich das natürlich sofort abbrechen und mit Interessierten, die konstruktiv an einem solchen Konzept mitarbeiten wollen weiter per pm beraten. :wink:

  • guma
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    • 17. Oktober 2004 um 10:27
    • #12

    Meine nächste Frage wäre konsequenterweise:

    Gibt es solche internen "Qualitätssicherungsbögen" bereits in manchen Beschallungsfirmen und welche Erfahrungen wurden damit gemacht ?

    Weitere Fragen in einem solchen Bogen könnten lauten:

    War die Lautstärke angemessen ? mit kurzer Begründung
    Waren die Vorinformationen für den Vororttechniker ausreíchend ?

    u.s.w.

    Man könnte auch eine Bewertung der Leistungen des Veranstalters mit einfließen lassen wie z.B. :

    Hat er X/Y/Z Punkte des Produktionsvertrages erfüllt ? ( Helfer/Catering u.s.w. )
    oder Fragen die ein Kundenprofil erzeugen oder eine Einschätzung des Entwicklungspotentials einer Veranstaltungsreihe ( ist sicher sehr weit gegriffen ).

    Na kriegt jetzt jemand Lust daran mitzuarbeiten ?

  • wora
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    • 17. Oktober 2004 um 10:46
    • #13

    ich möchte hierzu eine kleinigkeit einwerfen, die bisher nicht berücksichtigt wurde:
    wer soll die punkte vergeben bzw. welches personal soll vor ort überprüfen, ob die jeweilige firma ihre selbsteinschätzung auch korrekt vorgenommen hat?

    guma, die idee kann ich schon nachvollziehen, ich fände es auch gut wenn es eine möglichkeit gäbe vorher einzuschätzen was einen auf der jeweiligen VA erwarten könnte.

    aber da ich die menschen (glaube ich) mittlerweile ganz gut einschätzen kann, werden die meisten firmen erstmal versuchen möglichst viele punkte für sich herauszuschummeln.

    das bedeutet, das eine sinnvolle bewertung des jeweiligen betriebes eigentlich nur über externes personal erfolgen kann... und hierbei sehe ich das größte problem.

    dieser punkt muss so gelöst werden, das sich die firmen nicht angegeriffen fühlen und bei diesem system FREIWILLIG mitmachen.

    ansonsten kann sowas nur vom gesetzgeber verpflichtend geregelt werden... und das könnte ein schuss ins eigene knie werden.

    also bitte nicht falsch verstehen, ich wollte nur mal eine problematik einwerfen, die man meiner meinung nach beachten sollte.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • tufkadib
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    • 17. Oktober 2004 um 10:53
    • #14

    Hallo,

    ein Beispiel: wenn ich als Kommune mir eine Sporthalle bauen lassen will, lasse ich mir Angebote machen. Von den Firmen, die in Frage kommen, lasse ich mir Referenzobjekte vorlegen. Dort rufe ich dann an und unterhalte mich mit den Leuten, wie zufrieden sie sind und welche Probleme es gab.

    Es wäre natürlich Schwachsinn, bei einem Veranstalter anzurufen, aus dessen Sicht ist die Firma dann gut, wenn billig. Da müßte man schon die beteiligten Künstler/Bands fragen, wie es gelaufen ist. Viel Aufwand, der sich sicher nur bei großen Sachen lohnt.

    MfG

    DirkB

  • K-Ulrich
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    • 17. Oktober 2004 um 11:22
    • #15
    Zitat von "Kai Reiss"


    A-Crews gibt es nicht wie Sand am Meer und haben in der Regel immer das ganze Jahr sehr gut zu tun.


    Na ja, die haben auch nicht mehr das ganze Jahr zu tun, aber wenn nicht, nützen sie auch keinem, weils dann nix zu tun gibt. :?

    Aber ansonsten steht hier etwas ausführlicher, was ich auch meinte.
    Man kann sicherlich gewisse Parameter einer Firma nach Kriterien beurteilen: Qualität des Materials, Zustand, Support, Logistik, Art der Lagerhaltung grundsätzliche Arbeitsphilosophie (die kann sich ja durchaus von dem gewonnenen Eindruck eines VA`s oder Fremdtechnikers unterscheiden).
    Aber wie mein Namensvetter schon sagte: Wo Freelancer arbeiten, entzieht sich das Personal den Beurteilungsmöglichkeiten.
    guma Das soll kein Gejammer sein, wenn Du mich vom Gegenteil überzeugen kannst, bin ich mehr als froh (und beeindruckt)

    mfg
    Kai

    Für mich zerrts, aber Sie sind ja der Künstler.

  • guma
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    • 17. Oktober 2004 um 11:36
    • #16

    @ wora

    Wie ich schon sagte:

    "einen internen "Qualitätssicherungs/fragebogen" zu entwickeln zur Selbstkontrolle. Selbst der Dümmste würde schnell merken, daß obwohl ein Teil der vorstellbaren Fragen nur eine relativ subjektive Beantwortung zulassen, es keinen Sinn macht sich hierbei unentwegt selbst zu bescheissen."

    Will heißen: der jeweilige "vor Ort TL" füllt den Bogen aus. Entweder er selbst oder der Chef der Beschallungsfa. wird schnell merken, wenn hier nur Eigenlob produziert wird, d.h. ich stelle mir vor, daß allein durch den Vorgang des wiederholten Aufschreibens eine Art Selbstkritik in Gang kommt, die durch die Nachlesbarkeit für andere Beteiligte verblüffend objektiv sein wird. (?)

  • Tobias Zw.
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    • 17. Oktober 2004 um 12:21
    • #17

    @ Wora:

    Sehr interessanter Ansatz. Da ich auch als Bandtechniker unterwegs bin kenne ich die Höhen und Tiefen im Umgang mit den Kollegen. In einer Hinsicht muß ich allerdings den anderen Kollegen Recht geben: Ein Bewertungssystem funktioniert nur, wenn der zu Bewertende von einem Außenstehenden beobachtet wird. Andernfalls spiegeln die Bewertungen nämlich nicht die (annähernd) objektive Situation wider, sondern das Selbstwertgefühl des Durchführenden, während er den Bogen ausfüllt.

    Ich hoffe da mehr darauf, daß in Zukunft wieder vermehrt die Regeln der Marktwirtschaft greifen werden. Heißt: Wenn's auf dem Gig mit dem Verleiher Streß gibt, muß man es dem Veranstalter mitteilen und darauf hoffen - falls solche Vorfälle sich häufen -, daß der Veranstalter dann in Zukunft Konsequenzen daraus zieht. Wenn hoffentlich bald diese "Geiz ist geil"-Welle vorüber ist, werden sich (genauso hoffentlich) die Firmen mit einem sinnvollen Preis-/Leistungsverhältnis durchsetzen.

    Eins fällt mir allerdings (vor allem seit Beginn der "Fachkraft"-Berufsausbildung) immer häufiger auf: Früher war die Binsenweisheit "Mischen ist nur 10 Prozent, der Rest ist mit den Menschen klarkommen". In letzter Zeit scheinen sich die Kollegen (auch ältere) zu mehren, die zwar einen Schein welcher Art auch immer haben, aber seit der Abschlußprüfung ihre berufliche und soziale Bildung eingestellt haben.

    Kombiniert mit dem Fakt, daß viele der "Großen", von denen die meisten von uns ihr Handwerk gelernt haben sich aus wirtschaftlichen Gründen anderen Aufgabengebieten zugewandt haben und die "Alten", die noch im Geschäft sind oft ziemlich abgerockte Figuren sind, die das Heute nicht mehr verstehen, ergibt das im Moment eine ziemlich unergiebige Melange aus jungen Menschen, die zwar ein großes Selbstbewußtsein und einen großen Mund haben, aber leider keine Erfahrung, und Alt-Rock'n'Rollern, die man aber auch nur noch das machen lassen kann und nicht mehr für irgendwelche sensitiven Jobs buchen darf.

    Und diese Mischung prägt im Moment einen Großteil des Bildes der Branche nach außen und die Zustände auf den Bühnen des Landes.

    Natürlich kann man im Kleinen gegensteuern: Ich achte bei meinem kleinen Beitrag zur Ausbildung sehr auf den menschlichen Aspekt und versuche den Azubis und jungen Kollegen klarzumachen, daß eben Mischen nur 10 % ist. Gleichzeitig zerbreche ich mir beim Vorbereiten von Jobs oft den Kopf, welchen Techniker ich zu diesem Kunden und zu dieser speziellen Aufgabe schicken kann. Macht's manchmal nicht leichter, führt aber wirklich ziemlich schnell zu eindeutig besseren Resultaten.

    Das nur mal eben so als kurzes Brainstorming aus Marburg...

    Mit freundlichen Grüßen

    Tobias Zw.

    Äch bän wäder do.

    http://www.tobiaszweckerl.de

  • ADMIN
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    • 17. Oktober 2004 um 12:41
    • #18
    Zitat von "guma"

    @ Kai @ Admin

    mit dem üblichen "geht nicht" und technikergejammer will ich mich nicht zufrieden geben und das ist bestimmt nicht aus juvenilem Aktivismus. Schade ist, daß auch die erfahrenen Kollegen jetzt nur Gründe aufführen, warum es nicht funktionieren könnte.

    Große Veränderungen werden in der Regel nur in kleinen Schritten erreicht. Ein erster Schritt wäre zum Beispiel erst mal vor der eigenen Haustür zu kehren und einen internen "Qualitätssicherungs/fragebogen" zu entwickeln zur Selbstkontrolle...

    1.) Damit ich nicht falsch verstanden werde: Eine Zertifizierung im Sinne von "Michellin-Sternen" halte ich für nicht machbar, zumindest nicht jetzt und von diesem Forum aus.

    Der Unterschied zwischen dem von mir angedachten "freiwilligen Verhaltenskodex" und dem von Dir angedachten "Qualitätssicherungsfragebogen" ist vermutlich gar nicht so groß.

    2.) Ich glaube, es ist Konsens hier unter den Diskutierenden, dass man etwas in diese Richtung unternehmen sollte. Was man aber dann unternimmt, sollte funktionieren - man kann da nicht beliebig viele Versuche starten, schon den zweiten würde kaum mehr einer ernst nehmen.

    3.) Eine objektive externe Überprüfung der Leistung einer PA-Firma scheint mir (wie gesagt) sehr schwierig. Denkbar erscheint mir die Selbstüberprüfung der Leistung nach einem standardisierten Verfahren und die externe Überprüfung, ob dieses Verfahren korrekt angewandt wird.

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • Ton_Opa
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    • 17. Oktober 2004 um 15:07
    • #19

    Qualitätssicherung....usw. halte ich alles für Quatsch.

    Am Ende kommt nur ein Gerangel um Zertifikate und Punktesysteme heraus.
    Die ständig voranschreitende Institutionalisierung der technischen Veranstaltungsbranche hat weder den Technikern noch dem Publikum Verbesserungen beschert, sondern einfach nur einer Handvoll Leuten Gelegenheit gegeben, mittels zweifelhaften Vorschriftenwerks den Markt weiter einzuengen.

    Jeder Versuch auf dieser Welle Geld zu verdienen, unterstützt diese beängstigende Tendenz.
    Da kann ich leider auch den Admin nicht ausschließen, der mit seinem Lautstärketools eine geistesschwache DIN-Norm quasi in ihrem Amt
    bestätigt.
    Eine "offizielle Katalogisierung" von Qualitätsmerkmalen wäre ein weiterer Schritt in diese Richtung.

    Es ist kein Geheimnis, dass in Deutschland und anderswo der "große Rock´n´Roll" immer von dem gleichen Vetternverein durchgezogen wird, auch wenn diese mit ihrem Ergebnis ab und an genauso tief ins Klo greifen wie alle anderen. In dieser Liga wird "Qualität" nach dem Anschaffungspreis des Materials definiert. Eine Tendenz, der hier viel nachgeeifert wird, obwohl wir alle wissen, dass teures Mat kein Garant für eine gelungene technische Umsetzung ist.

    Qualität kann sich erst dann durchsetzen, wenn sie auch gefordert wird. Der einzige Weg, das durchzusetzen, kann nur darin bestehen, immer wieder zu beweisen, dass ein guter Job möglich ist und vor allem durch das deutliche Üben von vernünftiger Kritik.

    Es kann nicht angehen, dass jedermann professionelle Lügen aufrecht erhält (eine Krähe kratzt der anderen kein Auge aus), nur um den Anschein zu erwecken, er gehöre dazu.

    Man muss dann schon mal "die Eier haben"; zu sagen: "mit diesem und jenem arbeiten wir nicht so gern zusammen, der hat uns zu oft blöd sitzen lassen".

    Solange für Künstler, Veranstalter und Behörden der schöne (oder sogar der offizielle) Schein wichtiger ist, als das Ergebnis, braucht sich vor allem die Mittelklasse, zu der ich dieses Forum zähle, keine Gedanken um einen Qualitätsstandard zu machen.

    Jeder Versuch, da etwas "offizielles" zu inszenieren, spielt nur denen in die Hände, die versuchen, mit Gesetzeswerk und Vorschriften den Markt zu kanalisieren.

    Das brauchen wir nicht. Für Qualität braucht man Leute, die Spaß an einem guten Job haben. Das lässt sich nicht durch ein Papier oder eine Kartei oder einen Standard erreichen. Das weiß auch jeder. Qualitätssicherung brauchen Leute, die zu blöde sind, ihr Ergebnis selbst beurteilen zu können.

    Gruß
    Opi

    abgebrühter Alt-Aktivist im Vorruhestandsjob
    -danke Billbo-

  • rockline
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    • 17. Oktober 2004 um 18:05
    • #20

    Im Prinzip gäbe es sogar hier im Forum die Möglichkeit eine Firmenbewertung abzugeben. Dazu hat das Forum genügend Mitglieder, die bundesweit tätig sind und viele Companys gut kennen.

    Aber: niemand wird hier mit seinem Namen einen Kollegen regelrecht schlecht darstellen. Das würde sich nur ändern, indem der Name des Berichterstatters anonym bleibt. Das birgt Gefahren, jeder könnte sinnlos schreiben was er möchte und damit mitunter seinen Konkurrenten schädigen. Die Herkunft der Berichte uns Statements sollten daher dem Forenbetreiber schon bekannt sein, um im gezielten Fall gegen den ein oder anderen Bericht korrigierend vorzugehen!

    Das ganze könnte letztlich in einer Art Nachschlagerubrik enden, in dem im laufe der Zeit etliche Angaben (ähnlich der Ebay Bewertungen) zu finden sind. Durch ein Benotungssystem könnte sich dadurch ein Durchschnittspegel ergeben, an dem man recht gut die Kadetten einschätzen könnte!

    Jeder von uns erkennt in der Regel schon nach 30 Minuten auf der Gastbaustelle mit was für Typen und Material man es diesmal zu tun hat. Diese Infos sollten dann beurteilt und mitgeteilt werden!
    Wurst Werner brachte ja schon ein schönes Beispiel der Art, wie derartige Einschätzungen aussehen könnten.

    Ich denke mit ein wenig Feinschliff der Idee könnte daraus was werden.
    Stefan

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