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Welchen Noppenschaumstoff zur Bass-Eindämmung in Lokal?

  • Machtl
  • 23. Januar 2005 um 10:47
  • Machtl
    Verifiziert
    Beiträge
    705
    • 23. Januar 2005 um 10:47
    • #1

    HI,

    ich hab da ein ziemlich ärgerliches Problem am Hals. Wird wahrscheinlich
    dem ein oder anderen auch so ergangen sein der in nem Lokal die Technik macht.

    Also, wir haben hier in einem Lokal einen Veranstaltungsraum wo unter der Woche 2xBands spielen und am Freitag&Samstag ein DJ auflegt.
    Ist nicht wirklich groß, und so wirklich laut wirds auch nicht, also keine Disco Pegel. Der Veranstaltungsraum sowie das restliche Lokal liegen im 1.Stock.
    Nun ist direkt hinter der Bühnenrückwand (altes Gemäuer) ein neuer Mieter eingezogen, der alte Mieter war anscheinend am Wochenende
    nie in der Wohnung. So, und nun beschwert der sich natürlich über den
    "Bumm-Bumm den er durchhört." Daher müssen wir jetzt mal so guts geht
    versuchen den Bass wegzubekommen. :(
    Wir werden daher mal als erstes den Fußboden (ist erhöht eingezogen) von der
    Wand trennen, dieser steht momentan direkt an. Dann eben Akustik-Noppenschaumstoff vor die Wand (schätze mal so 30cm werden ma da schon brauchen), und dann nochmal eine Zwischenwand aufstellen.

    So nun zur eigentlichen Frage:
    Hat jemand von euch sowas schonmal gemacht und kann mir Erfahrungen
    mit speziellen Schaumstoffen oder anderen Dämmmaterialen mitteilen. Ich weis, es ist von Fall zu Fall unterschiedlich, aber vielleicht könnt ihr mir hier trotzdem ein paar Infos zukommen lassen.
    Welchen Noppenschaumstoff sollte man für diese Sub-Bass Dämmung wählen? Oder gibt es besseres? Kann auch etwas mehr kosten.

    Bin über jegliche Info dankbar.

    Ciao
    Martin

    MEB Veranstaltungstechnik
    Chamsys MagicQ Forum

  • AMLB
    Beiträge
    1.101
    • 23. Januar 2005 um 11:01
    • #2

    Mit Schaumstoff wirst Du die Bassschläge nur unmerklich mindern. Da helfen ausschließlich bautechnische Maßnahmen!
    Schaumstoff mindert höchstens Reflektionen im Raum.

    Modenschauen, Industrie, Event + Gala

  • Machtl
    Verifiziert
    Beiträge
    705
    • 23. Januar 2005 um 11:42
    • #3

    hm, nun, daß ich am liebsten die beiden häuser auseinandersägen würde ist auch klar, geht aber nunmal nicht. :wink:
    sonst irgendwelche tipps? soundanlage die eigentlich ja für band-betrieb
    ausgelegt ist steht vor der bühne. wäre es sinnvoller für den dj-betrieb die bässe im raum zu veteilen, damit im bühnenbereich (also auch bei der wand zum nachbarn) gleich weniger bass ist?

    MEB Veranstaltungstechnik
    Chamsys MagicQ Forum

  • TechNix
    Beiträge
    218
    • 23. Januar 2005 um 11:45
    • #4

    Was wirklich ne gute schalldämmung bringt, das ist ne Mauer aus Klaksandstein (das sind die Weisen steine, die recht klein aber dennoch sehr schwer sind), da dieser auf grund seiner hohen dichte sehr dabei hilft Schallübertragungen zu mindern.

    Nur eben mal ne Mauer einziehen, das ist natürlich auch nicht jedermanns Sache.
    Bautechnisch ist Kalksandstein (solange es um Mauersteine geht) meines wissens die erste wahl.


    TechNix

    Möchtegern Hobbykistenschlepper

  • Lj_Gadena
    Beiträge
    579
    • 23. Januar 2005 um 11:53
    • #5

    Ich würde mal einen Drockenbauer in deiner Nähe aufsuchen und diesen einfach fragen. Bei uns auf Baustellen wurden schon öfters spezielle Decken und Wände gestellt.
    Die müssten dir eigentlich deine Auskünfte geben können.

    Mfg Alex

    !!! Es werde Licht !!!

  • Tobias
    Reaktionen
    8
    Beiträge
    878
    • 23. Januar 2005 um 12:01
    • #6

    hier gabs schonmal was zum thema:

    http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?p=134515&highlight=#134515

    letztendlich dürfte umziehen wohl billiger sein.....

    aber auch wenn du eine zweite wand einziehst, gibt es immer noch genügend seitenschallwege (über fussboden, Wände und decke), die den mieter nerven werden.... auf jeden fall die wand ordentlich entkoppeln, beispielsweise rundum mit neopren und keinesfalls mit dem rest verschrauben :)

    Die Wahrscheinlichkeit des Geschehens steht im umgekehrten Verhältnis zum Wunsch. (Murphy)

  • Machtl
    Verifiziert
    Beiträge
    705
    • 23. Januar 2005 um 12:07
    • #7

    Mit einem 500m² Lokal in einer Innenstadt zieht man nur leider ned so schnell um ... :(

    MEB Veranstaltungstechnik
    Chamsys MagicQ Forum

  • tom noise
    Beiträge
    1.572
    • 23. Januar 2005 um 12:39
    • #8

    nun, da der mieter neu drin ist, weiß er ja bescheid, dass nebenan ein lokal ist. ein lokal macht halt oft bumm.er hat rein rechtlich kaum chancen da durchzukommen, da er ja vorher bescheid wusste. es hat ihn ja keiner gezwungen, in die wohnung zu ziehen. gab da mal vor paar jahren ein urteil. frag mich aber bitte nicht welches.

    ansonsten, habt ihr es schon mal mit einem cardioid-array versucht? das müsste die rückwärtige abstrahlung um einiges mindern und hilft den frontsystemen dennoch ca 1-2db lauter zu werden. d&b endstufen und B2/Q-Subs können das zum bleistift. ansonsten kann glaub ich Sound-Klinik was dazu sagen. der hat so ein system im hochton bereich im programm.

    ligr,
    tom

    (The)Gecko GbR
    event | acoustics | media | studio
    An den Rampen 40-44
    90443 Nürnberg

    Telefon: 01636564230 (HandyNR wegen aktuellem Umzug in neue Räumlichkeiten)

  • Machtl
    Verifiziert
    Beiträge
    705
    • 23. Januar 2005 um 13:12
    • #9

    ja hab auch schon an diese möglichkeit gedacht. mal schaun, werd mich da mal mit nem signalprozessor hinsetzen und ein wenig probieren...

    MEB Veranstaltungstechnik
    Chamsys MagicQ Forum

  • Arieba
    Beiträge
    766
    • 23. Januar 2005 um 13:56
    • #10

    Also es gibt noch ein, zwei tricks, die sind für ein paar dB gut, ansonsten gilt wie oben schon erwähnt: den neuen mieter rausschmeissen und selber einziehen/jemand vom personal einziehenlassen. das ist bei uns gängige praxis. Discotheken mieten hier immer gleich das ganze haus in der innenstadt.

    Schaumstoff bringt gar nix im bassbereich
    Die Tricks:
    1. Bässe vom Boden/wand entkoppeln mit diversen Konstrukten (Kegel aus dem hifi-geschäft, autoreifen-schlauch usw. da gibts viele sachen, bringt vielleicht 2 dB...)
    2. Nen RTA (realTimeanalyser) zB. ohringer ultracurve (billig) mit messmikro beim nachbar aufstellen, und mit dem eingebauten sinusgenerator frequenz um frequenz durchgehen und die peaks notieren (von 25 bis 150 Hz sollte reichen). Nun mit nem Notchfilter (ganz schmalbandiger Filter, hat behringer ultracurve z.B.) die frequenzen rausnehmen. wenn du glück hast, sind die peaks nicht die peaks der basslautsprecher sondern die gebäude resonanzen. Aber vorsicht! Leute im Club verändern den Raum komplett und die frequenzen können sich verschieben. Bei uns hat das ganz gut geklappt und immerhin 6dB reduktion gebracht. (OT hat aber immernoch nicht gereicht, die hornbässe kamen raus und in jedes eck kam ein geflogener bandpass...dann war gut)

    Achso: Wie oben schon beschrieben, gibts spezielle schallschutz-trockenbauten, die sollen sogar bis 40 Hz runter dämpfen können, habe damit aber keine erfahrungen...

    ... und W-Bins sind doch lauter als der Rest!

  • Sound-Klinik
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    • 24. Januar 2005 um 10:46
    • #11

    ... bevor nicht geklärt ist, wie tiefe Frequenzen durch das Gebäude auf die Wohnung übertragen werden, wird es schwierig.

    Einmal wird sich der Schall durch die Wand zum Nachbarn "durchgehen" - und bei tiefen Frequenzen hilft wohl nur eine mehrschalige, ausgefuchste Maßnahme.

    Aber auch dies wird allein nicht ausreichen, wenn über den Boden Schall in die Nachbarwohnung übertragen wird. Die baulichen Gegebenheiten müßte man genau kennen, um gezielt etwas vorzuschlagen (was dann auch - gemessen am Aufwand - möglichst effektiv ist) ...

  • Thomas Knappich
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    • 24. Januar 2005 um 11:36
    • #12

    Sound Klinik schrieb:

    Zitat

    . bevor nicht geklärt ist, wie tiefe Frequenzen durch das Gebäude auf die Wohnung übertragen werden, wird es schwierig.


    das ist der "springende" Punkt ! wenn der Schall durch die Bodenplatte übertragen wird, ist es kaum möglich etwas zu machen. Wenn das Problem von einer dünnen Mauer herrührt könnte man eine zweite Mauer hochziehen, denn eine "einschalige" Wand schwingt dann als ganzes mit der Frequenz der einfallenden Schallwelle.

    Die Schalldämmung tiefer Frequenzen durch eine Mauer hängt von der "Flächenmasse" ab;

    >jede Verdoppelung des Gewichtes führt zu einer Zunahme des Schalldämmaßes um 6dB

    >jede Frequenzverdoppelung (Oktave) führt ebenfalls zu einer Zunahme des Schalldämmaßes um 6dB

    Grüße aus Friedberg

    Thomas Knappich
    Klangwerk
    Beschallungs-und Veranstaltungstechnik

  • Sound-Klinik
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    • 24. Januar 2005 um 11:48
    • #13
    Zitat von "Thomas Knappich"

    ...
    >jede Verdoppelung des Gewichtes führt zu einer Zunahme des Schalldämmaßes um 6dB

    >jede Frequenzverdoppelung (Oktave) führt ebenfalls zu einer Zunahme des Schalldämmaßes um 6dB

    ... und da bei tiefen Frequenzen die notwendigen Flächengewichte (und Wandstärken einschaliger Wände ...) erhebliche Ausmaße annehmen können, helfen oft nur mehrschalige Konstruktionen.

    Und bei Wänden drauf achten, daß es im betroffenen Bereich keine "Spuranpassung" gibt ...

  • Wurst Werner
    Profi
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    4.623
    • 24. Januar 2005 um 13:26
    • #14

    Je tiefer die Frequenz, desto schwieriger wird die Schalldämmung. Ich kürz das mal ab: Wenn der Mieter wirklich direkt hinter der Mauer wohnt(wo vor der DJ auflegt), habt ihr keine Chance!
    Ich glaube, bei Rechtsstreitigkeiten in Punkto "Wohnräume" (Schlafzimmer usw.) gilt die Grenze von 35dB. Ohne erhebliche Umbaumaßnahmen und professionelle Hilfe ist dieser Wert im Bassbereich niemals zu erzielen. Lieber den Nachbarn "bestechen", dass ist einfacher :wink:

    Grüsse
    WW

    CEO @ SoundSurface

    Consultant Pro Audio @ IAD-Pro / WharfedalePro

    Waves Soft- & Hardware Dealer

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
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    • 24. Januar 2005 um 14:46
    • #15

    ... oder dem Nachbarn bei jeder Veranstaltung eine Kiste Bier ausgeben ... mit dem Hinweis, das Leergut aber am nächsten Morgen abholen zu wollen ... :D

  • AMLB
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    • 24. Januar 2005 um 15:18
    • #16

    Als ich noch als DJ gearbeitet habe (lang ist´s her) hatten wir ähnliche Probleme: Disco für 300 Pax im Wohngebäude integriert. Mieterwechsel > Beschwerde. Konsequenz:

    Einbau eines verplompten Limiters, der in der Disco 92 dB zuließ. Beim Mieter hing ebenfalls ein geeichtes Meßgerät, welches mögliche Überschreitungen (durch Anlagenergänzung etc) aufzeichnete.
    Nach der 1. Abmahnung (Karneval) zog es der wirt dann vor, keine Zusatzanlagen mehr zu installieren und arbeitete nur noch mit der Hausanlage. Jede weitere berechtigte Beschwerde hätte zum Konzessionsverlust geführt.

    Und siehe da: ES GING AUCH LEISER UND DIE GÄSTE KAMEN WEITERHIN.

    Modenschauen, Industrie, Event + Gala

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
    7.900
    • 24. Januar 2005 um 15:32
    • #17

    ... wenn die Wand aber sehr unzureichend dämmt, dann werden auch 92 dB in der Disco womöglich zuviel sein (gerade im Bassbereich ...).

    Es geht nämlich nicht nur um den A-bewerteten Schallpegel. auch der C-bewertete darf sich nur um einen festen Wert vom A-bewerteten Pegel unterscheiden (und Bassorgien auszuschließen ...) ...

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