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Kriterien einer "guten" Soundwiedergabe

  • treibsand
  • 14. Juli 2005 um 18:23
  • treibsand
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    • 14. Juli 2005 um 18:23
    • #1

    Ich gebe zu, bei der Wahl der Überschrift habe ich gehofft, ähnlich viel Feedback zu bekommen, wie einige andere Threads... :oops:
    Allerdings ist mir bei meiner *Umfrage im Partyforum* nicht genügend los.

    Ich habe schon einigermassen herumgestöbert, konnte allerdings nichts finden, wie sich ein "guter" Sound definiert.
    Jeder von uns erkennt ihn, einige können ihn erzeugen, aber wer kann sowas erklären?

    Da ich aber dank einiger mischwilliger Neulinge in unserem Metier da etwas mehr darüber referieren möchte, brauche ich Erklärungsansätze.

    Einige meiner Ideen/Kriterien habe ich mal zur Diskussion gestellt, ich würde mich aber freuen, wenn da ein wenig mehr kommt.
    Gerne auch Kritik oder völlig neue Ansätze.
    Ich habe z.B. manchmal das Gefühl, daß der Sound interessanter (und damit für mich besser) ist, wenn er nicht allzu klar/transparent ist.

    So. Und nun dürfen Mods und Admin mich steinigen, daß ich ein Thema aus dem Party-forum per Link hier wieder einstelle, aber mich interessiert z.B. auch, was bei einer solchen Umfrage mit 'vorgegebenen' Möglichkeiten rauskommt.

    Also: fröhliches Diskutieren.

    ...hauptberuflicher Sarkastiker.

  • tonzwerg
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    • 14. Juli 2005 um 22:21
    • #2

    im gegensatz zu vielen, die hier schreiben, glaube ich, daß sound nicht aussschließlich geschmackssache ist, sondern daß man da durcha us auch einiges "richtig" und vor allem "falsch" machen kann.
    viele wege führen zum ziel, deswegen gibt's leider keine gute mixanleitung. dogmatiker sind in dem beruf sowieso falsch. es ist eben immer wieder völlig neu und ganz anders. die kunst als tonmann ist, das, was angeboten wird, geschmackvoll umzusetzen.
    und: ganz wichtig: der sound findet erstmal im kopf statt. wenn cih etwas angeboten bekomme (einen kick-sound, einen gitarrensound, etc.) muß mir einfach was dazu einfallen. wenn mir nichts einfällt, bin ich entweder ganz schlecht drauf oder betrunken oder der sound ist wirklich nicht zu gebrauchen (das kommt allerdings recht oft vor).
    zaubern kann eben keiner. und - mischpulte sind keine kläranlagen. shit in, shit out. leider äußert sich dieses phänomen umso deutlicher, je besser das übertragungssystem ist. auf der besten anlage klingt eine beschissene band einfach noch beschissener.

    The ships hung in the sky in much the same way that bricks don't.
    -- Douglas Adams

  • hp
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    • 14. Juli 2005 um 23:22
    • #3

    Die Diskussion ist durchaus gerechtfertigt , denn wenn ich den Aufwand ,
    der mitunter betrieben wird , in Bezug zum Soundergebnis stelle , muß ich mich manchmal fragen....
    Ich habe hochproffesionelle Events erlebt , wo der Sound zum Davonlaufen war.
    Genau so war ich auf VA´s von Semi-proff. Bands mit Uralt Technik,
    die ein hervorragendes Soundergebnis lieferten.

    Manchmal habe ich auch das Gefühl das zuviel Technik eher schadet als nutzt.
    Ich würde erst mal davon ausgehen , das Leute die eine große PA technisch betreuen auch grundsätzlich mit der Bedienung vertraut sind.
    Die Ursachen für Probleme liegen mehr darin das es im Livebetrieb eher schnellgehen muß.
    Wenn ein Eingangskanal vertauscht ist weil ein Musiker sich das erst beste Kabel gegriffen hat ...., muß das schneller gefunden werden als eventuelle Gate-einstellungen bei den Toms.

    Bei einem regionalen Festival durfte ich einmal miterleben , wie eine Band ihr mitgebrachtes In-Ear Monitoring in die gestellte PA integrieren wollte.
    Nach einer halben Stunde einstellen (nur In-Ear Monitor !) begann die Band zu spielen , nach jedem Song kamen neue Anweisungen an die mittlerweile völlig entnervten Techs.
    Alle Vorschläge die vorhandenen (hervorragenden) Monitorboxen zu verwenden , wurden in den Wind geschlagen.
    Die nachfolgende Band hat dann mit den Monitorboxen gespielt , es gab keinerlei Probleme.
    Des weiteren glauben einige Leute anscheinend , das mit der Höhe ihrer Rack´s auch das Know-How ansteigt.
    Falsch eingestellte Kommpressoren , nervige Halleffecte sind einige Beispiele.
    Als Fazit möchte ich sagen:Weniger ist manchmal mehr.

    Gruß HP

    die Realität ist die Summe aller Fakten

  • wora
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    • 19. Juli 2005 um 02:39
    • #4
    Zitat von "HP"

    ...Manchmal habe ich auch das Gefühl das zuviel Technik eher schadet als nutzt...

    sehr gut beobachtet !!! 8)


    das andere große problem:
    die zeit!
    heutzutage muss ja der aufbau und die inbetriebnahme von beschallungsanlagen immer schneller erfolgen um die räumlichkeiten zeitlich optimal zu nutzen.
    dies hat zur folge, das man sich kein perfektes setup erstellen kann weil schlicht die zeit fehlt. so werden die anlagen halt oft hingestellt, verkabelt und los gehts. dann wird am FOH schnell mal am EQ rumgekurbelt (ohne das ergebnis an mehreren stellen im raum zu überprüfen) und das wars dann. auch bei großen events läuft das mittlerweile oft so ab.
    es fehlt eben schlicht und einfach oft die zeit.

    ein guter sound sollte nicht zu laut und nicht zu leise sein (maßstab ist das publikum, keine zerschossenen mischerohren!).
    er sollte nicht nerven und alle instrumente sollten möglichst hörbar sein. der baß sollte konturiert rüberkommen (kein BOOOM).
    das publikum sollte sich einfach wohlfühlen.
    das verstehe ich unter einem guten sound...

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • karel noon
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    • 19. Juli 2005 um 02:53
    • #5

    also jetzt auch von mir noch mal ein versuch ein paar kriterien in textform zu fassen:

    1: der soundtechnische aufwand sollte immer in relation zur veranstalltung stehen, ich brauche bei einem kneipengig nicht zwingend outboard , ein einfacher Multi FX reicht da manchmal.

    2 wenn keine zeit vorhanden ist sollte man sein system so einfach strukturiert wie möglich halten, ein einzelnes gutes stack boxen kann manchmal mehr als schlecht instalierte delays.

    3 Bassdrum, Bassgitarre und andere bassinstrumente (linke hand keys) sollten von einander zu unterscheiden sein, zumindest wenn das gewünscht ist (habs auch schon anders erlebt)

    4 sind mehrere instrumente in einem frequenzbereich sollten sie nach möglichkeit durch die mischung auseinander geholt werden (im idealfall trägt das arangement dem rechnung) z.b. durch den EQ oder Panning

    5 Stimmen sollten ind 95% der musikstile die dominierende kraft sein, fürs studio gilt da sehr grob: wenn ich es ganz leise mach darf ich nur noch die Hihat, Stimmen und Snare hören. Stimme aber lauter

    6 Stimmen sollte angepasst an die musik manchmal hart und kräftig, manchmal aber auch sanft und gutmütig sein

    7 Effekte sind ein zusatz, erstmal muß der mix stehen, dann gehts an die effekte (außer ich benutze sie um etwas weiter nach hintne in den mix zu schieben)

    8 Der mix muß variieren, es gibt Gitarrenstücke, und Pianonummern etc.

    das soll von meiner seite erstmal genügen, hoffe das hilft weiter.

    Privater Account mit meiner persönlichen Meinung.

    Sollte es ein Problem mit meiner Neutralität zu einem Thema geben mache ich das im Beitrag kenntlich. :thumbup:

    http://www.noon.ruhr

    Application Support Engineer - HK Audio

  • jlp
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    39
    • 22. Juli 2005 um 10:05
    • #6

    Als alter Gallierfan :D versuche ich auch noch einem Beitrag zum Zaubertrank zu liefern:

    Wie bereits erwähnt: Technik va. anfänglich nur minimal einsetzen (vielleicht mal etwas Hall auf den Vox).

    Auch schon erwähnt: Frequenzen selektieren und so Transparenz schaffen.
    Allerdings ist es hier sehr wichtig, dass man als Tonmensch auch etwas von Instrumenten und Musik versteht. Wo sind wichtige Frequenzen der verschiedenen Instrumente, wie sollten diese bei diesem Musikstil klingen (Bsp. Funk- oder Rock-Gitarre?).

    Die Transparenz kann aber auch zu weit gehen. Ich erwische mich oft dabei, dass ich va. den Summen-EQ zu stark auf den Gesang und die Verständlichkeit ausrichte und dabei geht oft der Druck der unteren Mitten verloren...

    Womit ich bei der Ausgewogenheit bin: Das Verhältnis der Frequenzen (va. der Mitten) und der Instrumente/Gesang sollte immer ausgewogen sein, es darf also nichts "geschluckt" oder überbetont sein.

    So, ist nicht einfach zu beschreiben, habe es nun aber trotzdem versucht...

    Gruss
    Olaf

  • andi.h
    Beiträge
    617
    • 26. Juli 2005 um 01:06
    • #7

    Ich denke maßgeblich sind hier mal wieder die Voraussetzungen, die ja hier oft genug zitiert werden: Erfahrene und talentierte Musiker mit gutem Gehör spielen über anständiges Equipment und richtige Instrumente - dann kann nicht viel schief gehen. (Bestes Beispiel: gut gestimmtes Schlagzeug - leider viel zu selten)
    Wenn ich eine Band auf der Bühne spielen höre, weiß ich schon ob der Sound gut oder schlecht wird, bevor ich den Masterregler am Mischpult zum ersten Mal hochziehe (Ausnahme: Anlage ist defekt oder wirklich unbrauchbar). Das A und O ist meiner Meinung nach ein guter Bühnensound.

    Trotzdem versuche auch ich mal ein paar möglichs allgemeine Kriterien zu formulieren:
    - Sprachverständlichkeit für den Hauptgesang ist meistens sehr wichtig, da er als Orientierungspunkt dient. Wenn ich zwei Ecken weiter an der Biertheke noch jede Textzeile gut verstehe ist die Sprachverständlichkeit in Ordnung.
    - Der Bassbereich muß aufgeräumt wirken, nicht dröhnen und (natürlich stilabhängig) irgendwo im Bereich zwischen Bauch und Lunge zu spüren sein.
    - Jedes Instrument lässt sich gut einzeln heraushören. Trotzdem stehen sie nicht steril nebeneinander sondern bilden ein harmonisches Gesamtbild.
    - Auch nach längerer Zeit muß der Sound angenehm sein und darf nicht in den Ohren wehtun. Besonders schlimm sind hierbei eine zu hohe Gesamtlautstärke (bzw. schlechte Veteilung im Raum) oder ätzende Hochmitten/Höhen.

  • bertz
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    387
    • 29. Juli 2005 um 18:38
    • #8

    eigentlich sollte man imho zwei sachen sehen:

    1.)

    man muss (oder die support-company) rein technisch gesehen wissen, wie sich schall verhält, was die viereckigen (meist schwarzen) dinger machen, in welcher umgebung sie es wie machen und wie man negative äussere einflüsse verhindert, oder schwächt.

    das ist lernbar!!!! das ist physik, mathematik und RTFM!!!! erfahrungswerte lassen das ganze zwar schneller geschehen, ändern aber nix an der physikalischen grundsituation.

    2.)

    im idealfall (aussenbedingungen und schlechtes equipment mal unberücksichtigt) sollte das gesamtbild hinhauen, wenn man die instrumente im selben lautstärkeverhältnis, wie in der natur durch das pult und die anlage jagt. (wie in der natur meint, wie die bassgitarre samt verstärker) ausnahme bildet hier der schon erwähnte gesang, der im 1:1 verhältnis untergehen würde.

    dann kommen noch geschichten hinzu, wie zum beispiel mikrofonen frequenzen nehmen, die sie nicht übertragen sollen (gesang->lowcut).

    dabei ist der EQ und effekthaschereien (bis auf low- bzw. hicut) noch nicht am start. hier sollte man den sound bereits anbieten können!!!!!

    dieser punkt beinhaltet natürlich wissen über korrekte mikrofonierung.

    ----

    der rest ist geschmackssache und wird ausserdem von der band selber vorgegeben. ist zum beispiel die bassdrum tiefer oder höher gestimmt, als der bass und ist die gitarre und das keyboard im arrangement im selben frequenzspektrum zu finden...

    ob man diese tatsachen noch verstärkt, oder eher abschwächt, bleibt jedem selbst überlassen und ist sicher von fall zu fall unterschiedlich.

    das ganze fusst auf dem grundsatz: "input=output"
    ich bin nicht zum korrigieren von arrangements und schlecht gestimmten trommelbuden da, sondern zur professionellen verstärkung derselben!!!

    gruß,
    bert

    http://www.klanggeschaeft.de

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