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Beschallung Dorfkirche, welches Mikro für Frau Pfarrer ?

  • j.o.
  • 26. Oktober 2004 um 19:38
  • j.o.
    Beiträge
    12
    • 26. Oktober 2004 um 19:38
    • #1

    Hallo zusammen,

    für die Beschallung unserer Kirche brauchen wir natürlich auch zwei gute Mikros, damit die Sprache sauber, transparent etc. übertragen wird. Natürlich ist uns auch der Wirkungsgrad des Mikros wichtig, damit man nicht so dicht drauf muß.

    Habt ihr Erfahrungen mit folgenden Mikros ?
    1. AKG C 391 B
    2. AKG C 1000 S
    3. Shure SM 86
    4. SENNHEISER E664

    Und was haltet ihr von Compressoren/Limitern ? Hat hier der DBX166 XL Vorteile gegenüber dem günstigeren DBX266 XL ?

    viele Grüsse,
    Jo

  • doublefishdesigns
    Beiträge
    1.174
    • 26. Oktober 2004 um 20:23
    • #2

    der wirkungsgrad eines mikros ist nicht wichtig, das macht man am pult oder preamp, wichtig ist die richtkarakteristik.

    einen kompressor würde ich in einer kirche eher nicht verwenden :shock:

  • stepu
    Profi
    Reaktionen
    19
    Beiträge
    678
    • 26. Oktober 2004 um 21:42
    • #3

    Ich würde schon einen Kompressor benutzen.
    Nur würde ich nicht wie im Livebetrieb komprimieren, sondern eher ab nem gewissen Punkt stärker komprimieren (so 4:1 ab -5...0dB). Nur Limiten ist da zu krass. Merke: Die Herren und Frauen Pastoren haben eine eigene Art von Sprachdynamik!
    Zum Kompressor: Gibt auch gebrauchte dbx 166A oder die alten aber dennoch superguten 166er! Einen alten Composer (MDX2100 von Behringer) würde ich als preiswerte Lösung empfehlen.

    mfg stefan

    Ey Digger, ich bin Plugger, nich Rigger!

  • Micromann
    Beiträge
    1.622
    • 26. Oktober 2004 um 22:12
    • #4

    kompressor gibts bei mir auch in der kirche, aber bisher nur auf instrumenten, die pastoren haben da doch eher selten mikros und wenn doch dann muss halt am pult runtergeregelt werden. den kompressor gibts für die bands und auf der aufnahme wirds auch nen stereo kompressor geben um übersteuerungen in der digitalen aufnahme zu vermeiden


    Man kann nicht nicht kommunizieren :D

  • MIG
    Verifiziert
    Beiträge
    151
    • 26. Oktober 2004 um 23:39
    • #5

    Hallo J.O.!

    Zu den von dir angegebenen Mikros kann ich aus eigener Erfahrung nichts sagen.

    Gute Erfahrungen gerade für Sprache und Moderation habe ich aber mit dem Sennheiser EW 365 gemacht. Inwieweit das auch für die kabelgebundene Variante (e865) gilt weiß ich aber leider nicht.
    Das Funkset zeichnet sich durch einen sehr klaren und detaillierten Klang aus und auch größere Abstände Mund - Mikro sind kein Problem.
    Ich setze das Mikro darum auch gerne an Rednerpulten ein.

    Kompressor JA, aber nur die Spitzen einer "zu" starke Dynamik abzumildern nicht zum "Einebenen".

    Gruß,
    Michael

  • PA-Peter
    Profi
    Beiträge
    7.614
    • 27. Oktober 2004 um 10:34
    • #6

    Öhm, wir reden doch von einem Mic für die Kirche...
    ...da gehören in meinen Augen nur Schwanenhälse (z.B. AT Engineered Sound Serie, VK von rund 300,- bis 400,- EUS) hin.
    Evtl. für auf den Altar eine Grenzfläche noch...
    ...aber doch bitte keine Stäbchenmics o.ä.

    PA-Peter
    ****
    http://www.rieckmedia.com

  • Micromann
    Beiträge
    1.622
    • 27. Oktober 2004 um 11:01
    • #7

    das erklär mal den herren und damen hier,
    wenns am redner pult nen mic gibt ne ew100 von sennheiser oder nen kondersator mikro aber schwanenhals gibts nicht


    Man kann nicht nicht kommunizieren :D

  • PA-Peter
    Profi
    Beiträge
    7.614
    • 27. Oktober 2004 um 11:26
    • #8
    Zitat von "Micromann"

    das erklär mal den herren und damen hier,
    wenns am redner pult nen mic gibt ne ew100 von sennheiser oder nen kondersator mikro aber schwanenhals gibts nicht


    Na dann gute Nacht!

    PA-Peter
    ****
    http://www.rieckmedia.com

  • pes.dan
    Profi
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    94
    • 30. Oktober 2004 um 00:16
    • #9

    Also ich geb Peter mal recht, c1000 oder aehnlichs hat bei solchen anwendung weiss gott nichts zu suchen. nicht nur vom aussehen, auch von art, klang und charakteristik.

    auf grund der grossen diffus-anteile in einer kirche bedarf es ein mikro, was dem entgegen wirkt. vorzugweise bieten grenzflaechen diesen vorteil. Sie bringen an der reflektionsflaeche unter optimalen bedingungen eine schalldruckerhöhung von 6dB, und damit eine optimierung der sprachverstaendlichkeit, durchbesseres verhaeltnis von direkt und difusschall. Unauffaellig sind sie zudem auch noch.

    einen kompressor wuerde ich auch nicht verwenden. er erhoeht einfach nur die kopplungsgefahr. da ich nicht davon ausgehe, dass ein pastor unerwartet aufschreit, es sei denn er muss seine gemeinde wecken, ist ein limiter erst recht fehl am platz. ein bisschen dynamik sollte doch einem redner erlaubt sein.

    gute nacht
    dan

    professional event service
    dan schneider

    http://www.dan-ontour.de

  • tonzwerg
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    • 18. November 2004 um 11:35
    • #10

    Gerade wenn's auch weiter weg funktionieren soll hilft eigentlich nur ein kleines Richtrohr. Da gibt's eins von Beyerdynamic (Schwanenhals) und auch eins von AKG, weobei ich das von Beyer besser finde. Gerade die gute seitliche Unempfindlichkeit macht es in halligen Räumen dann doch wesentlich einfacher.
    Guckst Du hier:

    http://www.beyerdynamic.de/de/product/pdf…heet/shm803.pdf

    The ships hung in the sky in much the same way that bricks don't.
    -- Douglas Adams

  • wora
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    • 18. November 2004 um 16:11
    • #11

    diese röhrchenmikros sind eher eine frage der optik, denn die kurzen rohre funktionieren erst ab ca. 5kHz aufwärts... darunter sind sie alle einfache nieren oder supernieren mikros.
    wenn man weiss, das im frequenzberich über 5kHz nahezu jede kirche akustisch fast tot ist, dann bringen diese mikros hier keine vorteile.

    eine grenzfläche verbessert das verhältnis von direkt- zu diffusschall.
    wenn das mikro aber weit weg ist, dann kann auch dieser vorteil nicht genutzt werden. diese entfernung kann man ausrechnen wenn man die nachhallzeit des raumes kennt.

    am besten geeignet sind mit sicherheit schwanenhalsmikrofone, weil man die kapsel sehr nah an den redner bringen kann. wenn das nicht gewünscht ist, dann muss man natürlich kompromisse eingehen.
    ich würde mich dann in diesem fall für eine super- oder hyperniere entscheiden.

    und ein einzelnes mikro reicht für einen einzelnen redner völlig aus, man gewinnt dadurch nochmal 3dB gain vor feedback.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • j.o.
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    • 23. Dezember 2004 um 14:47
    • #12

    Hallo zusammen,

    wir habens jetzt installiert, hier die wichtigsten Erfahrungen:

    1. Die allerwichtigste Komponente war das Mikro. Wir haben stundenlang verschiedene Modell probiert. Sehr gut war das Sennheiser E664, allerdings haben wir hier die scharfen, metallischen S-Laute nicht wegbekommen. Alle anderen Mikros klangen im Vergleich dumpf , nicht empfindlich genug oder haben einfach nicht den kompletten Frequenzbereich der Sprache übertragen.
    Wir hätten uns daher einen großen Equalizer zulegen müssen. Für den Mehrpreis haben wir jedoch höherwertigere Mikros ausprobiert und sind beim Neumann KMS 184 gelandet. Dieses Mikro schlug alles inkl. Sennheiser und ist völlig problemlos mit den S-Lauten. Der Mehrpreis entspricht dem eines Equalizers, wir haben uns daher für zwei Neumann Mikros entschieden und sind super glücklich.
    Das feedback von Zuhöhrern war z.B., daß man Sprache viel müheloser versteht.
    2. Ansonsten ist der Mixer ein MACKIE CFX12, Yamaha P-2500 Endstufe, alles tadellos.
    3. Kompressoren haben wir ausprobiert, hat uns aber nicht überzeugt, die haben wir wieder zurückgegeben. Schon um das Budget nicht allzusehr überzustrapazieren.

    Gut war auch, ein größeres Musikhaus im Rücken zu haben, welches Equipment zum testen bereitstellen kann. In unserem Falle war das Mister Music aus Schramberg.

    Völlig unterschätzt haben wir das Kabelverlegen, Stecker löten etc.

    Nochmals vielen Dank für die Beiträge,
    Jo.

  • stepu
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    • 24. Dezember 2004 um 00:22
    • #13

    Hallo J.O.,

    danke für die Rückinfo, war sehr aufschlussreich!
    Ist nett, wenn man mal erfährt, wie eine Forumsdiskussion,
    die ich erst mal als reine Theorie verstehe, in die Praxis umgesetzt
    wurde.
    Aber eins würde ich noch gerne wissen:
    Welche Lautsprecher und wie viele verwendet ihr eigentlich?!

    mfg stefan

    Ey Digger, ich bin Plugger, nich Rigger!

  • Volker Holtmeyer
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    • 27. Dezember 2004 um 18:31
    • #14
    Zitat


    auf grund der grossen diffus-anteile in einer kirche bedarf es ein mikro, was dem entgegen wirkt. vorzugweise bieten grenzflaechen diesen vorteil. Sie bringen an der reflektionsflaeche unter optimalen bedingungen eine schalldruckerhöhung von 6dB, und damit eine optimierung der sprachverstaendlichkeit, durchbesseres verhaeltnis von direkt und difusschall. Unauffaellig sind sie zudem auch noch.


    Das Verhältnis von Direkt- zu Diffusschall ist bei einem Grenzflächenmirko keineswegs besser als bei einem "gewöhlichen" Mikro mit gleicher Richtcharakterisik!
    Daher ist ganz allgemein der Einsatz von Grenzflächenmikrofonen in Kirchen nicht ratsam, da der Abstand zum Redner größer ist als beislpielsweise bei einem Schwanenhalsmikro.

    Mir sind lediglich die Neubauten der LDS bekannt in denen Grenzflächenmikros eingesetzt werden. Die Säle haben allerdings auch Nachhallzeiten von etwa 2 s und die Mikros werden mit einem sehr geringen Abstand im Sitzen besprochen.

    http://www.volkerholtmeyer.de/

  • TomyN
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    • 28. Dezember 2004 um 23:54
    • #15
    Zitat von "pes.dan"


    einen kompressor wuerde ich auch nicht verwenden. er erhoeht einfach nur die kopplungsgefahr.

    :?: Kannst du mir das mal erklären ???


    Tomy

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  • timotimo
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    • 29. Dezember 2004 um 11:17
    • #16

    Ich versuch es mal:

    ein Kompressor verringert den Pegel für Signale, die über dem eingestellten Threshold sind im Verhälnis des eingestellten Ratios. Bsp.: Threshold - 10 dB, Ratio 2:1; liegt der Pegel jetzt z.B. 8 dB über dem Treshold (also bei -2dB) wird er im Verhältnis 2:1 gekappt, also nur -6 dB kommen raus.

    Somit werden LAUTE Signale leiser gemacht. Um aber wieder die gleiche, durchschnittliche "Lautstärke" zu erreichen, muß ich hinter dem Kompressor den Pegel anheben (z.B. mit dem Output-Regler des Kompressors). Dadurch werden aber dann auch die leisen Signale mit angehoben, die Feedbackgefahr steigt somit.

    Hoffe, das war verständlich.

  • TomyN
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    • 29. Dezember 2004 um 11:26
    • #17

    :D Hi Timo,

    das ist mir schon klar. Nur hebt hier ja der Bediener die Lautstärke an, und nicht der Kompressor.
    Wenn der Kompressor bei leisen Passagen nicht arbeitet, dann ist der durchaus hilfreich, auch beim Verbessern der Sprachverständlichkeit.

    Tomy

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  • kater
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    • 29. Dezember 2004 um 11:33
    • #18

    @ timotimo

    Du solltest deine Einschätzung bzgl. TomyN nochmal überdenken ;o) Guck mal was der nette Mensch so programmiert ;o)

    Wenn man am Output Gain nicht schraubt sollte es auch nicht mehr pfeiffen als sonst....

    Was juggt mich der Benzinpreis, ich tank eh immer nur für 20 Euro :D

  • TomyN
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    • 29. Dezember 2004 um 11:43
    • #19

    :D Danke Kater,

    ich hab halt mal nachgefragt, weil ich oft in Workshops die Meinung höre: 'Ein Compressor senkt laute Töne ab, und macht leise Lauter', und das stimmt definitiv nicht.
    Sicherlich kann man sich mit nem Kompressor ein schönes Eigentor schießen, indem man um die Lautstärke zu erhöhen den Kanalgain weiter aufreist, der Sänger aber kaum lauter wird, es aber in den Pausen koppelt ohne Ende, aber das ist dann Fehlbedienung.
    Bei einem Hallgerät sagt ja auch keiner 'Es macht den Sänger lauter', obwohl ich schon bei einigen Leuten erlebt habe, dass sie über den Aux- weg und einem Dry Anteil im Ausgang des Hallgeräts genau diesen Effekt erziehlt haben (inklusive 'Mit Hall koppelt es deutlich früher').


    Tomy

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  • timotimo
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    • 29. Dezember 2004 um 11:49
    • #20

    Ich denke, wir reden hier von 2 verschiedenen Sachen:

    Ihr meint einen Limiter, der laute Töne begrenzt, wie ich es auch oben beschrieben habe.

    Wenn ich aber eine Band mische, setze ich den Kompressor durchaus auch als musikalisches Stilmittel ein (Bsp.: Sade: man hört sie in leisen Passagen atmen, zwischen den Gesangszeilen. in lauten empfindet man es nicht als lauter; Sting: man hört die Grifgeräusche der Akustikgitarre deutlich, auch diese ist stark komprimiert.)

    Übrigens sollte der letzte Beitrag nicht die Meinung zu TomyN äußern, sondern einfach seine Frage beantworten..... Also keinerlei Wertung seiner Qualifikation.....

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