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Wie zügelt ihr zu laute Tonis ?

  • Benjamin Keßler
  • 5. Juli 2005 um 00:25
  • Benjamin Keßler
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    • 5. Juli 2005 um 00:25
    • #1

    Hallo, in anlehnung an einen anderen gewissen Thread würde ich gern mal die Frage aus der Überschrift stellen.

    Wir waren nämlich am Wochenende Veranstalter eines Zeltfestes, und dort Spielte eine Band, als diese Begannen zu spielen, sind uns etwa 40 % der Gäste weggelaufen. Daraufhin bin ich dann zum Toni der Band gegangen, mit der nachdrücklichen Bitte, er solle es doch mal eine Ecke leiser machen.

    Als Antwort kam natürlich der Standardspruch, das käme alles von der Bühne. Allerdings kann ich schon die Stellung der Fader etwas interpretieren, und dieser spruch war Schwachsinn.

    Nun die Frage, was kann man da tun, wenn der Toni nicht leiser machen will? Man kann ja nun schlecht die VA stoppen, da man nun auch Umsatz machen will.

    ???

    Es lebe der Offbeat !!!

  • karel noon
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    • 5. Juli 2005 um 00:44
    • #2

    Ich habe in so einem fall schnell mal das handy griffbereit, diese drohung reicht manchmal schon, für diesen fall lobe ich mir auch den praktischen DB-meter von Hearsafe am schlüsselbund....

    auch ein gespräch mit der band (wenn der toni dazugehört) kann wunder bewirken - entweder der macht leise oder euer gig ist zu ende!

    klingt radikal, aber ein ohr kann auch sehr radikal geschädigt werden!

    Privater Account mit meiner persönlichen Meinung.

    Sollte es ein Problem mit meiner Neutralität zu einem Thema geben mache ich das im Beitrag kenntlich. :thumbup:

    http://www.noon.ruhr

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  • Benjamin Keßler
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    • 5. Juli 2005 um 00:57
    • #3

    Naja, man hat halt das prob., dass wenn die Musik aus ist, die VA auch so gut wie zu ende ist, und man muss ja auch noch andere sachen als die Band bezahlen, und ohne den Umsatz des Abends würde dies halt schlecht aussehen.
    Nun, für Gehörschäden, war es ja auch noch nicht lautgenug, aber wenn sich schon 30jährige beschweren, mache ich mir doch Sorgen wegen der Lautstärke.

    Es lebe der Offbeat !!!

  • Seven
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    • 5. Juli 2005 um 01:13
    • #4

    Da geht man als Veranstalter auf die Band zu und redet Klartext und versucht einen Kompromiss zu finden. Eine Band ist zu 90% an Folgegigs und allgemein einem erfolgreichen Gig interessiert, sollte sie zumindest wenn sie halbwegs professionell arbeitet.

    Es gibt natürlich auch Bands, wo es einfacht nicht leiser geht, da ist das ganze dann dumm gelaufen. Ich kann mich an eine Kirmes bei uns im Ort erinnern mit einer Deep Purple Coverband, die richtig gut waren, aber auch genauso laut und auch einige Leute "aus dem Zelt gespielt haben". Aber da war für den Tech nix anderes mehr möglich, es war einfach alles schweinelaut, aber das war normal und eher die Schuld des Veranstalters, der nicht wusste, bzw sich nicht klar gemacht hat, was ihn erwartet.

  • mirkot
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    • 5. Juli 2005 um 01:32
    • #5

    Also es gibt definitiv eine gewisse Untergrenze die musikrichtungsbedingt manchmal nicht unterschritten werden kann.

    Manchmal verzweifelt man dann zwar wenn man Rockmusik unter Zimmerlautstärke abmixen soll, aber wenn der Veranstalter böse kuckt ziehe ich den Fader so weit runter bis er glücklich ist...und wenn´s dann nicht mehr klingt rede ich mit ihm drüber und versuche einen Kompromiss zu finden (->z.B. erstmal leise anfangen, langsam steigern und später Gas geben).

    Gerade bei Dorffesten wo die Senioren noch den Kuchen am runterschlucken sind muss man da halt extrem sachte rangehen.

    Wenn ich das ganze jetzt aus Veranstaltersicht betrachte: Die Band und der Techniker werden von mir bezahlt und sollten dann bitte schön auch auf meine Vorstellungen vom Verlauf der Veranstaltung eingehen - wenn das nicht möglich ist haben sie halt zum letzten mal bei mir gespielt/gemischt/...ich denke jeder Kunde hat das Recht die Dienstleistung dort einzukaufen wo er möchte, wer nicht um die Zufriedenheit seiner Kunden bemüht ist hat vermutlich zu viel Arbeit.

    Besitzer einer 10-kanaligen DMX-Kaffeemaschine mit stufenloser RGB-Farbmischung und Remote-Brühvorgangsauslösung.

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    • 5. Juli 2005 um 01:32
    • #6
    Zitat von "SuperSpeedy"

    Nun, für Gehörschäden, war es ja auch noch nicht lautgenug, aber wenn sich schon 30jährige beschweren, mache ich mir doch Sorgen wegen der Lautstärke.

    Wenn Beschwerden aus dieser Altersgruppe kommen (und nicht von Anwohnern oder Senioren), dann war es mit hinreichender Wahrscheinlichkeit laut genug für Gehörschäden (und sei es für jemand, der direkt vor der Box steht).


    Zunächst einmal: Der Veranstalter hat die sogenannte Verkehrssicherungspflicht, er hat also sicherzustellen, dass es nicht zu laut ist, und er hat das durch eine normgerechte Messung nach DIN 15905 Teil 5 nachzuweisen. So jedenfalls die aktuelle höchstrichterliche Rechtssprechung.

    Wenn die Leute nicht aus dem Zelt, sondern nach dem Konzert erst zum Ohrenarzt und dann zum Anwalt gegangen wären, hätte Euch das roundabout 5000,- Euro pro Kläger gekostet (an Schmerzensgeld, ggf. zuzüglich Behandlungs- und Verfahrenskosten).


    Was kann man als Veranstalter in einer solchen Situation tun?

    Wenn sich der Tontechniker partout nicht einsichtig zeigt, hätte ich den von der Security aus dem Zelt geleiten lassen und mich selbst an's Pult gestellt - als Veranstalter kann man auch seinen Künstlern und deren Erfüllungsgehilfen Hausverbot erteilen.

    Je nach den Umständen hätte die Band das vielleicht gar nicht mitbekommen, und wenn, dann wäre auch nicht garantiert, dass die das Konzert abbrechen. (Man sitzt hier am deutlich längeren Hebel, wenn die Gage noch nicht gezahlt ist...)


    Und für Folgeveranstaltungen würde ich einfach entsprechende Klauseln in die Verträge einpflegen.

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • karel noon
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    • 5. Juli 2005 um 01:39
    • #7

    :D oh ja, das techniker aus der halle befördert werden habe ich auch schon erlebt, zwar nicht am eigenen leib, aber es war schon sehr seltsam.
    war ein konzert in der Brabanthalle in Leuven (B), und es war gleichzeitig auch eine Demo für das Martin zeug was da hing (ich glaube es war das Wavefront -nicht die line-), und dementsprechend hing es auch etwas überdimensioniert. der auftritt war von Dana Winner, der tech meinte trotzdem das ganze auspielen zu müssen, nachdem der babysitter erst am Master EQ leiser gemacht hatte, und selbst das keine wirkung zeigte wurden die Sec. dazugeholt.

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  • treibsand
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    • 5. Juli 2005 um 13:39
    • #8

    Naja.
    Eigentlich scheinen da ja mehrere Fehler aufeinanderzutreffen.
    1. Eine zu laute Band - vielleicht auch einfach von der Musikrichtung falsch für die VA
    2. eineüberdimensionierte Anlage, die ggf. eine schlechte Coverage durch mehr Druck von vorn kompensiert.
    3. ein zu lauter Toni. Wenn der auch starrköpfig ist wirds kompliziert.

    Solange Tech und PA-verleiher ein und derselbe sind, gehts ganz einfach mit Androhung einer "finanzielen Regelung", sprich Zahlungsminderung. Alleine die Drohung sollte reichen.
    Ansonsten darf der "babysitter" dem Toni mal etwas näher treten und schlimmstenfalls seinen Platz einnehmen.

    Da gibt's tatsächlich nicht viel Diskussion, da der VA i.d.R. das Hausrecht und vor allem die Pflicht zur Einhaltung entsprechender Lärmschutzvorschriften hat.

    ...hauptberuflicher Sarkastiker.

  • bigbeatrobby
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    • 5. Juli 2005 um 19:33
    • #9

    ich habe als dienstleister grundsätzlich leiser zu machen wenn der veranstalter es wünscht, allerdings habe ich es schon erlebt das ich auf pearl jam in roskilde verweisen musste wenn es hinten plötzlich zu leise wurde und die menschen anfingen sich nach vorne zu drängeln.
    ich möchte nicht für den tod von menschen verantwortlich sein also nehme ich dann auch mal in kauf das die oma von nebenan noch nicht schlafen kann, letzte woche haben wir einen veranstalter erlebt der dem ordungsamt fuzzi mit dem nichtgeeichten pegelmessgerät eine klage angedroht hat wenn er nicht sofort seinen hintern aus der halle bewegt und die nummer von der polizei war schon so gut wie gewählt, mich hätte interessiert wie die klage ausgesehen hätte, vielleicht wegen falsch messung.

  • rockline
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    • 5. Juli 2005 um 19:35
    • #10

    Es ist doch eigentlich sehr leicht die Mugge leiser zu drehen - oder? Da gibt es Masterregler am Eq, und wer sogar einen Digitalcontroler besitzt hat doch die allerwenigsten Probleme damit eine Limitschwelle zu setzen!

    Aber meist ist es nicht mal die wirklich effektive Lautstärke, sondern eher der beschissene Sound mancher Bands, die einem den Eindruck von irrem Pegel vermitteln!
    Manchmal wirken 115dB subjektiv wie zu leise, manchmal sind 100dB schon der größte Krach - kommt also auf Band, Location, PA und Schrauber an.
    Stefan

  • timotimo
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    • 5. Juli 2005 um 20:46
    • #11

    Ich habe kein Problem leise zu mischen, sofern es die Band zuläßt. Wenn die Band mir (ohne PA) 100 dB am Mischpult liefert, brauch ich die PA auch nicht anmachen. So klingt´s dann aber auch. Wenn meine Lieblingscover-Band, komplett mit InEar ausgestattet, heute eben nur 80 dB darf, dann misch ich die auch mit 80 dB. Ist zwar kein Rock´nRoll mehr, sondern wie auf Omas Geburtstag, aber wenn´s geht und sein muss....

    Aber es stimmt schon: das Lautstärke-Empfinden ist ja auch vom Klang abhängig. Mein Beispiel immer: der Radiorecorder des Schwimmbadnachbarn. Der Radiorecorder erzeugt mit seinen 5 Watt keinen hohen Schalldruck, wird aber als extrem störend empfunden, aufgrund der Umgebung und des nervenden, verzerrten Klanges....

  • MIG
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    • 5. Juli 2005 um 21:11
    • #12
    Zitat von "rockline"

    Aber meist ist es nicht mal die wirklich effektive Lautstärke, sondern eher der beschissene Sound mancher Bands, die einem den Eindruck von irrem Pegel vermitteln!
    Manchmal wirken 115dB subjektiv wie zu leise, manchmal sind 100dB schon der größte Krach - kommt also auf Band, Location, PA und Schrauber an.
    Stefan

    Hierin steckt schon viel Wahrheit!
    Wobei es das Problem nicht beheben wird: Die 100db-Brett-Fraktion sinnvoll zu zügeln ist ohne massive Drohungen wesentlich schwieriger als den 115db-Techniker der einen saubereren und guten Sound mischt zu bitten, sich zu bremsen.

    Gruß,
    Michael

  • annette65
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    • 5. Juli 2005 um 21:25
    • #13

    Vielfach wird vom Veranstalter keine ausgewogene Lautstärke über den Veranstaltungsplatz bezahlt. Es steht vorn eine normale PA und danach kommt nichts. Dadurch kann es vorne schon sehr laut werden, damit hinten noch was ankommt.
    Wenn technisch allerdings für gleichmäßige Lautstärke gesorgt werden kann, so sollte es mit dem Toni in der Regel schon klappen. Zumal dann, wenn es sich um einen externen Dienstleister handelt, der nicht zur Band gehört.
    Die Tonis der Bands sind oft auch o.k.
    Schlimm wird es, wenn jemand einen Möchte-gern-toni mitbringt, der sich
    auf die Gegebenheiten absolut nicht einstellen kann oder will oder meint, gut ist nur dann, wenn alle Pegel "stehen".
    Das sind aber meist Leute, die sich nicht lange halten. Oder eben nur über den Preis.
    Grüße von Annette.

  • Frank Uhlig
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    • 5. Juli 2005 um 22:31
    • #14

    Stimme rockline voll zu:

    Fast immer ist es eher die "Art der Lautstärke", gerade bei der angesprochenen Jobkategorie! Am besten noch das volle Programm: Zu laute Band gebucht, unterdimensionierte & schlechte PA die mit elendem Klirr nur noch weh tut.... brrr.

    Richtig "saubere" & klirrfreie 115dB/A tun überhaupt nicht weh, wenn man die Musik 1/2wegs mag.

    Liegt es tatsächlich am Fremd-Knöppedreher, dann ist das -bei uns- auf Wort des Veranstalter (Wer zahlt hat das Sagen) richtig schnell & deutlich geregelt, bis hin zum Quergriff an den Master, oder Androhung des Abbruchs. Auch dafür ist man Babysitter, nicht nur zum Inserts stecken...

    Grüße,
    Frank

  • ADMIN
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    • 5. Juli 2005 um 23:28
    • #15
    Zitat von "Frank Uhlig"

    Richtig "saubere" & klirrfreie 115dB/A tun überhaupt nicht weh, wenn man die Musik 1/2wegs mag.

    Es wäre hilfreich, wenn bei solchen Pegelangaben dabeistehen würde, was eigentlich gemessen wird. Lpeak? LMax? Leq?

    Und an welchem Punkt. Mischpult? Maßgeblicher Imissionsort?

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • rockline
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    • 6. Juli 2005 um 14:57
    • #16
    Zitat von "ADMIN"

    Es wäre hilfreich, wenn bei solchen Pegelangaben dabeistehen würde, was eigentlich gemessen wird. Lpeak? LMax? Leq?

    Und an welchem Punkt. Mischpult? Maßgeblicher Imissionsort?

    Also, ich meine damit die typischen Anzeigewerte eines handelsüblichen Pegelmessgerätes, um genauer zu werden mit A Bewertung. Ich halte das immer so in rund 20 Meter Entfernung in die Luft - zwangsläufig ist es vorne lauter!
    115dB am FoH (20 - 30 Meter) sind schon ziemliches Kilo, der übliche Schnitt liegt eher bei 100dB.
    Stefan

  • timotimo
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    • 6. Juli 2005 um 15:29
    • #17
    Zitat von "rockline"

    Also, ich meine damit die typischen Anzeigewerte eines handelsüblichen Pegelmessgerätes, um genauer zu werden mit A Bewertung. Ich halte das immer so in rund 20 Meter Entfernung in die Luft - zwangsläufig ist es vorne lauter!
    115dB am FoH (20 - 30 Meter) sind schon ziemliches Kilo, der übliche Schnitt liegt eher bei 100dB.
    Stefan

    Genau. Am FoH. Und wenn´s abgeht dann auch mal 105. Aber auch bei Tanzmucke nur 90 bis 95....

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